Kitabı oxu: «Der Preis der Begierde: Erotische Novelle»
Camille Bech
Der Preis der Begierde: Erotische Novelle
Lust
Der Preis der Begierde: Erotische Novelle ÜbersetztRebecca Jakobi Original TÆNDT - Begærets prisCoverbild/Illustration: Shutterstock Copyright © 2017, 2020 Camille Bech und LUST All rights reserved ISBN: 9788726299588
1. Ebook-Auflage, 2020
Format: EPUB 3.0
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Der Preis der Begierde
Celine hatte beschlossen, bei einem älteren, dänischen Schauspieler in die Lehre zu gehen, als sie ihre erste Rolle am Theater bekam. Er hieß Ulrik, war in seinen Sechzigern, geschieden und, wie andere sie gewarnt hatten, eine unfassbar schwierige Persönlichkeit. „Ich muss mich ja nicht mit ihm anfreunden“, hatte sie geantwortet, wenn Freunde und Kollegen ihr geraten hatten, sich lieber jemand anderen zu suchen. Innerhalb der letzten drei Monate war sie mehrmals bei ihm gewesen, und es lief richtig gut. Sie unterstützten einander, und er schien von ihr beeindruckt, auch wenn er nicht gerade mit Komplimenten um sich warf. Langsam entwickelte sich eine Freundschaft. Sie fühlte sich so sicher wie vielleicht bei sonst niemandem. Nicht, dass sie überhaupt nicht merkte, was ihre Kollegen gemeint hatten – es hätte ganz anders kommen können, gäbe es da nicht dieses unsichtbare Band, das dazu führte, dass sie gerne Zeit miteinander verbrachten.
Als sie eines Abends auf dem Heimweg vom Theater war, wo sie für einige Stunden die Leistungen anderer Schauspieler beobachtet hatte, sah sie, dass in seiner Wohnung im Stadtviertel Østerbro Licht brannte. In ihrer Tasche lag das Manuskript, und plötzlich verspürte sie einen gewaltigen Drang, ihn zu sehen. Sie liebte sein Wohnzimmer, liebte es, wenn er in seinem Sessel saß und sie voller Engagement verbesserte, wenn sie ihm ihre Fortschritte präsentierte. Ehe sie es sich versah, hatte sie seine Klingel gedrückt und war ins Treppenhaus gehuscht, als ein anderer Bewohner hinausging.
„Hallo – ach, du bist es, komm doch rein.“
Er wirkte etwas verwirrt, hatte natürlich nicht mit ihr gerechnet, und sie hatte den Eindruck, ihm eine Erklärung zu schulden.
„Ja, ich war gerade in der Gegend und habe gesehen, dass Licht brennt. Da habe ich mich gefragt, ob du dir kurz etwas anhören könntest … ich habe den ganzen Tag geübt. Ginge das, Ulrik?“
Es sah aus, als gäbe er sich geschlagen. Es war schon spät, seine Tabletten lagen neben einem Glas Wasser auf dem Tisch. Er hatte Herzprobleme. Sie fragte, ob er gerade auf dem Weg ins Bett sei.
„Eigentlich schon … so etwas machen ältere Menschen um diese Zeit.“
Er sah sie eingehend an. Sie war außergewöhnlich attraktiv, hatte langes, blondes Haar, und ihre blauen Augen wechselten ununterbrochen den Farbton. Sie spiegelten ihre Stimmung derartig wider, dass man kaum den Blick von ihnen abwenden konnte. Wenn sich ihre sinnlichen Lippen zu einem breiten Lächeln formten, leuchteten die Augen auf, sodass man ganz vergaß, wonach sie gefragt hatte.
„Das tut mir leid“, sagte sie leise und öffnete ihre Tasche, um das Manuskript wieder einzupacken.
Das war eine blöde Idee gewesen. Sie hatte sich von dem Stück mitreißen lassen und inzwischen den Eindruck, den Stoff gut zu verstehen. Das hätte sie ihm gerne gezeigt, aber es war viel zu spät, und selbstverständlich konnte das auch bis Morgen warten.
„Nein, nein … ich hör’s mir ja an. Wird schon nicht die ganze Nacht dauern.“
Sie mochte und respektierte ihn. Er hatte selbst am Theater gearbeitet, aber die Krankheit dem ein Ende gesetzt. Jetzt nahm er nur noch äußerst selten Rollen an. Er war ein Vorbild für viele junge Schüler, und war ihm mit Ehrfurcht entgegengetreten, als sie nach der Ausbildung in New York nach Kopenhagen zurückgekehrt war. Sie hatte ihn kurz nach der Rückkehr am Theater kennengelernt, wo er mit einem alten Kollegen verabredet gewesen war. Als sie ihn später gefragt hatte, ob er ihr ab und zu Feedback geben könne, hatte er das mürrisch und bestimmt abgelehnt. Sie hatte nahezu auf die Knie fallen müssen, ehe er sich geschlagen gab und ihr mit leicht genervtem Tonfall seine Nummer diktierte. Mit einer Mischung aus Verachtung und Bewunderung hatte er sie angesehen, gleichmäßig verteilt auf ihre schauspielerischen Ambitionen und – ihr Aussehen.
„Das glaube ich auch nicht … danke, Ulrik.“
Er setzte sich in den Sessel am Fenster. Sie sah die Müdigkeit in seinen blaugrauen Augen und hörte sie seinen Atemzügen an. Sein Kopf war fast kahl, seine markanten Gesichtszüge deuteten darauf hin, dass er einmal ein äußerst attraktiver Mann gewesen war. Er hatte tolle Lippen und in seinem gepflegten Gebiss war ein kleiner goldener Punkt zu sehen. Er war nicht sehr groß, vielleicht eins fünfundsiebzig, hatte aber immer noch einen tollen Körper, soweit sie das durch Hemd und Jeans erkennen konnte. Die obersten Knöpfe des Hemds waren geöffnet, und sie konnte vage die graue Brustbehaarung auf der braungebrannten Haut erahnen. Er war immer noch ein bisschen muskulös, und sie dachte darüber nach, wie merkwürdig es war, dass er keine Freundin hatte. Der Grund dafür lag sicher in seinem schwierigen Charakter.
Er zündete eine Zigarette an und setzte seine Lesebrille auf. „So, was gibt es denn heute, Celine?“
Sie sollte die Köchin Kristin in Strindbergs Fräulein Julie spielen, und wollte Ulrik die Szene vorspielen, in der Kristin herausfindet, dass Jean sie mit der ausgelassenen Julie betrogen hat. Die junge Frau, die mit großem Einsatz die Kristin darbot, hatte es ihm angetan, er versuchte sich auf seine Aufgabe zu konzentrieren, sagte aber das Erste, was ihm einfiel.
Pulsuz fraqment bitdi.