Kitabı oxu: «Keimlinge und Sprossen. Kompakt-Ratgeber»
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Barbara Rias-Bucher
Keimlinge und Sprossen – Vitamine und Mineralstoffe von der Fensterbank
Kompakt-Ratgeber
E-Book (epub): ISBN 978-3-86374-366-6
(Druckausgabe: ISBN 978-3-86374-364-2, 1. Auflage 2017)
Mankau Verlag GmbH
Postfach 13 22, D-82413 Murnau a. Staffelsee
Im Netz: www.mankau-verlag.de Internetforum: www.mankau-verlag.de/forum
Redaktion: Julia Feldbaum, Augsburg
Endkorrektorat: Susanne Langer M. A., Germering
Cover/Umschlag: Andrea Barth, Guter Punkt GmbH & Co. KG, München
Layout: X-Design, München
Satz, Gestaltung und Bildredaktion: Lydia Kühn, Aix-en-Provence, Frankreich
Energ. Beratung: Gerhard Albustin, Raum & Form, Winhöring
eBook-Herstellung und Auslieferung:
Brockhaus Commission, Kornwestheim
www.brocom.de
Bildnachweis:
© istock/thinkstock: 1
© Barbara Rias-Bucher: 4, 5, 6–7, 17, 20, 31/U3, 33, 34/U3, 35, 36, 37/U3, 38, 42–44/U3, 46, 49, 51/U3–55, 57, 58, 61, 69, 71, 72, 74, 79, 82, 84, 87, 89, 90, 93, 94, 97, 99, 100, 102, 106, 109, 111, 112, 115, 117, 118, 124
© Fotolia: 8: TwilightArtPictures; 10/U2: aboikis; 13: emmi; 21: kai-creativ; 24: Natasha Breen; 27: emuck; 29/U3: tunedin; 30: nancymarjanovic; 32/U3, 76: Corinna Gissemann; 39/U3: 13smile; 40: maljalen; 41/U3: govindji; 45/U3: Claude Calcagno; 47: Andre Bonn; 48: nool; 50: Grafvision; 63: foodolia; 64: Eva Gruendemann; 66: Dušan Zidar; 80: Kitty; 105: Dar1930; 121: lisa870; 123: Liv Friis-larsen
Hinweis für die Leser:
Die Autorin hat bei der Erstellung dieses Buches Informationen und Ratschläge mit Sorgfalt recherchiert und geprüft, dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Verlag und Autorin können keinerlei Haftung für etwaige Schäden oder Nachteile übernehmen, die sich aus der praktischen Umsetzung der in diesem Buch vorgestellten Anwendungen ergeben. Bitte respektieren Sie die Grenzen der Selbstbehandlung und suchen Sie bei Erkrankungen einen erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker auf.
Vorwort
Meine Vorliebe für Sprossen habe ich vor vielen Jahren entdeckt, als ich mich intensiv mit der vollwertigen Ernährung beschäftigt und dazu auch eine Reihe von Büchern geschrieben habe. Vollwertig nannte man damals eine bunte Mischung aus vorwiegend vegetarischen Gerichten, oft kombiniert mit »Vegan« und »Makrobiotik«, mit Fisch und Fleisch in Minimengen. Das Wichtigste aber waren naturbelassene Zutaten, möglichst aus kontrolliert-biologischem Anbau. Daraus ist dann unsere moderne Mischkost mit kulinarisch höchst interessanten, manchmal ungewöhnlichen Gerichten entstanden, die auf pflanzlicher Nahrung basiert und authentische Lebensmittel aus heimischem Anbau bevorzugt. Keimlinge und Sprossen passen dazu ganz ausgezeichnet, weil man sie selbst aus Getreide und Hülsenfrüchten, Kernen und Samen, Gemüse und Kräutern ziehen kann. So bin ich bei meiner Sprossenzucht geblieben, die mir rund ums Jahr vitaminreiche Zutaten schenkt – Gemüse und Salat von der Fensterbank eben! Was man damit alles zubereiten kann, zeige ich Ihnen ab Seite 56. Doch zuerst ein wenig Theorie für eine erfolgreiche und gesunde Sprossenanzucht.
Gutes Gelingen und viel Genuss wünscht Ihnen
Barbara Rias-Bucher
Inhalt
Vorwort
Sprossen-Know-how
Keimlinge, Sprossen und Co
Wie man sie verwendet
Natürlich gesund
Gut fürs Immunsystem und leicht verdaulich
Vitaminpäckchen
Mineralstoffspender
Basen statt Säuren
Sprossen richtig ziehen
Was man zur Anzucht braucht
Licht und Biorhythmus
Sprossenanzucht Schritt für Schritt
Zehn Tipps zur Sprossenanzucht
Keimsaat wählen
Adzukibohnen
Alfalfa (Luzerne)
Bockshornklee
Brokkoli
Buchweizen
Chia
Erbsen
Gerste
Hafer
Hanf
Kichererbsen
Kresse
Leinsamen
Linsen
Mungobohnen
Quinoa
Radieschen und Rettich
Roggen
Rote Beten
Rotklee
Rucola
Senf
Sonnenblumenkerne
Weizen und Dinkel
Zwiebeln
Rezepte aus der Sprossenküche
Knäckebrotsalat mit Chia
Sommersalat mit Sprossen
Marinierte Forellenfilets
Salat mit Räuchertofu
Glasnudelsalat mit Tofu
Linsensalat
Mungobohnen-Salat
Chinasuppe
Frühlingssuppe
Gemüsesuppe mit Rucola
Radieschensprossen-Suppe
Kartoffelsuppe
Gemüsesuppe mit Weizen
Frühstücksbrote
Sprossen mit Chorizo
Tofupuffer mit Salat
Sandwich-Türmchen
Avocadocreme
Gebratener Lachs
Tofu mit Tomatengemüse
Chinagemüse
Sprossen-Bruschetta
Seitan mit Sprossen
Quark mit Sprossen
Sprossengrün-Pastetchen
Haferkeimlinge mit Tomaten
Buchweizentopf
Quinoa mit Mais und Bohnen
Gemüse mit Erbsensprossen
Spaghetti mit Kürbis
Eier mit Tomaten
Pfannkuchen mit Sprossengrün
Ofengemüse mit Kartoffeln
Tomatenrolle
Sprossenbrötchen
Brot mit Keimlingen
Obstwaffeln
Apfelkuchen mit Weizensprossen
Sommertrifle
Gerstenmüsli
Kekskuchen mit Keimlingen
Porridge mit Hanf
Buchweizengratin mit Obst
Grüner Smoothie
Chia-Smoothie mit Matcha
Sachregister
Rezeptregister
Sprossen-Know-how

Keimlinge, Sprossen und Co.
Die Bezeichnungen gehen ein wenig durcheinander, wenn man sich in Büchern, Blogs, Zeitschriften und im Internet informiert. In den Rezepten dieses Buches verwende ich folgende Begriffe:
► Angekeimte Samen: Durch Einweichen und dann regelmäßiges Spülen der Samen bricht die harte Samenschale auf, und der helle Keimling (botanisch: Spross) zeigt sich. Bei Erbsen und Hafer zum Beispiel schmiegt er sich noch eng an den Samen.
► Keimlinge: Die Keimlinge (Sprossen) haben sich zu Stängelchen gestreckt, die beiden dicken Keimblättchen können wie Flügel deutlich abgespreizt oder – wie bei Getreide – auch so geschlossen sein, dass der Samen noch intakt wirkt und nur die Stängel herausspitzeln. Aus diesen Keimblättern, regelrechten Vorratsspeichern, holt sich die Jungpflanze in ihrer ersten Wachstumsphase Energie und Mineralstoffe. Am Stängel des Keimlings sieht man die winzigen Laubblättchen, die jetzt noch kaum Chlorophyll enthalten und deshalb meist gelblich, grüngelb oder – je nach Pflanze – auch rötlich oder cremeweiß sind.
Sprossenglas mit Siebdeckel und Keimlingen

► Sprossen: Das sind die jungen Pflänzchen mit Stängel, entfalteten Laubblättchen und feinen Würzelchen. Eindeutig erkennbar ist jetzt, dass die Stängel mit den Laubblättchen nach oben streben, weil sie das Sonnenlicht für den Energiestoffwechsel (Fotosynthese) brauchen, während die Wurzeln weg vom Licht nach unten wachsen, um die Pflanze später in der Erde zu verankern und die Aufnahme von Mineralstoffen zu gewährleisten.
► Sprossengrün: Das sind die grünen Blättchen von Samen, die entweder aus den Sprossen oder in der Erde wachsen. Getreidegras, Zwiebelgrün und Gemüseblätter, wie zum Beispiel von Radieschen oder Roten Beten, gehören dazu. Der Vorteil: In der Erde müssen Sie sich nicht auf spezielle Keimsaat beschränken, sondern können vitamin- und chlorophyllreiches Grün aus normalen Gemüsesamen ziehen, denn Samen-Beizmittel werden in der Erde abgebaut (→ Seite 28). Auch wachsen Zwiebelsamen im Keimglas nicht sehr gut, während sie, in Erde gestreut, bald einen schönen Rasen bilden, den Sie wie Schnittlauch regelmäßig schneiden können.
Wie man sie verwendet
► Angekeimte Samen schmecken in Müsli, Porridge, Kuchen, Waffeln, Pfannkuchen und Brot. Mit ihrem milden, oft nussigen Aroma passen sie zu süßen Gerichten viel besser als Keimlinge oder Sprossen mit dem charakteristischen Eigengeschmack der Pflanze: der Schärfe von Kresse oder Rettich, dem erdigen Aroma von Roten Beten oder der Currywürze von Bockshornklee.
► Keimlinge nimmt man vorwiegend für Gekochtes und Gebackenes, weil der Vitamingehalt noch relativ gering ist, sodass beim Garen also nicht viel verloren geht.
► Sprossen mit ihrem hohen Vitamingehalt eignen sich für Salate, Rohkost und kalte Gerichte.
► Sprossengrün können Sie wie Kräuter verwenden: für Salate, Suppen, Saucen und Smoothies.
Vitalität aus dem Glas, Gesundheit selbst gemacht!

Natürlich gesund
Der Same als »Embryo der Pflanze« birgt bereits Wurzeln, Stängel und Blätter sowie ein hoch konzentriertes Nährgewebe in sich, damit die Pflanze sich entwickeln kann. Denn in diesem frühen Stadium besitzt sie ja weder grüne Laubblätter für die Energiegewinnung durch die Fotosynthese noch Wurzeln für die Mineralstoffversorgung aus dem Erdreich. Während des Keimvorgangs wird dieses Nährgewebe aktiviert, die Konzentration an Bioaktivstoffen, Eiweiß und Fett, Kohlenhydraten und Ballaststoffen ist jetzt am höchsten und wird in der gesamten Wachstumsphase nicht mehr erreicht. Die Bioverfügbarkeit der Mineralstoffe in den Samen erhöht sich, und wir können bei der Verdauung mehr davon über die Darmschleimhaut aufnehmen und in den Körperzellen nutzen: So wird zum Beispiel Phytinsäure in den äußeren Schichten von Getreidekörnern beim Keimprozess teilweise abgebaut, sodass wir Calcium besser verwerten können.
Gut fürs Immunsystem und leicht verdaulich
Unser Immunsystem profitiert von Sprossengemüse, weil es sehr viele Ballaststoffe enthält. Bakterien in unserem Dickdarm ernähren sich von Ballaststoffen, gewinnen dadurch Energie und vermehren sich. Und bei dieser Verdauungsarbeit entstehen bestimmte Fettsäuren, die eine wichtige Rolle bei der Krebsprävention spielen.
Denn diese Fettsäuren verzögern die Vermehrung von Tumorzellen, hindern sie an der Verbreitung und wirken so gegen Metastasenbildung. Zudem unterstützen sie den programmierten Zelltod, mit dem unser Organismus sich gegen schädliche Zellen wehrt und sie vernichtet. Schließlich verbessert sich in Sprossen auch die Qualität pflanzlicher Proteine und Fette; Kohlenhydrate verändern sich in ihrer Struktur: Hülsenfrüchte zum Beispiel sind als Keimlinge und Sprossen besser verträglich, weil die Kohlenhydrate, die Blähungen verursachen können, zum größten Teil abgebaut werden. Bei stärkehaltigen Samen wie Getreide werden die komplexen Kohlenhydrate beim Keimen allmählich in einfache Zuckermoleküle umgebaut – deshalb schmecken viele Keimlinge süß. Und genau deshalb müssen Sie angekeimtes Getreide weder einweichen noch vorgaren – die Körner werden nur etwa so lange wie Kartoffeln geschmort und sind dann sehr gut verdaulich.
Wie eine Pflanze beim Keimen und Wachsen das Nährgewebe »verspeist«, können Sie beobachten, wenn Sie mit dem Fingernagel ein Getreidekorn aufbrechen: Die weiße Masse darin ist vorwiegend Stärke, wir sprechen von komplexen Kohlenhydraten. Nun lassen Sie die Körner keimen, dann zu Sprossen und schließlich Halmen mit Würzelchen wachsen. Die Körner sind immer noch erkennbar, doch wenn Sie eines spalten, ist es leer, denn das Jungpflänzchen hat das gesamte Nährgewebe verbraucht.
Vitaminpäckchen
Der Gehalt an Vitaminen steigt beim Keimprozess deutlich an: Neben Vitamin C für ein stabiles Immunsystem und zur Abwehr von Infektionen liefern Keimlinge und Sprossen die Vitamine der B-Gruppe: Thiamin (B1), Riboflavin (B2), B6, Folat (Folsäure), Niacin und Biotin. B-Vitamine können wir zwar einfach über den Darm aufnehmen, aber nicht speichern. Deshalb müssen wir sie ständig mit der Nahrung zuführen. Vor allem mit Folat sind viele Menschen nicht ausreichend versorgt, und ein Mangel kann mit Konzentrationsstörungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Haarausfall und sogar einem erhöhten Krebsrisiko verbunden sein.
TIPP
Je mehr Vitamine Sie tanken, desto weniger belasten Sie Ihren Stoffwechsel und desto mehr regen Sie die körpereigene Basenbildung an.

Mithilfe von Niacin gewinnen unsere Körperzellen Energie aus der Nahrung. Es erweitert die Blutgefäße, unterstützt die Fettverbrennung und den Abbau von Cholesterin und hilft so, die Blutfettwerte zu senken (es wird zum Beispiel bei Arteriosklerose verordnet). Niacin ist auch ein »Frauen-Vitamin«, das Kopfschmerzen beim prämenstruellen Syndrom mildert.
Biotin ist am gesunden Wachstum der Zellen und am Stoffwechsel beteiligt, hält den Blutzuckerspiegel konstant und verhindert Heißhungerattacken. Vitamin B6 trägt zum Aufbau von körpereigenem Protein, zum Beispiel in den Muskeln, bei und hilft bei der Umwandlung des gespeicherten Glykogens in den Energielieferanten Glucose. Thiamin und Riboflavin brauchen wir ebenfalls für den Energiestoffwechsel; Riboflavin spielt daneben noch für den Stoffwechsel von Hornhaut und Linse eine wichtige Rolle; vermutlich schützt es die Zellen vor schädlichen Lichteinwirkungen.
Mineralstoffspender
Zur Sprossenküche passt fleischloses Essen hervorragend, und deshalb finden Sie in diesem Buch fast nur Vegetarisches und auch mehr Vegan-Rezepte als in meinen anderen Kochbüchern des Mankau Verlags. Keimlinge und Sprossen versorgen uns nämlich mit Mineralstoffen, die vorwiegend in tierischen Lebensmitteln vorkommen: Calcium, Phosphor, Magnesium, Eisen und Zink. Keimlinge und Sprossen liefern uns also eine Reihe lebenswichtiger Stoffe, wenn wir nicht nur auf Fleisch und Fisch, sondern auf alle tierischen Lebensmittel verzichten wollen.
Calcium, wichtig für Aufbau und Erhaltung von Knochen und Zähnen, wirkt auch als Stabilisator, der unsere Nerven stärkt und die Muskeln kräftigt. Vermutlich beugt es allergischen Reaktionen vor, indem es Entzündungen hemmt, die Mastzellen stabilisiert und die Sekretbildung bei Heuschnupfen vermindert. Phosphor braucht der Organismus zur Gewinnung von Energie aus der Nahrung; dieser Mineralstoff sorgt für Verteilung und Verfügbarkeit von Energie, hilft bei Mattigkeit und Antriebsschwäche. Magnesium ist der Mineralstoff für Muskeln und Nerven:
INFO
EIN RISIKO BLEIBT
Angekeimte Samen, Keimlinge und Sprossen bergen grundsätzlich ein Infektionsrisiko; sie können mit Salmonellen, Colibakterien, Listerien, Hefen, Pilzen und möglicherweise auch EHEC-Stämmen infiziert sein. Man muss deshalb besonders achtsam und hygienisch damit umgehen, wie auf den folgenden Seiten beschrieben. Schwangere, Kleinkinder und Hochbetagte sollten auf angekeimte Samen, Keimlinge und Sprossen verzichten, während sie Sprossengrün – so wie gründlich gewaschenen Salat und Kräuter – essen können.
Magnesiummangel kann Wadenkrämpfe, das Restless-Legs-Syndrom, Schlafstörungen, Menstruationsschmerzen und Verdauungsbeschwerden verursachen.