Kitabı oxu: «Die Regulus-Botschaften»

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Bettina Büx

Die REGULUS-Botschaften

Band VII

Copyright

Wichtiger Hinweis

Die Autorin dieses Buches gibt weder medizinische Ratschläge noch empfiehlt sie den Gebrauch irgendwelcher Techniken zur Behandlung physischer oder psychischer Probleme. Ihre Absicht ist lediglich, generelle Informationen zur Verfügung zu stellen, um Sie bei Ihrer Suche nach geistigem und emotionalem Wohlbefinden zu unterstützen. Jede Anwendung dieser Informationen geschieht auf eigene Verantwortung. Die Informationen des Buches sind nach bestem Wissen und Gewissen dargestellt. Sowohl die Autorin als auch der Verlag übernehmen dennoch keinerlei Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus der Anwendung der Angaben in diesem Buch entstehen.

Bei möglichen unterschiedlichen Schreibweisen wurde die von der Duden-Redaktion empfohlene Schreibvariante verwendet.

eBook

(1. Auflage Printversion August 2020)

Erstauflage: © EchnAton Verlag Diana Schulz e.K.

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf –

auch teilweise – nur mit Genehmigung des

Verlages wiedergegeben werden.

Gesamtherstellung: Diana Schulz

Coverfoto: dreamstime©Vitaliy Smolygin

Autorenfoto: ©PM Studios, Pfingstmann & Mayer

Lektorat: Angelika Funk

ISBN (Printversion): 978-3-96442-033-6

ISBN (E-Book): 978-3-96442-034-3

www.echnaton-verlag.de

Inhalt

Einleitung

1. Teil Vom Liebreiz der Liebe

Anmut

Süße

Feuer

2. Teil Meilensteine der Selbstfindung

Fairness

Langmut

Selbstvertrauen

Lust am Selbst

Freigiebigkeit

Zuversicht

3. Teil Freunde fürs Leben

Das Zünglein an der Waage

Wo das Herz Heimat hat

Die Nadel im Heuhaufen

4. Teil Wes Geistes Kind

Unbefangenheit

Treuherzigkeit

Albernheit

5. Teil Die 7 Lebensprinzipien

Urvertrauen

Unschuld

Persönlichkeit

Hingabe

Manifestation

Sinnlichkeit

Verschmelzung

6. Teil Des Lebens Ruf

Beruf und Berufung

Vater und Mutter

Freundschaft

7. Teil Körper, Geist und Seele

So wachse und gedeihe!

Wie Phönix aus der Asche

Da capo

8. Teil Liebe ist …

Eine Frage der Entscheidung

Eine Frage der Ehre

Eine Frage der Größe

9. Teil Noch mehr Liebe

Stille

Klarheit

Wachsamkeit

Zuflucht

10. Teil Das Gottesprinzip

Schöpfung

Ausdehnung

Bewahrung

11. Teil Dem Leben auf der Spur

Der freie Fall

Kür und Pflicht

Siedler und Wanderer

Vom geborgten Glück

Die Bürgschaft

Entlang der Leitlinie

Die gute Partie

12. Teil Traum, Illusion und Wirklichkeit

Der Traum vom großen Glück

Der Traum von der großen Freiheit

Der Traum von der großen Liebe

13. Teil In Deinem Interesse

Der menschliche Makel

Das Gute, das Du Dir getan

Schall und Rauch

Alles oder nichts

14. Teil Wenn die Zeiten stille steh'n

Zurück in die Vergangenheit

Komme, was da wolle

15. Teil Der Exitus der Angst

Wenn möglich, bitte wenden!

Meine Angst und ich

16. Teil Lebenshilfen

Der rettende Engel

Die helfende Hand

17. Teil Grußworte aus dem Licht

Auf dass es Dir wohl ergehe

Der Vorhang fällt

Nachwort

Über die Autorin

Mit einem herzlichen Dankeschön

für seine geistreiche Inspiration und

tatkräftige Unterstützung widme ich

dieses Buch meinem geschätzten Freund

Reini Hilgers.

Liebe ist ...

... Gott und Gott ist Liebe. Liebe ist gänzlich offenbar und dennoch gänzlich Geheimnis.

Liebe ist der Stoff, aus dem alles gemacht ist, was jemals nach ihr fragen kann und gleichwohl das größtmögliche aller Mysterien. Sie genügt sich selbst vollkommen und ist dennoch in ewiger Ausdehnung begriffen.

Liebe ist nicht teilbar. Sie gibt sich ganz und gar hinweg und bleibt indes ganz und gar bei sich selbst.

Liebe ist wahrhaft wunderbar, denn sie ist selbst das Wunder. Sie ist die unendliche Faszination des Göttlichen von sich selbst. Sie ist der Kniefall des Schöpfers vor seinem eigenen Spiegelbild. Sie ist die ewige und einzige Antwort Gottes auf seine Frage nach sich selbst. Sie ist die Wahr-nehmung von Vollkommenheit.

Liebe ist die heilige Selbstwahrnehmung Gottes.

Regulus

Einleitung

Liebe Leserin, lieber Leser, ein jeder Mensch auf Erden sucht sein Glück zu finden, so auch Sie und ich. Wenn dem nicht so wäre, dann würden Sie diese nunmehr 7. Botschaften von Regulus nicht in Händen halten. Tatsächlich ist Glückszugewinn die mächtigste Triebfeder in jedes Menschen Leben.

Wie Regulus uns lehrt, ist dieses ersehnte Glück ausschließlich und ausnahmslos in der Liebe zu finden. Damals, als er mich erstmalig zum Diktat von Band I berief, war ich mir der tiefen Wahrheit seiner Worte nur bedingt bewusst. Heute – viele Buchdiktate später – denke ich, dass es wohl kaum einen Menschen auf Erden gibt, der sich über die unermessliche Tragweite und alles entscheidende Bedeutung der Liebe im Klaren ist, denn sie übersteigen jedes menschliche Fassungsvermögen.

Dieser 7. Band ist das Buch vom Glück und so kann es also auch hier nur um Liebe und um nichts als Liebe gehen. Auf meine bange Frage zu Diktatbeginn, was es denn nach 6 Bänden noch alles über die Liebe zu sagen gäbe, antwortete Regulus: »Wir könnten alle Bibliotheken dieser Welt mit Büchern über die Liebe füllen, wir würden ihr in keiner Weise gerecht, es wäre nichts gesagt.« Letztlich kann die Bedeutung der Liebe niemals gelehrt werden, dies betont auch der Kurs in Wundern, den Regulus so gerne zitiert. Liebe kann nur erfahren werden und wen sie einmal gepackt hat, den lässt sie nie wieder los.

Die Bedeutung der Liebe kann niemals gelehrt werden. Warum ich es dennoch unaufhörlich versuche, ist mir selbst ein unerklärliches Rätsel. Dies ist und bleibt wohl eines der großen Geheimnisse der Liebe selbst.

Ihre Bettina Büx

1. Teil
Vom Liebreiz der Liebe

Anmut

Mein lieber Freund, meine liebe Freundin, Liebe ist schön! Wir wiederholen es gerne, damit es Dir bis auf den Bodengrund Deines Herzens sinken möge: Liebe ist schön. Liebe ist unermesslich schön!

Tatsächlich beruht alle Schönheit, derer Du gewahr werden kannst, auf Liebe. Wie wir wissen, ist Liebe die Wahrnehmung von Vollkommenheit. Und so kannst Du in allem, was Du mit den Augen der Liebe ansiehst, die ihm innewohnende Schönheit erblicken, die ein gottgegebenes Attribut der gesamten Schöpfung ist. Über diese sehend machende Befähigung der Liebe sprachen wir des Öfteren an anderen Stellen.

Hier geht es nun um einen anderen Aspekt der Liebe, nämlich um die Schönheit der Liebe selbst. Wie die der Liebe innewohnende Süße und ihr Feuer, so ist auch die ihr inhärente Anmut letztlich jenseits des Beschreibbaren. Der Liebreiz eines liebenden Herzens entzieht sich dessen, was uns in Worte zu fassen möglich ist. Mag die Anmut der Liebe unter irdischen Bedingungen auch mit dem Auge nur bedingt sichtbar sein, mit Euren Herzen könnt Ihr sie sehen. Nichts ist der Anmut zweier im Gleichklang schwingender Seelen vergleichbar. Oh, Ihr Lieben, könntet Ihr Euch doch nur mit den Augen der Liebe wahrnehmen, mit unseren Augen, mit den Augen des Schöpfers von allem, was da ist! Eure Verzückung wäre grenzenlos.

Wie wir wissen, ist die Liebe die größte Macht in der Schöpfung. Und im Grunde und in Wahrheit ist sie die einzige. Die Macht der Liebe ist unbegrenzt – im wahrsten Sinne des Wortes. Wir wissen, dass Liebe Dualität aushebelt und dimensionsübergreifend ist, in Band VI unserer Botschaften sprachen wir davon. Sie ist allgegenwärtig, denn nichts kann es jemals geben, kein ›Ort‹ kann jemals sein, an dem Alles-was-Ist nicht wäre. Und so überwinden die Wirkungen der Liebe Zeit und Raum und jede denkbare Hürde mit spielerischer Leichtigkeit.

Die Übermittlung dieser Botschaften legt sichtbares und greifbares Zeugnis davon ab. Die Selbstverständlichkeit, mit der die Liebe dazu in der Lage ist, ringt auch uns immer noch und immer wieder tiefe Ehrfurcht und sprachlose Anbetung ab. (Anm. der Verfasserin: An dieser Stelle legt Regulus einen Augenblick tiefer Ergriffenheit ein, einen Moment stiller Verehrung.)

Liebe ist der ›schwerwiegendste‹, weil machtvollste aller Seinszustände. Dennoch ist sie leicht wie eine Flaumfeder, leicht, sanft und unendlich zart. Liebe ist von beispielloser, leichtfüßiger Eleganz, wie sie nur der Liebe zu eigen ist. Dies bedarf der Erläuterung: Liebe ist vollkommen mühelos! Dieser Mühelosigkeit liegt ihre samtweiche Leichtigkeit zugrunde. Liebe geschieht, Liebe ist. Sie kann weder provoziert noch in irgendeiner Weise ›hergestellt‹ werden. Sich ewig speisend und erneuernd aus den Tiefen des Göttlichen, ist sie in unendlicher Ausdehnung begriffen. Hier hat die Liebe ihr Sein: ewig, göttlich und unantastbar. Liebe ist immer und überall. Sie ist allgegenwärtig. Und so ist sie in ihrer unvorstellbaren Gewichtigkeit doch ebenso vollkommen schwerelos. Was immer es an Schwere geben kann, das muss schlussendlich an der ureigenen Essenz der Liebe vorbeigehen.

Auch wir werden nimmer müde, das grenzenlose Mysterium der Liebe zu ergründen und zu erforschen. Die Liebe erkunden bedeutet, Gott selbst zu erforschen und zu suchen. Liebe ist Gott und Gott ist Liebe. Die anmutige Schönheit Gottes ist der Schönheit der Liebe gleich und hier versagen alle Worte. Und so ist es denn auch mit allem und jedem: Liebe ist Schönheit, nur Liebe ist Schönheit – ausschließlich. Liebe macht schön! Schönheit ist immer und ausnahmslos eine Frage des Liebesbewusstseins.

Wenn Ihr Euch Eure Welt anseht, Eure schöne Erde mit all ihren Geschenken und Segnungen, dann könnt Ihr einen Hauch dieser Schönheit erhaschen. Das feine, kunstvoll gewebte Gespinst einer kleinen Spinne, die tänzelnde Eleganz eines edlen Pferdes, das lustvolle Spiel des Windes in einer prachtvollen Baumkrone, der erhabene Segelflug eines stolzen Greifvogels, das geheimnisvolle Lichtspiel in einem morgendlichen Tautropfen: All dies legt Zeugnis ab von der Anmut der Liebe, die aller Schöpfung zugrunde liegt. Und all dies geschieht vollkommen mühelos! Liebe ist der tiefste Wesenskern von allem, was da geschaffen ist, der Urstoff alles Wirklichen. Liebe, Leben, Gott, die Begriffe bezeichnen ein und dasselbe und sind beliebig austauschbar – des Öfteren verwiesen wir darauf. Und so steht die anmutige Grazie des Lebens selbst und als solches immer im Verhältnis zur Liebe, die gelebt wird.

Liebe wird da und dort gelebt, wo sie wahrgenommen wird, sowohl in sich selbst als auch im anderen und in allem, was da ist. Sie will erkannt, sie will erschaut sein! Vollkommen unaufdringlich ist sie einfach da und harrt dem, der bereit und willens ist, sie zu erkennen. Wir sagten es bereits: Liebe ist drängend. Wie das Leben selbst, so ist sie frei geschenkt und wartet darauf, freudig angenommen und ergriffen zu werden. In der Liebe reicht Gott selbst uns die Hände und führt uns ins gelobte Land. Der Weg zurück in Deine ewige himmlische Heimat führt über die Liebe und nur hier kann er gefunden werden – immer und ausnahmslos – für Dich, für uns, für die ganze Schöpfung.

Die Schönheit der Liebe, ihre göttliche Anmut, ist letztlich für alles und für jeden von unwiderstehlicher Anziehung, denn die Unschuld der Liebe ist wahrhaft grenzenlos. Liebe ist Unschuld und wie wir in Band I unserer Botschaften gesehen haben, kann nichts je weiter vom illusionären Konzept der Schuld entfernt sein als die Liebe selbst. In dem Maße, in dem Du Dich auf die wahre Essenz Deiner Seele besinnst und Dich zurückerinnerst an den Stoff, aus dem Du gemacht bist, kannst Du zum Bewusstsein Deiner gottgegebenen, natürlichen Unschuld erwachen. Hier – und nur hier – erkennst Du schließlich die wundervolle Anmut Deines eigenen Seins, so, wie Dein Schöpfer sie Dir dereinst schenkte und verlieh, am Anbeginn aller Tage.

»Die Anmut ist der Widerschein der Liebe

auf dem Grunde der Reinheit.«

Jules Michelet

Süße

Meine liebe Freundin, mein lieber Freund, wo es bei der Anmut um ein ›optisches‹ Attribut der Liebe ging, da geht es bei ihrer Süße um ein ›geschmackliches‹.

Euch allen dürfte klar sein, dass wir hier in Bildern und Metaphern sprechen und sprechen müssen, wenn wir das Unbeschreibliche beschreiben und das Unfassbare greifen wollen. Wenden wir uns also nun dem ›Aroma der Liebe‹ zu – zugegeben, ein verwegenes Unterfangen! (Anm. der Verfasserin: Scherzhaft gesagt.)

Jeder Mensch, der liebt, weiß um diesen süßen Nektar, der einzig in der Lage ist, Leben zu spenden und einzuhauchen. Wenn wir von der Süße der Liebe berichten, dann sprechen wir über den wohl sinnlichsten Aspekt der Liebe. Liebe ist süß! Sie ist deshalb süß, weil sie vollkommen harmlos ist. Und genau hier liegt das Geheimnis ihrer unvergleichlichen Süße begründet. Dies bedarf der weiteren Ausführung und an dieser Stelle ziehen wir das Wörterbuch zurate, das den Begriff ›Harm‹ mit einem zehrenden, großen innerlichen Schmerz, mit Kummer und Gram beschreibt. Liebe ist harmlos! Niemals, nie und nimmer, kann sie Leid hervorbringen, mag der irdische Anschein auch noch so sehr trügen. Die Dinge sind oftmals nicht das, was sie scheinen, und unter irdischen Bedingungen, die der Dualität unterworfen sind, schon gar nicht. Liebe ist Glück und so kann sie ewig nur Glück zeitigen, denn nichts anderes kann sie jemals wollen. Liebe will das Glück des anderen und nichts als sein Glück.

Das, was ist, das belässt sie in seinem Sosein und so ist jede Art von Bloßstellung der Liebe völlig fremd. Da Liebe die Wahrnehmung von Vollkommenheit ist, will sie nichts verändern – sie behütet, beschützt und bewahrt. So vereint sie absolute Anspruchslosigkeit mit dem höchsten Anspruch, den es geben kann. So vollkommen wie sie selbst, ist es die Liebe ebenso in ihrer Diskretion. Liebe ist unbedingt diskret, denn sie lässt dem Selbst wie auch dem anderen die gottgegebene, heilige und unantastbare Würde des eigenen Soseins. Von vollkommenem Taktgefühl durchdrungen, ist sie niemals invasiv. Liebe kommt immer ›auf Zehenspitzen‹ daher, mit unvorstellbarer Sanftmut und Umsicht streichelt sie die Seele, die eigene, wie auch die des Geliebten. Was könnte jemals süßer sein?

Der Nährwert der Liebe ist wahrlich vortrefflich und unübertroffen und so stimmt es in einem sehr realen und konkreten Sinne, wenn wir sagen, dass nur Liebe Nahrung ist, denn ohne Liebe kann nichts sein. Liebe ist ›das Brot des Lebens‹. Du brauchst das, was Du bist, und so nährt und erhält Dich unser aller Schöpfer mit der Essenz seines eigenen Seins, die auch die Deine ist. Das ist die Liebe, wie sie sich ganz und gar hinweg gibt und gleichwohl gänzlich bei sich selbst bleibt.

Über die Wahrhaftigkeit der Liebe sprachen wir bereits in Band IV unserer Botschaften. Hier begegnet sie uns nun erneut, wenn auch in anderem Zusammenhang. Liebe ist die Wahrnehmung von Vollkommenheit – wir werden nimmer müde, es zu betonen. Warum liegt uns dies so sehr am Herzen? Nun, Ihr Lieben, in einer Welt, die allen Ernstes behauptet, Liebe mache blind, kann diese ewige Wahrheit gar nicht oft genug wiederholt und betont werden, denn größer und schwerwiegender kann eine Wahrnehmungsverzerrung kaum sein. Liebe ist die Wahrnehmung von Vollkommenheit! Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass nur Liebe in der Lage ist, den anderen wie auch sich selbst so zu sehen und wahrzunehmen, wie Gott sie schuf und somit, wie sie sind.

Alles, was Du ohne Liebe ansiehst, das magst Du mit physischen Augen sehen, doch eine der göttlichen Wirklichkeit entsprechende Wahrnehmung (Anm. der Verfasserin: man beachte die der Sprache innewohnende Weisheit!) ist ohne Liebe allzeit unmöglich.

Das, was Ihr gemeinhin als Idealisierung bezeichnet, hat mit Liebe nichts zu tun und entspringt den Forderungen des menschlichen Ego. Liebe, wahre Liebe, braucht keine Idealisierung! Warum auch? Wohin sie sich auch drehen und wenden mag, sie kann nur Vollkommenheit erblicken. Liebe liegt jenseits jeder Idealisierung und geht doch auch weit darüber hinaus. Sie ist die Wahrnehmung der Wirklichkeit. Idealisierung mag immer blind machen, Liebe tut es nie. Liebe macht sehend und im Grunde und in Wahrheit hat einzig die Liebe Augen. Alles andere sind Trugbilder des Ego, gegeben, Dir die Augen zu öffnen. Und hier schließt sich der Kreis und wir sind wieder bei der Wahrhaftigkeit der Liebe, von der vorhin die Rede war.

Wer einmal vom süßen Nektar wahrer Liebe gekostet hat, der kann nie wieder von ihm lassen, denn der Ruf Gottes ist allzeit unwiderstehlich. Ihr seht, dass auch wir den unermesslichen Liebreiz der Liebe in all seinen Aspekten, ob in seiner Anmut, seiner Süße oder in seinem Feuer, auf das wir des Weiteren zu sprechen kommen, nur umschreiben und nicht letztgültig begründen können. In Band VI unserer Botschaften gingen wir auf die Tatsache ein, dass die Liebe sich letztlich aller Worte entzieht. Liebe kann nicht erklärt, sie kann nur erschaut werden. Sie ist weit jenseits dessen, was mit den Möglichkeiten jedweder Sprache vermittelt werden kann. Und so können wir uns dem Göttlichen in uns, dem Göttlichen in allem, immer nur annähern. Doch das soll Dich nicht schrecken und entmutigen, denn, um es in den weisen Worten des Graham Greene zu sagen: »Wer Gott sucht, hat ihn bereits gefunden.«

Liebe ist immer und überall und der Schöpfer treibt kein qualvolles Versteckspiel mit seinen geliebten Kindern. Die Liebe, das größtmögliche aller Mysterien, bleibt letztlich das süße Geheimnis Gottes, das auch das Deine ist.

»Du kannst die Liebe nicht berühren.

Du fühlst aber ihre Süße, die auf alles tropft.«

Anne Sullivan

Feuer

Mein lieber Freund, meine liebe Freundin, kommen wir nun zum Feuer der Liebe und somit zu ihrem ›sensorischen‹ Aspekt. Wie die Liebe selbst, so ist auch das Feuer das mysteriöseste der Euch bekannten Elemente. Dennoch ist es in gewisser Weise der ›greifbarste‹ Aspekt der hier genannten. Dies aus gutem Grunde, denn wenn Ihr liebt, dann liebt Ihr mit allen Sinnen.

Nichts ist der Sanftmut und der Achtsamkeit der Liebe vergleichbar, dennoch ist sie von unerreichter Stoßkraft. Ihre Wirkungen sind göttlichen Ursprungs und daher unermesslich in ihrer Macht. Wie das Feuer, dieses seltsam faszinierende Element, so ist auch die Liebe hochgradig verzehrend. Liebe verzehrt alles, was nicht wirklich ist. Sie zehrt und fegt es einfach hinweg durch die pure Macht ihrer Anwesenheit und sie tut es mit unvorstellbarer Leichtigkeit und anmutiger Eleganz. Liebe verzehrt alles Unwirkliche, gerade so, als sei es nie gewesen. Dies bedarf der näheren Betrachtung.

Wie wir wissen, ist nur Liebe wirklich, nichts anderes kann es jemals geben, das da Wirklichkeitsgehalt hätte, denn Gott ist Liebe und nichts als Liebe. Und so hat Er auch nichts als Liebe hervorgebracht. Wie wir ebenfalls wissen, ist Angst nichts anderes als die mangelnde Wahrnehmung der göttlichen Liebes-Allgegenwart. Was, wenn nicht Angst, könnte also von der Liebe verzehrt und hinweggefegt werden? Die Liebe enttarnt die Angst als das, was sie ist: nichts als Illusion, Fehlwahrnehmung und somit Irrtum über Dich selbst.

Weil Liebe in ewiger Ausdehnung begriffen ist, will sie sich ständig mehren, das ist ihre Natur und das Geheimnis der nie endenden Evolution. Liebe ist ein Feuer, das niemals erlischt und somit der Garant ewigen Lebens. Hier, in ihrem Feuer, zeigt sich der Liebreiz der Liebe erneut in seiner ganzen prachtvollen Schönheit.

Wir sagten Euch, Liebe ist schön. Wir sagten Euch, Liebe ist süß. Und nun sagen wir Euch, Liebe ist brennend. Liebe ist leidenschaftlich. Fasziniert von sich selbst, ist die Liebe ewig lodernd, sie endet nie. In ihrem Feuer zeigt sich die Liebe von ihrer tätigen, rührigen Seite, die keine Auszeiten kennt. Liebe ist allzeit und immer Liebe oder aber sie ist es nie gewesen. Liebe ruht niemals, das braucht sie nicht, ist sie doch die einzige, sich aus sich selbst heraus erneuernde Energie. Liebe ist allgegenwärtig, es gibt nichts anderes, nichts was da Wirklichkeitsgehalt hätte. Und so kann es für die Liebe kein ›Außen‹ geben. Was aber kein Außen kennt, das speist sich aus sich selbst heraus.

Das Feuer der Liebe nährt sich aus seiner ureigenen Natur. Liebe ist die pure Verheißung. Liebe ist verheißungsvoll, sie kann und darf das – und nur sie –, denn nur die Liebe ist in der Lage, das Versprechen unverbrüchlicher ewiger Treue zu halten. Da sie sich ständig mehrt, steigert sie auch das Glück, das immer und unfehlbar mit ihr einhergeht und ihr auf dem Fuße folgt. Liebe verheißt Glück und dieses Glück ist von keinem Geringeren als vom Schöpfer selbst verbürgt. Was, wenn nicht vollkommene Glückseligkeit könnte unser aller liebender Vater wollen und bezwecken?

Liebe ist Widerspruch! Sie widerspricht allem, was nicht sie selbst ist, und enttarnt somit jegliche Angst und deren Ausgeburten wie Egoismus, Eifersucht, Missgunst, Habgier oder Zorn. Im Angesicht und Feuer wahrer Liebe werden sie sich nicht lange halten können und entschwinden schließlich ins Reich der Illusionen und damit in das Nichts, aus dem sie einst hervorkrochen. Das ist das Feuer der Liebe, das jeden Schmerz auszulöschen vermag und jeden Irrtum berichtigt. Was bleibt, ist Liebe – und nichts als Liebe. Sie ist die schöpferischste Macht im Universum und im Grunde und in Wahrheit die einzig schaffende. Sie schafft und erschafft sich dabei ständig neu, dennoch bleibt sie sich selbst ewig vollkommen gleich. Was wäre der Vollkommenheit hinzuzufügen? Die dem Feuer der Liebe innewohnende Schönheit ist so unübersehbar wie unwiderstehlich.

Liebe ist wagemutig! Sie gibt sich einfach hinweg, ohne Wenn und Aber. In gewissem Sinne könnte man sagen, wahre Liebe ist wie ein Nichtschwimmer, der ohne zu zögern in unbekanntes Gewässer springt. Weil Liebe alles wagt, riskiert sie nichts. Wo ist das Risiko? Was könnte es zu verlieren geben für den, der nichts will?

Liebe will nichts, Liebe hat nichts, Liebe ist alles. Sie lebt von dem unermüdlichen Bestreben, sich zu verschenken, denn nur dadurch kann Liebe sich erschauen. Um bei der Metapher unseres wagemutigen Nichtschwimmers zu bleiben: Was wird ihm im Wasser widerfahren? Im Sprung erkennt er sich selbst als das, was er wirklich ist. Er wird schwimmen wie ein Fisch, denn Wasser ist sein Element und ist es immer schon gewesen. Liebe kennt keine ›Zukunft‹, nie weiß sie, ›wie es weitergeht‹, und das muss sie nicht kümmern, denn ewig sie selbst seiend, kann sie auch immer nur sich selbst hervorbringen und zeitigen, also nichts als noch mehr Liebe. Daher ist Liebe immer siegreich. Dass diese unumstößliche Wahrheit für Euch nicht immer ersichtlich ist, ist dem dualen Zeitempfinden geschuldet, dem Ihr unterworfen seid. Aus Eurer irdischen Sichtposition heraus würdet Ihr mehrheitlich sagen, dass die Liebe letztlich siegen wird. Doch das hat sie schon! Die ganze wundervolle Schöpfung legt sichtbares, lebendiges Zeugnis davon ab, denn ohne Liebe wäre Schöpfung unmöglich. Nichts und niemand wäre da. Diese Zeilen, die Du in Händen hältst, es gäbe sie nicht und auch niemanden, der sie lesen könnte.

Liebe fragt nicht, Liebe antwortet. Sie ist die ewige Antwort auf jede nur denkbare Frage, die ewige Lösung jedes Problems, die ewige Heilung jeglichen Schmerzes, die ewige Erfüllung jeglicher Sehnsucht. Die brennende Begeisterung der Liebe für sich selbst ist beispiellos und erhellt die ganze Schöpfung. Im Lichte der Liebe könnt Ihr sie sehen, denn Licht ist Liebe und Liebe ist Licht. Hell und leuchtend erstrahlt sie immer und überall dort, wo sie regiert, in unvergleichlicher Schönheit und magischer Anziehung. Wohlige Wärme ist ihr zu eigen und nichts lässt die Seele so sehr vor Glück erschauern wie ein flammendes Herz. Wo ein liebendes Herz in lodernden Flammen steht, da erbebt die Seele und erkennt sich selbst im Spiegelbild ihres Schöpfers.

»Die Liebe ist ein nie

verlöschendes Feuer.«

Hildegard von Bingen

2. Teil

Fairness

Meine liebe Freundin, mein lieber Freund, was ist Fairness? Die meisten unter Euch werden das Konzept der Fairness in direkter und spontaner Weise mit Gerechtigkeit assoziieren und dies völlig zu Recht, denn beide Konzepte sind eng miteinander verwandt. Im Zusammenhang mit der Illusion der Schuldfähigkeit war bereits die Rede davon. Wenn wir an dieser Stelle erneut darauf zurückgreifen, dann weil wir uns der gewichtigen und entscheidenden Bedeutung der Fairness für und in jedes Menschen Leben bewusst sind.

Tatort: Irgendwo.

Tatzeit: Irgendwann.

»Wo waren Sie zur Tatzeit?«

»Haben Sie ein Alibi?«

Wie fühlst Du Dich bei diesen Worten? Was geht in Dir vor? Verspürst Du ein schales Gefühl unterschwelligen Unbehagens? Liegen sie Dir schwer im Magen und stoßen Dir bitter auf? Wenn dem so ist, dann sei Dir gewiss, dass Du Dich bereits vorverurteilt und schuldig gesprochen hast, wenn Dir auch selbst noch nicht klar sein mag, wessen Du Dich denn da schuldig fühlst.

Nun, mit Schuldzuweisungen ist der Mensch naturgemäß schnell bei der Hand und so wirst Du denn auch nicht lange suchen müssen und rasch fündig werden. Irgendetwas wird es schon geben, dessen Du Dich gnadenlos bezichtigen kannst.

Das ist die Illusion der Schuldfähigkeit, wie sie leibt und lebt! Das ist Dein Ego, wie es Dir heimlich ins Ohr raunt: »Ich bin nicht gut!« Wie ein steter Tropfen träufelt es sein Gift in Dein Menschenherz. Fast unmerklich und gleichwohl beständig untergräbt es Deine gottgegebene, natürliche Unschuld. Nie bist Du Dir gut genug und so trittst Du Dein göttliches heiliges Sosein ständig mit Füßen. Mensch, Du bist blind für Dich selbst! Und so rufen wir Dir erneut zu: Mensch, so viele Tage vergehen, an denen Du nicht ein gutes Wort für Dich hast!

Du suchst nach einem Alibi für Dich selbst. Du suchst nach einem Alibi für Dein Menschsein. Und Du flehst und bettelst vor Dir selbst und Deinem vermeintlich strafenden, gestrengen Gott um mildernde Umstände. Dabei bist Du völlig blind für die Tatsache, dass es keine mildernden Umstände braucht. Es braucht nicht einmal ein Alibi. Das, liebe Freunde, ist Fairness! Und nur das!

Fairness ist Lossprechung, sie ist Lossprechung von jeglicher Selbstbezichtigung. Lossprechung ist Versöhnung, sowohl mit Dir selbst, als auch mit Deinem Schöpfer. Versöhnung aber bedeutet – im wahrsten Sinne des Wortes – die Anerkennung und freudige Ergreifung Deiner natürlichen Sohnschaft mit dem Göttlichen.

An dieser Stelle könnten wir auch von Vergebung sprechen, die das Wort ›geben‹ beinhaltet. In der Vergebung gibst Du Dir selbst die gottgegebene Würde Deines wundervollen Soseins zurück.

Das Menschsein innerhalb der Dualität impliziert das Licht wie auch den Schatten. So will es sein, denn so ist es. Wie wir wissen, kann göttlicher Wille niemals untergraben oder ausgehebelt werden. Und so ist es, dass Du die Legitimation für Dein kostbares Sosein von höchster Stelle hast, von Deinem Schöpfer selbst, der Dich so schuf, wie Du bist. Sei fair zu Dir selbst! Fairness kann also immer nur Freispruch auf der ganzen Linie und in allen Punkten bedeuten.

Nein, Ihr Lieben, kein Freispruch aus ›Mangel an Beweisen‹, wie so mancher unter Euch zu glauben geneigt ist (Anm. der Verfasserin: Hintergrundbemerkung von Regulus: »Ja, ja, das Ego lässt grüßen!« humorig.), sondern ein völliger, uneingeschränkter Freispruch und somit die vollkommene Rehabilitierung! Wir sprechen von einem ›Freispruch wegen erwiesener Unschuld‹. Das ist die Sicht Deines himmlischen, liebenden Vaters und nur Er sieht richtig, blickt Er doch allzeit mit den Augen der Liebe. So wenden wir uns also erneut dem Hergang des Geschehens zu:

Tatort: »Hier!«

Tatzeit: »Jetzt!«

»Wo waren Sie zur Tatzeit?«

»Im Hier und Jetzt!«

»Haben Sie ein Alibi?«

»Ich habe gelebt!«

Das ist Fairness! Wie fühlt sich das für Dich an? Gib Dir selbst freies Geleit durch Dein Leben. Freiheit ist der lebenspendende Odem der Liebe und nichts Geringeres als Freiheit des Seins ist eines Kindes Gottes würdig. Bezichtigt sich der Vogel des Fliegens? Bezichtigt sich die Katze des Mausens? Bezichtigt sich der Wind seines Spiels mit den Lüften? Bezichtigt sich das Meer der Gezeiten? Bezichtigt sich das Licht seiner Brechung auf glitzerndem Wasser? Bezichtigt sich der Regenbogen seines schillernden Farbenspiels? Sieh Dir Eure wunderschöne Natur an und nimm Dir ein beherztes Beispiel an ihr, wie sie ihr Sosein feiert in jedem Augenblick ihres Seins.

Warum also bezichtigst Du Dich Deines wundervollen, heiligen Menschseins? Wessen klagst Du Dich an? Sprich Dich frei und Du wirst es sein. Da ist niemand, der erwartet, dass Du Dich verdammst, niemand, der sich von Dir abwendet, niemand, der Dir abschwört. Da ist Liebe und nichts als Liebe, von Ewigkeit her zu Ewigkeit hin.

»Ubi non accusator, ibi non iudex!«

»Wo kein Kläger, da kein Richter!«

Sprichwort

Langmut

Mein lieber Freund, meine liebe Freundin, ein kluger Mann sagte einmal: »Auf Dauer kann kein Mensch einer wahren Liebe widerstehen.« Nun, das hat er vortrefflich erkannt, denn die Anziehung der Liebe ist eine ewige.

Wir wissen, dass Zeit und Raum Phänomene der Dualität sind. Liebe aber steht darüber, sie geht weit über die Dualität hinaus. Da Liebe die Wahrnehmung von Einheit ist, hebelt sie die Dualität einfach aus. In der Wirklichkeit der Liebe gibt es kein Zeitphänomen, wie es Euch auf Erden bekannt ist. In der Wirklichkeit der Liebe – hier, im Lichte der Einheit – gibt es nur das ewige Jetzt, den heiligen Augenblick. Uns ist bewusst, dass wir den Rahmen menschlicher Vorstellungskraft sprengen und sprengen müssen, wollen wir uns der Wahrheit und somit der Wirklichkeit der Dinge annähern.

Langmut ist Geduld und doch auch sehr viel mehr. In gewisser Weise und im übertragenen Sinne ist sie ein Synonym für Zeitlosigkeit, denn für die Langmut spielt Zeit keine Rolle. Langmut ist ein Attribut der Liebe, eine heilige Eigenschaft, die nur der Liebe zu eigen ist. Das ›Hohelied der Liebe‹ (1. Korinther 13) rühmt die Langmut der Liebe völlig zu Recht und nicht zufällig ganz zu Beginn seiner bekannten Aufzählung der Liebesattribute. Da der Zeitfaktor für die Liebe ohne Belang ist, kennt sie keine Hetze, Eile oder Unrast. Liebe ist Liebe in jedem heiligen Augenblick. Sie genügt sich selbst vollkommen. Welchen Grund also könnte sie haben für Hetze und Unrast?

Liebe ist der Herzschlag Gottes und Du bist Leben von seinem Leben. Was bedeutet das konkret für Dich? Nun, Dein Herzschlag ist auf ewig untrennbar mit dem seinen verwoben und vereint. Dein Herzschlag ist der seine, denn aus Dir selbst heraus hast Du keinen. Es gibt kein ›Aus-sich-selbst-Heraus‹! Alles, was es geben kann, alles nur Erdenkliche, es ist Teil des Schöpfers und somit eins mit Ihm¹. Dies ist der ewige, heilige Bund Gottes mit seiner Schöpfung. Dieser Bund, durchwoben von einem Band unermesslicher Liebe, ist geschlossen für die Ewigkeit. Und hier, an dieser Stelle, schließt sich der Kreis unserer Betrachtungen und wir finden uns erneut bei der Langmut wieder, die wir auch als die ›Unerschütterlichkeit Gottes‹ bezeichnen könnten.

Gottes Liebe kennt keine Bedingungen und so ist seine Langmut ebenfalls grenzenlos. In ganz einfachen Worten gesagt: Gott gibt nicht auf! Gott gibt keines seiner Geschöpfe jemals auf! Gott gibt Dich nicht auf! Der Ruf des Vaters nach seinem Kinde, er ist ein ewiger. Wir dürfen niemals aus den Augen verlieren, dass Dein freier Wille ewig unantastbar ist, denn so will es die Liebe in ihrer vollkommenen Absolutheit. »Auf Dauer kann kein Mensch einer wahren Liebe widerstehen.« Nichts und niemand in der Schöpfung kann das, denn die Anziehung der Wirklichkeit kann niemals ausgehebelt werden, mag der Schein aus irdischer Sicht auch noch so sehr trügen. Hier zitieren wir gerne den wundervollen Kurs in Wundern: »Nichts Wirkliches kann bedroht werden. Nichts Unwirkliches existiert. Hierin liegt der Frieden Gottes.«

Der Frieden Gottes aber, er kann auch der Deine sein, so Du ihn nur ergreifen und für Dich in Anspruch nehmen willst. Es steht Dir völlig frei, ob und wann Du die Pforte Deines Herzens für Deinen himmlischen Vater zu öffnen bereit bist. Seine Langmut ist so grenzenlos wie seine Liebe, denn beide sind untrennbar miteinander verknüpft. Und so ist es, dass Langmut ebenso ein bedingt gültiges Synonym ist für unendliche Geduld. Wir sagen Euch dies aus Verständnisgründen. Langmut ist auch Geduld und dennoch ist sie so viel mehr als das. Dort, wo es keine Zeit gibt, in der göttlichen Wirklichkeit der Dinge, ist letztlich auch das Konzept der Geduld ein sinnloses. In Deiner ewigen Heimat bist Du alles das, was Du immer schon warst und ewig sein wirst. Du bist es immer gewesen und wirst es immerdar sein. Die unangreifbare Integrität Deiner wahren Identität ist auf ewig gesichert. Der Schöpfer ist reine Liebe und Liebe ist nur ein anderes Wort für Gnade. Hier entbehren alle Konzepte von Schuld, Sünde, Mangelhaftigkeit und Versagen jeglicher Sinnhaftigkeit.

Worte wie »die Liebe ist langmütig« und »die Liebe hört niemals auf« besagen letztlich ein und dasselbe. Dein Dich liebender Vater gibt Dich niemals auf. So tue es ihm gleich und sei langmütig in Deinem Bestreben, Dich selbst zu lieben. Wenn Du an Dir selbst zweifelst, dann besinne und berufe Dich auf den sanftmütigen Blick Deines Schöpfers, der Dir immer nur von seiner Liebe zu Dir erzählt. Das ›Hohelied der Liebe‹ ist Gottes Hohelied auf Dich und seine gesamte Schöpfung.

»Wer den Weg der Langmut und Geduld gefunden,

der hat den Weg des Lebens gefunden.«

Ephraem der Syrer

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¹Entgegen der Rechtschreibreform wird auf die Großschreibung der direkten Anrede zurückgegriffen. Dies ist ebenso der Fall bei allen Anreden, die sich unmittelbar auf Gott beziehen.

Selbstvertrauen

Meine liebe Freundin, mein lieber Freund, hast Du Selbstvertrauen? Wenn Du Dir diese Frage mit einem spontanen Ja beantwortest, dann erlaube uns, sie ein wenig anders zu formulieren: Traust Du Dir selbst über den Weg? Wenn wir dieses gewichtige Thema in dieser Weise in den Raum stellen – zugegeben, ein wenig provokativ –, dann aus gutem Grunde, denn nun fühlt es sich für so manchen unter Euch schon anders an, irgendwie schmerzhaft, etwa so, wie wenn man den Finger in eine offene Wunde legt. Nun, Ihr Lieben, diese klaffende Wunde zu heilen ist unser Bestreben. Laut Wörterbuchdefinition ist Vertrauen die subjektive Überzeugung von der Richtigkeit, Wahrheit von Handlungen, Einsichten und Aussagen bzw. der Redlichkeit von Personen.

Bist Du zutiefst von Deiner eigenen Redlichkeit überzeugt? So sehr, dass Du jederzeit getrost vor Deinen Schöpfer treten könntest? Du bist es nicht? Sei Dir gewiss, dass Dein himmlischer Vater es sehr wohl ist! Mit diesen Worten wollen wir Dich in keiner Weise schrecken. Vielmehr wollen wir Dir die Augen öffnen. Wir wollen Dir die Augen öffnen und Dein schreckhaftes Herz erweichen für Dich selbst. Wir wollen Dein Bewusstsein schärfen für Deinen gottgegebenen Selbstwert. Wir wollen Deinen unverbrüchlichen Glauben an Deine eigene Wertigkeit stärken, denn nichts weniger als das ist uns für Dich gut genug. Nichts weniger als das ist eines Kindes Gottes würdig.

Was nun bedeutet Selbstvertrauen ganz konkret und direkt für Dich und Dein Leben? Wie äußert es sich und was sind seine Wirkungen?

Echtes, wirkliches Selbstvertrauen impliziert den Glauben an die eigene Redlichkeit, dies ist völlig korrekt. Doch bei Lichte betrachtet, ist es sehr viel mehr als das. Selbstvertrauen ist die tiefe Überzeugung von der unbedingten Wertigkeit Deiner Person und damit der Glaube an den Wert Deines eigenen Soseins. Vertrauen in das Selbst ist Vertrauen in das Sosein. An anderer Stelle sprachen wir von Grenzen und davon, dass die ureigenen Persönlichkeitsgrenzen immer auch die Grenzen des Machbaren seien. Dem ist so. Es mag Dich wundern, dass wir gerade beim Konzept des Selbstvertrauens die Grenzen des Menschenmöglichen zum Thema machen. Dies ist nur auf den ersten Blick und bei oberflächlicher Betrachtung ein Widerspruch. Im Allgemeinen behauptet Ihr, Selbstvertrauen bedeute: »Ich kann das!« Wir aber sagen Euch, Selbstvertrauen bedeutet: »Ich bin das!« Der Unterschied zwischen beiden Denkkonzepten, so fein er auch anmuten mag, könnte grundlegender und gravierender nicht sein.

Worauf kannst Du Dein Vertrauen setzen, wenn nicht auf das, was ist? Im Lichte Deiner Göttlichkeit impliziert Dein Sein sowohl Deine unbegrenzte gottgegebene Schöpferkraft als auch all die Begrenzungen Deiner menschlichen Persönlichkeit. Im ewigen Spiel des Lebens tanzen beide in vollkommenem Gleichklang miteinander wie ein liebendes Paar. Wenn Du Dein Vertrauen setzt auf das, was Du kannst oder auch zu können glaubst, dann versteigst Du Dich unter Umständen sehr rasch in eine frustrierende Illusion Deiner selbst, an der Du unweigerlich scheitern musst. Dies führt zu Kummer und Leid, denn – wir sagten es an anderer Stelle – Illusionen sterben immer unter Schmerzen. Mit anderen Worten: Wo Selbstvertrauen an Bedingungen geknüpft ist, da ist es Dir bereits entglitten und abhandengekommen.

Da und dort, wo Du Dein Selbstvertrauen auf das Fundament der Wirklichkeit setzt, steht es wahrlich auf festem Untergrund und sicherem Boden. Doch was ist sie, diese Wirklichkeit? Was ist Deine Wirklichkeit und wie kannst Du sie entdecken?

Liebe ist allezeit der Weg und nur hier kann er gefunden werden. Da nur Liebe wirklich ist, kann nur sie zur Wirklichkeit führen. Die Wahl des Weges ist allzeit entscheidend für das Ziel, das erreicht wird. In der Liebe zum Selbst reifst Du zur bedingungslosen Akzeptanz Deiner gottgewollten Einmaligkeit und zu absolutem Respekt Deines menschlichen Soseins. Und so bezeichnen Selbstvertrauen und Selbstliebe letztlich ein und dasselbe. Ein sich selbst vertrauender Mensch steht mit stolzgeschwellter Brust vor sich selbst. Die Demut vor dem eigenen gottgegebenen Sosein folgt dem Stolz unmittelbar auf dem Fuße, denn wir reden wohlgemerkt von echtem Stolz und nicht etwa von trügerischem Hochmut, der lediglich eine Ausgeburt der Angst ist.

So kommen wir denn auch hier letztlich nicht um Gott herum, der Dir all das verlieh, was Du bist. Du kannst also Dir selbst nur soweit vertrauen, wie Du Deinem Schöpfer vertraust. In gleicher Weise stimmt der Umkehrschluss, denn, wie wir wissen, steht und fällt alles in Deinem Leben mit Deiner Selbstwahrnehmung. Du kannst Deinem Schöpfer immer nur soweit vertrauen, wie Du Dir selbst vertraust. Wenn Du Dich selbst mit Misstrauen, Zweifel und Skepsis beäugst, dann wirst Du Deinem Schöpfer unweigerlich denselben Argwohn entgegenbringen.

Echtes Selbstvertrauen fußt auf dem Glauben, ja mehr noch auf der Wahrnehmung der Unantastbarkeit des eigenen, gottgegebenen Soseins. Diese Wahrnehmung aber kann sich nur in der Liebe zum Selbst offenbaren, immer und ausnahmslos. Gott selbst vertraut Dir blind und dies ist Teil und Aspekt des heiligen Bundes zwischen dem Schöpfer und seiner Schöpfung, von dem vormals die Rede war. Dein freier Wille, der Dir auf ewig verbürgt ist, sollte Dir Beweis genug sein, denn wahrlich, einen anderen kann es nicht geben.

»Selbstvertrauen ist die Quelle

des Vertrauens zu anderen.«

François de la Rochefoucauld

Lust am Selbst

Mein lieber Freund, meine liebe Freundin, uns dürfte längst klar sein, dass es bei der Selbstfindung letztlich um nichts anderes geht als um Selbstliebe. Wie könnte es denn auch anders sein? Was könnte es zu finden geben? Was, wenn nicht Liebe, gibt es doch in der göttlichen Wirklichkeit, die auch die Deine ist, nichts anderes? Wer sich selbst liebt, der hat sich selbst gefunden. Wer sich selbst liebt, der ist am Ziel seiner Reise, eine Reise, die gleichwohl niemals endet, denn die Liebe kennt weder Grenze noch Ende.

Kannst Du Dich an Dir selbst erfreuen? Kannst Du Dich für Dich selbst begeistern? Kannst Du mit Dir und über Dich lachen? Hast Du Mitgefühl für Dich selbst, wenn Du bittere Tränen weinst? Ohne diese wundersame Lust am Selbst ist echte, tiefe Lebensfreude undenkbar und letztlich völlig unmöglich. Dein Leben, so wie es sich darstellt, ist die Erweiterung, die Ausdehnung Deiner selbst. Beide, Du und Dein Leben, können nicht sinnvoll voneinander getrennt werden. Du und Dein Leben bilden eine heilige Allianz, die so ewig ist wie das Leben selbst.

Den direkten Zusammenhang von Selbst- und Nächstenliebe haben wir bereits in Band I unserer Botschaften erforscht und beleuchtet. Die Lust am Selbst, die Freude am eigenen Sein, ist Grundbedingung und erste Voraussetzung für die Lust und Freude am anderen. Erst die vorbehaltlose Bejahung des eigenen Soseins macht ein vollumfängliches Ja zum anderen möglich. Dies stimmt sowohl auf emotionaler als auch auf intellektueller Ebene und schließt doch ebenso Euer wundervolles sexuelles Erleben ein. Lust am anderen kann ohne Lust am Selbst niemals sein. Diese Lust am Selbst, die eine pure Lust am Sein ist, verlangt nach lebendigem Ausdruck, denn alles, was ist, will und muss sich in irgendeiner Weise manifestieren. Leben verlangt nach lebendigem Ausdruck und Du bist lebendig. Das Leben selbst definiert sich über seinen Ausdruck und so erkennst auch Du Dich durch Deine Manifestationen. Der Schöpfer selbst erkennt sich in seiner Schöpfung.

Deine Seele verschafft sich ebenso Ausdruck im Salz Deiner Tränen wie im Schall Deines Lachens, im Tonfall Deiner Worte wie im Rhythmus Deiner Bewegungen. Du manifestierst Dich selbst in jedem Augenblick Deines ewigen Seins. Lust am Selbst ist reine Lebensfreude. Daseinsfreude aber ist der mächtigste Katalysator auf Deinem Weg zu Dir selbst und damit auf Deiner Reise zurück zu Gott. Lust am Selbst ist der Rückenwind des Lebens!

So manchem unter Euch fällt es schwer, sich ›selbst zu tragen‹ und zu ertragen. Vielerorts ist Euch die Lebensfreude abhandengekommen. Die Lust am Selbst, die ausschließlich der Selbstliebe entspringen kann, macht alles leicht wie eine zarte Flaumfeder. Was vormals wie ein beschwerlicher Gang auf schmerzenden Füßen anmutete, wird nunmehr zu einem beschwingten Tanz. Dies vermag nur die Lust am eigenen Leben, der die Freude am Leben des anderen auf dem Fuße folgt.

Wenn wir über Selbstliebe sprechen, dann reden wir sicherlich nicht davon, sich selbst niemals infrage zu stellen und seine Beweggründe und Motivationen nie zu hinterfragen. Die Lust am Sein impliziert ganz selbstverständlich die freudvolle Erkundung und Erforschung des eigenen So-seins. Wie wir wissen, ist die Selbsterkenntnis der Sinn und Zweck jeglicher Inkarnation. Doch so sehr die Selbsterkenntnis dem Leben auch seine Sinnhaftigkeit verleihen mag, ihr Endzweck ist und bleibt die pure, reine Freude am Sein. Was wäre Lebensfreude ohne Liebe und Liebe ohne Lebensfreude?

Beide bedingen sich gegenseitig und können niemals getrennt voneinander auftreten und betrachtet werden. Wir sprechen, wie gesagt, nicht etwa davon, sich selbst niemals infrage zu stellen, sondern vielmehr davon, den eigenen Wert nicht zu verleugnen, zu verneinen oder auch zu ignorieren. Immer dann, wenn Du in die Versuchung kommst, Deinen Selbstwert zu dementieren, solltest Du Dich zur Selbstliebe gemahnen. Wenn Du Dich verirrt hast auf dem Weg zu Dir selbst, dann orientiere Dich an der Liebe Deines Schöpfers für Dich. Sie ist Dir allzeit sicherer Wegweiser.

Ein Mensch, der sich selbst wahrhaft liebt, der erträgt durchaus auch die Infragestellung seiner Person, denn die Liebe ist ihm allzeit sicheres Fundament, auf das er bauen kann. Mutig wird er sich seinen menschlichen Grenzen und somit auch seinen Irrtümern stellen. Und spätestens hier, an diesem Punkt, kommt die Treue zum Selbst ins Spiel. Bist Du Dir selbst treu? Hältst Du Dir die Treue auch dann noch, wenn Du unbequem für Dich bist? Lust am Selbst ist immer auch Lust an der Selbsterforschung. Immer dann, wenn Du Licht in Persönlichkeitsanteile bringst, die vormals im Dunkeln lagen, wird sich auch ein Gefühl tiefer, stiller Dankbarkeit dazugesellen.

Bei der Dankbarkeit schließt sich schließlich der Kreis unserer Betrachtungen über die Lust am Selbst, denn die Dankbarkeit öffnet die Augen, die Ohren und das Herz gleichermaßen. Sei dankbar für all das, was Du bist, denn genau so darfst Du sein! Kein Geringerer als Dein Schöpfer selbst verbürgte sich dafür in jenem heiligen Augenblick, als Er Deine Seele in den lebendigen Ausdruck hauchte.

»Lebensfreude ist die schönste

Form der Frömmigkeit.«

Wilhelm Stekel

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ISBN:
9783964420343
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