Kitabı oxu: «Heilung durch SOL-Hypnose»
Brigitte Papenfuß & Ralf Mooren
Heilung durch SOL-Hypnose
Mit dem inneren Arzt zurück ins Leben
Bibliografische Informationen:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet abrufbar.
© BOSON Verlag, Mönchengladbach 2015
1.Auflage 2015
Alle Rechte vorbehalten
ISBN 978-3-944878-04-1
Cover: BA Graphic Design Alexander Ziegler, Köln
Das Werk darf - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
Cover
Titel
Impressum
Wichtige Hinweise
Danksagung
Vorwort
Meine Heimat bin ich selbst
Woher, zum Kuckuck, weiß der Kuckuck
Wahrnehmung - nichts ist, wie es scheint
Offen für alles – bis das Ego anklopft
Homo Sapiens – verstehend ja, aber wirklich weise?
Glaube, Ängste, Übersinnliches – damals wie heute
Der Arzt – eine besondere Autorität
Woraus besteht unser Körper wirklich?
Sind wir Materie oder Energie – oder sogar beides?
Quantenverschränkung – spukhafte Fernwirkung?
Reise ins Innere der Materie
Wissenschaftlich erwiesen - oder doch nicht?
Das psychoenergetische Feld
Meine Heimat bin ich selbst
Mit dem inneren Arzt zurück ins Leben
Hypnose? Was ist das eigentlich?
Eine Behandlungsmethode, die keine ist
Einleitung der hypnotischen Trance
Tieftrance – hinein ins psychoenergetische Feld
Informationen und Emotionen in Tieftrance
Heilung im Licht
360 Hypnosen - die Fakten
Das Verfahren
Klienten – Struktur
Gründe für Hypnosen
Lokalisierung der Ursachen
Verankerungen im Unterbewusstsein
Benötigte Hypnosesitzungen
Erzielte Wirkungen
Hypnosen im Seminarbetrieb
Heilung Morbus Basedow
Heilung Morbus Bechterew / Psoriasis
Hypnosen aus der Praxis
Knochenkrebs
Thymuskrebs
Lungenkrebs
Panikattacken / Atemnot
Todesangst vor Erbrechen
Fingernägel kauen / Selbstwert
Bewegungsstörung / Steh-Störung
Forensische Hypnose
Klaustrophobie / Flugangst
Hypnose bei Krebs – nicht durchgeführt
Geistige Wesenheiten
Energetische Wechselwirkungen
Interferenzwellen von Mensch zu Mensch
Roger Nelson und das GCP
Geister und Gespenster
Besetzungen
Sag´ JA zum LEBEN!
Meine Diagnose und ich selbst
Die Ursache und der Schock
Sag´ Ja zum Leben!
Standardmedizin, Selbstheilung oder lieber beides?
Chemosensibilität? Was ist das?
Wie wirksam ist die Chemotherapie?
Chemotherapie: Neue Erkenntnisse seit 2012
Medikamentöse Immuntherapie bei Krebs
Biologische Medizin
Unkonventionelle Heilverfahren
Die Macht der Angehörigen
Resümee unserer Erkenntnisse
Quellenverzeichnis
Über die Autoren
Empfohlene Literatur
Wichtige Hinweise
Die in diesem Buch vorgestellte SOL-Hypnose® stellt ein hochwirksames Verfahren zur Behandlung von psychischen Störungen und körperlichen Erkrankungen dar, das auf die unbewusst vorhandenen Ressourcen, die jedem Menschen zu eigen sind, zurückgreift. Voraussetzung hierfür ist, dass der Hypnotisierte in den erweiterten Bewusstseinszustand einer Tieftrance gelangt, was wiederum von der persönlichen Grundhaltung sowie der physischen und psychischen Konstitution eines jeden Einzelnen abhängig ist.
Weder seitens der Autoren noch seitens des Verlages werden Heilversprechen abgegeben noch irgendwelche Garantien anderer Art übernommen. Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass die Lektüre dieses Buches eine qualifizierte Ausbildung zum SOL-Hypnosetherapeuten® nicht ersetzt.
Die SOL-Hypnose ist ausdrücklich kein medizinisches Verfahren und stellt somit keinen Ersatz für eine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung dar.
Dieses Buch enthält eine Vielzahl von real durchgeführten Hypnosen, die detailliert und wahrheitsgetreu wiedergegeben sind. Dies erklären Brigitte Papenfuß und Ralf Mooren an Eides statt.
Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte und der Privatsphäre sind alle Namen, die im Zusammenhang mit einer real durchgeführten Hypnose in diesem Buch genannt werden, frei erfunden. Hierauf weisen wir im Text mit einem Sternsymbol (Name*) hin. Ähnlichkeiten zu Namen von lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Ausschließlich aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird die Form der maskulinen Schreibweise durchgehend eingehalten. Wir bitten Sie, liebe Leserinnen und liebe Leser, hierfür um Ihr Verständnis. Wir sind uns sehr sicher, dass auch Sie eine Form der Darstellung bevorzugen, die nicht ständig von Formulierungen wie „Klientinnen und Klienten“ oder „KlientInnen“ geprägt ist. Vielen Dank hierfür.
Danksagung
Unser besonderer Dank gilt allen unseren Klienten, die sich im Vertrauen auf unsere Begleitung in den erweiterten Bewusstseinszustand einer tiefen Trance begeben haben, um hier das unendliche Wesen ihres eigenen Seins zu entdecken und die hierin begründeten Potenziale für ihr Leben zu nutzen.
Vorwort
Ich bin austherapiert. Das sind die drei Worte, die wir immer wieder im Vorgespräch zu einer Hypnosebehandlung hören. Wenn ihnen aus medizinischer oder psychotherapeutischer Sicht keine Hoffnung mehr gemacht werden kann, fügen sich die meisten Menschen resignierend in ihr Schicksal, zumeist nach zermürbenden inneren Kämpfen.
In einer solchen Situation, in der alles hoffnungslos erscheint, eröffnet sich aber auch eine einzigartige Chance, nämlich die, mit eigenem freien Willen die Verantwortung für die eigene Gesundheit aktiv selbst zu übernehmen - allen niederschmetternden Prognosen zum Trotz. Heilen kann nur der Körper selbst.
Bei unseren Hypnosen haben wir immer wieder erfahren, dass jede Erkrankung, ganz gleich ob psychischer oder körperlicher Art, den unbewusst selbst erzeugten Ausdruck eines seelischen Ungleichgewichts widerspiegelt. Unser Unterbewusstsein steuert alle noch so komplexen Vorgänge in unserem lebendigen System von Körper, Geist und Seele, bis in die allerkleinste Zelle. Das Unterbewusstsein nimmt keinerlei Wertungen vor. So kann es, je nach psychischer Verfassung des Menschen, Krankheiten hervorrufen, diese aber im Umkehrschluss auch genauso heilen.
In diesem Buch stellen wir Ihnen eine Methode vor, mit der das Unterbewusstsein veranlasst werden kann, die vollständige Gesundheit an Körper, Geist und Seele für sich anzunehmen und somit die Selbstheilungsprozesse des Körpers, also den inneren Arzt, zu aktivieren. Wie wir anhand von vielen Beispielen aus der Praxis zeigen, treten in der Folge regelmäßig signifikante Verbesserungen bis hin zu vollständigen Heilungen auf, unabhängig von der Art der Erkrankung.
In diesem Zusammenhang veröffentlichen wir hier auch die Erkenntnisse über das menschliche Sein und die hiermit verbundenen Perspektiven, die wir in hunderten protokollierter Hypnosen während der letzten Jahre gewonnen haben. Diese Erfahrungen sind unter Anwendung der SOL-Hypnose reproduzierbar.
Während einer solchen Hypnosebehandlung gelangen unsere Klienten in den erweiterten Bewusstseinszustand einer Tieftrance, der gekennzeichnet ist von erhöhter Aufmerksamkeit bei zugleich eingeschränkter Kritikfähigkeit. Äußerlich zu erkennen ist dieser Zustand der Tieftrance an den Augen, die hinter den geschlossenen Lidern zu rollen beginnen. Vielfach öffnet der Klient auch seine Augen, zeigt aber in dieser Trancetiefe keinerlei Pupillenreaktion oder Lidschlussreflex.
In diesem Zustand ist die Wahrnehmung gegenüber dem Wachbewusstsein um ein Vielfaches erweitert, da hier der Filter, den ansonsten das Bewusstsein bildet, höchst durchlässig ist. Wenn auch die Antworten auf die Fragen des Hypnosetherapeuten sehr leise, meist sehr berührt und gedehnt kommen, so ist dennoch die direkte Kommunikation mit dem Unterbewusstsein eines sich in Tieftrance befindlichen Menschen problemlos möglich. Hier eröffnen sich Aspekte des menschlichen Seins, die alles, was gesellschaftlich als Wissen über das Leben akzeptiert ist, weit übertreffen:
Wir alle sind unvergänglicher Teil einer umfassenden immateriellen Realität, eines Feldes von Informationen und Gefühlen, in dem wir bedingungslos geliebt und angenommen sind. Wenn wir dieses Feld auch bewusst nicht wahrnehmen können, so sind wir dennoch zu jedem Zeitpunkt unseres Lebens unbewusst mit ihm verbunden.
Den Nachweis hierüber und über die Potenziale, die hierin begründet sind, führen wir auf Basis der Analyse unserer Hypnosen der letzten Jahre.
Wir wünschen Ihnen, dass Sie hier das finden mögen, wonach Sie im Stillen vielleicht schon lange suchen.
Meine Heimat bin ich selbst
Albert Vigoleis Thelen (1903 - 1989)
Woher, zum Kuckuck, weiß der Kuckuck
… wie sein Ei auszusehen hat, wenn er es heimlich in ein fremdes Nest legt? Egal, welchem Vogel er sein Ei auch unterjubelt, es sieht immer genauso aus wie die Eier, die sich schon in dem Nest befinden, allenfalls ist es etwas größer. Die Wirtsvögel bemerken den Schwindel nicht, brüten das Ei aus und ziehen den kleinen Kuckuck groß. Nur, wie bewerkstelligt der Kuckuck dieses Kunststück, sein Ei so genial anzupassen? Hat vielleicht die Energie der Wirtsvögel Einfluss auf die Färbung und Pigmentierung des Kuckuckseies, das in der Kuckucksmutter heranwächst? Eine schlüssige Erklärung für dieses Phänomen gibt es jedenfalls bis heute nicht.

Kuckucksei im Nest der Grasmücke (oben rechts)
Vor ein anderes Rätsel stellen uns die Brieftauben mit ihrem untrüglichen Orientierungssinn. Auch über tausende von Kilometern finden sie präzise ihren Weg nach Hause. Um diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen, haben ihnen Forscher in vielen Experimenten einmal die Nasenlöcher verklebt, um so den Geruchssinn auszuschalten, ein anderes Mal die Sehfähigkeit durch milchiges Eintrüben der Augen verringert oder sie mit starken Magneten versehen, um den Einfluss des Erdmagnetfeldes zu eliminieren. Bei jedem der Versuche fanden die Brieftauben zielsicher zurück in ihren Schlag, manche brauchten nur etwas länger. Auch dieses Rätsel der Natur ist bis heute ungelöst. Könnte auch hierbei ein unsichtbares Informationsfeld eine Rolle spielen?

Brieftaube – Meister der Orientierung
Viele Fischarten bilden riesige Schwärme, um sich so vor ihren natürlichen Feinden zu schützen oder um auf diese Weise leichter an Futter zu gelangen. Hierbei verhält sich der gesamte Schwarm intelligenter als jeder einzelne Fisch für sich. Forscher bezeichnen dieses Phänomen als Schwarmintelligenz. In solchen Fischschwärmen gibt es kein Leittier, das die Richtung vorgibt. Alle Fische eines Schwarms sind gleichberechtigt. Auf irgendeine geheimnisvolle Weise scheinen sie miteinander in Verbindung zu stehen, sodass der gesamte Schwarm zeitgleich seine Richtung oder seine Formation ändern kann, ohne dass die Fische miteinander kollidieren. Könnte es sein, dass alle Fische eines Schwarms ein gemeinsames Informationsfeld bilden, dessen Impulsen jeder einzelne Fisch bedingungslos und umgehend folgt?

Schwarmintelligenz – die optimale Formation in jeder Situation
Ein weiteres Wunder der Natur finden wir in einem Wespen- oder Hornissennest. Etwa Mitte April erwacht die Königin aus ihrem Winterschlaf und sucht sich eine geeignete Stelle, um ein Nest zu bauen, zum Beispiel einen hohlen Baum. Aus verwittertem Holz, das beinahe ausschließlich aus Cellulose besteht, formt sie zusammen mit ihrem Speichel die ersten Waben, in denen sie ihre Eier ablegt.

Schnitt durch ein Hornissennest – Perfektion pur
Nach kurzer Zeit schlüpfen die jungen Hornissen und beteiligen sich sofort am Bau des Nestes. Dessen äußerst stabile und ausgeklügelte Konstruktion besteht schließlich aus hunderten von sechseckigen Waben, die auf mehreren Ebenen angeordnet sind.
Zugleich durchzieht ein hoch effizientes Lüftungssystem das gesamte Nest, um die Innentemperatur auf diese Weise möglichst konstant auf 30° C zu halten, was der optimalen Bruttemperatur entspricht.
Die wabenförmige Konstruktionsweise eines solchen Nestes ist so genial, dass Ingenieure diese zum Vorbild genommen haben, um hochfeste Leichtbau - Konstruktionen nach diesem Muster zu entwickeln.
Doch bei aller Bewunderung für die technische Meisterleistung, nur aus Speichel und Cellulose komplexe Bauwerke erstellen zu können, stellt sich nun die Frage, woher die kleine Hornisse ihre immensen Kenntnisse und Fertigkeiten hat. Statt eines Gehirns verfügt die Hornisse lediglich über einige vernetzte Nervenknoten. Somit dürfte sie kaum in der Lage sein, ihren Nestbau präzise zu planen.
Könnte es daher nicht eher sein, dass sie einfach baut, ohne auch nur einmal darüber nachzudenken? Und wenn ja, dass sie alle Informationen, die sie hierzu benötigt, aus einem unendlichen Feld von Informationen erhält, einem Feld, dem sie bedingungslos und völlig natürlich vertraut?
So, wie die kleine Hornisse, agiert offensichtlich auch jede andere Lebensform der Natur, jedes Tier, jede Pflanze, jede Zelle – natürlich, instinktiv und in vollkommener Perfektion.
Selbstverständlich wird die Vielfalt der Lebensformen auf unserem Planeten und deren optimale Anpassung an ihren Lebensraum das Ergebnis einer permanenten Weiterentwicklung sein, so wie es Charles Darwin schon 1859 mit seiner Evolutionstheorie postulierte. Hiernach ist jede Spezies, und so auch der Mensch, das Produkt ihrer Gene. Durch Mutation und Selektion überleben demzufolge nur die stärksten und am besten angepassten Spezies. Dies würde, bei konsequenter Betrachtung, für die kleine Hornisse, die Fische, die Vögel und alle anderen Lebensformen bedeuten, dass sie alle Informationen, die sie benötigen, um ihr Leben zu meistern, von Geburt an in sich trügen.
Wenn auch die Evolutionstheorie logisch erscheint, so erklärt sie dennoch nicht, wie sich die Lebewesen auf ihre jeweils aktuellen Umweltbedingungen einstellen. Hier muss es noch irgendetwas Zusätzliches geben, das die instinktiven Reaktionen der Lebewesen auf die aktuelle Situation auslöst, eine Art Rückkopplung also. Die Taube findet von jedem beliebigen Ort aus ihren Heimweg. Die Fische des Schwarms wechseln plötzlich, koordiniert und zielbestimmt ihre Richtung, ganz wie es die aktuelle Situation erfordert. Die kleine Hornisse passt die Bauweise ihres Nestes genau an dessen Standort an und in der Kuckucksmutter wächst ein Ei heran, das genauso aussieht wie die Eier der jeweiligen Wirtsvögel.
Wenn die Vererbung allein bestimmend wäre, so müssten die Gene der Lebewesen unendlich viele Informationen beinhalten, für jede Lebenssituation eine. Diese eine, und zwar die zur jeweiligen Situation passende, müsste zudem in Bruchteilen von Sekunden abgerufen werden können. Selbst dies würde nicht erklären, wie der Fischschwarm schlagartig seine Richtung ändern kann, denn hierzu ist zweifelsfrei eine wie auch immer geartete Kommunikation der Fische erforderlich.
Daher ist zwingend anzunehmen, dass die Gene nur so etwas wie eine Grundinformation darstellen und dass die Steuerung und Kommunikation der Tiere über ein instinktiv wahrgenommenes Energiefeld von Informationen erfolgen. Da dieses Energiefeld offensichtlich intuitiv wahrgenommen wird, es also eine direkte Wechselwirkung mit der Psyche eingeht, bezeichnen wir es als „psychoenergetisches Feld“.
Wenn ein solches Feld von psychischer Energie existent ist und dieses von allen Lebensformen der Natur intuitiv wahrgenommen werden kann, dann müsste es uns als Menschen ja auch möglich sein, dieses Feld wahrzunehmen. Warum bemerken wir hiervon in unserem Alltag nichts? Gelingt es uns vielleicht sogar, das psychoenergetische Feld nachweisbar zu beeinflussen? Doch wenn wir dieses Energiefeld beeinflussen könnten, bedeutete das nicht im Umkehrschluss, dass auch wir als Menschen von dem psychoenergetischen Feld beeinflusst werden würden?
Kommt unsere Intuition vielleicht direkt aus diesem psychoenergetischen Feld? Oder sogar unsere individuelle Identität?
Um zu belastbaren Antworten auf all diese Fragen zu kommen, müssen wir uns zunächst einmal mit der Frage beschäftigen, wie unsere menschliche Wahrnehmung funktioniert und inwiefern sich diese gegebenenfalls von der tierischen unterscheidet.
Wahrnehmung - nichts ist, wie es scheint
Stellen wir uns einmal vor, wir würden in Frankfurt in ein Flugzeug steigen, um eine Reise nach Neuseeland anzutreten. Nach einem Zwischenstopp in Bangkok, befinden wir uns einen Tag später im Zentrum von Auckland, vielleicht in einem Café. Wir blicken sinnierend in unsere Tasse, lehnen uns ganz entspannt in den Sessel zurück und denken einmal darüber nach, wo wir uns befinden und was sich gegenüber zu Hause verändert hat.
Mal sehen, also, wir haben unsere Uhren um 10 Stunden vorstellen müssen, da wir auf unserer Reise der Sonne entgegen geflogen sind und wir freuen uns darauf, Neuseeland zu entdecken, aber ansonsten hat sich nach unserem Empfinden nichts geändert, absolut nichts. Das ist für uns vollkommen normal, etwas anderes haben wir auch nicht erwartet. Aber was ist denn aus physikalischer Sicht tatsächlich passiert? Betrachten wir uns doch einfach einmal von oben, von weit oben, also aus dem Weltraum.
Aus dieser Perspektive sehen wir, wie wir in Neuseeland mit den Füßen an der Erde kleben, mit dem Kopf nach unten. Für den Physiker ist das ganz normal. Er weiß, dass wir wie jede Form von Materie, und zum Glück auch unser Kaffee, den Gravitationskräften unterliegen und diese wirken nun mal an jedem Ort der Erde in Richtung Erdmittelpunkt. Deshalb ist für uns von der Gravitation her die Erdoberfläche immer unten, ganz gleich an welchem Ort auf der Erde wir uns auch befinden. Aber wieso bemerken wir nichts davon? Und auch nichts von der Drehung der Erde?

Planet Erde
Die Erde ist eine Kugel mit einem Umfang von rund 40.000 km. Diese Kugel dreht sich 1-mal am Tag um ihre eigene Achse. Wenn wir uns am Äquator befinden, zum Beispiel in Ecuador oder in Kenia, dann legen wir 40.000 km an diesem einen Tag zurück, 40.000 Kilometer in 24 Stunden, ohne dass wir uns selbst auch nur einen Millimeter bewegen. Unsere Bahngeschwindigkeit beträgt hier also rund 1.660 km/h.
In Köln beträgt der Umfang um die Erdachse nur noch 25.000 km. Dort sind wir also mit einer Bahngeschwindigkeit von rund 1.040 km/h unterwegs, ohne dass wir das Geringste davon bemerken. Wenn wir uns auf dem Nordpol oder dem Südpol befänden, dann würden wir uns ganz gemächlich nur 1-mal in 24 Stunden um unsere eigene Achse drehen. Darüber hinaus bewegen wir uns noch einmal pro Jahr mit unserem ganzen Planeten um die Sonne, was immerhin einer Geschwindigkeit von rund 108.000 km/h entspricht. Aber auch hiervon bemerken wir natürlich nichts, weil unser Gehirn unsere Wahrnehmung ständig korrigiert.
Alles, was wir wahrnehmen, also für uns als „wahr“ annehmen, ist eine Konstruktion unseres Gehirns. Wenn wir zum Beispiel an einem Bahnübergang stehen und einen vorbeifahrenden Zug anschauen, nehmen wir mit unseren Sinnesorganen physikalische Signale auf. Das vom Zug reflektierte Sonnenlicht trifft als elektromagnetische Strahlung auf Rezeptoren in unserer Netzhaut. Dort wird diese Strahlung in bioelektrische Energie umgewandelt, in Feuerungsraten von Neuronen.
Die so kodierten Informationen werden an die Sehareale im Gehirn weitergeleitet. Von dort aus werden dann wieder andere Hirnregionen in den Prozess mit einbezogen, wodurch Komponenten wie Vorerfahrung oder Aufmerksamkeit mit einfließen. Parallel hierzu werden andere Umweltsignale wie Luftdruckschwankungen oder mechanische Schwingungen in ähnlicher Weise prozessiert, bis aus dem komplexen Feuerwerk von Neuronen schließlich die individuelle Wahrnehmung des Zuges entsteht, der mit farbigen Wagen ratternd vorbeidonnert, so dass die Erde erzittert. Wie genau aus dem ganzen Neuronen-Feuerwerk die Wahrnehmung und die damit verbundenen Gefühle entstehen, ist ein bis heute ungelüftetes Geheimnis der Natur, das in der Philosophie auch als „Leib-Seele-Problem“ bezeichnet wird.
Wie dem auch sei, die Wahrnehmung ist ein sehr komplexer Prozess, in den alles im Leben Erlernte und jede jemals gemachte Erfahrung unbewusst mit einbezogen werden. Somit ist nicht davon auszugehen, dass 2 Menschen, die dasselbe sehen, auch dasselbe wahrnehmen. Jedes Gehirn erzeugt hierbei seine eigene Wahrheit. Allerdings kann man bei Menschen, die im gleichen Kulturkreis aufgewachsen und somit ähnlich geprägt sind, systematisch gleiche Fehlleistungen in der Wahrnehmung erkennen, zumindest, wenn das Gehirn vor außergewöhnliche Aufgaben gestellt wird.
So ist zum Beispiel das Lesen in unserem Kulturkreis hoch trainiert. Diese Vorerfahrung versucht das Gehirn in den Vordergrund zu stellen. Wenn wir die Farben der folgenden Wörter benennen wollen, bemerken wir erstaunt, wie schwer uns das fällt. Könnten wir allerdings noch nicht lesen, wäre es kinderleicht.
rot gelb grün blau schwarz grau orange
Gar nicht so einfach, oder? Dieses Phänomen, das in der Experimentalpsychologie als „Stroop-Effekt“ bekannt ist, tritt bei mentalen Verarbeitungskonflikten auf. Es zeigt, dass gut trainierte Vorgänge, wie in diesem Fall das Lesen, nahezu automatisch ablaufen, während ungewöhnliche Aufgaben, wie hier das Benennen der Farben, deutlich mehr Aufmerksamkeit erfordern. Entspricht die Farbe der Buchstaben nicht der Bedeutung des Wortes, so verlängert sich die Reaktionszeit und die Fehlerquote steigt.
Der gleiche Effekt tritt auf, wenn wir vor die Aufgabe gestellt werden, von 2 Zahlen, die uns jeweils paarweise im Sekundentakt auf einem Bildschirm präsentiert werden, zum Beispiel 3 und 5, die jeweils höhere zu benennen. Insbesondere bei einstelligen Zahlen stellt das überhaupt kein Problem für uns dar. Schwierig wird es aber sofort, wenn die Schriftgröße der Zahlen unterschiedlich ist. Wird hierbei die höhere Zahl nach dem Zufallsprinzip kleiner dargestellt als die niedrigere, steigen die Reaktionszeiten und Fehlerquoten sprunghaft an. Offensichtlich setzt unser Gehirn voraus, dass die Zahlen, wenn sie schon in unterschiedlichen Schriftgrößen dargestellt werden, zumindest so dargestellt sind, dass die 5 bitteschön in größerer Schrift zu erscheinen hat als die 3.
Wir haben an jedem Tag unseres Lebens vieles erlernt, wobei sich Strukturen und Programme in unseren Gehirnen entwickelt und fest verankert haben, die durch Signale aus der Umwelt automatisch abgerufen werden.
Das Gehirn produziert so seine eigene Wahrheit und bietet uns diese als unumstößliche Tatsache an. Ob diese Realität auch objektiv messbar, also tatsächlich real existent ist, interessiert unser Gehirn hierbei herzlich wenig.
Wenn wir uns die folgende Abbildung anschauen, dann sind wir uns alle sofort einig, dass die Figur auf der rechten Seite deutlich größer ist als die auf der linken. Die mittlere liegt irgendwo dazwischen. Das ist die Realität, die jedes unserer Gehirne wahrnimmt. Wenn wir allerdings nachmessen, stellen wir verblüfft fest, dass alle 3 Figuren gleich groß sind.

Einfluss des Kontextes auf die Wahrnehmung
Betrachten wir das Bild allerdings aus einiger Entfernung, so können wir uns das Messen ersparen.
Von weitem verschwindet der Einfluss der Linien, die den Kontext, also die Umgebung bilden. Jetzt löst sich die Perspektive auf und die Figuren werden in ihrer wahren Größe erkannt.
Mit der nächsten Abbildung, die eine unlogische Konstruktion darstellt, verwirren wir unser Gehirn dergestalt, dass wir förmlich bemerken, wie es versucht, uns eine sichere Wahrnehmung zu präsentieren, diese aber immer wieder zurückzieht. Es kennt eben keine unlogischen Konstruktionen und kommt so mit seinen Lösungsansätzen immer wieder ins Schleudern.

Unlogische Konstruktion
Beim nächsten Bild wird es noch verrückter. Das Gebilde dürfte bei jedem Betrachter die Assoziation eines Riesenrades auslösen, wenngleich es nur schemenhaft dargestellt und die Tragkonstruktion nur angedeutet ist. Und was macht ein Riesenrad? Es dreht sich. Und was versucht unser Gehirn uns vorzugaukeln? Die Drehung des vermeintlichen Riesenrades.

Das assoziierte Riesenrad dreht sich
Hiermit ist unser Gehirn nun völlig überfordert. In seinem Bemühen, uns eine passende Wahrnehmung zu präsentieren, sucht es nach unbewussten Erfahrungen, denen es die unten stehende Abbildung zuordnen kann. Natürlich findet es keine, da wir nichts gelernt haben, was zu der abstrakten Darstellung passen könnte. Bei der ständigen Suche nach einer Interpretation der Sinneseindrücke entsteht der Eindruck einer Dynamik, die selbstverständlich in der Realität nicht existiert.

Dynamik durch Interpretationsversuche des Gehirns
Insgesamt sehen wir also nur das, was wir zu sehen gelernt haben, und das nur in einem sehr kleinen Frequenzbereich der elektromagnetischen Strahlung des Lichts. Das Gleiche gilt natürlich analog für unsere anderen Sinne, also für das Hören, Riechen, Tasten und Schmecken.
Ohne, dass wir das Geringste dagegen machen können, ist unsere Wahrnehmung also sehr stark beeinflusst von den individuellen Vorerfahrungen, die jeder für sich in seinem Leben gemacht hat. Dabei ist es vollkommen unerheblich, ob diese Vorerfahrungen bewusst erinnert werden oder nicht. Sie sind tief in unserem Unterbewusstsein abgespeichert und rufen im Prozess der Wahrnehmung unwillkürlich Gefühle hervor. Diese können, je nach Art der Vorerfahrung, neutral sein, aber auch Gefühle höchsten Glücks oder tiefsten Leids, und natürlich auch die gesamte übrige Palette dazwischen.
Stellen wir uns einmal vor, dass 3 Menschen ein und denselben Gegenstand betrachten, sagen wir mal, einen roten Sportwagen. Physikalisch gesehen, handelt es sich um ein einziges Objekt, das aber nun Auslöser ist für 3 grundverschiedene Wahrnehmungen. Der erste denkt: „Schönes Design, ganz nett.“ Seine Wahrnehmung ist eher neutral. Der zweite ist vor Begeisterung ganz aus dem Häuschen. Er ist Motorsport begeistert und kennt jedes Detail dieses Autos. Dem dritten ist der Schreck in alle Glieder gefahren. Er war einmal in einen Unfall mit einem solchen Auto verwickelt und die damaligen Bilder und Gefühle sind ihm sofort wieder präsent. Bei der Wahrnehmung verknüpft unser Gehirn die Sinnesreize also immer mit unseren individuellen Vorerfahrungen und erzeugt so die hiermit einhergehenden Gefühle.
Unsere individuelle Vorerfahrung beeinflusst auch den Fokus, mit dem wir die Welt betrachten. Wenn wir durch eine Fußgängerzone schlendern, sehen wir Leute aller Couleur, ohne dass uns etwas Besonderes auffällt. Erwarten wir aber ein Kind, so sehen wir plötzlich überall schwangere Frauen und Kinderwagen, die uns vorher nie aufgefallen sind. Der unbewusste Fokus ist nun ein anderer. Wenn sich die Lebenssituation verändert, nehmen wir plötzlich etwas wahr, das vorher auch schon da gewesen ist, von uns aber nicht bemerkt wurde. Dieses hatten wir zwar gesehen, aber nicht wahrgenommen, weil unser Unterbewusstsein unsere Aufmerksamkeit nicht darauf gerichtet hatte. Die diesbezüglichen Sinnesreize wurden vom Gehirn ignoriert.
Jetzt sind wir beim präfrontalen Cortex, dem individuellen Filter der Sinnesreize. Dieser entscheidet ganz allein, ob wir etwas wahrnehmen oder nicht. Der präfrontale Cortex ist, vereinfacht ausgedrückt, ein Hautlappen, der den vorderen Teil des Neocortexes, der Hirnrinde, bildet. Er wird aktiv, wenn wir etwas planen oder komplexe Probleme lösen. Hier ist unser Ich-Bewusstsein, also unser Ego, unsere Persönlichkeitsstruktur und somit unser ganzes Weltbild angesiedelt.
Es dauert bis zu 25 Jahren, bis sich der präfrontale Cortex vollkommen ausgebildet hat, da dieser Prozess mit der Persönlichkeitsentwicklung einhergeht.

Symbolisch: präfrontaler Cortex – Filter der Sinnesreize
Im präfrontalen Cortex werden die Signale aus der Umwelt selektiert, wodurch unser Gehirn noch schneller und leistungsfähiger wird. Die Entscheidung, ob ein Signal aufgenommen und somit zu einer Information wird, trifft der präfrontale Cortex blitzschnell und ohne unser bewusstes Zutun. Wenn hier ein Sinnesreiz ankommt, der nicht zu unserem Weltbild passt, dann wird er einfach ignoriert, ohne dass wir das Geringste davon bemerken. Auf diese Weise werden alle unsere Sinneseindrücke unbewusst gefiltert, so dass wir eine bewusste Wahrnehmung nur dann machen können, wenn die aufgenommenen Umweltsignale zu unseren Vorerfahrungen passen.
Durch den Neocortex, und hier vor allem durch den präfrontalen Cortex, ist der Mensch mit der phänomenalen Eigenschaft des bewussten und zielgerichteten Denkens ausgestattet. Durch sein Bewusstsein ist er in der Lage, sein Leben kreativ zu gestalten. Er ist kulturfähig und kann so die niedergeschriebenen und abgespeicherten Erfahrungen vorangegangener Generationen nutzen und weiterentwickeln. Er kann über sich selbst nachdenken, über den Sinn des Lebens philosophieren und Zukunftspläne schmieden. Der Mensch ist aktiver, kreativer Teil der Schöpfung, und das alles nur durch einen kleinen Hautlappen an der Hirnrinde. Genau diese Fähigkeit, in unbegrenztem Umfang bewusst kreativ zu denken und zu handeln, macht den Unterschied zum Tier aus, das im Gegensatz hierzu fast ausschließlich instinktiv, also unbewusst, agiert.
Natürlich verfügt der Mensch ebenso über ein Unterbewusstsein, aus dem heraus er intuitiv agiert, wobei unbewusste Vorgänge etwa eine Million mal schneller ablaufen als bewusste Entscheidungen getroffen werden können. Das Unterbewusstsein steuert alle Körperfunktionen, vom Herzschlag bis zum Immunsystem, jede einzelne Zelle unseres Körpers. Hier sind zudem alle jemals gemachten Erfahrungen enthalten, die im Prozess der Wahrnehmung zu Gefühlen führen und so unsere gesamte Lebensqualität direkt beeinflussen.
Nur maximal 5 Prozent aller Entscheidungen werden bewusst getroffen, während das Unterbewusstsein vollkommen unbeachtet die restlichen 95 Prozent wie von selbst erledigt. Und dennoch ist sich der Mensch jederzeit absolut sicher, dass er vollkommen bewusst und rational handelt, und zwar auf der Grundlage seiner Lebenserfahrung und seines angelernten Wissens. Selbst wenn er wollte, so könnte er hierüber gar nicht anders denken, weil er durch seinen eigenen präfrontalen Cortex, der sein Ego bildet, eingeschränkt ist.
Vielleicht findet die Taube ja gerade deshalb ihren Weg, weil sie kein Ego hat. Vielleicht kommen die Tiere gerade deshalb in ihrem Lebensraum so gut zurecht, weil sie kein Ego benötigen, sondern einfach ihren Instinkten folgen. Für uns stellt sich nun die Frage, wie sich die inneren Überzeugungen entwickelt haben, die den Filter des präfrontalen Cortexes bilden.
Offen für alles – bis das Ego anklopft
Ein Baby, das gerade auf die Welt gekommen ist, nimmt alle Sinneseindrücke vollkommen kritiklos in sich auf, etwa so wie ein Schwamm, der sich mit Wasser vollsaugt. Die Hirnwellen des Säuglings schwingen dabei im Delta-Bereich, extrem langsam, mit etwa 1 bis 3 Hertz (Hz), also maximal 3 Schwingungen pro Sekunde. Bei diesen Werten befände sich ein Erwachsener in einem Zustand vollkommener Bewusstlosigkeit, zum Beispiel im Tiefschlaf, aber für den Säugling sind diese niedrigen Hirnfrequenzen genau richtig. Das Baby lernt hierbei mit unglaublicher Geschwindigkeit und stellt sich so auf seine neue Umwelt ein.

Ein Baby nimmt alle Eindrücke ungefiltert auf
Während seiner ersten beiden Lebensjahre ist ein Baby von seinen Hirnfrequenzen her nahezu ständig im Zustand einer hypnotischen Tieftrance. Alles, was es nun erfährt oder was ihm widerfährt, ist prägend für sein ganzes Leben. Es sucht den Augenkontakt zu seinen Eltern und den Personen in seiner Umgebung. Wird der Blick des Babys liebevoll erwidert und erhält es liebevollen Körperkontakt, so erfährt es für sich Liebe und Geborgenheit und damit inneres Wachstum. Ist das Gegenteil der Fall, so könnte es sich in sich selbst zurückziehen und somit möglicherweise autistisch werden.
Beim Kleinkind steigen die Hirnfrequenzen dann etwa bis zum 6. Lebensjahr auf 4 bis 7 Hz an. Dieser Schwingungsbereich wird als Theta-Phase bezeichnet. Wenn ein Erwachsener sich im Theta-Zustand befindet, ist er entweder gerade eingeschlafen oder auf andere Weise zu tiefer, innerer Ruhe gekommen, zum Beispiel durch Meditation. Das Kleinkind hingegen ist im Theta-Zustand quietschfidel und aufmerksam. Das ist die Zeit der Phantasiereisen, der Märchen- und Geschichtenerzählungen. Hier fiebert das Kleinkind regelrecht mit und erfährt die Welt auf seine ganz eigene Weise. Wenn es hierbei dann zum Ausdruck bringt, was es sieht oder hört und so zum Beispiel von Engeln und Feen erzählt, dann lächelt der Erwachsene nachsichtig. Er weiß, dass der Theta-Zustand, in dem sich das Kind befindet, auch als hypnagogischer Zustand bezeichnet wird, ein Zustand, in dem nach allgemeiner Auffassung Pseudohalluzinationen auftreten.
Solche Halluzinationen sollen für das Kind absolut real sein. Es soll demnach wissen, dass es halluziniert, aber nicht in der Lage sein, darauf zu reagieren. Was aber wäre, wenn das Kind die Feen und Elfen, von denen es erzählt, tatsächlich wahrgenommen hätte? Dann könnten die Erwachsenen sich einfach nur nicht vorstellen, dass es so etwas gibt. Somit wäre die Realität der Erwachsenen verschieden von der Realität, die das Kleinkind im hypnagogischen Zustand wahrnimmt. Damit erhebt sich die Frage, ob etwas nur deshalb nicht real existent sein kann, weil wir es als Erwachsene nicht wahrnehmen können.

Pseudohalluzinationen – Realität oder Fiktion?
Auf jeden Fall ist die Tatsache, dass sich die Kinder im Alter von etwa 2 bis 6 Jahren im Theta-Zustand befinden, eine geniale Einrichtung der Natur.
In diesem Zustand, der dem einer leichten hypnotischen Trance sehr ähnlich ist, lernen die Kinder mit unglaublicher Geschwindigkeit. Sie erlernen so mühelos die Sprache und die Abläufe des Zusammenlebens in der Gesellschaft, in die sie hineingeboren wurden. Auch dieser Lebensabschnitt ist prägend für das ganze Leben.
Erst ab dem Alter von etwa 6 Jahren beginnt sich das Ego auszubilden und damit der präfrontale Cortex, der Filter, der uns eine objektive Wahrnehmung unmöglich macht, weil er dauernd wertet und Sinnesreize ausblendet, ohne dass wir dies auch nur im Ansatz bemerken. Dieser Prozess der Entwicklung von Persönlichkeitsstrukturen ist mit dem Ende der Pubertät sehr weit fortgeschritten, aber bis zum vollständigen Auswachsen des präfrontalen Cortexes kann es noch Jahre dauern.
Bei diesem Prozess des persönlichen Wachstums steigt auch die Hirnaktivität kontinuierlich an. Die Frequenz der Hirnwellen steigt mit dem Grad der Konzentration und der emotionalen Erregung. So zeigt das EEG für den Erwachsenen, der sich in einem sehr ruhigen Zustand befindet, also kurz vor dem Einschlafen ist, mit etwa 8 bis 15 Hz den Alpha-Zustand an. Mit steigender Konzentration, was einer steigenden Aktivität im präfrontalen Cortex gleichkommt, nimmt auch die Frequenz der Hirnwellen zu. Während des Tagesablaufs sind wir üblicherweise im Beta-Zustand, der sich über einen Bereich von 16 bis 30 Hz erstreckt. Morgens beim Frühstück sind es vielleicht 20 Hz, während einer konzentrierten Arbeitsphase so um die 25 Hz, bei einer erregten Diskussion vielleicht 28 Hz und beim ruhigen Ausklang des Tages sind es vielleicht wieder 20 Hz. Über 30 Hz beginnt der Gamma-Bereich, aber in den sollten wir besser nicht hineinkommen. Dieser ist gekennzeichnet von allerhöchster Konzentration, die einhergeht mit starken Emotionen bis hin zur Panik. Man könnte den Gamma-Zustand auch als puren Stress bezeichnen.

Normale Gehirnwellen des Erwachsenen
Ein Erwachsener hat also von Natur aus nicht die Spur einer Chance, bei vollem Bewusstsein in den Theta- oder gar den Delta-Zustand zu gelangen, da er sich bei diesen niedrigen Hirnfrequenzen im Schlaf oder sogar im Tiefschlaf befindet.
Im veränderten Bewusstseinszustand einer hypnotischen Trance allerdings, werden diese niedrigen Hirnfrequenzen bei vollem Bewusstsein, ja sogar mit deutlich erhöhter Aufmerksamkeit erreicht. Mit zunehmender Trancetiefe nimmt hierbei der Einfluss des präfrontalen Cortexes auf die Wahrnehmung immer mehr ab, bis in einer Tieftrance überhaupt keine Kritikfähigkeit mehr vorhanden ist. Nun ist die direkte Kommunikation mit dem Unterbewusstsein möglich, ohne dass der präfrontale Cortex mit seinem erlernten Weltbild und seinen andauernden Wertungen ständig dazwischen funkt.
Homo Sapiens – verstehend ja, aber wirklich weise?
Wir Menschen verfügen über die einzigartige Fähigkeit, komplexe Denkprozesse durchführen zu können. Hierbei sind wir kreativ, indem wir Neues entwickeln und logisch, indem wir hierzu die Erkenntnisse, die zuvor von anderen Menschen gewonnen wurden, gezielt einsetzen und miteinander verknüpfen.

Homo Sapiens – verstehend ja, aber wirklich weise?
Diese Erkenntnisse unserer Artgenossen sind uns als Kleinkinder, in unserer Schulzeit, in der Ausbildung, im Beruf und im Zuge unserer allgemeinen Lebenserfahrung vermittelt worden.
Das so erlangte Wissen, das Tag für Tag erweitert wird, ist geprägt von unserem gesellschaftlichen Umfeld, dem Kulturkreis, in dem wir leben und in dem wir aufgewachsen sind.
Auf diesem, bedingungslos als wahr angenommenen Wissen, bauen wir alle unsere Wahrnehmungs- und Denkprozesse auf, denn das erlernte Wissen und die hiermit einhergehenden Erfahrungen bilden schließlich die Grundlage für unser kreatives Denken und jede weitere Entwicklung. Hierbei akzeptieren wir die Tatsache als selbstverständlich, dass sich unsere Mitmenschen, und wir selbst natürlich auch, darauf spezialisiert haben, bestimmte Berufe, die ihnen besonders gut liegen, zu ergreifen. Auf die Einschätzung und die Erfahrung dieser Spezialisten, seien es Handwerker, Lehrer, Ärzte, Ingenieure, Wissenschaftler, Künstler, Theologen oder alle anderen Berufe und Tätigkeiten, vertrauen wir, und natürlich auf alles, was gesellschaftlich als allgemein anerkannt gilt. Zumindest haben wir es nicht anders gelernt und sind daher so von der Gesellschaft geprägt, aber wir verfügen ja auch über einen klaren Verstand und einen freien Willen. Durch dieses außerordentlich leistungsfähige System der menschlichen Evolution, das seine Wurzeln in der Physiologie des menschlichen Gehirns und hier im Besonderen in der Indoktrinierbarkeit des Neocortexes hat, wurde die rasante Entwicklung des Lebensstandards und der exponentielle technische Fortschritt der letzten 250 Jahre erst ermöglicht.
Allerdings ist in der Geschichte durch genau diese Beeinflussbarkeit von Menschen durch andere Menschen auch großes Leid hervorgerufen worden, und zwar immer dann, wenn Menschen die Verantwortung für ihr eigenes Denken und Handeln zugunsten einer gesellschaftlichen Strömung abgegeben haben. Hierbei spielt offensichtlich noch ein anderer Faktor eine maßgebliche Rolle, nämlich unser psychoenergetisches Feld, nach dem wir gerade suchen.
Wenn Menschen sich zu Gruppen mit gleichen Interessen und Zielen zusammenschließen, beeinflussen sie sich gegenseitig durch unbewusste energetische Interaktionen. Man könnte auch sagen, sie schaukeln sich gegenseitig emotional auf und identifizieren sich durch den so entstehenden Verstärkungseffekt noch stärker mit den Ansichten der Gruppe. Die subjektive Meinungsbildung des Menschen steht also in unbewusster Wechselwirkung mit den Gefühlen anderer Menschen, welche die Ansichten der Gruppe, der er selbst auch angehört, vehement vertreten. Die persönliche Identifikation mit diesen Ansichten, seien sie ideologischer oder religiöser Natur, ist dann so extrem, dass der Mensch nichts anderes mehr gelten lassen kann, selbst wenn er wollte. Die Ego bildende Wirkung des Neocortexes ist immens. So wurden überall und zu allen Zeiten Kriege geführt, Andersgläubige sowie vermeintliche Hexen und Zauberer verfolgt, Revolutionen angezettelt und Wirtschaftskrisen ausgelöst.
Das Wohlbefinden, die Gesundheit und schließlich das gesamte Weltbild des Menschen sind also in hohem Maße abhängig von der Umwelt, in der er herangewachsen ist und in der er lebt. Gerade in den westlichen Industrienationen verändern sich die Lebensumstände mit dem ständig voranschreitenden technischen Fortschritt, und das in einer Geschwindigkeit, die es wohl so auf unserem Planeten noch nie zuvor gegeben hat.
Für die Menschen bedeutet dies, dass sie zwangsläufig unbewusst auf die sich rasch verändernden Umgebungsbedingungen reagieren. Sie stehen schließlich in ständiger Wechselwirkung mit ihrem Umfeld. Erfolgt diese Wechselwirkung in Harmonie zu den inneren Einstellungen, so führt dies zu einer Verbesserung der Lebensqualität und somit zur Stärkung der Gesundheit. Ist allerdings das Gegenteil der Fall, so entsteht durch die permanente Überforderung eine Form von dauerhaftem Stress, der als solcher bewusst nicht wahrgenommen wird, weil er durch das gewohnte Umfeld verursacht ist. Dauerstress führt zu einer Beeinträchtigung des Immunsystems, wodurch ernste Krankheiten entstehen können. Werfen wir also einmal einen Blick auf die Veränderungen in unserem Lebensumfeld.
Wenn wir so zurückdenken an unsere eigene Kindheit in den 1960er Jahren, müssen wir immer wieder schmunzeln, insbesondere, wenn wir uns an die damaligen Lebensumstände erinnern. Nicht, dass wir als Kinder unglücklich gewesen wären, ganz im Gegenteil, aber was für eine gewaltige Entwicklung haben wir in den letzten 50 Jahren miterleben dürfen. Autos gab es damals so gut wie keine. Wenn wir jemanden besuchen wollten, so gingen wir zu Fuß oder fuhren mit dem Fahrrad. Falls wir uns nicht verabredet hatten, mussten wir hoffen, jemanden anzutreffen, denn zu dieser Zeit gab es kaum einen Haushalt mit Telefon. Die Sommer waren klarer und die Winter kälter als heute. Ach ja, die Winter. Zentralheizungen gab es zu dieser Zeit noch nicht. Geheizt wurde mit Kohleöfen, einem in der Wohnküche, der tagsüber immer brannte und einem im Wohnzimmer, der nur an Wochenenden oder Feiertagen angeheizt wurde. Die Schlafräume wurden nicht beheizt. Wenn man morgens fröstelnd aufstand, konnte man die Eisblumen bewundern, die sich in der Nacht von innen auf den Fensterscheiben gebildet hatten. Es gab sogar schon Fernseher, Röhrengeräte, nahezu würfelförmig, mit 2 Programmen, schwarz-weiß natürlich und mit nur wenigen Stunden Sendezeit pro Tag. Fury, Flipper und die Augsburger Puppenkiste gehörten für uns in dieser Zeit zu den absoluten Highlights. Wir hatten damals Zeit füreinander, in der Familie, für unsere Freunde, und Zeit für uns selbst. Wir lasen viel, träumten vor uns hin oder tobten uns beim Spielen aus. Das Leben, das wir führten, war sehr ausgeglichen, nicht luxuriös, aber sehr befriedigend.
Die Vorstellung, dass wir heute in schierem Luxus leben würden, mit Zentralheizungen, Bädern und Autos, wäre damals schon durchaus denkbar gewesen, aber die Vorstellung, von einem Handy aus E-Mails in die ganze Welt zu verschicken, im Sekundentakt die neuesten Nachrichten zu erhalten oder 400 Fernsehprogramme empfangen zu können, wäre uns damals als reine Utopie vorgekommen.
Tatsache ist jedenfalls, dass die Informationen, die aus unserer Umwelt auf uns einwirken, insbesondere während der letzten 10 Jahre immens zugenommen haben. E-Mails, Soziale Netzwerke, Smartphones und Tablets sind fester Bestandteil unserer Kommunikation geworden. Die meisten Menschen sind ständig erreichbar und fühlen sich genötigt, auf eingehende Nachrichten sofort zu antworten.
Mit den blitzschnellen Kommunikationssystemen hat auch der Leistungsdruck am Arbeitsplatz zugenommen, offensichtlich so sehr, dass immer mehr Beschäftigte auf verschreibungspflichtige Medikamente zurückgreifen, um auf diese Weise leistungssteigernde oder stimmungsaufhellende Wirkungen zu erzielen. Gemäß DAK Gesundheitsreport 2015 nehmen etwa 3 Millionen Beschäftigte Psychopharmaka ein, um Stress am Arbeitsplatz aushalten zu können oder um ihre Leistung zu steigern, hiervon etwa 1 Million Menschen regelmäßig.
Parallel zu dieser Entwicklung stieg der Anteil der psychischen Erkrankungen an den Arbeitsunfähigkeiten während der letzten 39 Jahre von 2 auf 14,7 Prozent, wobei die Zahl der Ausfalltage sich verfünffacht hat. Vor 20 Jahren waren psychische Erkrankungen noch nahezu bedeutungslos. Heute bilden sie die zweitgrößte Diagnosegruppe, bei der Arbeitsunfähigkeit attestiert wird, so der BKK Gesundheitsreport 2014.
Ganz so gut scheinen uns die hektischen Zeiten, in denen wir leben, ja nicht zu bekommen. Offensichtlich leiden heute sehr viele Menschen an Versagens- oder Existenzängsten. Neben den psychischen nehmen auch die physischen Erkrankungen zu, vor allem die Krebserkrankungen. So berichtet die Süddeutsche Zeitung im Februar 2014 über den Welt-Krebs-Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO:
„Wenig Zuversicht im Kampf gegen Krebs: Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen könnte im kommenden Jahrzehnt um 40 Prozent steigen, heißt es im aktuellen Welt-Krebs-Bericht. Behandlung alleine reiche nicht, warnen die Experten. Sie fordern Vorbeugung per Gesetz. Bis 2025 könnten jährlich 20 Millionen Menschen weltweit an Krebs erkranken - rund 40 Prozent mehr als derzeit. In den kommenden zwei Jahrzehnten sei gar ein Plus von rund 70 Prozent möglich, warnen die Autoren des aktuellen Welt-Krebs-Berichts.“ (SZ, 03. 02. 2014)
Vorbeugung per Gesetz? Mit welchem Menschenbild werden wir denn da konfrontiert? Die Mitarbeiter der WHO scheinen der ehrlichen Auffassung zu sein, dass sich eine Krebserkrankung dadurch vermeiden lässt, dass sie, die Experten, Gesetze vorschlagen, die der Weltbevölkerung feste Bestimmungen vorgeben, nach denen sich die Menschen zu ihrer eigenen Gesundheitsvorsorge, sprich ihrem eigenen Wohl, verbindlich zu richten haben.
Die Notwendigkeit, solche Gesetze zu erlassen, begründen diese Experten damit, dass sie ein Schreckensszenario darstellen, das vermutlich auf hochgerechneten Statistiken beruht, aber natürlich durchaus zutreffend sein könnte.
Nur, was zeigt das? Es zeigt zumindest, dass der menschliche Körper von der WHO als eine Art biologische Maschine betrachtet wird. Wenn diese Maschine regelmäßig inspiziert und bestimmungsgemäß betrieben wird, so ist nach Auffassung dieser Experten die Wahrscheinlichkeit, dass eine Betriebsstörung durch Krebs auftritt, geringer als bei unsachgemäßem Betrieb. Folgerichtig befürworten sie die Verabschiedung von Gesetzen, die den unsachgemäßen Betrieb des menschlichen Körpers unterbinden sollen. Ergo wird in dem Bericht angeregt, das gesundheitsbewusste Verhalten per Gesetzgebung zu fördern, indem der Konsum von Tabak, Alkohol und Zucker reguliert wird. Zusätzlich seien in regelmäßigen Intervallen Vorsorgeuntersuchungen vornehmen zu lassen und vorgeschriebene Impfungen innerhalb der vorgegebenen Zeitintervalle durchzuführen.
Mal ganz ehrlich, kann ein solches Gedankenkonstrukt einem freien, denkenden Menschen gerecht werden, der in freier Selbstbestimmung sein Leben auf seine ganz persönliche Weise lebt? Diese Frage möge sich jeder selbst beantworten. Jedenfalls scheinen hier die festen Überzeugungen und insbesondere das Umfeld, in dem diese entstehen, eine wesentliche Rolle zu spielen.
Glaube, Ängste, Übersinnliches – damals wie heute
Auf jedem Kontinent und in jedem Kulturkreis wurden zu allen Zeiten spirituelle Weltanschauungen gepflegt und gelebt. Ganz gleich, ob die Spiritualität in den Mythologien der Antike ausgelebt wurde oder ob sie in den heutigen Weltreligionen, dem Schamanismus oder allen anderen Arten von spiritueller Orientierung zum Ausdruck gebracht wird, seit Jahrtausenden suchen die Menschen Lebensperspektiven und Halt in einem spirituellen Aspekt ihres Lebens. Bei dieser Suche macht jeder Mensch seine individuellen Erfahrungen auf intuitive Weise.

Verbundenheit
Die Art dieser so gemachten Erfahrungen ist natürlich abhängig vom Umfeld eines jeden Einzelnen. Hierdurch wurde die Prägung in der frühen Kindheit ausgelöst und später der Filter, den der präfrontale Cortex bildet, geformt. Insofern gestaltet sich die Suche nach der objektiven Wahrheit beliebig schwierig, denn die unbewussten Überzeugungen eines jeden Menschen lassen nur subjektive Wahrheiten zu. Diese können sich dann, je nach Vorerfahrung, statt durch Lebensperspektiven auch durch massive Ängste vor bösen Geistern, Dämonen oder Ähnlichem ausdrücken.
Im Mittelalter und der frühen Neuzeit zum Beispiel, war das Leben in Westeuropa hauptsächlich von der Kirche geprägt. Es gab die konkrete Vorstellung eines richtenden Gottes, der bei Eintritt des Todes entschied, ob die Seele in den Himmel kam, ins Fegefeuer oder gar in die Hölle. Wer gottesfürchtig war, also Gott fürchtete, richtete sich dann doch lieber nach dessen Geboten, die von der Kirche vorgegeben wurden. Es gab die Vorstellung des Teufels, der das Böse schlechthin verkörperte, und natürlich von Ketzern, Zauberern, Dämonen und Hexen. Für die Herrschenden dieser Zeit, nämlich Adel und Klerus, war das eine sehr praktische Sache, konnte das Volk doch so bestmöglich kontrolliert werden. Die Positionen der Kirche waren dogmatisch, beinhalteten also Lehrmeinungen, die unbedingt angenommen werden mussten und keinesfalls infrage gestellt werden durften. Wer dennoch anderer Meinung war und dazu noch wagte, diese zu äußern, wurde eines Untersuchungsverfahrens unterzogen – der Inquisition. Diese Gerichtsverfahren, die unter dem Vorsitz eines Geistlichen, des Inquisitors, geführt wurden, hatte die römisch katholische Kirche zu dem Zweck eingeführt, Häretiker, also Irrgläubige und Ketzer, die sich anmaßten, ein kirchliches Dogma infrage zu stellen, auf den vermeintlich rechten Weg zu bringen. Dass hierzu grausamste Foltermethoden eingesetzt und tausende Todesurteile vollstreckt wurden, ist allgemein bekannt. Die Inquisition überdauerte die Zeit von Anfang des 13. Jahrhunderts bis Ende des 18. Jahrhunderts, also rund 600 Jahre.
Wer in diesem Weltbild meinte, Schuld auf sich geladen zu haben, war gut beraten, sich dieser zu entledigen, bevor er an die Himmelstür klopfte. Aber auch hierfür wusste die Kirche Rat. Sie eröffnete den armen Sündern die Möglichkeit, Ablassbriefe zu erwerben. Diese wurden gegen Zahlung eines entsprechenden, gottgefälligen Geldbetrages von Bischöfen und Kardinälen im Namen des Papstes ausgestellt. Bei größeren Sünden erteilte der Papst selbst die Absolution in Form einer päpstlichen Ablassbulle. Das war vielleicht etwas teurer, aber immerhin noch sicherer, wurde der Ablass doch direkt vom Stellvertreter Gottes auf Erden erteilt, der übrigens auf diese Weise den Bau des Petersdoms in Rom locker finanzieren konnte. Eine bedeutende Rolle im Vertrieb der Ablassbriefe spielte der Dominikanermönch Johann Tetzel, aus dessen Feder der berühmte Slogan stammt: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt.“ Als Sonderoption konnten auch Ablassbriefe für die Sünden bereits verstorbener Angehöriger erworben werden, sicherlich eine Gelegenheit. Martin Luther dagegen war so angesäuert über die Praxis des Ablasshandels, dass er, der Überlieferung nach, am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg nagelte. Papst Pius V. hob dann allerdings 1567 alle Ablässe auf und verfügte 1570 die Exkommunikation für all jene, die mit Ablassbriefen Handel treiben wollten. Das war eine von vielen Kehrtwenden in der Weltanschauung, die durch die Entscheidung eines Einzelnen per Erlass festgelegt wurde.
In dieser Zeit, insbesondere im 16. und 17. Jahrhundert, glaubten die Menschen fest an Hexen, die mit dem Teufel im Bunde waren. Immer, wenn sich die Menschen etwas nicht erklären konnten, zum Beispiel Missernten, Naturkatastrophen, Brände oder Krankheiten, so musste ein Schuldiger gefunden werden. Das waren im Zweifel dann immer Hexen oder Zauberer. Diese wurden der Hexerei angeklagt und verurteilt. Grundlage der Hexenprozesse war der vom päpstlichen Inquisitor Heinrich Kramer verfasste „Hexenhammer“, der erstmals 1487 erschien. Hier wurden die Foltermethoden genau beschrieben, die anzuwenden waren, um die vermeintliche Hexe zu einem Geständnis zu bewegen. Anklagepunkte waren fast immer „Schadenszauber“ und „Buhlerei mit dem Teufel“. Unter der Folter gestanden die Gequälten alles, was ihre Peiniger hören wollten. Dann erging das Todesurteil, das meist durch Verbrennen auf dem Scheiterhaufen vollstreckt wurde. Auslöser solcher Prozesse waren nahezu ausschließlich Denunziationen durch Nachbarn und Bekannte. Man schätzt die Zahl der Opfer in Europa auf etwa 50.000, die Hälfte davon in Deutschland.

Anklage wegen Hexerei
Erst gegen Mitte des 18. Jahrhunderts gingen diese Prozesse dem Ende entgegen. Und dennoch gilt die Schottin Helen Duncan erst Mitte des 20. Jahrhunderts als letzte verurteilte Hexe. Sie galt als bekannte Wahrsagerin und soll 1944 während einer Séance Geheiminformationen weitergegeben haben, von denen sie eigentlich nichts wissen konnte. Auf Basis eines aus dem Jahre 1735 stammenden Anti-Hexerei-Gesetzes wurde sie im Januar 1944 verhaftet und zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Erst 1951 wurde das betreffende Gesetz auf Betreiben Winston Churchills außer Kraft gesetzt.
Es wäre bestimmt nicht richtig, die Geschehnisse von damals aus heutiger Sicht bewerten zu wollen. Die Handlungen dieser Zeit entsprangen sicherlich tiefsten Überzeugungen und großen Ängsten, wenngleich auch bei der einen oder anderen Denunziation ein klares Kalkül der Auslöser gewesen sein mag. Das damals Geschehene entsprach dem Geist jener Zeit und somit den Dogmen, denen die Menschen folgten.
Heute können wir ja im Brustton der Überzeugung sagen, dass wir in aufgeklärten Zeiten leben. Wir können uns rühmen, über einen immensen technischen Fortschritt zu verfügen und alles, was unser Leben betrifft, wissenschaftlich erklären zu können. Oder doch nicht? Nein, offensichtlich doch nicht.
In vielen Ländern der Welt, insbesondere den afrikanischen südlich der Sahara, einigen arabischen sowie Indien, Papua Neuguinea, Südamerika und Indonesien sind Hexenverfolgungen mit allen ihren Grausamkeiten auch heute gelebte Realität. Die Menschen suchen nach der Ursache für Unglück und Leid und glauben, diese in bösen Mächten zu finden, die ihnen dies angetan haben.
Im Folgenden einige Beispiele:
„UN verurteilt Hexenjagd in Papua Neuguinea: In Papua Neuguinea werden immer mehr Menschen der Hexerei bezichtigt und dafür getötet und gequält, sagen Experten. In Papua Neuguinea mehren sich Verbrechen im Zusammenhang mit schwarzer Magie und Zauberei (…). Vor allem alleinstehende Frauen würden häufig als Hexen bezeichnet und ohne rechtsgültige Beweise gequält und getötet, berichten Menschenrechtsorganisationen.“ (Deutsche Welle, 16. 07. 2014)
„Kindesmisshandlung: Die "Hexenkinder" von Nigeria: Immer mehr Kinder in Afrika werden von Geistlichen der Zauberei beschuldigt - und gequält oder umgebracht. Unicef zufolge sind Zehntausende betroffen (…).“ (Spiegel online, 20. 10. 2009)
Die vorstehenden Berichte sind stark gekürzt, weil es nicht Sinn dieses Buches sein kann, die erschütternden Details der Berichterstattung offenzulegen. In jedem Fall glauben große Teile der Weltbevölkerung an übersinnliche Kräfte, allerdings, wenn sie im Alltag großes Leid erfahren, meist nur in Form von Dämonen und schwarzer Magie. Bemerkenswert ist hierbei die Tatsache, dass in Ländern, in denen die Lebensbedingungen von Not, Ängsten, Hunger, Leid und Krankheiten bestimmt sind, deutlich unterschieden wird zwischen weißer und schwarzer Magie. Hier sind Verfolgungen von vermeintlichen Hexen und Dämonen an der Tagesordnung, genau wie in Westeuropa noch vor 300 Jahren, als die Lebensumstände dort vergleichbar waren.
In Deutschland glaubt nur noch fast jeder Zehnte an böse Geister. Vorherrschend hingegen ist der Glaube an Wunder und Engel. Wenn 56 Prozent der Befragten in einer 2006 im Auftrag der „F.A.Z.“ durchgeführten, repräsentativen Umfrage angeben, dass sie an Wunder glauben, so spricht dies eine deutliche Sprache.
Offensichtlich findet zurzeit in Deutschland eine Veränderung in der Weltanschauung statt, bei der einem geistig spirituellen Aspekt des Lebens mehr Raum gegeben wird.
Letzteres wird auch dadurch verdeutlicht, dass 54 Prozent der Befragten angeben, sie seien davon überzeugt, man könne eine drohende Gefahr im Voraus erspüren, 51 Prozent an Schutzengel glauben und 45 Prozent meinen, mit einem weit entfernten Menschen in innerer Verbindung stehen zu können. Mithin glaubte im September 2006 jeder zweite Deutsche, mit einem wie auch immer gearteten, psychoenergetischen Feld in Verbindung zu stehen. Diese Tendenz ist offensichtlich steigend.
So berichtet “Die Welt“ am 16. 05. 2015: „(…) Jeder vierte Deutsche, berichtet die "Zeit" unter Berufung auf die neuesten Zahlen der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (Allbus), sei inzwischen aufgeschlossen gegenüber Wunder- und Geistheilern. Rund 40 Prozent der Bevölkerung halten der Untersuchung zufolge etwas von Astrologie oder New Age, mehr als die Hälfte äußern Sympathie für Anthroposophie und Theosophie.
Im Westen Deutschlands liegen laut Studie die Zustimmungswerte höher als im Osten. Jeder zweite Westdeutsche glaube an Wunder, ungefähr jeder Vierte an die Wiedergeburt.
„Stille spirituelle Revolution": (…) Die Okkultismusforscherin und Präsidentin der Universität Augsburg, Sabine Doering-Manteuffel, spricht von einer "stillen spirituellen Revolution", die sich über Europa ausbreite. "Hier werden Weltbilder verändert wie in keiner Missionsphase der europäischen Geschichte zuvor." (Die Welt, 16. 05. 2015)
Repräsentativen Umfragen zufolge glaubt also jeder zweite Deutsche an Schutzengel und Wunder. Wenn diese Tatsache als „stille spirituelle Revolution“ bezeichnet wird, so zeigt dies in aller Deutlichkeit, dass das gesellschaftlich akzeptierte Weltbild ein anderes ist als das repräsentativ hinterfragte.
In den Medien, die mit überwiegender Mehrheit das allgemein akzeptierte Weltbild widerspiegeln, werden demnach die Menschen bestätigt, die nicht an Übersinnliches glauben, also rational sind, während die spirituellen zumindest zwischen den Zeilen in die Ecke der Esoterik gestellt werden, was im Übrigen, der ursprünglichen Bedeutung des Wortes nach, vollkommen korrekt ist. Esoterik bedeutet nämlich „dem Inneren zugehörig“ und bezeichnet demnach die nach innen gerichtete Aufmerksamkeit, die Spiritualität.
Allerdings wird der Begriff „Esoterik“ heute zumeist mit den Wortdeutungen „irrational“ oder „versponnen“ assoziiert.
Vereinfacht ausgedrückt, leben demnach rund 40 Millionen rationale und 40 Millionen irrationale Menschen in Deutschland, wobei medial lediglich die rationalen in ihrer Weltanschauung ernst genommen werden.
Offen bleibt hier allerdings die Frage, wie viele der sogenannten Rationalen im Grunde ihres Herzens hoch spirituell sind, sich nur nicht zu ihrer Spiritualität bekennen, weil dies im Gegensatz zum medial propagierten Zeitgeist stünde, der von einer eher mechanistischen Weltanschauung geprägt ist.
Damit werden wir uns im Folgenden einmal genauer auseinandersetzen, und uns fragen, ob vielleicht das vermeintlich Irrationale im Grunde rationaler ist als das möglicherweise oberflächlich Rationale.
Der Arzt – eine besondere Autorität
„Das ist wissenschaftlich erwiesen“ oder „Das ist wissenschaftlich nicht erwiesen“, so lauten oft die Standardantworten auf alle möglichen grundsätzlichen Fragen des Lebens. Damit gilt die Frage dann als beantwortet und es wird nicht weiter darüber nachgedacht.
Hier kommt der Einfluss des präfrontalen Cortexes auf die Meinungsbildung voll zur Geltung. Im Zuge seiner Persönlichkeitsentwicklung nimmt der Mensch fest für sich an, dass er Antworten auf Fragen der Gesundheit von Ärzten erhält und Antworten auf Fragen zu wissenschaftlichen Spezialgebieten von den dort tätigen Wissenschaftlern. Deren Ansichten nimmt er unkritisch auf und vertritt diese gegenüber dritten, da diese Spezialisten für ihn Autoritäten auf ihrem Fachgebiet darstellen, die sie ja schließlich auch sind. Autoritäten hinterfragt man nicht.
Insbesondere Ärzte stellen für ihre Patienten besonders große Autoritäten dar, schon allein deshalb, weil es bei den Patienten oft um existentielle Fragen der Genesung geht. Da kann jedes Wort Wunder wirken, auch jedes Zucken der Augen und jede Handbewegung – entweder in Richtung Genesung oder aber auch umgekehrt. Der Patient vertraut den Aussagen des Arztes. Dies schon allein deshalb, weil hier ein besonderes Vertrauensverhältnis besteht und er mangels eigenem Fachwissen keine Möglichkeit hat, dessen Aussage zu überprüfen.
So kann er allenfalls eine zweite Meinung einholen, wobei diese zumeist ähnlich ausfallen dürfte wie die erste, da beide Mediziner ihre Beurteilung auf Basis der gleichen medizinischen Leitlinien abgeben dürften.
Schwierig wird es allerdings dann, wenn der Arzt seinem Patienten eröffnet, dieser habe nur noch 6 Monate zu leben. Insbesondere dieser Aussage vertraut der Patient blind, denn eine solche Aussage, ausgesprochen von einer Autorität, löst einen Schock aus und somit den Zustand einer leichten hypnotischen Trance. In diesem Zustand wird jedes Wort sofort vom Unterbewusstsein angenommen – und gnadenlos ausgeführt.
Dabei hat der Arzt seinen Patienten doch nur offen und ehrlich über die vorliegende Prognose informiert. Die moderne Medizin behandelt den Patienten auf Basis der neuesten medizinischen Erkenntnisse, wobei die Qualität der Behandlung durch ein ausgeklügeltes System von Leitlinien gesichert ist. Die medizinischen Methoden basieren hierbei auf den Naturwissenschaften, also auf Biologie, Chemie und Physik.
Hierbei erhebt sich für uns die Frage, ob der Mensch mehr ist als eine biologische Maschine, also ob er über eine geistig-seelische Ebene etwas für seine Genesung bewirken kann, das zusätzlich zur medizinischen Behandlung wirkt. Hierzu schauen wir uns zunächst einmal an, woraus der Mensch besteht und gehen der Materie auf den Grund.
Woraus besteht unser Körper wirklich?
Bleiben wir zunächst noch bei den Wissenschaftlern und stellen ihnen die Frage, woraus alles besteht, was wir sehen und anfassen können. Woraus besteht Materie, und somit auch wir selbst, die wir aus organischer Materie aufgebaut sind?
Der Physiker wird hierauf antworten, dass jede Form von Materie aus Atomen besteht, die sich zu Molekülen zusammengeschlossen haben. Alle Formen von Materie lassen sich so auf die Kombination chemischer Elemente und somit auf die Kombination von Atomen zurückführen.
Als chemische Elemente werden Atome eines Stoffes bezeichnet, die sich auf chemischem Wege nicht mehr weiter trennen lassen. Sie gelten als kleinste Bausteine der Materie.
Die Atome, aus denen die chemischen Elemente bestehen, sind so klein, dass man sie nicht sehen kann, selbst nicht mit den besten Mikroskopen. Auch mit einem modernen Rasterkraftmikroskop erhält man allenfalls eine Ahnung, wie sie aussehen könnten. Daher haben sich die Physiker bereits vor 100 Jahren Modelle geschaffen, anhand derer sie die Atome zu beschreiben versuchen. Das bekannteste Atommodell, das die meisten von uns in der Schule kennengelernt haben, ist das Atommodell von Niels Bohr aus dem Jahre 1913.
Hiernach sind die Atome alles andere als fest. Sie bestehen nach dem Bohr´schen Atommodell aus einem Atomkern, der aus Protonen und Neutronen gebildet wird. Der Atomkern wird von Elektronen umkreist, die sich hierbei ihrerseits noch um ihre eigene Achse drehen. Diese Drehung der Elektronen um sich selbst wird als Spin bezeichnet. Die Protonen sind positiv und die Elektronen negativ geladen, wobei die Neutronen elektrisch neutral sind.

Atommodell nach der Vorstellung von Niels Bohr (Protonen rot, Neutronen blau, Elektronen schwarz, 11 Elektr. => 11 Prot. => Natrium)
Die Art des Stoffes, den die chemischen Elemente bilden, wird von der Anzahl der Protonen im Kern bestimmt. Nach dieser Zahl, der Ordnungszahl, werden die Elemente im Periodensystem der Elemente geordnet, wobei dieses immer dann erweitert wird, wenn ein neues Element nachgewiesen wurde. Die Buchstaben stehen hierbei für die lateinischen Abkürzungen des Elements, zum Beispiel „H“ für Hydrogenium (Wasserstoff) oder „He“ für Helium. Das Bild des Atoms zeigt 11 Elektronen, also müssen sich auch 11 Protonen im Kern befinden. Demnach handelt es sich um das Schema eines Natriumatoms, da Natrium (Na) die Ordnungszahl 11 im Periodensystem der Elemente innehat.

Periodensystem der Elemente (2015 - 118 Elemente)
Aha, und aus diesen mittlerweile auf 118 angewachsenen Elementen soll alle Materie bestehen, auch wir Menschen? Nein, erstmal sind es zwar inzwischen 118, aber alles, was über der Ordnungszahl 92, dem Uran, steht, ist künstlich durch Kernprozesse erzeugt. Es handelt sich hier um die sogenannten Transurane, die nichts weiter sind als langlebiger Atommüll. Die zählen für uns nicht. Für den Menschen, und auch jedes andere Säugetier, reichen 21 Elemente vollkommen aus, 10 davon als Spurenelemente. Zu 98 Prozent aber, wird der menschliche Körper aus nur 4 chemischen Elementen gebildet: Sauerstoff (O), Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H) und Stickstoff (N).

Der Mensch: Chemische Zusammensetzung
Tja, dann besteht unser Körper wohl tatsächlich zu über 98 Prozent aus feuchter Luft und etwas Kohle. Klar, bestehen wir aus Fleisch und Blut, aber das alles wird aus chemischen Elementen gebildet, die sich mit anderen chemischen Elementen zu Molekülen verbunden haben.
So bestehen wir etwa zu 70 Prozent aus Wasser, das wiederum aus Molekülen besteht, die aus je einem Sauerstoffatom und 2 Wasserstoffatomen gebildet werden, H2O eben.
Eine merkwürdige Vorstellung, die man wohl so ohne weiteres nicht glauben kann. Wir sind doch schließlich denkende und fühlende Wesen. Hier muss etwas fehlen, denn nur ein Sammelsurium chemischer Substanzen zu sein, das kann keinem lebenden Wesen gerecht werden. Suchen wir also weiter.
Sind wir Materie oder Energie – oder sogar beides?
Wenn wir einen Bleistift in der Hand halten, nehmen wir diesen als feste Materie wahr. Untersuchen wir aber seine Bestandteile, so landen wir unweigerlich bei den Atomen, aus denen er besteht. Diese Atome finden wir aber nicht wirklich, sondern wir haben nur eine Vorstellung davon, wie sie aussehen könnten, ein Modell eben.
Es ist vollkommen belanglos, ob wir uns das Atom als Orbitalmodell vorstellen oder als Schalen- oder Kugelwolkenmodell. Tatsache ist, dass niemand weiß, wie ein Atom wirklich aussieht und wie es genau funktioniert. Was hier als allgemeingültiges Wissen gelehrt, verbreitet und auch praktisch angewendet wird, sind lediglich Theorien und Modelle, die mit einer mehr oder weniger hohen Wahrscheinlichkeit zutreffend sein könnten.
Dem gegenüber wissen wir aber aus vielen Experimenten angesehener Forscher, dass sich Materie einmal so verhalten kann, als sei sie fest und ein anderes Mal so, als sei sie eine Welle. Dieses Phänomen wird auch als Welle-Teilchen-Dualismus bezeichnet.
Wie kann aber etwas fest sein und sich zugleich wie eine Welle im Raum ausbreiten, sich dabei mit anderen Wellen überlagern, also sich verstärken oder auch abschwächen? Das wissen wir nicht, aber wir wissen, dass es so ist.
Dies zeigt zum Beispiel der Doppelspaltversuch, der erstmals bereits 1802 von Thomas Young durchgeführt wurde, um die Wellennatur des Lichtes zu beweisen.
Werden Moleküle, zum Beispiel Fullerene (C 60, bestehend aus 60 Atomen, im Verhältnis groß wie Fußbälle) unter Vakuum einzeln auf eine Blende, in der sich 2 Spalte befinden, abgeschossen, so geht jedes einzelne dieser Moleküle gleichzeitig durch beide Spalte hindurch.

Modell: Blende mit 2 Spalten
Stellt man hinter der Blende einen Detektorschirm (das Tor) auf, so bildet sich hier ein Interferenzmuster ab, das aus den Wellen entsteht, die aus der Überlagerung der beiden Wellen resultieren, welche das einzelne Molekül beim gleichzeitigen Durchgang durch beide Spalte erzeugt hat. Der Ball hat sich also vor der Blende in 2 Wellen aufgeteilt, die gleichzeitig durch die Spalte hindurchgehen.
Hinter der Blende überlagern sich die beiden Wellen-Bälle gegenseitig, so dass ein Interferenzmuster aus noch mehr Bällen entsteht. Der Fußballer erzielt also mit einem einzigen Torschuss, der durch beide Spalte gleichzeitig geht, jede Menge Treffer.

Interferenzmuster der Materie-Wellen
Feste Materie verhält sich also nachweislich wellenförmig, aber nur, wenn sie nicht beobachtet, also gemessen wird. Bringt man nun Messgeräte an den beiden Spalten an, um festzustellen, durch welchen der beiden Spalte das Molekül nun geht, so kollabiert das Interferenzmuster und die Moleküle gehen jeweils durch nur einen der beiden Spalte.
Hierbei geht das Molekül genau durch den Spalt, von dem der Beobachter erwartet hat, dass hier der Durchgang des Moleküls erfolgen würde. Die Erwartungshaltung des Beobachters beeinflusst somit nachgewiesener Weise das Verhalten fester Materie. Durch den Messvorgang, also die Beobachtung, wurde aus der vorher unendlichen Zahl von Möglichkeiten eine einzige herausgepickt und realisiert.
Es ist allerdings nicht der Messvorgang selbst, der zum Kollabieren des Feldes aller Möglichkeiten zu Gunsten einer einzigen führt, sondern vielmehr die Interpretation des Messergebnisses durch einen denkenden und fühlenden Menschen. Führt man also die Messung dergestalt durch, dass man zwar Messgeräte installiert, deren Messdaten jedoch vollkommen unbeachtet lässt, so hat die Messung keinen Einfluss auf das Verhalten der Moleküle. Hier zeigt sich das Interferenzmuster, welches anzeigt, dass das Molekül gleichzeitig durch beide Spalte hindurchgegangen ist. Jede Beobachtung, jedes Gefühl und jede Form von Wertung beeinflussen das Umfeld, weil aus dem Feld aller Möglichkeiten hier eine einzige herausgepickt und manifestiert wird. Somit ist eine Messung nie unabhängig von einem Beobachter.
Dass feste Materie den Charakter einer Welle haben soll, solange sie nicht gemessen, also beobachtet wird, klingt unglaublich, aber es ist im Experiment nachgewiesen.
Quantenverschränkung – spukhafte Fernwirkung?
Ein weiteres Phänomen, nämlich die Quantenverschränkung, ist ebenso nachgewiesen. Dieses Phänomen tritt auf, wenn 2 oder mehrere Teilchen aus ein und demselben Quantensystem hervorgehen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Photon, ein Lichtteilchen, in einem Kristall in 2 Photonen aufgespalten wird. Die beiden so entstandenen Photonen weisen zu jedem Zeitpunkt die gleichen Eigenschaften auf, egal wie weit sie voneinander entfernt sind. Verändert sich eine Eigenschaft an einem der verschränkten Photonen, so verändert sich das andere in gleicher Weise. Die beiden Photonen sind auf irgendeine geheimnisvolle Weise miteinander verbunden.
Bildlich gesprochen, ist die Wirkung der Verschränkung ungefähr so, als würden wir von einem Birnbaum 2 Birnen abpflücken. Diese beiden Birnen stammen aus einem System, dem Birnbaum. Eine der beiden Birnen senden wir nach China, die andere legen wir in eine Obstschale. Wenn nun in China jemand ein Stück von der einen Birne abbeißt, so fehlt der Birne in unserer Obstschale augenblicklich das identisch gleiche Stück. Da es sich bei den beiden Birnen aber nicht wirklich um verschränkte Teilchen handelt, dürfte sich der Test erübrigen, aber bei verschränkten Photonen wäre es genauso.
Diese innige Verbindung zweier miteinander verschränkter Teilchen, von der niemand weiß, woher sie kommt, wurde von Einstein als „spukhafte Fernwirkung“ bezeichnet. Zumindest lässt das Vorhandensein der Wirkung den Schluss zu, dass ein Feld oder eine Dimension existieren muss, welche die beiden verschränkten Teilchen verbindet. Forscher arbeiten zurzeit daran, diesen Effekt der Verschränkung nutzbar zu machen, indem sie zum Beispiel an der Entwicklung der Quantenkryptographie arbeiten. Hierdurch sollen Informationen dann abhörsicher in Form von verschränkten Quanten übertragen werden. Man nutzt also den Effekt der Verschränkung zu technischen Zwecken, ohne auch nur im Ansatz zu erahnen, wie dieser Effekt zustande kommt.
Unabhängig hiervon bleibt uns nur festzustellen, dass wir nicht allzu viel darüber wissen, woraus alles besteht. Was wir allerdings sicher wissen, ist die Tatsache, dass Materie sich wellenförmig ausbreiten kann, allerdings nur, wenn sie nicht beobachtet und dadurch manifestiert wird. Durch das Phänomen der Verschränkung wissen wir auch, dass ein alles verbindendes Feld existent sein muss.
Die Frage, ob unsere Welt nur als rationale oder besser als scheinbar irrationale zu betrachten ist, dürfte im Moment noch schwierig zu beantworten sein. Allerdings sollte der Boden der Tatsachen, auf dem wir alle so gerne stehen, mit dem Wellencharakter der Materie und der Verschränkung zu wanken beginnen.
Schauen wir uns doch, den Regeln der Vernunft und somit unserem präfrontalen Cortex folgend, einfach einmal an, wie sich anerkannte Wissenschaftler zu dem Thema geäußert haben:
Max Planck: „Es gibt keine Materie, sondern nur ein Gewebe von Energien, dem durch intelligenten Geist Form gegeben wurde.“
Ulrich Warnke: „Es gibt eine direkte Wirkung von geistiger Information auf Materie.“
Werner Heisenberg: „Das Argument, lebende Organismen seien nur mit den Gesetzen der Physik und Chemie zu erklären und es gäbe keine Vitalitätskraft, stimmt nicht mit der modernen Quantentheorie überein.“
Hans-Peter Dürr: „Im quantentheoretisch holistischen Weltbild ist der Kosmos immer das untrennbare Ein-Ganze, ein einziger Lichtball von Beziehungsstrukturen.“
So, so, je tiefer der mathematisch präzise denkende Physiker in das Wesen der Materie eintaucht, desto mehr mutiert er zum Philosophen und setzt sich mit essentiellen Fragen des Seins auseinander.
Reise ins Innere der Materie
Diese Aussagen jedenfalls, sind jetzt wirklich nicht so einfach nachzuvollziehen. Es gibt doch Materie. Wir können sie doch sehen und anfassen. Alles was wir sehen und anfassen können, besteht doch aus fester Materie. Der Schreibtischstuhl hier, zum Beispiel, besteht doch aus Stahl, Leder und Kunststoff. Und wir selbst bestehen doch auch aus fester Materie. Wir existieren doch und bestehen, wie wir gerade gesehen haben, aus chemischen Elementen, wie alles andere auch.
Aber wieso kann ein weltberühmter Physiker wie Max Planck, der sich zeitlebens mit der Erforschung der Materie beschäftigt hat, behaupten, dass es Materie gar nicht gibt, sondern nur ein Gewebe aus Energien, das von einem intelligenten Geist geformt wurde?
Wie kann Ulrich Warnke so einfach behaupten, dass Materie, also der Schreibtischstuhl hier, von geistigen Informationen beeinflusst werden kann?
Was bitteschön will Werner Heisenberg uns mit seiner Vitalitätskraft sagen? Was könnte schon eine Lebenskraft mit Materie zu tun haben?
Und dass, wie Hans-Peter Dürr sagt, der ganze Kosmos, mithin auch unser Schreibtischstuhl, ein einziger Lichtball von Beziehungsstrukturen sein soll, ist auch nicht unbedingt zu verstehen.
An dem Schreibtischstuhl leuchtet zumindest nichts, gar nichts. Das möchten wir jetzt aber genauer wissen und schauen uns die Materie einmal ganz genau an.
Der Fuß des Schreibtischstuhls besteht aus Stahl, glänzend, fest und kalt. Von Bewusstseinsenergie oder einem formenden Geist ist hier jedenfalls nichts zu sehen. Um ihn genauer zu untersuchen, machen wir uns kleiner, immer kleiner, bis wir so klein sind wie ein Stecknadelkopf. Der Schreibtischstuhl erscheint uns jetzt riesengroß, aber sehen können wir immer noch nichts. Also machen wir uns noch 1.000-mal kleiner.
Jetzt sehen wir, dass die Oberfläche des Stahls in Wirklichkeit bei weitem nicht so glatt ist, wie sie uns gerade noch erschien. Auf einmal sind hier Berge und Täler zu sehen, ganz so wie eine glitzernde Berglandschaft, die von unendlich vielen kleinen Flüssen durchzogen ist. Wir gehen auf die Flusstäler zu, die beim Näherkommen immer größer werden, so dass wir problemlos in sie hinein gehen können, immer tiefer und tiefer. Wir bemerken bald, dass es sich nicht um Täler, sondern vielmehr um Spalte handelt, die sich immer wieder mit anderen Spalten verbinden und so ein komplexes räumliches Netz bilden. Soweit wir den Spalten auch folgen, überall bietet sich uns das gleiche Bild. Der Stahl ist in seinem Inneren genauso zerklüftet wie an seiner Oberfläche. Er scheint aus Kristallen zu bestehen, die wie Körner passgenau miteinander verzahnt sind.
Wir könnten noch stundenlang um die einzelnen Körner herumlaufen, aber so kommen wir nicht weiter ins Innere.

Oberfläche von Stahl (vergrößert)
Also machen wir uns noch viel, viel kleiner, bis wir schließlich auf den milliardsten Teil eines Millimeters geschrumpft sind, unvorstellbar klein.
Von den Wänden der Kristalle, die uns gerade noch glatt und undurchdringlich erschienen, ist nun nichts mehr zu sehen. Jetzt betreten wir eine Welt, die mit dem festen kalten Stahl, den wir gerade noch gesehen haben, offensichtlich gar nichts mehr zu tun hat. Überall sehen wir große, kugelförmige Gebilde, die inmitten einer vollkommenen Leere in regelmäßiger, perfekter Struktur angeordnet sind.

Metallstruktur aus Ionen mit freien Elektronen
Während wir auf diese Kugeln zugehen, bemerken wir, dass diese zu vibrieren scheinen und alles andere sind, als fest. Bei den Kugeln handelt es sich um Eisenatome, die jeweils eines ihrer vielen Elektronen in den freien Raum abgegeben haben und so zu positiv geladenen Ionen geworden sind. Weil alle Kugeln somit die gleiche Ladung haben, stoßen sie sich gegenseitig ab. Auf diese Weise bilden sie ein perfektes Kristallgitter, das umgeben ist von einer Wolke aus freien Elektronen. (Alle Metalle sind im Übrigen kristallin aufgebaut und durch die freien Elektronen wird die elektrische Leitfähigkeit der Metalle erst ermöglicht.)
Wir gehen weiter auf die vibrierenden Kugeln zu, die beim Näherkommen noch größer werden. Mühelos treten wir in eine der Kugeln ein und schauen uns nach allen Seiten um. Die Kugel ist gar keine richtige Kugel. Sie wird gebildet von Elektronen, die noch eine Million Mal kleiner sind als wir in diesem Moment. Diese Elektronen umkreisen einen winzig kleinen Kern in der Mitte des Atoms und bilden so eine im Verhältnis riesige Atomhülle. Diese Hülle ist natürlich nicht dicht, da sie nur von den Flugbahnen der winzigen Elektronen gebildet wird. So ist die Leere innerhalb des Atoms auch identisch mit der Leere außerhalb.
Wir machen uns noch 1000-mal kleiner und gehen auf den Atomkern zu, der wiederum aus Kugeln zu bestehen scheint, und zwar hier aus 26 Protonen und 30 Neutronen. Wir treten in eines der Protonen ein, das auch vollkommen durchlässig ist, und sehen - nichts, nur Leere.
Wir befinden uns im Kern der Materie und finden nichts als Leere.
In dem Moment, in dem wir uns fragen, woraus Materie denn wirklich besteht, erscheint aus der Leere des Nichts ein Quark, ein Elementarteilchen, flüchtig und genauso klein wie ein Elektron. Es erscheint und verschwindet darauf wieder im Nichts. Jetzt wünschen wir uns, 2 Quarks zu sehen und schon erscheinen die beiden Quarks aus dem Nichts, genauso, wie wir es uns gewünscht haben. So oft wir dies auch wiederholen, zeigt sich, dass offenbar eine direkte Wechselwirkung besteht zwischen dem, was wir denken, insbesondere aber dem, was wir fühlen, und der Leere des Nichts, aus der offensichtlich alle Materie hervorgeht. Das, was uns als absolute Leere erscheint, ist demnach alles andere als leer, sondern eher die Fülle aller Möglichkeiten. Und diese Fülle ist überall innerhalb und außerhalb von uns.
Wie wir in vielen Hypnosen immer wieder erfahren durften, steht diese Fülle einer bewusst nicht wahrnehmbaren Dimension unseres Seins in ständiger Verbindung mit unserem Unterbewusstsein. Die scheinbare Leere des Nichts ist voll von Gefühlen und Informationen, die uns über unser Unterbewusstsein zugänglich sind. Hierauf gehen wir im Folgenden noch sehr genau ein. Zunächst wollen wir uns aber nochmals mit der Frage auseinandersetzen, was wir aus physikalischer Sicht als gesichertes Wissen annehmen können und wo wir uns in einer Welt der unbewiesenen Theorien bewegen.
Pulsuz fraqment bitdi.