Kitabı oxu: «Das Aha!-Handbuch der Aphorismen und Sprüche Therapie, Beratung und Hängematte»

Şrift:

Bernhard Trenkle

Das Aha!-Handbuch der Aphorismen und Sprüche für Therapie, Beratung und Hängematte

Fünfte Auflage, 2022


Umschlaggestaltung: WSP Design, Heidelberg

Satz: Verlagsservice Hegele, Heiligkreuzsteinach

Printed in Germany

Druck und Bindung: CPI books GmbH, Leck

Fünfte Auflage, 2022

ISBN 978-3-8497-0425-4 (Printausgabe)

ISBN 978-3-8497-8356-3 (ePub)

© 2004, 2022 Carl-Auer-Systeme Verlag

und Verlagsbuchhandlung GmbH, Heidelberg

Alle Rechte vorbehalten

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Inhalt

Vorrede

Zu diesem Buch

Was will dieses Buch?

Zum Hintergrund der Anwendungsbeispiele

Zu Wiederholungen in diesem Buch

Gebrauchsanweisung für das Lesen dieses Buchs

Aphorismen und Sprüche – Therapie und Beratung

Vom Prinzip der Nichtwiederholung

Zu Wiederholungen in diesem Buch

Von Eindrücken, die einen Druck machen

Vom Potenzproblem des Kurzzeittherapeuten

Von der Länge der Kürze

Milton-Modell und Metamodell

Binsenwahrheiten

Widersprüche

Einige Definitionen zu Aphorismen, Sprichwörtern, Maximen

Vom Umgang mit Widerständen

Vom Umgang mit sich

Sprüche – in jeder Beziehung wichtig?

Scheiden tut weh

Szenen einer Ehe

Von den Stärken und Schwächen sehr viel jüngerer Lebenspartner

Von der Demut und Bescheidenheit

Langsamer ist schneller

Lieber langsam zum Ziel als schnell umhergeirrt

Ich finde keinen Mann

Beim Hausarzt

Opium und Kalium für Herz- und Schmerz

Fragezeichen und Komma

Fingerabdruck und Hammer

It’s nice to be a Preuß

Mache viele Fehler!

Aus der Werbung

Getränke – eiskalt serviert

Von der Schlagfertigkeit und von Katern

Für leicht chronifizierte Helferpersönlichkeiten

Pünktlichkeit

Vom Rauchen, dem Aufhören und dem starken Willen

Von der konsequenten Kontrolle des Rauchens und des Trinkens

Zum Thema Alkohol und Trinken

Üben, üben, üben

Stottertherapie

Über Lehrer und Psychologen

Über Briefträger und weitere Berufe

Entfernte Verwandte

Aus der Erziehungsberatung

Beziehung und Erziehung

Aus der Mütterberatung

Vom Geben und Nehmen

Von Zwergen und richtigen Männern

Wolf Wondratschek

Tageszeiten

Meine Eltern wollen mein Bestes

Vom Erfolg eines Genies – Aus der Familienberatung

Von Erfahrungswissen und Bauernregeln

Auch im Osten trägt man Westen

Haut – oder: Die schlagende Verbindung

Therapeutische Begegnungen mit einer Mutter

Von Zäunen und Nachbarn

Vom Segen und Regen

Delegationen

Der Pädagoge als Großvater

Tag und Nacht ohne Chance

French Fries und Freedom Fries

Lieber dutzende von Sprüchen als gar keine Idee

Aus einer Paartherapie

Für den Tinnituspatienten

Potenzprobleme

Lieber kurz als knapp

Lieber breit grinsen als schmal denken

Fruchtbare Begegnungen

Von Meistern und Schülern

Dummheit und Stolz

Von Pferden und Sätteln

Frage und Antwort

Vom Umgang mit Forschern und Kritikern

Gerhard Uhlenbruck und eine gesundheitspolitische Rede

Vom Altersschwachsinn eines Festredners und der Technik eines Ghostwriters

Von der Jungfräulichkeit und guten Fahrern

Lebenserfolg von Mann und Frau

Wolfgang Mieder und Phrasen verdreschen

Wenn das Herz in die Hose rutscht

Semi-nah und Meta-fern und andere sin-ful Wortspiele

Inkognito – ergo sum

Tumor und Humor

Motorradfahrer-Weisheiten oder: Eile mit Weile

Vom Tauchen und Eintauchen in eine tiefe Trance

Selbsthypnose lernen und gesünder effizient arbeiten

Zum Thema Arbeit und Arbeiten

Hypnosesitzungen und Fantasiereisen

Tierisches und schwarzer Humor

Der Ton macht die Musik

Schweigen ist Gold?

Vom Erfolg und seinen Nebenwirkungen

Von Beamten und Bürokraten

Auch Patienten benutzen Sprüche

Vom Segelfliegen und anderen Höhenflügen

Der Zahn der Zeit und die Zahnärzte

Für einen Sänger mit Lampenfieber

Schlafend ins Abseits

Sportlersprüche

Zum Thema Übergewicht

Zum Thema Intuition

Zum Thema psychologische Kriegsführung

Zum Thema Erbe oder Umwelt

Zum Thema Ressourcenorientierung

Zum Thema Zukunftsorientierung

Zum Thema Paar- und Familiendynamik

Zum Thema systemische Sichtweise und Dettmar Cramer

Zum Thema Spontanparadoxie

Zum Thema Konfusionstechniken

Zum Thema Parteifreund und Mannschaftskamerad

Zum Thema Schwach anfangen und stark nachlassen

Verschiedenes

Zum Thema Übergewicht

Experten und Generalisten

Von der Zukunft der Vergangenheit in der Gegenwart

Salutogenese und Ressourcenorientierung

Der deutsche Humor

Aus meiner Privatsammlung

Zu guter Letzt

Anmerkungen

Danksagung

Über den Autor

Vorrede
Zu diesem Buch

Seit der Schulzeit sammle ich Sprüche und Aphorismen. Damals schon habe ich begonnen, witzige Sprüche in zwei kleine Hefte zu schreiben. Leider ist mir eines davon verloren gegangen.1

Die letzten Jahre habe ich mein altes Hobby etwas gezielter neu aufgegriffen und habe mit Genuss viele Aphorismen- und Sprüchesammlungen gelesen. Sprüche, die mir gefielen, wurden angekreuzt, und es wurde teilweise gleich kommentiert, wie sie in Therapie, Beratung oder auch in Fortbildungsseminaren verwendbar wären. Einige Praktikanten hatten großen Spaß, diese Auswahl in den Computer einzutippen.

Unterdessen habe ich einige tausend Sprüche in meiner Sammlung, und die Teilnehmer meiner Workshops für Psychotherapeuten, Berater, Seelsorger etc. waren immer schnell beim Mitschreiben, sobald ich mit einem dieser Sprüche die Seminare auflockerte. Arbeitsblätter mit Auflistungen der Sprüche waren begehrt. Einige Teilnehmer hatten eigene Sammlungen von Sprüchen, und es kam zu Tauschgeschäften. Oft wurde die Frage gestellt, wo man solche Sprüche finden und nachlesen könne.

Sprüche sollen kurz sein und für sich sprechen.* 2

Deswegen gibt es hier auch nur eine recht kurze Vorrede.

Das Lesen von Aphorismensammlungen ist einerseits unterhaltsam und andererseits doch ein anstrengender Job, sogar für einen Fan von Sprüchen. Ein Aphorismus am anderen – auch noch so geistreich – kann schnell ermüden.

Paradoxerweise gilt sogar:

Je besser eine Aphorismensammlung, desto schneller ermüdet sie.

Als brillantester Aphoristiker unserer Zeit gilt Stanislaw Jerzy Lec aus Polen. Trotzdem ist er in diesem Buch nur selten zitiert. Seine berühmte Aphorismensammlung Unfrisierte Gedanken ist eine Abfolge von so geistreichen Sprüchen, dass es mir nicht gelang, einzelne besonders gute anzukreuzen. Ich hätte auch gleich das ganze Buch abtippen oder einscannen lassen können. Aber durch die Intensität der Sprüche und das, was sie an Nachdenken anstoßen, kann zumindest ich in den Unfrisierten Gedanken nicht lange lesen.

Das ist etwa, wie wenn man 1 kg beste Pralinen geschenkt bekommt. Auch wenn der Appetit darauf noch so groß ist, man kann auf einen Schlag nur einen kleinen Teil davon essen. Noch mal anders gesagt:

Je kompakter und kalorienreicher ein Energieriegel für Sportler ist, desto weniger davon kann man auf einmal essen.

Deswegen sind die Sprüche in diesem Buch auch fett gedruckt.

Der (im Moment) noch weitgehend unbekannte Aphoristiker Michael Marie Jung schreibt:

Auch eine gesunde geistige Nahrung verzichtet nicht auf Ballaststoffe.

Aus diesem Grunde gibt es in diesem kleinen Buch immer mal wieder kurze Anekdoten oder auch Nonsense, sodass selbst bereits geneigte Leser längere Zugfahrten ohne einzuschlafen überstehen können. Denn ohnehin gilt:

Alles auf der Welt hat seine Bedeutung, die weit über dieselbige hinausgeht.

Was will dieses Buch?

Das Aha!-Handbuch ist eine Sammlung von über 800 meist witzigen, oft verblüffenden und manchmal ernsten Sprüchen. Es erscheint im Format der beiden Ha-Handbücher (der Psychotherapie bzw. der Witze zu Hypnose und Psychotherapie). Die Sprüche sind überwiegend witzig (bis hin zum Nonsense), das Buch ist jedoch ernsthafter und anwendungsorientierter als die beiden Witzbücher.

Mit seiner Auswahl von Sprüchen, die ich über die Jahrzehnte hinweg gesammelt habe, soll es einerseits unterhalten und Spaß machen, andererseits aber auch zeigen, wie Sprüche in verschiedenen Kontexten – etwa in Therapien, Beratungen, in der Erziehung, in Reden und Ansprachen oder sogar während Hypnosesitzungen – gezielt eingesetzt werden können. Therapeuten, Ärzte, Berater oder auch Redenschreiber können hier also gleichermaßen fündig werden.

Zu Beginn gibt es – schon garniert mit ersten Sprüchen – etwas Theorie: Definitionen und Hintergründiges sowie die Erklärung, warum einige wenige Sprüche mehrfach in dem Buch auftauchen. Alle, die sich „nur“ unterhalten lassen wollen, seien zum Einstieg beim Kapitel „Vom Umgang mit sich“ auf S. 32 eingeladen.

Zum Hintergrund der Anwendungsbeispiele

Im Buch gibt es immer wieder Demonstrationen dessen, wie Sprüche in Therapien und Beratungen effizienzsteigernd eingesetzt werden können.

In meiner therapeutischen Praxis und damit auch in diesem Buch orientiere ich mich an der Hypnotherapie von Milton Erickson, an der systemischen Familientherapie und den von Erickson abgeleiteten ressourcen- und lösungsorientierten Ansätzen. In einzelnen Elementen verwende ich tiefenpsychologische und – vor allem in der Stottertherapie – auch verhaltenstherapeutische Modelle.

Der Kölner Medizinprofessor und Aphoristiker Gerhard Uhlenbruck sagt:

Sprichwörter sind sprachliche Summenformeln für Erfahrungen.

So wie ein Sprichwort die Erfahrungen früherer Generationen kondensiert summiert, so habe ich in den Anwendungsbeispielen versucht, therapeutische und beraterische Abläufe sehr verdichtet zu summieren. Die Gespräche haben in dieser verkürzten Form so nicht stattgefunden. Ich verwende Sprüche zwar häufig in meinen Therapiegesprächen, aber doch bei weitem nicht in dieser kurzen Abfolge wie in den Beispielen dieses Buches.

Zu Wiederholungen in diesem Buch

Einige wenige Sprüche in diesem Buch tauchen mehrfach auf. Das ist Absicht.

Dazu könnte man zuallererst eine alte Sufi-Weisheit anmerken:

Durch Wiederholung gewinnst du mehr, als du glaubst.

Schon rund 50 v. Chr. hat Horaz dazu gesagt:

Zum zehnten Mal wiederholt, wird es gefallen.

Vom englischen Filmregisseur Peter Greenaway stammt die poetische Aussage:

Es ist schön, immer mit derselben Frau zu schlafen und immer Erdbeeren im Juni zu essen. Einige unserer wichtigsten Lebenserfahrungen basieren auf Wiederholung.

Ich habe versucht, mich in diesem Buch nicht zu oft zu wiederholen, sondern habe mich eher an F. Bondy gehalten:

Es ist besser, sich oft zu widersprechen, als sich oft zu wiederholen.

Dass dabei große Kunst herauskam, glaube ich eher nicht.

Zarko Petan jedenfalls meint:

Die Kunst ist die Wiederholung dessen, was noch niemand gemacht hat.

Zusammengefasst: Ich wollte bei den wenigen sich wiederholenden Sprüchen demonstrieren, wie sie in unterschiedlichen Situationen eingesetzt werden können.

Gebrauchsanweisung für das Lesen dieses Buchs

Sie können das Buch entweder häppchenweise genießen, einfach diagonal schmökern oder eventuell auch einmal nur die fett gedruckten Sprüche lesen und alles andere überspringen.

Den Rest überlasse ich den Lesern.

Das Gesicht ist dir gegeben, lachen musst du selbst.

umgeben von spielenden Kindern,die staunend beobachten,was ein einzelner Verrückteran einem wunderschönen Südseestrandmit einem Laptop treibt

Bernhard TrenkleManase/Samoa, September 2003

Aphorismen und Sprüche – Therapie und Beratung

In diesem Buch werden viele, meist witzige Sprüche und Aphorismen verwendet.

Was sind Aphorismen?

Schaut man im Wörterbuch nach, findet man dort Definitionen wie „prägnanter Sinnspruch“. Das Wort kommt aus dem Griechischen und hatte dort die Bedeutung: „Abgrenzung, Unterscheidung, Lehrsatz“. Hippokrates hatte in Aphorismen das ganze damalige medizinische Wissen über Krankheiten und Therapie zusammengefasst. Die Idee war, das Wissen so in prägnante Sätze zu fassen, dass es leicht im Gedächtnis haften bleibt. Das wurde über die Jahrhunderte immer wieder getan, und 1709 hat ein holländischer Medizinprofessor, Jakob Boerhave, letztmalig versucht, alles medizinische Wissen in Aphorismen zusammenzufassen. Später wurde diese Methode dann auch für andere Gebiete wie Jura, Philosophie und Kunst übernommen.

Heute werden Aphorismen vielfältig genutzt, um Themen von Interesse humorvoll, geistreich, satirisch bis hin zu bissig zu kommentieren. Die Hoffnung des Aphoristikers dabei ist, Sätze so prägnant zu formulieren, dass sie im Gedächtnis bleiben und Langzeitwirkung entfalten.

Viele Aphoristiker haben auch Aphorismen zum Thema Aphorismen geschrieben. Der Sprichwortforscher Wolfgang Mieder hat dazu 2002 eine überragende Sammlung mit rund 750 Aphorismen publiziert.3

Die Aphorismen im folgenden kleinen Theorieteil sind weitgehend dieser Sammlung von Mieder entnommen. Dort finden sich auch die bibliographische Angaben zu diesen Sprüchen. Überhaupt, wer Grundlegendes über Aphorismen, Sprichwörter und auch über die Aphoristiker erfahren möchte, sollte sich an die Schriften von Wolfgang Mieder halten. Zum Thema Sprichwörter ist im deutschsprachigen Bereich Lutz Röhrich aus Freiburg eine Autorität.

Im Folgenden nun einige Überlegungen zum Verhältnis von Sprichwörtern, Aphorismen und Witzen zu Psychotherapie und Beratung.

Gerhard Uhlenbruck formuliert:

Sprichwörter kann man auch als psychotherapeutischen Teil einer Erfahrungsheilkunde betrachten.

Und:

Ein Aphorismus ist psychologische Philosophie in einem Satz.

Der aus der ehemaligen Tschechoslowakei stammende Aphoristiker Gabriel Laub sagt:

Es gibt gute politologische, soziologische oder psychologische Bücher, die auf 600 Seiten fast so viel sagen wie ein Witz.

Ich muss wohl kaum erwähnen, dass mich dieser Aphorismus als Witzbuchautor besonders freut.

Vom Prinzip der Nichtwiederholung

Gabriel Laub schreibt:

Der Aphorismus hat vor jeder anderen Literaturgattung den Vorteil, dass man ihn nicht weglegt, bevor man ihn nicht zu Ende gelesen hat.

Milton Erickson betrachtete es als einen seiner wichtigen Beiträge zur Technik einer neuen Hypnose, Sprachformen entwickelt zu haben, die die früheren ständigen Wiederholungen der Suggestionen überflüssig machten.

John F. Kennedy musste seinen berühmten Satz

Ich bin ein Berliner

nicht wiederholen. Einmal gesagt, blieb er im Gedächtnis und entfaltet emotionale Wirkungen noch Jahrzehnte später.

Gerhard Uhlenbruck definiert:

Ein Aphorismus ist der Versuch, über eine Sache einmal in einem Satz das letzte Wort zu sprechen.

Zu Wiederholungen in diesem Buch

Einige wenige Sprüche in diesem Buch tauchen mehrfach auf. Das ist Absicht.

Dazu könnte man zuallererst eine alte Sufi-Weisheit anmerken:

Durch Wiederholung gewinnst du mehr, als du glaubst.

Schon rund 50 v. Chr. hat Horaz dazu gesagt:

Zum zehnten Mal wiederholt, wird es gefallen.

Vom englischen Filmregisseur Peter Greenaway stammt die poetische Aussage:

Es ist schön, immer mit derselben Frau zu schlafen und immer Erdbeeren im Juni zu essen. Einige unserer wichtigsten Lebenserfahrungen basieren auf Wiederholung.

Ich habe versucht, mich in diesem Buch nicht zu oft zu wiederholen, sondern habe mich eher an F. Bondy gehalten:

Es ist besser, sich oft zu widersprechen, als sich oft zu wiederholen.

Dass dabei große Kunst herauskam, glaube ich eher nicht.

Zarko Petan jedenfalls meint:

Die Kunst ist die Wiederholung dessen, was noch niemand gemacht hat.

Zusammengefasst: Ich wollte bei den wenigen sich wiederholenden Sprüchen demonstrieren, wie sie in unterschiedlichen Situationen eingesetzt werden können.

Von Eindrücken, die einen Druck machen

Gabriel Laub sagt:

Traum des Aphoristikers: dass seine Aphorismen noch hundert Jahre später auf Zensurschwierigkeiten stoßen.

Nach einer für mich sehr überraschenden Intervention, als ich vor ca. 20 Jahren mit einem eigenen Problem eine Therapeutin aufsuchte, ging mir durch den Kopf:

Eine gute therapeutische Intervention ist eine, die man nicht mehr loswird, selbst wenn man wollte.

Viele therapeutische Interventionen, die ich später von bekannten Therapeuten sah, schienen diese Wirkung zu haben. Die Provokationen eines Frank Farrelly oder die Sätze und Setzungen von Bert Hellinger während seiner Aufstellungsarbeit waren oft so überraschend, dass Klienten wie Seminarteilnehmer unvergessliche Eindrücke mitnahmen.

Uhlenbruck schreibt dazu:

Manche Aphorismen führen die Dinge ad absurdum, sodass einem das Lachen wie ein Kloß im Halse stecken bleibt, den man erst einmal verdauen muss.

Martin Kessel spricht vom „Radius des Alarms“, den Gebilde aphoristischer Art auslösen können.

Bei Gebilden aphoristischer Art, auch bei Sprüchen, Epigrammen, Glossen und Essays, handelt es sich nicht in erster Linie um Wahrheit, auch nicht um halbe, schiefe oder auf den Kopf gestellte Wahrheit, es handelt sich um Erfahrung, Erleuchtung, Einfall, Laune, Witz, es handelt sich darum, den Nerv einer Sache zu treffen, wodurch die Vorstellungskraft alarmiert wird. Je besser die Treffsicherheit, umso größer der Radius des Alarms. 4

Ähnliches könnte man auch für manche Typen therapeutischer Interventionen formulieren.

Michael Augustin fügt zu solchen Gedanken an:

Epigramme sind geflügelte Worte, die versuchen, stets abzustürzen, damit sie wenigstens den größtmöglichen Schaden anrichten.

Vom Potenzproblem des Kurzzeittherapeuten

Hans Kudszus definiert:

Jeder Aphorismus ist das Amen einer Erfahrung.

Marie von Ebner-Eschenbach schrieb schon vor mehr als 100 Jahren:

Ein Aphorismus ist das letzte Glied einer langen Gedankenkette.

Zusammengefasst kann man sagen:

Ein therapeutischer Aphorismus kann ein Amen sein, das letzte Glied einer langen therapeutischen Arbeit.*

Andererseits gilt in der Therapie und Beratung aber auch:

Ein Aphorismus kann das erste Glied einer (neuen) langen Gedankenkette sein.*

Also:

Ein Aphorismus kann innere Suchprozesse auslösen, kann eine alte, rigide Gedankenkette aufbrechen.*

Mautner vergleicht die Wirkung von Aphorismen mit dem „Aufreißen einer Aussicht auf nebelverhülltes Gebiet“. Das ist das Gegenteil von:

Es fiel ihm wie Schuppen vor die Augen.

Wolfdieter Schnurre meint:

Der Aphorismus versucht, der Wahrheit so nahe wie möglich zu kommen. Dicht vor ihr jedoch macht er Halt. Ginge er weiter, müsste er auf die Pointe verzichten. Denn die Wahrheit hat nun mal keine.

Ein Schwerpunkt moderner, lösungsorientierter, systemischer oder hypnotischer Therapie liegt darin, dem Klienten Denkanstöße zu geben, ein erstes Glied oder mehrere Anfangsglieder einer neuen Gedankenkette oder Lebensgliederung anzubieten. Sein Leben leben muss der Patient selbst.

Es gibt therapeutische und beraterische Situationen, in denen man analog zu Wolfdieter Schnurre sagen könnte:

Eine gute therapeutische Intervention versucht, einem Handlungsimpuls aufseiten des Klienten möglichst nahe zu kommen, ohne ihn direkt zu suggerieren oder gar anzuordnen. Ginge man weiter, hätte man das Ziel verfehlt: die Eigenständigkeit des Klienten.*

Ich erinnere mich an zwei Aussagen von Milton Erickson, die sinngemäß lauten:

Die Therapie soll aufs Leben fokussiert sein und nicht das Leben auf die Therapie.

Und:

Dass jemand in Therapie geht, ist das Problem; dass man ihn so schnell wie möglich aus der Therapie herausbekommt, ist die Lösung. 5

Unter Berücksichtigung der in Fußnote 5 genannten Einschränkung könnte man sagen:

Das Potenzproblem des Aphoristikers: Je kürzer, desto besser.

(Hanns-Hermann Kersten)

Das Potenzproblem des Kurztherapeuten: Je kürzer, desto effizienter.*

Von der Länge der Kürze

Es gibt eine Anekdote, in der ein amerikanischer Präsident gefragt wird, wie lange er benötige, um eine einstündige Rede vorzubereiten. Die Antwort war: fünf Minuten. Der erstaunte Frager will dann wissen, wie lange es dann dauert, um eine fünfminütige Rede vorzubereiten. Die Antwort auf diese Frage: mehr als eine Stunde.

Dem französischen Mathematiker und Philosophen Blaise Pascal wird der Satz zugeschrieben:

Ich schreibe Dir einen langen Brief, für einen kurzen habe ich keine Zeit. 6

Klaus D. Koch steuert gleich zwei Aphorismen zu diesem Thema bei:

Natürlich ist das Schreiben von Aphorismen ein Zeitproblem. Hätte man mehr Zeit, wären sie kürzer.

Ein Aphoristiker kann sich kürzer fassen als andere und nimmt sich sehr viel Zeit dafür.

Könnte man das auch abwandeln?

Ein guter Kurzzeittherapeut/Arzt kann kürzer behandeln als andere und nimmt sich sehr viel Zeit dafür.*

Natürlich ist gute Therapie ein Zeitproblem. Hätte man mehr Zeit, wäre sie kürzer.*

„Nimmt sich sehr viel Zeit dafür“ kann auch heißen „nahm sich sehr viel Zeit dafür“. Die viele Zeit, die sich ein Arzt, Therapeut oder Berater in früheren Therapien genommen hat, die Zeit, die in Fortbildungen und Übungen investiert wurde, steht in späteren Therapien als Berufs- und Lebenserfahrung therapieverkürzend zur Verfügung.

Der Hypnotherapeut Stephen Gilligan ergänzt dies noch um den Aspekt des flexiblen Eingehens auf die jeweils einzigartige individuelle Situation, die jede Therapiestunde aufs Neue bietet:

Ein guter (Hypno-)Therapeut bereitet sich gut vor und bereitet eine Therapiestunde gut nach.

In der Stunde vergisst er am besten alles.

Milton-Modell und Metamodell

John Grinder, Linguistikprofessor und Mitbegründer des NLP, hat Milton Ericksons genialen Umgang mit Sprache analysiert.

Er sprach dabei vom Milton-Modell als einer Sprachform, die viele Nominalisierungen wie „Neugier, Hoffnung, Erwartung, Wohlbefinden“ usw. verwendet – eine Sprache, die sehr vage ist. Diese Sprache lässt dem Klienten ein Maximum an Möglichkeiten, diese Wörter bzw. Worte mit eigenen Bildern, Inhalten, persönlichen Zielen und Motiven etc. zu füllen.

Im Gegensatz dazu spricht Grinder von einem Metamodell, über das durch entsprechende Fragen das Unbestimmte und Vage in Aussagen präzisiert werden kann.

Politiker benutzen eher das Milton-Modell: ein hohes Maß an Offenheit und Auslegbarkeit in den Aussagen. Auch Aphoristiker haben sich dazu geäußert. Gerhard Uhlenbruck sagt:

Ein Aphoristiker will mit wenig Worten viel sagen, ein Politiker dagegen will mit viel Worten möglichst wenig sagen.

Elazar Benyoetz definiert kurz und knapp:

Rhetorik – Sprachgewalttätigkeit.

Gabriel Laub formuliert einen Gedanken, der einen Teilaspekt der Wirksamkeit der Hypnosprache anklingen lässt:

Die Präzision der Sprache beruht darauf, dass Wörter nicht präzis sind.

Michael Marie Jung beschäftigt sich direkt mit diesem Phänomen:

In vager Sprache liegt die Kraft,die spielend Suggestionen schafft.

Und:

Hoffen lassen Worte, die es offen lassen.

Binsenwahrheiten

Manche Sprüche und Sprichwörter sind regelrechte Binsenwahrheiten. Gerhard Uhlenbruck meint:

Binsenwahrheiten sind die, welche recht schnell in die Binsen gehen.

Damit die Binsenwahrheiten übers Vergessen nicht schnell in die Binsen gehen, hat es Sinn, Sprüche und Binsenwahrheiten verblüffend zu variieren. Die Variationen bleiben besser hängen und entfalten Wirkung.

Deswegen gilt, was Uhlenbruck sagt:

Der Aphorismus ist eine bewusst mit geistreicher Ironie verfremdete Lebensregel.

Sehr viele in diesem Buch enthaltene Sprüche basieren auf diesem Prinzip der Verfremdung von Vertrautem.

Widersprüche

Das Leben genauso wie die sich darauf beziehende Therapie, Beratung und Betreuung ist oft paradox und widersprüchlich.

Jaqueline Jost schreibt:

Nur der findet Sprüche, dem die Widersprüche bekannt sind.

Der Klient, der diese „Widersprüche-Sprüche“ hört, findet sich und die eigenen Widersprüche gespiegelt.

Arthur Hafink beleuchtet einen weiteren Aspekt, der dabei manchmal eine Rolle spielen kann:

Das Wesen des Spruchs ist die Erregung, auch die Erregung des Widerspruches.

Dabei gilt letztlich als therapeutisches Ziel:

Aus Widersprüchlichkeit und Doppeldeutigkeit soll wieder Eindeutigkeit werden.*

Oft ist es allerdings nicht mit Sprüchen allein getan.

André Brie meint:

Widersprüche löst man nicht mit immer wieder Sprüchen.

Einige Definitionen zu Aphorismen, Sprichwörtern, Maximen

Gerhard Uhlenbruck hat mehrere geistreiche Aphorismen zum Verhältnis von Sprichwörtern und Aphorismen geschrieben.

Aphorismenschreiben ist die individuelle Art, Redensarten und Sprichwörter aufgrund eigener Erfahrung auszulegen.

Ein Sprichwort kann durch einen Autor so variiert werden, dass es zum Aphorismus wird, während ein Aphorismus so allgemein gültig verändert werden kann, dass aus ihm eine sprichwörtliche Redensart entsteht.

Sprichwörter sind sprachliche Summenformeln für Erfahrungen.

Aphorismen sind geklügelte Worte in Form von Kernsätzen, wie in einem Zellkern enthalten sie auf kleinstem Raum ein Maximum an Information.

Aphorismus ist die klügere Schwester des Sprichwortes.

Lebensregeln sind Regeln, die ein Leben regelmäßig regeln – oder verriegeln.

Auch andere Autoren haben sich zu diesem Thema geäußert:

Der Aphorismus ist das noch nicht zum Sprichwort gewordene Sprichwort.

(Werner Ehrenforth)

Auch die Aphoristik hat ihre Folklore: die Sprichwörter.

(Jaques Virion)

Sprichwörter leuchten ein, Aphorismen leuchten auf.

(Felix Pollak)

Respekt vor dem Gemeinplatz: Er ist seit Jahrhunderten aufgespeicherte Weisheit.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

Vom Umgang mit Widerständen

In vielen Situationen sind Klienten für direkte Ratschläge nicht zugänglich. Privatideologische Vorbehalte können auch noch so gut gemeinte Ideen ins Leere laufen lassen. Der Hypnotherapeut sieht hier unter Umständen Indikationen für indirektes Arbeiten mit Geschichten, Metaphern, aber auch für die Nutzung hypnotischer Phänomene wie Amnesie.

Ulrich Erckenbrecht bringt einen wichtigen Teilaspekt des Problems witzig auf den Punkt:

Maximen sind Aphorismen in Form von Verhaltensregeln. Da aber den meisten Menschen nicht zu raten ist, ist fast alle Maximenschreiberei „preaching to the Holzwand“.

Derselbe Erckenbrecht formuliert, wie es in geglückten therapeutischen Situationen aussehen kann:

Geglückte Aphorismen nutzen Gedankenblitze zur Herstellung geistiger Energie.

Wenn solche Sprüche für den Klienten dauerhaft neuen Sinn stiften, könnte im günstigen Falle gelten, was Ron Kritzfeld in seinem Flexikon formulierte:

Sinnsprüche sind nicht nur Notgroschen für schlechte Zeiten, gepflegt sind sie Vermögen für das ganze Leben.

Vom Umgang mit sich

Womit fängt man so ein Buch an? Vielleicht mit dem Menschen?

Der Mensch steht im Mittelpunkt – und somit sich und allem im Wege.

Und somit beginnt dieses Buch mit einigen Sprüchen zu unserem oft widersprüchlichen Innenleben.

Wer bin ich, und wenn ja, wie viele? 7

(Gunther Schmidt)

Es gibt Teile in mir, die haben sich noch nicht das Du angeboten.

(Michael Marie Jung)

Das Schwierigste am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen zusammenzuarbeiten. In meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher Basis.

(Woody Allen)

Nur der Oberflächliche kennt sich selbst.

(Oscar Wilde)

Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme selten dazu.

(Ödön von Horvath)

Stell dir vor, du gehst in dich, und keiner ist da.

(Bernhard Trenkle)

Jeder hat eine Heimat – in sich selbst. Und ist dort ein privilegierter Ausländer.

(Gabriel Laub)

Auch der innere Mensch hat Stellen, an denen er sich nicht selber kratzen kann.

(Karl-Heinrich Waggerl)

Ein großer Mensch pflegt vornehmen Umgang – auch mit sich selbst.

(Hans-Christoph Neuert)

Wenn man das alles bedenkt, wundert es einen eher nicht, dass mal jemand gesagt hat:

Greifen Sie sich nachdenklich und aufrichtig an den Kopf, und Sie werden gleich spüren, wo Sie der Schuh drückt.

Sprüche – in jeder Beziehung wichtig?

Der einzelne Mensch mit seinem komplexen Innenleben ist nicht so gerne alleine. Und das ist auch gut so, denn:

Es ist gut, dass es die Ehe gibt, sonst müssten wir womöglich ein Leben lang gegen völlig wildfremde Menschen kämpfen.

Nur – das Problem mit der Ehe ist:

Die Frau heiratet und hofft, dass ihr Mann sich ändert.

Der Mann heiratet und hofft, dass seine Frau so bleibt, wie sie ist.

Und so diskutieren und kämpfen Partner Jahr für Jahr.

Sie: Partnerschaft heißt nicht, dass der Partner schafft.

Er: Partnerschaft heißt nicht, dass man den Partner schafft.*

Könnte man sich nicht manchmal fragen:

Ist Ehe die Abkürzung für Errare humanum est?

Vor einigen Jahrzehnten hat einmal ein Büttenredner auf der Karlsruher Fasnet die folgende tröstliche Erklärung abgeben:

38 Jahre bin ich mit meiner Emma zusammen. Aber die ersten vier Wochen möchte ich nicht missen, gell!

Gemäß langjährigen empirischen Untersuchungen des Autors lachen Männer über diese Büttenredenaussage wesentlich herzlicher als Frauen.

Vielleicht hat deshalb eine Frau versehentlich gesagt:

Trauring, aber wahr. 8

Scheiden tut weh

Vor einigen Jahren habe ich den Vorschlag gelesen, man müsste bei den heutigen Scheidungsraten eigentlich die Scheidungen erleichtern und dafür das Heiraten erschweren.

Das hat auch der österreichische Dramatiker Ludwig Anzengruber schon Ende des 19. Jahrhunderts angedacht:

Man sollte wirklich nur die zusammenleben lassen, die ohne einander sterben würden.

Vom bekannten parodistischen Spruch,

Drum prüfe, wer sich ewig bindet,ob sich nicht doch was Bessres findet,

gibt es Varianten:

Drum prüfe, wer sich ewig trennt,ob er denn schon was Bessres kennt.

Oder:

Drum prüfe, wer sich ewig schindet …

Sowohl für private Beziehungen wie auch für die Fusionswelle in der Weltwirtschaft existiert ein markanter Satz:

Was Gott getrennt hat, soll der Mensch nicht wieder zusammenfügen.

Szenen einer Ehe

Sie: Muss ich mir wegen dieser jungen Kollegin im Team Sorgen machen?

Er: Solange du mich abends beten hörst:

Und führe uns nicht in Versuchung,

ist alles o. k. Problematisch wird es erst, wenn ich bete:

Und suche uns nicht in der Unterführung.

Sie: Ich habe neulich gelesen:

Auch Männer haben Wechseljahre.

Als Mann in deinem Alter solltest du auch darauf achten, nicht beten zu müssen:

Und führe uns nicht ad absurdum.

Von den Stärken und Schwächen sehr viel jüngerer Lebenspartner

Was sagt der lebenserfahrene Mann, wenn ein Freund ihn mit den Worten warnen möchte: „Merkst du eigentlich nicht, dass deine so viel jüngere, nette Frau dich gleich mit zwei Liebhabern betrügt?“

Altes Geschäftsprinzip: Lieber mit einem Drittel an einer erstklassigen Sache beteiligt als zu 100 Prozent an einer schlechten.

Was sagt die lebenserfahrene Frau, die von ihrer Freundin so gewarnt wird: „Merkst du eigentlich nicht, dass dein adretter, junger Mann dich mit einer anderen betrügt?“

Sie antwortet mit Gabriel Laub:

Lieber ein Mann mit einer Schwäche für Frauen als ein Mann mit einer Schwäche bei Frauen.

Gabriel Laub war es auch, der (einen der) Hintergründe dieser Thematik beleuchtet hat:

Jeder Mann braucht im Leben drei Frauen: die Mutter, die Gattin – und wenigstens eine, die ihn für einen Mann hält.

Von der Demut und Bescheidenheit

Meine Demut ist mein ganzer Stolz.

Oder:

Meine allergrößte Tugend ist meine übergroße Bescheidenheit.

Und doch:

An der Spitze stehen ist mir immer noch zu weit hinten.

Und in diesen Zusammenhang: Vom französischer Schriftsteller des 17. Jahrhundert Jean del la Bruyère stammt nicht (wie man vielleicht denken könnte):

Der Rahm von heute ist der Käse von morgen.

Sondern:

Bescheidenheit ist die letzte Raffinesse der Eitelkeit.

Der bekannte österreichische Schriftsteller Arthur Schnitzler, der am Anfang seiner Karriere als Arzt mit Hypnose gearbeitet hat und darüber auch publizierte, formulierte einen ähnlichen Gedanken:

Hüte dich vor Bescheidenen; du ahnst nicht, mit welch gerührtem Stolz sie ihre Schwächen hegen.

Und Winston Churchill sagte:

Wir sind alle Würmer, nur glaube ich, dass ich ein Glühwürmchen bin.

Bert Hellinger formuliert einen überraschenden Gesichtspunkt:

Es gibt auch eine Demut zur Größe.

Er meint damit, dass es Demut erfordern kann, die eigene Größe und Stärke anzunehmen und zu leben.

Langsamer ist schneller

Aus einem Beratungsgespräch:

Ihr Arzt macht sich Sorgen, dass Sie nach Ihrer Krankheit zu schnell in die Vollen gehen wollen. Sie haben durch Ihre Krankheit zwar viel Zeit und viel Geld verloren. Und doch, es gibt Situationen, in denen gilt:

Langsamer ist schneller.

Und:

Kutscher, fahre langsam, ich habe es eilig.

Manche sagen auch:

Besser ’ne ordentliche Ruhepause als ’ne pausenlose Unruhe.

Denn:

Überlegen macht überlegen.

Und:

Wenn man am Abgrund steht, ist Vorbeugen nicht mehr besser als Heilen.

Und außerdem – ich weiß nicht, ob Sie schon gehört haben:

Bienen sind gar nicht so fleißig, sie können nur nicht langsamer fliegen.

Lieber langsam zum Ziel als schnell umhergeirrt

Bertrand Piccard und Brian Jones waren die Ersten, die die Erde mit einem Ballon umrundeten. Piccard, Psychiater und erfahrener Hypnosetherapeut, berichtete in einem Vortrag, wie sie in einer Phase des Fluges sehr schnell vorankamen. Von den Wetterbeobachtern kam die Aufforderung, tiefer zu sinken und langsamer zu fliegen. Die Ballonfahrer waren von dieser Idee nicht begeistert. Sie waren gerade so schön in Fahrt.

Über Funk kam vom Boden dann der Kommentar:

Wollt ihr schnell in die falsche Richtung fliegen oder langsam in die richtige?

Ich finde keinen Mann

Therapeut: Gibt es an diesem großen Arbeitsplatz wirklich keinen Mann, der für Sie interessant wäre?

Klientin: Da gäbe es schon jemand, aber so ein Mann interessiert sich natürlich nicht für jemand wie mich.

Therapeut: Das klingt ja beinahe wie bei den Marx-Brothers:

Ich will keinem Verein beitreten, der mich als Mitglied akzeptiert.

Die bekannte Familientherapeutin Virginia Satir sagte einmal sinngemäß:

Die Wurzel aller Beziehungsprobleme liegt im gestörten Selbstwertempfinden.

In Ihrem Fall gilt deswegen ausnahmsweise:

Eigenlob stimmt.

Oder auch, wie Oscar Wilde sagte:

Sich selbst zu lieben ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.

Langfristiges Projektziel ist, morgens in den Spiegel zu schauen und ganz still für sich zu denken:

Mich kennen heißt mich lieben.

Beim Hausarzt

Für Ihren Langstreckenflug wie auch generell für Sie gilt: Regelmäßig und viel trinken. Denken Sie daran:

Der Klügere kippt nach.

Opium und Kalium für Herz- und Schmerz

Hypnose ist nach wissenschaftlichen Untersuchungen bei Schmerz wirksamer als die stärksten Schmerzmittel.

Ohnehin ist bei Medikamenten wegen möglicher Nebenwirkungen Vorsicht geboten, denn:

Gibst du Opi Opium, bringt Opium den Opi um.

Und wie sagte der Kardiologe: „Zur Stabilisierung Ihres Herzrhythmus nehmen Sie regelmäßig Magnesium und Kalium.“

Der Kalli nahm kein Kalium, und gleich fiel unser Kalli um.*

Pulsuz fraqment bitdi.

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111 səh. 3 illustrasiyalar
ISBN:
9783849783563
Müəllif hüququ sahibi:
Bookwire
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