Kitabı oxu: «Perry Rhodan-Trivid Prolog»

Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Mit dem vorliegenden Prolog geht PERRY RHODAN ganz neue Wege – sie gehören aber zur aktuellen Zeit und passen zu einer Science-Fiction-Serie, die bewusst in die Zukunft blickt.
Dieser Prolog stellt eine neue Serie vor, die es ausschließlich in digitaler Form geben wird. Konkret: PERRY RHODAN-Trivid, so der Name, erscheint zuerst als E-Book und nicht in gedruckter Form. Wir stellen damit unseren Produktionsprozess komplett um und setzen erstmals auf ein »digital first«, wie das gern genannt wird.
Seit wir Ende der 90er-Jahre die ersten Versuche mit »digitalen Büchern« unternahmen, wie wir diesen Bereich damals nannten, hat sich das »elektrische Lesen« massiv in der Gesellschaft ausgeweitet. E-Books sind für viele unserer Leser heute die wichtigste Möglichkeit, PERRY RHODAN zu lesen – jede Woche werden Tausende unserer Romane sofort zum Erscheinungstermin heruntergeladen. Jeder unserer Romane wird in drei verschiedenen Versionen publiziert: gedruckt, als Hörbuch und als E-Book.
Mit unserer neuen Serie PERRY RHODAN-Trivid wollen wir direkt in diesen modernen Markt starten. Weil es sich um kurze Romane handelt, die rund 45 bis 50 Seiten lang sind, bietet es sich an, diese auf dem Smartphone oder dem E-Book-Reader zu lesen – sie sind besonders für jene Leser geeignet, die für die »knappe« Lektüre zu begeistern sind.
Verantwortlich für die Serie sind zwei Autoren, die schon oft zusammengearbeitet haben. Christian Montillon und Oliver Fröhlich haben die Story gemeinsam entworfen, sie schrieben die Exposés, und sie verfassen die Romane. Eine der zwei Hauptfiguren ist Lian Taupin, eine junge Frau, die in Terrania lebt, gut dreitausend Jahre in der Zukunft; die andere Hauptfigur ist Perry Rhodan selbst.
Welche Verbindungen es zwischen einer jungen Trivid-Künstlerin und dem wohl bekanntesten Terraner der Geschichte gibt, sei an dieser Stelle noch nicht verraten – das ist ein Thema für die Serie. Der Prolog deutet einiges an und verrät schon Details; richtig startet die Serie mit dem ersten Roman, der ab dem 27. Oktober 2016 erhältlich ist. Danach folgen im wöchentlichen Abstand fünf weitere Romane.
Dieser Prolog liefert den idealen Einstieg dafür; er stellt die Hauptfiguren und das Thema vor. Und sie macht klar, dass eine spannende Geschichte auf die Leser wartet … Ich wünsche viel Vergnügen!
Klaus N. FrickPERRY RHODAN-Redaktion
Prolog
»Sitzt du bequem?«
Der Mann mit der verschorften Wunde auf der Stirn zurrte die Gurte fester. Ein Ächzen drang durch den Knebel der gefesselten Frau, was dem Mann ein Lächeln entlockte.
Dummer Fehler! Sofort pochte ein stechender Schmerz in seiner Schläfe. Er glaubte, ein Knacken zu hören, wie von Eiswürfeln, die man mit Wasser übergoss. Wie immer, wenn er bestimmte Gesichtsmuskeln anspannte. Tränen schossen ihm in die Augen und verschleierten seinen Blick.
Rasch wandte er sich von der Frau ab. Keinesfalls wollte er ihr seine Schwäche zeigen.
Er wartete, bis der Schmerz nachließ, richtete sich auf, atmete tief durch und kontrollierte ein letztes Mal die Aufnahmeoptik. Die augengroße Kamera schwebte um die Gefesselte und übertrug ihr Bild auf ein Holo: die zerzausten Haare, der schweißnasse Nacken, das hektische Heben und Senken des Brustkorbs. Sehr schön. Der kurze Schwenk über den umgerüsteten ehemaligen Medoroboter, gerade lange genug, um bedrohlich zu wirken, der rotierende Bohraufsatz auf einem seiner Tentakel, schließlich ein Zoom zu den panisch aufgerissenen Augen. Perfekt.
Bis auf eine Kleinigkeit.
Der Mann trat zur Außenwand der verlassenen Lagerhalle, seiner Bühne für das kommende Spektakel. Während der Kamerafahrt war in dem Holo für einen winzigen Augenblick das Fenster zu sehen gewesen – samt der Bauten dahinter. Er aktivierte eine Steuerung und ließ eine Lamellenjalousie herabgleiten, die den Blick nach draußen vollständig versperrte.
Er kniete vor der Gefesselten nieder und stützte sich auf ihren Beinen ab. Diesmal lächelte er nicht. »Wir wollen es dem guten Perry Rhodan doch nicht zu einfach machen, nicht wahr?« Er tätschelte ihr den Oberschenkel. »Die Vorstellung kann beginnen. Ich glaube jedoch nicht, dass sie ihm gefallen wird. Vor allem dann nicht, wenn er dich schreien hört.«
Lian Taupin war unterwegs zum wohl bedeutendsten Mann der Menschheitsgeschichte – und hatte nicht die leiseste Ahnung, warum. Sie hauchte gegen die Seitenscheibe ihres Gleiters, zeichnete mit dem Finger ein Fragezeichen in den feinen Film aus Atemtröpfchen, betrachtete es ein paar Sekunden lang und wischte es weg.
Sie wandte den Blick nach vorn. Eine stilisierte Karte von Terrania lag als durchscheinende Projektion über der Frontscheibe. Darin blinkte ein grüner Punkt, neben dem der Autopilot die Zieladresse anzeigte. 746 Upper West Garnaru Road. Schicke Gegend, aber kreuzlangweilig. Keine Kultur, keine Bars. Wieso wohnte jemand wie Perry Rhodan ausgerechnet dort?
Falsche Frage, dachte sie. Weil unbedeutend. Die wichtigere lautet: Weshalb bestellt jemand wie Perry Rhodan ausgerechnet mich zu sich? Er kennt mich doch überhaupt nicht, um Himmels willen!
Der Gleiter schwebte über die Stadt, in der Geschwindigkeit und Höhe, die das Verkehrsleitsystem vorgab. Links und rechts, oben und unten huschten andere Transportmittel vorbei. Manche beförderten Lasten, in den meisten jedoch saßen Menschen – oder vergleichbare Lebewesen.
Wesen, die an dürre, tentakelumrankte Stangen erinnerten, umgeben von einer schlierigen, gelblichen Atmosphäre in einer fast völlig durchsichtigen Kapsel. Reptiloide hinter der Sichtscheibe eines pfeilförmigen Flitzers. Irgendwelche Energiewesen, die in dem grauen Nebel innerhalb einer transparenten Kugel nur zu erahnen waren, weil gelegentlich Blitze aufzuckten.
Touristen. Ganz Terrania wird noch zum Paradies für Alien-Touristen. Als gäbe es nicht schon genug Einwohner.
Das Häusermeer, das unter ihr dahinraste, bescherte ihr einen unangenehmen Schauer. Die Stadt erstreckte sich von Horizont zu Horizont, eine Mixtur schlichter Gebäude, hoch aufragender Türme, im Sonnenlicht funkelnder, gläsern wirkender Spindeln, imposanter Brücken und ausgedehnter Seen und Grünanlagen. Hundert Millionen Menschen und Angehörige anderer Sternenvölker wohnten im Großraum der wichtigsten Metropole auf der Erde.
Ein wahrer Moloch, der Lian das Gefühl gab, darin zu ersticken. Darum blieb sie am liebsten zu Hause. Ganz für sich allein, in der schier endlosen Freiheit fiktiver Szenarien.
Dennoch verdankte sie Terranias Einwohnern eine gewisse Popularität, zumindest in bestimmten Kreisen. Fast neunhunderttausend zahlende Kunden sahen ihr regelmäßig zu, wenn sie in die Hauptrollen interaktiver Trivid-Serien schlüpfte.
Als Abenteurerin erforschte sie auf fremden Planeten unterirdische Katakomben, als Pilotin rettete sie ein havariertes Raumschiff, als unerschrockene Ärztin bekämpfte sie die Ausbreitung einer Seuche oder als Sportlerin trat sie in den unterschiedlichsten Disziplinen gegen die besten Athleten an.
Lian, die Heldin. Zumindest für manche Kunden.

