Kitabı oxu: «Psychoedukatives Training bei Abhängigkeitserkrankungen»

Störungsspezifische Psychotherapie
Herausgegeben von
Anil Batra und Alexandra Philipsen
Weitergeführt von
Anil Batra und Fritz Hohagen
Begründet von
Anil Batra und Gerhard Buchkremer
Eine Übersicht aller lieferbaren und im Buchhandel angekündigten Bände der Reihe finden Sie unter:
https://shop.kohlhammer.de/stoerungsspezifische-psychotherapie
Franziska Schober Friederike Wernz Anil Batra
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2., überarbeitete Auflage 2022
Alle Rechte vorbehalten
© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17-038708-9
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-038709-6
epub: ISBN 978-3-17-038710-2
Für Effi
Nachruf
Kurz vor Fertigstellung der ersten Auflage dieses Therapiemanuals verstarb viel zu früh und unerwartet unser Freund, Kollege und Mitautor Dr. Peter Peukert. Seine Erfahrung, Kompetenz, Kreativität und sein Ideenreichtum haben grundlegend zur Erstellung dieses Manuals beigetragen. Wir danken ihm dafür.
Franziska Schober
Friederike Wernz
Anil Batra
Geleitwort zur Buchreihe
Wer in die Vergangenheit blickt, stellt fest: Psychotherapie ist immer im Wandel.
Nach einer Phase der methodenspezifischen Diversifizierung spielen in der heutigen ambulanten und stationären Versorgung von Patientinnen und Patienten mit psychischen Erkrankungen störungsspezifische Behandlungsansätze eine zunehmende Rolle. In vielen Fällen sind diese verhaltenstherapeutisch geprägt und multimodal aufgebaut. Dabei werden nicht nur schulenübergreifend wirksame Behandlungskomponenten, sondern auch Erkenntnisse zu Basisvariablen der psychotherapeutischen Arbeit verwendet und integriert.
Die Reihe »Störungsspezifische Psychotherapie« hat die störungsspezifische Entwicklung bereits im Jahr 2004 aufgegriffen und bietet mittlerweile für über 20 Störungsbilder evidenzbasierte Manuale an. Klassische Themen wie die Therapie von Angst- oder Essstörungen, Suchterkrankungen oder Psychosen wurden um störungsspezifische Anleitungen für die Behandlung von Symptomen, Syndromen oder speziellen Fragestellungen (Tourettesyndrom, Adipositasbehandlung, Insomnie, stationäre Behandlungsbesonderheiten u. v. m.) ergänzt und durch einzelne Manuale zu Techniken und verwandten Methoden in der Psychotherapie (Achtsamkeitstraining, Hypnotherapie, Interpersonelle Therapie) erweitert.
Die Reihe »Störungsspezifische Psychotherapie« wurde 2004 begründet von Anil Batra und Gerhard Buchkremer, in der Folge weitergeführt von Anil Batra und Fritz Hohagen und mittlerweile herausgeben von Anil Batra und Alexandra Philippsen. Die Buchreihe wird fortlaufend erweitert und aktualisiert, wobei neue Techniken, alternative Vorgehensweisen und die aktuelle Studienlage berücksichtigt werden. Damit sollen die Bände psychotherapeutisch arbeitenden Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen in der praktischen Arbeit neben einer Einführung in die besondere Problematik verschiedener Erkrankungen auch konkrete Anleitungen, online abrufbare praxisnahe Tools sowie Techniken und Vorgehensweisen auch in therapeutisch herausfordernden Situationen zur Verfügung stellen.
Wir hoffen, Ihnen mit dieser Reihe hilfreiche Anregungen für die klinische Praxis geben zu können.
Anil Batra, Tübingen
Alexandra Philipsen, Bonn
Inhalt
1 Geleitwort zur Buchreihe
2 Arbeitsmaterial zum Download
3 Arbeitsblätter
4 Informationsblätter
5 Vorlagen
6 Vorwort zur zweiten Auflage
7 I Theoretische Grundlagen
8 1 Entwicklung des Manuals
9 Qualifizierte Entgiftung
10 Patientenkollektiv und Behandlungssetting
11 Substanzen und Veränderungen der Konsumgewohnheiten
12 2 Allgemeine psychotherapeutische Grundlagen und Methoden
13 Aufbau einer therapeutischen Beziehung
14 Ambivalenz
15 Motivational Interviewing (MI)
16 Kognitive Dissonanz
17 3 Gruppentherapie: Stand der Wissenschaft
18 4 Über das vorliegende Programm
19 Ziel des Programms
20 Gestaltung des Gruppentherapieprogramms
21 Anwendung des Manuals
22 Feste Bausteine der Therapiesitzungen
23 Haltung des Therapeuten
24 Therapievereinbarung und Behandlungsziele
25 Umgang mit Widerstand und anderen schwierigen Situationen innerhalb der Therapie
26 Abstinenz oder reduzierter Konsum?
27 Umgang mit Rückfällen
28 Literatur
29 II Psychoedukativer Teil
30 Module
31 5 Suchtverlauf und Suchtverlagerung
32 Ziel der Sitzung
33 Inhalt
34 Schwierige Situationen
35 Tipps
36 6 Körperliche Folgen des Suchtmittelkonsums
37 Ziel der Sitzung
38 Inhalt
39 Schwierige Situationen
40 Tipps
41 7 Psychosoziale Folgen des Suchtmittelkonsums
42 Ziel der Sitzung
43 Inhalt
44 Schwierige Situationen
45 Tipps
46 8 Entzug
47 Ziel der Sitzung
48 Inhalt
49 Schwierige Situationen
50 Tipps
51 9 Medikamente in der Suchtbehandlung
52 Ziel der Sitzung
53 Inhalt
54 Schwierige Situationen
55 Tipps
56 10 Therapie – wie und wo kann ich mir helfen lassen?
57 Ziel der Sitzung
58 Inhalt
59 Schwierige Situationen
60 Tipps
61 11 Alkohol in Lebensmitteln
62 Ziel der Sitzung
63 Inhalt
64 Schwierige Situationen
65 Tipps
66 12 Substanzfreie Zone
67 Ziel der Sitzung
68 Inhalt
69 Schwierige Situationen
70 Tipps
71 13 Tabakinformation
72 Ziel der Sitzung
73 Inhalt
74 Schwierige Situationen
75 Tipps
76 Literatur
77 III Psychotherapeutischer Teil
78 Module
79 14 Kriterien der Abhängigkeit
80 Ziel der Sitzung
81 Inhalt
82 Schwierige Situationen
83 Tipps
84 15 Suchtentwicklung – Sitzung 1
85 Ziel der Sitzung
86 Inhalt
87 Schwierige Situationen
88 Tipps
89 16 Suchtentwicklung – Sitzung 2
90 Ziel der Sitzung
91 Inhalt
92 Schwierige Situationen
93 Tipps
94 17 Aufbau einer Abstinenzmotivation – Sitzung 1
95 Ziel der Sitzung
96 Inhalt
97 Schwierige Situationen
98 Tipps
99 18 Aufbau einer Abstinenzmotivation – Sitzung 2
100 Ziele der Sitzung
101 Inhalt
102 Schwierige Situationen
103 Tipps
104 19 Entwicklung von Zielen
105 Ziel der Sitzung
106 Inhalt
107 Schwierige Situationen
108 Tipps
109 20 Problemlösen: Meine Baustellen – Sitzung 1
110 Ziel der Sitzung
111 Inhalt
112 Schwierige Situationen
113 Tipps
114 21 Problemlösen: Auf geht’s zum Gipfel! – Sitzung 2
115 Ziel der Sitzung
116 Inhalt
117 Schwierige Situationen
118 Tipps
119 22 Emotionsregulation
120 Ziele der Sitzung
121 Inhalt
122 Schwierige Situationen
123 Tipps
124 23 Stärken und Ressourcen
125 Ziel der Sitzung
126 Inhalt
127 Schwierige Situationen
128 Tipps
129 24 Umgang mit Risikosituationen – Sitzung 1
130 Ziel der Sitzung
131 Inhalt
132 Schwierige Situationen
133 Tipps
134 25 Umgang mit Risikosituationen – Sitzung 2
135 Ziel der Sitzung
136 Inhalt
137 Schwierige Situationen
138 Tipps
139 26 Tagesstruktur
140 Ziel der Sitzung
141 Inhalt
142 Schwierige Situationen
143 Tipps
144 27 Genuss und Achtsamkeit
145 Ziel der Sitzung
146 Inhalt
147 Schwierige Situationen
148 Tipps
149 28 Im Notfall
150 Ziel der Sitzung
151 Inhalt
152 Schwierige Situationen
153 Tipps
154 29 Angehörigengruppe
155 Ziel der Sitzung
156 Inhalt
157 Schwierige Situationen
158 Tipps
159 Literatur
160 Hinweis zum Downloadmaterial
161 Stichwortverzeichnis
162 Autorinnen und Autor
Arbeitsmaterial zum Download
Die folgenden Materialien sind enthalten:
Arbeitsblätter
Arbeitsblatt Nr. 1 Krankheitsverlauf
Arbeitsblatt Nr. 2 Körperliche Folgen
Arbeitsblatt Nr. 3 Psychosoziale Folgen
Arbeitsblatt Nr. 4 Therapiemöglichkeiten
Arbeitsblatt Nr. 5 Alkohol in Lebensmitteln
Arbeitsblatt Nr. 6 Substanzfreie Zone
Arbeitsblatt Nr. 7 Die Diagnose der Abhängigkeit
Arbeitsblatt Nr. 8 Entstehung von Sucht
Arbeitsblatt Nr. 9 Pro und Contra
Arbeitsblatt Nr. 10 Meine Gedanken zur Abstinenz
Arbeitsblatt Nr. 11 Ziele
Arbeitsblatt Nr. 12 Probleme lösen
Arbeitsblatt Nr. 13 Auf geht’s!
Arbeitsblatt Nr. 14 Fieberkurve
Arbeitsblatt Nr. 15 Daumen hoch!
Arbeitsblatt Nr. 16 Risikosituation bewältigen
Arbeitsblatt Nr. 17 Risiko
Arbeitsblatt Nr. 18 Bevor es eng wird
Arbeitsblatt Nr. 19 Tagesplan
Informationsblätter
Informationsblatt Nr. 1 Stadien des Krankheitsverlaufs
Informationsblatt Nr. 2 Körperliche Folgen bei Alkoholabhängigkeit
Informationsblatt Nr. 3 Körperliche Folgen bei Abhängigkeit von Beruhigungs- und Schlafmitteln
Informationsblatt Nr. 4 Körperliche Folgen bei Cannabisabhängigkeit
Informationsblatt Nr. 5 Körperliche Folgen bei Opiatabhängigkeit
Informationsblatt Nr. 6 Entzugszeichen bei Alkoholabhängigkeit
Informationsblatt Nr. 7 Entzugszeichen bei Abhängigkeit von Schlaf- und Beruhigungsmitteln
Informationsblatt Nr. 8 Entzugszeichen bei Abhängigkeit von Cannabis
Informationsblatt Nr. 9 Entzugszeichen bei Abhängigkeit von Opiaten
Informationsblatt Nr. 10 Therapiemöglichkeiten
Informationsblatt Nr. 11 Alkohol in Lebensmitteln
Informationsblatt Nr. 12 Tabakrauchbestandteile
Vorlagen
Vorlage Therapievereinbarung
Vorlage Fagerström-Test für Zigarettenabhängigkeit
Folien zu Belohnungssystem und Konditionierung
Vorwort zur zweiten Auflage
Die Suchttherapie nimmt einen großen Teil der psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung ein. Der Konsum legaler und illegaler Drogen und die missbräuchliche Einnahme von Medikamenten stellen sowohl Patienten als auch Therapeuten immer wieder vor Herausforderungen.
Aufgrund der eingeschränkten Behandlungsdauer, die uns zur Verfügung steht, wächst die Bedeutung von kurzen und praktikablen Programmen, welche es den Patienten möglich machen, Fertigkeiten und Verhaltensweisen kennen zu lernen und einzuüben, die ihnen zu einem abstinenten Leben verhelfen können.
Während in früheren Jahren eine Trennung in Abhängige legaler und illegaler Substanzen die Regel war, wird mittlerweile häufig die strikte Trennung zugunsten einer gemeinsamen Behandlung aller substanzabhängigen Personen aufgegeben. Dies beinhaltet sowohl Schwierigkeiten als auch therapeutische Chancen.
An der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie wurden schon Mitte der 1970er Jahre erste suchtspezifische psychotherapeutische Programme etabliert und seither kontinuierlich weiterentwickelt.
Das hier beschriebene Programm für ärztliche und psychologische Psychotherapeuten wird in der Tagesklinik für Patienten mit Abhängigkeitserkrankung seit Juli 2008 angeboten und regelmäßig aktualisiert. Es lässt sich ebenso im ambulanten wie im stationären Bereich einsetzen. Vorteil ist der modulare Aufbau, der eine Auswahl oder eine Umstellung von Themen und Inhalten möglich macht. Dem Anwender stehen 12 psychotherapeutische und 9 psychoedukative Module zur Auswahl, die jeweils durch Arbeits- oder Informationsblätter ergänzt werden. Diese umfassen bekannte grundlegende Bausteine der Suchttherapie sowie psychotherapeutische Elemente, die auch in der Therapie anderer psychischer Erkrankungen ihren festen Platz haben. Alle Sitzungen sind so dargestellt und formuliert, dass sie auf jede Substanzklasse angewendet werden können (mit Ausnahme der Gruppensitzung »Alkohol in Lebensmitteln«), wobei jeweils auf Alkohol, Benzodiazepine, Cannabis und Opioide eingegangen wird. Die Beschreibungen der Sitzungen beziehen Formulierungsvorschläge und die Diskussion möglicher schwieriger Situationen mit ein. Auf den Arbeitsmaterialien wird der Begriff Opiate verwendet, da dieser alltagssprachlich von Betroffenen – im Vergleich zum Terminus Opioide – häufiger gebraucht wird.
Alle personenbezogenen Formulierungen in diesem Manual sind in der männlichen Form verfasst, gleichberechtigt gemeint ist stets auch die weibliche Form.
Unser Manual basiert auf jahrelanger Vorarbeit aller Kollegen der Suchtabteilung und hat sich gut bewährt. Wir danken den therapeutischen und pflegerischen Teams der stationären Suchttherapie unseres Hauses und der Tagesklinik für Suchtpatienten, die allesamt sehr viel dazu beigetragen haben, dass dieses Handbuch publiziert werden konnte. Bei der Überarbeitung der ersten Auflage wurden die neuen Erkenntnisse und Entwicklungen im Bereich der Suchterkrankungen und der Suchttherapie berücksichtigt. Wir konnten damit sicherstellen, dass das Manual auch in den nächsten Jahren einen wichtigen Beitrag zur Suchtkrankenhilfe leisten kann.
Tübingen, im September 2021
Franziska Schober
Friederike Wernz
Anil Batra
I Theoretische Grundlagen
1 Entwicklung des Manuals
Die Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Tübingen bietet breit gefächerte Hilfsmöglichkeiten für Patienten1 mit einer Suchterkrankung an. Dabei werden sowohl Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung als auch mit einem Missbrauch von Suchtmitteln angesprochen. Schaltstelle des Suchtbereichs ist die Suchtambulanz, welche die Patienten in die Sucht-Tagesklinik, auf die Entgiftungsstation oder auf die Psychotherapiestation vermittelt. Dort wird eine Kurzzeitbehandlung für Patienten mit einer Suchtmittelabhängigkeit und einer komorbiden psychischen Störung angeboten. Nach den stationären Behandlungen stehen ambulante Unterstützungsangebote als weitere Bestandteile der Suchtkrankenhilfe zur Verfügung. Dieses Manual entstammt dem in der Tübinger Universitätsklinik angewendeten psychoedukativen und psychotherapeutischen Gruppentherapieprogramm für substanzbezogene Störungen aus den Bereichen Alkohol, Medikamente, Cannabis und andere illegale Drogen.
Qualifizierte Entgiftung
Die Qualifizierte Entgiftung bezeichnet einen Prozess, der – außer der somatischen Behandlung des Entzugssyndroms – auf die Schaffung und Förderung einer Abstinenzmotivation ausgerichtet ist. Ziel ist neben einer Stabilisierung eines abstinenten Verhaltens die Vermittlung in eine ambulante, teilstationäre oder stationäre Entwöhnungsbehandlung. Für die Durchführung einer Qualifizierten Entgiftung gibt es eine klare Empfehlung in der leitliniengerechten Behandlung (S3 Leitlinie Screening, Diagnostik und Behandlung alkoholbezogener Störungen; AWMF 2015).
Die zur Verfügung stehenden psychotherapeutischen Mittel im Rahmen der Qualifizierten Entgiftung sind angesichts der begrenzten Zeit, die dem Patienten seitens der Kostenträger in psychiatrischen Einrichtungen gewährt wird, auf Techniken der motivierenden Gesprächsführung und Psychoedukation beschränkt.
Bei der Psychoedukation steht die Wissensvermittlung über Entstehungsbedingungen und aufrechterhaltende Faktoren der Suchterkrankungen im Vordergrund. Die Patienten erhalten Informationen über ihre Erkrankung, die sie brauchen, um in Zukunft verantwortungsvoll mit ihr umzugehen. Die funktionale Bedeutung des Konsums und der dysfunktionalen Lebensstile werden in den Mittelpunkt gestellt. Oft muss der unspezifische Wunsch nach einem »neuen Leben« konkretisiert werden: Was möchte der Patient durch seine Abstinenz erreichen? Welche Dinge zeichnen die Abstinenz für ihn aus? Nicht zuletzt sollen die Betroffenen Werkzeuge an die Hand bekommen, die sie für den Erhalt ihrer Abstinenz einsetzen können. Diese Werkzeuge umfassen allgemeine Kompetenzen zur kognitiven Arbeit sowie spezielle Fertigkeiten zum Umgang mit dem Suchtmittel. Strategien zur Verhinderung weiterer Rückfälle und die Bewältigung bisheriger Rückfallereignisse haben ihren festen Platz in der Qualifizierten Entgiftung.
Dass eine Qualifizierte Entgiftung gegenüber einer reinen körperlichen Entgiftung zu bevorzugen ist, unterstrichen auch Loeber et al. (2009). In ihrer vergleichenden Untersuchung einer qualifizierten dreiwöchigen suchtspezifischen psychotherapeutischen Gruppentherapie und einer herkömmlichen körperlichen Entgiftung berichteten die Patienten nach Durchlaufen der Qualifizierten Entgiftung von einer höheren Abstinenzzuversicht. Sie waren zum Katamnesezeitpunkt häufiger abstinent und besuchten regelmäßiger Selbsthilfegruppen.
Die Qualifizierte Entzugsbehandlung dient lt. Definition der S3-Leitlinien der AWMF (www.awmf.org; 2020) der Förderung der Änderungsbereitschaft, der Änderungskompetenz und der Stabilisierung der Abstinenz. Die Wirksamkeit der Qualifizierten Entzugsbehandlung in Bezug auf Abstinenzrate, Abstinenzzeit, Verhinderung von Rückfällen und Vermittlung in Langzeittherapie im Vergleich zu einer rein körperlichen Entgiftung wird in o. g. Behandlungsleitlinie ausführlich diskutiert (S. 48/49). Es wird dabei festgehalten, Patienten wiesen nach einer Qualifizierten Entgiftung eine höhere Abstinenzrate, eine höhere Rate von Vermittlung in eine weiterführende Therapie, einen besseren Therapieerfolg einer nachfolgenden Rehabilitationsbehandlung und eine reduzierte Wiederaufnahmerate auf. Die Qualifizierte Entzugsbehandlung sei für die Kostenträger kosteneffizient und wirke sich bei längerer Behandlungsdauer positiv auf den Behandlungserfolg aus.