Kitabı oxu: «Die letzte Zauberin»
Inhaltsverzeichnis
Die letzte Zauberin
Über die Autorin
Über die Buchreihe
Die letzte Zauberin
Barbara Schinko
Buch 29 der Katzenreihe

©Barbara Schinko 2020
Machandel Verlag Haselünne
Charlotte Erpenbeck
Cover pimchawee/shutterstock.com
Katzensilhouetten:shutterstock.com
1. Auflage 2020
ISBN 978-3-95959-276-5
Die letzte Zauberin
Es war keine Milch mehr im Haus. Rose stellte die leere Schale auf den Boden vor die Füße ihrer Tigerkatze Samtpfote, hob ihren Gehstock und konzentrierte sich. Einen Atemzug lang geschah nichts, dann jedoch begann sich die Schale langsam zu füllen, als würde eine Geisterhand Milch aus einer unsichtbaren Packung hineingießen. Rose senkte den Stock wieder, und Samtpfote begann genießerisch mit ihrem Frühstück.
Der Duft von Kaffee durchdrang die Küche. Rose humpelte zur Anrichte und begann sich ein Honigbrot zu streichen. Schwarzer Kaffee und Honig am Morgen hielten sie jung, wie sie gern sagte. Thorsten und die Enkel lächelten darüber. Sie wusste selbst, dass sie alt wurde, aber einstweilen kam sie gut zurecht. Ein Fall fürs Pflegeheim war sie noch nicht. Das gab auch Thorsten zu, der sie an den Wochenenden besuchte, wenn er nicht gerade im Ausland war.
„Na, dir schmeckt die Zaubermilch wohl auch“, murmelte sie und sah zu, wie Samtpfote die Schale sauber ausleckte. „Nach dem Frühstück kaufe ich dir aber frische, einverstanden?“ Die Katze hob den Kopf und blickte sie unverwandt an. Katzen waren gute Gesellschafter, schweigsam und selbständig. Sie hatte immer welche gehabt: manchmal eine, manchmal fünf. Die meisten davon Streuner, die nach Belieben gekommen und gegangen waren. Samtpfote aber war die Erste gewesen und war ihr nun als einzige geblieben.
Katze und Herrin hoben im selben Moment den Kopf, lauschten. Da war – etwas. Rose erahnte es mehr, als dass sie es hörte. Ein Einbrecher in der Wohnung? Es gab hier nichts Wertvolles zu holen. Es war auch keines der Geräusche gewesen, die man gewöhnlich mit Einbrechern verband – kein Klirren von Glas, kein Stampfen fremder Stiefel. Trotzdem humpelte Rose hastiger als gewöhnlich aus der Küche. Sie stieß alle Türen in der Wohnung auf, den Stock wie eine Waffe erhoben. Sie blickte in alle Schränke, hinter die Vorhänge und sogar unter das Bett. Schließlich kehrte sie in die Küche zurück, ohne etwas gefunden zu haben.
Sie war allein. Doch so beruhigend der Gedanke für gewöhnlich wirkte, nun verstärkte er noch das Gefühl der Bedrohung.
Pulsuz fraqment bitdi.