Kitabı oxu: «Rosenmedizin. So sanft heilt die Königin der Blumen»
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Angelika Gräfin Wolffskeel von Reichenberg, Susanne Schütte und Kurt Ludwig Nübling
Rosenmedizin – So sanft heilt die Königin der Blumen
E-Book (epub): ISBN 978-3-86374-351-2
(Druckausgabe: ISBN 978-3-86374-349-9, 1. Auflage 2017)
Mankau Verlag GmbH
Postfach 13 22, D-82413 Murnau a. Staffelsee
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Internetforum: www.mankau-verlag.de/forum
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Fachlektorat Medizin: Dr. med. Eberhard J. Wormer, München
Endkorrektorat: Susanne Langer M. A., Germering
Cover/Umschlag: Andrea Barth, Guter Punkt GmbH & Co. KG, München Bildredaktion, Layout und Satz: Lydia Kühn, Aix-en-Provence, Frankreich Energ. Beratung: Gerhard Albustin, Raum & Form, Winhöring
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Hinweis für die Leser:
Die Autoren haben bei der Erstellung dieses Buches Informationen und Ratschläge mit Sorgfalt recherchiert und geprüft, dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Verlag und Autoren können keinerlei Haftung für etwaige Schäden oder Nachteile übernehmen, die sich aus der praktischen Umsetzung der in diesem Buch vorgestellten Anwendungen und Rezepte ergeben. Bitte respektieren Sie die Grenzen der Selbstbehandlung und suchen Sie bei Erkrankungen einen erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker auf.
Inhalt
Vorwort
Eine kleine Rosenkunde
Die schöne Mutter und ihre 30 000 Töchter
Die Rosa gallica macht den Anfang
Asien grüßt mit neuer Farbe
Ein Händchen für Rosen
Der größte Rosenfan um 1800
Rotkäppchen erblickt das Licht der Welt
Die zehn schönsten Rosen der Welt
Eine persönliche Auswahl
EXTRA: Die Rose als Symbol
Richtig pflanzen, lange genießen
So wachsen die Rosen prächtig an
Vorsicht: Rosenkrankheiten
Früherkennung schützt vor Schäden
Pilzerkrankungen
Schluss mit Rosenschädlingen
Traumhafte Rosengärten in Deutschland
Schnuppern, staunen, lernen, verlieben
Drei Gärten mit höchster Auszeichnung
Zwischen Industrie und Dornröschenschloss
Rosen unter Denkmalschutz
Das PRIMAVERA Life Naturparadies
35 Millionen Jahre Rosen
Weltweit auf dem Siegeszug
Die Blume der Liebe
Handelsware und Statussymbol
Rosenwellness und edle Deko
Eine Heilpflanze seit Anbeginn
EXTRA: Segeln unter falscher Flagge
Der neue Grundpfeiler der Heilkunde
Rosenrenaissance Ende des 19. Jahrhunderts
Rosen als Heilpflanzen
Enthüllung heilender Geheimnisse
Auf dem Weg zur Phytotherapie
Hagebutten in der Rosenmedizin
So geriet die Rosenmedizin ins Vergessen
Alte Heilpflanzen sind topmodern
Die vier wichtigsten Heilrosen
Schön und gesund sind sie alle
Homöopathische Therapien mit Rosen-Globuli
Feine Impulse für die Selbstregulierung
Keine Kanonen auf Spatzen
Hilfe für Seele, Haut oder Verdauung
Die Aromatherapie
Heilende Düfte der Rose
Das sollten Sie beachten
Vorsicht bei Internetkäufen
So heilt die Ayurveda-Medizin
Das erklärte Ziel ist die Prävention
Drei Doshas bestimmen, wer wir sind
100 Blüten fürs innere Gleichgewicht
Die Wirkung der Farben auf die Seele
Starke Farbenkraft
Zwölf häufige Beschwerdebilder und ihre Linderung
Wenn Blumen heilen
Wichtige Rezepturen für die Gesundheit
Selbst gemacht!
Hagebutten, getrocknet
Hagebuttenöl
Hagebuttentee – Grundrezept
Rosenblütenblätter, getrocknet
Rosenessig
Rosenmilch
Rosenöl
Rosensaft – Grundrezept
Rosentee – Grundrezept
Rosenwasser
Hilfreiche Rosenmedizin
Krankheiten und Beschwerden lindern
Gesund werden auf natürlichem Weg
Von Akne bis Augenfältchen
Von Bauchschmerzen bis Burn-out
Von Cholesterinwerte über Darmflorastörung bis Durchschlafstörungen
Von Erkältung über Fettverbrennung bis Frühjahrsmüdigkeit
Von Gelenkentzündungen bis Gicht
Von Hämorrhoiden über Hormoneller Haarausfall bis Hustenkrämpfe
Von Immunsystemschwäche über Kalte Hände bis Kribbeln in Füßen, Händen, Beinen
Von Lärmstress über Magenverstimmung und Bauchgrummeln bis Muskelkater
Von Nackenschmerzen bis Nierenträgheit
Von Ohr-Ekzem über Parodontitis bis Rückenbeschwerden
Von Scheidentrockenheit über Schwangerschaftsstreifen bis Steifer Hals
Von Taubheitsgefühle bis Trockene Augen
Von Übergewicht bis Unterleibsschmerzen
Von Verbrennungen und Verbrühungen über Wetterfühligkeit bis Wintermüdigkeit
Schlemmen mit Rosengerichten
Rosenrezepte zum Nachbacken, Kochen oder Mixen
Gesunde Sattmacher
Süße Sünden
Feine Beigaben
Rosen-Superdrinks
Hier finden Sie weitere Hilfe
Quellenangaben
Rezepte und Rezepturen
Beschwerdenregister
Sachregister
Vorwort
Die Königin der Blumen gilt in vielen Kulturen als Symbol für Schönheit und Liebe. Doch Rosa, wie sie Botaniker poetisch nennen, ist nicht nur eine oberflächliche BeautyQueen. Sie punktet vor allem durch ihre inneren Werte, die die pharmazeutische Forschung immer klarer erkennt. Jüngstes Beispiel ist eine Studie des Center for Cognition, Learning and Memory der Universität Bern. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass der betörende Rosenduft die Verbindungen zwischen den Nervenzellen im Gehirn stärkt und es so leistungs- und lernfähiger macht. Nicht umsonst hat die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittelforschung und Medizinprodukte die Anwendung von Rosenblüten wegen ihrer therapeutischen Gerbstoffe bei leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut eine offizielle Expertise zuerkannt. Und Rosa ist eine wahre Vitaminbombe, enthält über 400 Gesund-Stoffe, die längst noch nicht alle erforscht sind.
! Alle Informationen, Hinweise, Tipps und Behandlungsvorschläge wurden von den Autorinnen und Autoren nach bestem Wissen erarbeitet und von ihnen und dem Verlag mit größtmöglicher Sorgfalt überprüft. Dennoch haben Selbstbehandlungsmaßnahmen Grenzen. Bei vielen Beschwerden und Krankheiten ist ärztlicher Rat unabdingbar.
Bekannt ist mittlerweile aber, dass Rosen den Stoffwechsel ankurbeln und ein wirksamer Natur-Schlankmacher sind. Die Wissenschaft vermutet, dass ihre ätherischen Öle ein Sättigungssignal an das Appetitzentrum im Gehirn senden. Rosenöl ist ohnehin ein Therapie-Allrounder, hilft z. B. bei nervösen Herzbeschwerden, Verdauungs-, Hautproblemen, Zahnfleischentzündungen, PMS oder seelischen Belastungen. Heilsam sind hauptsächlich Rosensorten – allen voran die Damaszener-Rose –, die ohne Kunstdünger und Pestizide wachsen. Und alte, historische Rosensorten enthalten grundsätzlich mehr gesunde Öle als Neuzüchtungen. In den heilsamen Strauß der Rosenmedizin gehören aber unbedingt noch die Hagebutten, die Scheinfrüchte der Hecken- oder Hundsrose.
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Rosen gehören zu den beliebtesten Blumen der Welt.
»Wär auch die ganze Welt mit Dornen rings umstellt, ein Herz, das Liebe fühlt, bleibt stets ein Rosenfeld.« Dschalal ad-Din ar-Rumi, iranischer Dichter (1207–1273)
In diesem rosigen Ratgeber haben wir für Sie aus den wichtigsten Heilsystemen dieser Welt die besten Rezepte für die 100 häufigsten Alltagsbeschwerden gesammelt. Dazu gesellen sich noch rund 200 Extra-Tipps aus unterschiedlichen Heillehren. Aber wir haben für Sie nicht nur die gesunden Geheimnisse der dornigen Schönheiten gelüftet, sondern stellen auch noch ungewöhnliche, rosengesunde und superleckere Kochrezepte vor. Drumherum finden Sie zum Beispiel eine kleine Rosenkunde, einen Mini-Guide zu den schönsten Rosengärten Deutschlands und ein paar spannende Einblicke in die Historie der Rose und ihrer Heilkräfte.
Angelika Gräfin Wolffskeel von Reichenberg,
Susanne Schütte und Kurt Nübling
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Eine kleine Rosenkunde
Ein kurzer Blick in die Rosengeschichte, warum die Königin so verehrt wird und wie sie am prächtigsten wächst …
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Die schöne Mutter und ihre 30 000 Töchter
Die Rosa gallica macht den Anfang
Verfeinern, neu erfinden, aufhübschen, völlig umformen – in keine Pflanze der Welt haben Mensch und Natur so viel Kreativität, handwerkliche Züchterkunst, Geduld und Raffinesse investiert wie in die einfache Rosa gallica, die Mutter aller Rosen. Das muss wohl Liebe sein, eine andere Erklärung fällt schwer.
»Schönheit ohne Anmut gleicht einer Rose ohne Duft.« Sprichwort aus Jamaica
Bereits im Jahr 90 v. Chr. begeisterten sich römische Soldaten in Nordafrika für eine Rose, die zweimal im Jahr blühte. Das war bis dahin völlig unbekannt. Zweimal im Jahr, welch ein Wunder! Diese Tochter aus einer Ehe der Rosa gallica mit der Rosa moschata, der chinesischen Moschus-Rose, war die Rosa damascena semperflorens, die Herbstdamaszener-Rose. Wo genau die Hochzeit stattfand, ist unklar. Viele Experten tippen aber auf das persische Großreich. Entstanden jedoch ist die Damaszener-Rose dort nicht erst kurz vor der Zeitenwende. In Kleinasien und auf der Insel Samos war ihr betörender Duft schon 1000 v. Chr. bekannt und wurde in den Märchenerzählungen aus 1001 Nacht beschrieben.
Eine andere historische Rose ist die Rosa alba, die Weiße Rose, die im 15. Jahrhundert in den Rosenkriegen in England und Wales berühmt wurde. Die Wurzeln der fünfblättrigen Rose reichen aber viel weiter zurück in die Pflanzengeschichte. Sie wird im 2. Jahrhundert n. Chr. erstmals erwähnt und entstand vermutlich noch früher an den Hängen des Kaukasus. Von dort wanderte sie westwärts, eroberte schnell Griechenland und Rom.
Die im Englischen »Wars of the Roses« genannten Rosenkriege waren eine Reihe von blutigen Schlachten zwischen den eng miteinander verwandten Adelshäusern York und Lancaster. York führte die weiße Rose im Wappen, vermutlich eine Rosa arvensis (Ackerrose, Große Hundsrose), eine weiße Heckenrose, die im Norden Englands in riesigen Hecken wächst.
Die Alba-Rosen haben viele Vorfahren. Die Rosa gallica, die Rosa damascena, die weiße Hundsrose Rosa canina und die zartrosa Heckenrose Rosa corymbifera gehören dazu. Jenseits des Atlantiks hatten sich aus der Vielfalt der einheimischen Formen Nordamerikas zahlreiche Rosenarten entwickelt. Von den etwa 200 Sorten, die heute bekannt sind, stammen rund 35 von dort. Als Erste erwähnt wurde die hellrote, leicht duftende Rosa virginiana, die bereits vor 1807 die Gärten Europas verzauberte. Auch die Rosa woodsii, die bis in 3400 Meter Höhe wächst, die Sumpfrose Rosa palustris und – natürlich – die rosafarbene Rosa california kommen aus den USA oder Kanada.
Asien grüßt mit neuer Farbe
In Europa fand man Mitte des 13. Jahrhunderts hauptsächlich drei Rosengruppen: die Gallica-, die Damaszener- und die Alba-Rosen. Alle zeichneten sich durch einen strauchigen Wuchs, mattes Laub und volle Blüten aus. Der deutsche Gelehrte und Bischof Albertus Magnus (1200–1280) lobte in seinen Schriften die weiße Rose (Rosa alba), die Wein-Rose (Rosa rubiginosa), die Feld-Rose (Rosa arvensis) und verschiedene Hundsrosen (Rosa canina). Er vertrat die Auffassung, dass alle Rosen vor dem Tode Jesu weiß gewesen seien. Erst das Blut Christi habe sie rot gefärbt. Als Seefahrer dann im 16. Jahrhundert die gelbe Rose Rosa foetida aus China importierten, war die Farbe Gelb eine ungeheure Sensation. Bislang hatte es ja nur weiße oder rote bis rosafarbene Rosen gegeben. Leider durfte das gelbe Wunder nicht aus der Nähe bestaunt werden. Sie stank – was ja auch ihr lateinischer Beiname (foetida = die Stinkende) verrät.
Züchter in allen Ländern versuchten, die Eigenschaften der China-Rosen mit den heimischen Pflanzen zu vereinen. Sie sind so gesehen die genetischen Mütter aller modernen Rosen. Leider ist in ihrem Erbgut auch eine gewisse Kälteempfindlichkeit angelegt, die die alten historischen Rosen nicht hatten.
Im 18. und 19. Jahrhundert intensivierte sich der Handel mit Asien, die chinesische Rose Rosa chinensis eroberte die Märkte. Eine von ihnen war die Old Blush, auch als Parsons’ Pink bekannt, die 1752 erstmals in Dänemark erwähnt wird. Um 1808 wird die Rosa x odorata, die zierliche Tee-Rose beliebt, die zart nach Tee duftet. Die neuen China-Rosen hinterließen europaweit einen gewaltigen Eindruck. Sie blühten zweimal im Jahr, und das über eine längere Periode, waren ziemlich zäh und nahezu immergrün und ziemlich resistent gegen Schimmelpilze.
Ein Händchen für Rosen
Heute sind die Niederländer vor allem für ihre Tulpen und Blumen-Massenware bekannt. Doch schon Ende des 16. Jahrhunderts entwickelten sie ein feines Gespür für Rosen. Sie züchteten die Rosa centifolia, die Hundertblättrige Rose. Die komplexe Kreuzung aus Rosa gallica, Rosa moschata, Rosa canina und Rosa damascena stammt also nicht von den alten Griechen und Römern, wie viele glauben. Die üppigen, prallen Blumen, auch Kohl- oder Provence-Rosen genannt, begeisterten und fanden sich auf vielen Gemälden der großen flämischen Meister wie Ambrosius Bosschaert (1573–1621), Jan Brueghel der Ältere (1568–1625, »Blumen-Brueghel«) oder Gerrit van Spaendonck (1746–1822). Eine Mutation der Zentifolien ließ Blütenstiele und Kelche aussehen wie von zartem Moos bewachsen – die Moos-Rose (Rosa muscosa) war geboren.
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Die Hundertblättrige Rose Rosa centifolia – Züchtung der Holländer.
Der größte Rosenfan um 1800
Die Rose hatte um 1800 viele Verehrer und unzählige Herzen im Sturm erobert. Doch der wohl größte Rosenfan war die französische Kaiserin Josephine (1763–1814), Gattin Napoleons. In ihrem Palastgarten in Malmaison bei Paris sammelte sie in 16 Jahren bis kurz vor ihrem Tod rund 250 Rosensorten. Ihr Mann und Eroberer Napoleon befahl seinen Generälen, bei ihren Feldzügen auf neue, unbekannte Rosen zu achten und sie heim nach Frankreich zu bringen. Ihr Rosengarten war so berühmt und geachtet, dass die Briten sogar die Seeblockaden gegen Frankreich lockerten, damit Josephines Chefgärtner den Kanal überqueren konnte.
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Rosen sind seit Jahrhunderten Schmuckelemente in Gärten.
Ihre Leidenschaft ließ in ganz Europa, vor allem aber in ihrer Heimat, ein mächtiges Feuer der Begeisterung für Rosen aufflammen. Frankreich wurde zur Rosennation. Schon 1815 waren bei den dortigen Züchtern über 2000 Rosenvarianten im Handel, zehn Jahre später schon unglaubliche 5000. Am populärsten war damals die Rosa x borboniana, die Bourbon-Rose, die 1817 von der Insel Réunion (damals Île de Bourbon genannt) bei Madagaskar im Indischen Ozean stammte. Sie war ursprünglich zwar knallig pink, ist aber verantwortlich für den satten Rotton vieler heutiger Rosen.
Um 1837 wurden die ersten Hybrid-Rosen vorgestellt, eine Züchtung aus der Bourbon-, Damaszener-, China-, Portland-, Kohl-, Tee- und der Noisette-Rose aus Süd-Carolina, die der amerikanische Reispflanzer John Champney entwickelt hatte. Die Hybride waren kompakt, blühten zuverlässig und stellten sich als recht unempfindlich gegen kaltes Wetter heraus. Die erste hieß »la France« und wurde 1867 vorgestellt.
»Um der Schönheit willen heiraten, ist ebenso viel, als um der Rose willen ein Landgut kaufen. Ja, das letztere wäre noch vernünftiger; denn die Rosenzeit kommt doch jährlich wieder.« August von Kotzebue (1761–1819)
Rotkäppchen erblickt das Licht der Welt
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts züchtete der Däne Svend Poulsen eine Rose, die sogar den eisigen Wintern Skandinaviens trotzen sollte. Er hatte Erfolg. 1911 erblickte seine Züchtung »Rødhætte« (Rotkäppchen) das Licht der Welt. Die neue Rosenklasse Polyantha ist heute als Floribunda-Rose bekannt. Die kleinwüchsigen Rosen haben viele Blüten, die an Edelrosen erinnern. Manchmal stehen sie so dicht an dicht, dass sie wie eine Dolde wirken.
Auch Kletterrosen wurden immer beliebter. Ihre Vererbungslinie ist allerdings oft unklar und schwer zu fassen. Viele dürften aber von der karmesinroten Japan-Rose, Crimson Rambler genannt, abstammen, die im Jahre 1893 nach Europa kam.
Mit dem Zweiten Weltkrieg verlangsamte sich der Boom der Hybrid-Rosen. Doch danach lebte er schnell wieder auf. Die erste orange-rote Hybrid-Rose war 1960 zu bewundern, als der deutsche Rosenzuchtbetrieb »Rosen Tantau« in Uetersen bei Hamburg seine »Tropicana« vorstellte. Heute gibt es weltweit mehr als 11000 Hybridrosen – und mindestens 19000 andere Rosenzüchtungen. Und ein Ende der Rosenvielfalt ist nicht einmal ansatzweise abzusehen.