Kitabı oxu: «Im Netz der Beziehungen»

Şrift:

Standardwerke der Astrologie


E-Book ISBN 978-3-89997-601-4

Inhalt

Warum Beziehung?

Das fehlende Element

1. Quadrant – Wasser

2. Quadrant – Luft

3. Quadrant – Erde

4. Quadrant – Feuer

Ein Modell der Entwicklungsphasen

Der 1. Quadrant – Das ungezähmte Kind

Der Körper und seine Instinkte

Das 1. Haus – Die Grundspannung – Die Trennung

Das 2. Haus – Was braucht der Körper?

Das 3. Haus – Die mechanischen Funktionen des Körpers

Zusammenfassung

Der 2. Quadrant – In welchem Umfeld man sich entwickelt

Die Einordnung in das Gefüge

Das 4. Haus – Geborgen im Schoß der Mütter

Das 5. Haus – Der Leitwolf oder die Väter

Das 6. Haus – Die Geschwister oder die Fähigkeit sich einzuordnen

Die liebe Familie …

Zusammenfassung

Der 3. Quadrant – Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen

Der Beutezug in die Umwelt

Das 7. Haus – Spiegel-Suchbilder

Das 8. Haus – Der Preis oder die Bedingung

Das 9. Haus – Der Weg in die Zukunft

Zusammenfassung

Der 4. Quadrant – Die Konsequenzen

Vollkommen unvollkommen

Das 10. Haus – Zur Orientierung braucht es eine Norm

Das 11. Haus – Heterogene und homogene Netze

Das 12. Haus – Die Löcher im Netz

Zusammenfassung

Die Art der Beziehungen in den verschiedenen Quadranten

1. Quadrant – Der Ich-Bezug

2. Quadrant – Das Dreieck

3. Quadrant – Die Polarität

4. Quadrant – Netzwerke

Verschiebung der Beziehungsmuster

Lebensaufgaben in den verschiedenen Quadranten?

1. Quadrant – Das Funktionieren des Körpers

2. Quadrant – Soziale Kompetenz und Auseinandersetzung

3. Quadrant – Hingabe und Verbindung

4. Quadrant – Wissen und Erfahrung

Die Kommunikationsformen in den Quadranten

1. Quadrant

2. Quadrant

3. Quadrant

4. Quadrant

Die Psychologie der Beziehungen in den Quadranten

1. Quadrant – Ich bleibe bei mir

Der Mond im 1. Quadranten – Ein Küken auf der Autobahn

Die Sonne im 1. Quadranten – Der Sonderling

Neptun im 1. Quadranten – Ein Schwamm auf zwei Beinen

Pluto im 1. Quadranten – Das Trüffelschwein

Uranus im 1. Quadranten – Der Mutant

2. Quadrant – Das Spiel mit den Rollen

Die drei archetypischen Grundpositionen unter Geschwistern

Die Geschwisterfolge und ihr Einfluss auf das Selbstverständnis der eigenen Rolle

Rivalität unter Geschwistern

Väter und Söhne

Mütter und Töchter

Botox

Dreiecke

Die Sonne im 5. Haus – Der Silberrücken

Mars im 5. Haus – Der Rivale des Königs

Mond im 5. Haus – Unter Mutters Rockschoß

Venus im 5. Haus – Ich bin die Schönste

Die Sonne im 6. Haus – Ist Euch ewig nichts recht?

Uranus im 6. Haus – Der Hühnerknochen in der Speiseröhre

Neptun im 6. Haus – Moses

Pluto im 4. Haus – I put a spell on you

Saturn im 4. Haus – Daheim am Hofe

Jupiter im 4. Haus – Alles, warum nicht?

3. Quadrant – Ich ist ein Anderer

Der Mond im 3. Quadranten – Verlustangst ist eine Vorstellung

Die Sonne im 3. Quadranten – Der Kampf der Bilder

Mars im 3. Quadranten – Mein Wille geschehe

4. Quadrant – Objektivität?

Der Mond im 4. Quadranten – Reiß’ dich zusammen!

Die Sonne im 4. Quadranten – Der Imperator

Venus im 4. Quadranten – Vitamin B

Sonne und Mond im gleichen Quadranten

Die extreme Beziehung und die Grundformen der Angst

1. Quadrant – Fremd in mir selbst

2. Quadrant – Die griechische Tragödie

3. Quadrant – Spieglein, Spieglein an der Wand …

4. Quadrant – Der Wachturm

Sonne und Mond in unterschiedlichen Quadranten – Der ganz normale Wahnsinn

Sonne im 1. und Mond im 2. Quadranten

Sonne im 1. und Mond im 3. Quadranten

Sonne im 1. und Mond im 4. Quadranten

Sonne im 2. und Mond im 1. Quadranten

Sonne im 2. und Mond im 3. Quadranten

Sonne im 2. und Mond im 4. Quadranten

Sonne im 3. und Mond im 1. Quadranten

Sonne im 3. und Mond im 2. Quadranten

Sonne im 3. und Mond im 4. Quadranten

Sonne im 4. und Mond im 1. Quadranten

Sonne im 4. und Mond im 2. Quadranten

Sonne im 4. und Mond im 3. Quadranten

Der Quadrantenmittelpunkt

Ist Sex Kopfsache? – Die zwölf Archetypen des Eros

Widder – Der Spannungsabbau

Stier – Denn alle Lust will Ewigkeit

Zwillinge – Der Wandertrieb des Eros

Krebs – Nähe und Intimität

Löwe – War ich gut, Baby?

Jungfrau – Kein Tropfen geht daneben

Waage – Perfekt

Skorpion – Das Spiel mit den Bedingungen

Schütze – Ejaculatio praecox

Steinbock – Die Prada Handtasche

Wassermann – Über dem Geschehen

Fische – Über die Sehnsucht

Alles in allem – Beispiele

Freunde und Feinde

Ein reines Missverständnis

Muskelspannung

Ein falscher Mythos

Ein freundlicher Gegner

Eisschmelze

Eine ungeahnte Verstrickung (Eisschmelze II)

Drinnen und draußen (Eisschmelze III)

Nachwort

Über den Autor

Warum Beziehung?

Beziehung ist alles. Wir leben aus, wir leben mit und wir leben für Beziehungen.

Beziehung bestimmt unser Leben. Wenn wir keines von beiden haben, weder die Liebe noch die Beziehung, denn sie finden nicht zwangsläufig gleichzeitig statt, so suchen wir unentwegt danach. Wenn wir in einer Beziehung sind, so klagen wir ohne Ende.

Durch Beziehungen zu einem Menschen oder zu einem Thema entwickeln wir uns und werden erst zu dem, was oder wer wir im besten oder im schlechtesten Fall sein können. Wir sind begeistert, verzweifelt, hochmütig, demütig, stoßen an unsere Grenzen, überschreiten Grenzen, um uns selbst und den anderen zu erkennen. Auch eine Leidenschaft zu einem Thema, sei es ein Hobby oder der Beruf, lässt uns wachsen und entfalten – ohne Beziehung sind wir nicht. Ein Mensch, der keine Beziehung zu etwas oder jemandem eingeht stagniert, denn woran sollte er sich entwickeln? Es gibt viele Arten von Beziehungen, beginnend mit der Bindung zur Mutter oder der ersten Bezugsperson nach der Geburt, über die dadurch aufgebaute Beziehung zum eigenen Körper, weiter zur unauflösbaren Familienbindung und Familienbeziehung hin zum Kampfplatz der riskanten Zweierbeziehung oder anderer Partnerschaften und einer besonderen Form der Beziehung, der Freundschaft, der Beziehung zu Gruppen und letztendlich die Beziehung zum Universum oder zum Leben an sich.

Diese Vielfältigkeit der Beziehungsmöglichkeiten scheint uns manchmal beinahe zu überfordern und Beziehungen, das wissen wir alle, sind nicht nur einfach. Umso verständlicher ist es, dass wir immer wieder nach Orientierungsmöglichkeiten suchen. Die im Horoskop eingebettete Grundstruktur gibt uns dazu reichhaltige Möglichkeiten.

Die zwölf Zeichen des Tierkreises eines Horoskops und der Aszendent sind nahezu jedem geläufig. Tatsächlich gibt es aber noch andere Untergliederungen, so etwa die astrologischen Häuser. Sowohl Zeichen als auch Häuser lassen sich den vier Elementen zuordnen, nämlich


Eine weitere Einteilung sind die sogenannten Kreuze, welche die Qualität der Durchführung abbilden und entsprechend ihren Eigenschaften als kardinal, also impulsgebend, fix(ierend) und veränderlich bezeichnet werden:


Nicht zu vergessen die Gliederung des Horoskops in Quadranten. Die Achse Aszendent/Deszendent teilt das Horoskop in eine obere und untere Hälfte. Die Achse Himmelsmitte/Himmelstiefe teilt das Horoskop in eine linke und eine rechte Hälfte. Durch diese horizontale und vertikale Teilung des Kreises ergeben sich vier Quadranten. Erwartungsgemäß fächert sich jeder Quadrant in drei Häuser auf. Da es vier Elemente, aber pro Quadrant nur drei Häuser gibt, fehlt in jedem Quadranten jeweils ein Element.

Auf diese häufig unterschätzte Betrachtungsweise werden wir nun näher eingehen.

Man kann sagen, dass durch die Quadranten vier verschiedene Stufen der Entwicklung von Beziehungen dargestellt werden können.


Ich &Alle Ich &Du
Ich Ich &Wir

– Der 1. Quadrant steht für den Körper und das Ich, also für den Selbstbezug. Dort gibt es niemanden außer mir selbst. Also beziehe ich mich hier nur auf mich selbst.

– Der 2. Quadrant steht für die Familie oder das Rudel in dem ich aufwachse. Dort gibt es nicht nur mich oder mich und einen anderen, dort gibt es mich und mindestens zwei andere.

– Der 3. Quadrant steht für die Menschen oder Themen, welche ich mir im Laufe meines Lebens suche und mit denen ich eine Beziehung aufbaue. Hier geht es um zwei.

– Der 4. Quadrant steht für die Folgen und Konsequenzen meiner Entscheidungen und wie sie von der Welt bemessen werden. Hier habe ich es mit viel mehr als mit einem, zwei oder drei Menschen zu tun.

Jeder Quadrant beschreibt eine Beziehung zu einem unterschiedlichen Weltausschnitt, vom kleinsten Ich des 1. Quadranten bis hin zum Universum im 4. Quadranten.


Welt Partner
Ich Familie

Anhand der Entwicklung vom Neugeborenen zum Erwachsenen lassen sich die Stufen der Beziehungen anschaulich nachvollziehen.

Das fehlende Element

Jeder Quadranten setzt sich aus drei Tierkreiszeichen zusammen, so dass ihm zwangsläufig eines der vier Elemente fehlt. Dies ist der Schlüssel zur Psychologie des jeweiligen Quadranten. Bemerkenswert sind auch die weiteren Zusammenhänge. Das in dem einem Quadranten fehlende Element ist das veränderliche Element des vorangehenden Quadranten, das fixe Element des gegenüberliegenden Quadranten sowie das kardinale Elemente des nachfolgenden Quadranten.

Das kardinale Element bestimmt das Grundthema des Quadranten, das fixe und das veränderliche Element fächern das Thema nur auf, durch sie wird es spezifiziert. Jeder Quadrant hat ein Hauptthema, welches sich in drei Phasen aufgliedert. So entstehen vier große motivische Blöcke, deren Komposition auf der Überlagerung von Kreuzen und Elementen besteht. Klar und einfach.

Im Folgenden das Beispiel für den 1. Quadranten.

1. Quadrant – Wasser

Der 1. Quadrant ist also von Wasser umgeben. Wir kommen aus den Wassern des Mutterleibes und werden durch die Geburt von ihr getrennt. Nun sind wir auf uns selbst gestellt und müssen uns dem Kampf des Lebens stellen.


Im Körper sind wir von der Umwelt getrennt und müssen uns allein behaupten. Wir kommen allein und wir gehen allein. Im 1. Quadranten geht es nur um das Ich, um nichts anderes.Die Bindung zur Mutter hängt am seidenen Faden, könnte man sagen, und Vertrauen allein ist keine Rückversicherung gegen den Tod.

Alle drei Phasen des 1. Quadranten «kommen aus dem Feuer», dem Widder. Betrachtet man den Quadranten als Einheit, so haben alle drei Zeichen und Häuser einen aggressiven Unterton!!

Auch Stier und Zwillinge sind duchaus aggressive Zeichen. Der Stier wird es erst, wenn man ihm etwas wegnimmt, dann allerdings wird er so wütend, dass ein Widder dagegen wie ein Lämmchen erscheint. Ebenso kann der Zwilling extrem aggressiv werden, allerdings erst dann, wenn man ihm entweder die Luft abschneidet oder ihm seinen Bewegungsspielraum einengt.


2. Quadrant – Luft

Dem 2. Quadranten fehlt die Luft. Wie soll es denn auch anders sein, denn hier geht es um die Menschen, mit denen wir auf Lebzeit verbunden sind, selbst oder gerade weil wir sie uns nicht ausgesucht haben. Wir haben keine Wahl, wer unsere Familie ist. Dafür ist die Verbundenheit garantiert, diese wird nicht in Frage gestellt und muss auch nicht bewiesen werden. Der 2. Quadrant beginnt mit kardinalem Wasser, das Thema ist also Verbundenheit. Man hat keinen Abstand zu dem, mit dem man verbunden ist. Daher ist auch die Frage, ob innerfamiliäre Prägungen allein durch den Verstand (Element Luft) erfasst oder gar therapiert werden können. Alle drei Phasen des 2. Quadranten sind subjektiv. Astrologisch formuliert kommen alle drei Phasen aus dem «Wasser», es geht also um das Gefühl. Dies gilt für alle drei Zeichen und Häuser – sie sind vom subjektiven Gefühl gesteuert!!

Subjektivität meint, dass man keinen Abstand zu sich und seiner Familie haben kann; selbst wenn man sich räumlich und zeitlich voneinander distanziert, die familiäre Grundbande bleib dennoch erhalten.

Ich hatte eine Schülerin, die fast alle persönlichen Planeten im 2. Quadranten hat, beginnend mit einer Mond/Pluto-Konjunktion im Krebs im 4. Haus, welches vom Krebs angeschnitten ist. Sie brachte über ein Jahrzehnt zu allen Unterrichtseinheiten einen dicken Ordner mit den Horoskopen ihrer – selbstverständlich zahlreichen – Familienmitglieder mit, um anhand der Beispiele aus ihrer Familie, die Astrologie zu begreifen. Ich sagte ihr bereits nach den ersten Monaten unser Begegnung, dass die Mitglieder der eigenen Familie die am wenigsten geeigneten Menschen zum Erfassen der Astrologie seien. Denn zum Erlernen der Astrologie brauchen wir Abstand, also kein subjektives Involviertsein mit dem jeweiligen Gegenüber. Die Nähe erlaubt es uns sonst nicht, wirklich zu verstehen, was mit dem Gegenüber los ist, denn dafür bedarf es einer gewissen emotionalen Distanz. Das ist das Geschenk und «Schicksal» des 2. Quadranten zugleich.

Die Luft steht dem 2. Quadranten gegenüber, im 11. Haus des Wassermanns. Von dort aus hat man den Blick aus der Distanz, quasi aus der Vogelperspektive, also von außen auf das Geschehen. Mitunter können die Freunde dabei helfen, dass man einen kühleren Blick in das Dickicht der innerfamiliären Verstrickungen wirft. Der Wassermann kann diesen Blick nur auf Grund seiner emotionalen Losgelöstheit beibehalten. Auch das ist Geschenk und Schicksal zugleich.


3. Quadrant – Erde

Der 3. Quadrant beginnt mit kardinaler Luft. Dies ist die Brücke in die Welt außerhalb unserer vertrauten Herkunft. Hier sind die Begegnungen und eventuellen Beziehungen noch nicht garantiert, sie müssen erst geschaffen werden. Natürlich, wenn man ein Gefühl größtmöglicher Vertrautheit, also in Analogie zum 4. Haus und dem Krebs hat, dann schlägt man gerne eine Brücke, denn die Sicherheit scheint garantiert. Dies scheint aber nur so, denn die Sicherheit ist hier nie gewiss. Das fehlende Element ist die Erde und das gegenüberliegende Erdzeichen ist der Stier im 1. Quadranten.

Der Brückenschlag in die Luft ist ein unsicheres Unterfangen. Vor allem wenn es um die Suche nach dem zu mir Passenden geht, ob in Form eines Partners, eines Freundes, eines Geschäftes oder eines Themas. Nie gibt es im Voraus die hundertprozentige Gewissheit darüber; dass sich die Wahl auszahlt. Wenn man nichts riskiert, kann man auch nichts gewinnen. Die Konsequenz zeigt sich allerdings erst, nachdem die Wahl getroffen wurde, nämlich im nachfolgenden 4. Quadranten, der mit kardinaler Erde im Steinbock beginnt. Im 3. Quadranten kann die Wahl zur Qual werden, wenn jemand eine allzu fixe Vorstellung von dem zu erwartenden Resultat seiner Wahl hat und beharrlich daran festhält. Dann beschränkt er das Mögliche und sich selbst, sprich, das was möglich wäre, reduziert sich auf den Bilderrahmen seiner vielleicht zu engstirnigen Vorstellungen. Um bei dem Vergleich zu bleiben: Die Waage wäre das Bild und Skorpion entweder die Überprüfung der Kompatibilität des Bildes mit der Wirklichkeit, oder die Überstülpung der Vorstellung auf dieselbe.

Wenn das Wasser sich nicht bewegt, wird es brack und das Leben in ihm stirbt. So kann es sich mit dem 8. Haus verhalten; die Überstülpung einer Vorstellung führt zu Stillstand in der Beziehung. Sie stirbt. Das fixe Wasser (Skorpion) kommt aus der kardinalen Luft (Waage) hervor. Das Wasser wird fix, wenn der Gedanke oder das Bild es zum Stillstand bringen. Wenn man das Bild nicht als Verführung versteht, sondern als einzig mögliche Variante der Wirklichkeit, dann tötet man das Lebendige in der Begegnung ab. Dann ist Beziehung die Verwaltung eines Dahinsiechens anstatt einer lebendigen Auseinandersetzung mit gegenseitiger Befruchtung. Das 8. Haus ist der Ort, an dem überprüft wird, ob und wie weit man sich auf das Leben, also die Liebe einzulassen bereit ist. Dabei geht es um die ehrliche Frage an sich selbst und nicht die Bedingung, welche man dem anderen stellt. Die gegenseitige Erfüllung einer Bedingung ist noch lange kein Garant dafür, dass man sich auf einen Menschen eingelassen hat.


4. Quadrant – Feuer

Der 4. Quadrant beginnt mit kardinaler Erde, das fehlende Element ist das Feuer. Es geht um die Definition von Wirklichkeit und die Konsequenzen der Entscheidungen, die man im 3. Quadranten, basierend auf der Prägung des 2. Quadranten und der Anlage des 1. Quadranten gefällt hat. Entscheidungen werden verbindlich und «amtlich»! Der Einzelne steht nicht mehr nur unter seinen Gleichgesinnten, die Entscheidungen müssen sich vor der Welt behaupten. Es wird verglichen mit all dem, was es schon vorher gab. Der Einzelne wird klein angesichts der Größe der Welt. Manch einer gibt auf beim Übergang vom «Amateur» zum «Profi». Die Aufgaben wachsen und um den Anforderungen entsprechen zu können, muss man lernen, sich und seine Gefühle zurückzunehmen.

Der 4. Quadrant entspricht der Welt der Erwachsenen. Es geht fast ausschließlich um Konsequenzen, deren Bedingungen und Regulierungen, und nicht um das subjektive Empfinden.

Hier steht man in Beziehungen zu allen, auch denen, die man sich nicht ausgesucht hat. Man muss sich zurücknehmen. Wo ist die Grenze zwischen dem Persönlichen und dem Überpersönlichen?

Manch einer entscheidet sich dazu, Teil einer übergeordneten Struktur zu werden. Somit ist ihm garantiert, dabei sicher zu sein ohne allzu viel zu riskieren. Dazu empfiehlt sich das Beamtentum in einem anonymen Bürogebäude. Man hat einen Status (10. Haus), ist beruflich vernetzt (11. Haus) und bleibt anonym (12. Haus).

Andere tun so, als ob sie erwachsen seien, in dem sie versuchen, all die Attribute zu erfüllen, die zum Erwachsensein angeblich dazugehören. Dann tritt man als 14-jähriger in eine politische Partei ein und trägt seine Köfferchen Marke Samsonite spazieren, obwohl man noch keine Ahnung vom Leben, geschweige denn von sich selbst hat. So wird Erwachsensein zu einer Farce.

Man kann sich nicht dagegen versichern, dass einem der Himmel auf den Kopf fallen könnte. Erwachsen zu sein ist eine Kunst. Schafft man es, den Anforderungen und gegebenenfalls den Erwartungen der Welt zu entsprechen, ohne authentisch die menschliche Frische und Lebendigkeit des Kindes zu verlieren?

Ein Modell der Entwicklungsphasen

Ein Modell der verschiedenen Altersphasen hilft dabei, die zu entwickelnden Themen in den einzelnen Quadranten zu veranschaulichen. Achtung, dies ist ein Modell! Denn das kleine wilde Kind des 1. Quadranten (0 – 7 Jahre, 1. Quadrant) lebt gleichzeitig in seinem Rudel (2. Quadrant), in einer Umwelt (3. Quadrant) und einer bestimmten Zeit (4. Quadrant). Wir «bewohnen» die vier Quadranten gleichzeitig, aber das Thema eines jeden passt zu den erwähnten Altersphasen.


Die Welt derErwachsenen(21 – 28 Jahre) Der Beutezugin die Umwelt(14 – 21 Jahre)
Das ungezähmteKleinkind(0 – 7 Jahre) Eingebettet indie Familie(7 – 14 Jahre)

1. Quadrant:

Der 1. Quadrant deckt demnach die ersten sieben Lebensjahre ab. Das Ich ist die Welt des heranwachsenden Kindes. Es erlebt sich und seinen Körper im unmittelbaren Umfeld und hat noch keinerlei Bewusstsein von der Ichgrenze, selbst in seinem nahen Umfeld. Man könnte sagen, diese Zeit ist von einem entwicklungsbedingten Egozentrismus gesteuert. Das fehlende Element Wasser bedeutet hier, dass es nur um den Einzelnen und seinen Körper geht.

2. Quadrant:

Erst mit dem Eintreten in die Schule wird das soziale Umfeld für das Selbstempfinden relevant. Und im Unterschied zu den Klassenkameraden und Freunden gibt es «meine Familie». Das Bewusstsein der Familie entsteht also durch die hinzukommende Außenwelt. Auch wenn die Familie von Anbeginn da war, jetzt erst erlebt das Kind sich als Teil einer Gemeinschaft, in der es eine bestimmte Rolle innehat. Somit beginnt auch hier erstmals die Entwicklung eines Ichbewusstseins in der Gruppe, was in der ersten Phase der kleinkindhaften «Omnipotenz» des Ichs noch gar nicht nötig war.

3. Quadrant:

Mit Beginn der Pubertät beginnt der Jugendliche, sich zumindest teilweise stärker mit seiner «Wahlverwandschaft», also den Kumpels zu assoziieren, obgleich die Familie nach wie vor ebenso wichtig für ihn ist, auch wenn er das zwischenzeitlich zu verleugnen geneigt ist. Die Peergroup wird vordergründig wichtiger als die Familie, das ist ein ganz normaler erster Abnabelungsprozess vor Beginn der einsetzenden Geschlechtsreife. Im Umfeld wird nach passenden Freunden und ersten Geschlechtspartnern gesucht.

Man lernt Verantwortung für seine eigenen Entscheidungen zu übernehmen, auf dem Weg zum Erwachsenwerden im 4. Quadranten.


Der Anteil an der Welt derErwachsenen, der Versuchsich dort einzugliedernoder die Revolte dagegen.(21 – 28 Jahre) Der Beutezug in dieUmwelt. Das erste Erlebenaußerfamiliärer undsexueller Bindungen.(14 – 21 Jahre)
Das Ich, sein Körper undseine Funktionen.(0 – 7 Jahre) Die Umwelt, in die manhineingeboren wird und inder man lernt sich als Teileiner Gemeinschaft zubegreifen. (7 – 14 Jahre)

Der 1. Quadrant – Das ungezähmte Kind
Der Körper und seine Instinkte

Kinder sind frisch, direkt und unmittelbar. Ihr Verhalten ist nicht verstellt durch ein Bewusstsein ihrer selbst wie bei Erwachsenen. Sicherlich versuchen sie ihre Eltern zu umschmeicheln, wenn sie ein Stück Schokolade ergattern wollen. Die Selbstbespiegelung und Selbstreflektion ist aber bei weitem noch nicht so ausgebildet, als dass man von einem strategischen Verhalten sprechen könnte.

Kinder sind wild und ichbezogen. Mitgefühl und Disziplin lernen sie in den folgenden Quadranten 2, 3 und 4. Wir Eltern wünschen uns, dass unsere Kinder einen starken Willen und gesunde Instinkte haben. All das ist Rüstzeug für das spätere Leben. Im 1. Quadranten geht es um die Entwicklung eines guten Gefühls für den eigenen Körper, dafür braucht es die liebevolle Zuwendung von den Bezugspersonen des 2. Quadranten. Hier geht es um das, was Kraft der Natur einfach da ist, was angelegt ist. Also das, was später die Grundlage dessen ist, was wir im Leben erschaffen können. Es ist der Körper, seine Grundspannung (1. Haus), das, was er zum (Über-)leben braucht (2. Haus) sowie die Werkzeuge, die ihm dafür zur Verfügung stehen (3. Haus).

Das 1. Haus – Die Grundspannung – Die Trennung

Das Leben beginnt mit einer Entzweiung, einer Trennung. Der Neuankömmling wird rauskatapultiert in das Leben, steht alleine da und ist nun ganz mit sich selbst konfrontiert. In Folge dieser Trennung ist das Sein grausam auf sich selbst zurückgeworfen. Jeder ist allein und muss sich selbst behaupten. Das Drama des Widders beginnt.

Von nun an sind wir permanent auf der Suche nach dieser einen, dieser symbiotischen Beziehung, welche wir vor der Geburt mit der Mutter in ihrem Leib hatten. Wo immer später der Widder im Horoskop auftaucht, dort fühlt man sich getrennt.

Durch und bei der Geburt wird bereits eine bestimmte Energie freigesetzt, die irgendwie Einfluss auf die Grundkraft und Grundspannung eines Lebewesens nimmt. Denn gleich nach der Geburt geht es darum sich selbst im Raum zu behaupten.

Jedes Lebewesen verfügt über eine eigene bestimmte Grundspannung. Diese Grundspannung sitzt im Körper, vermutlich in den Muskeln und den Nerven. Sie bestimmt die Energie, die Kraft und den Durchsetzungswillen, die jemand aufbringt, kurz gesagt «sein Feuer», mit dem er etwas bewegen kann, für Stimmung sorgt und überhaupt seine Energie ins Leben verströmen lässt. Ohne Spannung gibt es diese Energie nicht. Jemand der spannungslos ist, kämpft nicht wirklich für seine Ziele. Er lässt sich treiben. Eine positive Seite dieser Spannung ist der geradlinige Abbau derselben. Jemand, der über wenig Spannung verfügt, wird sich nicht direkt durchsetzen.

Bei kleinen Kindern ist die Willenskraft direkt und unmittelbar und erfrischend. Eltern freuen sich, wenn das Kind mit genügend Willenskraft ausgestattet ist, denn dies ist eine bessere Voraussetzung dafür, später das Leben meistern zu können. Gerade für Kinder ist der Spannungsabbau über den Körper wichtig. Durch die Spannung lernen sie ihren Körper und seine Grenzen kennen. Kinder mit geringerer Spannung testen ihre eigenen Grenzen nicht so natürlich aus. Da sie nun ihre Grenzen nicht aus sich heraus spüren, müssen sie diese an anderen austesten, was oft zu Konflikten führt. Dann sind die Eltern dieser Kinder meistens wiederum so übervorsichtig bis hypochondrisch, dass sie ihre Brut keinem Risiko aussetzen, also es vor Erlebnissen bewahren. Dadurch macht dieses Kind wiederum keine Bekanntschaft mit denjenigen Erfahrungen, die für seine Entwicklung gerade besonders wichtig wären.

Ein Mensch mit viel Energie kann viel erreichen. Er braucht aber auch klare Grenzen, sonst überrollt er seine Umwelt und macht sich unbeliebt. Die Energie kommt dann über Widerstand auf ihn zurück.

In der Entwicklungsstufe des Kindes ist das 1. Haus die Phase, in der das Wollen erwacht. Das Kind will alles allein probieren und seinen Kopf durchsetzen, was eigentlich ein gesundes Merkmal ist.

Das Zeichen an der Spitze und die Planeten im 1. Haus zeigen, wie das Gewollte durchgesetzt wird und unter welchen Motiven sich der persönliche Antrieb am besten behaupten kann.

Das 2. Haus – Was braucht der Körper?

Um überleben zu können braucht der Körper eine Energiezufuhr. Im zivilisierten Umfeld wird diese Zufuhr auch auf Seelisches und Geistiges übertragen, der Ursprung für das Benötigte liegt jedoch im Leiblichen.

Der zweite Schritt der Differenzierung zwischen dem Baby oder Kleinkind und seiner Umwelt ist der Drang, etwas haben zu wollen. Da geht es zunächst um die Nahrungsaufnahme, die das Kind am Leben hält. Aus der ursprünglichen Erfahrung des leiblichen Genährtwerdens lassen sich vielerlei sinnliche Neigungen des Erwachsenenlebens ableiten. Der Saugreflex bleibt bis ans Lebensende erhalten, selbst das Zigarettenrauchen ist auf ihn zurückzuführen. Essen ist eine Notwendigkeit, deren Steigerung der Genuss, der das Selbstempfinden steigert.

Aus dem ursprünglichen Reflex der Nahrungsaufnahme entsteht der Drang des Haben-Wollens. Kinder stecken das, was sie ertasten, in den Mund, um es über die Haptik zu verifizieren. Später, in der Auseinandersetzung mit anderen Kindern, wollen sie die Dinge haben und reagieren sauer, wenn man ihnen etwas wegnimmt. Hier beginnen die ersten Revierkämpfe. Etwas als sein Eigen bezeichnen zu können ist eine Abgrenzungsmaßnahme. Ich bin, was ich habe lautet das Motto des 2. Hauses.

Kinder bauen das, was sie haben, konzentrisch um sich herum auf. Niemand darf etwas berühren oder gar verschieben. Das Sein wird über das Haben definiert.

So ist es auch später bei den Erwachsenen. Was haben wir denn in Wirklichkeit? Nur der Körper ist unser Eigentum.

Alles Weitere, was wir haben, um es zu besitzen, ist bereits eine Abstraktion von diesem ursprünglichen Eigentum. In Wirklichkeit können wir gar nichts anderes besitzen als unseren Körper. Jeder Besitz außerhalb des Körpers ist eine Weiterführung dieses ursprünglichen Besitzverhältnisses hinaus in die Welt, wo es jedoch eigentlich keinen wirklichen Besitz geben kann. Besitz in der Welt ist lediglich eine Vereinbarung. Wir werden in unserem Körper geboren und können nichts Materielles mitnehmen, wenn wir wieder gehen werden. Darin zeigt sich ein Sicherungstrieb, dessen Ursprung das Haben des Körpers ist. Wir «verkörpern» Stücke von Welt, machen sie uns zu «leibeigen».

Also zeigt das 2. Haus, was wir zu unserer Existenzsicherung bedürfen. Die Beziehung zum eigenen Leib spiegelt sich in der Nahrungsaufnahme und im Umgang mit Besitz. Der Leib ist das Einzige, was wir haben und wieder verlieren werden – wir wissen also um dessen Endlichkeit. Im besonderen Besitzverhalten jedes Einzelnen von uns spiegelt sich demnach sein Verhältnis zum Tod. Besitz ist folglich ein Bollwerk gegen den Tod und die Sinnlichkeit eine Kampfansage an die Endlichkeit alles Stofflichen.

Aus der Notwendigkeit ist Gier geworden. Immer bleibt das kleinkindliche Gefühl, nicht genug zu bekommen. Das Grundgefühl für das Notwendige ist aus dem Gleichgewicht geraten. Es ist wie bei Dagobert Duck: Je mehr er hat, desto wahnsinniger wird er in seiner Vorstellung, alles verlieren zu können. Was brauchen wir wirklich? Zuviel dessen, was man nicht benötigt, engt ein, macht unbeweglich. Jemand, der zu viel isst, wird zu fett.

Warum gibt es in dieser Zeit besonders bei Frauen so oft Essstörungen? Die Nahrung wird nach dem Essen wieder ausgekotzt, damit man als Frau den krankhaft mageren Vorbildern aus der Werbung entspricht. Gleichzeitig muss man aber zehn Lebensversicherungen abgeschlossen haben, in einer Villa wohnen und wenigstens einen Porsche fahren, um sicher davor zu sein, dass einem der Himmel auf den Kopf fällt? Was sagt das über die Selbstachtung der Menschen einer Gesellschaft aus?

Das 3. Haus – Die mechanischen Funktionen des Körpers

In der dritten Phase der Entwicklung fängt das Kind an zu krabbeln, es richtet sich auf und beginnt dann zu gehen. Es erkundet seine Umgebung und will die Funktionen der Gegenstände begreifen. Dieses Wort ist wörtlich zu nehmen, denn es geht um das Anfassen, das Umfassen und das Umgreifen, respektive Begreifen. Dies ist nur mittels des Gegendruckes, welcher durch den Daumen ausgelöst wird, möglich. Die Hand ist also ein wunderbares Symbol für das 3. Haus. Am Gegenstand erfährt das Kind dessen Funktionen und dabei auch diejenigen seiner eigenen Hand. Alle Grundwerkzeuge sind in der Hand enthalten: Hammer, Zange und Schraubenzieher.

Mit der Hand kann man etwas tun, etwas bewirken, etwas umformen, etwas gestalten. Sie ist die Grundlage des sich aufbauenden Selbstbewusstseins in dieser und auch in späteren Lebensphasen. Mit der Hand und den anderen Werkzeugen des Leibes kann man nicht nur schaffen, sondern vor allem, im ursprünglichsten Sinne, Nahrung besorgen, auf die Jagd gehen oder vor Jägern flüchten. Der gesamte Bewegungsapparat ist meine Werkzeugkiste.

Ich bin, was ich kann. In einer Zeit, in der Kinder zu früh an der Computertastatur oder vor Bildschirmen sitzen, bilden sie ihre angelegten Möglichkeiten und Anlagen nicht mehr aus. Das Potenzial versiebt im Kopf. Daher haben viele Jugendliche, die nichts «können», Probleme mit ihrer Aggression.

Die Ausbildung und Förderung der angelegten Anlagen ist wichtig für die Entwicklung einer selbstbewussten Persönlichkeit. Die Werkzeuge sind eine Gabe, wie ein Talent. Das alleine reicht aber noch nicht, um damit zum Erfolg zu kommen. Dazu gehört auch noch der Wille zur Umsetzung und Auffassungsgabe.

Eine Gesellschaft, in der echtes Talent keinen Wert darstellt, sondern mittelmäßige Selbstdarsteller zu talentierten Superstars erhöht werden, entzieht sich die Grundlage, auf lange Sicht noch echte Substanz zu schaffen. Denn dafür braucht es Begabungen und keine virtuellen Superstars.

Zusammenfassung

Betrachtet man den 1. Quadranten als Einheit, so beginnt er mit kardinalem Feuer, es fehlt das Element Wasser. Der 1. Quadrant ist ichbezogen und alle drei Phasen haben einen aggressiven Unterton. Im 1. Haus ist es die körperliche Grundspannung, aus welcher die Art des persönlichen Kampfgeistes hervorgeht. Im 2. Haus geht es um das Haben. Man beobachte die Aggression des Kindes, wenn ihm etwas weggenommen wird. Bei Erwachsenen ist dies vielleicht etwas besser getarnt, aber im Grunde genauso vorhanden. Im 3. Haus geht es um den Drang nach Bewegungsfreiheit. Wird diese einem Lebewesen genommen, weil es auf der Flucht feststeckt oder gefesselt ist, so löst dies Panik und Aggression aus (nur bei hinzukommenden Mars/ Pluto- oder Venus/Pluto-Spannungen führt das zu Lustgewinn).

Der 2. Quadrant – In welchem Umfeld man sich entwickelt
Die Einordnung in das Gefüge

Im 1. Quadranten geht es um die körperliche Grundkonstitution des «Ich». Diese Grundkonstitution ist das «rohe Material» der Persönlichkeit. Dies erfordert nun einen Schliff, eine Sozialisation, um Gruppentauglichkeit zu entwickeln. Wer nicht gruppentauglich wird, der bleibt ein Einzelgänger. Zur Gruppentauglichkeit gehören Mitgefühl, Zusammengehörigkeit und Loyalität (4. Haus), der Kampf um die Selbstbehauptung im Rudel (5. Haus) und vor allem die Fähigkeit, sich in ein Gefüge einzuordnen (6. Haus). All dies lernen wir idealerweise in der Familie. In der Familie entwickelt der Einzelne die Fähigkeit, sich als Bestandteil eines Wir zu begreifen und sich entsprechend seiner Rolle oder Aufgabe diesem Gefüge zur Verfügung zu stellen.

Daher gehört die gesamte Familie in den 2. Quadranten. Traditionellerweise stehen die Mütter für den inneren Zusammenhalt (4. Haus), der Vater für die Leitwolfposition (5. Haus). Durch die Geschwister lernen wir, unsere Rolle im Gefüge zu akzeptieren, auch wenn uns das nicht gefällt (6. Haus). Durch die Geburtenabfolge der Geschwister wird eine «Hackordnung» vorgegeben, in welcher der Einzelne kraft seiner Position in der Geschwisterfolge seine Rolle innehat.

Das 4. Haus – Geborgen im Schoß der Mütter

Die Familie kann man sich nicht aussuchen, man wird in sie hineingeboren. Man gehört dazu, ob man die Familienmitglieder mag oder nicht. Man ist verbunden, ob man das mag oder nicht. Man erlebt die positiven und die negativen Aspekte von Nähe.

Vielleicht hat das alles einen Sinn? Wie wäre es, wenn man in eine Familie hineingeboren werden würde, in der alles und alle so sind, wie es einem gefällt? Vielleicht würde man sich dann gar nicht so entwickeln können, wie es sein soll? Vielleicht hat es einen Sinn, dass der Einzelne in eine Familie geboren wird und es dort lernen muss, sich mit Menschen zu organisieren, die er nicht gewählt hat?

Im 2. Quadranten hat man keine Wahl!! Man muss sich arrangieren. Dafür stehen aber auch die Verbundenheit und die Dazugehörigkeit nicht auf dem Spiel. Um diese muss man dann im 3. Quadranten kämpfen, denn dort sind sie nicht garantiert.

Vielleicht braucht es eine Reibung, damit der einzelne Mensch sozial kompatibel werden kann. Wo sonst muss man lernen Kompromisse einzugehen, wenn nicht mit Menschen, mit denen man sich nicht immer einig ist. Mit wem streitet man sich am meisten? Wo ist die Rivalität am größten? Mit den Geschwistern natürlich. Man kann sich sogar hassen, aber die Verbundenheit bleibt. Auch Hass verbindet, daher sollte man sich grundsätzlich im Leben überlegen, ob es sich lohnt, jemanden zu hassen. Denn wenn man jemanden hasst, dann kommt man nicht von ihm los und auch das kostet Energie.

Später im Leben zeigt das 4. Haus, womit, mit wem und wie man sich verbunden fühlt und wie man selbst Verbundenheit mit anderen erzeugt. Also auch, wie man seine eigene Familie erschafft.

In all dem spiegeln sich die eigenen Erlebnisse und Erfahrungen mit der Herkunftsfamilie. Das muss nicht bedeuten, dass man in seiner eigenen Familie die Prägung seiner Herkunftsfamilie blind wiederholen muss. Wenn man versucht, das Gegenteil seiner Herkunft zu erwirken, dann liegt man immer noch auf der polaren Achse, bleibt also dem Ursprung verhaftet. Die Frage ist, wie man den Weg in das Eigene findet. Dann braucht man seine Ahnen nicht mehr zu verfluchen.

Für Kinder ist Familie, wenn sie einigermaßen funktioniert, das Wichtigste, denn Familie bedeutet Welt für das Kind. Familie gibt Geborgenheit und Sicherheit.

Das 5. Haus – Der Leitwolf oder die Väter

In jedem Rudel gibt es ein Alphatier, den Anführer. Bei manchen Tierarten findet ein Kampf um diese Position statt. Bei uns Menschen wird dieser Kampf innerhalb der Familie durch die Geburtenabfolge ersetzt. In der Gesellschaft gab es früher die Königshäuser mit ihren Nachkommen.

Das 5. Haus symbolisiert das Streben nach dem Königsthron in jedem Horoskop. Jeder Mensch braucht sein kleines oder größeres «Königreich», ganz gleich ob er das nun im Beruf durch eine Führungsposition, als «Anführer» einer Gruppe, als «Vorstand» seiner Familie oder als Hobbytrainer zum Ausdruck bringt.

Im 5. Haus geht es nicht um das Spiel, hier wird das Spiel schnell blutig und ernst, wenn man sich nicht respektiert fühlt. Der Stolz ist ein Ausdruck des Verletztseins, wenn die eigene Position in Frage gestellt wird. Der Mensch möchte etwas Besonderes sein und respektiert werden.

In jedem Rudel, in jeder Familie, in jeder Gruppe gibt es eine Ordnung. Vater, Mutter, Erstgeborenes, Zweitgeborenes und Drittgeborenes. Die drei Geschwister sind der Archetypus der Geschwisterpositionen, mehr gibt es nicht. Das vierte Kind wiederholt die dritte und die erste Position. Warum und wie?

Das Erstgeborene hat nur Geschwister «unter» sich, also Nachgeborene. Das Zweitgeborene hat, für den Fall, dass es mehr als zwei Kinder gibt, einen «über» und einen «unter» sich. Das Drittgeborene hat nur ältere Geschwister. Kommt ein viertes Kind hinzu, so wird aus dem dritten ein nochmals «zweites Kind», denn es hat auch jeweils einen über und einen unter sich. Je mehr Kinder in der Familie, desto mehr archetypische Zweitgeborene.

Jeder dieser Positionen entspricht eine bestimmte Rolle. Keine dieser Rollen muss per se besser oder schlechter sein, als die anderen. Aber jede Rolle ist spezifisch, und der kann man nicht entfliehen, so sprachen schon Sybillen, so Propheten.

Die Rolle, in die man hineingeboren ist, bestimmt das Selbstbewusstsein und das Verhalten in der Familie und prägt das Grundverhalten in Gruppen im späteren Leben. Man kann in einer Gruppe nur gemäß des angeborenen Rollenarchetypus gut funktionieren. Das Funktionieren in der Gruppe wird im folgenden 6. Haus angezeigt.

Das 5. Haus und die Sonne im Löwen symbolisieren den König und seinen erstgeborenen Thronfolger. Das ist schäbig, wenn jemand mit der Löwesonne im 5. Haus nicht Erst-, sondern Zweitgeborener ist. Dann empfindet er sich auf Grund seines Naturells in der falschen Rolle. Denn er hält sich doch gemäß seiner Persönlichkeit für einen Erstgeborenen.

Umgekehrt kann der Erstgeborene von seinem Horoskop her keine archetypischen Signaturen für die Rolle des Erstgeborenen haben und «muss» diese Rolle trotzdem gemäß seines Naturells ausfüllen.

Geschwister und Familie prägen das Empfinden und das Rollenverhalten. Die Beziehung zu Geschwistern ist emotional existenziell und zum Überleben in der Gruppe wichtig. Sie bestimmt die Position in der Familie und prägt somit das Rollenverhalten in Gruppen generell.

Nichts davon findet man im 3. Haus, das zum 1. Quadranten gehörig, sich nur auf den Einzelnen bezieht und seine Beweglichkeit und Lernfähigkeit beschreibt. Beziehungen zu Geschwistern sind hochgradig emotional und konstitutiv für die Entwicklung einer sozialen Identität. Das soziale Ich, also das Gruppen-Ich findet man im 2. Quadranten, daher kann man getrost die gesamte Sippe unspekulativ in den 2. Quadranten platzieren.

Die Deutung der Geschwister im 3. Haus kommt aus einer Zeit, da man Kinder als kleine Käfer begriff, die noch keine Seele und kaum Empfinden hatten. Diese kleinen Käfer sollten alsbald erwachsen werden und im Gruppengefüge funktionieren. In der jüngeren Vergangenheit hat man viele neue Einsichten über die Bedeutung von Geschwisterbeziehungen für die Persönlichkeitsentwicklung gewonnen. Zur Grundlagenforschung in der Astrologie gehört auch die behutsame Neuanpassung von Bedeutungen an eine sich verändernde Zeit. Der alte Häuserkreis ist ein in sich nicht mehr schlüssiges System, die ursprünglichen Inhalte verloren im Laufe der Zeit ihre Bedeutung, was für die Gegenwart hieß, dass man assoziativ intuitive Zuordnungen von Inhalten zu den alten Häusern machte, die eigentlich keinen Sinn mehr ergaben. Aber wenn Astrologie zu einer primär intuitiven Deutungsassoziationsdisziplin verkommt, so entbehrt sie irgendwann ihrer eigenen Wurzeln.

Um ein Missverständnis zu klären; normalerweise wird Rivalität mit dem Widder assoziiert. Dem liegt aber eine Unsauberkeit in der Deutung zugrunde. Der Mars beherrscht den Widder und steht zunächst nur für den Kampfgeist und Antrieb des Einzelnen. Er kommt ja aus dem 1. Quadranten. Die Sonne entspricht dem Streben nach Führung und Dominanz innerhalb des Rudels. Der Löwe steht nicht für sich allein wie der Widder, er braucht seinen «Hofstaat», auf den sich seine Führungsrolle bezieht. Die Sonne im Widder ist eine Analogie zu Mars im 5. Haus. Mars im 5. Haus ist der Rivale des Königs, also der Archetypus des Zweitgeborenen, der den Erstgeborenen vom Thron stürzen möchte. Daher verschärft sich das Thema der Rivalität bei Sonne im Widder, weil Löwe und Widder zusammenkommen.

Ähnlich verhält es sich mit den Aspekten zwischen Mars und Sonne. Mars ist ich-, die Sonne rudelbezogen. Das Ich kämpft im Rudel um seine Selbstbehauptung. Bei einem Trigon oder Sextil läuft dieser Kampf sportlich ab. Bei einem Quadrat oder einer Opposition wird das Gegenüber zu sehr als Rivale wahrgenommen. Man fühlt sich ohnmächtig und/oder vermeidet die direkte Konfrontation. Das wirkliche Gegenüber macht Angst. Daher sucht man sich entweder vermeintlich «schwächere» Partner oder gar keine, um nicht um sein eigenes «Königreich» kämpfen zu müssen. Oder man setzt sich in eine Position, in der man gar keine realen Partnerschaften mehr haben muss, also die Gefahr der Rivalität nicht mehr spürt. Somit kann man sich als König selbstständig um sein Königreich bringen. Löwe und das 5. Haus stehen also nicht für Selbstausdruck, Hobby und Kreativität, es ist viel extremer und ernster.

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9783899976014
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