Kitabı oxu: «Die großen Klassiker der Antike»

Şrift:

Homer, Äsop, Herodot, Thukydides, Xenophon, Platon, Aristoteles, Sophokles, Euripides, Aristophanes, Laotse, Konfuzius, Siddhartha Gautama Buddha, Vatsyayana Mallanaga, Titus Livius, Tacitus, Marcus Tullius Cicero, Vergil, Ovid, Lukian, Petronius, Apuleius, Longos von Lesbos, Mark Aurel, Aurelius Augustinus

Die großen Klassiker der Antike

40+ Bücher in Einem Band

e-artnow, 2022

Kontakt: info@e-artnow.org

EAN 4064066498542

Inhaltsverzeichnis

Das Gilgamesch-Epos

Die Lehre für König Merikare

Ilias (Homer)

Odyssee (Homer)

Fabeln, Mythen und Märchen (Äsop)

Historien (Herodot)

Geschichte des peloponnesischen Kriegs (Thukydides)

Anabasis (Xenophon)

Sokratische Gespräche

Das Gastmahl (Platon)

Der Staat (Platon)

Metaphysik (Aristoteles)

Nikomachische Ethik (Aristoteles)

Antigone (Sophokles)

König Ödipus (Sophokles)

Medea (Euripides)

Hippolytus (Euripides)

Lysistrate (Aristophanes)

Die Vögel (Aristophanes)

Tao Te King (Laotse)

Gespräche (Konfuzius)

Reden (Siddhartha Gautama Buddha)

Das-Kamasutram (Vatsyayana Mallanaga)

Ab urbe condita libri - Römische Geschichte (Titus Livius)

Die Germania (Tacitus)

Vom Redner (Marcus Tullius Cicero)

Aeneis (Vergil)

Metamorphosen: Bücher der Verwandlungen (Ovid)

Göttergespräche (Lukian)

Wahre Geschichten (Lukian)

Der Tyrannenmörder (Lukian)

Der verstoßene Sohn (Lukian)

Der Lügenfreund oder der Ungläubige (Lukian)

Satyricon: Begebenheiten des Enkolp (Petronius)

Der goldene Esel (Apuleius)

Daphnis und Chloe (Longos von Lesbos)

Selbstbetrachtungen (Mark Aurel)

Die Bekenntnisse – Confessiones (Aurelius Augustinus)

Das Gilgamesch-Epos
(Anonym)

Inhaltsverzeichnis

Erste Tafel

Zweite Tafel

Dritte Tafel

Vierte Tafel

Fünfte Tafel

Sechste Tafel

Siebte Tafel

Achte Tafel

Neunte Tafel

Zehnte Tafel

Elfte Tafel

Erste Tafel

Table of Contents

Der alles gesehn hat überall, das Land regierte,

Der die Ferne kannte, Jegliches erfaßt hatte,

. . . er gleichermaßen;

Alles an Kenntnis der Dinge allzumal hatte Anu ihm bestimmt.

Verwahrtes auch sah er, Verborgenes erblickte er;

Hat Kunde gebracht von vor der Sintflut,

Fernen Weg befahren, war dabei matt einmal und wieder frisch,

Auf einen Denkstein hat er die ganze Mühsal gemeißelt.

Die Mauer um Uruk-Gart ließ er bauen,

Um das heil‘ge Eanna, den strahlenden Hort.

Sieh an seine Mauer, deren Friese wie Bronzeschalen scheinen!

Ihren Sockel beschau, dem niemands Werk gleicht!

Auch den Blendstein faß an — der seit Urzeiten da ist! —

Nahe dich Eanna, dem Wohnsitz Ischtars —

Das kein späterer König, kein Mensch ebenso machen kann!

Auch steig auf die Mauer von Uruk, geh fürbaß,

Prüfe die Gründung, besieh das Ziegelwerk!

Ob ihr Ziegelwerk nicht aus Backsteinen ist,

Ihren Grund nicht legten die sieben Weisen!

Ein Sar die Stadt, ein Sar die Palmgärten,

ein Sar die Flußniederung,

dazu der (heilige) Bereich des

Ischtartempels:

Drei Sar und den (heiligen) Bereich von Uruk umschließt sie.

Sieh dir an die Urkundenkapsel aus Kupfer,

Nimm ab davon das Schloß aus Bronze!

Öffne die Tür vor seinem verborgenen Schatz,

Komm und lies gründlich die Lapislazuli-Tafel,

Die erzählt, wie er, Gilgamesch, durch alle Beschwernisse zog!

Überragend ist er weit voran den Königen, der

Ruhmreiche von schöner Gestalt,

Der heldenhafte Abkömmling von Uruk, der stößige Stier.

Er geht voran, ist der Allererste;

Er geht hinterher, ist die Stütze seiner Brüder,

Ein starkes Kampfnetz, der Schirm seines Heerbanns;

Eine wilde Wasserflut, die Steinmauern zerstört,

Sproß des Lugalbanda, Gilgamesch, der an Kräften Vollkommene,

Kind der erhabenen Kuh Rimat-Ninßun.

Der Wildstier Gilgamesch, der Vollkommene, Ehrfurchtgebietende,

Der da fand die Eingänge in das Gebirge,

Der dürstete nach den Zisternen am Rand des Steppenlandes.

Der die See überfuhr, das weite, zum Sonnenaufgang hin liegende Meer.

Der die Weltränder ins Auge faßte, überall das Leben suchend,

Der in seiner Stärke gelangte bis hin zum fernen Utnapischtim.

Der die Städte wiederherstellte, die die Sintflut vernichtet hatte.

Nicht ... für die umwölkten Menschen,

Der mit ihm verglichen werden könnte für das Königtum,

Der wie Gilgamesch sprechen könnte: »Ich bin der König!«

Gilgamesch, seit dem Tage, an dem er geboren wurde, ist sein Name herrlich.

Zwei Drittel an ihm sind Gott, ein Drittel nur Mensch.

Das Bild seines Leibes hat ihm die Mach ...

Sie bereitete seine Gestalt ...

. . . ist prächtig

. . . [Zeile fehlt]

. . . [Zeile fehlt]

In den Hürden von Uruk geht er einher,

Wilde Kraft setzt er ein gleich dem Wildstier, erhabenen Schrittes!

Keinen Nebenbuhler hat seiner Waffen Aufbruch!

Durch seine Trommel sind dauernd im Gang seine Gesellen.

Immer neu regten sich auf die Mannen von Uruk über willkürliches Tun.

»Nicht läßt Gilgamesch den Sohn zum Vater.

Am lichten Tag und bei Nacht bäumt er sich wild auf.

Gilgamesch ist der Hirte von Uruk-Gart,

Übermächtig, stattlich, kundig und weise!

Nicht läßt Gilgamesch die Jungfrau zum Geliebten,¶

Die Tochter des Helden, die Gemahlin des Mannen.«

Ihre Klage hörten so oft die großen Götter,

Die Götter des Himmels riefen Uruks Herrscher Anu:

»Schufest nicht du den trotzigen Wildstier?

Keinen Nebenbuhler hat seiner Waffen Aufbruch.

Durch die Trommel sind aufgestört seine Gesellen;

Nicht läßt Gilgamesch den Sohn zum Vater,

Am lichten Tag und bei Nacht trotzt er ganz wild!

Und er ist nun der Hirte von Uruk-Gart,

Er, ihr Hirte — und dennoch bedrückt er sie!

Übermächtig, stattlich, kundig und weise!

Nicht läßt Gilgamesch die Jungfrau zum Geliebten,

Die Tochter des Helden, die Gemahlin des Mannen.

«Ihre Klage hörte immer neu der erhabene Anu;

Aruru rief man, die große:

»Du, Aruru, hast geschaffen, was Anu befahl!

Nun erschaffe, was er befiehlt!

Dem des andern sei gleich dessen Herzensungestüm!

Wettstreiten sollen sie — Uruk erhole sich!«

Kaum daß Aruru dieses hörte,

Schuf sie sich im Herzen, was Anu befahl;

Aruru wusch sich die Hände,

Kniff sich Lehm ab, warf ihn draußen hin.

Enkidu, den gewaltigen, schuf sie, einen Helden,

Einen Sprößling der Nachtstille, mit Kraft beschenkt von Ninurta

Mit Haaren bepelzt am ganzen Leibe;

Mit Haupthaar versehen wie ein Weib:

Das wallende Haupthaar, ihm wächst‘s wie der Nisaba!

Auch kennt er nicht Land noch Leute:

Bekleidet ist er wie Sumukan!

So verzehrt er auch mit den Gazellen das Gras,

Drängt er hin mit dem Wilde zur Tränke,

Ward wohl seinem Herzen am Wasser mit dem Getier.

Auf ihn nun stieß gegenüber der Tränke

Ein Jäger, ein gewalttät‘ger Mensch:

Einen ersten Tag, einen zweiten und dritten

Stieß er auf ihn gegenüber der Tränke.

Da ihn sah der Jäger, ward reglos sein Antlitz;

Er trat mit seinen Tieren in sein Haus,

Geriet in Erregung, wurde starr und stumm,

Verstört war sein Herz, sein Antlitz umwölkt;

In seinem Gemüt hielt Einzug der Harm,

Einem Wandrer ferner Wege war gleich sein Antlitz.

Der Jäger tat zum Reden den Mund auf

Und sprach zu seinem Vater:

»Mein Vater, ein Mann, der vom Steppenland gekommen —

Der Stärkste im Land ist er, Kraft hat er,

Gleich der Feste des Anu gewaltig ist seine Stärke —

Er streift im Steppenland beständig umher,

Beständig frißt mit dem Wild er das Gras,

Beständig weilt sein Fuß gegenüber der Tränke;

Ich vermochte ihm nicht zu nahen vor Furcht.

Die ich auswarf, die Gruben, er füllte sie an!

Die Flügelnetze, die ich spannte, riß er heraus,

Ließ entrinnen meinen Händen das Wild, der Steppe Getier!

Nicht gibt er zu mein Tun in der Steppe!«

Sein Vater tat zum Reden den Mund auf

Und sprach zum Jäger:

»Wisse, mein Sohn, in Uruk wohnt Gilgamesch,

Niemand gibt es, der ihn übermochte,

Gleich der Feste des Anu gewaltig ist seine Stärke.

Auf ihn, den König, richte dein Antlitz,

Ihm bring die Kunde vom Gewalt-Menschen!

Eine Schamkat leih‘ er dir! Führ sie zur Steppe!

Mag das Weib dort bewält’gen den Mann wie ein Starker!

Wann denn das Wild herankommt zur Tränke,

Dann werfe sie ab ihr Kleid, er schwelge in ihrer Lust!

Sieht er sie erst, so wird er ihr nahn:

Doch sein Wild wird ihm untreu, das aufwuchs mit ihm in der Steppe.«

Auf den Rat seines Vaters brach er auf,

Ging der Jäger fürbaß zu Gilgamesch,

Nahm den Weg, stand still inmitten von Uruk:

»Höre mich, Gilgamesch, rate mir auch!

Ein Mann, der vom Steppenland gekommen —

Der Stärkste im Land ist er, Kraft hat er,

Gleich der Feste des Anu gewaltig ist seine Stärke —

Er streift im Steppenland beständig umher,

Beständig frißt mit dem Wild er das Gras,

Beständig weilt sein Fuß gegenüber der Tränke;

Ich vermochte ihm nicht zu nahen vor Furcht.

Die ich auswarf, die Gruben, er füllte sie an!

Die Flügelnetze, die ich spannte, riß er heraus,

Ließ entrinnen meinen Händen das Wild, der Steppe Getier!

Nicht gibt er zu mein Tun in der Steppe!«

Gilgamesch sprach zu ihm, zum Jäger:

»Geh, führ, o Jäger, mit dir

Die Priesterin nun, die Schamkat!

Wann denn das Wild herankommt zur Tränke,

Dann werfe sie ab ihr Kleid, sie enthüll‘ ihre Wollust!

Sieht er sie erst, so wird er ihr nahn:

Doch sein Wild wird ihm untreu, das aufwuchs mit ihm in der Steppe.«

Es ging der Jäger, führend

Die Priesterin mit sich, die Schamkat;

Sie nahmen den Weg, wählten die rechte Straße.

Am dritten Tag langten sie an am Ort der Bestimmung.

In ihr Versteck setzten der Jäger sich und die Schamkat.

Den ersten Tag, den zweiten Tag setzten sie sich gegenüber der Tränke.

Es kam das Wild und trank an der Tränke,

Es kam das Getier, fand sein Wohlsein am Wasser.

Aber Enkidu, der dem Steppenland entsprossen ist,

Er verzehrt auch mit den Gazellen das Gras,

Trinkt mit dem Wild an der Tränke,

Ward wohl seinem Herzen am Wasser mit dem Getier.

Ihn sah die Schamkat, den Wildmenschen,

Den würgerischen Menschen aus dem Innern der Steppe.

»Dies ist er, Schamkat! mach frei deine Brust,

Deinen Schoß tu auf, daß deine Fülle er nehme!

Scheue dich nicht, nimm hin seinen Atemstoß!

Sieht er dich erst, so wird er dir nahn.

Dein Gewand entbreite, daß auf dir er sich bette,

Schaff ihm, dem Wildmenschen, das Werk des Weibes:

Dann wird sein Wild ihm untreu, das aufwuchs mit ihm in der Steppe; Sein Liebesspiel wird er über dir raunen!«

Ihren Busen machte die Schamkat frei,

Tat auf ihren Schoß, er nahm ihre Fülle,

Sie scheute sich nicht, nahm hin seinen Atemstoß,

Entbreitet‘ ihr Gewand, daß auf ihr er sich bettete,

Schaffte ihm, dem Wildmenschen, das Werk des Weibes —

Sein Liebesspiel raunte er über ihr.

Sechs Tage und sieben Nächte war Enkidu auf,

Daß er die Schamkat beschlief.

Als er von ihrem Genusse satt war,

Richtet‘ er sein Antlitz hin auf sein Wild:

Da sie ihn, Enkidu, sahen,

Sprangen auf und davon die Gazellen,

Wich von seinem Leibe das Wild der Steppe.

Anspringen ließ Enkidu seinen gereinigten Leib,

Doch ihm versagten die Knie, da hinwegging sein Wild.

Gehemmt wurde Enkidu, seines Laufens ist nicht wie zuvor.

Er aber wuchs, ward weiten Sinnes,

Kehrte um und setzte sich zu Füßen der Schamkat,

Ihr ins Antlitz schauend, der Schamkat;

Der Priesterin, wie sie redet, hören zu seine Ohren.

Die Schamkat sprach zu ihm, zu Enkidu:

»Weise bist du, Enkidu, bist wie ein Gott!

Warum läufst du in die Steppe mit dem Getier?

Komm, ich führ dich hinein nach Uruk-Gart,

Zum strahlenden Tempel, dem Wohnsitz von Anu und Ischtar!

Wo Gilgamesch ist, vollkommen an Stärke,

Und wie ein Wildstier seine überragende Kraft erprobt an den Mannen!«

Da zu ihm sie gesprochen, fand Beifall ihre Rede:

Der Kluggesinnte sucht einen Freund.

Enkidu sprach zu ihr, zur :

»Komm, Schamkat, lade du mich ein!

Zum strahlenden Tempel, dem Wohnsitz von Anu und Ischtar,

Wo Gilgamesch ist, vollkommen an Stärke,

Und wie ein Wildstier seine überragende Kraft erprobt an den Mannen!

Ich, ja ich will ihm die Fehde ansagen, heftig tobe der Kampf!

Rühmen will ich mich in Uruk: „Der Starke bin ich!“

Zieh ich ein, so ändre ich die Geschicke!

Der geboren in der Steppe — er hat ja Kräfte!« —

»Komm, laß uns gehn, mag er sehen dein Antlitz;

Ich zeig Gilgamesch dir! Wo er ist, weiß ich wohl:

Schau hin inmitten von Uruk-Gart, Enkidu,

Zu den Männern, herrlich mit Gürteln angetan!

Täglich wird dort ein Fest gefeiert

Wo erdröhnen man läßt die Trommeln,

Und Schamkats da sind, geschaffen, wie‘s ihnen ansteht,

Überreich an Fülle, sind sie voll Jauchzens.

Aufs Nachtlager sind gebreitet die großen Decken.

Enkidu, dir, der du das Leben nicht kennst,

Will ich Gilgamesch zeigen, den so ungleich Gestimmten !

Sieh ihn, schau auf sein Angesicht:

An Männlichkeit schön ist er, Würde hat er,

An Fülle überreich an seinem ganzen Leibe;

Stärke, gewalt‘gere, hat er denn du,

Ohne Ruhe bei Tag und bei Nacht.

Enkidu, gib deine Unart auf! Gilgamesch — Schamasch hat Lieb‘ ihm erzeigt,

Anu, Enlil und Ea den Sinn ihm geweitet:

Ehe aus der Steppe du gekommen,

Sah Gilgamesch Träume von dir in Uruk:

Auf stand Gilgamesch, erzählt‘ den Traum,

Und sprach zu seiner Mutter:

„O Mutter, im Traum meiner letzten Nacht

Ging ich kraftgeschwellt fürbaß unter den Mannen;

Da sammelten sich um mich die Sterne des Himmels —

Die Waffe des Anu stürzte auf mich herab;

Heben wollt‘ ich‘s, da war sie mir zu schwer,

Bewegen wollt‘ ich‘s und konnt‘s nicht bewegen!

Uruk-Land sammelte sich herzu,

Die Mannen küßten die Füße ihm;

Da lehnt‘ ich mich dagegen, sie standen mir bei,

Ich hob sie auf und trug‘s hin zu dir.“

Gilgameschs Mutter, der alles kund ist, sprach zu Gilgamesch:

„Vielleicht, Gilgamesch, wurde einer wie du

In der Steppe geboren,

Heranwachsen ließ ihn das Steppenland —

Siehst du ihn, so wirst du Freude haben;

Die Mannen küssen die Füße ihm!

Du wirst ihn umarmen, ihn zu mir führen!

Der starke Enkidu ist‘s,

Ein Gesell, der dem Freund aus der Not hilft!

Der Stärkste im Land ist er, Kraft hat er,

Gleich der Feste des Anu gewaltig ist seine Stärke!

Wie über einem Weib hast du über ihm geraunt,

... er aber wird dich immer wieder erretten.“

Er legte sich schlafen und sah einen anderen Traum;

Stand dann auf, sprach zu seiner Mutter:

„O Mutter, ich sah einen anderen Traum;

Ich schaute ein ... auf der Straße von Uruk-Markt.

Eine Axt lag plötzlich da

Versammelt war man über ihr.

Diese Axt sah unheimlich aus!

Da nun ich sie erblickte, wurde ich froh,

Gewann sie lieb; wie über einem Weib

Raune ich über ihr.

Ich nahm sie und legte an meine Seite sie an.“

Die Mutter Gilgameschs, die weise, alles Wissens kundig,

Sprach zu ihrem Sohn,

Rimat-Ninßun, die weise, alles Wissens kundig,

Sprach zu Gilgamesch:

„Die Axt, die du sahst, ist ein Mann!

Du gewannst ihn lieb, wie über einem Weib wirst du über ihm raunen,

Und ich werde ihn mit dir gleichstellen.

Er wird zu dir kommen,

Der Gesell, der dem Freund aus der Not hilft!

Im Lande ist er stark, übt Gewalt,

Gleich der Feste des Anu gewaltig ist seine Stärke!“

Nochmals sprach Gilgamesch zu seiner Mutter:

„Auf Befehl des großen Beraters Enlil möge es eintreffen:

Möcht‘ einen Freund ich gewinnen, einen Berater.

Gewinnen möcht‘ einen Freund ich als Berater!

Du deutetest mir die Träume von ihm!“«

Zweite Tafel

Table of Contents

Enkidu saß vor der Schamkat;

Es umschmeichelten einander die beiden.

Die Steppe vergaß nun Enkidu, wo er geboren ward.

Er hörte ihr Wort, stimmte zu ihrer Rede,

Des Weibes Rat fiel in sein Herz.

Ein Gewand zog sie aus:

Ihn bekleidete sie mit dem einen,

Das andere Gewand behielt sie selbst an.

Sie nahm ihn an die Hand, ihn wie ein Gott

Zu führen zu des Hirten Tisch, zur Stätte des Hofes.

Um ihn scharten die Hirten sich.

Aber Enkidu, der im Gebirge daheim ist —

Verzehrte auch mit den Gazellen das Gras,

[drei Verse fehlen]

Pflegt‘ er die Milch des Getiers zu saugen.

Sie setzten ihm Speise vor, er sah genau hin,

Er schaut und guckt

Nicht weiß Enkidu Brot zu essen.

Rauschtrank zu trinken ward er nicht gelehrt!

Die Schamkat tat den Mund auf und sprach zu Enkidu:

»Iß das Brot, Enkidu, das gehört zum Leben!

Trink den Rauschtrank, wie‘s Brauch ist im Lande!«

Brot aß Enkidu, bis er gesättigt war,

Trank den Rauschtrank — der Krüge sieben!

Frei ward sein Inneres und heiter,

Es frohlockte sein Herz, und sein Antlitz erstrahlte!

— Mit Wasser wusch er ab seinen haarigen Leib:

Er salbte sich mit Öl und wurde dadurch ein Mensch.

Ein Gewand zog er an, wie die Männer ist er nun.

Seine Waffe nahm er, gegen die Löwen anzugehen;

Es legten sich nachts schlafen die Hirten

!

Er erschlug die Wölfe, verjagte die Löwen.

Es ruhten die alten

Hüter:

Enkidu ist ihr Wächter,

Der wache Mensch, der eine Mann.

[Lücke von 14 Versen. Enkidu ist mit der Schamkat zusammen:]

Der Wollust ergibt er sich.

Da er aufhob die Augen, erblickt‘ er einen Menschen!

Zur Schamkat sprach er:

»Schamkat, laß den Menschen fortgehen!

Weswegen kam er? Seinen Namen will ich rufen!«

Die Schamkat rief den Menschen an,

Trat zu ihm hin und sprach zu ihm:

»Mann, wohin eilst du? Worum geht dein Mühen?«

Der Mann tat den Mund auf und sprach zu Enkidu:

»Zum Hochzeitshause lud man mich ein.

Das Schicksal der. Leute ist die Erstwahl zur Brautschaft!

[Gilgamesch nahm das jus primae noctis für sich in Anspruch; die Männer in Uruk mussten ihm dann ihre Häuser offen halten. Das „Netz der Leute“ trennt den Schlafraum vom Wohnraum ab.]

Auf den Tisch häufte ich die Festspeisen,

Die köstlichen Gerichte des Hochzeitshauses.

Für den König von Uruk-Markt als Erstwerber

Ist geöffnet das Netz der Leute!

Für Gilgamesch, den König von Uruk-Markt, als Erstwerber,

Ist geöffnet das Netz der Leute!

Die, so zu Ehefraun bestimmt sind, beschläft er,

-Er zuvor, danach erst der Ehemann:

Nach göttlichem Rat ist‘s geboten,

Schon als man ihm abschnitt die Nabelschnur, Ward‘s ihm bestimmt. «

Auf des Mannes Wort

Wurde bleich sein Antlitz.

[Lücke von 9 Versen]

Voran geht Enkidu, und die Schamkat ihm nach,

Da er hineingekommen nach Uruk-Markt,

Scharte um ihn sich die Bürgerschaft;

Da er stehn bleibt auf der Straße von Uruk-Markt,

Sind geschart auch die Leute und sprechen von ihm:

»Er gleicht an Gestalt dem Gilgamesch,

Ist jedoch kleiner an Wuchs, aber überaus stark.

Vielleicht, wo er geboren wurde, aß er die Kräuter des Frühlings,.

Saugte immer wieder ein die Milch des Getiers.

Dauernd fanden in Uruk Opfer statt,

Die Mannen reinigten sich,

Wie schwache Kindlein küssen sie seine Füße:

Hingestellt ist eine Leier für den Mann, dessen Gesicht

gleichmütig ist;

Für Gilgamesch ist wie für einen Gott eine Opfergabe hingestellt..

Der Ischchara ist schon das Lager gerüstet,

Gilgamesch war mit der jungen Frau in der Nacht zusammengekommen.

[Ischchara ist eine Göttin, der Ischtar verwandt. Es ist hier von der „heiligen Hochzeit“ die Rede, die der Stadtfürst von Zeit zu Zeit mit einer Priesterin oder einer noch

unberührten Frau als Vertreterin der Göttin feierte, um dem Land die Fruchtbarkeit zu erhalten.]

Als er herankam, trat ein Mann hin auf der Straße,

Versperrte den Weg dem Gilgamesch,

[Lücke von 9 Versen]

Gilgamesch ...

Über ihm ... zürnt er ...

Er machte sich auf und ging auf ihn zu,

Sie stießen zusammen auf dem Markte des Landes.

Enkidu sperrte das Tor mit dem Fuß,

Dal Gilgamesch eintrat, gab er nicht zu.

Da packten sie sich, gingen in die Knie wie Stiere,

Zerschmetterten den Türpfosten, es erbebte die Wand! —

Gilgamesch und Enkidu —

Ja, sie packten sich, gingen in die Knie wie Stiere,

Zerschmetterten den Türpfosten, es erbebte die Wand! —

Als Gilgamesch ins Knie sank, am Boden den Fuß —

Da verrauchte sein Zorn, er wandte seine Brust.

Sobald er gewandt seine Brust,

Sprach Enkidu zu ihm, zu Gilgamesch:

»Wie so einzig gebar deine Mutter dich,

Des Geheges4 Wildkuh, Rimat-Ninßun!

[Für die jüngere Fassung des Epos war diese Frau die Mutter des Gilgamesch]

Erhöht ist über die Männer dein Haupt,

Dir bestimmte der Leute Königtum Enlil!

Die Fürsten der Welt überragt deine Kraft..

[Lücke von etwa 10 Versen]

Sie küßten einander und schlossen Freundschaft...

»Der Stärkste im Land ist er, Kraft hat er!

Wie die Feste des Anu gewaltig ist seine Stärke!

Stand hält ihm niemand! — Erweis du ihm Gnade!«

Die Mutter des Gilgamesch sprach zu ihrem Sohn,

Rimat-Ninßun sprach zu Gilgamesch:

»Mein Sohn, ...

Bitterlich . . . «

[drei Verse fehlen]

»Bitterlich klagt er...

Nicht hat Enkidu Vater und Mutter;

Sein loses Haupthaar wurde niemals geschnitten,

In der Steppe ist er geboren, so erzog ihn niemand.« Es stand Enkidu da, er vernahm seine Rede,

Seine Augen füllten mit Tränen sich,

Weh ward ihm zumute, ... mühte er sich ab;

Enkidus Augen füllten mit Tränen sich,

Weh ward ihm zumute, ... mühte er sich ab.

Sie faßten einander, zusammen sich setzend,

Die Hände verschrankend wie Liebende —

Gilgamesch neigte sein Antlitz herab —

Und sprach zu Enkidu:

»Mein Freund, warum sind gefüllt deine Augen mit Tränen,

Ward weh dir zumute, mühtest... du dich ab?«

Enkidu tat den Mund auf und ,sprach zu Gilgamesch:

»Die Klagen, mein Freund, machten meinen Nacken starr;

Meine Arme sind erschlafft, meine Kraft ward geschwächt.

Gilgamesch tat den Mund auf und sprach zu Enkidu:

[vier Verse fehlen]

»Im Wald wohnt der reckenhafte Chumbaba,

Ich und du, wir wollen ihn töten,

Aus dem Lande tilgen jegliches Böse!

Laß uns fällen den Zederbaum !«

[drei Verse fehlen]

Enkidu tat den Mund auf und sprach zu Gilgamesch:.

»Ich erfuhr es, mein Freund, im Steppenland

Da umher ich streift‘ mit dem Wild:

Auf sechzig Doppelstunden liegt unberührt der Wald1 Wer ist‘s, der hinab in sein Inneres steige? Chumbaba — sein Brüllen ist Sintflut, Ja, Feuer sein Rachen, sein Hauch der Tod!.

Weswegen begehrtest du, solches zu tun?

Man besteht nicht im Kampf um Chumbabas Wohnsitz.«

Gilgamesch tat seinen Mund auf und sprach zu Enkidu:

»Des Waldes Berg will ich ersteigen.

[ein Vers fehlt]

Zum Wald will ich ziehen, der Wohnstatt Chumbabas,

Eine Axt und ein Schwert sollen mir Helfer sein!

Du bleibe nur hier, ich werde hinziehn.«

Enkidu tat den Mund auf und sprach zu Gilgamesch:

»Wie sollen wir hinziehn ... zum Walde der Zeder?

Sein Wächter ist Wer [oder „Werwer“ eine Wettergottgestalt] . . .

Stark ist er und schlummert nimmer.

Chumbaba..., Wer ist mit ihm,

Adad...

Zu bewahren die Zeder hat Enlil ihn

Als Schrecknis bestimmt für die Leute!

Und wer hinab in den Wald steigt — Lähmung packt ihn!«

Gilgamesch tat den Mund auf und sprach zu Enkidu

»Wer, mein Freund, könnte zum Himmel aufsteigen?

Götter nur thronen ewig mit Schamasch;

Der Menschheit Tage aber, sie sind gezählt,

Eitel Wind ist, was immer sie wirken mag!

Du hier aberscheuest den Tod!

Was ist‘s mit der Kraft deines Heldensinns?

So will ich denn ziehen, dir voran —

Dein Mund mag dann rufen: „Geh ,ran! Sei nicht bang!“

Fiele ich selbst —

meinen Namen richtet‘ ich auf:

“Gilgamesch hat wider den reckenhaften Chumbaba den

Kampf gewagt“, wird es heißen.

Du wurdest geboren und wuchsest auf in der Steppe,

Ein Löwe sprang dich an, du weißt alles!

[fünf Verse fehlen]

Ich will Hand anlegen, die Zeder abhaun,

Einen Namen, der dauert — mir will ich ihn setzen!

Jetzt, mein Freund, will ich zum Waffenschmied mich aufmachen!

Beile soll man gießen vor uns.«

Sie faßten sich an, zu den Schmieden zu eilen:

Da saßen die Meister, pflogen Rats,

Beile, große, gossen sie,

Axte zu drei Talenten gossen sie; [1 Talent = 60 Pfund]

Schwerter, große, gossen sie — Die Klingen zu zwei Talenten,

Die Knijufe zu dreißig Pfund an den Griffen,

Sie brachten Schwerter zu dreißig Pfund, von Gold!

Gilgamesch und Enkidu waren jeder mit zehn Talenten gerüstet!

Die sieben Stadttore von Uruk verriegelte er.

Das Wort hörte sie, die Bürgerschaft scharte sich,

Man gab sich der Freude hin auf der Straße von Uruk-Markt.

Des Volkes Freude sah Gilgamesch auf der Straße von Uruk-Markt, Da redete er, indes sich das Volk vor ihm setzte,

Gilgamesch redet‘ zum Volke von Uruk-Markt:

»Ich will ziehen zum reckenhaften Chumhabal

Den Gott, von dem man redet, will ich sehen!

Dessen Namen die Lande im Munde führen —

Den will ich ereilen im Zedernwald!

Daß gar stark der Sproß von Uruk ist,

Will ich hören lassen das Land!

Ich will Hand anlegen, die Zeder abhaun,

Einen Namen, der dauert — mir will ich ihn setzen!«

Die Ältesten von Uruk-Markt sprachen hinwiederum zu Gilgamesch:

»Weil du jung bist, Gilgamesch, trägt dein Herz dich davon:

Du weißt nicht, was immer du tun sollst.

Wie wir hören, sieht Chumbaba gar unheimlich aus —

Wer ist es, der seinen Waffen begegnet?

Auf sechzig Doppelstunden liegt unberührt der Wald —

Wer ist‘s, der hinab in sein Inneres steige?

Chumbaba — sein Brüllen ist Sintflut,

Ja, Feuer sein Rachen, sein Hauch der Tod! —

Weswegen begehrtest du, solches zu tun?

Man besteht nicht im Kampf um Chumbabas Wohnsitz. «

Da Gilgamesch das Wort seiner Ratgeber angehört,

Heftet‘ er lächelnd den Blick auf seinen Freund:

»Jetzt, mein Freund, sage ich s

Mag ich ihn auch fürchten ...,

[acht Verse fehlen]

»Dein Schutzgott möge dich bewahren,

Dich den Weg gesund vollenden lassen

Her zum Staden von Uruk-Markt.«

Da Gilgamesch hingekniet, hob er die Hand empor:

»Was sie gesprochen, möge geschehen.

Nun zieh ich, Schamasch! ...

Auch fürderhin mög‘ ich heil am Leben bleiben!

Heim laß mich kehren zum Walle in Frieden!

Breite du über mich deinen Schirm!«

Nun rief Gilgamesch seinen Freund,

Sein Vorzeichen schaute er an mit ihm.

[sechs Verse fehlen]

Aus Gilgameschs Augen rannen die Tränen:

.... einen Weg, den ich nimmer befahren.

Auch kenne ich gar nicht seinen Wandel, o mein Gott!

Soll ich da heil am Leben bleiben,

So will ich dir dienen nach Herzenslust,

Will mich sättigen am Haus in deiner Wonne

Will dich sitzen lassen auf Thronen.»

Nun brachten die Knechte herbei sein Gewaff:

Große Schwerter, Bogen und Köcher waren es.

... händigten sie ein. Er nahm sich Beile,

Hing um seinen Köcher, den Bogen von Anschan,

An seinen Gürtel legt‘ er das Schwert.

Die Mannen gehn fürbaß,

... bringen sie heran: »Gilgamesch,

Wann wirst du ihn zurückbringen können zur Stadt?«

(Das für die 2.Tafel sehr schlecht erhaltene jüngere Epos erzählt einiges etwas anders. Nach einem kürzlich gefundenen Tafelbruchstück antwortet Gilgamesch auf die Warnung der Ältesten, daß er (gegen Chumbaba) ziehen werde und dann nach der Rückkehr in Uruk das Neujahrsfest (des Frühjahrs) feiern wolle. Freudengesange sollen ertönen und »elluri» [»elluri‘«, »jilurt« oder »allari«, »alliri« ist als Ruf bei Festen auch in anderen Tezten bezeugt] solle man immer wieder rufen. Darauf spricht Enkidu zu den Ältesten:)

»Sprecht zu ihm, daß er nicht ziehe zum Zedernwald!

Den Weg dahin kann man nicht gehen!»

[Danach Textlücke.]

1Statt dessen folgt in der jüngeren Fassung hier: [Er hört auf 60 Doppelstunden das Rauschen seines Waldes. Wer wagte da, in seinenWald hinabzusteigen?]

Yaş həddi:
0+
Litresdə buraxılış tarixi:
11 oktyabr 2024
Həcm:
5261 səh. 20 illustrasiyalar
ISBN:
4064066498542
Naşir:
Müəllif hüququ sahibi:
Bookwire
Yükləmə formatı: