Kitabı oxu: «Metamorphose»
ALVARO
SOLAR
METAMORPHOSE
Die tödliche Entschlossenheit zu leben
METAMORFOSIS
La mortal determinación de vivir
Mit Bildern von
CRISTINA COLLAO
POESIE
Originalausgabe
© 2021 Hirnkost KG, Lahnstraße 25, 12055 Berlin; prverlag@hirnkost.de; http://www.hirnkost.de/
Alle Rechte vorbehalten
1. Auflage Januar 2021
Vertrieb für den Buchhandel:
Runge Verlagsauslieferung; msr@rungeva.de
Privatkunden und Mailorder: https://shop.hirnkost.de/
Layout: Alvaro Solar
Lektorat: Klaus Farin
ISBN:
PRINT: 978-3-948675-65-3
PDF: 978-3-948675-67-7
EPUB: 978-3-948675-66-0
Dieses Buch gibt es auch als E-Book – bei allen Anbietern und für alle Formate. Unsere Bücher kann man auch abonnieren:
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Aus dem chilenischen Spanisch
MELANIE LUCAS SOLAR
Para el pasado
para el futuro
para tí
Für die Vergangenheit
für die Zukunft
für dich
ALVARO SOLAR
Alvaro Solar ist in Chile geboren und lebt seit 1978 in der Hansestadt Bremen. Er ist Schauspieler, Regisseur, Grafik Designer (Hochschule für Künste Bremen), Musiker und Autor. Mit seinen Theaterproduktionen ist er in vielen Länder der Welt auf Tournee gewesen, in Europa, der Karibik, in Lateinamerika und den Golfstaaten. Er hat in Theatern und im Fernsehen als Schauspieler gearbeitet. Für seine künstlerische Arbeit hat er mehrere internationale Preise bekommen. Solar hat Theaterstücke sowohl für Erwachsene als auch für Kinder geschrieben.
Sein erstes Buch Socken, Lügen & Wein erschien 2013 im Sujet Verlag in Bremen, sein Buch Grenzenlose Hoffnung. Erinnerungen in Zeiten der Flucht 2020 im Hirnkost Verlag Berlin. Im Jahr 2020 erhielt er den 2. Preis der Aster Academy beim Intermationalen Goldenbook Literatur Wettbewerb in Italien für sein Gedicht „Der Hüter“ (El Guardián).
Im Jahr 2020 wurde sein Gedicht „Seele der Wörter“ (Alma de las Palabras) beim XII Orola Preis in Spanien unter die Finalisten gewählt und in der Anthologie des Jahres veröffentlicht.
Im Jahr 2019 wurde sein Gedicht „Der erste Mestize“ (El primer mestizo) unter die Finalisten beim XIII Orola Preis in La Coruña in Spanien gewählt und in der Anthologie des Jahres veröffentlicht.
Seine Erzählung „Heaven’s door“ erreichte 2019 einen Platz unter den Finalisten beim Internationalen Kurzerzählung Wettbewerb MiNatura in Spanien und wurde veröffentlicht.
CRISTINA COLLAO
Die chilenische Künstlerin Cristina Collao lebt seit 2011 in Bremen. Sie ist Szenografin und Malerin. Sie studierte Design mit Schwerpunkt Modedesign am Institut für Design der Katholischen Universität und danach Kunst und Szenografie an der Universität von Chile in Santiago. Seit 1996 ist sie, sowohl in Chile als auch in Deutschland, als Szenografin und Kulturmanagerin tätig. Sie hat mehrere Ausstellungen ihrer Bilder gemacht, u. a. in der Villa Ichon und in der Galerie am Schwarzen Meer in Bremen und in Kollektivausstellungen in Venedig, Italien. Collao arbeitet sowohl im Bereich der digitalen Kunst als auch der Ölmalerei und Zeichnung; sie entwirft auch Theaterplakate. Sie hat im Jahr 2020 das Buch Grenzenlose Hoffnung. Erinnerungen in Zeiten der Flucht illustriert.
Collao hat mit Solar im Jahr 2012 das Ensemble Theater Aber Andersrum und den Verein für Kunst & Menschenrechte „Eine verkehrte Welt” e. V. gegründet. Sie konzipiert und leitet seit 2015 verschiedene soziokulturelle Projekte, u. a. das Projekt Bremer Kultur ohne Grenzen. Seit 2014 ist sie als Regisseurin für das Ensemble Theater Aber Andersrum tätig und steht mit Alvaro Solar zusammen auf der Bühne.
DIE BILDER
10-11. Fragil wie eine Sekunde 20. Ariadne 37. Goodbye Eliana 52. Life 67. Singularität 82-83. Eros & Tanathos 98. Phoenix 116-117. Paradigma 138. Saudage 152-153. Abraxas 160. At the End 170-171. Ohne Titel 178. Tänzerin auf dem Vulkan 191. Prekäres Gleichgewicht 200. Der Weg.
INHALTSVERZEICHNIS
Leere Seite
Der Hüter
Metamorphose
Das Lachen
Die Pause
Deine Erinnerung
Die unerbittliche Zeit
Der Jungbrunnen
Gedicht der Fragen
Meine Ewigkeit
Reise in die Zukunft
An jeder Ecke des Universums
Gedächtnis
Quantengedicht
Kurzes Gedicht I
Flüchtiger Frühling
Nachtwache
Kurzes Gedicht II
Der Verrückte
Alles
Leben
Tag für Tag
Tödliche Entschlossenheit
Kurzes Gedicht III
Wasserkreislauf
Geheimnis des Lebens
Kurzes Gedicht IV
Zeitvogel
Geometrie der Begierde
Der Plan
Der versteinerte Fisch
Das Fest
Die Drehorgel
Gesang
Paradigma 2020
DANKE
Ich danke meiner Frau Cristina Collao für ihre tägliche Unterstützung, ihre kreative Kritik und für ihre erhabenen Ölgemälde, die die Gedichte begleiten und ergänzen; meiner Tochter Melanie für ihre Übersetzungen, es hat großen Spaß gemacht, mit ihr gemeinsam nach den richtigen Worten zu finden; ich danke Jutta Eichholz für ihren kritischen Blick. Ich bedanke mich auch beim Hirnkost Verlag für den Mut, in Zeiten der Pandemie diesen Gedichtband zu veröffentlichen.
ÍNDICE
Página en blanco
El Guardián
Metamorfosis
La risa
La pausa
Tu recuerdo
El implacable tiempo
La fuente de la juventud
Poema de las preguntas
Mi eternidad
Viaje al futuro
En cada esquina del universo
Memoria
Poema cuántico
Poema corto I
Primavera fugitiva
Vigilia
Poema corto II
El loco
Todo
Vidas
Día a día
Mortal determinación
Poema corto III
Ciclo del agua
Misterio de la vida
Poema corto IV
Pájaro del tiempo
Geometría del deseo
El plan
El pez petrificado
La fiesta
El organillo
Canto
Paradigma 2020
GRACIAS
Le agradezco a mi esposa Cristina Collao por su apoyo cotidiano, su crítica creativa y sus sublimes cuadros al óleo, que acompañan y completan este poemario; a mi hija Melanie por sus traducciones, ha sido un placer encontrar juntos las palabras adecuadas; gracias a Jutta Eichholz por su mirada crítica. Le agradezco también a la Editorial Hirnkost por su coraje de publicar en tiempos de pandemia un libro de poesía.

Worte sind wie Rettungsringe, die dem Leben dienen;
auf den tiefen Grund der Dinge kommst du schwer mit ihnen.
Las palabras son como salvavidas que sirven a la vida;
en la profunda razón de las cosas tienes dificultades con ellas.
Christian Morgenstern
LEERE SEITE
Eine leere Seite wartet darauf, gefüllt zu werden.
Hinein passen Kristallschmetterlinge, zitternd zwischen den Wünschen,
diese blaue und nächtliche Traurigkeit der stummen Eulen,
ein gelber müder Elefant, der Tautropfen trinkt,
ein trauriges, nachdenkliches Kind, das seine unruhige Weisheit singt,
und ein alter Mann, vom Leben in den Tiefen seines Herzens verwundet.
Hinein passen die in die Leere der Erinnerung geworfenen Träume,
die verlassenen Bedeutungen vergessener Worte,
der klare, keuchende Atem des verzweifelten Glücks,
die gleißenden, flüchtigen Farben der Illusionen und das ewige,
galoppierende Geheimnis der wiedergefundenen Hoffnung.
Eine leere Seite wartet darauf, gefüllt zu werden.
Hinein passt der Schnee, der meine Temperaturen schmilzt,
cholerische Flüsse, die sich in das Meer der Sehnsucht werfen,
die geduldige und scheue Stille des Frühlingsregens,
die schleppenden Schritte, zutiefst betrübt von Melancholie,
und die ewige, törichte Vernunft der Ameisen.
Hinein passt ein von Stille und kommenden Schlachten
wahnsinniges Wesen,
schweigende Stimmen im heiseren Beben der Massen,
an kochende Eisblumen gefesselte, erstarrte Hände,
geschlossene Augen, blind vom Bestaunen der Kometen,
und zitternde Finger, die tote Sterne streicheln.
Eine leere Seite wartet darauf, gefüllt zu werden.
Hinein passt ein unerforschtes Universum mit all seiner Endlichkeit,
uralte nächtliche Ängste, die noch geboren werden,
die verträumten Landschaften einer imaginierten Heimat,
fliegende Fische, die glänzend in den Himmel fallen,
und verwundete weiße Tauben, die im Feuer versinken.
Hinein passt auch
die andauernde und banale Schwere der Eitelkeit,
das dunkle, blendende Licht der Angst.
Ein Dschungel voller Erinnerungen und Sonnenaufgänge,
ein Meer, übersprudelnd von Fragen und Entscheidungen,
ein Tal voller Intimitäten und Trennungen
und ein heiliger reiner Berg, den sie sich teilen,
der Gott, der das Leben liebt,
und ein anderer, verheiratet mit dem Tod.
PÁGINA EN BLANCO
Hay una página en blanco esperando ser llenada
En ella caben mariposas de cristal tiritando entre los deseos
esa tristeza azul y nocturna de las lechuzas dormidas y mudas
un elefante amarillo y cansado bebiendo las gotas del rocío
un niño triste y pensativo recitando su inquieta sabiduría
y un anciano con heridas en el fondo del pecho de tanto existir
En ella caben los sueños arrojados al vacío del recuerdo
los abandonados significados de las palabras olvidadas
el claro aliento jadeante de la felicidad desesperada
los relucientes colores efímeros de todas las ilusiones
y el eterno misterio galopante de la esperanza recobrada
Hay una página en blanco esperando ser llenada
En ella caben nieves derritiendo todas mis temperaturas
ríos coléricos arrojándose a los mares de la ansiedad
el silencio paciente y huidizo de las lluvias primaverales
los paulatinos pasos acongojados de la melancolía
y la constante enloquecida cordura eterna de las hormigas
En ella caben un ser delirante de silencios y batallas
las voces calladas en el ronco temblor de las multitudes
manos entumecidas atadas a flores de hielo ardiente
ojos cerrados y ciegos de tanto mirar a los cometas
y dedos temblorosos rozando estrellas desaparecidas
Hay una página en blanco esperando ser llenada
En ella caben un universo inexplorado con su límite
remotos temores nocturnos creciendo para nacer
paisajes oníricos de una patria del imaginario
peces voladores y brillantes cayendo al mar del cielo
y palomas blancas heridas sumergidas en el fuego
También caben
la constante y banal pesadez de la vanidad
la oscura pero incandescente nitidez del miedo
una selva llena de recuerdos y amaneceres
un mar rebosante de preguntas y decisiones
un valle lleno de intimidades y de rupturas
y una montaña sagrada y pura que comparten
un dios amante de la vida
y otro casado con la muerte
DER HÜTER
Ein eingenisteter Vogel lebt im tiefen und erleuchteten
dunklen Grund meiner alten Seele.
Er hat den durchdringenden Blick eines in sich versunkenen Löwen,
aus dem Gesang der Flüsse geborene Federn,
Flügel, weiter als die Leere der Dämmerung,
goldene Krallen, geöffnet und zärtlich hart,
die Krone des Osiris, sein astrales, marineblaues Haupt bedeckend,
die Schwanzfeder nass von Tränen der Freude und Trauer.
In seiner zerissenen Brust leben Zeichen tausendjähriger Gottheiten
und sein silber durchscheinender Schnabel öffnet sich
beim Einbruch der Nacht,
um in den Sternen geborenen Ahnenmelodien zu singen.
Wartend bewohnt er meinen Geist in Stille,
bewacht meinen Schlaf, nährt meine Illusionen.
Er flüstert Träume und Albträume in meine Ohren,
springt in die Leere meines gequälten Geistes,
wird, am Ende der Hoffnung, zu Asche,
und wenn das Feuer der Liebe durch meine Adern strömt,
und meine befreite Seele das Firmament mit ihren Lippen benetzt,
wird er wiedergeboren, erwacht, baut sich neu auf, springt,
krächzt sein Gebrüll, öffnet seine Flügel,
Schatten, Stille und Morgendämmerungen abfeuernd,
um sich wieder in dem bewölkten Himmel meiner Zweifel zu erheben,
und so die wundervolle Nacht meines zerbrechlichen Daseins
zu erhellen.
2. Preis Aster Academy Italien, Golden Aster Book Price für Poesie 2019.
2. Premio de la Aster Academy en Italia, Golden Aster Book para Poesía 2019.
EL GUARDIÁN
Un pájaro anidado vive en el profundo
y lúcido fondo oscuro de mi alma antigua
Tiene ojos penetrantes de león absorto
plumas nacidas del sonido de los ríos
alas más anchas que el vacío del crepúsculo
garras de oro abiertas y suavemente duras
la corona de Osiris cubriendo su astral cabeza azul marina
una cola mojada con lágrimas de tristezas y alegrías
En su desgarrado pecho viven signos de dioses milenarios
y su pico plateado transparente se abre al llegar la noche
para cantar melodías ancestrales nacidas de los astros
Habita mi espíritu en silencio y a la espera
vigila mi dormir nutre mis ilusiones
Canta en mis oídos sueños y pesadillas
salta al vacío de mi atormentado espíritu
se convierte en ceniza al fin de la esperanza
y cuando el amor del fuego arrasa mis venas
y mi alma liberada roza con sus labios el gran firmamento
vuelve a renacer despierta se rehace brinca grazna un rugido
abre sus alas disparando sombras silencios y amaneceres
para volar nuevamente por el nublado cielo de mis dudas
e iluminar así la hermosa noche de mi frágil existencia

METAMORPHOSE
Irgendwann werde ich an einem neuen Tag erwachen,
mit zwei schmalen schwarzen Flügeln an den Seiten.
Auf meinem fiebrigen Kopf wird eine mächtige gelbe Krone thronen,
aus transparenten schwebenden Federn.
In der schmerzenden Brust wird ein eisernes Herz
aus Wasser und Licht schlagen und in tausend Stücke zerspringen.
Meine unerreichbaren Hände werden nächtliche Blitze sein,
unsichtbar und orangenfarbig im All.
Meine neugierigen Finger werden mit einem Seufzer
Sterne erreichen, die bereits erloschen sind.
Meine geschlossenen Augen werden ängstlich verborgene
und blinde Geschichten der Vergangenheit anstarren.
Meine dunklen Ohren werden klare Wasserquellen sein,
voller stummer verlorener Musiknoten.
Aus meinem unersättlichen, sehnsüchtigen Bauch werden
Kolibris fliegen, gewalttätige Lieder schmetternd.
In meinem gekrümmten Rücken werden Regen aus Kristall leben,
die den Sumpf der Erinnerungen verwüsten.
Meine verwundeten Beine werden die Müdigkeit
der klaren Nächte und dunklen Tage beherbergen.
Meine uralten Füße werden keine Zehen mehr haben,
sondern die nervösen Wirbel einer Geige.
Meine anonymen Knie werden Ruder
treibender verirrter Segelschiffe sein.
Durch mein schwarzes Haar werden kalte Tränen fließen,
vergossen wie Flüsse der Freude.
Meine geographischen Adern werden das Blut
in geschmolzenes Silber verwandeln, das aus der Erde strömt.
Ächzend wie trockene Bäume werden die Knochen
das Gewicht allen Unglücks tragen.
Die verwirrten Lungen werden Seufzer
alter Kinder und neugeborener Greise atmen.
Die Nieren werden mit heiligen Ritualen
das hellgrüne Nass verlorener Hoffnungen reinigen.
Zwischen Hals und Taille wird eine Schlange ruhen,
schlafende Gefangene all meiner Dämonen.
Um die Schienbeine wird eine Fessel liegen
und kraftvoll meine zukünftigen Ängste bändigen.
Meine Arme werden von Stahlseilen gehalten werden,
mein Verlangen, meinen Ehrgeiz und meinen Neid bindend.
Meine wirren Zellen werden verwundert sein
und trunken eine seltsame Melodie tanzen.
Und in meinem geschlossenen Mund wird erneut,
ohne Vorwarnung und Erbarmen, ein neuer Tag geboren.
Finalist beim Wettbewerb Fantastische Poesie MiNatura, Spanien 2019.
Finalista en el Concurso internacional de poesía fantástica MiNatura, España 2019.
METAMORFOSIS
Un nuevo día no muy cercano despertaré
con alas angostas y negras a los costados
En mi cabeza febril tendré una enorme y amarilla
corona con plumas transparentes y flotando
En el pecho adolorido saltará un corazón
de hierro agua y de luz estallando en mil pedazos
Mis manos inalcanzables serán rayos nocturnos
anaranjados e invisibles en el espacio
Mis dedos curiosos alcanzarán en un suspiro
aquellas estrellas que ya desaparecieron
Mis ojos cerrados temerosos se clavarán
en historias ocultas y ciegas del pasado
Mis oídos oscuros serán fuentes de agua clara
llenas de mudas notas musicales perdidas
De mi ansioso e insaciable vientre escaparán bandadas
de colibríes gritando violentas canciones
En mi espalda curva vivirán lluvias de cristal
que arrasarán con el pantano de los recuerdos
Mis piernas heridas albergarán esos cansancios
de las noches claras y la oscuridad del día
En mis pies ya ancestrales no vivirán más mis dedos
sino que las nerviosas clavijas de un violín
Mis rodillas anónimas serán como timones
de veleros desorientados a la deriva
Por mi cabello negro correrán lágrimas frías
derramadas como ríos en las alegrías
Mis venas geográficas convertirán la sangre
en plata derretida emergiendo de la tierra
Los huesos soportarán crujiendo como árbol seco
el peso insospechado de todas las desdichas
Los pulmones confundidos respirarán suspiros
de niños ya muy antiguos y ancianos ya naciendo
Los riñones purificarán con ritos sagrados
el verde líquido de las esperanza perdida
Entre el cuello y mi cintura yacerá una serpiente
dormida y prisionera entre todos mis demonios
Alrededor de las canillas habrá una cadena
apretando con fuerza mis futuros temores
Mis brazos serán sostenidos por cuerdas de acero
que atarán mi lujuria mi ambición y mi envidia
Mis enredadas células estarán sorprendidas
y bailarán ebrias una extraña melodía
Y en mi boca cerrada renacerá otra vez
sin aviso y sin compasión un nuevo día
DAS LACHEN
Das Lachen ist eine chaotische Melodie, in die Leere springend,
ein einsamer blauer Schmetterling, zitternd vor Kälte,
ein sehr klarer, unendlich weiter Himmel, voller Kanten und Grenzen,
in einem stillen Winter aus Schnee und nassem Holz.
Das Lachen ist ein Extrakt aus Licht und wieder gewonnener Hoffnung,
eine zärtliche Maske, aus durchsichtigem Eisen, schön und ruhig,
blendender Glanz einer langsamen und geträumten Morgendämmerung,
ein feuriger Frühlingskarneval mit einem geraubten Kuss.
Das Lachen ist rhythmischer Wahnsinn mit einem unbekannten Lied,
der einzigartige Augenblick der erhabenen Leere einer lang
ersehnten Abfahrt,
zitterige, nie geschriebene Musiknoten, sanfte Stimmen, nie gesungen,
ein wilder und himmlischer Tanz gut geliebter freier Frauen.
Das Lachen ist flüssig und heiß wie geschmolzenes Weißgold,
es rezitiert unbekannte Gedichte ohne Zeit oder Sinn,
es hat die Form einer Haselnuss, Geschmack nach Birne
und die Farbe der Erdnuss,
es duftet nach Wein, Kuchen und Fleisch mit Chili.
Das Lachen riecht auch nach reifer und frisch geschnittener
Wassermelone,
es ist glänzend, wie grüne Tomaten in einem Gemüsegarten,
es hat ein gealtertes Aroma, würzig und rot, aber rund,
es steigt aus der Erde, sinkt hinunter zu den Sternen und dringt tief ein.
Das Lachen ist die unorganisierte Revolution der Traurigkeit,
es schreit Sprüche der Freude, der Weisheit und Schönheit,
es ist eine große Parade des Glücks,
es kollidiert mit den Skeptikern und zerstört gnadenlos das Böse.
Das wahre Lachen ignoriert die Sterblichkeit,
wie ein ewiger Engel hat es auch kein Alter,
es wurde geboren und stirbt und ersteht wieder auf,
es ist wie ein nie geborenes Kind, das immer leben wird.
LA RISA
La risa es una melodía caótica saltando al vacío
una mariposa azul y solitaria tiritando de frío
un cielo muy claro e infinito plagado de bordes y fronteras
en un invierno callado de nieves y humedecidas maderas
La risa es un extracto de luz y de esperanza recuperada
una tierna máscara de acero transparente hermosa y callada
fulgores enceguecedores de un amanecer lento y soñado
ese carnaval de primavera ardiente con un beso robado
La risa es locura rítmica con una canción desconocida
un momento único de vacío sublime en la ansiada partida
notas temblorosas nunca escritas voces suaves jamás cantadas
el baile indómito y celestial de mujeres libres bien amadas
La risa es líquida y es caliente como el oro blanco derretido
recita unos poemas desconocidos sin tiempo ni sentido
tiene forma de avellana gusto a pera y ese color del maní
tiene aroma de vino de tarta y a carnes untadas en ají
La risa huele también a sandía madura y recién abierta
es brillante como verdes tomates plantados en una huerta
tiene un aroma envejecido picante y rojo pero redondo
sube por la tierra baja a las estrellas y penetra bien hondo
La risa es la revolución desorganizada de la tristeza
grita refranes de alegría de sabiduría y de belleza
es un gran desfile multitudinario de la felicidad
choca con los escépticos arrasa sin piedad a la maldad
La risa verdadera existe sin pensar en la mortalidad
es como un ángel eterno tampoco a ella se le cuenta una edad
llegó un día al mundo murió de nuevo y siempre resucitará
es como un bebé jamás nacido pero que siempre vivirá
DIE PAUSE
Mitten in der Wüste werde ich eine Pause machen
und mich hinsetzen, um mir in die Augen zu schauen.
Ich werde in ihnen all das Verlorene suchen,
was zu entdecken nicht möglich ist.
In meinen Augen werde ich Spuren finden,
von Menschen, die lebten, ohne zurückzublicken,
ohne die Verlassenen oder Verfolgten zu sehen.
Ich werde Stimmen in meinen Augen hören,
von denen, die bereits gegangen sind,
von denen, die sich kaputt lachten
in langen Nächten voller Wein und Zigarren,
und von denen, die vorbeikamen, ohne Spuren zu hinterlassen.
Mitten in der Wüste werde ich eine Pause machen
und mich hinsetzen, um meinen Ohren zuzuhören.
Ich werde in ihnen all das Schweigen suchen
der nie beantworteten Fragen.
Ich werde Spuren in meinen Ohren finden
von alten, nie gehörten Liedern,
schreiend gesungen in den Bars der Dunkelheit.
Ich werde Stimmen in meinen Ohren hören
von jenen großen Lieben,
auch von den zufälligen, den verrückten,
den unschuldigen und verzweifelten,
und von denen, die vorbeikamen, ohne Spuren zu hinterlassen.
Mitten in der Wüste werde ich eine Pause machen
und mich hinsetzen, um mit meinem Mund zu reden.
Ich werde in ihm die vergeudeten Küsse suchen,
diese Küsse, die noch nicht gegeben wurden.
Ich werde in meinem Mund Spuren finden
vergessener Liebschaften, zerstörter Beziehungen,
zerbrochener, für immer verlorener Bindungen.
Ich werde Stimmen in meinem Mund hören
von denjenigen, die mich anlogen,
von denen, die ohne Zögern etwas versprachen,
von denen, die ihre Versprechen nicht einhielten,
und von denen, die vorbeikamen, ohne Spuren zu hinterlassen.
Mitten in der Wüste werde ich eine Pause machen
und mich hinsetzen, um meine alten Hände zu fühlen.
Ich werde in ihnen die Hände anderer suchen,
derjenigen, die sie lachend geschüttelt haben.
Ich werde in meinen Händen Spuren finden
von Einsamkeiten und neuen Sehnsüchten,
auch von Heuchelei, Lügen und Geiz.
Ich werde in meinen Händen Stimmen hören
von jenen unheilvollen Gestalten,
jenen unseligen Blinden, die mich hassten,
mich verletzten, mich verwünschten,
und von denen, die vorbeikamen, ohne Spuren zu hinterlassen.
Mitten in der Wüste werde ich eine Pause machen
und mich hinsetzen, um mit meinen Erinnerungen zu sprechen.
Ich werde in ihnen nach deinen Erinnerungen suchen,
und es wird wie ein Puzzle sein.
Ich werde deine Spuren in mir finden,
meine Erinnerungen, eingenistet in den deinen
und dein Bild in meinem Vergessen verschwindend.
Ich werde Stimmen in meinen Erinnerungen hören
von diesen deinen Stimmen.
Wie ein Geheimnis werde ich in deine Augen eintreten
und in deinen Ohren ein stiller Liebhaber sein,
und unsere Erinnerungen werden verstreute Spuren sein
im riesigen Universum
meines verzweifelten
Gedächtnisses.
LA PAUSA
En medio de un desierto haré una pausa
y me sentaré allí a mirar en mis ojos
Buscaré en ellos todo lo perdido
lo que no es posible descubrir
Encontraré huellas en mis ojos
de seres que vivieron sin mirar atrás
sin ver a los abandonados ni a los perseguidos
Escucharé voces en mis ojos
de aquellos que ya se han ido
de los que reían a carcajadas
en largas noches de vino y cigarro
y de los que pasaron sin dejar ningún rastro
En medio de un desierto haré una pausa
y me sentaré a escuchar a mis oídos
Buscaré en ellos todo ese silencio
de las preguntas no respondidas
Encontraré huellas en mis oídos
de canciones antiguas nunca escuchadas
cantadas a gritos en los bares de oscuridad
Escucharé voces en mis oídos
de aquellos amores grandes
también de los fortuitos de los locos
los inocentes y desesperados
y de los que pasaron sin dejar ningún rastro
En medio de un desierto haré un pausa
y me sentaré a conversar con mi boca
Buscaré en ella besos malgastados
esos besos aún no entregados
Encontraré huellas en mi boca
de amores olvidados lazos destruidos
de vínculos fracturados para siempre perdidos
Escucharé voces en mi boca
de aquellos que me mintieron
de los que sin dudarlo prometieron
de los que tampoco cumplir supieron
y de los que pasaron sin dejar ningún rastro
En medio de un desierto haré una pausa
y me sentaré a sentir mis viejas manos
Buscaré en ellas esas manos de otros
de los que riendo las estrecharon
Encontraré huellas en mis manos
de soledades y nuevas ansiedades
también de hipocresías mentiras y mezquindades
Escucharé voces en mis manos
de aquellos seres siniestros
de los nefastos ciegos que me odiaron
me dañaron y el mal me desearon
y de los que pasaron sin dejar ningún rastro
En medio de un desierto haré una pausa
y me sentaré a charlar con mis recuerdos
Buscaré en ellos tus propios recuerdos
y será como un rompecabezas
Encontraré huellas tuyas en mí
mis recuerdos en los tuyos anidados
y tu imagen desapareciendo en mi olvido
Escucharé voces en mis recuerdos
de aquellas las voces tuyas
como un secreto entraré en tus ojos
y seré un silencioso amante en tus oídos
y nuestros recuerdos serán rastros dispersos
en el universo enorme
de mi memoria
desesperada

DEINE ERINNERUNG Für meine Mutter
Du bist einsam geworden
wie ein Schiff, gebunden an das urplötzliche und unerwartete Vergessen,
die kindlichen und schrillen Stimmen der vergänglichen Erinnerung
sagten dir nichts mehr,
die geliebten und verhassten Gesichter verblassten zusammen
und wurden zu trockenen Blättern,
die banalen und die glücklichen Geschichten
blieben in dunklen Kerkern gefangen.
Du bist still und gefasst geworden,
gebettet in die uralten Lichter der Imagination,
tote Landschaften parfümierter Ölbilder,
verschlissen vor deinem Blick,
die Träume von gestern verwandelten sich in weißen Sand,
durch deine schlanken Finger rieselnd,
die Hoffnungen sagten dir nichts mehr,
sie beobachteten schweigend deine Abreise.
Du bist schweigsam geworden,
gestützt von dicker Luft, gefüllt mit fernen Worten,
die Engelsmusik hat sich in deinen Ohren verfangen,
müde davon, das Leben anderer zu leben,
die Vögel, die noch vor kurzem zu dir sprachen,
beobachten dich nun stumm und verwundert,
die dunklen Wolken des Gedächtnisses hängen schwer und reglos,
das klare Blau der Erinnerung verdeckend.
Du bist schläfrig geworden
und verabschiedest dich behutsam jeden Tag etwas mehr,
überrascht, zu viel zu leben und dem immer abwesenden Tod
mit Beharrlichkeit zu widerstehen,
glücklich flüchtige Erinnerungen einzuatmen,
die lachend nachts angeflogen kommen,
wie kleine neugeborene gelbe Vögel,
die gerade lernen, höher zu fliegen.
Du wirst an irgendeinem Tag gehen,
und wenn im Raum dein Aroma nicht mehr sein wird,
werden die Erinnerungen beginnen,
wir werden dich mehr lieben als zuvor,
als hätte uns dein Abschied endlich geweckt,
wir werden über dich reden, und mit uns
werden deine Stimmen, dein Schweigen,
dein Blick und deine Traurigkeit singen,
wir werden dich kreativ und einsam erinnern,
nachdenklich, geheimnisvoll und besinnlich,
und nichts von dir wird jemals wieder
unsere Fragen beantworten.
TU RECUERDO Para mi madre
Te fuiste quedando sola
como un barco amarrado a los repentinos e inesperados olvidos
las voces infantiles y las agudas de la memoria pasajera
no te decían nada
los rostros amados y los odiados se esfumaron juntos
y se convirtieron en hojas secas
las historias las banales y las alegres
quedaron atrapadas en un calabozo oscuro
Te fuiste quedando quieta y serena
acostada en las antiguas luces de las imaginaciones
las naturalezas muertas con sus óleos perfumados
se fueron desgastando en tu mirada
los sueños de ayer se transformaron en arena blanca
escurriéndose lenta entre tus flacos dedos
las esperanzas ya no te decían nada
estaban ahora mudas observando tu partida
Te fuiste quedando en silencio
sostenida en un aire denso inundado de palabras lejanas,
la música de los ángeles se enredaba en tus oídos
cansados ya de vivir vidas de otros
los pájaros que hace poco te hablaban
ahora te observaban silenciosos y muy sorprendidos
las oscuras nubes de la memoria quedaron inmóviles
tapando el claro azul del recuerdo
Te fuiste quedando dormida
despidiéndote sutilmente un poco cada día transcurrido
sorprendida de vivir tanto y de resistir con sana insistencia
a la buena muerte siempre ausente
alegre de respirar pedazos de recuerdos volátiles
que aparecen riéndose en las noches
como pajaritos amarillos recién nacidos
aprendiendo a elevarse aún un poco más
Te irás un día cualquiera
y cuando ya no esté tu aroma en el cuarto comenzarán esos recuerdos
te amaremos entonces aún más que antes
como si tu partida al fin nos hubiese despertado
hablaremos de ti y con nosotros cantarán tus voces
tu silencio tu mirada y tu tristeza
te recordaremos creadora y solitaria
pensativa enigmática y muy contemplativa
Y ya nada de ti podrá jamás responder
a nuestras preguntas
DIE UNERBITTLICHE ZEIT
Durch den ersten Waggon eines alten und leeren Zuges,
abgestellt und vergessen in einem verlassenen Bahnhof,
schieben sich ungeduldig Passagiere der Erinnerung.
Melancholische Lokomotivführer ohne Namen
suchen vergeblich ihre eigenen verlorenen Spuren.
Schamlose Koffer aus nicht existierendem Leder
werfen ihre Geheimnisse in die traurigen Gänge.
Im zweiten Waggon rebellieren die Fenster
und lassen die sehnsüchtigen Blicke,
für immer im Glas gefangen, nicht hindurch.
Der schlafende Boden bewegt sich unruhig
beim Versuch, die abwesenden Reisenden zu identifizieren.
Das schrille Heulen einer Sirene erstickt,
als wollte sie etwas Unmögliches schreien.
Im dritten Waggon kann der alte und dichte schwarze Rauch,
weich schwebend wie ein mondloser Abschied,
nicht mehr über die dreckigen Wände kriechen.
Die harten Holzsitze versuchen vergebens,
die Geheimnisse in ihren Knochen zu entschlüsseln.
Die Lampen ertragen die Dunkelheit nicht mehr,
und erloschen gehen sie an, ohne Licht zu geben.
Im vierten Waggon fallen Tropfen in die Toilette,
Minuten und Sekunden der kommenden Zeiten,
aber sie erreichen nie die trockenen Rohre.
Schimmelige Aschenbecher, in Angst ertrinkend
liegen dunkel und traurig vom Warten.
Auf der schmalen, zertretenen Treppe häufen sich Küsse,
Umarmungen, Tränen und Abschiede.
Im fünften Waggon sehen die bronzenen Wände aus
wie stumpfe blinde Spiegel,
blasse Versuche, die Zeit zu überdauern.
Die Schrauben und Muttern wagen es nicht, sich zu bewegen,
um die Versuchung des Todes nicht zu wecken.
Die verzogenen Türen, unheilvoll und dement,
kreischen im Rhythmus einer Trauermusik.
Im sechsten Waggon liegt der faltige Teppich,
auf den Boden geklebt
wie eine gefrorene Leiche voller trockener und offener Narben.
Heisere Stimmen aus müden Mündern entkommen,
versuchen verzweifelt, einen Chor zu organisieren.
Weit entferntes Kinderweinen kollidiert im Nichts,
um so im Weltall gefangen zu bleiben.
Im letzten Waggon beobachten ein paar leere
und gefleckte Plastikflaschen fassungslos
diese unaufhaltsame und absolute Hand der Zeit.
Und die Zeit selbst, diese nicht mehr zurückkehrende Zeit,
diese unversöhnliche, irreversible und endgültige Zeit,
küsst mit Leidenschaft und verrücktem Wahnsinn den Tod
und genießt und liebt ihn mit einer unendlichen Umarmung.
Während dieser sich freut und über
ihre unbegrenzte Despotie
und ihren völligen Mangel an Mitgefühl lacht.
Pulsuz fraqment bitdi.