Kitabı oxu: «Die Wissenschaft schlägt zurück!»

Şrift:



Impressum

Originalausgabe

1. Auflage

© Verlag Komplett-Media GmbH

2019, München/Grünwald

www.komplett-media.de

ISBN Ebook: 978-3-8312-6960-0

Bildnachweis der Illustrationen:

© Heike Kmiotek 27, 30, 32, 46, 66, 102, 106, 141, 192

© Shutterstock.com Artur Balytskyi: 3, 84, 88, 105, 111, 222, 240, 241, 254; Ibooo7: 6 o., 15; IMOGI graphics: 7 m., 194, 210, 213, 217–220; Macrovector: 6 u., 7 u., 8, 13, 16, 17, 20, 25, 43, 47, 51, 53, 59, 63, 65, 67, 70, 73, 74, 78, 82, 97, 100, 117, 122, 128, 135, 136, 139, 142, 152, 154, 159, 163, 168, 182, 184, 187, 191, 192 o., 201, 204, 208, 226, 231, 233, 235, 239, 244, 246, 251, 252, 256, 259, 263, 271, 284, 285, 272, 276, 283; MikroOne: 7 o., 94, 126, 137, 144, 147; vectortatu: 22; Melok: 81, 95, 268; Stockobaza: 160; Golden Shrimp: 165; BigAlBaloo: 167; Varunyuuu: 221; Premiumvectors: 227; Reenya: 230; IMOGI graphics: 242; Vorobiov Oleksii 8: 249; Line and Circle: 275; Alex Rockheart: 282

Lektorat: Redaktionsbüro Diana Napolitano, Augsburg

Korrektorat: Korrektorat & Lektorat Judith Bingel M.A.

Umschlaggestaltung: Guter Punkt, München

Grafische Gestaltung, Bildredaktion und DTP:

Lydia Kühn, Aix-en-Provence, Frankreich

eBook-Herstellung und Auslieferung:

Brockhaus Commission, Kornwestheim

www.brocom.de

Dieses Werk sowie alle darin enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrecht zugelassen ist, bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Verlags. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung.

»Vergessen du musst, was früher du gelernt.«

Yoda, Jedi-Meister

Inhalt

Vorwort



Kapitel 1: Der Weltraum – Unendliche Weiten

Raumschiff Enterprise

Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Orion

2001: Odyssee im Weltraum

Gravity


Kapitel 2: Interstellarer Raumflug

Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung

Aliens – Die Rückkehr

Interstellar



Kapitel 3: Reiseziel Mars

Krieg der Welten

Der Marsianer

Total Recall



Kapitel 4: Die fremden Welten ferner Planeten

Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück

Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert

Star Trek Der erste Kontakt

Avatar – Aufbruch nach Pandora



Kapitel 5: So sehen Aliens wirklich aus

E.T. – Der Außerirdische

Spider-Man 3

Cowboys & Aliens

Contact

Arrival

Independence Day



Kapitel 6: Killerasteroiden und andere Katastrophen

Deep Impact

Armageddon – Das jüngste Gericht

Asteroid

The Core – Der innere Kern

Weise Worte zum Schluss

Anhang

Personenverzeichnis

Stichwortverzeichnis

Quellen, weiterführende Literatur, Links

Vorwort

Ich gehe gern ins Kino. Am liebsten schaue ich mir Science-Fiction an: »Star Trek«, »Star Wars«, die »Alien«-Reihe, »Zurück in die Zukunft«, »Total Recall«, »Contact«, »Event Horizon«, »Gravity«, »Interstellar«, »Der Marsianer« und vieles mehr. Schon seit Jahrzehnten bieten uns die Filmstudios unzählige Geschichten mit spektakulären Spezialeffekten und faszinierenden Technologien an. Uns wird da einiges geboten:

bombastische Explosionen mit Bums und Knall im Weltall;

überlichtschnelle Raumschiffe, die in Nullkommanix zu entlegenen Sternsystemen mit Warp-Geschwindigkeit fliegen;

ausgesetzte Astronauten, die auf dem Mars Kartoffeln anpflanzen, um zu überleben;

fremdartige Landschaften auf fernen Planeten, die um andere Sonnen kreisen;

bizarre, außerirdische Kreaturen, die den Menschen weit überlegen sind;

Schreckensszenarien vom Untergang der Erde

und, und, und.

Als Naturwissenschaftler schaue ich mir diese Streifen oft mit recht gemischten Gefühlen an. Häufig erfreue ich mich im Kinosessel an dem echt gut gemachten Stoff und genieße die realis-tischen Spezialeffekte. Aber manchmal überkommt mich eine spontane »Auweia-Reaktion«, und ich denke an Flucht.

Nun beobachte ich das Treiben schon eine ganze Weile. Aber jetzt ist Schluss! Höchste Zeit, sich die Hollywoodfilme einzeln vorzuknöpfen und sie einem seriösen, wissenschaftlichen Check zu unterziehen. Kann das alles wirklich funktionieren wie im Film? Was ist mit den guten alten Naturgesetzen? Kann man die einfach so aushebeln? Macht die Gravitation auch mal Urlaub, oder was? Es ist so weit, liebe Filmbosse, zieht euch warm an. Denn die Wissenschaft schlägt zurück!

Zu jedem Film stelle ich die wesentlichen Fakten in einer Box vor. Insbesondere bewerte ich jeden Fim auf einer Fünf-Punkte-Skala nach Unterhaltungswert, nach Schockwirkung auf das Publikum (»Auweia-Faktor«) und nach Wissenschaftlichkeit (»Science-Faktor«). Der größte Aufreger eines jeden Films darf natürlich auch nicht fehlen.

Spoilerwarnung: Achtung, liebe Leserin, lieber Leser! Hier und da muss ich natürlich Filminhalte ausplaudern und etwas zur Story sagen. Wer den Film noch nicht gesehen hat und sich zunächst selbst ein Bild machen möchte, sollte meine Ausführungen zum jeweiligen Film vielleicht erst nach dem Filmgenuss lesen.


Kapitel 1:

Der Weltraum –

Unendliche Weiten

Das Weltall ist für uns ein exotischer, ungewöhnlicher Ort, den nur die wenigsten Menschen selbst erleben können. Luftleerer Raum, Schwerelosigkeit, Kälte und gefährliche Strahlung ist das, was uns da draußen erwartet.

Umso größer ist der Reiz, diese faszinierende, fremde Welt über unseren Köpfen in Science-Fiction-Filmen darzustellen. Wie fühlt es sich wohl an, als Astronaut einen Weltraumspaziergang zu machen oder auf dem Mond herumzuhüpfen? Was erlebt die Crew eines Raumschiffs in der Schwerelosigkeit? Wie bewegt sie sich? Welche Regeln muss sie beachten? Und vor allem: Wie stellen die Filmemacher das Ganze wissenschaftlich korrekt dar? In diesem ersten Kapitel soll genau das unser Thema sein. Wir werden feststellen, dass es filmisch mehr oder weniger gut umgesetzt wird.

Ordnen wir doch erst einmal uns selbst im Weltall ein. Wir leben auf der Erde, einem verhältnismäßig kleinen, gesteinsartigen Planeten, der eine Lufthülle hat und dessen Oberfläche zu 70 Prozent von flüssigem Wasser bedeckt ist. Auf der Erde lebt die Spezies Mensch, eine Lebensform aus fast acht Milliarden Individuen, die diesen Planeten dominieren. Unsere Erde ist jedoch kosmisch betrachtet nur ein Staubkorn in den Weiten des Universums. Seit rund 4,5 Milliarden Jahren kreist sie mit sieben anderen Planeten um die Sonne. Die Sonne ist ein Stern, der sein Licht aus der Verschmelzung von Atomkernen selbst herstellen kann und es uns hell und kuschelig warm auf der Erde macht. Unser Sonnensystem befindet sich in einer scheibenförmigen, sich drehenden Ansammlung von etwa 400 Milliarden Sternen, leuchtendem rotem, blauem oder regenbogenfarbigem Gas und kaltem schwarzem Staub: unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Diese Galaxie ist wiederum nur eine von vielen. Es gibt etwa 100 Milliarden Galaxien im sichtbaren Universum. Das Universum war nicht schon immer da, sondern entstand nach gängiger Lehrmeinung vor 13,8 Milliarden Jahren im Urknall, einem heißen und dichten Anfangszustand.

Das Vakuum

Typischerweise befi nden sich in einem spielwürfelgroßen Volumen (1 cm3) etwa 1023 Teilchen, eine Eins mit 23 Nullen Diese Zahl – die sogenannte Avogadro-Zahl – heißt 100 Trilliarden und ist wirklich beeindruckend groß Auf der Erde kann man mithilfe von Vakuumpumpen die Luft aus einem geschlossenen Volumen entfernen Normalerweise beträgt der Luft druck an der Erdoberfl äche 1 Bar oder 101 325 Pascal Druck ist Kraft pro Fläche Die Druckeinheit »Pascal« entspricht demnach einem Newton pro Quadratmeter Der Luft druck wird verursacht durch das Gewicht der Luft säule, die auf jedem Quadratmeter der Erdoberfläche lastet. Wenn Sie tauchen gehen, kommt der Druck der Wassersäule über Ihrem Kopf dazu. In einer Tiefe von zehn Metern beträgt dieser Überdruck ein Bar. Ein Millibar ist dementsprechend der Wasserdruck einer ein Zentimeter hohen Wassersäule.

Wenn wir nach oben in den Weltraum Vordringen, kommen wir in immer höhere Luftschichten. Die Höhe und damit der Druck der Luftsäule über uns nimmt ab, bis schließlich gar keine Luft mehr da ist. Dann haben wir das Vakuum des Weltraums erreicht, in dem kein Druck mehr herrscht.

Wie gut sind die besten Vakua, die man aktuell technisch herstellen kann? Nun, in einem Ultrahochvakuum erreichen moderne Turbopumpen, dass nur noch ein Restgasdruck von 10–11 Millibar herrscht. In einem Kubikzentimeter befinden sich dann nur noch rund 10.000 Luftteilchen. Der Weltraum toppt diese Verhältnisse: Durchschnittlich befindet sich nur ein Teilchen in einem Kubikzentimeter Weltraum. Das ist ein Durchschnittswert. Es gibt natürlich Orte im Universum, wo das bei Weitem überschritten wird – zum Beispiel in dichten Gaswolken oder im Innern von Sternen oder Sternüberresten wie Schwarzen Löchern –, aber im Wesentlichen ist das Weltall eine perfekte Leere.


► Der Reflexionsnebel im Sternbild Orion namens Messier 78 hat eine höhere Teilchendichte als der Weltraum, der ihn umgibt. (Credit: ESO/Igor Chekalin)

Die Tatsache, dass wir in einer klaren Nacht das Licht ferner Sterne sehen können, verrät uns, dass zwischen unserer Erde und diesen Sternen im Wesentlichen nichts existiert. Nichts hält das Sternenlicht auf. Auch innerhalb des Sonnensystems befindet sich zwischen den Planeten und unzähligen Kleinkörpern vor allem nichts. Dieses Nichts ist besser als jedes Vakuum, das man auf der Erde herstellen könnte.

Zu den ersten filmischen Darstellungen der Weltraumphysik gehören natürlich die Science-Fiction-Serien »Raumschiff Enterprise« (→ Kapitel 1, Seite 13) und »Raumpatrouille Orion« (→ Kapitel 1, Seite 17). Sie gingen fast zeitgleich im September 1966 auf Sendung, die »Enterprise« war wenige Tage früher erstausgestrahlt worden.


Titel »Raumschiff Enterprise«

Originaltitel »Star Trek«

Erscheinungsjahr 1966

Idee/Regie Gene Roddenberry

Schauspieler William Shatner, Leonard Nimoy, DeForest Kelley

Unterhaltungswert 5/5. Legendäre Dialogschlachten mit Scotty und Pille.

Auweia-Faktor 1/5. Für den Sound sich automatisch öffnender Türen und eingehender Funknachrichten. Kult!

Science-Faktor 2/5. Anfangs mit Kirks Crew noch wissenschaftlich anspruchsloser.

Größter Aufreger Die »Enterprise« fliegt schallend im Vorspann vorüber.

Besonderes Der Kultsatz »Beam me up, Scotty!« war so niemals in der Serie zu hören!

Auszeichnungen Science-Fiction-Preis Hugo Award; ansonsten nur Nominierungen für den »Emmy«

Zur Handlung von »Raumschiff Enterprise«

Man muss sie einfach lieben: William Shatner, der den Käpt’n James »Jim« T. Kirk verkörpert; Leonard Nimoy als Halbvulkanier (Mister) Spock; DeForest Kelley als Schiffsarzt Leonard McCoy, der in der deutschen Fassung in der Regel »Pille« und im englischen Original »Bones« genannt wurde, und natürlich James Doohan als Montgomery Scott, der Schiffsingenieur »Scotty«. In der zweiten Reihe folgen Nichelle Nichols als Uhura, George Takei als Hikaru Sulu und Walter Koenig als Pavel Chekov. Bitte bedenken Sie, dass der Quotenrusse in den (Dreh-)Zeiten des Kalten Krieges schon ein besonderes Zugeständnis der US-Amerikaner war. Sie alle fliegen mit dem Raumschiff »Enterprise« durch das All, erforschen den Weltraum und das Unbekannte. Dabei erleben sie viele Abenteuer und begegnen vor allem Außerirdischen. Dazu gehört das kämpferische Volk der Klingonen, mit denen die Menschen in den Anfängen der Serie in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt sind. Mit den Vulkaniern nahmen die Menschen zuvor schon Kontakt auf (→ »Star Trek – Der erste Kontakt« in Kapitel 4, Seite 163) und leben mit ihnen in Frieden.

Eine der schillerndsten Figuren der Serie war Spock. Der Halbvulkanier mit den spitzen Ohren war telepathisch, apathisch und doch irgendwie sympathisch. Wir kennen ihn vor allem mit seinem emotionslosen Gesichtsausdruck und natürlich seinem Vulkanier-Gruß, bei dem man jeweils zwei Finger einer Hand auseinanderspreizte. Generationen von Trekkies verstauchten sich die Finger.

Der Name von Spocks Heimatplaneten Vulkan wurde übrigens inspiriert von knallharter Astrophysik. Schon im 19. Jahrhundert machte der französische Astronom Urbain Le Verrier die Entdeckung, dass die komplette Bahnellipse des innersten Planeten Merkur einen merkwürdigen Tanz vollführt. Sie dreht sich im Raum. Großteils ist das durch die Gravitationswirkung der anderen Planeten – vor allem des Gasriesen Jupiter – erklärbar, aber ein Anteil von sieben Prozent des Dreheffekts blieb rätselhaft. Er wurde dem hypothetischen Planeten Vulkan zugeschrieben, der in der Nähe der Sonne seine Bahn ziehen soll, sich jedoch bislang der Beobachtung entzog. Später stellte sich jedoch heraus, dass es den heißen Sonnenumkreiser Vulkan gar nicht gibt. Albert Einstein konnte Merkurs Gravitationsanomalie 1915 fulminant mit seiner Allgemeinen Relativitätstheorie erklären.


Mein Fazit zu »Raumschiff Enterprise«

Die frühen Fernsehserien hatten bei der Umsetzung, wie Raumschiffe im Weltraum aussehen, ihren ganz eigenen Charme. Denn in den 1960er- und 1970er-Jahren kamen in der Tricktechnik vor allem Miniaturmodelle zum Einsatz – Computertechnik gab es ja noch nicht beim Film. Die Raumschiffe waren Modelle aus Holz, Metall, Glas oder Plastik, die einige zehn Zentimeter bis einen Meter groß waren. Sie wurden aufwendig abgefilmt.

Interessanterweise lief es anfangs auch bei »Raumschiff Enterprise« nicht so gut, was aus heutiger Sicht verwundert. Die Mondlandung 1969 brachte dann allerdings einen Boom bei den Einschaltquoten. 1972 hatten weltweit fast 200 Sender die Ausstrahlungsrechte von Kirk & Co. erworben. Das ZDF strahlte erstmals die deutsche Fassung 1972 aus. Nach der dritten Staffel »Raumschiff Enterprise« musste die Serie 1969 nach 79 Folgen eingestellt werden. Man munkelt, dass es daran lag, weil der Kirk-Darsteller nicht mehr länger den Bauch einziehen konnte. Der Erfolg von »Raumschiff Enterprise« liegt nach meiner Einschätzung vor allem an den extrem geistreichen Dialogen und weniger an der Science-Fiction.

Die Serie, die bis heute auf allen möglichen TV-Sendern wiederholt wird, hat kaum an Charme eingebüßt. Im Unterschied zu »Raumpatrouille Orion« wurde und wird die »Star Trek«-Reihe bis heute in immer neuen Spin-offs fortgesetzt. Auf »Raumschiff Enterprise« (1966–1969) folgten: »Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert« (1987–1994), »Deep Space Nine« (1993–1999), »Raumschiff Voyager« (1995–2001), »Enterprise« (2001–2005), »Discovery« (startete 2017) – und es gab viele Kinofilme.

»Star -Trek« -Faktenwissen

Beamen und Glitzereffekt: Man streute Aluminiumstaub in einen Lichtstrahl.

Die Klingonen hatte der ehemalige Polizist Roddenberry nach einem Ex-Kollegen beim Los Angeles Police Department benannt: Lt. Wilbur Clingan.

In der zweiten Staffel hatte Pavel Chekov seinen Auftritt. Die Russen hatten sich in der »Prawda« beklagt, dass »die hässlichen Amerikaner« vergessen hätten, wer die Pioniere des Alls seien.

Im Kinofilm »Treffen der Generationen« (1994) treffen Kirk und Picard aufeinander und erleben ein gemeinsames Abenteuer, bei dem Kirk das Staffelholz an Picard übergibt. Kirk stirbt im Jahr 2371.


(Quelle: »Die Welt«, 2016)

»Raumschiff Enterprise« bietet echt starke Dialoge und sprühenden Wortwitz. Die Serie wird geliebt für die legendären Wortgefechte zwischen Kirk, »Pille«, Spock und Scotty. Was, glauben Sie, war der häufigste Satz der Serie? Antwort: »Er ist tot, Jim.« Denn das war extrem häufig McCoys erschütternde Diagnose, nachdem er einer unglückseligen Person in unbequem horizontaler Lage den Pulsschlag am Hals ertastete.


Titel »Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Orion«

Erscheinungsjahr 1966

Idee Rolf Honold

Regie Theo Mezger, Michael Braun

Schauspieler Dietmar Schönherr, Eva Pflug, Wolfgang Völz

Unterhaltungswert 3/5. Echt kreativer Zauber aus der Trickkiste.

Auweia-Faktor 1/5. Mit dem Bügeleisen im Kontrollpult läuft alles glatt.

Science-Faktor 2/5. Den Saturnmond Rhea aus der ersten Folge gibt’s wirklich!

Größter Aufreger Die dramatische Mucke von Peter Thomas hält wach.

Besonderes Einschaltquote bei Erstausstrahlung 56 Prozent!

Auszeichnungen Äh, nö?

»Raumschiff Orion« hat ebenfalls Kultcharakter. Kids von heute finden das sicher »voll vintage, ey«. Alle zwei Wochen erschien 1966 eine neue Folge zur besten Sendezeit, nämlich samstagabends nach der Tagesschau im Ersten. Zur Erinnerung, liebe Frischlinge: Damals gab es (bis auf wenige regionale Ausnahmen) nur drei Fernsehprogramme. Erstes, Zweites und Drittes. »Die Macht« war noch Zukunftsmusik, denn es gab noch keine Fernbedienung. Man musste damals in den 60ern und 70ern tatsächlich vom Sofa aufstehen, nach vorn zum ultratiefen Röhrengerät laufen, um den Sender umzuschalten. »Likes« hießen damals noch Einschaltquoten, und die waren traumhaft, war die Auswahl doch sehr begrenzt. Unter »Kabelfernsehen« verstand man damals noch, dass das Röhrengerät über einen Netzstecker mit der Steckdose verbunden war.

Zur Handlung von »Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Orion«

Inhaltlich geht es in der Serie um den Kommandanten Cliff Allister McLane, gespielt von Dietmar Schönherr, und seine Crew. Er wird in der ersten Folge wegen seines Verhaltens strafversetzt. Es herrscht Krieg mit dem Volk der »Frogs«. Eva Pflug spielt Leutnant Tamara Jagellovsk. Sie ist Sicherheitsoffizier des – halten Sie sich fest! – Galaktischen Sicherheitsdienstes GSD und soll McLane in Zaum halten. Natürlich erliegt sie seinem Charme.

Warum eigentlich Patrouille? Die »Orion« hat die Aufgabe, die Grenzen des von Menschen besiedelten Gebiets zu sichern. Es geht also um etwas völlig anderes als bei der Serie »Raumschiff Enterprise«, in der die Crew das Unbekannte des Alls erforschen will. Interessanterweise finden sich einige gesellschaftskritische und politische Themen in der Serie, zum Beispiel wenn in Form des Waffensystems »Overkill« an den Massenvernichtungswaffen der Ära des Kalten Kriegs Kritik geübt wird. Das Frauenbild der »Orion«-Reihe war ebenfalls sehr progressiv, mehr als bei der »Enterprise« – ganz im Geiste der aufkeimenden 68er.

Mein Fazit zu »Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Orion«

Die wissenschaftlich korrekte Darstellung der Weltraumphysik war eigentlich in beiden Fernsehserien zweitrangig. In den Anfängen von »Star Trek« sah das legendäre Raumschiff sehr einfach gestrickt aus – ähnlich schlimm das untertassenförmige Vehikel bei »Raumpatrouille Orion«.

Aus heutiger Sicht sehen die Tricks bei »Raumpatrouille Orion« sehr putzig aus, weil Alltagsgegenstände wie Bügeleisen, Plastikbecher und Pendeluhren zweckentfremdet und als spacige Weltraumdeko ihren großen Auftritt hatten. »Raumpatrouille Orion« wurde bereits nach nur sieben Episoden eingestellt. Dafür gab es verschiedene Gründe. Unter anderem war die militaristische Erzählform dem Nachkriegsdeutschland offenbar zu viel; außerdem war die Produktion sehr aufwendig. Auf Youtube können ganze Folgen angesehen werden.

Schon in den 60ern nahm etwas seinen Lauf, das wir bis heute in der Raumschiff-Science-Fiction nicht losgeworden sind. Ein Raumschiff hat gefälligst zu zischen, wenn es an der Kamera vorbeifliegt! Dumm nur, dass sich physikalisch betrachtet der Schall im Vakuum des Weltalls gar nicht ausbreiten kann. Eine Schallwelle ist ja nichts anderes als ein Gerangel und Geschubse zwischen Teilchen, das sich wellenartig in der Luft, einer Flüssigkeit oder einem Festkörper ausbreitet. In der Leere des Alls kann sich ohne nennenswerte Zahl von Teilchen nichts ausbreiten. Das Weltall ist stumm wie ein Fisch.

Genau das wurde Ende der 1960er-Jahre fulminant in einem Klassiker der Weltraumgeschichten umgesetzt: in Stanley Kubricks »2001: Odyssee im Weltraum«. Der britische Physiker und einer der wichtigsten SF-Autoren Arthur C. Clarke schrieb die Kurzgeschichte »The Sentinel«, auf der dieser Film teilweise beruht.


Titel »2001: Odyssee im Weltraum«

Originaltitel »2001: A Space Odyssey«

Erscheinungsjahr 1968

Regie Stanley Kubrick

Schauspieler Keir Dullea, Gary Lockwood, William Sylvester

Unterhaltungswert 2/5. Ein Streifen mit … schnarch … Längen.

Auweia-Faktor 2/5. Mehrdeutigkeiten lassen Raum für Interpretationen.

Science-Faktor 3/5. Der erste SF-Film, der versucht, es richtig zu machen!

Größter Aufreger Ein sehr unaufgeregter Film.

Besonderes Platz 1 der besten SF-Filme aller Zeiten (American Film Institute 2008).

Auszeichnungen Oscar für visuelle Effekte plus drei Oscar-Nominierungen; Hugo Award

Zur Handlung von »2001: Odyssee im Weltraum«

In einer Urzeitszene vor Millionen von Jahren wird eine Gruppe von Hominiden in der afrikanischen Steppe von einer anderen Gruppe von einem Wasserloch vertrieben. Dann entdecken sie einen schwarzen Monolithen und berühren ihn. Offenbar beeinflusst der Stein das Bewusstsein der Menschen, sodass sie lernen, Knochen als Waffen einzusetzen. Sie vertreiben damit ihre Rivalen vom Wasserloch.

Dann folgt ein Szenenwechsel in eine ganz andere Zeit: Jetzt sind wir im Jahr 1999 – damals noch drei Jahrzehnte in der Zukunft – und begegnen Satelliten, Raumstationen und der Mondstation »Clavius«. Der Wissenschaftler Dr. Heywood Floyd, verkörpert von William Sylvester, geht seltsamen Vorgängen auf der Mondstation nach. Eine Seuche soll ausgebrochen sein. Dort angekommen, stößt er auf einen baugleichen Monolithen, der im Mondkrater Tycho gefunden wurde. Als Sonnenlicht den ausgegrabenen Stein trifft, sendet er ein lautes Radiosignal zum Planeten Jupiter.

Später, im Jahr 2001 (vergleiche Filmtitel), reist eine Crew mit dem Rauschiff »Discovery One« zum Jupiter, um ihn zu erforschen. Mit an Bord sind die Astronauten Dr. David »Dave« Bowman (Keir Dullea), Dr. Franke Poole (Gary Lockwood) und ihre Crew. Sie befinden sich in einer Art Hyperschlaf. Das Schiff wird kontrolliert vom Supercomputer HAL 9000, der Emotionen äußern kann. Der Computer macht sich selbstständig und wird zur Gefahr. Deshalb wollen die Astronauten ihn abschalten, werden jedoch überrumpelt. HAL tötet die Crewmitglieder, indem er ihre Lebensfunktionen ausschaltet, ebenso Frank, aber Bowman gelingt HALs Deaktivierung.

Am Jupiter angekommen, entdeckt Bowman noch einen Monolithen. Er wurde vom Radiosignal des anderen Steins auf dem Mond aktiviert. Jetzt beginnt der abgefahrene Teil des Films, in dem sich Bowman in surrealer, kosmischer und traumhafter Umgebung selbst begegnet. Mal ist er ein um Jahrzehnte gealterter Greis; dann, als er den Monolithen im Raum berührt, ein Fötus. Zum Schluss schwebt der Kleine im Weltraum über der Erde und betrachtet seinen Heimatplaneten. Klassische Musik und Aus.


Mein Fazit zu »2001:Odyssee im Weltraum«

Hm, also mein Film war das nicht. Mit 143 Minuten Filmlänge muss man einiges an Sitzfleisch, Popcorn, Getränken und vor allem Geduld mitbringen. Insbesondere die ewig langen Einstellungen, in denen kaum etwas passiert oder gesprochen wird und die von einschläfernder klassischer Musik unterlegt sind, brachten mich persönlich an den Rand des Erträglichen. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur ein dummer Kunstbanause, der den Film nicht verstanden hat.

Doch können so viele Oscar-Nominierungen lügen? Vielleicht liegt es auch am Regisseur. Er gilt ja als Meister seines Fachs, aber selbst Buchautor Clarke, der mit Kubrick bei der »Odyssee« zusammenarbeitete, soll zunächst über ihn gesagt haben: »… ein Einsiedler, ein Verrückter, der in einem Baum lebt«. Nach dem, was man über den Meisterregisseur lesen kann, war der Umgang mit Kubrick am Set auch alles andere als einfach. Mir scheint, dass sich an dem Mann und seinen Filmen die Geister scheiden. Kubricks Werk ist natürlich völlig anders als die übliche Science-Fiction-Kost. Seine filmischen Mittel sind anders, innovativ und damit auch gewöhnungsbedürftig. Sie polarisieren damit das Publikum. Kubrick arbeitete nicht mit nervenaufreibender Action, sondern nutzte die Bildersprache, Anspielungen oder die passende Musik, die das ausdrückt, was Worte nicht sagen. Der Film ist vor allem eine nonverbale und optisch innovative Erfahrung. Die Musik ruft beim Zuschauer passende Stimmungen hervor und ersetzt durch inhaltliche Anspielungen das, was sonst explizit gesagt wird. Im Gegensatz zu gängiger Science-Fiction handelt es sich nicht um Filmmusik, die extra für den Streifen komponiert wurde, sondern um bekannte klassische Musik.

Auch wenn mich persönlich die »Odyssee im Weltraum« nicht in den Bann gezogen hat, so muss man dem Klassiker des Science-Fiction-Kinos zugutehalten, dass er großen Wert auf Realismus und physikalische Korrektheit legt. Hier zischt und brummt kein Raumschiff. Den Machern war es auch wichtig, dass die Raumflugzeuge realistisch sind. So kamen sehr ausgefeilte Modelle zum Einsatz. Die Filmcrew machte aufwendige Kamerafahrten, die am Modell vorbeiführten. Der Außenbordeinsatz (sogenannte EVAs für extravehicular activity; darauf kommen wir noch) ist echt gut gemacht. Alles sieht sehr realistisch aus – und das ziemlich genau ein Jahr vor der Mondlandung. Handwerklich gibt es demnach an »2001: Odyssee im Weltraum« nichts auszusetzen.

Auch die Oscar-prämierten visuellen Effekte waren beeindruckend umgesetzt. Bitte bedenken Sie, dass Kubricks Werk etwa zehn Jahre vor »Star Wars« gemacht wurde. Die technischen Möglichkeiten waren da deutlich begrenzter. Bowmans Flug durch das »Sternentor« mutet an wie eine Reise durch ein Wurmloch und ist vor dem Hintergrund moderner Filme auch heute noch sehenswert.

Die Kritik – auch meine – entzündet sich wohl daran, dass der Film dem Zuschauer viel Interpretation überlässt. Die Message wird nicht mit der Holzhammer-Methode eingeprügelt, sondern muss mühsam ergrübelt werden, indem man die Bildsprache und Anspielungen deutet. Klar, das ist anstrengend. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass man ohne Zusatzinfos »2001: Odyssee im Weltraum« nicht in vollem Umfang verstehen kann.

So gab es Gespräche des Regisseurs mit dem US-Astronomen Carl Sagan zum Thema Aliens. Im Film wird es nicht explizit klar, dass die Monolithen offenbar von einer außerirdischen Intelligenz gebaut wurden. Kubrick verzichtete auf die explizite Darstellung von Aliens. Sie haben weder Gestalt noch Form, sondern bestehen aus reiner Energie und Intelligenz. Über die Monolithen nahmen sie Kontakt mit der Menschheit auf und beeinflussten ihre Entwicklung. Kubrick hat das sehr subtil und unterschwellig dargestellt. Abschließend halten wir fest: Kubricks Werk ist das, was die meisten Filme des Genres nicht sind: Kopfkino.

Titel »Gravity«

Erscheinungsjahr 2013

Regie Alfonso Cuarón

Schauspieler Sandra Bullock, George Clooney

Unterhaltungswert 5/5. Mitfiebern bis zum Schluss!

Auweia-Faktor 1/5. Ich sage nur: die Träne.

Science-Faktor 5/5. Wissenschaftlich höchst verzückend!

Größter Aufreger George Clooney stirbt einen sinnlosen Tod.

Besonderes Extrem wirklichkeitsnahe Darstellung des Weltraums

Auszeichnungen 7 Oscars (u. a. für Regie, visuelle Effekte, Kamera)

Zur Handlung von »Gravity«

Im Science-Fiction-Film »Gravity« kam auf bedrückend realistische Weise rüber, wie leer, kalt, dunkel und lebensfeindlich der Weltraum ist. Im Film geht es darum, ob Astronauten, deren Spaceshuttle nach einem katastrophalen Unfall zerstört wurde, wieder zur Erde zurückkehren können.

Bullock spielt die medizinische Ingenieurin Dr. Ryan Stone. Clooney ist der Astronaut Matthew Kowalski und ein alter Weltraum-Hase. Die beiden waren mit einem Spaceshuttle namens »Explorer« in eine erdnahe Umlaufbahn geflogen. Der Name des Shuttles ist erfunden – genauso wie der Name der Mission: STS-157. Die NASA hatte das Space-Shuttle-Programm eingestellt. Das letzte Shuttle war die Atlantis, und es landete am 21. Juli 2011 nach dem Ende der Mission STS-135. Der Film ist sehr realitätsnah, weil das Kürzel STS für Space Transportation System tatsächlich für Shuttle-Missionen verwendet wird.

Das Weltraumteleskop Hubble (HST)

Das HST wird gemeinsam von der US-amerikanischen Weltraumorganisation NASA und dem europäischen Pendant ESA betrieben und kreist seit 1990 um die Erde. Mit dem Weltraumteleskop lässt sich sichtbare, infrarote und ultraviolette Strahlung beobachten. Es kann damit Fotos von Objekten schießen, die so aussehen, wie es uns mit unseren Augen erscheinen würde, falls sie eine gigantische Sehschärfe hätten. Der Durchmesser des Hauptspiegels des Teleskops (»Öffnung«) bestimmt maßgeblich, wie scharf ein Teleskop abbilden kann. Beim HST beträgt der Durchmesser 2,4 Meter. Das ist verglichen mit den Spiegeln der Zehn-Meter-Klasse von den größten erdgebundenen Teleskopen eigentlich nicht viel, aber dadurch, dass sich das HST außerhalb der Erdatmosphäre befindet, kann es wahnsinnig scharfe Bilder schießen. Bei erdgebundenen Teleskopen machen Luftbewegungen die Fotos unscharf – nicht so beim Weltraumteleskop. Die erreichbare Auflösung des HST beträgt 0,05 Bogensekunden. Das entspricht der Größe des Winkels, wenn Sie die Vollmondbreite in 40.000 gleich große Stücke teilen. Theoretisch könnte man mit dem HST von der Erdoberfläche aus Details eines 50-Meter-Einfamilienhauses auf dem Mond scharf abbilden! Benannt wurde das Teleskop nach dem US-amerikanischen Astronomen Edwin Hubble.

29,52 ₼

Janr və etiketlər

Yaş həddi:
0+
Litresdə buraxılış tarixi:
30 iyul 2025
Həcm:
368 səh. 164 illustrasiyalar
ISBN:
9783831269600
Müəllif hüququ sahibi:
Bookwire
Yükləmə formatı:

Oxşar kitablar