Kitabı oxu: «Du deutsches Kind!»

Şrift:

Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Hebbel, Friedrich Rückert, Robert Reinick, Philipp Spitta

Du deutsches Kind!

Eine Gabe für unsere Jugend


Veröffentlicht im Good Press Verlag, 2021

goodpress@okpublishing.info

EAN 4064066115685

Inhaltsverzeichnis

Zum Tagewerk.

Der Vater und die drei Söhne.

Das Tischgebet.

Dem Vaterland.

Deutscher Rat.

Geschichte vom Nußknacker.

Der alte Landmann an seinen Sohn.

Der getreue Eckart.

Die beiden Pflugscharen.

Die beiden Äxte.

Sparbüchslein.

Wie Kaiser Karl Schulvisitation hielt.

Hurtig an die Arbeit.

Meister, Geselle und Lehrling.

Der Künstler und sein Sohn.

Die Pfirsiche.

Die treuen Brüder.

Der Bauer und sein Sohn.

Das Kind.

Das Kind am Brunnen.

Des Mägdleins Schmuck.

Der Jähzorn.

Eifer führt zum Ziel.

Einer für alle.

Der Schatzgräber.

Hoffnung.

Der beste Empfehlungsbrief.

Reinlichkeit.

Hermann Billings Berufung.

Wohltun macht Freunde.

Das Loch im Ärmel.

Der gekreuzte Dukaten.

Der Solnhofer Knabe.

Hans Lustig.

Fußnoten

Zum Tagewerk.

Inhaltsverzeichnis

Gehe hin in Gottes Namen greif dein Werk mit Freuden an! Frühe säe deinen Samen! Was getan ist, ist getan.

Sieh nicht aus nach dem Entfernten; was dir nah' liegt, mußt du tun. Säen mußt du, willst du ernten; nur die fleiß'ge Hand wird ruhn.

Müßigstehen ist gefährlich, heilsam unverdroßner Fleiß; und es steht dir abends ehrlich an der Stirn des Tages Schweiß.

Weißt du auch nicht, was geraten oder was mißlingen mag, folgt doch allen guten Taten Gottes Segen für dich nach.

Geh denn hin in Gottes Namen, greif dein Werk mit Freuden an! Frühe säe deinen Samen! Was getan ist, ist getan.

Philipp Spitta.

Der Vater und die drei Söhne.

Inhaltsverzeichnis

An Jahren alt, an Gütern reich, teilt' einst ein Vater sein Vermögen und den mit Müh erworb'nen Segen selbst unter die drei Söhne gleich. „Ein Diamant ist's,“ sprach der Alte, „den ich für den von euch behalte, der mittels einer edlen Tat darauf den größten Anspruch hat.“

Um diesen Anspruch zu erlangen, sieht man die Söhne sich zerstreu'n. Drei Monden waren kaum vergangen, so stellten sie sich wieder ein.

Drauf sprach der älteste der Brüder: „Hört! es vertraut' ein fremder Mann sein Gut ohn' einen Schein mir an; ich gab es ihm getreulich wieder. Sagt, war die Tat nicht lobenswert?“— „Du tat'st, mein Sohn, was sich gehört,“ ließ sich der Vater hier vernehmen; „wer anders tut, der muß sich schämen; denn ehrlich sein ist unsre Pflicht. Die Tat ist gut, doch edel nicht.“

Der zweite sprach: „Auf meiner Reise fiel einmal unachtsamerweise ein Kind in einen tiefen See.

Ich stürzt' ihm nach, zog's in die Höh und rettete dem Kind das Leben. Ein ganzes Dorf kann Zeugnis geben.“— „Du tatest,“ sprach der Greis, „mein Kind, was wir als Menschen schuldig sind.“


Der jüngste sprach: „Bei seinen Schafen war einst mein Feind fest eingeschlafen an eines tiefen Abgrunds Rand; sein Leben stand in meiner Hand. Ich weckt' ihn und zog ihn zurücke.“— „O,“ rief der Greis mit holdem Blicke, „Dein ist der Ring! Welch edler Mut, wenn man dem Feinde Gutes tut.“

M. G. Lichtwer.


Das Tischgebet.

Inhaltsverzeichnis

An der Tafel im Gasthaus zum goldnen Stern waren beisammen viel reiche Herrn. Vor ihnen standen aus Küch' und Keller gar lieblich lockend die Flaschen und Teller. Schon saßen sie da in plaudernden Gruppen, die Kellner reichten die dampfenden Suppen und mehr noch begann Gemüs' und Braten mit süßem Wohlgeruch zu laden.

Da kam zur Türe still herein ein Fremder mit seinem Töchterlein und setzte sich unten am langen Tisch, um auch zu kosten von Wein und Fisch. Oben klirrten die Löffel und Messer, klangen die Gläser und scherzten die Esser.

Da tönt auf einmal gar hell und fein eine Stimme in den Lärm hinein, wie wenn von fern ein Glöcklein klingt, wie wenn im Wald ein Vogel singt. Und wie auch der Strom der Rede rauscht, still wird es rings und jeder lauscht: der Krieger, der von den Schlachten erzählt, der Kaufmann, der über die Zölle geschmält, die Reisenden, die von Abenteuern gesprochen und von Ungeheuern, die Stutzer, die von Pferd und Wagen und Hunden und Moden so vieles sagen.

Und wie sie schauen nach dem Orte, von woher dringen die lieblichen Worte: mit gefalteten Händen das Mädchen steht und spricht sein gewohntes Tischgebet. Und wie beseelt von höherem Geist falten auch sie die Hände zumeist und horchen alle mit rechtem Fleiße auf des betenden Kindes Weise. Drauf setzt es sich nieder mit stiller Freude und achtet nicht auf all die Leute. Die aber, ergriffen im tiefsten Innern, mußten sich oft noch daran erinnern. Und mancher hat wieder gebetet fortan, was er schon lange nicht mehr getan.

Friedrich Güll.

Dem Vaterland.

Inhaltsverzeichnis

Das ist ein hohes, helles Wort, Dem Vaterland! das hallt durch unsre Herzen fort wie Waldesrauschen, Glockenklang, Drommetenschmettern, Lerchensang; das fällt, ein Blitz, in unsre Brust, zu heil'ger Flamme wird die Lust! Dem Vaterland!

Dem Vaterland! Das Wort gibt Flügel dir, o Herz. Flieg auf, flieg auf, schau niederwärts die Wälder, Ströme, Tal' und Höhn; o deutsches Land, wie bist du schön! Und überall klingt Liederschall und überall ein Widerhall: Dem Vaterland!

Dem Vaterland! Das seinen Töchtern hat beschert der keuschen Liebe stillen Herd, das seinen Söhnen gab als Hort die freie Tat, das treue Wort, das feiner Ehren blanken Schild zu wahren allzeit sei gewillt,— dem Vaterland!


Dem Vaterland! O hohes Wort, o helles Wort, du tön' für alle Zeiten fort wie Waldesrauschen, Glockenklang, Drommetenschmettern, Lerchensang! zu heil'ger Flamme weih' die Lust, so lange schlägt die deutsche Brust dem Vaterland! Heil dir, Heil dir, du deutsches Land!

Robert Reinick.

Deutscher Rat.

Inhaltsverzeichnis

Vor allem eins, mein Kind: Sei treu und wahr, laß nie die Lüge deinen Mund entweih'n! Von alters her im deutschen Volke war der höchste Ruhm, getreu und wahr zu sein.

Du bist ein deutsches Kind, so denke dran; noch bist du jung, noch ist es nicht so schwer. Aus einem Knaben aber wird ein Mann; das Bäumchen biegt sich, doch der Baum nicht mehr.

Sprich ja und nein und dreh' und deutle nicht! Was du berichtest, sage kurz und schlicht; was du gelobest, sei dir höchste Pflicht! Dein Wort sei heilig, drum verschwend' es nicht!

Leicht schleicht die Lüge sich ans Herz heran; zuerst ein Zwerg, ein Riese hintennach; doch dein Gewissen zeigt den Feind dir an, und eine Stimme ruft in dir: „Sei wach!“

Dann wach' und kämpf', es ist ein Feind bereit: Die Lüg' in dir, sie drohet dir Gefahr. Kind! Deutsche kämpften tapfer allezeit. Du, deutsches Kind, sei tapfer, treu und wahr!

Robert Reinick.


Geschichte vom Nußknacker.

Inhaltsverzeichnis

Zwei Knaben hatten im Walde Haselnüsse gepflückt, saßen unter den Stauden und wollten Nüsse essen; aber keiner hatte sein Messerlein bei sich, und mit den Zähnen konnten sie sie nicht aufbeißen. Da jammerten sie sehr und sagten: „Ach, käme doch nur jemand, der uns unsre Nüsse aufknacken wollte!“ Kaum gesagt, so kam ein kleines Männlein durch den Wald einher gezogen. Aber wie sah das Männlein aus? Es hatte einen großen, großen Kopf, an dem ein langer, steifer Zopf bis an die Ferse herabhing, eine goldene Mütze, ein rotes Kleid und gelbes Höslein. Indem es nun so einhertrippelte, brummte es das Liedlein:


„Heiß, heiß, beiß, beiß Hans heiß' ich, Nüsse beiß' ich; geh' gern in den grünen Wald, wenn die Nuß vom Strauche fallt; mach's dem lust'gen Eichhorn nach, knack' und nag' den ganzen Tag!“

Die Knaben mußten sich schier zu Tode lachen über den kleinen, drolligen Burschen, den sie für ein Waldzwerglein hielten. Sie riefen ihm zu: „Wenn du Nüsse beißen willst, so komm her und knack' uns diese auf, damit wir sie essen können!“ —Da brummte das Männlein in seinen langen weißen Bart:

„Hansl heiß' ich, Nüsse beiß' ich; hab' ich aber mich beflissen, euch ein Dutzend aufgebissen, gebt mir zum Lohn ein paar davon!“

„Ja, ja!“ schrien die Buben, „du kannst mitessen, knacke nur fleißig auf.“—Das Männlein stellte sich zu ihnen hin—denn am Sitzen hinderte es sein steifer Zopf—und sprach:

„Hebet auf den langen Zopf, schiebt die Nuß in meinen Kropf, drücket nieder und so fort, schnell ist jede Nuß durchbohrt.“


Also taten sie, und hörten das Lachen nicht auf, wenn sie den Kleinen immer beim Zopfe nehmen mußten und nach jedem tüchtigen Knack die Nuß aus dem Munde sprang. Bald waren alle Nüsse aufgebissen, und das Männlein brummte:

„Heiß, heiß, beiß, beiß, will meinen Lohn nun auch davon!“

Der eine der Knaben wollte nun dem Männlein den versprochenen Lohn spenden; der andere aber, ein böser Bube, hinderte ihn daran, indem er sprach: „Warum willst du dem Bürschlein von unsern Nüssen geben? Wir wollen sie allein essen. Geh nur fort jetzt, Nußbeißer, und suche dir deine Nüsse selbst!“

Da ward das Nußbeißerlein gewaltig erzürnt und brummte:

„Gibst du mir keine Nuß, so machst du mir Verdruß; ich nehme dich beim Schopf und beiß' dir ab den Kopf!“

Da lachte der böse Bube und sagte: „Du mir den Kopf abbeißen? Mache lieber, daß du fortkommst, sonst laß' ich dich mein Haselstaudengertlein fühlen!“ Zugleich drohte er mit seinem Stöcklein; der Nußknacker wurde ganz rot vor Zorn, hob sich mit einem Händchen den Zopf auf, schnappte wie ein Fisch im Wasser und—knack— der Kopf war weg.

Das ist die Geschichte von dem ersten Nußknacker. Habt wohl acht, Kinder, daß euch die Köpfe oder wenigstens die Fingerlein nicht abgebissen werden; denn wie ihr Ahnherr, so machen auch die Enkel und Urenkel des Nußknackergeschlechts mit bösen Kindern nicht lange Federlesens!

F. v. Pocci.

Mövcud deyil
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Yaş həddi:
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Litresdə buraxılış tarixi:
17 yanvar 2025
Həcm:
75 səh. 42 illustrasiyalar
ISBN:
4064066115685
Naşir:
Müəllif hüququ sahibi:
Bookwire
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