Kitabı oxu: «O, du heiße Weihnachtsnacht – Zwei erotische Novellen»
Camille Bech
O, du heiße Weihnachtsnacht – zwei erotische Novellen
Übersetzt
Rebecca Jakobi
Lust
O, du heiße Weihnachtsnacht: zwei erotische Novellen ÜbersetztRebecca Jakobi
Coverbild/Illustration: Shutterstock
Copyright © 2017, 2020 Camille Bech und LUST
All rights reserved
ISBN: 9788726781588
1. Ebook-Auflage, 2020
Format: EPUB 3.0
Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.
O, du heiße Weihnachtsnacht
Jasmin hatte gerade den letzten Koffer geschlossen, als es an der Tür zu ihrem Hotelzimmer klopfte. Sie freute sich, über Weihnachten nach Hause zu kommen, obwohl die drei sonnigen Wochen in Dubai auch nicht übel gewesen waren.
Sie und Henrik waren nach den Konferenzen essen gegangen und hatten die meiste Zeit zusammen verbracht, da sie sonst niemanden in Dubai kannten. Wenn er also gerade keinen Geschäftstermin hatte, hatten sie sich die Stadt angesehen oder auf dem Balkon das Wetter genossen.
„Bist du bald fertig?“, fragte er. „Wir müssen zum Flughafen.“
Für einen Moment ließ sie ihren Blick auf ihm verweilen und meinte, ein sehnsüchtiges Funkeln in seinen Augen zu erkennen.
„Ja, ich müsste alles haben, und du?“
Henrik leitete ein großes Unternehmen, das Alarmanlagen und andere Sicherheitstechnologie herstellte. Jasmin hatte ihn als Dolmetscherin begleitet und laut seiner Aussage alle Erwartungen übertroffen.
Sie arbeitete nicht zum ersten Mal für ihn, übersetzte aber normalerweise nur den Schriftverkehr zwischen ihm und den arabischen Geschäftspartnern in Kopenhagen.
„Ja, ich bin soweit, wir sollten also besser aufbrechen … Dann hat das hier also bald ein Ende.“ Er schenkte ihr ein schwer zu deutendes Lächeln, als er mit dem Kinn auf ihre Abaya wies – ein schwarzes Überkleid mit prunkvoller Stickerei, das ihren Körper sittsam verhüllte.
Um Probleme zu vermeiden, hatte sie sich wie die Frauen vor Ort gekleidet.
„Ja, zum Glück.“
„Steht dir aber.“
Sie senkte den Blick. Ihr war bewusst, dass ein solcher Anblick die Fantasien so manchen Abendländers in Gang setzte. Allerdings hatte sie nicht erwartet, dass dies auch für Henrik galt.
Jasmin war groß und schlank, und ihr langes, schwarzes Haar ihr ganzer Stolz. Sie freute sich darauf, es bald wieder im Wind flattern zu lassen.
Ihr Vater stammte aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, und sie fiel dort nicht weiter auf, obwohl sie nicht muslimisch erzogen worden war. Die wichtigsten Grundregeln hatte sie gelernt, wenn sie ihre Großeltern und den restlichen Teil der Familie besuchte.
Ihre Augen waren fast schwarz, und niemand hätte sie auch nur im Traum für eine moderne, westliche Frau gehalten, wenn sie in der schwarzen Abaya durch die Straßen zog.
„In einer Kandura hättest du sicher auch gut ausgesehen“, lachte sie in Gedanken an das weiße Gewand für Männer.
Er brachte ihre Koffer nach draußen, wo sie von einem Pagen abgeholt wurden. Sie hatten ein Taxi zum Flughafen bestellt. Von dort aus würden sie nach Moskau fliegen und dort den Anschlussflug nach Kopenhagen nehmen.
Plangemäß sollten sie am 23. Dezember gegen Mitternacht landen. Jasmin wollte lange schlafen, ehe sie sich zum Weihnachtsessen bei ihren Eltern im Østerbroviertel aufmachte.
Für Henrik ging es nach Næstved zu seinem Bruder und seiner Schwägerin. Er hatte sich im Frühling scheiden lassen. Daher war es das erste Mal seit zwölf Jahren, dass er Weihnachten ohne Frau und Kinder feierte.
Von der Scheidung hatte er Jasmin eines Abends bei einer Flasche Wein auf dem Balkon erzählt. Er vermisste seine Kinder, hatte sonst aber relativ abgeklärt geklungen. Seine Frau habe einen anderen kennengelernt – eine Tatsache, die ihn nicht übermäßig zu erschüttern schien.
Als sie jetzt ihre Plätze in der ersten Klasse einnahmen, seufzte Jasmin erleichtert. Sie lächelte Henrik an, als er fragte, ob sie sich auf zu Hause freue.
„Ja, ich liebe Weihnachten. Hoffe, es gibt Schnee.“
Ihre Begeisterung brachte ihn zum Lachen. Er schien ihre Gesellschaft zu genießen.
Sobald sie in der Luft waren, stellte er seinen Sitz nach hinten und empfahl ihr, das auch zu tun.
„Muss mich nur kurz umziehen.“ Sie stand auf und verschwand mit ihrer Tasche in Richtung Toilette.
In dem engen Raum zog sie Jeans und Strickpullover an und trug ein dezentes Make-up auf, bevor sie zurückkehrte.
Sie drehte sich auf die Seite und zog die Beine an, während er sie schweigend betrachtete. Ihr offenes Haar, das ihr den ganzen Rücken herunterreichte, stand ihr hervorragend.
Ehe sie die Augen schloss, lächelte er ihr zu. Keiner von ihnen sagte ein Wort, sie trauerten der gemeinsamen Zeit nach. Sie beide hatten ein paar wunderschöne Wochen zusammen verbracht und waren gute Freunde geworden.
Er betrachtete sie beim Dösen und fragte sich, wie es wohl wäre, ihre vollen Lippen zu küssen. Jasmin war Ende zwanzig, talentiert und überaus attraktiv. Obwohl er selbst zehn Jahre älter war, hatte er schon mehrmals mit dem Gedanken gespielt, den nächsten Schritt zu tun. Bisher hatte er jegliche Annäherungsversuche unterlassen, weil sie sich in Dubai auf fremdem Boden befunden hatten. Hätte sie ihm eine Abfuhr erteilt, wäre der restliche Aufenthalt für sie beide unerträglich gewesen.
„Du bist schön“, flüsterte er im Glauben, dass sie schlief. Er wollte sie berühren, rief sich aber in Erinnerung, dass noch immer ein weiter Weg vor ihnen lag. Außerdem wusste er nicht, ob zu Hause jemand auf sie wartete.
„Danke“, flüsterte sie zurück, ihre Lippen umspielte ein sanftes Lächeln, die Augen waren geschlossen.
Henrik war ein attraktiver Mann, der sicherlich jede Frau haben konnte. So kam es Jasmin zumindest vor. Sein blondes Haar strahlte heller als die Sonne, er war braungebrannt und seine Augen funkelten noch einen Hauch mehr, wenn er sie ansah. Schon mehrfach war Jasmin sein köstlicher Duft in die Nase gestiegen, seit er nach dem Boarding seinen obersten Hemdsknopf geöffnet hatte. Ob bei Geschäftstreffen oder in seiner Freizeit – er sah immer gut aus.
Als sie sich Moskau näherten, gerieten sie in Turbulenzen. Beim Landeanflug schneite es so heftig, dass sie eine halbe Stunde in der Luft bleiben mussten, ehe der Pilot die Landeerlaubnis bekam.
„Puh … geht es dir gut?“, fragte er.
Er legte seine Hand auf ihre, als sie endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatten und sich abschnallen konnten.
„Ja … jetzt schon.“
Die Anzeigetafeln in der Abflughalle waren übersäht mit Annullierungen.
„Das hat uns ja gerade noch gefehlt“, sagte er und zuckte mit den Schultern. Für sie war es wohl schlimmer als für ihn. Nach einigen Stunden Wartezeit und einer längeren Diskussion am Schalter mussten sie einsehen, dass sich eine Übernachtung in Moskau nicht vermeiden ließ und sie es vielleicht nicht schaffen würde, am Heiligabend zurück in Dänemark zu sein.
Als sie den Moskauer Flughafen verließen, schneite es gewaltig. Schützend legte Henrik den Arm um ihre Schulter, während sie auf das Taxi warteten, das sie zu dem zugewiesenen Hotel bringen sollte.
„Das tut mir leid, Jasmin.“
„Es ist ja nicht deine Schuld.“ Die Traurigkeit war ihr anzumerken, und er ärgerte sich darüber, die Launen des Wetters nicht mit einberechnet zu haben.
Sie wurden im Radisson Blu unweit des Flughafens einquartiert. Aufgrund des hohen Andrangs konnte ihnen das Hotel allerdings nur noch ein Doppelzimmer anbieten.
Erschöpft und enttäuscht betraten sie schließlich das Hotelzimmer. Sie hatten nur ihr Handgepäck dabei; die Koffer befanden sich noch am Flughafen.
Bevor sie schlafengingen, erklärte Jasmin ihm, dass sie zu Hause Bescheid sagen wollte. Als sie ihren Eltern erzählte, dass sie Heiligabend nicht da sein würde, weinte sie.
Sie tat ihm leid. Offenbar hatte Weihnachten in ihrer Familie einen hohen Stellenwert. Obwohl die Situation ihn reizte, hatte die Vorstellung, die Feiertrage in einem Moskauer Hotel verbringen zu müssen, auch etwas Trauriges.
Jasmin war offenbar zu müde, um sich der eventuellen Konsequenzen, die das Doppelbett mit sich brachte, bewusst zu werden und schlief augenblicklich ein.
Henrik blieb noch länger wach. Er arbeitete am Laptop und sah sich die Wetteraussichten für die nächsten Tage an.
Wenn sie nicht von hier wegkamen, wollte er in die Stadt fahren und nach einem Weihnachtsgeschenk für Jasmin suchen. In Russland feierte man Weihnachten erst im Januar, es sollte also keine Probleme geben.
Ab und zu warf er einen Blick auf Jasmin. Es wunderte ihn, dass er ihrer Schönheit so lange hatte widerstehen können.
Sie hatten zwar schon oft miteinander gearbeitet, doch er war lange davon ausgegangen, dass sie verheiratete Muslima war. Eine verbotene Frucht.
Jetzt wusste er, dass sie nicht religiös war und ihre Eltern sehr westlich lebten. Verheiratet war sie ebenfalls nicht.
Die drei Wochen in Dubai hatten ihm gezeigt, dass sie nicht nur äußerlich schön war. Sie strahlte eine ansteckende innere Ruhe aus, war talentiert und witzig.
Als er sich endlich ins Bett legte und sah, wie weit sie am Rand lag, musste er lächeln.
Er zog sich aus, deckte sich vorsichtig zu und schlief zum leisen Klang ihres Atems ein.
Er schlief unruhig, vielleicht, weil er nicht mehr daran gewöhnt war, dass jemand an seiner Seite lag. Vielleicht auch, weil seine Fantasien ihn nicht in Ruhe ließen.
Jasmin war schon auf, als er am Morgen des Vierundzwanzigsten erwachte. Sicher hoffte sie auf besseres Wetter.
Er streckte sich und sah ihr dabei zu, wie sie im Bademantel am Computer saß. Die Spitzen ihres langen, dunklen Haars waren noch feucht, sie sah fantastisch aus.
„Wie sieht es aus?“
„Nicht gut“, sagte sie und lächelte wehmütig.
Allmählich gewöhnte er sich an den Gedanken, Weihnachten in einem Hotelzimmer inmitten der russischen Hauptstadt zu feiern.
Pulsuz fraqment bitdi.