Kitabı oxu: «Geschwisterliebe: Erotische Novelle»
B. J. Hermansson
Geschwisterliebe: Erotische Novelle
Lust
Geschwisterliebe: Erotische Novelle ÜbersetztGesa Füßle Original SyskonkärlekCopyright © 2018, 2019 B. J. Hermansson und LUST All rights reserved ISBN: 9788726151794
1. Ebook-Auflage, 2019
Format: EPUB 2.0
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Geschwisterliebe
Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre, gäbe es keinen Hinderungsgrund. Oder das große, mächtige, schwere Hindernis, das da jetzt ist und alles bestimmt und alles anhält, was möglich,vielleicht und eventuell ist – das wäre jedenfalls nicht da.
Vielleicht ist es gut so. Ja, klar ist es ein Vorteil. Eigentlich. Ich verstehe ja selbst, wie falsch es ist. Wie unglaublich, den Gedanken überhaupt zuzulassen. Und dann auch noch vom flüchtigen Gedanken weiterzugehen zum Gefühl, aus dem Gedanken ein physisches Empfinden zu machen und ja, sogar ein Begehren, das ist ganz klar widerlich. Ich weiß das, nur zu gut. Ich bin nicht dumm. Trotzdem, trotzdem, trotzdem. Oh, warum muss es so sein? Warum muss es sich so anfühlen? Und warum, warum, warum kann ich mich nicht einfach in jemand anderen verlieben – als in ihn?
Ich heiße Jenni. Ich bin weder zu jung, noch zu alt, um es aufs Alter zu schieben. Ich bin genau so alt, dass man von mir erwarten kann, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Man kann erwarten, dass ich meine Grenzen kenne, meine Rechte und auch die Umstände. Insgesamt bin ich ein gut funktionierender Mensch. Mein Studium füllt den Großteil meiner Tage aus. Ich bereite mich auf verschiedene Prüfungen vor und bemühe mich um Erfolg, um eines Tages mein Ziel zu erreichen, Journalistin bei einer Abendzeitung zu werden. Ich habe eine eigene Wohnung und bin seit Kurzem selbständig. Ich fühle mich wohl, echt. Und ich spüre, dass ich auf dem richtigen Weg im Leben bin und dass mich dieser Weg in die richtige Richtung führt.
Alles könnte wunderbar sein.
Sollte wunderbar sein.
Alles könnte, ja, so sein, wie man eben will, dass das Leben sein soll, ohne größere Komplikationen. Wo das eine das andere in einem angenehmen Takt ablöst und wo keine Herausforderung unmöglich erscheint. Aber vielleicht ist das zu viel erwartet von dem, was wir Leben und Alltag nennen. Vielleicht ist es gierig, als Mensch ein Dasein zu erwarten, das keine solchen Komplikationen bereithält? Ich versuche, so zu denken, wenn es zu schwierig wird, mit Herausforderungen und Unglück zu jonglieren. Aber es ist schwierig, das muss ich zugeben. Oder zumindest ist es nicht das Einfachste.
Christoffer wird den Sommer über bei mir wohnen. Er befindet sich zwischen zwei Studiengängen und hat eine neue Studentenwohnung beantragt, aber in die kann er erst ein paar Tage vor Semesterbeginn rein. Ich werde in den Monaten arbeiten, aber ich werde auch frei haben. Natürlich darf Christoffer bei mir wohnen. Ich zögere keinen Moment, als er mich fragt.
Aber geht es los.
Das, das nicht passieren darf.
Es ist, als ob ein Samenkorn in mir keimt. Erst ist es gar nicht da, vorher war es nie da. Es ist ganz neu und fremd und ich habe nie vorher daran gedacht. Oder habe ich das doch und es verdrängt?
Es fängt alles ganz hübsch an, geradezu niedlich, um dann größer und stärker zu werden und mehr Platz und Raum einzunehmen. Wie es mit den meisten Dingen so ist. So ist es auch jetzt, mit diesem kleinen, kleinen und anfangs ganz unwichtigen Samenkorn. Aber man darf sich nicht hinters Licht führen lassen, das habe ich schon gelernt. Denn auch das Kleinste, Unschuldigste und anscheinend Unwichtigste kann zu den größten Veränderungen führen.
Ich fange nämlich an ihn zu sehen, meinen Stiefbruder.
Ich fange an, ihn mit anderen Augen zu sehen, als ich ihn früher gesehen habe.
Anfangs schiebe ich den Gedanken fort. Meine Vernunft sagt mir, dass ich das absolut nicht darf. Sie sieht mich ernst an und mich überkommt das Schuldgefühl und ich höre schnell auf. Lange tue ich das. Ich schiebe den Gedanken von mir, so hart und mit so viel Druck, dass ich glaube, dass er weit von mir fliegt und unmöglich einen Weg zurück finden kann.
Mein Blick ruht auf ihm, wenn wir uns unterhalten. Jedes Mal bleibt er wieder an ihm hängen, ohne dass wir überhaupt miteinander reden. Es ist, als ob ich ihn genau beobachten will, ohne irgendetwas zu verpassen. Und es ist, als ob ich seine unterschiedlichen Aspekte unterscheiden möchte. Wie das Muttermal an seinem Hals, im Nacken. Und die Linien in seinem Gesicht. Wie die Grübchen, wie die Falte, die sich um seinen Mund legt, sobald er lächelt. Und wie sein Blick, seine Augen und Lippen und auch seine Stirn und die Wangen, die sich bei unterschiedlichen Bewegungen aufeinander abstimmen, je nach Stimmung und Situation.
Ich vergesse immer wieder, dass er es ist. Ich sehe ihn genau so an wie die anderen in unserem Alter. Freunde und Bekannte, selbst Personen, die ich irgendwie anders treffe.
Pulsuz fraqment bitdi.