Kitabı oxu: «Neues Leben, heißes Glück: Erotische Novelle»

Şrift:

Camille Bech

Neues Leben, heißes Glück: Erotische Novelle

Übersetzt

Rebecca Jakobi

Lust

Neues Leben, heißes Glück: Erotische Novelle ÜbersetztRebecca Jakobi

Original

FRISTELSER - Under Nevadas sol

Coverbild/Illustration: Shutterstock

Copyright © 2017, 2020 Camille Bech und LUST

All rights reserved

ISBN: 9788726299670

1. Ebook-Auflage, 2020

Format: EPUB 2.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.

Jim war auf dem Weg nach Boulder City, als ihm mitten in der Wüste Nevadas ein Reifen platzte. Es war heiß, und er fragte sich zum unendlichsten Mal, was er hier überhaupt zu suchen hatte. Die Antwort kannte er, er war auf der Flucht. Die Zeit nach dem tragischen Unfall, bei dem Ann ihr Leben verloren hatte, war die Hölle gewesen, und nun versuchte er sich einzubilden, ein Umzug würde es leichter machen, darüber hinwegzukommen.

Auf der langen Fahrt aber hatte er feststellen müssen, dass die Trauer ihn verfolgte. Er entkam ihr nicht, auch wenn er um die halbe Welt reiste. Das alles war jetzt ein Jahr her. Er hatte sein Haus und den Truck verkauft, das Leben als Fernstreckenfahrer an den Nagel gehängt und würde ab sofort Touristen im Helikopter über den Grand Canyon fliegen. Er hatte sich ein Haus in Boulder City gemietet und einige seiner Sachen schon vorausgeschickt. Seine Mutter, eine der wenigen, zu denen er noch Kontakt hatte, hatte ihm dabei geholfen. Sonst hatte er sich vollkommen abgeschottet, während er mit dem, was einmal seine Familie gewesen war, abschloss.

Emilies und Janells Zimmer waren am schlimmsten gewesen. Er hatte vielmals erfolglos versucht, sie leerzuräumen und es letztendlich auch seiner Mutter überlassen. So viel wie im letzten Jahr würde er nie mehr weinen müssen, und als er Anns Kleiderschrank ausgeräumt hatte, war er schließlich ganz zusammengebrochen. Die Kleider rochen immer noch nach ihr, wenn er seine Nase darin vergrub, und er spielte mehrmals mit dem Gedanken, ihnen einfach zu folgen.

Als er die weite Strecke zwischen Kentucky und Oklahoma zurücklegte, überlegte er sogar, wie genau er es anstellen wollte. Es war aber beim Gedanken geblieben. Seine Mutter hatte es schon schwer genug, so auch seine Schwiegereltern, und nur weil es der einfachste Weg war, war es noch lange nicht der richtige.

Er schaute sich um, keine Menschenseele war in Sicht, also beschloss er, den Reifen mitten auf der staubigen Landstraße zu wechseln. Er war schweißüberströmt, hatte Hunger und Durst und freute sich auf ein Bad, wenn er Boulder City erreichte. Als der letzte Bolzen wieder festgeschraubt war, verstaute er das Werkzeug im Wagen und wollte sich gerade wieder setzen, als ihm ein weit entferntes Auto ins Auge sprang. Er war so lange durch die öde Gegend gefahren, dass ihn der Anblick fast erleichterte.

Er wartete, bis das Auto auf seiner Höhe war, und eine ungewöhnlich anziehende Frau das Fenster herunterkurbelte.

„Probleme, Fremder?“

Er konnte nicht anders, als ihr Lächeln zu erwidern. Sie hatte volle Lippen und wunderbares, nussbraunes Haar, das zu einem Pferdeschwanz gebunden war. Ihr warmes Lächeln zog sich bis in ihre braunen Augen, die mit der Sonne um die Wette strahlten, als sie ihn ansah.

„Nein, alles schon erledigt, hatte nur einen Platten … was machst du hier?“

„Ich wohne hier, und du?“

„Hier wohnen … in Boulder City, oder was?“

„Nein, ein Stück weiter draußen. Ich bin Anthropologin und arbeitete hier an einem Forschungsprojekt.“

Es beeindruckte ihn, dass sie nicht nur hübsch, sondern auch klug war, und er wich ihrem Blick aus.

„Mit deinem Mann?“

Sie lachte … jedes Mal das gleiche.

„Wer sagt denn, dass ich einen Mann habe?“

Er trat in den Kies und beschwor eine kleine Staubwolke herauf.

„Ja, du wirst doch wohl nicht allein hier draußen wohnen. Bis in die Zivilisation sind es mehrere hundert Meilen.“

„Doch, genauso ist es … du hast meine Frage nicht beantwortet.“

Er erzählte ihr von seinem Job und dem Haus in Boulder City.

„Und deine Frau?“

Mit einem Funkeln in den Augen sah sie ihn an.

„Ich habe niemanden.“

Er hatte die Lippen zusammengepresst, und sie fragte sich, ob sie etwas Falsches gesagt hatte.

„Nun gut, ich muss langsam weiter.“

Er drehte sich seinem Wagen zu, doch sie rief ihn zurück.

„Wie heißt du, Fremder?“

„Entschuldigung … Jim“, sagte er und gab ihr die Hand.

„Angelina. Wir sehen uns in Boulder, mache dort meine Einkäufe. Schön, dich kennenzulernen, Jim.“

Sie ärgerte sich, ihn nicht länger aufgehalten zu haben. Jim war ein interessanter Kerl, und sie fühlte sich ungemein zu ihm hingezogen. Ein Mann genau nach ihrem Geschmack, der sofort den Eindruck machte, als wäre er für eine Gegend wie diese geschaffen. Das erlebte man selten. Die meisten flüchteten vor der Einsamkeit, sie würde wohl das Gleiche tun, wenn sie in ein paar Jahren ihr Projekt abgeschlossen hatte. Es sei denn natürlich, sie lernte jemanden kennen, mit dem sie hierbleiben konnte.

So gingen sie beide ihres Weges. Sie musste nach Norden, er nach Süden. Sie meinte, er würde sie durch den Rückspiegel beobachten, doch das war wohl Wunschdenken, redete sie sich ein, als sie abends aus unerfindlichen Gründen wieder an ihn dachte. Da sie sich noch auf das morgige Treffen im Reservat vorzubereiten hatte, musste sie den schönen Fremden aber erst einmal für eine Weile vergessen.

Seit sie vor anderthalb Jahren hierhergezogen war, hatte sie nichts mit einem Mann gehabt. Die Verlobung mit Keith war ein paar Monate vor dem Umzug ins Wasser gefallen. Es hatte ihm nicht gepasst, dass sie sich weit von ihrer Heimat San Diego niederlassen wollte, und daraus waren viele Streitereien entstanden. Sie hatte aufgegeben. Sie hatten unterschiedliche Ziele und wenn sie ehrlich war, hatte sie seit ihrer Trennung kaum an ihn gedacht. Ihre Beziehung war nie das ganz große Ding gewesen, ja … womöglich hatte sie ihn nie geliebt. Zumindest nicht richtig. Mit Herzklopfen und Schmetterlingen im Bauch. Sie ertappte sich dabei, wie sie aus dem Fenster starrte und Jim sich schon wieder in ihre Gedanken stahl. So eilig wie er es plötzlich gehabt hatte, hatte sie bestimmt etwas Falsches gesagt.

Freitagnachmittag wollte sie nach Boulder City fahren, um sich mit Proviant zu versorgen, und hoffte, ihm wieder zu begegnen.

Als sie schließlich im Bett des kleinen Holzhauses lag – es war extra für sie gebaut worden und mit allen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet – musste sie wieder an ihn denken. Er tauchte vor ihr auf, wenn sie die Augen schloss. Unbewusst strich sie über ihre Brüste und wenig später schob sie die Hand in die Unterhose. Sie war feucht und atmete flach, während sie sich langsam befriedigte. Mehrmals flüsterte sie auf dem Weg zum Orgasmus seinen Namen. Es fühlte sich richtig an, und sie bezweifelte nicht, dass er ein großartiger Liebhaber war.

Am nächsten Morgen hatte sie es eilig und schenkte den Fantasien keine Gedanken mehr. Sie hatte eine Verabredung mit Angehörigen des Shoshone-Stammes und freute sich, dass es endlich zustande gekommen war.

Jim erreichte Boulder City gegen sechzehn Uhr. Er fuhr direkt zum Haus, wollte duschen und dann etwas essen gehen. Es war schön hier, und er war überzeugt, dass ihm die Stadt guttun würde. Hier erinnerte ihn nichts an Ann, abgesehen von dem Foto, das er von zu Hause mitgenommen hatte. Er hoffte, so wenigstens ein bisschen glücklicher zu werden. Das vergangene Jahr hatte nicht viel an seiner Trauer geändert. Er vermisste sie alle so sehr, dass er manchmal fürchtete, seinen Verstand zu verlieren. Sie waren so glücklich zusammen gewesen. Immer hatte er sich aufs Nachhausekommen gefreut und es ebenso sehr bedauert, wenn er es verlassen musste.

An ihrem letzten gemeinsamen Wochenende hatte er Ann vorgeschlagen, eine Familie zu gründen, und sie hatte über seine Idee lachen müssen, es sofort in Angriff zu nehmen. Während seiner Zeit mit Ann hatte es keine anderen Frauen in seinem Leben gegeben, und er hatte sich nie danach gesehnt. Das änderte sich nicht, wenn er sich ab und zu aus rein körperlichen Gründen selbst befriedigte. Er dachte dabei nie an eine andere. Höchstens an die aus Zeitschriften und Filmen, wenn sich der Drang nicht steuern ließ. Er vermisste es, aber nur mit Ann, sonst kam niemand in Frage.

Pulsuz fraqment bitdi.