Kitabı oxu: «Flipcharts gestalten»

Şrift:

Dieses Buch widme ich meiner Mutter.

Brigitte Seibold

Flipcharts gestalten

Kreative Ideen für die Trainingspraxis



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Bibliographische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

ISBN Buchausgabe 978-3-86936-807-8

ISBN epub 978-3-95623-541-2

Lektorat: Anja Hilgarth, Herzogenaurach

Umschlaggestaltung: Martin Zech Design, Bremen | www.martinzech.de

Titelfoto: 279photo Studio/shutterstock

Autorenfoto: Fotostudio Alfen, Aschaffenburg

Fotos: Bornemann Fotodesign, Karlstein

Satz und Layout: Lohse Design, Heppenheim | www.lohse-design.de

© 2017 GABAL Verlag GmbH, Offenbach

Das E-Book basiert auf dem 2017 erschienenen Buchtitel “Flipcharts gestalten” von Brigitte Seibold, © 2017 GABAL Verlag GmbH, Offenbach

Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

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Inhalt

Einleitung

Liebe Leserin, lieber Leser

Lesehinweis: Der „Beipackzettel zum Buch“

1Bausteine zum Visualisieren

1.1 Grundsätze des Visualisierens

1.2 Die Skizze

1.3 Farben

1.4 Kolorieren

1.5 Schatten

1.6 Schrift

1.7 Material-Tipps

2 Manikins – die Darstellung von Menschen

2.1 Kopf und Körper

2.2 Gruppendynamik

2.3 Erweiterte Figuren

2.4 Figuren in Bewegung

2.5 Kolorierte Figuren

3 Themen-Flipcharts

3.1 Titel

3.2 Ziele

3.3 Agenda

3.4 Zeiten

3.5 Fragen

3.6 Methoden

3.7 Spielregeln

3.8 Vorstellungsrunde

3.9 Themensammlung

3.10 Anleitungen

3.11 Feedback

3.12 Ergebnissicherung

3.13 Transfer

3.14 Prozesse

Rückblick und „Danke“

Über die Autorin

Einleitung
Liebe Leserin, lieber Leser,

im Laufe der Jahre habe ich für viele Gelegenheiten Visualisierungen entwickelt: Bilder, die ein komplexes Thema auf den Punkt bringen, Bilder, die den Einstieg in einen Workshop klären, Bilder, die eine pointierte Zusammenfassung bieten, Bilder, die Prozesse strukturieren, Bilder, die einen Spiegel anbieten ... Einen Teil der Visualisierungsideen, die sich in der Praxis bewährt haben, möchte ich Ihnen in diesem Buch zur Verfügung stellen.

Ich bin überzeugt davon, dass jeder Mensch zeichnen kann und seine eigene Art hat, sich über Bilder auszudrücken. Insofern stelle ich Ihnen hier als eine Möglichkeit meine „Art“ vor, meinen Visualisierungs-Stil. So kann Ihnen diese Ideen-Sammlung die eine oder andere Anregung bieten, vielleicht schlagen Sie auch einmal ein Motiv nach und zeichnen es ab. Vielleicht lassen Sie sich aber auch mit diesem Buch auf eine Entdeckungsreise ein, selbstbewusst mit den Impulsen zu experimentieren und dabei Ihre eigene Bildsprache zu entwickeln. Dazu will ich Sie ermutigen!!

Auf den ersten Blick sind hier in diesem Buch viele schöne, eindrucksvolle Bildmotive vorgestellt und detaillierte Gestaltungstipps aufgezeigt. Sie erfahren zum Beispiel, wie Sie Farben nutzen oder effektvolle Techniken einsetzen können. Mir ist gleichzeitig wichtig, dass es beim Visualisieren ausdrücklich nicht um künstlerische Ansprüche geht. Trainer und Berater sollen schließlich keine Graphic Designer werden, oder?

Worum es mir beim Visualisieren eigentlich geht:

Wie können stimmige Bilder die Kommunikation erleichtern, vertiefen, verdichten?

Wie kann Visualisierung dazu dienen, komplexe Themen transparent zu machen und damit Verstehen und Erkenntnis erzeugen?

Wie können Präsentationen authentisch, lebendig und klar gestaltet werden, sodass Neugier und echtes Interesse für ein Thema entstehen?

Wie können Lernprozesse so gestaltet werden, dass sie bei den Beteiligten Energie entfalten, dass Inspiration, Freude und Kreativität selbstverständlich dazugehören?

Wie können Bilder einen Beitrag leisten, dass Menschen in einen wertschätzenden Dialog treten, sich in ihrer Unterschiedlichkeit anerkennen und begegnen und ihre verschiedenen Perspektiven austauschen?

Das sind die Fragen, die mich antreiben und denen ich mich in meiner Arbeit immer wieder von Neuem und auch mit diesem Buch stellen möchte.

Ich wünsche mir, dass dieses Buch Ihnen Impulse gibt, Ihre eigenen Anliegen und Themen mit Ihren Visualisierungen wirkungsvoll vermitteln zu können.

Vor allem wünsche ich Ihnen Freude beim Entdecken Ihres eigenen kreativen Potenzials und Ihrer ganz persönlichen Bild-Sprache.

Brigitte Seibold

Lesehinweise – Der „Beipackzettel“ zum Buch

Einfach blättern …

Blättern Sie quer. Sie müssen keiner Chronologie folgen. Vielleicht lacht Sie ja ein bestimmtes Bild an? Dann steigen Sie dort ein. Finden Sie Ihren eigenen Pfad durch das Buch.

… oder suchen,

Sie brauchen noch ein bestimmtes Flipchart für Ihren Workshop? – Vielleicht ist ja eine gute Idee in meiner Sammlung dabei. Dann orientieren Sie sich am Inhaltsverzeichnis. Die Flipcharts sind in Rubriken gruppiert, die sich an ihrem Einsatz in einer Veranstaltung ausrichten, also zum Beispiel Ziele, Agenda, Feedback …

inspirieren lassen …

Lassen Sie sich von den vielen Ideen und Tipps in diesem Buch anregen, aber nicht verrückt machen. Hier sind einfach nur verschiedene Ideen zusammengestellt. Ein bunter Strauß an Möglichkeiten. Die Nebenwirkung dieses Buches sollte auf keinen Fall sein: „Oh, je das kriege ich so nie hin!“, sondern „Ich bin neugierig, was passiert, wenn ich es ausprobiere!“.

… und auswählen.

Betreiben Sie „Rosinenpickerei“ – nutzen Sie, was Ihnen besonders gefällt, das andere übergehen Sie einfach. Picken Sie sich heraus, was Sie leicht umsetzen können, was Ihnen Freude macht oder was zu Ihnen und Ihrem Thema passt.

Einfach anfangen – ohne Anstrengung und Anspruch

Halten Sie beim Lesen gleich auch einen Stift und Papier bereit – so können Sie sofort erste Übungen umsetzen oder Ihre Ideen visuell festhalten.

Meine Empfehlung: einen schwarzen Fineliner oder einen Bleistift und ein leeres Blanko-Heft. Das ist Ihr persönliches Übungsheft, nur für Sie selbst – dieser Gedanke mag Ihnen das Loslegen erleichtern und befreit von zu hohen, lähmenden Ansprüchen.

Buch 1 – Buch 2

Dieses Buch funktioniert eigenständig und baut gleichzeitig auf meinem ersten Buch „Visualisieren leicht gemacht“ auf. Darin erkläre ich Grundlagen des Visualisierens. Es ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für alle, die Flipcharts entwerfen wollen. Ausführlich wird als Einstieg in das Thema erklärt, warum es überhaupt Sinn macht, die Bildsprache in der Kommunikation zu nutzen.

Dieses erste Kapitel können Sie sich als Podcast auch anhören: https://www.prozessbilder.de/publikationen/buecher

Das Kapitel 3

Das große 3. Kapitel ist das „Herzstück“ dieses Buches. Dort finden Sie auf der linken Seite jeweils ein gestaltetes Flipchart.

Auf der rechten Seite gibt es folgende Rubriken:

Info

Unter dieser Überschrift sind konkrete Informationen zum Flipchart zusammengefasst: Erläuterungen zum Motiv, zur Gestaltung, zum Material. Auch zum Einsatz des Plakats im Workshop gibt es ergänzende Hinweise.

Tipp

Hier erfahren Sie grundsätzliche Tipps rund um das Thema Visualisieren, z. B. Skizzentechnik der Überschneidung, stimmige Metapher finden oder Farbauswahl.

Übung

Als Anregung, gleich einmal etwas auszuprobieren und mit Stift und Papier zu experimentieren, erhalten Sie kleine Übungsanleitungen.

Layoutskizze

Auf das Layout des Flipcharts gehe ich mit einer Skizze ein, die die Grundstruktur verdeutlichen soll.

Flipchart mit selbstklebenden Moderationskarten aufgefüllt

Die meisten der hier vorgestellten Flipcharts sind so konzipiert, dass die konkreten Inhalte mit Moderationskarten in das Motiv geklebt werden. Damit Sie eine Idee haben, wie das dann aussehen kann, habe ich diesen Schritt beispielhaft umgesetzt und mit einem Foto dokumentiert.

Illustrationen

Mit zusätzlichen Illustrationen erhalten Sie weitere Anregungen: Ergänzendes, Alternativen, besondere Details. Oft biete ich auch eine einfachere Form der Darstellung an.

Film

Damit Sie bestimmte Arbeitsschritte nicht nur im Ergebnis sehen, sondern auch am Entstehungsprozess teilhaben können, habe ich zu einigen Gestaltungstechniken kurze Erklärfilme produziert.

Im Buch erkennen Sie an diesem Logo, dass es einen Beitrag gibt.


Die Filme finden Sie auf meiner Homepage prozessbilder.de auf der Seite Publikationen:

https://www.prozessbilder.de/publikationen/erklaerfilme


1 Bausteine zum Visualisieren

1.1Grundsätze des Visualisierens
Reduzieren

Das Kernelement der Visualisierung ist die Reduktion. Filtern Sie also aus; weniger ist mehr. Lassen Sie diese Frage wie ein Mantra immer mitlaufen: Was ist wesentlich? Was ist wirklich wichtig?

Visualisierungen sind meist dann wirkungsvoll, wenn sie nicht überfrachtet sind, sowohl inhaltlich als auch in der Gestaltungsart. Das bedeutet oftmals, auf Details zu verzichten oder sich von der ein oder anderen „Lieblingsidee“ zu verabschieden.

Erst der Inhalt, dann die Form

Bevor Sie sich mit den gestalterischen Elementen wie Illustrationen oder Farben beschäftigen, brauchen Sie ein klares inhaltliches Konzept für Ihre Visualisierung.

Was ist das Thema? Was ist die Kernbotschaft? Welche Aspekte gehören dazu? Was ist die Struktur des Themas? Der erste Schritt ist also immer, erst einmal die Information zu durchdringen, zu reduzieren und zu strukturieren, dann erst geht es darum, eine passende Form zu finden.

Eine Symbol-Sprache entwickeln

Visualisierungen haben nicht den Anspruch, die Realität 1:1 abzubilden. Es geht vielmehr darum, eine gemeinsame Symbol-Sprache zu entwickeln. Das bedeutet, „Sinn-Bilder“ zu nutzen, die die Kommunikation erleichtern, erweitern, ergänzen.

Das Ziel von Visualisierungen nach meinem Verständnis ist also nicht, „Kunst zu präsentieren“, sondern mit Unterstützung von Bildern den Dialog zu erleichtern, Verständigung zu erzeugen, die Lösungsfindung zu beschleunigen und Beteiligung zu aktivieren.

Zeichnen, nicht zögern

Zagen, zaudern und zögern – und vor allem zu viel nachdenken, das ist Gift fürs Visualisieren. Fangen Sie einfach an. Am besten jetzt. Mit den Stiften und dem Papier, mit dem Material, das Sie gerade dahaben.

Erobern Sie sich ein Stück Unbedarftheit, Neugier, Unvoreingenommenheit, Sinnlichkeit, Experimentierfreude und Selbstbewusstsein zurück, wenn es darum geht, sich auch über Bilder auszudrücken und zu kommunizieren.

Perfekt unperfekt sein

Visualisieren braucht eine gehörige Portion „Fehlerfreundlichkeit“. Akzeptieren Sie die kleinen Unregelmäßigkeiten, Unkenntlichkeiten, Ungenauigkeiten und „Verzeichner“. Verzichten Sie auf Perfektionsstreben.

Das ist sicher leichter gesagt als getan! Aber vielleicht entdecken Sie ja dabei, wie besonders etwas Handgemachtes ist. Womöglich liegt gerade darin die Wirkung dieser Art der Bildsprache?

Es darf sich leicht anfühlen

Halten Sie beim Visualisieren immer Ausschau nach dem leichtgängigsten Weg: Wie geht es einfach? Was kann ich schnell und unkompliziert zeichnen? Was ist für mich eine leichte Form der Umsetzung? Kein Verkünsteln, kein übermäßiges Anstrengen und braves Bemühtsein! Die Leichtigkeit, mit der Sie vorgehen, wird Sie beflügeln, und das wird sich auch über Ihre Bilder transportieren.

Sich selbst wertschätzen

Weisen Sie Ihre inneren Kritiker in die Schranken. Jeder Mensch kann zeichnen. Und jeder Mensch tut dies auf seine einzigartige, ganz individuelle Art. Diese Qualität gilt es zu entdecken und anzuerkennen. Oft geht es dabei auch darum, einen neuen, wertschätzenden Blick auf die eigenen Bilder zu entwickeln.

Anregungen nutzen – einen eigenen Stil entwickeln

Nutzen Sie Vorlagen und Beispiele, wie meine Ideen-Sammlung in diesem Buch, als Anregung. Um in die Techniken hineinzufinden und Ihren Einstieg in die Visualisierungs-Praxis zu erleichtern, können Sie erst einmal Vorlagen einfach nachzeichnen. Warum auch nicht? Ich verstehe meine Ideensammlung als einen Schubs, damit Sie im Prozess der Umsetzung und des Übens Ihren Ausdruck kennenlernen können. Mit der Zeit entwickelt sich Ihr individueller Stil dabei wie von selbst. Machen Sie sich also auf die Suche nach Ihrer Bildsprache!

Immer und überall „kritzeln“

Nutzen Sie die kleinen Übungsgelegenheiten, die sich von selbst ergeben. Sie sitzen zum Beispiel in einem Vortrag oder in einer Besprechung. Kritzeln Sie, erstellen Sie Ihre eigenen visuellen Protokolle. Experimentieren Sie mit einfachen Skizzen in einem Rahmen, in dem Sie sich sicher fühlen. Zeigen Sie sich mit Ihren Ideen-Skizzen. Nehmen Sie die Wirkung Ihrer Bilder wahr.

Die Gestaltungskraft von Wort- und Bildsprache nutzen

Visualisierungen sind kein Wundermittel. Sie sind nützliche Helfer in Kommunikationsprozessen. Das Ziel ist nicht, plötzlich alles nur noch über Bilder auszudrücken. Manchmal gilt der Satz „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Manchmal braucht es aber eben auch oder vor allem die Sprache. Und oft hat die Kombination aus beidem die größte Wirkung.

1.2Die Skizze

Die Bild-Sprache ist eine faszinierende „Erfindung“ der Menschheit. Vor ca. 35.000 Jahren haben unsere Vorfahren erste Höhlenzeichnungen kreiert. Mit wenigen Strichen sind eindrucksvolle Botschaften entstanden. Die Suche danach, Bilder und Vorstellungen, die im Kopf sind, in einer einfachen und reduzierten Darstellungsform festzuhalten, hat sich über die Jahrtausende fortgesetzt. Die Idee dahinter war schon immer: die eigene Wahrnehmung und Wirklichkeit einzufangen und kommunizieren zu können.

Auch Kinder nehmen in einer frühen Entwicklungsphase ganz selbstverständlich einen Stift in die Hand und kritzeln einfach drauflos. Das tun sie mit Unvoreingenommenheit und Selbstbewusstsein und entwickeln so ihre eigene skizzenhafte Symbolsprache. Sich über Bilder auszudrücken, ist tatsächlich eine Fähigkeit, die jedem Menschen angeboren ist.

Und um genau diese reduzierte Darstellungsform, das Skizzieren, geht es auch beim Visualisieren und Flipchart-Entwickeln.

Was ist eine Skizze?

Die Skizze will ein Motiv mit ein paar Strichen darstellen, und zwar so, dass es erkennbar ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Skizze hat also gar nicht den Anspruch, ein naturalistisches Abbild der Realität zu schaffen, sie will noch nicht einmal unbedingt schön sein! Die Parole des Visualisierens heißt also Reduktion auf das Wesentliche!

Das schließt die Fragen an: Was ist denn das Wesentliche eines Objekts? Was ist das Typische? Und gleichzeitig: Was kann ich weglassen? Darauf gibt es keine allgemein gültigen Antworten. Jeder Mensch hat eine eigene Wahrnehmung, setzt andere Prioritäten, hat andere Bilder im Kopf und insofern sieht eine Skizze auch bei jedem anders aus. Und das ist gut so! Nehmen Sie sich also diese Freiheit! Sie entscheiden, wie Ihre Skizzen aussehen sollen!

Hier ein paar Anregungen und Überlegungen zum Skizzieren. So können Sie vorgehen:
1. Beispiel: ein Hase

Umriss mit Lücken


Sie können zum Beispiel einen Hasen lediglich mit ein paar Umrissstrichen andeuten. Dabei können Sie entspannt viele Lücken in der Linie lassen – das Gehirn hat die großartige Fähigkeit, die fehlenden Linien zu ergänzen und alles automatisch zu einem vollständigen Bild zusammenzufügen. Auf viele Details (wie hier zum Beispiel die drei fehlenden Pfoten, die Augen, die Barthaare etc.) können Sie deswegen auch einfach verzichten. Es funktioniert trotzdem!

Komplette Umrisslinie


Eine andere Variante: Hier wird eine komplette Umrisslinie skizziert. Auch das ist eine Möglichkeit.

Perspektive wechseln


Auch die Perspektive können Sie beim Skizzieren frei wählen. Hase von der Seite, von vorne oder vielleicht von hinten gezeichnet – das ist noch einfacher.

Ausschnitt wählen


Eine andere Vorgehensweise: Hier sind nur ein paar entscheidende Details ins Bild gesetzt. Der Rest wurde weggelassen. Das reicht auch aus, oder?

2. Beispiel: ein Herd

Hier noch ein Beispiel für die vielen Variationsmöglichkeiten der Skizze:


Ein Herd, von vorne skizziert, schlichte geometrische Formen, machbar, oder?

Oder doch noch einfacher: von oben …


… oder lieber in 3-D


und isometrisch dargestellt.


Sogar das funktioniert! Die rechte Variante ist nach den Gesetzen der Isometrie so nicht korrekt, die Skizze darf jedoch auch diese Perspektive wählen: die beiden wichtigen Seiten des Herdes werden einfach nebeneinander skizziert. Herd erkannt? Dann hat die Skizze ihre Aufgabe erfüllt!

3. Beispiel: ein Kochtopf

Zwei- oder dreidimensionale Darstellung?


Ein Objekt, wie im Beispiel hier ein Kochtopf, kann zwei- oder drei-dimensional dargestellt werden. Die Skizze legt sich nicht fest, welche Variante die „bessere“ ist.

Röntgenblick

Die Skizze kann auch den Röntgenblick … Noch eine Möglichkeit, die zur Verfügung steht: Objekte mit Röntgenblick zu betrachten und darzustellen. So kann auch das eigentlich Nicht-Sichtbare einfach mit ins Bild genommen werden – wenn es wichtig ist.


Draufsicht

… oder doch lieber der Blick von oben in den Topf?


Das, was Sie am Ende als Skizze aufs Papier bringen, hat vor allem damit zu tun, welche Bilder in Ihrer Vorstellung zu einem Objekt oder Begriff entstehen. Wenn Sie an „Regenschirm“ denken, welches Bild haben Sie dazu in Ihrem Kopf? Ist er aufgespannt oder geschlossen? Welche Farbe hat er? Was holen Sie aus Ihrem Bilder-Archiv hervor? Wenn Sie zum Beispiel ein Auto skizzieren wollen, welches Bild taucht dazu in Ihrem Kopf auf? Welche Marke, aus welcher Perspektive sehen Sie das Auto? Fährt es, parkt es? Diese Vorstellung im Kopf zeichnen Sie ab.


Skizzentechnik

1.3Farben

Keine Frage: Die Freude am Visualisieren steigt, wenn Farbe ins Spiel kommt. Farben machen ein Flipchart lebendig, Farben ordnen Informationen und lenken das Auge. Es gibt viele „Design-Profi-Ratschläge“ zum Thema Farbeinsatz. Auch genaue Festlegungen, welche Farbe welche Wirkung haben soll. Ich kann dem nur bedingt folgen und verstehe die Wahl der Farben vor allem als ganz individuelle Geschmacksentscheidung. Ich jedenfalls suche die Farben für meine Visualisierungen eher „aus dem Bauch heraus“ aus, je nach Tagesform, nach Thema, nach meiner Experimentierbereitschaft, nach dem Motiv, auch nach Zeitaufwand …

Ein paar Entscheidungskriterien für Ihr individuelles „Flipchart-Farbkonzept“ kann ich Ihnen als Anregung anbieten:

Der Realität folgen

Eine Orientierung bei der Farbwahl sind ganz einfach die Vorgaben der Realität. Vergleichen Sie dazu als Beispiel das Flipchart „Flusslauf“ (3.14.3): Der Fluss ist blau, das Gras grün und die Holzstege braun … Das ist naheliegend.

Gelbe Birne, roter Apfel und die Trauben violett … So ist das ja meistens!


Kulturelle Bedeutung übernehmen

In verschiedenen Ländern und Kulturen können Farben ganz unterschiedliche Qualitäten ausrücken. Eindeutig besetzt ist in unserem Kulturraum zum Beispiel sicherlich die Farbe Rot – als Signalfarbe für Gefahr, Warnung, Problem, auch für Korrektur, Konflikt, Kritik. Und mit Grün verbinden wir dagegen eher Positives – eine Erlaubnis, eine Bestätigung oder Lösung.

Farb-Logik, zumindest in unserem Kulturraum


Ein grünes Stopp-Schild wäre dann doch irgendwie eher irritierend oder?


Farbkombinationen: Weniger ist mehr

Viele verschiedene Farben zu kombinieren, das kann auf der einen Seite sehr lebendig wirken, wie im Beispiel des Flipcharts „Fischernetz“ (3.12.3). Es kann aber auch überfrachtet und chaotisch wirken; vor allem dann, wenn der Farbwahl keine Bedeutung zugrunde liegt. Unser Gehirn versucht sofort, eine Logik im Farbeinsatz zu identifizieren.

Wo ist die (Farb-)Logik? Hier wird’s dann doch zu chaotisch-bunt.


Wer also nach einer Faustregel für einen stimmigen Farbeinsatz sucht, hier ist sie:

2 bis 3 Farben auf einer Flipchart-Seite – und diese sinnvoll eingesetzt!

Farben verstärken den Inhalt

Farben können den Inhalt und die Struktur einer Visualisierung verstärken; z. B. sind im Flipchart 3.6.1. (Methoden / Wie gehen wir vor) die Info-Pakete in den klaren Containerformen mit kühlem Blau einheitlich koloriert; der dynamische offene Prozess wird durch eine fließend gelbe und orange Kolorierung ausgedrückt.

Eine Variante: Ton in Ton bleiben

Unabhängig von den natürlichen Farben kann eine Visualisierung auch komplett in einem Farbton gestaltet werden. Schauen Sie mal als Beispiele die Flipcharts „Lernziele“ (3.2.4) oder „Wort-Bild-Marken“ (3.6.2) an; hier ist jeweils ein einziger Farbton konsequent beibehalten. Diese Einheitlichkeit wirkt klar und schlicht.

Ob Figur, Flipchart oder Sprechblase, hier ist einfach alles orange!


Eher helle Farbtöne zum Kolorieren nutzen

Vorsicht beim Kolorieren mit dunklen Farbtönen. Sie verdecken den Konturenstrich und wirken zu dominant. Die Figur oder das Objekt ist dann nicht mehr klar erkennbar. Helle Farbtöne nehmen sich dagegen mehr zurück und überlassen der schwarzen Linie die Führung im Bild.


1.4Kolorieren

Es gibt viele verschiedene Varianten, Visualisierungen zu skizzieren und zu kolorieren. Jeder entwickelt da sicher seine Vorlieben für ein Material, bestimmte Marken und Techniken.

Es lohnt sich, erst einmal die verschiedenen Stifte und die damit verbundene Kolorierungs-Technik auszuprobieren und dabei zu entdecken, was zu Ihnen passt. Auch an dieser Stelle sage ich: Wählen Sie aus, was Ihnen gefällt, Ihnen leichtfällt, Ihnen Spaß macht. Um loslegen zu können, müssen Sie auch nicht erst einmal eine Großbestellung für Material und unterschiedliche Stifte aufgeben. (Gemäß dem Indianer-Spruch: „… es liegt nie am Bogen!“)


Kolorieren

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