Kitabı oxu: «Dari - Wort für Wort (für Afghanistan)»

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Inhalt

Vorwort

Afghanistan ist wieder in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit geraten. Das Land hat außer den Taliban, Minen und Kriegszerstörungen aber noch eine ganze Menge zu bieten. Da sind zunächst einmal die Afghanen selber. Afghanen sind ungemein gastfreundlich, und Sie als Reisender sind für jeden Afghanen ein Gast in seinem Land. Viele Afghanen schämen sich für die Kriegszerstörungen in ihrem Land und die negative Berichterstattung in den internationalen Medien nach dem 11. September 2001.

Mit ein paar einfachen Worten auf Dari wie „Bitte“ und „Danke“ machen Sie jedem Afghanen schon eine große Freude, denn damit zeigen Sie ihm, dass Sie ihn, sein Land und seine Kultur ernst nehmen, respektieren und nicht nur an Taliban, Minen und Kriegszerstörungen interessiert sind. Sie können aber noch viel mehr lernen als nur „Bitte“ und „Danke“.

Mit ein bisschen Fleiß, Mut, Humor und Übung gewinnen Sie über die Sprache einen direkten, unverfälschten Zugang zu diesem wunderschönen Land und seiner Bevölkerung.

Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg!

Florian Broschk & Abdul Hasib Hakim

Begleitendes Tonmaterial

Zu diesem Buch ist zusätzlich ein AusspracheTrainer als MP3-Download erhältlich unter

https://www.reise-know-how.de/produkte/kauderwelsch-aussprachetrainer-und-audio/aussprachetrainer-dari-fuer-afghanistan-mp3-1241

Auch erhältlich auf Audio-CD unter

https://www.reise-know-how.de/produkte/kauderwelsch-aussprachetrainer-und-audio/aussprachetrainer-dari-fuer-afghanistan-audio-cd

Der AusspracheTrainer enthält alle Sätze und Redewendungen, die in diesem Buch mit einem O markiert sind.

Hörproben: In ausgewählten Kapiteln im Konversationsteil dieses Buches können Sie sich unter den dort angegebenen Links Ausschnitte aus dem AusspracheTrainer anhören.

Hinweise zur Benutzung

Der Kauderwelsch-Band „Dari für Afghanistan” ist in drei wichtige Abschnitte gegliedert:

Die Grammatik beschränkt sich auf das Wesentliche und ist so einfach gehalten wie möglich. Deshalb sind auch nicht sämtliche Ausnahmen und Unregelmäßigkeiten der Sprache erklärt. Wer nach der Lektüre gerne noch tiefer in die Grammatik eindringen möchte, findet im Anhang einige Tipps zum Weiterlernen. Natürlich kann man die Grammatik auch überspringen und sofort mit dem Konversationsteil beginnen. Wenn dann Fragen auftauchen, kann man immer noch in der Grammatik nachsehen.

Konversation: In diesem Teil finden Sie Sätze aus dem Alltagsgespräch, die Ihnen einen ersten Eindruck davon vermitteln sollen, wie Dari „funktioniert” und die Sie auf das vorbereiten sollen, was Sie später in Afghanistan hören werden.

Jede Sprache hat ein typisches Satzbaumuster. Um die sich vom Deutschen unterscheidende Wortfolge der Sätze auf Dari zu verstehen, ist die Wort-für-Wort-Übersetzung in kursiver Schrift gedacht. Jedem Dari-Wort entspricht ein Wort in der Wort-für-Wort-Übersetzung. Wird ein Dari-Wort im Deutschen durch zwei Wörter übersetzt, werden diese zwei Wörter in der Wort-für-Wort- Übersetzung mit einem Bindestrich verbunden:

mê·châh·am nân be·char·am.

(ich)will Brot dass-(ich)kaufe

Ich möchte Brot kaufen.

Werden in einem Satz mehrere Wörter angegeben, die man untereinander austauschen kann, steht ein Schrägstrich zwischen diesen:

chaßta / goroßna / teschna schod·am.

müde / hungrig / durstig (ich)wurde

Ich bin müde / hungrig / durstig.

Mit Hilfe der Wort-für-Wort-Übersetzung können Sie bald eigene Sätze bilden. Sie können die Beispielsätze als Fundus von Satzschablonen und -mustern benutzen, die Sie selbst Ihren Bedürfnissen anpassen. Mit einem kleinen bisschen Kreativität und Mut können Sie sich neue Sätze „zu-sammenbauen”, auch wenn das Ergebnis nicht immer grammatikalisch perfekt ausfällt.

Die Wörterlisten am Ende des Buches helfen Ihnen dabei. Sie enthalten einen Grundwortschatz von je ca. 1000 Wörtern Deutsch–Dari und Dari– Deutsch, mit denen man schon eine ganze Menge anfangen kann.

Die Rubrik „Das Wichtigste im Überblick“ am Ende dieses Buches hilft, die wichtigsten Sätze und Formulierungen stets parat zu haben. Einfach die gewünschte Satzkonstruktion mit dem entsprechenden Vokabular aus den einzelnen Kapiteln kombinieren. Wenn alles nicht mehr weiterhilft, dann ist vielleicht das Kapitel „Nichts verstanden? – Weiterlernen!” der richtige Tipp mit Formulierungen wie z. B. „Ich habe leider nicht verstanden“ oder „Wie bitte?“.

Land & Sprache

Dari ist eine indoeuropäische Sprache und gehört zu den iranischen Sprachen. Vielen Dari-Wörtern merkt man noch ihre indoeuropäische Herkunft an, z.B. padar (Vater), mâdar (Mutter), berâdar (Bruder). Nach der Eroberung durch die muslimischen Araber und der Bekehrung zum Islam sind viele arabische Wörter ins Dari übernommen worden, oft gibt es für einen Begriff mehrere Vokabeln, eine arabische, eine persische und nicht selten noch eine paschtunische. In der Moderne sind Lehnwörter aus dem Englischen und Russischen übernommen worden.

Dari ist sehr eng mit dem modernen iranischen Persisch (fârsî) verwandt, oft wird es auch als afghanisches Persisch bezeichnet. Die Unterschiede liegen vor allem in der Aussprache, außerdem werden viele Vokabeln abweichend verwendet, die Grammatik ist dagegen weitgehend gleich.

Auch Tadschikisch, das in Afghanistans nördlichem Nachbarstaat Tadschikistan gesprochen wird, ist sehr eng verwandt. Iraner, Tadschiken und Afghanen verstehen sich untereinander, aber nicht ganz problemlos.

Dari und Fârsî werden mit einer etwas abgewandelten arabischen Schrift geschrieben, zu der vier Buchstaben hinzugefügt wurden, um die Laute p, g, j und tsch (die es im Arabischen nicht gibt) darzustellen.

In Afghanistan gibt es verschiedene Ethnien mit verschiedenen Sprachen. Dari ist die Muttersprache von nur ungefähr der Hälfte der ca. 20 Millionen Afghanen. Geographisch erstreckt sich das Verbreitungsgebiet der Dari-Sprecher über das Zentrum und den nördlichen Teil Afghanistans. Auch in den großen Städten wie Kabul, Herat, Kunduz, Feyzabad oder Mazar-e Sharif wird Dari gesprochen.

Dari als Muttersprache sprechen vor allem Tadschiken, Hazara, Aimaq und Farsiwan, aber auch einige Paschtunen, vor allem in den Städten.

Die Paschtunen, die größte einzelne Ethnie, die ca. 40 % der Bevölkerung ausmachen, leben vor allem im Süden und Osten des Landes. Sie sprechen eine eigene Sprache, das Paschto (Kauderwelsch Band 91). Paschto und Dari sind sprachwissenschaftlich zwar miteinander verwandt, aber doch sehr unterschiedliche Sprachen. Im Norden und Nordwesten Afghanistans leben Usbeken (ca. 8 % der Gesamtbevölkerung) und Turkmenen (ca. 3 %). Auch sie sprechen ihre eigenen Sprachen, die mit dem Türkischen verwandt sind. Daneben gibt es noch einige kleinere Ethnien mit zum Teil eigenen Sprachen. Weil historisch die Sprache der Gebildeten jedoch immer Persisch war und nicht zuletzt, weil Dari im Gegensatz zum Paschto und den türkischen Sprachen so einfach zu lernen ist, ist es in ganz Afghanistan Verkehrssprache. Das bedeutet, auch Usbeken, Paschtunen und Turkmenen sprechen außerhalb ihrer eigenen Siedlungsgebiete Dari, und der Ausländer, der sich im ganzen Land verständigen können will, tut gut daran, Dari zu lernen.

Innerhalb des Dari gibt es natürlich auch verschiedene Dialekte, die von Region zu Region verschieden sind. In diesem Buch werden wir uns an der Kabuler Aussprache orientieren, die in ganz Afghanistan als Standard gilt.

Karte von Afghanistan


Das Alphabet

Eines vorweg: das Dari-Alphabet ist gar nicht so schwierig, wie es zunächst vielleicht aussieht. Es ist eine Buchstabenschrift, keine Silben- oder gar Wortzeichenschrift, beruht also auf demselben System wie unsere Schrift. Nur dass die Buchstaben halt etwas anders aussehen, aber daran kann man sich schnell gewöhnen, wenn man das System verstanden hat. Nur Mut und etwas Geduld, dann klappt’s auch mit der „Würmchenschrift“!

Das Dari-Alphabet besteht aus 32 Buchstaben. Diese werden von rechts nach links geschrieben und innerhalb eines Wortes miteinander verbunden. Es gibt aber auch Buchstaben, bei denen das nicht geht, dazu später.

Durch die Buchstabenverbindungen ergibt sich, dass ein Buchstabe verschiedene Formen annimmt, je nachdem ob er am Anfang, im Inneren oder am Ende eines Wortes steht. In den meisten abgeleiteten Formen kann man aber noch gut die Grundform erkennen.

Viele Buchstaben bestehen eigentlich aus derselben Form und unterscheiden sich nur durch Punkte, die über bzw. unter die Form gesetzt werden. Daher ist es wichtig, dass man genau hinschaut, wie viele Punkte über oder unter dem Buchstaben stehen.

Groß- und Kleinschreibung gibt es nicht. Buchstaben, die doppelt vorkommen, werden trotzdem nur einmal geschrieben.

Es gibt ein paar Sonderregeln, die wir am Ende des Kapitels erklären, aber diese beherrschen viele Afghanen selber nicht so ganz. Wenn man die Schrift nur für den Alltagsgebrauch kennen lernen möchte, braucht man sich damit gar nicht auseinanderzusetzen.

Selbstlaute (Vokale) & Zwielaute (Diphthonge)

Es gibt drei lange und drei kurze Vokale. Die kurzen Vokale werden grundsätzlich nicht geschrieben, außer wenn sie am Wortanfang stehen sowie auch das kurze a am Wortende (im Dari in Form des Buchstabens h). Die langen Vokale werden dagegen immer geschrieben, allerdings können die Buchstaben für ê und û auch für einen Selbstlaut (y / w) oder für einen Zwielaut, also einen Doppelselbstlaut (au / ey) stehen. Das bedeutet natürlich, dass, wenn man ein Wort gar nicht kennt, man seine genaue Aussprache, besonders die kurzen Vokale, nur erraten kann. Eine Faustregel gibt es dafür leider nicht! Erkennt man aber das Wort, so steht natürlich auch die Aussprache fest.

Aus den Beispielen geht auch hervor, dass die Unterscheidung zwischen langen und kurzen Vokalen entscheidend für die Bedeutung des Wortes sein kann!

lange Vokale


â wie in „Badezimmer“, aber mit einem leichten Anklang von „o“
bâd (Wind)
ê wie in „Heer” (in manchen Wörtern wie ein langes „î“ ausgesprochen!)
ßêr (satt)
û wie in „nur”
pûr (Sohn)
kurze Vokale
a wie in „bald”
bad (schlecht)
e wie in „nett”
ßer (Geheimnis)
o wie in „Torte”
por (voll)
Zwielaute (Diphthonge = Doppelvokale)
au wie in „Raum”
ßaur (Monatsname: April / Mai)
ey wie im umgangssprachlichen „ey!”
gheyr (nicht, außer)

Manche Buchstaben werden je nach Wortposition anders ausgesprochen und auch auf andere Art mit dem Buchstaben links davon verbunden. Da dies ein Sprachführer ist, wird jedoch im Weiteren nicht näher auf die Regeln für das Verbinden der Schrift eingegangen. Hier die verschiedene Aussprachevarianten je nach Position im Wort für die nachfolgenden Grundformen (GF):


GF Aussprache Wortende wortintern Wortanfang
Wortanfang: a, e oder o wenn â:
Wortinneres â (kann nicht nach links verbunden werden)
als Selbstlaut é wenn û:
als Zwielaut au (kann nicht nach links
als Mitlaut w verbunden werden)
(s. Mitlaut-Tabelle)
als Selbstlaut ê
als Zwielaut ey als Mitlaut y (s. Mitlaut-Tabelle) wenn ê:

Ob die beiden letzten Schriftzeichen jeweils einen Selbstlaut, einen Zwielaut oder einen Mitlaut darstellen, kann man am Schriftbild nicht erkennen.

Mitlaute (Konsonanten)

Für manche Laute (t, ß, h, z) gibt es mehrere Buchstaben (Grundformen = GF). Welcher dieser Buchstaben jeweils verwendet wird, ist vokabelmäßig festgelegt. Als Anfänger blamiert man sich aber auch nicht, wenn man den falschen Buchstaben verwendet. Die betreffenden Wörter sind vielfach arabische Fremdwörter und werden im Arabischen unterschiedlich ausgesprochen, nicht aber im Dari.

Die Aussprache von Lauten, die mit einem Sternchen * versehen sind, wird weiter unten im Abschnitt „Erklärungsbedürftige Laute“ näher er-läutert.


GF Laut Wortende wortintern Wortanfang
b
p
t
ß*
dsch
tsch
h*
ch*
d (kann nicht nach links
verbunden werden)
z* (kann nicht nach links
verbunden werden)
(kann nicht nach links
verbunden werden)
r* (kann nicht nach links
verbunden werden)
j* (kann nicht nach links
verbunden werden)
sch
’*
gh*
f
q*
k
g
l
m
n
w* (kann nicht nach links
verbunden werden)
y*

erklärungsbedürftige Laute

Manche Buchstaben im Dari entsprechen im Deutschen einer Buchstabenkombination, z. B. sch, dsch, tsch. Es gibt für uns jedoch keine Probleme, diese Kombination auszusprechen, wir müssen uns nur daran gewöhnen, dass im Dari dafür nur ein Buchstabe steht.


Laut Aussprache Beispiel
ß stimmloses „ss“ wie in „wissen“ beßyâr (viel, sehr)
h wird immer gesprochen,ist kein Dehnungszeichen! mehrabân (nett)
der Buchstabe (bzw. ) am Wortende steht jedoch für ein kurzes a châna (Haus)
ch wie in „wach“ (nie weich wie in „ich“) chânom (Frau)
z stimmhaftes „s“ wie in „Rose“ zêbâ (schön)
r gerolltes Zungenspitzen-R rûz (Tag)
j stimmhaft wie in „Journalist“ jâla (Hagel)
’ Stimmabsatz, ist nur als kurze Unterbrechung im Sprechfluss hörbar ba’d (nach, danach)
gh wie ein weit hinten im Rachen geriebenes „rheinländisches“ R ghezâ (Essen, Speise)
q weit hinten im Rachen gebildetes kehliges „k“ qâschoq (Löffel)
w mit gerundeten Lippen gebildetes „w“ (wie in engl. „water“) waqt (Zeit)
y wie deutsches „j“ in „Jahr“ yâ (oder)

Die Aussprache von gh und q bedarf etwas Übung, denn etwas Vergleichbares gibt es im Deutschen nicht. Das Zungenspitzen-r ist auch so eine Sache: Manche können es, andere lernen es nie, das geht aber auch einigen Afghanen so.

Die Aussprache von ’ ist dagegen für uns kein Problem. Wir kennen diesen Laut im Deutschen nur nicht als eigenen Buchstaben. Aber verdeutlichen Sie sich mal den Unterschied zwischen „verreisen“ und „vereisen“: Beim zweiten Wort machen wir nach dem „r“ auch eine kurze

Pause, und die entspricht genau dem betreffenden Buchstaben im Dari.

Buchstaben, die nicht (nach links) verbunden werden können

Manche Buchstaben können nicht mit dem nachfolgenden (also links davon geschriebenen) Buchstaben verbunden werden. Dort setzt man also wieder neu mit der Anfangsform an, obwohl der Buchstabe im Wortinneren steht. Um deutlich zu machen, dass es kein neuer Wortanfang ist, sollte man den Abstand aber nicht zu groß werden lassen.

Das Wort „Afghanistan“ (afghânestân) besteht im Dari-Schreibsystem aus folgenden Komponenten: kurzes a am Wortanfang (nicht verbunden) + f + gh + langes â im Wortinneren (geschrieben wie kurzes a am Wortanfang, nicht verbunden) + n + (kurzes e im Wortinneren, wird nicht geschrieben) + ß + t + langes â im Wortinneren (nicht verbunden) + n


In der Grundform sieht das dann so aus:
Und mit den richtigen Formen so:
Zusammen geschrieben:

Als zweites praktisches Beispiel der Name der Hauptstadt Kabul (kâbol):

k + langes â im Wortinneren (nicht verbunden) + b + (kurzes o, wird nicht geschrieben) + l


In der Grundform sieht das dann so aus:
Und mit den richtigen Formen so:
Zusammen geschrieben:

Ist doch gar nicht so schwierig, oder? Wer sich tiefer mit der Schrift auseinandersetzen möchte, muss noch ein paar Sonderregeln und Ausnahmen beherzigen. Die wichtigsten stellen wir hier vor. Für den Alltagsgebrauch kann man aber gerne darauf verzichten.

Sonderregeln

Für den ’-Laut gibt es eigentlich zwei Buchstaben, einmal den, den wir oben kennen gelernt haben, und einen anderen, der gar kein richtiger Buchstabe ist und selten vorkommt. Er sieht so aus: , steht aber fast nie allein, sondern „reitet“ auf einem langen Vokal Dieser wird dann nicht als langer Vokal ausgesprochen, weil er ja nur der Trägerbuchstabe ist. Besonders häufig sitzt er auf einem ê, das sieht dann z. B. so aus: e’telâf (Koalition).

Am Ende eines Wortes kommt mitunter die Endung vor, d. h. ein langes â mit zwei parallelen Strichen davor. Das wird aber -an ausgesprochen.

Zum Beispiel: taqriban (ungefähr).

Dann gibt es noch Buchstabenverbindungen, bei denen zwei Buchstaben etwas ungewöhnlich miteinander verbunden werden. In der Handschrift gibt es eine große Anzahl davon. Die wichtigste dieser so genannten Ligaturen ist die (auch im Buchdruck obligatorische) Verbindung lâ von l und . Daraus wird am Wortanfang das Zeichen , während es am Wortende so aussieht: (nicht verbunden). Beispiele: lâla (Tulpe), maßalân (zum Beispiel).

Wer jetzt noch weiter in das Schriftsystem einsteigen möchte, braucht vor allem eines: Übung. Am besten kann man mit einem Muttersprachler üben. Wenn man schon im Land ist, wird man sicherlich Gelegenheit dazu finden. Es gibt aber auch Lehrwerke, die sich stärker mit der Schrift beschäftigen und Übungen und Lesetexte beinhalten. Sehen Sie sich dazu die Literaturhinweise an.

Betonung

Die Betonung ist im Dari nicht ganz regelmäßig, aber auch nicht entscheidend. Eine gute Faustregel ist: alle Wörter außer Tätigkeitswörtern (Verben) werden auf der letzten Silbe betont, Tätigkeitswörter dagegen auf der ersten Silbe.

Noch ein Tipp zur Aussprache: Afghanen sprechen etwas „kräftesparender“ als wir Europäer. Um den typisch afghanischen Tonfall zu treffen, sollte man versuchen, beim Sprechen den Unterkiefer so wenig wie möglich zu bewegen und die Wangenmuskulatur locker zu lassen. Richtig afghanisch wird die Aussprache, wenn man dann noch die Wörter aneinander bindet.

Wörter, die weiterhelfen

Wo ist ... ? – ... kodschâ aßt?

hûtal / reßtorân / mehmânchâna kodschâ aßt?

Hotel / Restaurant / Gästehaus wo ist

Wo ist ein Hotel / Restaurant / Herberge?

taschnâb kodschâ aßt?

Toilette wo ist

Wo gibt es eine Toilette?

Diese Wörter können Sie nach Bedarf unverändert in die Sätze einsetzen.


takßê Taxi
ßefârat Botschaft
dâktar Arzt
schaffâchâna Krankenhaus
pûlêß Polizei
maidân-e hawâ’ê Flugplatz

Mögliche Antworten können sein:


daßt-e tschap links
daßt-e râßt rechts
moßtaqêm geradeaus
rû ba rû-ye gegenüber
poscht-e hinter
pêsch-e vor
êndscha hier
ândscha dort
nazdêk nahe
dûr weit entfernt

Haben Sie ... ? – ... dârêd?

chûrdanê / nûschêdanî dâr·êd?

Essen / Getränk (ihr)habt

Haben Sie etwas zu essen / zu trinken?

otâq dâr·êd?

Zimmer (ihr)habt

Haben Sie ein Zimmer?


balê ja
ne nein
în dieses
ân jenes

qeymat-e ân tscheqadr aßt?

Preis-von jenes wie-viel ist

Wie viel kostet das?

bâ edschâza-ye schomâ?

mit Erlaubnis-von Ihr

Darf ich … ?

Immer, wenn man etwas tun möchte, das einen anderen angeht (z. B. ein Gespräch unterbrechen oder an jemandem vorbei gehen), und man ist sich nicht ganz sicher, ob das jetzt höflich ist, kann man den anderen mit bâ edschâza-ye schomâ? pro forma um seine Erlaubnis bitten und dann, ohne die Antwort abzuwarten, das tun, was man vorhatte.

mê·tawân·êd ba man komak be·kon·êd?

(ihr)könnt zu ich Hilfe dass-(ihr)macht

Können Sie mir helfen?


bebachschêd Entschuldigung
lotfan bitte (als Bitte)
taschakkor danke
châhesch mêkonam bitte (als Antwort)

Hauptwörter

Dari ist gar keine schwierige Sprache. Gerade weil es so einfach ist und man die Grundzüge schnell lernen kann, dient es in Afghanistan als überregionale Verkehrssprache. Das heißt, mit Dari werden Sie überall in Afghanistan verstanden. Und niemand verlangt von ihnen, dass Sie die Grammatik beherrschen. Das tun selbst viele Afghanen nicht, gerade weil es oft nicht ihre Muttersprache ist. An einen kreativen Umgang mit der Grammatik ist man also gewöhnt.

Als Journalist, Entwicklungshelfer oder Soldat – egal aus welchem Grund Sie nach Afghanistan reisen, mit ein paar holprigen Sprachkenntnissen und dem nötigen Schuss Humor (man darf auch einmal über sich selber lachen, wenn es denn partout nicht mit der Verständigung klappen will) gewinnen Sie nicht nur einen viel besseren Eindruck vom Land, sondern auch die herzliche Zuneigung der Menschen. Nicht zuletzt deshalb, weil Sie sich äußerst positiv von all den Ausländern abheben, die nur auf Englisch mit der Bevölkerung kommunizieren können oder wollen und die in der Regel nicht englischsprachigen Afghanen damit beschämen.

Wenn Sie diesen Sprachführer zur Hand genommen haben, haben Sie bereits den ersten Schritt unternommen. Nun müssen Sie sich noch ein bisschen Zeit nehmen und die eine oder andere Vokabel auswendig lernen.

Das Wichtigste kann ihnen jedoch auch dieser Sprachführer nicht abnehmen: Versuchen Sie, soviel wie möglich zu sprechen!

Gerade wenn Sie nur ein paar Brocken Dari beherrschen, benutzen Sie diese immer und immer wieder! Sie werden merken, wie schnell man einfache Sätze bilden kann und seinerseits lernt, Dari zu verstehen. Haben Sie Mut und schämen Sie sich nicht, fürchten Sie sich vor allem nicht, auch mal einen Fehler zu machen.

Im Dari werden keine grammatischen Geschlechter unterschieden, es gibt also keine Unterscheidung in männliche und weibliche Formen.

Es gibt auch keinen bestimmten Artikel (der, die, das). Die Unbestimmtheit eines Wortes kann durch Anhängen eines -ê oder das vorgestellte Zahlwort yak verdeutlicht werden. Ansonsten ergibt sich die Bestimmtheit eines Wortes aus dem Zusammenhang:


mûtar das Auto / ein Auto
yak mûtar (genau) ein Auto
mûtar-ê (irgend)ein Auto

mûtar-e hamkâr-e man charâb aßt.

Auto-von Mitarbeiter-von ich kaputt ist

Das Auto von meinem Mitarbeiter ist kaputt.

pêsch-e châna-ye man mûtar-e charâb aßt.

vor-von Haus-von ich Auto-von kaputt ist

Vor meinem Haus ist ein kaputtes Auto.

Mehrzahl (Plural)

Es gibt im Dari zwei Anfügungen, mit denen man aus einem Wort die Mehrzahl bilden kann. Die öfter vorkommende ist die Endsilbe -hâ.


mûtar Auto
mûtar-hâ Autos
batscha Junge
batscha-hâ Jungen

Für einige (aber nicht alle!) Lebewesen, sowie paarweise vorkommende Körperteile wird die Endsilbe -ân gebraucht. Endet das Wort auf ein kurzes -a, wird daraus ein -gân.


mard Mann
mard-ân Männer
tâleb Koranschüler
tâleb-ân Koranschüler (Mz)
tschaschm Auge
tschaschm-ân Augen
newêßanda Schriftsteller
newêßanda-gân Schriftsteller (Mz)

Daneben gibt es für viele Wörter arabischer Herkunft unregelmäßige Mehrzahlbildungen, die man jedoch nur im gehobenen Sprachgebrauch beherrschen muss.


tefl Kind
atfâl Kinder

Nach Zahlenangaben stehen die Wörter immer in der Einzahl:

yak châna

ein Haus

bêßt-o-pandsch châna

zwanzig-und-fünf Haus

fünfundzwanzig Häuser

Als Ausländer kann man auch einfach immer ein -hâ anfügen, das ist zwar nicht ganz korrekt, wird aber verstanden.

Verbindungs-e

Das Verbindungs-e ist für das Dari typisch, wichtig und kommt oft vor. Wörter, die nach afghanischem Sprachgefühl zusammengehören, werden im Dari mit einem Verbindungs-e verbunden. Dabei handelt es sich vor allem um ein Besitzverhältnis oder ein angeschlossenes Eigenschaftswort (Adjektiv). Das Verbindungs-e wird in diesem Buch immer mit -von übersetzt.

ketâb-e man

Buch-von ich

mein Buch

ketâb-e dschâleb

Buch-von interessant

das / ein interessantes Buch

ketâb-e dschâleb-e man

Buch-von interessant-von ich

mein interessantes Buch

Endet das Wort, an das ein Verbindungs-e angeschlossen wird, auf einen Selbstlaut (Vokal), wird das -e zu -ye.

châna-ye man

Haus-von ich

mein Haus

châna-ye bozorg

Haus-von groß

das / ein großes Haus

châna-ye bozorg-e hamsâya-ye berâdar-e kalân-e man

Haus-von groß-von Nachbar-von Bruder-von groß-von ich

Das große Haus des Nachbarn meines großen Bruders

Man kann mit dem Verbindungs-e beliebig viele Wörter verbinden. Dabei ist die Wortreihenfolge umgekehrt zum Deutschen: das, um was es geht, steht zuerst, dann kommen die nachfolgenden Informationen.

Wörter, die mit Verbindungs-e verbunden sind, gehören zusammen, das heißt, es können keine anderen Satzteile zwischen sie gesetzt werden. Das einzige, was man dazwischen schieben kann, ist ein hinweisendes Fürwort:

dokkân-ye bozorg-e ên mard

Laden-von groß-von dieser Mann

der große Laden dieses Mannes

takßî-ye charâb-e ên derîwer

Taxi-von kaputt-von dieser Fahrer

das kaputte Taxi dieses Fahrers

Beugung

Dem Deutschen Genitiv (wessen?) entspricht im Dari das Verbindungs-e:

ßêb-e tefl

Apfel-von Kind

Der Apfel des Kindes

Wem-Fall

Der deutsche Dativ (wem?) wird mit dem Verhältniswort ba (zu) ausgedrückt.

ba tefl ßêb dâd.

zu Kind Apfel (er)gab

Er gab dem/einem Kind einen Apfel.

ba padar dschawâb dâd.am.

zu Vater Antwort (ich)gab

Ich antwortete dem Vater.

Wen-Fall (die Partikel râ)

Der Akkusativ (wen?) ist im Dari etwas komplizierter. Hier ist es wichtig, zwischen bestimmten und unbestimmten Objekten zu unterscheiden. Unbestimmte Objekte sind problemlos, sie erhalten keinerlei Zusätze bzw. Kennzeichnungen.

Handelt es sich jedoch um ein bestimmtes Objekt, muss nach dem Akkusativobjekt die Partikel râ folgen. Ein Objekt ist insbesondere dann bestimmt, wenn es durch ein hinweisendes Fürwort oder ein Besitzverhältnis näher bestimmt ist.

ketâb chând.

Buch (er)las

Er las ein Buch.

ketâb râ chând.

Buch best.-Akk. (er)las

Er las das Buch.

ên ketâb râ chând.

dieses Buch best.-Akk. (er)las

Er las dieses Buch.

ketâb-e man râ chând.

Buch-von ich best.-Akk. (er)las

Er las mein Buch.

Für ein râ muss es sich also um ein Akkusativobjekt handeln (Faustregel: etwas wird zum Objekt einer Handlung), und dieses muss bestimmt sein.

Man kann es sich auch so merken, dass viele Verben, bei denen etwas zum Objekt der Handlung gemacht wird (etwas wird gesehen, gegessen, gebaut, zerstört) „râ-verdächtig“ sind. Wenn das Objekt nun auch noch bestimmt ist, muss ein râ folgen. Ist aber eine der beiden Bedingungen nicht erfüllt, darf kein râ gesetzt werden.

to râ dêd·am.

du best.-Akk. (ich)sah

ich sah dich

aber:

ba to goft·am

zu du (ich)sagte

ich sagte dir

ghezâ râ churd.

Essen best.-Akk. (er)aß

Er aß das Essen.

aber:

ghezâ churd.

Essen (er)aß

Er aß.

râ bezieht sich immer auf das ganze Objekt (mit allen Eigenschaften), steht also immer am Ende einer Verbindung von Wörtern.

ketâb-e nau-e dschâleb-at râ hanuz na·chând·ê?

Buch-von neu-von interessant-dein best.-Akk. noch nicht-(du)last

Hast du dein interessantes, neues Buch noch nicht gelesen?

Hinweisende Fürwörter

Ähnlich wie im Deutschen gibt es bei hinweisenden Fürwörtern zwei Abstufungen, je nachdem, ob es sich um nahe- oder ferner liegendes handelt.


ên dieser, diese, dieses
ân jener, jene, jenes

ên châna chûrd aßt, ân kalân.

dieses Haus klein (es)ist jenes groß

Dieses Haus ist klein, jenes groß.

Die Ortsangaben „hier“ und „dort“ werden aus ên / ân und dem Wort dschâ (Ort) zusammengesetzt.

man êndschâ haßt·am, tû ândschâ haßt·ê.

ich hier (dieser-Ort) bin du dort (jener-Ort) bist

Ich bin hier und du bist dort.

Persönliche Fürwörter

Wie schon erwähnt, gibt es im Dari keine grammatischen Geschlechter.


man ich
tû du
û er, sie, es
mâ wir
schomâ ihr / Sie
ânhâ, êschân sie

Gegenstände werden nicht mit einem persönlichen Fürwort, sondern mit einem hinweisenden Fürwort (ên / ân) bezeichnet.

Die Höflichkeitsform „Sie” ist die 2. Person Mehrzahl (ihr).

schomâ tschetûr hâßt·êd?

ihr wie seid

Wie geht es Ihnen?

Wenn man sehr respektvoll über eine Person spricht, benutzt man oft die 3. Person Mehrzahl êschân, wenn man ansonsten über eine Gruppe von Menschen spricht, benutzt man ânhâ.

êschân padar-e man haßt·and.

sie Vater-von ich sind

Er ist mein Vater.

Besitzanzeigende Fürworter

Eine Möglichkeit, Besitz auszudrücken, haben wir schon kennen gelernt. Man nimmt einfach ein Verbindungs-e, hängt es an das, was jemandem gehört, an und setzt das entsprechende persönliche Fürwort dahinter.

Diese einfache Möglichkeit kann man ruhig benutzen, falsch ist sie nie. Afghanen benutzen sie aber vor allem dann, wenn sie das Besitzverhältnis extra betonen wollen.

ketâb-e tû

Buch-von du

dein Buch

châna-ye mâ

Haus-von wir

unser Haus

ên ketâb-e man aßt

dies Buch-von ich ist

Das ist mein Buch. (und gehört niemand anderem)

Es gibt auch Endungen, die man an ein Wort hängen kann, um ein Besitzverhältnis auszudrücken, ohne es extra zu betonen.


-am mein
-at dein
-asch sein, ihr
-emâ unser
-etân euer / Ihr
-eschân ihr (Mehrzahl)

ketâb-am

Buch-mein

mein Buch

Endet das Wort auf einen Selbstlaut, wird ein y eingesetzt:

châna-yemâ

Haus-unser

unser Haus

Das besitzanzeigende Fürwort steht immer am Ende einer Reihe von Wörtern, die mit Verbindungs-e verbunden werden.

ketâb-e dschâleb-am

Buch-von interessant-mein

mein interessantes Buch

ketâb-e dschâleb-e man

Buch-von interessant-von ich

mein interessantes Buch

ketâb-e dschâleb-e nau-e âbê-yam

Buch-von interessant-von neu-von blau-mein

mein blaues, neues, interessantes Buch

Eigenschaftswörter

Eigenschaftswörter stehen immer nach dem Wort, auf das sie sich beziehen, und müssen mit einem Verbindungs-e angebunden werden. Sie werden nie verändert, egal ob das Hauptwort männlich oder weiblich ist und ob es in der Einzahl oder der Mehrzahl steht.

Wie wir schon oben beim Verbindungs-e gesehen haben, kann man auch mehrere Eigenschaftswörter, durch Verbindungs-e verbunden, aneinanderreihen.

mard-e bozorg

Mann-von groß

ein großer Mann

zan-e zêbâ

Frau-von schön

eine schöne Frau

ketâb-e chûb

Buch-von gut

ein gutes Buch

ketâbhâ-ye chûb

Bücher-von gut

gute Bücher

bâgh-e ßabz-e qaschang-e bozorg

Garten-von grün-von schön-von groß

ein großer, schöner, grüner Garten

Ein râ oder das -ê, das die Unbestimmtheit ausdrückt, wird immer am Ende so einer Wörterverbindung platziert.

batscha-ye chûb-ê haßt.

Junge-von gut-(einer) (er)ist

Er ist ein guter Junge.

mûtar-e zard râ dêd·am.

Auto-von gelb best.-Akk. (ich)sah

Ich habe das gelbe Auto gesehen.

wichtige Eigenschaftswörter


chûb gut
bad schlecht
kalân groß
chûrd klein
garm warm
ßard kalt
rûschan hell
târîk dunkel
dûr weit
nazdêk nah
ßabok leicht (Gewicht)
ßangîn schwer (Gewicht)
âßân leicht (Aufgabe)
ßacht schwierig (Aufgabe)
gerân teuer
arzân billig
zyâd viel (auch zeitl.)
kam wenig (auch zeitl.)
darâz lang (Strecke)
kutâh kurz (Strecke)
Farben
ßiyâh schwarz
ßafîd weiß
âbî blau
ßorch rot
ßabz grün
zard gelb

Steigern & Vergleichen

Steigern im Dari ist ganz einfach, man fügt an das Eigenschaftswort die Nachsilbe -tar an.


chûb gut
chûb-tar besser
gerân teuer
gerân-tar teurer

Für die Steigerung von chûb (gut) ist auch die Form behtar gebräuchlich.

Das gesteigerte Eigenschaftswort steht wie das normale Eigenschaftswort hinter dem Bezugswort und wird mit einem Verbindungs-e angefügt.

ketâb-e arzân-tar na·dâr·êd?

Buch-von billiger nicht-(ihr)habt

Haben Sie kein billigeres Buch?

Zum Vergleich benutzt man das Wort az (von):

ên ketâb dschâleb-tar az ân ketâb aßt.

dieses Buch interessanter von jenes Buch ist

Dieses Buch ist interessanter als jenes Buch.

tschâê az qahwa beßyâr choschmaza-tar aßt.

Tee von Kaffee sehr wohlschmeckender ist

Tee schmeckt viel besser als Kaffee.

Um den Superlativ auszudrücken, gibt es zwei Möglichkeiten: bei der ersten hängt man statt des -tar ein -tarên an das Eigenschaftswort und stellt die so gebildete Superlativform ohne Verbindungs-e vor das Bezugswort.

chûb-tarên dûßt

der beste Freund / ein bester Freund

arzân-tarên ketâb

das billigste Buch / ein billigstes Buch

Oder man benutzt die gesteigerte Form und drückt aus, dass etwas mehr, besser, schöner, billiger … als alles andere sei.

ên moutar az hama chûb-tar aßt.

dieses Auto von alle besser ist

Dies ist das beste Auto.

Verhältniswörter

Es gibt drei Arten von Verhältniswörtern (Präpositionen). Einige müssen mit einem Verbindungs-e oder einem anderem Verhältniswort an das betreffende Wort angeschlossen werden, andere werden ohne eine solche Verbindung verwendet. Direkt angeschlossen werden:


az von, aus
ba hin, zu
bâ mit
bê ohne
ellâ, tâ bis
dar in

Alle Verhältniswörter stehen direkt vor dem Bezugswort!

az kâbol ba kondoz raft.

von Kabul zu Kunduz (er)ging

Er fuhr von Kabul nach Kunduz.

bâ man gap zad.

mit ich Wort (er)schlug

Er sprach mit mir.

bê to ba ßênamâ na·mê·raw·am.

ohne du zu Kino nicht-(ich)gehe

Ohne dich gehe ich nicht ins Kino.

tâ dêrûz dar châna bûd.

bis gestern in Haus (er)war

Er war bis gestern zu Hause (im Haus).

Verhältniswörter mit Verbindungs-e:


rû-ye auf
zêr-e unter
barâ-ye für
hamrâh-e mit
bêdûn-e ohne
bêrûn-e außerhalb
poscht-e hinter
pêsch-e vor (örtlich)
rû ba rû-ye gegenüber
pahlû-ye bei
nazdêk-e nahe bei
pêsch-e bei (Personen)
rû-ye mêz auf dem Tisch
zêr-e mêz unter dem Tisch
barâ-ye tû für dich
hamrâh-e û mit ihm
bedûn-e man ohne mich
rû ba rû-ye châna gegenüber dem Haus
bêrûn-e châna außerhalb des Hauses
poscht-e châna hinter dem Haus
pahlû-ye schaffâchâna beim Krankenhaus
nazdêk-e schaffâchâna in der Nähe des Krankenhauses

dêruz pêsch-e man âmad.

gestern bei-von ich (er)kam

Gestern kam er zu mir.

Verhältniswörter, die mit einem anderen Verhältniswort angeschlossen werden:


qabl az vor (zeitl.)
ba’d az nach (zeitl.)
gheyr az außer
qabl az enqelâb vor der Revolution
ba’d az nauruz nach dem Neujahrstag
gheyr az pûl außer Geld

Eine Entsprechung für das deutsche Verhältniswort „seit“ existiert im Dari nicht. Stattdessen wird angegeben, wie lange ein Vorgang oder Zustand schon andauert.

pandsch rûz aßt ke dar afghâneßtân haßt·am.

fünf Tag (es)ist dass in Afghanistan (ich)bin

Ich bin seit fünf Tagen in Afghanistan.

Bindewörter


wa und
yâ oder
ham auch
ham … ham sowohl … als auch
faqat nur
lâken aber
ba châter-e weil
man wa tû ich und du
man ham ich auch
faqat nân nur Brot
tschâê yâ qahwa Tee oder Kaffee
ham tschâê ham qahwa sowohl Tee als auch Kaffee

Tätigkeitswörter

Tätigkeitswörter (Verben) stehen im Dari immer ganz hinten im Satz. Um sie zu benutzen, muss man sich immer zwei Formen merken, die Grundform, aus der man dann ganz einfach die Vergangenheitsform bilden kann, und den Gegenwartsstamm, den man für die Gegenwartsformen braucht. Wenn man diese beiden Formen (Grundform und Gegenwartsstamm) hat, kann man dann aber ganz einfach loslegen.

wichtige Tätigkeitswörter


Grundform Gegenwartsstamm
budan (haßt-) sein
dâschtan (dâr-) haben
kardan (kon-) machen
raftan (raw-) gehen
âmadan (ây-) kommen
âwordan (âwor-) holen, bringen
dêdan (bên-) sehen
schenêdan (schnaw-) hören
goftan (gûy-) sagen
châßtan (châh-) wollen
tawâneßtan (tawân-) können
chûrdan (chûr-) essen
nûschêdan (nûsch-) trinken
charêdan (char-) kaufen
forûchtan (forûsch-) verkaufen
pardâchtan (pardâz-) bezahlen
dâdan (deh-) geben
gereftan (gêr-) nehmen
pûschêdan (pûsch-) anziehen
gozâschtan (gozâr-) legen, stellen

Im Dari braucht man für die Tätigkeitswörter keine persönlichen Fürwörter: Um welche Person es sich handelt, kann man immer schon an der Form erkennen. Man kann das Fürwort aber zur Verstärkung dazu setzen, oder um ganz sicher zu gehen, wenn man sich mit den Formen der Tätigkeitswörter noch ein bisschen unsicher ist.

zusammengesetzte Tätigkeitswörter

Im Dari gibt es sehr oft zusammengesetzte Tätigkeitswörter. Der erste Teil wird dabei nicht verändert, der Gegenwartsstamm gilt also nur für das zweite Wort.


gap zadan (zan-) sprechen
sohbat kardan (kon-) sich unterhalten
bar gaschtan (gard-) zurückkommen
neschân dâdan (deh-) zeigen
peydâ kardan (kon-) finden
tekrâr kardan (kon-) wiederholen
bâz kardan (kon-) öffnen
komak kardan (kon-) helfen
fekr kardan (kon-) denken
farâmûsch kardan (kon-) vergessen
châhesch kardan (kon-) bitten
taschakor kardan (kon-) danken
eschtebâh kardan (kon-) sich irren
doroßt kardan (kon-) verbessern
dschûr kardan (kon-) bauen, reparieren
pâk kardan (kon-) sauber machen

bâ û gap zad·am.

mit er Wort (ich)schlug

Ich habe mit ihm geredet.

man bâ û gap zad·am.

ich mit er Wort (ich)schlug

Ich (und niemand anders) habe mit ihm geredet.

Um den Aufbau der Verbformen zu verdeutlichen, haben wir die Personalendungen und die Vorsilben der Verben mit kleinen Pünktchen abgetrennt. Der mittlere Teil ist also immer der unveränderliche Verbstamm, und nur der Teil hinter dem letzten Punkt muss verändert werden, wenn man die handelnde Person abändern will.

Gegenwart

Für die Gegenwartsform braucht man drei Bestandteile, die Vorsilbe mê-, den Gegenwartsstamm und die Personalendung. Den Gegenwartsstamm muss man zu jedem Tätigkeitswort dazulernen, die Personalendungen sind jedoch immer dieselben:


-am ich
-ê du
-ad er, sie, es
-êm wir
-êd ihr / Sie
-and sie (Mehrzahl)

Mit diesen Endungen kann man jetzt bequem die Formen bilden. Zum Beispiel hat das Tätigkeitswort kardan (machen) den Gegenwartsstamm kon. Mit der Vorsilbe mê- und den Personalendungen sieht das also so aus:


mê-kon-am ich mache
mê-kon-ê du machst
mê-kon-ad er / sie / es macht
mê-kon-êm wir machen
mê-kon-êd ihr macht / Sie machen
mê-kon-and sie machen

Die Vorsilbe mê- muss bei allen Gegenwartsformen benutzt werden, mit Ausnahme nur der beiden unregelmäßigen Verben bûdan (sein) und dâschtan (haben).

ba bâzâr mê·raw·am.

zu Markt (ich)gehe

Ich gehe zum Markt.

ketâb mê·chân·am.

Buch (ich)lese

Ich lese ein Buch.

Pulsuz fraqment bitdi.