Kitabı oxu: «Der Lebensweg aus astrologisch-psychologischer Sicht»
astronova Sonderausgabe

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Inhalt
Vorwort
Erfolgreich Handeln durch Astrologie
Nirgendwo ist die Astrologie so hilfreich wie im Alltag
Früh übt sich
Ein Loblied auf das Korsett
Der Tierkreis und das kreative Handeln
Die astrologischen Häuser kurz und knapp
Nun zur Praxis
Ach, wäre ich ein Grashalm
Das 1. Haus – Ich will
Irgendwo ist alles Zorn
Vom Widder zum 1. Haus
Etwas Zeit für Erfahrungen und Gedanken
Etwas Zeit für persönliche Übungen zu Haus 1
Das 2. Haus – Ich habe
Die Sache mit der Materie
Vom Stier zum 2. Haus
Etwas Zeit für Erfahrungen und Gedanken
Etwas Zeit für persönliche Übungen zu Haus 2
Das 3. Haus – Ich kommuniziere
Wissen oder besser wissen
Von den Zwillingen zum 3. Haus
Etwas Zeit für Erfahrungen und Gedanken
Etwas Zeit für persönliche Übungen zu Haus 3
Das 4. Haus – Wo komme ich her?
Von Familien, Kindern und Bäumen
Vom Krebs zum 4. Haus
Etwas Zeit für Erfahrungen und Gedanken
Etwas Zeit für persönliche Übungen zu Haus 4
Das 5. Haus – Ich bin
Mein Land … Dein Land … wessen Land?
Von dem Löwen zum 5. Haus
Etwas Zeit für Erfahrungen und Gedanken
Etwas Zeit für persönliche Übungen zu Haus 5
Das 6. Haus – Ich diene
Das Haus der Mägde und Knechte
Von der Jungfrau zum 6. Haus
Etwas Zeit für Erfahrungen und Gedanken
Etwas Zeit für persönliche Übungen zu Haus 6
Das 7. Haus – Du willst
Das Haus der Partnerschaft
Von der Waage zum 7. Haus
Etwas Zeit für Erfahrungen und Gedanken
Etwas Zeit für persönliche Übungen zu Haus 7
Das 8. Haus – Wo muss ich mich wandeln?
Aller Anfang ist schwer, doch ohne ihn kein Ende wär‘‘
Vom Skorpion zum 8. Haus
Etwas Zeit für Erfahrungen und Gedanken
Etwas Zeit für persönliche Übungen zu Haus 8
Das 9. Haus – Wo finde ich meinen Sinn?
Das Ziel ist das Ziel
Von dem Schützen zum 9. Haus
Etwas Zeit für Erfahrungen und Gedanken
Etwas Zeit für persönliche Übungen zu Haus 9
Das 10. Haus – Wo habe ich Erfolg?
Das Ziel erreicht. Was dann?
Vom Steinbock zum 10. Haus
Etwas Zeit für Erfahrungen und Gedanken
Etwas Zeit für persönliche Übungen zu Haus 10
Das 11. Haus – Wo finde ich Inspiration?
Kein Wir ohne Ich
Von Wassermann zum 11. Haus
Etwas Zeit für Erfahrungen und Gedanken
Etwas Zeit für persönliche Übungen zu Haus 11
Das 12. Haus – Wo finde ich Erlösung?
Vertrauen in den Fluss des Lebens
Von den Fischen zum 12. Haus
Etwas Zeit für Erfahrungen und Gedanken
Etwas Zeit für persönliche Übungen zu Haus 12
Ein paar Worte zum Schluss
Über die Autorin
Vorwort
Die Astrologie ist ein so facettenreiches Gebiet, kein Wunder, dass sich bereits seit über Tausende von Jahren die Menschen aller Kulturen damit befassen. Viele ausgezeichnete Techniken wurden bereits erarbeitet, gelehrt und in Büchern beschrieben.
Die „Technik“ bzw. Betrachtungsweise, die ich Ihnen auf folgenden Seiten vorstellen werde, ist so einfach in ihrer Art, dass sie bisher vielleicht übersehen wurde. Sie beschreibt in einer großen Einfachheit und doch komplex unser menschliches Verhalten auf grundlegende, archetypische Weise. Wie Wachstum, Entwicklung, Erfolg geschehen, und wie diese wiederum vermieden bzw. verhindert werden können.
Wir sind Meister darin, in vielen Vermeidungsstrategien unser so sehr gewünschtes Glück zu erleben. Jenes Glück, das sich für jeden vielleicht anders ausdrückt. Für den einen ist es der erfüllte Job mit Anerkennung oder die finanzielle Freiheit, ein anderer wünscht sich die liebevolle Partnerschaft, ein freudvolles Familienleben mit den Kindern und vieles mehr.
Stellen Sie sich vor, Sie könnten Ihre Vermeidungsstrategien endlich erkennen, verstehen, vielleicht sogar mild und liebevoll darüber lächeln, anstelle sich darin zu verstricken und diese blind immer und immer wieder zu durchleben, bis Sie selbst glauben, dass es das Glück so ja gar nicht gibt. Stellen Sie sich vor, Sie könnten sogar verstehen, erkennen und sehr bald erleben, wie Sie sich selbst aus dem Spiel der Misserfolge lösen, um bald ein neues Spiel des Lebens zu erproben, zu experimentieren hin zu dem Wunsch, der so tief in Ihnen ertönt.
Um jedoch zu begreifen und bewusst zu erkennen, wie der Weg in den Erfolg in uns in aller Natürlichkeit angelegt ist und wie er im „Kreis der Astrologie“ sogar in seiner vollkommenen Kraft eingeschrieben, ja sogar eingebrannt ist, muss und darf ich Ihnen einiges über das menschliche Wesen und seine Strategien berichten.
Um einen neuen Weg gehen zu können, sollten wir auch den bereits gegangenen Weg verstehen und würdigen, damit wir wirklich erkennen, um kraftvoll ein neues Spiel zu erproben.
Sie erfahren auf folgenden Seiten etwas über die menschliche Psyche, über gesellschaftliche Konventionen und Prägungen, über Ängste und Flüchte. Sie erfahren natürlich auch, warum der Tierkreis der Astrologie nichts mit „Sternzeichen“ zu tun hat, sondern fast ein mystisches Geheimnis in sich trägt, wie wir die Kräfte im Hier und Jetzt nutzen können.
Ich beschreibe intensiv die Aktionsweise der zwölf Tierkreiszeichen, in ihrer angelegten Kraft, die Chancen, die darin liegen sowie die Aufgaben. Ich beschreibe und stelle graphisch dar, wie der Weg der Vermeidung im „Kreis der Astrologie“ funktioniert, den wir leider allzu oft tatsächlich leben.
Sie werden erstaunt sein, werden erkennen und darin liegt bereits die Chance der Veränderung bzw. Wandlung. Ich beschreibe besonders gerne, wie Sie mit der neuen Sichtweise die Kraft der Tierkreiszeichen und der astrologischen „Häuser“ für sich und Ihr eigenes Wachstum und Fortkommen hin zum Erfolg nutzen können.
Die zwölf Tierkreiszeichen beschreiben spezifische Wirkweisen von Kräften, die in der Natur das Gesetz der Evolution, des Erfolgs, des Lebens voranschreiten lässt. Diese Natur neu zu verstehen, sich wieder anzubinden an diese Kraft der Natur, wird uns selbst wieder mutig machen, uns von so mancher Konvention zu befreien und uns selbst wieder nah zu sein. Unsere Natur ist dieselbe Natur, die uns umgibt, die uns gebiert und die uns im Zyklus des Lebens hält. Ein neues Spiel des Lebens kann experimentiert werden, das bereits über tausende Jahre angelegt ist. Wir hatten uns nur „ein wenig“ entfernt.
Manchmal sind wir in unserem Inneren so verdreht, dass wir selbst nicht mehr erkennen können, wie es denn anders gehen kann. „Richtig gehen“, was das sein soll, ist leider auch durch so viele Konzepte überlagert, dass das wohl kaum jemand weiß.
Das einzige Erfolgsmodell, das ich kenne, ist die Natur selbst. Sie scheint das Wissen in sich zu tragen, wann und was, wie erfolgen soll. Es scheint einen inneren Plan zu geben, über den keiner sprechen muss, der einfach nur IST! Wir Menschen haben uns darüber schon viele Gedanken gemacht und viel beobachtet.
Und genau das ist das Kapital der Astrologie: Die Beobachtung der Natur, ihrer Erscheinungen und Wirkweisen, in aller Einfachheit. Dies ist der Bauplan eines Lebens im Einklang mit den Zyklen. Das Einfache kann das Komplexe erschaffen, also dürfen wir wieder mutig das Einfache erkennen, um unsere komplexe Welt wundervoll zu machen!
Vielleicht kennen Sie mein Buch Der Berufsweg aus astrologischpsychologischer Sicht. Dann werden Ihnen hier und da kurze Passagen begegnen, die Sie bereits von dort kennen. Bitte erlauben Sie mir diese kleinen Wiederholungen.
Um die Möglichkeit des tieferen Verständnisses zu bieten, habe ich ergänzend bei jedem Haus ein Kapitel „Etwas Zeit für Erfahrungen und Gedanken“ mit jeweils zwei „Dauerthemen“ als Entwicklungsbeispiele angeführt. Diese sind:
–Partnerschaft erneuern
–Einkommen steigern
Beide Themen begleiten uns durch das astrologische Häusersystem und werden so eine echte Chance, um inneren und folgend auch äußeren Erfolg zu erfahren.
Manchmal tut es auch gut, Zeit mit den eigenen Gedanken zu verbringen. Aus diesem Grunde finden Sie zu jedem Entwicklungs-Haus zusätzlich das Kapitel „Zeit für persönliche Übungen“.
Ich danke Petra Niehaus und Ingrid Werner an dieser Stelle ganz herzlich für Ihr Werk Astrologie als lebendige Entwicklung – Vom kreativen Umgang mit den inneren Anteilen. Die Übungen, die Sie in den Kapiteln „Zeit für persönliche Übungen“ finden, sind (in Du-Form) diesem Werk entnommen.
Erfolgreich Handeln durch Astrologie
Vieles haben wir uns in unserem Leben schon vorgenommen. Und so manches davon haben wir wieder abgebrochen. Sehr oft haben wir unserem Erfolg selbst im Weg gestanden. Sind auch Sie in solchen Fällen Meister ebenso vieler Argumente, warum etwas nicht gelingen wollte oder sogar nicht gelingen konnte? Was oder Wer Ihnen da schon wieder dazwischen kam?
Ich war Meisterin in diesen Vermeidungsstrategien. Das Abweichen von meinem Plan konnte ich vortrefflich begründen. Doch … lag in meinem Plan ursprünglich nicht ein Sinn und allzu oft eine Hoffnung?
In meiner Auseinandersetzung mit der alltagstauglichen Seite der Astrologie kam ich mir selbst auf die Schliche. Ich konnte bereits im Häuserkreis wiedererkennen, wie alles in der Natur seinen sinnvollen Ablauf auf dem Weg zum Gelingen findet. Ich als Mensch jedoch schieße durch diesen wunderbaren Häuserkreis wie eine wild gewordene Billardkugel. Als mir dies klar wurde, konnte ich eine neue Herangehensweise für mich entdecken und trainieren – und siehe da – die Dinge gelingen!
Jetzt sind Sie an der Reihe. Sie sind Ihr bester Beobachter und werden ganz leicht herausfinden, wo Sie festhängen bzw. wo Sie stehen. Sie brauchen hierfür nicht viel. Ja, klar … die Astrologie ist ein unendlich weites Gebiet. Ich selbst bin bereits seit vielen Jahren Beraterin und bilde mit großer Begeisterung diejenigen aus, die sich für Astrologie interessieren. Ich weiß, wie schwer es sich der ein oder die andere tut, das Gelernte umzusetzen oder gar in eine Beratung zu integrieren.
Es ist gar nicht nötig, dass Sie Angst vor diesem großen Wissen haben. Denn etwas kennen Sie aus der Astrologie schon lange: die Tierkreiszeichen. Und diese Archetypen bergen wunderbares Wissen in sich, mit dem Sie sich selbst leicht auf die Schliche kommen können, wenn Sie Freude daran haben.
Nirgendwo ist die Astrologie so hilfreich wie im Alltag
Die Alten haben ihr Wissen von der Natur abgeschaut. Sie waren damals noch ganz nah dran an diesem faszinierenden Geschehen. Jede Herangehensweise war über Jahrtausende erprobt. Die Zeit war im Fluss.
Der Jahresrhythmus, Wachstum, Vergehen, die Zusammenhänge, Regeln, Strukturen, Rollen; alles hatte seine angestammte Ordnung. Wurde eine Angelegenheit nach einer bestimmten Art und Weise in Angriff genommen, konnte der Verlauf vorausgesehen werden. Jede Abweichung von der erprobten Vorgehensweise der Natur jedoch barg große Gefahren in sich. Sollte die neue Idee auch nur zu einem geringen Teil nicht funktionieren, war das Leben und Überleben der ganzen Sippe in Gefahr.
Innovationen kamen erst mit der Technisierung in unser Leben. Mit Industrie, Kühlschrank und Einkaufszentrum konnten wir uns endlich einmal Irrtümer leisten, und diese haben nicht sogleich das Leben bedroht. Vielleicht ist einem Erfinder einmal etwas um die Ohren geflogen, und sicherlich hat es auch hin und wieder das ein oder andere Leben gekostet. Doch die klassische Familie hat dies zunächst noch nicht betroffen. Diese benutzte den Kühlschrank erst, nachdem er ausgereift im Geschäft angeboten wurde.
Heute nutzen wir flächendeckend Einkaufsläden. Wir müssen uns auch keine echten Gedanken darüber machen, wenn wir vergessen die Wurst in den Kühlschrank zu legen. Ist sie verdorben, landet sie eben im Mülleimer – den die Müllabfuhr abholt – und mit dem Auto oder dem Fahrrad holen wir wieder Nachschub.
Schöne neue Zeit! Aber auch sie hat ihre Tücken. Wir haben uns so weit von den natürlichen Abläufen entfernt, dass wir dieses Ur-Wissen fast nicht mehr für uns nutzen können.
Heute benötigen wir für unseren Einkauf auch einen Kfz-Mechaniker. Denn ohne Auto können wir nicht einkaufen. Zum Lernen benötigen wir Nachhilfelehrer und immer mehr Therapeuten. Denn die Lernschwäche schwächt unser Land von Tag zu Tag mehr. Immer mehr (Haus-)Frauen sowie Manager enden aufgrund der dauerhaften Überforderung durch Mehrfachbelastung im Burn-Out. Da dies jedoch oft nicht benannt werden kann oder will, wird diese Überforderung als normal toleriert. Ab einem bestimmten Punkt lassen sich die Symptome jedoch nicht mehr aufhalten und so manche Kraftlosigkeit endet in Psychosen und Angststörungen. Würde die Umwelt diese Mehrfachbelastungen als Gefahr ernst nehmen, wäre dieser Weg zu vermeiden. Es ist dringend an der Zeit umzudenken!
Wir haben nun das Glück uns mit der Astrologie beschäftigen zu dürfen. Denn in diesem Wissen finden wir ein Stück Anbindung an die Natur. Wenn auch in einer scheinbar sehr theoretischen Form. Es ist ein wunderbares Experiment, diese Theorie ins eigene Leben zu übertragen. Zu sehr vielen Problemen und Stagnationen finden wir hier Auswege, neue Sichtweisen und sogar plausible Erklärungen. Ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir von Problemen sprechen, haben wir bereits irgendwo eine Abkürzung auf dem empfohlenen Weg der Natur genommen.
Früh übt sich
Es beginnt bereits in der Kindheit. Wer von uns durfte denn schon die zwölf archetypischen Lebensbereiche in der Form trainieren, dass diese in einer angenehmen Weise in das eigene Leben integriert werden konnten?
Wessen Eltern, Freunde, Lehrer oder wer auch immer wusste überhaupt, wie wir uns ganz natürlich in unsere eigene Kraft hineinentwickeln können? So, dass wir aufrechte und klare Menschen sein können, die sich selbst kennenlernen und sich in der ganzen Pracht achten und würdigen?
Viel wichtiger war und ist es noch heute, dass unsere Kinder gesellschaftstauglich erzogen werden. Wir richten uns nach dem Anforderungsprofil, das durch die anderen für uns aufgestellt wird.
Wir sollen freundlich sein und zuvorkommend, sonst mag uns niemand.
Wir sollen fleißig lernen und klug sein, sonst haben wir keine Chancen im Beruf und können später unsere Familie nicht ernähren.
Wir sollen Tischmanieren haben, sonst meinen die anderen, wir seien ungebildet. Wir sollen den geforderten Status aufrechterhalten (das richtige Auto, die richtige Wohnadresse, die richtige Kleidung, etc.), sonst denken die Leute, wir hätten nicht genug Geld.
Wir sollen stets die besseren Argumente haben, sonst versagen wir in einer Diskussion.
Wir sollen in unserem Zuhause und um unser Zuhause herum Ordnung halten. Sonst denken die Leute, wir wären schlampig.
Unsere Kinder sollen sich dezent und wenig auffallend verhalten. Sonst denken die Leute, wir wären schlechte Eltern.
Diese Liste könnten wir nun gemeinsam endlos weiterführen. Wir haben gelernt, dass jemand, der sich um sich selbst kümmert, egoistisch ist. Und leider stimmt das auf den ersten Blick auch. Denn „sich um sich selbst kümmern“ zeigt sich in den ersten Schritten wenig reflektiert oder gar erlöst. Diese ersten Schritte sind meist gespickt mit persönlichen Verletzungen. Auf diese schmerzhaften Erfahrungen begründet, übt man sich darin, sich im Schwerpunkt um die eigenen Belange zu kümmern.
Meine Zeit, die ich für mich nutze und nicht mehr für dich.
Mein Auto, das du nicht mehr fahren darfst.
Meine Hilfe, die du nicht mehr bekommst.
Mein Geld, das du nicht mehr nutzen darfst.
Mein Job, der so wichtig ist, dass du auf der Strecke bleibst.
Meine Ziele, die besser sind als deine.
Mein Wille, den ich durchsetze und dem du zu folgen hast.
Nun sind wir in aller Härte bei dem Ich angekommen und werden sehr wenig verträglich für die Umwelt. Diese beginnt sich zu beschweren, uns zu beschimpfen, zu verachten und irgendwann zu ignorieren. Wir werden als Egoisten aus der Gemeinschaft verstoßen und enden alleine.
Mitunter aus diesem Grunde haben unsere Eltern uns gut erzogen. Damit uns all dies nicht geschieht. Denn auch unsere Eltern hatten ganz sicher in ihrem Leben die Nase gestrichen voll, von all dem sich nach den anderen richten. Sie wurden strenger erzogen als wir. Ihr Korsett war erheblich fester geschnürt. „Die Stütze der Gesellschaft“ war existentiell wichtig zum Überleben. Wo hätten sie hingehen sollen, wären sie verstoßen worden? Wer hätte ihnen auch nur noch eine Krume Brot angeboten? Unmöglich sich zu widersetzen. Oft bis heute. Denn heute sind unsere Eltern in einem Alter, in dem man doch seinen eigenen Weg längst hätte gehen können. Und doch wird der Rasen noch immer gemäht, weil man das so macht. Auf der Straße wird nicht gestritten … wenn das die Nachbarn hören. Und die Kleidung sitzt weitgehend immer korrekt. Anders geht man nicht aus dem Haus. Glück? Von wegen: Bescheidenheit und Zufriedenheit sind das, worum es ihnen geht. Man soll nicht so viel wollen. Man soll doch froh sein, mit dem, was man hat.
Ein Loblied auf das Korsett
Ich bin wirklich dankbar für all die Korsetts, die mir angezogen wurden. Wie oft habe ich sie selbst nachgestellt und die Bänder fester gezogen, weil sie mir nicht fest genug waren? Wie oft habe ich geschimpft und geflucht und behauptet, die anderen wären es gewesen. Dabei war ich es selbst. Wie oft habe ich Zuflucht und Sicherheit in den strengen Leistungsregeln gesucht und auch gefunden.
Wie oft war es viel bis unendlich leichter, mich in der bereits erforschten und sicheren Welt meiner Eltern, Nachbarn und Freunden aufzuhalten? Der Gesellschaft eben. Und ich tue es heute noch. Immer wieder. Denn diese Sicherheit und das abgesteckte Feld meiner Möglichkeiten bietet mir Raum zum Ausruhen.
Es ist leichter sich in dem Rahmen der Ansprüche aufzuhalten und anderen vorzuwerfen, sie hätten verschuldet, dass es bei mir so ist, wie es ist. In diesem Feld ruhe ich mich ein paar Tage oder Wochen aus. Aber spätestens dann erinnere ich mich an das, was mich die Astrologie vor vielen Jahren gelehrt hat.
Der Tierkreis und das kreative Handeln
Es gibt einen wunderbaren Kreis mit symbolträchtigen Bildern. Unzählbar viele Menschen wissen genau, unter welchem Tierkreiszeichen sie geboren sind. Unzählbar viele Menschen haben dieses Wissen um die „Sternzeichen“ in sich verankert. Ob sie sich nun dagegen wehren und es Humbug nennen oder nicht.
Der größte Teil dieser Erde kennt den Tierkreis, ganz gleich in welcher Form; ob westlich oder traditionell chinesisch, tibetisch oder wie auch immer. Dieser Tierkreis kann uns heute die Basis bieten:
- das eigene Tun und Denken neutral zu überprüfen und die darin wirkenden Motive zu erkennen.
- ein ganz neues Handlungsschema zu entwickeln, das authentisch und ehrlich ist.
Eine Entwicklung in das eigene Ich muss keineswegs zum Egoismus führen. Ganz im Gegenteil! Wer sich in sich hineinentwickelt, durch sich hindurch und dann aus sich heraus, der wird ein sehr angenehmer Mitmensch und Ratgeber sein. Und doch sehr bei sich.
Das tägliche Tun ist dann nicht mehr abhängig von Bedürftigkeit, Verstrickungen und Schuldzuweisungen. Es geht um die eigene Kreativität und die Freude am Erkennen, an der Vielfältigkeit der Möglichkeiten.
Der Tierkreis ist weit mehr als einfach nur eine Bildergeschichte. Wenn Sie wollen, kann er Ihnen einer der besten Lehrer und Förderer sein.
Haben Sie Lust? Dann kommen Sie mit auf diese wunderbare Reise!
Die astrologischen Häuser kurz und knapp
Die Astrologen sind sich nicht wirklich darüber einig, wie die Häuser bestimmt werden. Es gibt die verschiedensten Berechnungsmethoden. Daran sieht man schon, wie lebendig die Astrologie bis heute noch ist. Man kennt ca. 15 verschiedene Häusersysteme, die allesamt den Kreis um die Erde in zwölf unterschiedliche Teile gliedern. Als Astrologe wird man sich für ein Häusersystem entscheiden müssen, sonst gibt es Chaos statt Ordnung.
Beschreiben die Tierkreiszeichen die Energien und Charakteren einer Zeitqualität, so geben die Häuser Auskunft darüber, in welchem Lebensbereich diese wirken. Der Inhalt eines Hauses wird in seiner Bedeutung von dem zugehörigen Tierkreiszeichen abgeleitet. Hier zunächst kurz und knapp. Ausführlicher später …

Das 1. Haus
Es entspricht dem Widder. Dieser ist stürmisch, kraftvoll, willensstark und immer wieder auch egozentrisch. Zum Ausdruck des eigenen Willens benötigt der Mensch seinen Körper und seine ganze Ausstrahlung. So finden wir im 1. Haus – abgeleitet vom Tierkreiszeichen Widder – Themen wie ICH WILL, der Körper, das Aussehen.
Das 2. Haus
Es entspricht dem Stier. Dieser wirkt sinnlich, konservativ, sicherheitsliebend und beständig. Aus diesem Grund werden im 2. Haus, das von dem Tierkreiszeichen abgeleitet wird, Themen wie Geld und Besitztümer, unsere Art des Gelderwerbs und unser Bezug zu Besitz und Materie gefunden. Hier finden wir auch unsere geldwerten Talente und den Selbstwert, den wir von all dem ableiten.
Das 3. Haus
Es entspricht den Zwillingen. Hier geht es um rationales und logisches Denken, um das Anhäufen von alltagstauglichen Kenntnissen, um Gedankenaustausch … Von diesem Tierkreiszeichen wird der Inhalt des 3. Hauses abgeleitet. So erfahren wir hier viel über die Arbeitsweise des Verstandes, über die Art der Kommunikation und über viele Bereiche, die den Alltag ausmachen. Auch die Nachbarn oder Geschwister finden hier ihren Platz.
Das 4. Haus
Es entspricht dem Krebs. Dieses Tierkreiszeichen kennt starke Gefühlsschwankungen, ist sehr empfindlich und leicht verletzt. Geht es aber um den Schutz der Familie oder um die Verteidigung des eigenen Rückzugsortes, so wird zäh und oft erbarmungslos gekämpft. Von diesem Tierkreiszeichen wird der Inhalt des 4. Hauses abgeleitet. Hier finden wir daher Themen wie Eltern, die familiäre Herkunft, der eigene Wohnraum.
Das 5. Haus
Es entspricht dem Löwen. Dieses Zeichen wird oft als sehr stolz, laut, egozentrisch und prahlerisch erlebt. Hier möchte die eigene Kreativität gelebt werden, die eigene Kraft und der Ich-Bin-Ausdruck. Daher gehören in dieses Haus auch Themen wie Spiel, Freude, Vergnügen sowie die Kinder oder Liebschaften.
Das 6. Haus
Es entspricht der Jungfrau. Dies ist das Zeichen der Ernte. Diese Ernte will eingeholt und verarbeitet werden. Es braucht großen Sinn für Ordnung und Struktur. Die Ernährung spielt in diesem Haus eine große Rolle und so auch die Gesundheit. Hier darf gelernt werden, sich in den Dienst einer größeren Sache zu stellen. Es geht um das Wohl der Gemeinschaft. Dieses Haus repräsentiert u.a. die tägliche Arbeit und den Beruf.
Das 7. Haus
Es entspricht der Waage. Die Waage darf den Ausgleich zwischen Ich und Du schaffen. Und so gehören in dieses Haus alle Themen, die mit Partnerschaft zusammenhängen. Alle Arten von Beziehungen, auch die Geschäfts- oder Berufsbeziehungen. Traditionell finden wir hier die Ehe; nicht zu vergessen (Partnerschafts-) Verträge.
Das 8. Haus
Es entspricht dem Skorpion. Dies ist ein spannendes Tier, und ebenso gefährlich. Wir finden in diesem Haus somit gefährliche Themen wie Erbschaften, Abhängigkeiten, Machtausübungen, Sexualität, Okkultismus und selbst den Tod. Hier finden wir viele dunkle und geheimnisvolle Themen.
Das 9. Haus
Es entspricht dem Schützen. Nach dem Dunkeln brauchen wir wieder Licht. Nach dem Okkulten sehnen wir uns nach dem Göttlichen. In diesem Haus erfahren wir den Wunsch nach etwas Höherem. Dies ist das Haus des Glaubens, der Religion, der Erkenntnis, der Philosophien. Weite Reisen wollen unternommen werden, sei es im Geiste oder in der Realität. Höhere Ausbildungen, das Recht und selbst Berufsgruppen wie Lehrer, Priester oder Anwälte finden wir hier.
Das 10. Haus
Es entspricht dem Steinbock. Ein spannendes Haus. Stets der Sonne am nächsten finden wir die Gesellschaft und unseren Wunsch, uns in dieser eine Position zu verschaffen. Wir finden hier die Repräsentanten der Gesellschaft, wie Behörden, Polizei, Finanzämter usw. Aber auch Begriffe wie Beruf und Berufung.
Das 11. Haus
Es entspricht dem Wassermann. In dieser Energie wollen wir uns in eine Gemeinschaft einfügen. Irgendwo dazugehören, seien es Freunde oder Vereine. In sozialem Umfeld möchten wir gemeinsam Kreativität zeigen. Wir wollen Neues gemeinsam auf den Weg bringen. Mit all unseren Hoffnungen und Wünschen Zukunft und Projekte gestalten.
Das 12. Haus
Es entspricht den Fischen. Hier findet alles ein Ende und doch ein Anfang. Das Rad der Tierkreiszeichen findet hier seinen Abschluss. Alles wird zusammengetragen, was in den vorangegangenen elf Häusern gelernt wurde, auch die Fehler. Es soll um die Verschmelzung gehen, mit allem was ist, sowie um das Erkennen der Einheit. Hier darf spirituell gedient werden. Einer höheren, weit wichtigeren Sache … fern des eigenen Egos und der eigenen Befindlichkeiten. Dies ist ein hoher Auftrag, ein hohes und edles Ziel. Weit häufiger wird dieses Haus jedoch eher weltflüchtig gelebt. Selbstaufopferung und Selbstaufgabe werden oft von Leid und Mitleid begleitet. Leicht rutscht man in ein Tränen- und Jammertal. Das 12. Haus regiert den Wunsch nach Abgeschlossenheit und auch privatesten Rückzug. Aber eben auch Krankenhäuser, Klöster, Gefängnisse, die Bereiche des Unbewussten, sehr versteckte Probleme … und heimliche Feinde.
Nun zur Praxis
Der Tierkreis birgt die ganze Welt und das ganze Leben in sich. So viele Spielfelder mit den unterschiedlichsten Verhaltensmöglichkeiten. Für jeden ist das Richtige dabei, was auch immer das Richtige sein mag. Wünschen wir uns doch das Richtige an einem guten Leben zu erkennen: gute Freunde, eine wunderbare Lebensqualität in Geld und Gesundheit, schöne familiäre Beziehungen sowie einen Beruf, der uns Freude und Bestätigung bringt.
Ja, das wäre DAS RICHTIGE! Und wenn uns der Tierkreis all das ermöglicht … ja, warum haben wir es dann nicht? Es mag daran liegen, dass wir die Wirkkraft dieses Tierkreises noch nicht so recht in unser Leben integriert haben.
Wir haben ihn gelernt, auf dem Weg zur und in und durch die Astrologie. Wir haben ihn gelernt, so wie man die Vokabeln einer Sprache lernt. Diese lernt man in der Regel nur, um Sätze zu bilden, die dann wiederum etwas beschreiben, um sich verständlich zu machen.
Die Buchstaben selbst oder gar die einzelnen Wörter werden kaum oder gar nicht mehr in Betracht gezogen. Sie dienen einem Zweck, ohne selbst Aufmerksamkeit zu erregen. So habe auch ich den Tierkreis gelernt, ohne mir groß Gedanken darüber zu machen.
Nehmen wir doch einfach einmal an, das Tierkreiszeichen sei ein Buchstabe oder ein Satz und lassen wir uns darauf ein, uns Gedanken über die einzelnen Abschnitte zu machen.
Welche Inhalte finden wir in den Häusern, die abgeleitet sind von den einzelnen Tierkreiszeichen? Wie geht die Natur im Wachstum der Dinge vor? Denn die Natur ist überaus erfolgreich in ihrem Tun. Der kleinste Grashalm mogelt sich durch die Ritzen von Betonplatten, weil er weiß, wie es geht und weil er den inneren Ablaufplan beherzigt.
Wir Menschen wollen immer schon fertig sein, bevor wir uns Gedanken über die erforderlichen Schritte gemacht haben. Aber jeder einzelne Schritt birgt endlose Erkenntnisse und Wachstumspotenziale. Um all dies beschneiden wir uns, wenn wir schon fertig sein wollen, bevor wir begonnen haben.
Ach, wäre ich ein Grashalm
Der Grashalm weiß das. Aber er ist auch noch unverfälscht. Er wurde noch nicht verbogen. Er kann sich noch erinnern. Denn ihm wurde noch nicht so viel vermeintlich Kluges erzählt, was ihn mehr und mehr von sich selbst weggetragen hat. Er ist seinem Urprogramm noch ganz nahe. Und diesem Urprogramm folgt er. So kommt etwas ganz wunderbares dabei heraus.
Damit auch wir unserem Urprogramm näherkommen können, steht uns unser Tierkreis zur Seite. Er bietet uns die Möglichkeit uns selbst zu betrachten und zu erkennen,
- An welchem Punkt wir gerade stehen.
- Wo wir weiter an uns arbeiten sollten.
- Wo wir genauer hinschauen dürfen.
- Wo uns Entwicklungen fehlen.
- Wo wir analysieren, abwägen, erkennen, therapieren, nach vorne preschen oder Milde walten lassen sollten. Damit wir wachsen und in eine aufrechte und gestärkte Lebenskraft zurückfinden.
Das 1. Haus – Ich will
Irgendwo ist alles Zorn
„Aus bitterster Erfahrung zog ich diese eine und höchste Lehre:
Man muss den Zorn in sich aufstauen, und so, wie gestaute Wärme in Energie umgesetzt werden kann, so kann unser gestauter Zorn in eine Kraft umgesetzt werden, die die Welt zu bewegen vermag.“
- Mahatma Gandhi (1869-1948) -
Eine gestärkte Entwicklung sollte bereits im 1. Haus beginnen. Dieses beschäftigt sich mit dem Körper, dem Auftreten, dem Ich will. Aber wie werden diese Begriffe in das eigene Leben integriert?
Unser Körper
Wir haben in der Kinderzeit zunächst das Stillsitzen gelernt. Herumtollen, zappeln, auf dem Stuhl wippen, auf der Sessellehne rutschen oder die Treppen hinunter … all das wird von Erwachsenen nicht gerne gesehen. Was ja auch nachvollziehbar ist.
Wir lernen also recht früh unseren Körper zu kontrollieren und uns so zu benehmen, dass wir möglichst wenig auffallen. Als Erwachsener arbeiten wir dann meist in sitzenden Berufen. Für Gymnastikübungen ist keine Zeit und wenn, schauen die Kollegen eher irritiert. Nach Jahren des Stillsitzens gehören wir wohl selbst zu diesen Kollegen mit dem irritierten Blick.
Der Körper wird zu dem, was wir eben haben, um uns von A nach B zu bewegen; außer im Sport. Dort lernen wir, dass wir den Körper durch Bewegung gesund und leistungsfähig erhalten sollten.
Die Bewegungsabläufe werden meist vorgegeben, damit wir unseren Körper nicht überlasten oder gar schädigen. Alles in allem also eine recht Risikobeladene Sache. Unser Körper, der uns schützen soll, wird zum schutzbedürftigen Wesen, auf das in jeder Situation geachtet werden muss.
Schaut man Kindern zu, was diese mit ihrem Körper alles anstellen und wie Stürze und Unfälle zu ihrem Alltag gehören … da kann einem Angst und Bang werden. Ebenso Naturvölker. Wie schaffen sie es, das tägliche Leben zu überleben? Ob sie auch Nahrungsergänzungen und spezielle Sportprogramme beachten?
Unser Auftreten
Uns wurde beigebracht, dass das Aussehen nicht wichtiger ist als der Charakter. Und wer viel Aufmerksamkeit auf Äußerlichkeiten verwendet ist Eitel. Man soll uns schließlich mögen wie wir sind. Es komme doch nicht auf das Aussehen oder etwa die Kleidung an.
Später erst erleben wir, dass das ganz und gar nicht stimmt. Wir erfahren, dass innerhalb von Sekunden aufgrund des Äußeren ein Urteil gefällt wird. So lernen wir uns richtig zu kleiden und bekommen immer mal wieder signalisiert, dass alles viel besser gelaufen wäre, hätten wir uns nur besser gekleidet. Wir lenken viel Aufmerksamkeit auf unsere Kleidung, darauf, uns zu pflegen, zu schminken, zu bewegen. Und wir lernen von Fachfrauen und Fachmännern wie es richtig geht. Denn offensichtlich fehlt es uns an Begabung diese wichtige Entscheidung an jedem Morgen selbst zu tragen.
In Kursen lernen wir all das, was erforderlich ist, unser Auftreten, ja selbst Bewegungsabläufe zu optimieren – für mehr Erfolg im Leben. Nur so …
- öffnen sich Türen zum Top-Job, hören wir von Coaches.
- ziehen wir den richtigen und wertigen Lebenspartner an.
- erhalten wir von Banken und Behörden die Unterstützung bzw. die Kredite, die wir zu benötigen glauben.
- landen wir bei dem potentiellen Vermieter der Traumwohnung ganz oben auf der Sympathieliste.
Und weil die jeweiligen Ausbilder so gut aussehen und eine solch überzeugende Ausstrahlung haben, glauben wir, dass ihr Leben viel besser läuft, als unser eigenes. Schließlich kennen sie den optimalen Farbton ihres Lippenstiftes. … und wir jetzt endlich auch!
Ich will
„Ich will!“ ist ein Lieblingssatz aus einer frühen Phase unserer Kindheit. Und wir benutzten diesen häufig und gerne.
„Ich will das Eis!“
„Ich will die Schuhe!“
„Ich will den Bär!“
Als Echo schallt uns schon ganz früh entgegen, wir hätten nichts zu wollen. Man müsse immer auf die anderen achten. Es wäre das Beste dafür zu sorgen, dass diese zufrieden sind. Denn wenn die anderen zufrieden sind, haben wir anscheinend alles richtig gemacht. Die natürliche Formulierung „Ich will!“ wird in ein anständiges „Ich möchte … bitte … danke …“ umgewandelt.
Wir wundern uns dann als Erwachsene darüber, dass wir übersehen werden. Und wir werden zornig und ungerecht und streiten mit anderen. Wenn wir genau hinschauen, wissen wir gar nicht so genau, warum wir dies tun. Ja! Wir sind unzufrieden. Aber warum nur? Wir haben doch alles! Einen Job, ein Haus, Kinder und vielleicht sogar einen Partner. Und doch …
Fast alle Probleme im Leben lassen sich auf zwischenmenschliche Verletzungen zurückführen. Diese Verletzungen sind irgendwo und irgendwann aus irgendeinem Grund entstanden. Auf dem Weg durch unsere Entwicklung konnten wir so bestimmte Fähigkeiten nicht stärken. Wo eine Verletzung sitzt, reagieren wir mit Vermeidungsstrategien. Denn diese Form der Verletzung möchten wir nie wieder erleben. Aber wie geht das?
Wir haben selbstverständlich die Möglichkeit zukünftig durch ein bestimmtes erlerntes Verhaltensmuster gleiche oder ähnliche Verletzungen zu vermeiden. Das ist eine wunderbare Abkürzung. Durch diese Abkürzungen müssen wir uns der entwicklungsorientierten Situation zunächst nicht stellen. Auf diese Weise kommen wir scheinbar schneller – ohne Verletzungen – an unser Ziel. Diese Variante stellt sich jedoch früher oder später als Irrtum heraus.
Denn eine Entwicklung die wir nicht vollständig durchlaufen, wird irgendwo in unserem System eine Lücke hinterlassen. Damit diese Lücke mit Entwicklung gefüllt werden kann, sind besondere Lerneinheiten nötig. Und für diese besonderen Lerneinheiten sorgt das Leben.
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr?
Das Leben gibt nicht auf, auch Hans immer wieder die Möglichkeit zu bieten, versäumte Lerneinheiten nachzuarbeiten. Das Risiko und das Schmerzempfinden ist bei Hans nur größer als bei Hänschen.
Der Vorteil ist jedoch, dass Hans bewusster erlebt und hoffentlich auch besser versteht als Hänschen. So hat Hans nun im Erwachsenenalter erneut die Möglichkeit, durch besondere Lerneinheiten Begabungen und Talente zu aktiveren, die er schon immer besaß, vielleicht jedoch vergessen hat. Hans – und jeder von uns – hat aber auch die Chance Eigenschaften zu trainieren, die es ihm ermöglichen seinen Entwicklungsprozess zu Ende zu bringen.
Durch diese Prozesse wird vieles leichter, immer leichter, bis hin zu leicht. In uns wird es ruhiger, immer ruhiger, bis hin zu ruhig. Und so können wir unseren persönlichen Weg erfolgreicher gehen, immer erfolgreicher, bis hin zum Erfolg – auch Hans!
Wenn nun etwas in unserem Leben nicht so gelingen mag, wie wir uns das wünschen, hilft sehr oft ein Blick in den astrologischen Häuserkreis. Mit etwas Übung erkennen wir dort unseren aktuellen (Entwicklungs-)Stand bezogen auf ein konkretes Problem. Wir erkennen, ob wir Häuser (und die entsprechenden Lebensbereiche)
- nicht vollständig entwickelt haben,
- ob uns Entwicklungen ganz fehlen oder
- ob wir sogar die Abkürzung in das gegenüberliegende Zeichen vorgezogen haben.
- Manchmal rutschen wir sogar ein Haus zurück.
Mogeln ist erlaubt!
Menschen haben viele Ausweichstrategien. Das ist auch völlig in Ordnung, denn der Weg zur eigenen Entwicklung scheint mühselig und wenig lohnenswert. Oft dauert dieser Weg sogar länger und ist anstrengender.
Viel leichter scheint es, auf andere und deren Versäumnisse zu schauen. Mittel- und langfristig jedoch wird der Weg zu sich selbst der Einzige sein, der Leichtigkeit und Lebensfreude bringt – und der glücklich macht.
Wollen wir uns nun anschauen, welche Theorie hinter dem Projekt steckt, von dem ich Ihnen hier berichten will. Welche Herangehensweise und welche astrologischen Klarheiten mir geholfen haben – und an jedem neuen Tag helfen – mich mit liebevollem Blick in meine eigene Kraft zu stellen. Und wenn ich das kann, kann das jeder!
Finden Sie für sich selbst heraus, wie weit dieses Wissen Ihr eigenes Leben zu verändern vermag. Hierfür wünsche ich Ihnen, der oder die Sie diesen Weg zu sich einschlagen, den allergrößten Erfolg und das allergrößte Glück!
Irgendwo ist alles Zorn
Mit dem Tierkreiszeichen Widder beginnt das Jahr. Hier – um den 21. März eines Jahres – ist Frühlingsanfang. Alles drängt nach draußen. Aber ist dies ein sanfter Prozess? Ganz gleich was wir betrachten, die Natur bringt alle Kraft auf, um neue Wege zu gehen, um den aktuellen Zustand zu ändern. Dies ist die Zeit des Neubeginns.
Ein Samen:
Der Keim bricht aus dem Samen hervor. Seine Entwicklung beginnt, sobald die Umweltbedingungen Erfolg versprechend sind. So lange befindet sich dieser in der Ruhephase. Dann jedoch beginnt sich der Keim zu entwickeln. Dieser muss heraus aus der vorgegebenen Enge. Und mit einem mächtigen Aufplatzen der Hülle schafft sich dieser Keim neuen Raum, um sich zu entwickeln. Ihm bleibt keine Wahl.
Ein Küken im Ei:
Dieses kleine Wesen ruht im Schutze des Eies und nimmt sich die Nährstoffe, die es benötigt, um sich gesund zu entwickeln. Bis dieser Raum zu eng wird, bis die Nährstoffe zur Neige gehen. Dann nimmt dieses kleine Küken die Anstrengung auf sich, mit seinem kleinen Schnabel die schützende Hülle aufzubrechen und sich somit neuen Raum zu schaffen. Um dies zu erreichen, stemmt es in entgegengesetzter Richtung seine kräftigen Beinchen und verschafft damit seiner "Kopfarbeit" den notwendigen Nachdruck. Zwischendurch muss es immer wieder Pausen machen, um sich von der enormen Anstrengung zu erholen.
Ein Baby:
Auch der Mensch entwickelt sich zunächst in sehr geschützter Atmosphäre im Mutterleib, um sich erst dann auf den Weg in eine andere Welt zu machen, wenn der Raum zu eng wird oder andere ganz erhebliche Umstände ihn dazu zwingen. Die Geburt ist für diesen kleinen Menschen kein Zuckerschlecken. Voller Kraft und Willen treibt es ihn in ein neues Leben. Wie dieses kleine Küken wird sich auch das Menschenkind auf seinem Weg immer wieder ausruhen. Die Wehen der Mutter kommen zyklisch. Sie bieten Mutter und Kind immer wieder die Möglichkeit sich auszuruhen und sich auf den nächsten Vorschub vorzubereiten. Auch dies ist kein sanfter Vorgang. Mit aller Macht und fast schon mit Gewalt wird sich dieses Kind neuen Raum erobern. Es gibt keinen Weg zurück. Weder für die Mutter, noch für das Kind.
All diese natürlichen Vorgänge sind nicht durchdacht. Eine höhere Macht scheint den Zeitpunkt zu bestimmen, in dem es kein Zurück mehr gibt. Die Nahrung, die alten Möglichkeiten sind erschöpft. Nun muss neuer Raum geschaffen werden. Ein neues Land will erobert sein.
Die Natur, die nun über den ganzen Winter hinweg geruht hat, bricht auf. Hier wird nicht überprüft, ob dies erwünscht ist. Jeder nimmt sich sein Recht auf Neues. Die alte Situation ist unzumutbar geworden.
Die Alten haben diese Zeit dem Tier Widder geweiht. Mit dem Eintritt der Sonne in dieses Tierkreiszeichen beginnt der Frühling. Schauen wir uns das Tier Widder in der Natur an und stellen uns eine Szene vor:
Der Widder steht entspannt auf seiner Koppel. Nun klettert ein Mann über den die Widder-Welt begrenzenden Zaun. Dieser kommt auf den Widder zu. Was geschieht? Nehmen wir uns an dieser Stelle die Zeit und den Spaß in die Position des Widders hineinzuschlüpfen. Wenn Sie wollen, seien Sie der Widder!
Dieser Widder wird zunächst den Kopf heben, um zu sehen, was dieser Eindringling wohl vorhat. Er wird hellhörig und nimmt die Witterung auf. Er beobachtet die Situation und wägt die Gefahr ab.
Nun kommt der Mann näher. Hierdurch wird das Revier des Widders – sein körperliches Recht – verletzt. Zusehens steigt die Wut, die Kraft, in ihm auf.
Der Widder denkt nicht nach und wägt nicht ab. Er senkt den Kopf, konzentriert sich auf seine Hörner und stürzt auf den vermeintlichen Feind zu.
Sobald dieser Feind jedoch den Rückzug ansetzt, bleibt der Widder stehen. Er hat kein Interesse daran, einen bereits Verjagten weiterzuverfolgen. Diese Kraft spart er lieber ein.
Dieser Widder steckt auch in Ihnen
In jedem Menschen wartet diese Kraft – diese Widder-Energie – darauf, genutzt zu werden. Diese Widderenergie reagiert kurz entschlossen, knapp und auf den Punkt gebracht.
Hier wird der ganze Körper eingesetzt und die Kraft dargestellt, um den ,Feind’ zu beeindrucken. Es wird sich durchgesetzt. Gerangel und Körperkontakt werden jedoch nur gesucht, wenn eine Position nachhaltig geklärt werden muss und wenn die Überzeugung von „Ich schaffe das!“ vorherrscht. ICH WILL wird aus einem Unbehagen oder gar Zorn heraus gesteuert. Was wir wollen, das bemerken wir meist erst dann, wenn wir uns unwohl fühlen, wenn es eng wird.
- Ich will nicht mehr auf diesem Platz!
- Ich will diesen Arbeitsplatz nicht mehr!
- Ich will jeden Euro nicht zweimal umdrehen müssen!
Vom Widder zum 1. Haus
Von der archetypischen Widder-Energie leiten wir den Inhalt des 1. Hauses ab. Denn dieser Vorgang ist ein überraschend körperlicher Vorgang. Um herauszufinden was ICH WILL, werden wir zunächst durch Phasen verschiedenster Emotionen schreiten. Oft ist dies ein schleichender Prozess. Die wenigsten von uns wachen morgens auf und wissen plötzlich genau, was sie wollen, auch wenn dies bisweilen vorkommen mag im Leben.
Doch in größerer Regelmäßigkeit entsteht zunächst eine Irritation in uns. Diese beachten wir meist gar nicht erst. Doch sie ist hartnäckig. Sie entwickelt sich langsam in eine Art Unwohlsein. Findet die Irritation noch eher im Kopf statt, so rutscht das Gefühl des Unwohlseins langsam in den Bauch. Irgendetwas stimmt nicht mit dieser Situation, mit dem Freund, mit diesem Kollegen, mit diesem Arbeitsplatz.
Gehen wir auch über dieses Gefühl hinweg, werden sich immer stärkere Emotionen einstellen. Vielleicht zunächst Unlust. Meist nehmen wir sie immer noch nicht so richtig wahr oder ernst.
Nun verteilt sich die Kraft dieser Gefühle aus dem Bauch schon in die Glieder. Wir beginnen uns in oder nach Situationen müde zu fühlen, ausgelaugt. Danach entsteht vielleicht eine Gereiztheit. Bereits bevor wir uns auf den Weg zu diesem Arbeitsplatz, in diese Situation, zu diesem Kollegen machen, kriecht dieser Unwille hoch.
Das betroffene Umfeld beginnt zu fragen: „Was ist denn los? Bist du schlecht gelaunt?“ Und wir antworten vielleicht genervt mit: „Was soll los sein?!“ Und mehr und mehr reagieren der Magen, der Darm, die Leber und die Galle. Und schon reden wir nicht mehr von einem Bauchgefühl.
Die Situation beginnt sich über unsere Organe herzumachen. Irgendwann wird dann die Situation unerträglich. Immer wieder geraten wir in Unterhaltungen oder ständige Denkprozesse, die sehr viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ein Großteil der Gedanken kreist nur noch um das „Problem“ – ja, bis der ganze Körper in eine Anspannung kommt, die der Betroffene nicht mehr übersehen und verleugnen kann.
Dies kann Jahre dauern. Und in diesen Jahren wird unser Körper immer mehr Signale senden, dass hier eine Änderung angesagt ist, dass ein neuer Raum benötigt wird.
Wir müssen Position beziehen! Nun wird es allerhöchste Zeit in die Aktion zu gehen!
„Ich will!“ versus „Ich will nicht!“
Sie erinnern sich: Die Inhalte des 1. Hauses, die von dem Tierkreiszeichen Widder abgeleitet werden, lauten:
Ich, mein Körper, mein Auftreten, mein Aussehen und vor allem mein „Ich will!“
An dieser Stelle muss bemerkt werden, dass meist die antrainierte Herangehensweise eher ein „ICH WILL NICHT!“ als ein „ICH WILL!“ ist. Durch diese Art der Herangehensweise bleibt der Mensch jedoch in seinem Zorn stecken. Denn er wird sich oft viel zu lange der nervenden Situation aussetzen und immer wieder in die Gedanken-Endlosschleifen rutschen, die etwa so lauten könnten:
- „Ich will nicht mehr!“
- „Ich kann diesen Typen nicht ausstehen! Ich will nicht mehr mit dem Idiot zusammenarbeiten müssen!“
- „Immer bin ich der Depp! Ich will nicht immer die Drecksarbeit machen müssen!“
- „Der denkt wohl, ich bin seine Putzfrau! Immer lässt er alles liegen. Ich will das nicht mehr!“
Und wir geraten sehr früh in das Phänomen, dass wir schon alle Wörter, alle Sätze und alle Argumente gedacht haben und uns selbst nicht mehr denken hören können.
Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich darauf hinweise, dass auch das persönliche Umfeld schon längst alle Argumente, Versionen und Vorwürfe zu dieser Situation, zu diesem Arbeitsplatz, diesem Kollegen oder was auch immer gehört hat. Und sicherlich hat es auch reichlich Kraft in sämtliche Beschwichtigungen, Versöhnungsversuche und Therapieeinheiten gesteckt. Mit geringem Erfolg. Was wenig erfreulich und sehr anstrengend für das Umfeld gewesen sein mag.
Das 1. Haus jedoch, und somit alles in der Natur, schreit in seinem bejahenden Ausdruck ICH WILL!
- Ich will aus dem engen Samen hinaus ins Licht.
- Ich will aus dem Bauch meiner Mutter heraus.
- Ich will, dass der Typ aus meinem Revier verschwindet.
Alles schreit danach, sich Platz zu machen, sich den benötigten Raum zu erkämpfen. Eine aktuelle Situation wird unerträglich und muss geändert werden. Jedes Risiko wird auf sich genommen. Keine Anstrengung ist zu viel. Hier herrscht keine Angst.
Nur Mut und Impuls sind das dominierende Gefühl. Aus der eigenen Kraft heraus und mit dem eigenen Willen soll ein ganz neues Revier, ein ganz neuer Raum erobert werden. Nichts kann mehr aufhalten. Die Natur, in dieser Zeit des Aufbruchs, sagt nicht: „Ich möchte gerne.“ „Ich würde gerne.“ „Ich hätte gerne.“
Sie bleibt auch nicht auf dem Stuhl sitzen oder akzeptiert die Situation als gegeben. Sie wägt nicht die einzelnen Fakten ab, um zu entscheiden, dass die Komfortzone doch wesentlich vernünftiger ist als das Risiko eines echten Neubeginns. Sie steht auf! Sie wagt sich in eine neue Seinsform. Sie verlässt ihre alte Position und oft sogar ihren alten Zustand. Sie lässt ohne zu hadern die unzumutbar gewordene Situation hinter sich und wagt sich auf neues Terrain.
Schließlich geht es hier um nichts Geringeres als das LEBEN! Die Aufgaben im 1. Haus sind:
- Definiere dein ICH WILL!
- Sei dir bewusst, dass du aufstehen musst!
- Sei dir im Klaren darüber, dass du deine alte Position verlassen willst und musst!
- Atme die Erkenntnis ein: Hier beginnt zweifellos und unwiderruflich etwas ganz Neues und Wunderbares!
Es wurde schon längst erkannt, dass sich die bisher gelebte Situation endlich verändern muss. Zu lange begrenzt sie schon den Weg.
Jedoch, wie soll das möglich sein?
Der Mensch ist schon so lange nicht mehr vollständig mit der Natur verbunden. Zu sehr ist er in gesellschaftskonforme, unverbindliche Freundlichkeitsformeln hineingerutscht.
Eine Pflanze hingegen weiß noch, wie sie sich den erforderlichen Raum verschafft. Sie kennt die Abläufe, wie sie erfolgreich in das Wachstum und ihren Auftrag geht. Sie wird am Ende ihres Lebens ihren Standpunkt gehabt haben. Sie wird Frucht getragen haben. Sie wird ihr Ziel erreicht haben, wenn sie ihr Leben gelebt hat.
Wir Menschen müssen uns diese uralten Mechanismen wieder neu erobern. Tief in uns lauert jedoch nur allzu oft die Angst vor dem Ungewissen.
- Was geschieht, wenn dieser mächtige Impuls gesetzt wird, den Weg zu ändern?
- Wie verändert sich das Umfeld?
- Welche Folgeentscheidungen werden notwendig sein?
- Was geschieht mit den privaten Beziehungen?
- Wie reagiert die Umwelt auf diese Entscheidungen?
- Was ist, wenn man scheitert, wenn man sich geirrt hat?
Angst entsteht nicht einfach nur so. Sie signalisiert Gefahr. Dieses Gefühl der Gefahr ist sehr individuell. Meist liegt diesem Gefühl eine frühe Prägung zugrunde.
Vielleicht waren die Eltern sehr vorsichtige Menschen und haben gelehrt, dass alles überprüft und abgesichert werden muss, bevor ein vermeintliches Risiko eingegangen wird.
Vielleicht wurden im Leben bereits Entscheidungen gefällt, die sich subjektiv als Fehler herausgestellt haben.
Vielleicht musste auch erlebt werden, dass bestimmte Entscheidungen zu Einsamkeit oder Krankheit geführt haben.
Lernen wir von dem echten Widder
Betrachten wir nochmals den Widder in der Koppel. Was geschieht, wenn ein stärkerer, größerer Zeitgenosse in das Territorium dringt? Schreit dann unser Widder noch ICH WILL?
Er wird sich eher klein machen, um seine Unterwürfigkeit zu signalisieren. Wenn die Herausforderung zu groß ist, wird er darum bemüht sein, sich in Sicherheit zu bringen und dem Herausforderer seinen Raum zusprechen.
Das Tier Widder kennt seine Grenzen. Der Widder weiß, wann er kämpfen und wann er weichen sollte. Wir Menschen leider allzu oft nicht. Mal weichen wir bereits, bevor uns die Gefahr überhaupt begegnet. Ein anderes Mal wählen wir Herausforderungen, die eine Nummer zu groß für uns sind. Weichen wir zurück, weichen wir in Gefühle wie Versagen, Ängste und Überforderungen aus.
Falle Nr. 1: Der Schritt zurück
Wenn ein Tier von einem vermeintlich stärkeren Tier bedroht wird, breitet sich Angst in ihm aus und es wird sich zurückziehen wollen. „Angst“ ist ein Wort des 12. Hauses und auch wir Menschen kennen den berühmten Schritt zurück. In der Sprache der Astrologie ist der Schritt zurück von dem 1. Haus aus betrachtet das Haus davor: das 12. Haus.

So könnte man sagen:
Die Krankheit des 1. Hauses ist das 12. Haus.
Die Krankheit von ICH WILL! ist der Rückzug in die Welt des 12. Hauses; in die Welt von Angst, Träumerei, Rückzug oder gar Krankheit.
Falle Nr. 2: Die Flucht
Ist ein Mensch von Situationen überfordert, die für ihn Gefahr bedeuten könnten, tut er das, was er schon seit Anbeginn der Zeit getan hat: Er flüchtet!
Alles was uns begegnet, und vor allem die Art und Weise wie der Mensch mit diesen Situationen umgehen kann, finden wir in einem Horoskop. So ist es folglich nicht verwunderlich, wenn auch die Vermeidungs- oder Fluchtwege in einem Horoskop zu finden sind. Der Mensch – der durch dieses wunderbare Rad des Lebens repräsentiert wird – kann lediglich innerhalb dieses Kreises versuchen, einem Problem auszuweichen.
Ausweichmechanismen gibt es so viele, wie es Menschen gibt. Jedoch scheint diesen Spielarten eine generelle Gemeinsamkeit zugrunde zu liegen. Diese lässt sich aus der Sicht der Natur und der Astrologie klar darstellen:
Stellen wir uns vor, in einer runden Koppel würde ein gefährliches Tier namens „Problem“ auf uns lauern. Dieses gefährliche Tier wäre nun an einer bestimmten Stelle (Lebensbereich) angebunden. Nur dort würde uns Gefahr drohen. Instinktiv versucht nun der Mensch, einer Gefahr großräumig auszuweichen.
In dieser runden Koppel – sie entspricht einem Kreis von 360° (unser Horoskop) – gibt es nur einen weitesten entfernten Punkt von diesem Tier „Problem“ und dem damit verbundenen Geschehen. Dieser Punkt liegt 180° von diesem Geschehen entfernt. Astrologisch gesehen genau in dem gegenüberliegenden Haus (Lebensbereich).
So ist die Versuchung für den betroffenen Menschen sehr groß, dass er – um diesem wilden und gefährlichen Tier „Problem“ auszuweichen – genau nach Gegenüber flüchtet. Er wird versucht sein, mit seinem Verhalten genau in das gegenüberliegende Haus zu flüchten, um dort möglichst sicher zu sein.
Der Widder flüchtet zur Waage
Was bedeutet das „Flüchten“ nun konkret für die Widder-Energie, für die Impulskraft des 1. Hauses, für das „ICH WILL!“?
- Gegenüber dem 1. Haus liegt das 7. Haus.
- Gegenüber dem Aszendenten befindet sich der Deszendent.
- Gegenüber von Ich finden wir das Du.
- Im 1. Haus regiert archetypisch der Widder, im 7. Haus die Waage-Energie.
Die Widder-Energie entscheidet und handelt impulsiv. Die Waage-Energie hingegen kann sich nur schwer entscheiden. Sie ist stets bemüht, die Sympathie ihrer Mitmenschen zu erhalten. Mit einem Sympathie- oder gar Liebesverlust käme sie nur schwer zurecht. Daher achtet sie hauptsächlich auf die Bedürfnisse der anderen.
Der Planet, der die Waage regiert, ist die Venus. Diese Venus wirkt lieb, nett und hübsch. Sie ist käuflich und wägt ihre Vorteile ab, bevor sie reagiert. Sie weiß, welch enorme Nachteile folgen, wenn Sie zu undiplomatisch reagiert. Sie gefährdet ihren komfortablen Status. Streit und dicke Luft machen das Leben unbequem. Lieber nimmt sie Geld in die Hand, um etwas zu schenken oder zu ermöglichen, worüber sich der vermeintliche Feind freut und ihr so wieder gewogen ist. Sie erfreut lieber die Herzen als sich mit klarer Aussagekraft in einer Situation zu positionieren. Sie kann dies sehr wohl. Jedoch viel lieber im Hintergrund. Andere von den Vorteilen zu überzeugen, deren Pläne zu ändern, ist mehr ihr Ding. Dadurch bleibt sie jedoch stets abhängig von den Entscheidungen ihrer Umwelt. Der Krieger Mars hingegen weiß, was er will und nimmt die Sache selbst in die Hand.

Kraft dort anwenden, wo Kraft hingehört
Der Mensch kann in seinem Streben nur dann erfolgreich sein, wenn er seine Kraft und seine Energien dort einsetzt, wo diese eine gute Grundlage haben.
Archetypisch bedeutet dies, dass ein bestimmtes Verhalten in einen bestimmten Lebensbereich (in ein bestimmtes Haus) gehört, um dort positiv kraftvoll zum gewünschten Ziel führen zu können.
Hat ein Sportler das Ziel möglichst hoch zu springen, wird dieser sich einen geeigneten Untergrund suchen. Er wird wohl kaum aus einer Sandkuhle heraus abspringen. Von dort kann er sein Ziel nicht erreichen.
Möchte ein Mensch nun seinen Willen definieren, muss er zunächst einmal überprüfen, was genau ihn an der aktuellen Situation stört oder behindert. Erst dann wird es ihm möglich sein zu formulieren, welcher sein Wille ist.
Um diesen Willen zu äußern bedarf es jedoch des Mutes die aktuelle Situation als untauglich zu erleben und klar zu benennen. Und es bedarf des Mutes dies zu äußern. Immer wieder wird an dieser Stelle eine gute Portion Pioniergeist benötigt.
Es ist gut möglich, dass ein Mensch einen ganz neuen Weg, eine ganz neue Entscheidung wählen möchte. Hier, bei sich – bei der eigenen Person – zu bleiben und klar zu definieren, wo die Reise hingehen soll, ist ein großer Schritt.
Der Planet, der den Widder regiert, ist der Mars. Dieser birgt eine kraftvolle, kriegerische Energie. Und ein Krieger geht seinen Weg. Er wagt sich in ein neues Territorium, in ein neues Land. Er ist bereit zu kämpfen und Schlachten zu schlagen, um sich Freiraum zu verschaffen. Ein Krieger muss nicht zwingend mit der Waffe agieren. Er dient dem Schutz, nicht dem Kampf. Ein gestärkter Krieger benötigt keine demonstrierte Aggression. Er wirkt durch jene Kraft und Überzeugung, die er ausstrahlt.
Ein Widder muss nicht ausprobieren, ob seine Hörner funktionieren. Aber er hat diese Hörner – und der Krieger hat seinen Speer um seine Möglichkeiten zu signalisieren. Seine Ausstrahlung und seine Willenskraft zeigen der Umwelt, dass er bereit wäre, diese Waffen zu benutzen, sollte sich jemand in den Weg stellen oder Gefahr in das Leben bringen. Jedoch ist dies keine Notwendigkeit. Ein echter und erstarkter Krieger schützt Leben. Nur im Notfall würde er dieses beschädigen.
Erkennen und beschließen Sie im 1. Haus Ihr ICH WILL, ist es vielleicht erforderlich, dass Sie sich gegen die alte Situation stemmen. Es kann auch geschehen, dass Sie zunächst ganz alleine mit Ihrer Idee dastehen. Wer seinen Willen klar formuliert, setzt sich der Beurteilung der anderen aus. Aber jetzt geht es um Sie und nicht um die anderen.
Wie fühlt es sich an, zu sagen „ICH WILL!“?
Hat nun ein Mensch aufgrund einer Verletzung gelernt, die Bereiche des 1. Hauses als Gefahr oder als Bedrohung zu erleben, wird er für zukünftiges Handeln den Fluchtpunkt im gegenüberliegenden Haus wählen.
Die Frage hier lautet: „Was willst du?“ Es ist möglich, dass er erleben musste, dass sein Wille stets übergangen wurde und er gerade dann geliebt wurde, wenn er den Wunsch der Eltern akzeptierte und diesem folgte.
Auch kann es sein, dass er wenig erträglicher Aggression ausgesetzt war. Schon früh lernen Kinder, wenn sie das ICH WILL fordern, den Satz kennen: „Du hast nichts zu wollen.“
So vielfältig das Leben ist, so vielfältig sind die Möglichkeiten der Ursache und Verletzung.
Aus solchen Verletzungen lernt der Mensch nun, dass die sehr Ich-bezogenen Forderungen des 1. Hauses wenig gesellschaftsfähig sind. Viel lieber wird vom persönlichen Umfeld gesehen, wenn zuerst nach den anderen gefragt wird, bevor man sich um sich selbst kümmert. Ich-Formulierungen und Forderungen werden häufig gesellschaftlich sanktioniert. Sätze, die mit Du beginnen, werden lieber gehört: „Ich würde es tun. Bist du einverstanden damit?“ „Gehen wir Essen oder ins Kino? Sag, was willst du denn?“
Es wird mit einem schnellen, prüfenden Blick auf das Umfeld entschieden und der eigene Wille dem Willen der Umwelt angeglichen. Da dies auf Dauer jedoch nicht guttun kann, entsteht immer mehr Unzufriedenheit. Auf der einen Seite ist man bemüht, den Erwartungen der Umwelt zu entsprechen, auf der anderen Seite erwachsen immer wieder Vorwürfe an das DU: „Ich hätte es ja getan, aber du wolltest ja nicht.“ „Ich hätte ja ganz anders entschieden, doch du …“ „Wenn du damals nicht …, dann hätte ich heute …“ „Der Kinofilm war ätzend. Wären wir besser essen gegangen. Aber du wolltest ja!“
Dieses Verhalten ist schon so normal und einstudiert, dass wir kaum erkennen können, dass hier etwas schiefläuft. Wir glauben, wir würden sinnvoll und allgemeinverträglich handeln, und doch fühlen wir uns unwohl.
Die Rettung ist nah!
Genau das ist die Rettung!
Immer wenn wir uns nicht wohlfühlen, stimmt irgendetwas nicht! Dann ist immer an irgendeinem Punkt dringend eine Veränderung notwendig!
Niemand von uns möchte alleine sein. Wir alle sehnen uns nach Partnerschaft, Gemeinsamkeit, Zugehörigkeit, Ergänzung. Der Preis hierfür ist jedoch oft sehr hoch. Haben wir gelernt, dass durch die Verneinung des eigenen Willens Partnerschaft eine Chance hat, werden wir uns selbst verlieren. Wir verlieren uns im DU.
Die Astrologie ist uns mit ihrer Jahrtausende alten Naturbeobachtung ein guter Lehrer. Mit dem Mut, Vorhaben aller Art stabil und konsequent durch die astrologischen Häuser zu entwickeln, kommen wir in einer gestärkten Form zu diesem DU, das uns so wichtig ist. So wird auch das Thema Partnerschaft in einer selbstbewussten und erfolgreichen Form erkundet.
Als Folge wird jedes ICH WILL – nachdem es klar definiert und in Angriff genommen wurde – früher oder später allgemeinverträglich mit dem DU abgerundet. Dann haben wir nicht mehr den Drang perfekt zu sein und jedem gerecht zu werden. Wir haben aber auch nicht mehr den Drang unseren Willen durchzusetzen, als Beweis für unsere Stärke und Kompetenz. An diesem Punkt der Entwicklung angekommen, wird unser Bestreben sein, dass alle Beteiligten das Allerbeste für sich erreichen können.
Hab Geduld und Vertrauen in die Gesetze der Natur!
Dieses ICH WILL als Startpunkt der Entwicklung durch die Häuser muss immer eine klare und durchdachte Aussage beinhalten.
Wer diesen Start im Trotz beginnt, kann die Entwicklung auch nur im Trotz fortführen. So wird eine stabile und erfolgreiche Entwicklung unmöglich. Denn auch hier gilt:
Die Frucht kann sich nur so entwickeln, wie der Samen, der gelegt wird.
Etwas Zeit für Erfahrungen und Gedanken

Pulsuz fraqment bitdi.