Kitabı oxu: «Bruckmann Wanderführer: Zeit zum Wandern Frankenwald Fichtelgebirge»

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Zeit zum Wandern

FRANKENWALD FICHTELGEBIRGE

40 abwechslungsreiche Wanderungen – großartige Fernsichten – reiche Natur- und Kulturlandschaften – Ausflugsziele in der Region – GPS-Tracks zum Download

BENEDIKT GRIMMLER

Exklusiv für Sie als Leser:

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Inhalt

Wanderlandschaft Ostoberfranken

Ostoberfranken in Zahlen

Tipps und Infos für unterwegs

1 Rund um den Ochsenkopf

10 km· 2:45 Std.

2 Vom Fichtelsee nach Nagel

8 km · 1:45 Std.

3 Von Kirchenlamitz nach Marktleuthen

18 km· 3:55 Std.

4 An der Schiefen Ebene

9 km · 2:45 Std.

5 Bergbau um Kupferberg

12,5 km· 2:45 Std.

6 Durch das Ölschnitzal

10,5 km· 2:45 Std.

7 Um Wunsiedel herum zur Luisenburg

9,5 km · 1:50 Std.

Top 5 Burgen-Touren

8 Von Selbitz nach Helmbrechts

14,5 km· 3:10 Std.

9 Eine Stadtwanderung in und um Hof

7 km · 1:45 Std.

10 Von Hohenberg an der Eger nach Libá

10 km· 1:50 Std.

11 Von Martinlamitz nach Rehau

10/7 km · 2:30/1:45 Std.

12 Durch die Frankenpfalz

12 km· 3:00 Std.

13 Im oberpfälzischen Fichtelgebirge

14 km· 3:35 Std.

14 Von Marktredwitz nach Waldershof

7 km · 1:30 Std.

Top 5 Kloster-Touren

15 Durch das Steinachtal

12,5 km· 2:50 Std.

16 Eine Rundwanderung durch das Schorgasttal

30 km· 6:45 Std.

17 Wallfahrerweg von Stadtsteinach nach Marienweiher

11,5 km· 2:50 Std.

18 Mit der Weißen Frau unterwegs

14,5 km· 3:05 Std.

19 Im Steinkohlenrevier Stockheim

2,5 km · 0:45 Std.

20 Auf dem Rennsteig

20 km· 4:10 Std.

21 Eine Schleife um Probstzella

7 km · 1:35 Std.

Top 5 Gipfel-Touren

22 Das Höllental bei Lichtenberg

4,5 km · 0:55 Std.

23 Auf dem Flößerweg

9,5 km · 1:55 Std.

24 Von Kronach nach Glosberg

6 km · 1:10 Std.

25 Auf dem Burgenweg

14 km· 3:05 Std.

26 An der Fränkischen Linie

20 km· 4:00 Std.

27 Auf der Alten Heeresstraße

12 km· 2:35 Std.

28 Auf und um den Döbraberg

5,5 km · 1:15 Std.

Top 5 Technik-Touren

29 Zwischen den Flüssen: von Küps nach Mainroth

10,5 km· 2:20 Std.

30 Von Burgkunstadt nach Mainleus

11 km· 2:15 Std.

31 Von Mainroth nach Burgkunstadt

9,5 km · 2:20 Std.

32 Über Vierzehnheiligen nach Klosterlangheim

13,5 km· 3:10 Std.

33 Von Staffelstein zum Kloster Banz

12 km· 2:45 Std.

34 Eine kleine Staffelberg-Runde

8,5 km · 2:20 Std.

35 Von Ebersdorf bei Coburg nach Sonnefeld

11 km· 2:20 Std.

Top 5 Familien-Touren

36 Von Bad Rodach auf den Georgenberg

6 km · 1:15 Std.

37 Von Neustadt bei Coburg auf den Muppberg

6 km · 1:35 Std.

38 Rosenau und Rödental

7 km · 1:40 Std.

39 Von Wiesenfeld nach Neuses

6,5 km · 1:30 Std.

40 Von Seßlach nach Tambach

7 km · 1:20 Std.

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Impressum

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Bamberg

Coburg

Bad Staffelstein

Bayreuth

Lichtenfels

Mödlareuth

Goldkronach

Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale

Floßfahren auf der Rodach

Leben auf dem Land


Gipfelkreuz auf dem heiligen Berg der Franken, dem Staffelberg (Tour 34)


In den Mainauen (Tour 30)


Im oberpfälzischen Grenzgebiet bei Ebnath (Tour 13)


Im Höllental (Tour 22)


Eingebettet in eine typische Frankenwaldlandschaft: die Schmölz bei Kupferberg (Tour 5)

Wanderlandschaft Ostoberfranken

Frankenwald und Fichtelgebirge sowie das ihnen vorgelagerte Obermaintal mit dem Coburger Land sind eine typische Mittelgebirgslandschaft im Höhenbereich zwischen 300 und 1100 Metern. Landschaftlich langweilig oder flach wird es hier nie. Die dünne Besiedelung mit vielen Dörfern, kleineren Städten, Einzelhöfen (Einzeln) und Weilern, verteilt in abwechslungsreichen Landschaften mit felsigen Gebirgen, hoch gelegenen Ebenen, breiten Flusstälern und urigen Waldgebieten sorgt für ein ideales Wandergebiet fern massenhafter Touristenströme. Natur und Kultur bieten zahlreiche Entdeckungsmöglichkeiten für Groß und Klein, Alt und Jung, den einsamen Wanderer oder die Ausflugsgruppe.

Regionen

Unser Wandergebiet unterteilt sich grob in die vier schon im Titel angegebenen Regionen. Am einfachsten sind Frankenwald und Fichtelgebirge zu charakterisieren, da es sich hierbei um feststehende geologisch-geografische Bezeichnungen handelt. Der etwas kleinere und niedrigere Frankenwald umfasst den Landkreis Kronach und die nordöstlichen Gebiete der Landkreise Hof und Kulmbach sowie grenzüberschreitend Randgebiete im südlichen Thüringen. Das Fichtelgebirge erstreckt sich vom östlichen Landkreis Bayreuth in den südlichen Landkreis Hof, den gesamten Landkreis Wunsiedel und den Nordzipfel des oberpfälzischen Landkreises Tirschenreuth. Ein kleines Gebiet in Tschechien zählt ebenfalls dazu – Smrčiny heißt der dortige Naturpark. Das Coburger Land definiert sich als einstiges Herzogtum eher über seine Historie; neben dem früheren Landkreis Coburg zählt seit 1972 der Itzgrund im Westen hinzu. Der Obermain reicht je nach Auslegung von Bayreuth bis Bamberg, wir grenzen ihn auf das Maintal von Kulmbach bis zur Landkreisgrenze von Lichtenfels bei Ebensfeld ein.


Ort mit buchstäblich langer Vorgeschichte: auf dem Plateau des Staffelbergs (Tour 34)

Über Rothenkirchen wacht der Galgenberg (Tour 27).

Historische Geografie

Ostoberfranken entspricht nicht unbedingt der Vorstellung des fränkischen »Fleckerlteppichs«. Zwar existierten neben den drei großen Herrschaften Bamberg, Kulmbach-Bayreuth und Coburg einige kleinere Reichsritterschaften, doch standen diese oft in Abhängigkeit von »den großen Drei«. Die jahrhundertelangen Grenzen wirken heute noch nach – sehr deutlich in Dialektvarianten und vor allem den Konfessionen, selbst in unseren Titelregionen sind die einstigen Territorien noch präsent.

Das Torfmoor am Fichtelsee (Tour 2)

Am klarsten erkennbar ist dies, wie erwähnt, beim Coburger Land, einst Herrschaftsgebiet der sächsischen Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha. Die in Thüringen oft zersplitterten Besitzungen des Hauses blieben hier in Franken kompakt und überstanden die Mediatisierung. Erst 1918 mussten die in Europa durch Heiraten weitläufig verwandten Herzöge – Beziehungen zu zahlreichen Königs- und Fürstenhäusern bestehen bis heute – abtreten. 1920 trat Coburg durch Volksabstimmung zum Freistaat Bayern über.

Der einstige Nordwald, heute Frankenwald, war im Hochmittelalter größtenteils im Besitz der Zisterzienserabtei Langheim bei Lichtenfels, doch musste sie diesen peu à peu aufgrund von Verschuldung an das 1007 gegründete Fürstbistum Bamberg abtreten. Das bischöfliche Hochstift weitete seinen Besitz deutlich Richtung Osten aus. Der Obermain und der Frankenwald um Kronach und Stadtsteinach blieben bis 1806 bambergisches Territorium, geprägt vom Katholizismus.

Heftigster Gegenspieler der Bamberger Bischöfe waren die hohenzollerischen Burggrafen von Nürnberg, später Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth bzw. Ansbach mit Sitz auf der Plassenburg, ab dem 17. Jahrhundert in Bayreuth. Ihnen unterstanden das Vogtland um Hof sowie fast das gesamte Fichtelgebirge und natürlich das Gebiet um Kulmbach. 1791 fiel die Markgrafschaft durch Verkauf kurz an die preußische Verwandtschaft, nach den napoleonischen Kriegen kam sie, wie auch das Hochstift Bamberg, an das neue Königreich Bayern.

Der Wald

Der Regierungsbezirk Oberfranken weist Waldgebiete auf, die insgesamt 40 Prozent der Gesamtfläche ausmachen – die hohe Zahl geht besonders auf Frankenwald und Fichtelgebirge im Osten Frankens zurück, wo der Waldanteil noch deutlich höher ist. Im Landkreis Kronach beträgt er 60 Prozent. Noch im Mittelalter ein großer Buchenwald, dominiert heute die Fichte mit fast drei Vierteln des Bestandes – eine Folge der aufstrebenden Holzindustrien des 19. Jahrhunderts und des starken Verbrauchs durch Holzkohleherstellung und in Glashütten. Obwohl das schnell wachsende Tannengehölz noch immer den Löwenanteil stellt, gehört dem Mischwald die Zukunft – Fichten vertragen den Klimawandel nur schlecht. Somit feiert ein alter Bekannter sein Comeback: Schon bis zu 12 Prozent der Bäume im Frankenwald sind heute wieder Buchen.

Natur und Landschaft pur

Angesichts der überdurchschnittlich hohen Bewaldung und der dünnen Besiedelungsdichte verwundert es kaum, dass das Bayerische Landesamt für Umwelt auf seiner jeweiligen Grünen Liste für unsere Region insgesamt 49 Landschaftsschutzgebiete (LSG) mit einer Größe vom »Coburger Gericht« (0,84 ha) bis zum Fichtelgebirge (62 728,01 ha) und sogar 64 Naturschutzgebiete (NSG) vom Theisauer Maintalwasser (175 ha) bis zum Ködeltal (275,48 ha) zwischen Tschirn und Nordhalben ausgewiesen hat. Die hohe Anzahl und ihre Kleinteiligkeit repräsentieren die Diversität an Flora und Fauna und die Vielfalt der geografischen Landschaften auf engem Raum.


Der Asenturm auf dem Ochsenkopf (Tour 1)

Klima und Wetter

Die geografischen Verhältnisse bedingen auch zwei unterschiedliche Klimazonen. Am Obermain und im Coburger Land haben wir gemäßigte Verhältnisse, während Frankenwald und Fichtelgebirge besonders im Oberland ein eher herbes Klima aufweisen. Dieses manifestiert sich zwar nicht unbedingt in überdurchschnittlich viel Niederschlägen, jedoch in einer langen Winterperiode, die zwar längst nicht mehr so schneesicher ist wie noch vor Jahrzehnten, aber doch für niedrige Temperaturen sorgt. Die Gegend um Hof ist nicht umsonst sprichwörtlich bekannt als »Fränkisch-Sibirien«. Im Sommer dagegen sind auch in den Höhenlagen Temperaturen über die 30 °C keine Seltenheit mehr.


Blick vom Georgenberg nach Heldburg in Thüringen (Tour 36)


Einst weitverbreitet im Frankenwald: Mühlen (hier die Schneidmühle in Stadtsteinach, Tour 15)

Genusslandschaft Oberfranken

Auf dem kulinarischen Sektor ist der berühmteste Exportartikel Oberfrankens ohne Zweifel das Bier – schließlich befinden wir uns hier in der laut Guinnessbuch am dichtesten mit Brauereien besiedelten Region der Welt. Dementsprechend groß ist der Variantenreichtum der Biersorten (siehe das folgende Kapitel »Ostoberfranken in Zahlen«). Nicht minder dicht ist das ebenfalls rekordverdächtige Netz an Bäckereien und Metzgereien. Wer also vergessen hat, seine Brotzeit einzupacken, kann im nächsten Dorf auf Abhilfe hoffen. Hohe Bekanntheit genießt auch die Bratwurst, wobei Bratwurst nicht gleich Bratwurst ist: Nicht nur geschmacklich unterscheidet sich die Hofer Version von der Kulmbacher oder Coburger, dazu kommt im Grenzgebiet bereits die Thüringer Wurstverwandtschaft ins Brötchen. Fränkischer Klassiker auf dem Mittagstisch ist natürlich der Kartoffelkloß, der den Braten erst richtig schmackhaft macht. Ansonsten gibt es allerlei regionale Gerichte, die schon wenige Kilometer weiter unbekannt sind; auch hier macht sich die Vielfalt an Bäckereien, Metzgereien und Gastwirtschaften bemerkbar.

Ostoberfranken
in Zahlen


Mysteriöse Ruine: die Heilingskirche bei Wirsberg (Tour 5)

4121 Kilometer an großen und kleinen Wanderwegen hat allein der Frankenwaldverein ausgewiesen, beschildert und kartografiert. Das Fichtelgebirge übertrifft diese Zahl sogar noch um gut 200 Kilometer.

44 660 Einwohner zählt Hof und ist damit die größte Stadt unserer Wanderregion, gefolgt von Coburg mit 41 257 Einwohnern. Der kleinste Ort mit Stadtrecht und 1033 Einwohnern – und damit eine der kleinsten Städte Bayerns – ist Kupferberg.

574 757 Menschen lebten 2015 in der Kernregion unseres Wandergebietes Ostoberfranken, den Landkreisen Coburg, Kronach, Kulmbach, Lichtenfels, Wunsiedel, den beiden kreisfreien Städten Coburg und Hof und den nördlichen Gemeinden des Landkreises Bayreuth – etwas mehr als die Gesamtbevölkerung des Regierungsbezirks (1 067 408).

1051 Meter weist der Schneeberg, der höchste Gipfel des Fichtelgebirges, auf. Mit 794,6 Metern setzt sich der Döbraberg ganz knapp vor seinem thüringischen Kollegen, dem Wetzstein bei Lehesten, mit 792,7 Metern als höchstem Berg des Frankenwaldes durch.

71,8 Kilometer fließt der Rote Main vom Lindenhardter Forst nahe Bayreuth bis zum Mainzusammenfluss bei Schloss Steinenhausen, wo er auf den Weißen Main trifft, der von seiner Quelle am Ochsenkopf 51,7 Kilometer zurückgelegt hat. Nun vereint, bringen sie es auf 527 Kilometer bis zur Einmündung in den Rhein.

46 aktive Brauereien existieren in Ostoberfranken, vom kleinen privaten Brauereigasthof bis hin zum großen Konzern. Unser Wandergebiet stellt damit zwar nur in etwa ein Viertel aller Brauereien in Oberfranken, der Region mit der höchsten Brauereidichte der Welt, doch mit Kulmbach immerhin die traditionsreiche »heimliche Hauptstadt des Bieres«.

Tipps und Infos für unterwegs
Das sollte jeder mit auf die Wanderung nehmen

Wanderschuhe

Wanderkarte

Rucksack

Erste-Hilfe-Set

Warme Kleidung

Regenschutz

Wasserflasche

Proviant

Sonnenschutz

Insektenschutz (Zecken!)

Geld

Uhr

Das sollte mindestens einmal in der Wandergruppe vorhanden sein

Schreibzeug

Handy

Wechselkleidung

Kleines Reparaturset (mit Schere, Schnüren etc.)

Taschenmesser

Nur für besondere Touren

Wander- oder Trekkingstöcke

Ausweis (für Touren in Tschechien)

Wörterbuch und evtl. tschechische Kronen

Kulturbeutel


Ausrüstung

Auch wenn sie dort meist sanft und gut befestigt sind, gilt selbst für das etwas flachere Maintal und die Coburger Region, dass Wege ohne Anstiege Seltenheitswert haben. Erst recht ist mit viel Auf und Ab in den Höhenlagen des Frankenwaldes und Fichtelgebirges zu rechnen – das dementsprechende Schuhwerk ist folglich Pflicht. Die Mittelfranken sagen: »Gehst Du nach Oberfranken, vergiss die Jacke nicht!« Für das raue Klima von Herbst bis Frühjahr sollte man mit angemessener warmer Kleidung vorbereitet sein, insbesondere in den dichten Wäldern fällt die Temperatur schnell ab.

Wege und Wegweiser

Die Wandervereine der verschiedenen Landschaften der Region haben im Allgemeinen für eine recht gute Markierung der Wege gesorgt, besonders am Obermain, im südlichen Frankenwald und der Frankenpfalz kann man sich darauf verlassen. Dies gilt auch für die Beschaffenheit der Wege. Da es mancherorts recht einsam zugeht, sollte man sich an die Beschreibungen und die gekennzeichneten Wege halten – was sich aber, gerade in den Naturschutzgebieten, von selbst versteht.

Wanderkarten

Die Karten des regionalen Fritsch Landkartenverlages, in vielen Buchhandlungen und Zeitschriftenläden zu finden, sind sehr detailreich und von den Wandervereinen mitgestaltet – man sollte aber auf die möglichst neueste Auflage achten. Die jeweils eine unserer Regionen abdeckenden Exemplare des Maßstabes 1:50 000 sind ausreichend, zudem existieren flächendeckend kleinere Ausgaben im Maßstab 1:35 000.

Ausgewählte Adressen

Frankenwald: Frankenwald Tourismus Service Center, Adolf-Kolping-Str. 1, 96317 Kronach, Tel. 09261/601517, www.frankenwald-tourismus.de

Kronach: Touristinformation, Marktplatz 5, 96317 Kronach, Tel. 09261/97236, www.kronach.de

Fränkischer Rennsteig: Touristinformation der Fränkischen Rennsteigregion, Lauensteiner Str. 44, 96337 Ludwigsstadt, Tel. 09263/974541, www.rennsteigregion-im-frankenwald.de

Hof: Touristinformation der Stadt Hof, Ludwigstr. 24, 95028 Hof, Tel. 09281/8157777, www.hof.de

Lichtenfels: Touristinformation Lichtenfels, Marktplatz 10, 96215 Lichtenfels, Tel. 09571/795101, www.lichtenfels-city.de

Coburg: Coburg Tourismus, Herrngasse 4, 96540 Coburg, Tel. 09561/898000, www.coburg-tourist.de

Fichtelgebirge: Tourismuszentrale Fichtelgebirge e. V., Rathaus, 95686 Fichtelberg, Tel. 09272/969030, www.tz-fichtelgebirge.de

Die Schwierigkeitsgrade der Touren


Leicht: technisch und konditionell einfache Wanderungen auf guten Wegen und Pfaden mit kleineren Anstiegen


Mittel: technisch und/oder konditionell mittelschwierige Wanderungen, die einen sicheren Tritt und abschnittsweise Schwindelfreiheit erfordern


Schwer: technisch und/oder konditionell anspruchsvolle Wanderungen, die aufgrund ihrer Länge oder Wegbeschaffenheit Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gute Kondition erfordern; streckenweise auch Felspfade mit Seilsicherung

Auf geht’s


Der Franziskanerweg führt in den Wallfahrtsort Maria Glosberg (Tour 24).

1


Rund um den Ochsenkopf

Vom Wintersportort Bischofsgrün geht es über die Weißmainquelle auf den Gipfel des zweithöchsten Berges des Fichtelgebirges und wieder hinunter. Ein Wanderklassiker mit viel Natur und einigen Tücken.

Tourencharakter

Anspruchsvolle Wanderung, Trittsicherheit und Erfahrung sind nötig, nicht bei Regen und Glätte.

Ausgangspunkt

Bischofsgrün, Talstation Nord der Ochsenkopf-Seilbahnen; GPS 50.050494, 11.811441

Anfahrt

Auf der B 303 bis Bischofsgrün; mit dem Bus via Bahnhof Marktschorgast

Einkehr

Bischofsgrün, Karches, Ochsenkopf




Auf den Skisprungschanzen von Bischofsgrün finden internationale Wettbewerbe statt.

Der Wegverlauf

Bischofsgrün ist ein bedeutender Wintersportort mit großem Freizeitangebot auch im Sommer und somit starten wir unsere Wanderung an der Seilbahntalstation Nord am Fuße des Ochsenkopfes, wo die Sesselbahn und die Sommerrodelbahn beginnen. Ganz in der Nähe sind die Sprungschanzen, zu denen wir uns nun begeben.

Von der Talstation laufen wir rechts am Gebäude der Sesselbahn vorbei links hoch zur Wanderwegkreuzung, wo wir uns wiederum links einordnen. Bis zum Gipfel des Ochsenkopfes bleiben wir auf dem Mainwanderweg, markiert durch ein blaues M auf weißem Grund (siehe auch Tour 18). Unter dem Sessellift und der Rodelbahn hindurch – wer mag, kann kurz rechts hoch zu den Sprungschanzen abzweigen – geht es bis zur nächsten Kreuzung, wo wir links weiter auf den Wald zuhalten und dann erneut links abbiegen. Ein Schildchen warnt vor diesem »Naturpfad« und dies ist ernst zu nehmen: Auf den nächsten Kilometern geht es auf einem schmalen, schlecht befestigten Trampelpfad am Bach entlang und über Wurzelgeflecht und Felsgestein hinweg, das Schuhwerk und Trittsicherheit auf die Probe stellt. Darin liegt umgekehrt der Reiz dieses sehr schönen naturbelassenen Weges. Er führt uns erst einmal zu einer Holzbrücke über den Weißen Main (0:15 Std.), die wir aber nicht queren, sondern wir bleiben lange rechts des rötlich schimmernden Flusses. Generell ist die Orientierung hier nicht schwer, wir folgen stets dem Naturpfad, der nach einiger Zeit kurz vor einem Forstweg links abbiegt, um dann gleich wieder links zum Bach zurückzukehren. An der nächsten größeren Abzweigung kommen wir dann doch einmal kurz auf einen gemütlicheren Forstweg, direkt an einer Raststation mit Holzhütte (0:45 Std.), doch rechts biegen wir nach nur wenigen Metern erneut rechts in den Wald auf den Naturpfad ab. Wir kommen an einer Hinweistafel zur Wasserscheide vorbei und schließlich wieder auf einen bequemeren Weg, der uns über einen Wanderparkplatz zum Karchesweiher (1:05 Std.) führt, der einst den Flößern diente. Rechts geht es zur Waldgaststätte. An Karches vorbei beginnt nun der anstrengende und sich über mehrere Kilometer hinziehende Aufstieg. An der ersten Kreuzung hinter Karches geht es geradeaus, dann stets auf dem Forstweg weiter bis zur Weißmainquelle (1:30 Std.) auf nun schon 887 Metern. Nach dem Ursprung des wichtigsten fränkischen Flusses – der uns übrigens auf vielen Touren begleiten wird – halten wir uns kurz danach bei der Sitzgruppe mit Hütte rechts ansteigend den Berg hoch, an der folgenden T-Kreuzung kurz links und dann sofort wieder rechts in den Wald, wo nun ein steiniger Weg in Richtung Gipfel weiterführt, vielfach gesäumt von den typischen Felsformationen des Fichtelgebirges. Das hier vorkommende sehr alte Gestein (aus dem Perm) namens Ochsenkopf-Proterobas ist bei Bildhauern und Bauarbeitern beliebt und kann zudem durch Schmelzen zu Glas umgeformt werden, was sich die Bischofsgrüner seit dem 17. Jahrhundert zunutze machten. Nun erblicken wir auch bald das fast überall in Ostoberfranken weithin sichtbare Kennzeichen des Ochsenkopfes, den Sendemast des Bayerischen Rundfunks, der uns auf den letzten Metern bis zum Gipfel auf 1024 Metern Orientierung gibt.

Die Waldgaststätte Karches

Einst ein kleiner Hüttenbetrieb des Bergbaues (17. Jahrhundert), später Sitz eines staatlichen Waldaufsehers, ist das Gebäude am Karchesweiher heute ein beliebtes Ausflugslokal dank günstiger Lage nahe der B 303. Hier kann man sich vor dem Aufstieg zum Ochsenkopf mit fränkischen Spezialitäten, aber auch dem »Karches-Wrap« stärken.


Scheinbar nicht zu seinem Namen passt die rötliche Färbung des jungen Weißen Mains.

Vor dem Gelände des Mastes biegen wir rechts ab, hier liegt nun rechts die Ochsenkopfgaststätte mit dem frei zugänglichen Asenturm (1:50 Std.) vor uns, der einen wunderbaren Blick auf das Fichtelgebirge und die angrenzenden Landschaften bietet. An der Gaststätte vorbei geht es geradeaus zwischen Sommerrodelbahn (links) und Gipfelkreuz (rechts) mittig auf den Abstieg zu. Dieser stellt noch einmal höchste Ansprüche, gerade zu Beginn. Im Prinzip besteht er hier nur aus einzelnen Felsblöcken, auf denen man steil hinabzusteigen hat. Anschließend folgt der Weg lange einem Pfad, der manchmal eher einem kleinen Bachbett gleicht. Wiederum sind Trittfestigkeit und festes Schuhwerk sowie zudem ein Mindestmaß an Kletterkunst gefragt. Auf dem Felsgestein klettern wir also die ersten Hundert Meter unterhalb der Stränge des Sesselliftes hinab, bis wir diesen verlassen und rechts geradeaus weiterlaufen, um im Wald auf dem nun etwas harmloseren Weg stets geradeaus bergab zu wandern. Forstwege, die unseren Pfad schneiden, überqueren wir immer direkt gegenüber. Letztlich treffen wir auf einen ersten Wanderparkplatz, biegen hier rechts ab und gelangen zum nächsten, größeren Wanderparkplatz Vogelherd (2:25 Std.). Am Seniorenheim (rechts) nun vorbei auf der Ochsenkopfstraße bis zur Einbiegung des Hubertusweges, wo gegenüber links ein anfangs unscheinbarer Wanderweg schließlich über die Forstgasse und anschließend rechts die Jägerstraße ins Ortszentrum von Bischofsgrün führt. Hier kann man es sich schließlich in einem der Cafés oder Gaststätten zum Ausklang der anstrengenden Wanderung gemütlich machen. Von dort kommt man über die Wunsiedler Straße wieder zur Seilbahntalstation Nord (2:45 Std.).

2


Abseits des Trubels

Vom Fichtelsee nach Nagel

Auf einem Teilstück des »Seenweges« führt die Strecke vom Fichtelsee und dem ihn umgebenden Moor inmitten des Fichtelgebirges bis Nagel.

Tourencharakter

Gut befestigte Wege in Waldgebiet

Ausgangspunkt

Fichtelberg, Parkplatz am Fichtelsee; GPS 50.016110, 11.853893

Anfahrt

Über B 303 bis Fichtelberg; mit dem Bus via Bahnhof Weidenberg

Einkehr

Fichtelberg, Hotel Fichtelsee, Nagel



Der Wegverlauf

Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Fichtelsee im Norden des Ortes Fichtelberg. Von dort gehen wir am Campingplatz vorbei geradeaus wenige Meter hinunter zum Stausee und links am Ufer entlang bis zum Damm, der den südlichen Teil des Fichtelsees vom nördlichen Torfmoor trennt, einer beeindruckenden Naturlandschaft. Wer mag, sollte am Ende des Dammes ruhig erst mal nördlich (links) über die Holzbohlen laufen, um sich dieses Naturschutzgebiet genauer anzusehen. Ohne diesen Abstecher geht es sogleich kurz rechts und anschließend links hoch über den Spielplatz weiter. Dieser Weg ist bereits als Seenweg (blaues S) und Jean-Paul-Weg (grünes Emblem mit Portrait des Dichters) gekennzeichnet – Markierungen, die uns bis Nagel begleiten werden. An der ersten Großkreuzung (0:30 Std.) nehmen wir den breiten Forstweg direkt gegenüber, der uns bis zu einer Autostraße führt. Diese überqueren wir und setzen den Weg auf dem anfangs eher unscheinbaren Pfad fort, der ebenfalls direkt gegenüber liegt. Daran halten wir uns auch an den nächsten beiden Querungen mit Forstwegen. So auch an der Christusbildertafel (1:00 Std.). Hier, im Staatsforst, befinden wir uns inmitten des typischen Fichtelgebirgswaldes mit seinen zwischen den Stämmen oft vereinzelt herumliegenden großen Felsblöcken.

Tipp

Der Weg ist zwar für Kinder geeignet, aber für diese wohl insgesamt etwas wenig abwechslungsreich. Hervorragend erweist er sich dagegen für größere Gruppen, dank seiner fehlenden Steigungen und zumeist breiteren Wege, die zum Plausch beim Laufen einladen.

An der nächsten Großkreuzung geht es ein weiteres Mal leicht geradeaus weiter, bis wir zum Gregnitzweiher (1:10 Std.) kommen, einem einsamen Seenidyll. Wir biegen nun rechts ab und stoßen nach einiger Zeit zum zweiten Mal auf eine Autostraße. In gewohnter Manier überqueren wir die Straße und nehmen den gegenüberliegenden Forstweg. An der nächsten Kreuzung bleiben wir geradeaus auf unserem markierten Wanderweg, der nach einigen Metern in einen kleinen Pfad übergeht und schließlich den Wald verlässt. Wir laufen vorerst weiter bis zum Beginn der Feriensiedlung mit ihren Zeltdachhäusern. An der ersten Kreuzung innerhalb Nagels biegen wir rechts ab, um am Parkplatz der Markierung in Richtung Nagler See zu folgen, zu dem wir nun hinabsteigen. Bereits vom See aus lockt die beeindruckende Kulisse der beiden Kirchen in Nagel (1:45 Std.). Von Nagel aus geht es mit dem Bus zurück nach Fichtelberg.

3


Von Kirchenlamitz nach Marktleuthen

Hier können Sie buchstäblich auf Granit beißen, oder doch lieber in die Kartoffel. Unsere Wanderung am Rand des nördlichen Fichtelgebirges berichtet über das Leben in dieser rauen Gegend.

Tourencharakter

Am Epprechtstein anspruchsvoll mit kurzen Klettereien, nicht im Winter

Ausgangspunkt

Bahnhof Kirchenlamitz Ost; GPS 50.165303, 11.985933

Anfahrt

Über A 9, Ausfahrt Münchberg-Nord bis Kirchenlamitz Ost; Bahnhof Kirchenlamitz Ost

Einkehr

Kirchenlamitz, Vorderes Buchhaus, Großschloppen, Marktleuthen



Der Wegverlauf

Die Abschnitte von drei Wanderwegen – unsere erste Markierung ist das weiße N des Nordwegs auf rotem Grund – wechseln sich auf unserer heutigen Strecke ab, die am Bahnhof Kirchenlamitz Ost beginnt. Wobei der Haltepunkt genauer gesagt am Ostrand von Niederlamitz liegt, in das wir links einbiegen, um tiefer ins Ortsinnere zu gelangen. Nach dem Sportplatz biegen wir weg von der Straße links ab, kurz darauf rechts durch das Dorf bis an dessen Ende, wo wir am Weiher rechts auf den Radweg nach Kirchenlamitz kommen. Wir verfolgen ihn in linker Richtung und begeben uns ins Zentrum des Ortes. Porzellanherstellung, Granitabbau und Bergbau sorgten für bescheidenen Wohlstand in der landwirtschaftlich kargen Gegend. Die Ortsmitte erinnert mit dem wiederhergestellten Rathaus (0:40 Std.), der neugotischen Kirche und vielen stattlichen Bürgerhäusern und Gasthöfen an jene Tage – besonders zu beachten sind die im ortstypischen Granit gefertigten Torbögen und Fensterrahmen. Das Schloss (16./17. Jh.) ist vom Stadtteich aus zu sehen, an dem wir in den Park einbiegend rechts vorbeilaufen. Vor dem Parkende wenden wir uns rechts und schließlich via Parkstraße links hoch aus Kirchenlamitz hinaus.


Das Rathaus im Zentrum von Kirchenlamitz

Über die Wiese geht es nun bergan bis zur Schloppener Warte (1:00 Std.), einem spätgotischen Bildstock – natürlich aus Granit. An dem stark verwitterten Denkmal wenden wir uns rechts, dann gleich wieder leicht rechts auf den Epprechtstein zu, vor dem Waldrand erneut rechts und dann links hinüber zum Granitlabyrinth (1:15 Std.), das auf unterhaltsame Art über das einst bedeutende Steinbruchgewerbe in der Region informiert. Wenn man sich im Innern nicht verirrt hat, geht es auf dem kleinen Pfad gegenüber dem Eingang des Labyrinths geradeaus und an den Granitsteinen rechts zur Straße, dort wiederum links am Vorderen Buchhaus vorbei und hinter diesem rechts in den Wald. Dort gleich wieder links beginnt der Aufstieg zur Ruine Epprechtstein. Wir bleiben lange auf unserem Hauptweg und queren Kreuzungen jeweils geradeaus; so führt uns der sich leicht verengende Pfad bis zum Luisentisch (1:30 Std.), der an den Besuch des preußischen Königspaares 1805 erinnert. Wie die Hoheiten begeben auch wir uns nun auf das allerletzte Stück, rechts hoch hinter der Rasthütte bis zum Epprechtstein (1:40 Std.). Den Granitgipfel krönen Ruinenreste des 12./13. Jahrhunderts. Wir gehen links über die Treppen in den Palas mit seiner Aussichtsplattform, die knapp die 800-Meter-Marke streift. Lage und Ausblick von der Burg lassen erahnen, welch imposante Landmarke diese einst gebildet haben muss.

Bauernhofcafé Großschloppen

In Großschloppen gibt es nicht nur ein kleines Kartoffelmuseum, sondern auf dem Hof der Familie Petzold ein gemütliches Café im historischen Gewölbe des alten Kuhstalls (geöffnet nachmittags an den Wochenenden und Feiertagen). Es werden zudem regelmäßig kulturelle Veranstaltungen geboten. Mehr unter: http://www.bauernhof-cafe.com.

Wir verlassen die Burg durch das spitzbogige Tor auf der anderen Seite und gehen links über Treppen, dann zwischen den Felsblöcken hinab zum Eingang eines der vielen Steinbrüche. Durch einen kurzen Abstecher rechts (in Richtung Sendemast) können wir tief hinab einen Blick in den alten Granitsteinbruch (2:05 Std.) werfen. Anschließend folgen wir der Beschilderung »Zum Wanderparkplatz« auf dem breiteren Weg, der unseren Aufstieg kurz kreuzt, bis zum Hinteren Buchhaus, wo wir am (zweiten) Wanderparkplatz direkt die Straße queren auf den Wiesenweg am Waldrand, der kurz darauf auf den Radweg trifft, dem wir rechts folgen. Nun sind wir auf dem »Kartoffelpfad« (Markierung: eine freundliche Knolle), der an die Geschichte dieser Pflanze und ihre wichtige Rolle in dieser Region erinnert. An der Kreuzung biegen wir auf das Landsträßchen links nach Großschloppen ein – dort wartet am Teich ein kleines Kartoffelmuseum (2:45 Std.). Wir umrunden das Gewässer, dann geht es den kleinen Anstieg hinauf und dort geradeaus weiter Richtung Raumetengrün, nach dem Ortsende rechts ab. Diesen Ort umgehen wir allerdings großräumig, indem wir an der nächsten Kreuzung links ab und dann am Weiher auf den Wiesenweg rechts einschwenken, am nächsten Sträßchen dann erneut rechts. Statt auf dem Kartoffelpfad sind wir nun auf der Via Porta (Waldsassen–Volkenroda, Markierung: violettes Labyrinthkreuz), die uns bis zur Eger führt, hier noch ein bescheidenes Bächlein.


Zyklopische Granitmauern erinnern an die alten Steinbrüche.

Kurz nach dem mittelalterlichen Steinkreuz geht es rechts hinüber zur Eckenmühle (3:25 Std.), durch diese hindurch und links auf den Teerweg. Dieser führt bis hinein nach Marktleuthen, eine Stadt mit ähnlicher Geschichte wie Kirchenlamitz. In der Siedlung angelangt, wenden wir uns nach den charakteristischen Scheunenzügen links ins Zentrum mit Rathaus und barocker Kirche, von dort rechts auf der langen Martin-Luther-Straße bis ans andere Ortsende. Vor der hohen Eisenbahnbrücke geht es links bergauf bis zum Bahnhof Marktleuthen (3:55 Std.) und von dort mit dem Zug zurück nach Kirchenlamitz.

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An der Schiefen Ebene

Der informativ aufbereitete Weg entlang des technischen Wunderwerks Schiefe Ebene begleitet die Bahntrasse von Neuenmarkt nach Marktschorgast.

Tourencharakter

Gut befestigte Strecke mit zwei sehr steilen Abstiegen, für geübte Familien geeignet

Ausgangspunkt

Neuenmarkt, Deutsches Dampflokomotiv-Museum; GPS 50.094153, 11.582036

Anfahrt

Über A 9, Ausfahrt Himmelkron-Stadtsteinach (weiter über B 289); Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg

Einkehr

Neuenmarkt, Marktschorgast




Blick von der Schiefen Ebene ins Tal des Weißen Maines bei Himmelkron

König Ludwig I. von Bayern wollte die noch neuen Gebiete Schwaben und Franken seines Königreiches durch ein ehrgeiziges Prestigeobjekt miteinander verbinden, wofür er das ebenfalls noch junge Transportmittel Eisenbahn im Sinn hatte. Die »Ludwig-Süd-Nord-Bahn« sollte von Lindau kommend über Nürnberg in einer großen Diagonale bis zum oberfränkischen Hof fahren. Die Planer standen um 1840 vor einem damals technisch kaum zu lösenden Problem, nämlich der Überwindung der Fränkischen Linie, dem Gebirgsrand des Frankenwaldes. Doch die Ingenieure schafften das scheinbar Unmögliche: 1848 konnte die damals steilste Bergstrecke in ganz Europa feierlich eröffnet werden.

Der Wegverlauf

Profiteur dieser Entwicklung war das vormals völlig unscheinbare Dörfchen Neuenmarkt, das zum Startpunkt der Steigstrecke gewählt worden war. Plötzlich Eisenbahnknotenpunkt geworden, prägten zeitweilig bis zu 500 Beschäftigte den Ort – bis heute. Es ist daher nur logisch, dass das aufwendig gestaltete Deutsche Dampflokomotiv-Museum (DDM; geöffnet Di–So 10–17 Uhr, im Winter bis 15 Uhr) im und um den alten Lokschuppen unseren Startpunkt bildet. Vor dem Haupteingang beginnt Station 1 des sehr informativ gestalteten technischen Lehrpfades zur »Schiefen Ebene«, wie man die Bergstrecke zwischen Neuenmarkt und dem knapp 160 Meter höher gelegenen Marktschorgast nannte. Diese Steigung von gut 23 Prozent hatten die Eisenbahnerbauer von 1844 bis 1848 zu überwinden. Ihre Meisterleistung galt damals als technisches Wunderwerk und wird bis heute genutzt.

Vom Eingang des Museums und Tafel 1 laufen wir über die Birkenstraße zur Hauptstraße – die schwarz-gelben Markierungen des Lehrpfades sind bereits gut zu erkennen – und gehen, nachdem wir diese links überquert haben, rechts in die Laubenstraße. Wir bleiben nahe den Gleisen und biegen rechts in den Schmellerweg ein – lassen Sie sich nicht durch die scheinbar konfuse Nummerierung der Tafeln irritieren. Es handelt sich um einen weiteren Lehrpfad, der sich innerhalb des Ortes mit dessen Eisenbahnervergangenheit beschäftigt, die uns hier mit den Bauten für die Angestellten links direkt vor Augen steht. Die erste Abzweigung vom Schmellerweg rechts ab führt zu Station 2 (0:15 Std.), die über die Schlömener Kurve und die sehr kurze ICE-Vergangenheit der Schiefen Ebene berichtet. Über die Eisenbahnbrücke gehen wir die wenigen Meter zum Schmellerweg zurück, bis dieser wieder in die Laubenstraße einmündet, und begeben uns rechts in die Nähe der Gleise, wo die Steigung unmerklich beginnt. Nun geht es lange in einer großen Linkskurve in den Wald geradeaus bis zur Brücke unterhalb der B 303. Nach Station 3 (0:40 Std.) und der Unterführung gehen wir rechts und anschließend wiederum rechts auf einem Pfad weiter an den Gleisen bergauf, wo sich die Steigung an einer Infotafel buchstäblich mit den Augen ablesen lässt. Station 4 (1:00 Std.) befindet sich an einer kleinen Brücke auf der gegenüberliegenden Seite – wir begeben uns nun schon spürbarer bergan links hoch, dann rechts weiter am Waldrand entlang zu den weithin sichtbaren Bahnhäuschen, gleichzeitig Station 5, die sogenannte Raststation (1:10 Std.) wegen des schönen Ausblickes in das Weißmaintal.

Eisenbahnerkirchen

Der Bevölkerungsaufschwung Neuenmarkts erforderte auch den Bau von Kirchen in dem vorher gotteshauslosen Ort. Auch sie sind daher unmittelbar mit der Eisenbahngeschichte verbunden. Die ev. Christuskirche wurde von Architekten der Reichsbahn als »Wartesaal Gottes« entworfen und 1926 vollendet. Zur gleichen Zeit erfolgte auf Initiative katholischer Eisenbahner die Errichtung der kleinen barockkapellenartigen Kirche Sankt Clemens Maria Hofbauer.


Eisenbahnromantik für Jung und Alt: das Deutsche Dampflokomotiv-Museum Neuenmarkt

Mit dem Weiterlaufen im ehemaligen Brandschutzgraben beginnt der anspruchsvollste Teil der Strecke. An der nächsten Kreuzung stehen wir vor einer wichtigen Entscheidung: Wir können sozusagen die Spur wechseln und uns auf die Ostseite der Strecke begeben oder per Abkürzung westlich von dieser am Hang bleiben. Beides wird angeboten, in jedem Fall sollte man aber mit viel Vorsicht den extrem steilen Abstieg zur ersten Rauhen Mauer wagen, einer der bizarren Hangbrückenkonstruktionen, komplett aufgemauert aus Felssteinen. Noch mehrere dieser beeindruckenden Steilwände sollen uns begegnen, die seit über 150 Jahren stabil ihren Dienst leisten. Hier können Sie nun durch den schmalen Durchlass – der noch dazu meist recht feucht ist – auf die andere Seite wechseln oder zurück auf den früheren Weg hochsteigen. An der übernächsten Rauhen Mauer (beide Wege sind wieder westlich vereint) geht es erneut sehr steil bis zu ihrem Durchlass hinab, den wir diesmal durchqueren, um gleich dahinter links hoch zur Station 6 (1:50 Std.) hochzusteigen, wo uns die Geschichte dieser Bauten noch einmal erklärt wird.

Kurz darauf kommen wir an der Station 7 mit Signalstation und Militärhindernis des Kalten Krieges vorbei, bevor wir leicht ins Tal hinabsteigen. Station 8 ist ein kurzer Stichweg auf der anderen Seite, der einen schönen Ausblick über die sanfte Biegung der Schiefen Ebene ermöglicht. Insgesamt wieder deutlich bequemer bewältigt unser Lehrpfad nun die restlichen Kilometer bis zum Endpunkt in Marktschorgast. Nach der Station 9, zu der man kurz links abzweigt, geht es weiter bis zur Landstraße, wo wir links zur Eisenbahnunterführung laufen, danach rechts zum schon erkennbaren Ortsrand von Marktschorgast. Über das Gelände der ev. Kirche kommen wir direkt zur Bernecker Straße und links weiter zur Bahnhofstraße. Hier haben wir den Endpunkt der Schiefen Ebene buchstäblich vor Augen und Station 10 beendet unsere Fußreise auf der Schiefen Ebene – fast. Im Bahnhof Marktschorgast (2:30 Std.) selbst gibt es noch ein kleines Informationszentrum, das noch einmal dem Bauwerk, aber vor allem dem Naturpark Frankenwald gewidmet ist. Es versteht sich von selbst, dass wir nun aber auch in den eisenbahntechnischen Genuss des Meisterwerks kommen wollen, dem wir die letzten Stunden gewidmet haben, und per Zug die Schiefe Ebene zurück nach Neuenmarkt hinabfahren.

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Bergbau um Kupferberg

Auf eine Tour der sprechenden Namen begeben wir uns nahe einer der kleinsten Städte Bayerns: Kupferberg. Neben dem Bergbau gibt es an der Strecke zudem noch geheimnisvolle Ruinen zu entdecken.

Tourencharakter

Wanderung auf der Hochebene, Wanderkarte mitnehmen

Ausgangspunkt

Kupferberg, kath. Kirche; GPS 50.139357, 11.576767

Anfahrt

Die B 289 führt durch den Ort; mit dem Bus via Bahnhof Ludwigschorgast

Einkehr

Kupferberg, Neufang, Hermes



Der Wegverlauf

Unser Startpunkt, die Kirche St. Vitus in Kupferberg , verrät bereits einiges vom früheren Glanz der einstigen Bergbaumetropole mit dem charakteristischen Namen. Die stilreine spätgotische Hallenkirche fällt in die Endphase der besten Kupferberger Tage, als man nicht wie heute eine der kleinsten Städte Frankens und sogar Deutschlands, sondern im Gegenteil mit bis zu 5000 Einwohnern eines der Zentren der Region war. Die in einem Einschnittstal in der Fränkischen Linie etwas abseits gelegene Stadt schrumpfte seitdem beträchtlich, doch die Spuren des Bergbaus blieben bis zum heutigen Tag. Hinterlassenschaften im weiteren Sinne sind die gerade in den letzten Jahren neu konzipierten beiden Museen. Eine Überarbeitung erlebt derzeit auch der traditionelle bergbaugeschichtliche Lehrpfad, dessen Stationen wir zu Beginn folgen wollen. Wir beginnen rechts der Kirche an der Station 1, dem Franz-Ludwig-Stollen (18. Jh.), und begeben uns vom diesen links oder rechts an der Kirche vorbei bergan über die Straße Zeche in einer großen Rechtskurve über die Wirsberger Straße in Richtung Ortsausgang. Dort liegt gegenüber dem neuen Sportplatz unübersehbar rechts das sehr lohnenswerte Besucherbergwerk (geöffnet März bis Oktober Sa 13–17 Uhr, So 10–16 Uhr).


Die Lore lädt in das Kupferberger Schaubergwerk ein.

Geheimnisse der Heilingskirche

Neben den zahlreichen Sagen und Legenden gibt die Heilingskirche auch der seriösen Forschung noch viele Rätsel auf. Schon der Name ist ungewöhnlich, ungeklärt ist auch, welche Frauen sich hinter dem Patrozinium Zu den Heiligen Drei Marien verbergen. Zudem kurios: In Sichtweite befinden sich die rekonstruierten Grundmauern der Leonhardskirche, einem weiteren in der Reformation untergegangenen Wallfahrtsort.

Vom Bergwerk laufen wir auf der Landstraße entlang rechts bis zur Abzweigung nach Unterbirkenhof. Oft eher versteckt im Wald und selten direkt an der Wegstrecke stehen erklärende Tafeln mit Hinweisen auf Überbleibsel des Bergbaues. Noch immer auf einer Landstraße geht es bis kurz vor Unterbirkenhof. Allerdings biegen wir kurz vorher links ab, um dann kurz darauf erneut rechts in den Wald zu wechseln; unsere Markierung ist ab hier für einige Zeit das blaue N auf weißem Grund (Nortwaldweg). In dem Waldstück halten wir uns an der nächsten Kreuzung links und wir gehen über ein schmales Wiesenband zurück in den Wald rechts. Nach Verlassen des Waldes sind wir auf der Buchleite angekommen, wo wir auf einer Wiese am Abhang der Fränkischen Linie unbedingt den fantastischen Blick hinüber zur Plassenburg (0:45 Std.) genießen sollten.


Die Kupferberger Pfarrkirche St. Vitus

In einem großen Linksbogen geht es nun auf der Hochebene in Richtung Neufang. Am Ortseingang wenden wir uns nach links und auf der Dorfstraße nach rechts. Am Gasthaus vorbei laufen wir bis zu den letzten Häusern und begeben uns nach links zu einem der beliebtesten und geheimnisumwobensten Monumente der Region, der Ruine Heilingskirche (1:00 Std.). Die einsame Kirchenruine der einstigen gotischen Wallfahrtskirche ist zu Recht eines der schönsten Fotomotive – ihre einstigen Erbauer hatten offensichtlich einen guten ästhetischen Sinn für landschaftlich wunderschöne Lagen. Nach der Reformation wurde der Bau 1564 bis auf die Westwand abgebrochen. Unser Weg führt uns links hinter der Ruine am Waldrand weiter Richtung Adlerhütte. Wir folgen nun dem Wegweisern zum Ilsestein, die ein blaues FrankenwaldSteigla als Symbol ziert. Vorerst wandern wir im Wald auf einem schmalen Pfad hinab bis an den Rand des Kosertales. Auf einer Waldstraße sehen wir rechts unten die Häuser der Adlerhütte, laufen aber nur kurz auf diese zu, um sogleich links wieder hinauf Richtung Ilsestein aufzusteigen. Dieser kleine felsige Aussichtspunkt Ilsestein (1:15 Std.) erlaubt einen schönen Blick in das Kosertal und die (goldene) Adlerhütte – auch hier wurde Bergbau betrieben. Später ging man dazu über, statt Erzen unter anderem Speckstein abzubauen. Nach dem Ende des Bergbaues im 19. Jahrhundert nutzte man die ruhige Lage des Kosertales zur Erholung; heute beherbergt die Adlerhütte eine Privatklinik.

Unser Weg führt nun stets oberhalb der Koser (rechts unten im Tal) in Richtung Schmölz, anfangs noch immer auf dem blauen FrankenwaldSteigla und zudem einem Lehrpfad mit natur- und bergbauhistorischen Tafeln; beide zweigen jedoch nacheinander rechts hinunter ins Tal ab, während wir geradeaus in der Spur bleiben (Markierung nun KU 25). Zwischen den Baumstämmen erahnen wir die beiden Einzeln Schlackenmühle und Einöde – beides wieder sehr schöne Beispiele für sprechende Namen. Dies gilt natürlich auch für die (alte) Schmölz, den Weiler, den wir nach Verlassen des Waldes ebenfalls rechts unten eingebettet in die hügelige Wiesenlandschaft erkennen können. An der großen Wanderkreuzung begeben wir uns jedoch geradeaus über das Sträßchen auf den Weg zur Achatzmühle. Am Waldrand, dann durch diesen hindurch, kommen wir auf die breite Lichtung, wo Schaller- und Kleiner Koserbach idyllisch aufeinandertreffen. Diese Lage fernab der Straßen machte sich ab 1600 der Müller zunutze, zu dessen Mühle wir uns nun rechts begeben. Allerdings wird enttäuscht, wer hier nach Gebäuden sucht. Die Achatzmühle wurde um 1960 nach Jahrhunderten aufgegeben, geblieben sind überwucherte Steinhaufen und die hübsche kleine Wegkapelle (2:00 Std.). Hinter dieser geht es nun links in den Wald weiter in Richtung Hermes. Dieser Hof liegt oberhalb des Schallerbachtales – der kurios erscheinende Name geht nicht auf den griechischen Götterboten, sondern auf einen Adligen namens Hermann zurück, der hier wohl seinen längst verschwundenen Ansitz hatte. Heute ist Hermes bekannt für seinen Landgasthof.

Wir bleiben auf der geraden Strecke und kommen schließlich in einer großen Rechtskurve nahe Schallerhof zurück in den Wald. An der Kreuzung wenden wir uns nach rechts; hier ist Kupferberg nun schon wieder angeschrieben. Wo unser Weg wieder auf eine Landstraße, einen kleinen Rastplatz und den bergbaugeschichtlichen Lehrpfad trifft, begeben wir uns rechts auf die Straße. Wir laufen in großem Bogen am Fuß des Kupferberger Galgenberges entlang, bis wir am Ortseingang von einer Wegkapelle mit Kreuz und Bildtafel begrüßt werden. Zurück im Ortszentrum empfiehlt es sich, an der Hauptstraße dem Westende der Stadt noch einen Besuch abzustatten. Dort schuf der berühmte Baumeister Johann Jakob Michael Küchel eines der schönsten Barockspitäler Frankens (Mitte 18. Jh.) – noch einmal eine Erinnerung an die einst große Bedeutung der Bergbaustadt Kupferberg (2:45 Std.).

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09 noyabr 2024
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