Kitabı oxu: «USA – Illinois TravelGuide»
IMPRESSUM
USA – Illinois
Christian Dose, Ralph Steffen
© 2021 360° medien
Marie-Curie-Straße 31 I 40822 Mettmann
www.360grad-medien.de
Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung sowie Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Der Inhalt des Werkes wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.
Redaktion und Lektorat: Christine Walter
Satz und Layout: Serpil Sevim-Haase
Gedruckt und gebunden:
Lensing Druck GmbH & Co. KG I Feldbachacker 16 I 44149 Dortmund
www.lensingdruck.de
Bildnachweis: siehe Seite 272
ISBN: 978-3-96855-085-5
epub ISBN: 978-3-96855-139-5
mobi ISBN: 978-3-96855-140-1
Hergestellt in Deutschland
www.360grad-medien.de
Christian Dose | Ralph Steffen
USA
ILLINOIS
TRAVEL GUIDE

VORWORT
Illinois ist mehr als die Route 66, die Wolkenkratzer von Chicago und der Lake Michigan. Wie wäre es stattdessen mit einer Kajaktour über den Chicago River, einem Roadtrip über die Great River Road oder einem Spaziergang auf präsidialen Pfaden durch die Kleinstadt Springfield? Der Bundesstaat im Mittleren Westen der USA begeistert mit pittoresken Städtchen entlang des Mississippi River, viel Kultur und einer langen Tradition. Und auch in der Millionenmetropole – dem Einfallstor nach Illinois – gibt es viel Sehenswertes jenseits der bekannten Attraktionen zu entdecken.
Mit diesem Buch möchten wir Sie einladen, 50 Plätze jenseits des Mainstreams zu entdecken. Wir nehmen Sie mit zu Orten, wo Sie vielleicht der einzige internationale Tourist sind und so diesen faszinierenden Bundesstaat eher durch die Augen eines Einheimischen denn durch die eines Urlaubers aus der „Alten Welt“ sehen.
Illinois zählt zu den Staaten des Mittleren Westens, die oftmals auch als Amerikas Herzland bezeichnet werden. Landwirtschaft und Industrie besitzen hier eine überragende wirtschaftliche Bedeutung und haben so den Beinamen „Heartland“ geprägt. Rund 13 Millionen Einwohner leben in dem Bundesstaat, der im Norden vom Lake Michigan und von Wisconsin begrenzt wird, im Westen an Iowa und Missouri grenzt sowie im Osten an Kentucky und Indiana stößt. Die ersten Siedler – seinerzeit vor allem aus Frankreich – erreichten das heutige Illinois zum Ende des 17. Jahrhunderts, und so wurde das Areal 1712 zur französischen Kolonie. 1765 übernahmen die Briten die Regentschaft, ehe Illinois im Jahr 1818 als 21. Bundesstaat Teil der Vereinigten Staaten wurde. Der Name des Bundesstaates ist auf den indigenen Stamm der Illiniwek zurückzuführen, dessen Name für „Das Volk“ stand. Franzosen und Briten formten den Namen schließlich zurecht.

Auf dem Chicago River
Heute ist Illinois der fünftwichtigste Wirtschaftsraum der USA – und dennoch lässt sich abseits von Chicago, der drittgrößten Stadt des Landes, noch viel vom Mut und Pioniergeist früherer Zeit erleben. Dies gilt natürlich für alle, die sich den Traum der Route 66 erfüllen. Aber auch abseits dieser bekannten Strecke und gerade entlang der Great River Road beobachten Besucher den amerikanischen Alltag. Hier sind die großen Städte gefühlt plötzlich ganz weit weg. Und gerade dadurch können Besucher tief in die Historie des Landes und seine Seele eintauchen. Wer sich für Geschichte interessiert, wird in Springfield fündig: In der Hauptstadt des Bundesstaates sammelte der spätere US-Präsident Abraham Lincoln erste politische Erfahrung. In Moline hingegen lockt das Museum des Landmaschinenherstellers John Deere – eine Geschichte nach dem Motto „Vom Tellerwäscher zum Millionär“. Und dazu runden eine Fahrt über den Mississippi River und Outdoor-Abenteuer wie eine Zipliningtour einen Urlaub ab.
Dieses Buch stellt in acht Kapiteln 50 Orte und Plätze vor, die einen Trip nach Illinois unvergesslich machen und perfekt für Individualreisende sind. Jeder Tipp umfasst zugleich wichtige praktische Informationen wie beispielsweise Öffnungszeiten und Eintrittspreise oder Empfehlungen für Restaurants und Hotels.
Eine Reise durch Illinois führt Sie weg von den klassischen Zielen der USA-Besucher. Hier erleben Sie Geschichte und Geschichten einer vielseitigen Region, die historische Tankstellen, moderne Glasbauten und viel Natur vereint. Wir wünschen Ihnen eine gleichsam unterhaltsame wie inspirierende Lektüre sowie eine gute Planung. Und wann sehen wir uns im „Land of Lincoln“, wie Illinois dank des 16. US-Präsidenten auch genannt wird?
Viel Spaß beim Lesen, Planen und Erleben!
Christian Dose, Ralph Steffen
INHALTSVERZEICHNIS
SO SIEHT DER PERFEKTE ROADTRIP DURCH ILLINOIS AUS
CHICAGO
1.Unterwegs mit einem Greeter: Spaziergang am Chicago River
2.Chicago River: Paddeltour mit dem Kajak
3.Kunst im Freien: Stadtspaziergang der anderen Art
4.Lake Michigan: Sehenswerte See-Fahrt
5.Andersonville, Pilsen und Bucktown: Chicagos Multikulti-Mix
6.Musik aus Chicago: Blues, House & More
7.Al Capone lässt grüßen: Auf den Spuren der Prohibition
8.Bauhaus-Architektur: Ein Deutscher verzaubert Chicago
9.Life is a Beach: Tipps für fünf Ausflüge zum Strand
Special: 48 Stunden in Chicago
CHICAGOS UMLAND
10.Six Flags Great America: Achterbahnfahrten auf Rekordlevel
11.Let there be rocks: Outdoor-Abenteuer im Starved Rock State Park
12.Wadsworth und Volo: Von Pferden, Pferdestärkenund einem Murmeltier
13.Unterwegs in Cook County: Bahá'í-Tempel,Glasmalerei und ein schiefer Turm
14.Ausflug zu Naturschätzen in Chicagos Umland
WIE IM ROADMOVIE: ROUTE 66 IN ILLINOIS
15.Nostalgisch, bunt und lecker: Die besten Diner entlang der Route 66
16.Joliet: Wo Handelswege und Wasserstraßen aufeinandertreffen
17.Wilmington: Raumfahrt-Euphorie und neue Heimat für Bisons
18.Von Dwight bis Odell: Historische Tankstellen entlang der Mother Road
19.Pontiac: Klassiker im Museum und bunte Häuserwände
20.Nach Funks Grove und McLean: Süßes Gold und Trucker-Tempel…
21.Champaign-Urbana: Kultur-Highlights und ein prachtvoller Sternenhimmel
22.Bei den Amischen in Arthur: Leben wie anno dazumal
WO SCHON ABRAHAM LINCOLN ZU HAUSE WAR
23.Lincoln: Ein Ort zu Ehren des 16. US-Präsidenten
24.Mit „Abe“ Lincoln durch Springfield: Einblicke in das Leben eines großen Mannes
25.Route 66 in Springfield: Heimat besonderer Roadside-Kuriositäten
26.Casey: Überdimensionierte Attraktionen vor Kleinstadtkulisse
27.Unterwegs nach Auburn, Girard und Dorchester: Kopfsteinpflaster und Kleinstädte
28.Staunton und Livingston: Oldtimer, Hasen und ein rosafarbener Elefant
29.Alton: Hier lässt sich dem Mississippi River auf den Grund gehen
30.Normal paranormal: Wo Alton von allen guten Geistern besessen ist
UNTERWEGS ZU DEN SUPERHELDEN: ILLINOIS’ TIEFER SÜDEN
31.Cahokia Mounds: Wo einst 40.000 Mississippi-Indianer lebten
32.Chester und Metropolis: Zu Besuch bei Superhelden
33.Summerfield, Saxtown & Co.: Wo einst deutsche Einwanderer siedelten
34.Shawnee National Forest: Ab in den Wald oder hinaus aufs Wasser
REISE ENTLANG DES MISSISSIPPI
35.Grafton: Schöne Ausblicke auf den Illinois River und den Mississippi River
36.Quincy: Underground Railroad und charmante Wohnviertel
37.Nauvoo: Auf den Spuren der Mormonen
38.Quad Cities: Black Hawk und Großindustrielle
39.John Deere: Von der kleinen Schmiede zum Weltkonzern
40.Fulton: Klompen-Folklore unter der Windmühle
41.Savanna: Biker-Treff und Liebesnest
42.Galena: Von der Bergarbeiterstadt zum romantischen Kleinod
43.Rund um Galena: Bergtour auf den Chestnut Mountain
LET‘S GO EAST: AUF DEM WEG ZURÜCK NACH CHICAGO
44.Elizabeth: Vom Black-Hawk-Krieg zu Einwanderern und Ziplining
45.Rockfords Parks und Grünanlagen: Ein Hoch auf den grünen Daumen
46.Rockford: Faszinierende Spurensuche der amerikanischen Geschichte
47.Rosemont: Outlet-Shopping, Indoor Skydiving und Hummel-Figuren
ILLINOIS FÜR INSIDER
48.Die Illinois Maker: Echte Handwerkskunst made in Illinois
49.Frank Lloyd Wright in Illinois: Architektur-Juwelen im Präriestil
50.So schmeckt Illinois: Hotdog, Deep Dish Pizza und der legendäre Horseshoe
REISEINFORMATIONEN
BILDNACHWEIS

SO SIEHT DER PERFEKTE ROADTRIP DURCH ILLINOIS AUS
Was macht eigentlich einen perfekten Roadtrip aus? Fragt man im Bekanntenkreis, so rangieren die Antworten zwischen Klischees und Erfahrungsberichten. Freiheitsgefühl, einsame Landstraßen, Fahrtwind, nostalgische Tankstellen, Diners und bunte Neonreklamen werden oft genannt. Erfahrene Tourenfahrer ergänzen weitere Stichworte: den Mix aus verschlafenen Städtchen und Kult-Metropolen, wechselnde Landschaften, gleichgesinnte Reisende und die Begegnungen mit den Locals.

Mythos pur: Route 66
Letztlich ist es die Mischung aus besagten Klischees und dem Unbekanntem, die den Reiz eines echten Roadtrips ausmacht. Und keine Straße ist so perfekt geeignet für dieses Erlebnis wie die Route 66, die Mother Road. Wer die fast 2500 Meilen von Chicago in Illinois bis Santa Monica in Kalifornien befahren will, braucht Sitzfleisch und viel Zeit. Teilstrecken sind eine gute Alternative.
Eine ideale Tour, für die man zwischen zehn und 20 Tagen Zeit einplanen sollte, ist ein Roadtrip durch Illinois. Von Chicago geht es entlang der Route 66 bis Springfield und weiter gen Süden bis zum Mississippi-Städtchen Alton – kleine Abstecher zu weiteren Highlights und Kuriositäten nicht eingerechnet. In Alton verlässt man die Route 66 und genießt auf der Great River Road Illinois die Panoramastraßen entlang des „Ol' Man River“ bis Galena im Nordosten. Über Rockford und Rosemont führt der Weg zurück nach Chicago. Wieder am Ausgangspunkt angekommen, haben Urlauber mindestens 800 Meilen auf dem Buckel – und eine Vielfalt an Reiseerlebnissen im Gepäck, die dem perfekten Roadtrip-Feeling ziemlich nahekommen.

Riverwalk am Chicago River
Chicago als Einfallstor nach Illinois
Aber der Reihe nach: Die meisten Reisenden landen am Chicago O'Hare International Airport. Die drittgrößte Stadt der USA ist ein architektonisches Juwel mit einer unvergleichlichen Kultur- und Musikszene, grandioser Architektur, quirligen Stadtvierteln und Badestränden im Sommer. Chicago verdient definitiv einige Tage Aufenthalt. Echte Roadtrip-Enthusiasten lassen sich auf keinen Fall das Route-66-Starting-Point-Schild und ein deftiges Frühstück bei Lou Mitchell's entgehen, dem legendären Route-66-Diner direkt zu Beginn der Mother Road. Und selbst wer nur 48 Stunden Zeit hat, kann viel erleben (siehe Seite 54, Special „48 Stunden in Chicago“).
1. Etappe: Legendäre Route 66
Anschließend lässt man Chicago hinter sich und dreht den Zündschlüssel in Richtung Straßenabenteuer. Die erste Route-66-Etappe führt nach Springfield, der Hauptstadt von Illinois. Während der Fahrt passiert man Joliet, ein Eldorado für Nascar- und Dragster-Rennen sowie Kultstätte für Blues-Brothers-Fans. Der weitere Weg vorbei am verschlafenen Wilmington bis Springfield ist gesäumt von Neonreklamen und kuriosen Muffler Men, überlebensgroßen Werbefiguren aus Fiberglas, die jeden Roadtripper grüßen. In Springfield angekommen, steht ein Mix aus Geschichte und Roadside-Erlebnis auf dem Programm. So wartet die Heimat von Abraham Lincoln mit einem erstklassigen Museum zum 16. Präsidenten der USA, seinem Wohnhaus, seiner Grabstätte und dem imposanten Capitol auf. Coole Bars und Diners, Route-66-Museen und das alljährliche Route 66 Mother Road Festival sorgen für zusätzliche Abwechslung. Weiter gen Süden laden nostalgische Restaurants, historische Tankstellen und Autokinos zur Pause ein.

Joliet: Bekannt aus „Blues Brothers“
2. Etappe: Parallel zum Mississippi River
Das Mississippi-Städtchen Alton an der Grenze zu Missouri ist das nächste Etappenziel. Die authentische Hafenstadt mit ihrer eindrucksvollen Schleusenanlage bezaubert mit einer freundlichen Innenstadt. In den Wintermonaten schlagen Weißkopfseeadler hier ihr Quartier auf. Bei Alton verlässt man dann die Route 66: Wer die Zeit hat, fährt von hier zunächst in Richtung Süden und besucht eine alte Indianerstätte, echte Superhelden und die weite Natur. Richtung Norden führt die Panoramaroute entlang des Mississippi River, die sogenannte Great River Road Illinois, vorbei an Quincy, Nauvoo, den Quad Cities und Fulton bis nach Galena. Das ehemalige Bergarbeiterstädtchen ist für seine charmante Altstadt und imposanten Herrenhäuser berühmt und liegt eingebettet in einer grünen Hügel- und Waldlandschaft.

Entlang des Ol' Man River
3. Etappe: Mittlerer Westen wie im Bilderbuch
Die Fahrt von Galena in Richtung Osten über Elizabeth, Rockford und Rosement zum Flughafen oder zurück nach Chicago rundet den Roadtrip durch Illinois ab. Rockford, die einstige Industriestadt am Rock River, ist typisch für eine urbane Siedlung im Mittleren Westen und perfekt geeignet, um auf unterhaltsame Weise die amerikanische Besiedlungsgeschichte nachzuvollziehen – oder um in einem der Gärten und Parks diesen Roadtrip, die Eindrücke und die herzlichen Begegnungen mit den Bewohnern von Illinois Revue passieren zu lassen.
Weitere Informationen: enjoyillinois.de
CHICAGO

The Wrigley Building
CHICAGO
1.Unterwegs mit einem Greeter: Spaziergang am Chicago River
2.Chicago River: Paddeltour mit dem Kajak
3.Kunst im Freien: Stadtspaziergang der anderen Art
4.Lake Michigan: Sehenswerte See-Fahrt
5.Andersonville, Pilsen und Bucktown: Chicagos Multikulti-Mix
6.Musik aus Chicago: Blues, House & More
7.Al Capone lässt grüßen: Auf den Spuren der Prohibition
8.Bauhaus-Architektur: Ein Deutscher verzaubert Chicago
9.Life is a Beach: Tipps für fünf Ausflüge zum Strand

1. UNTERWEGS MIT EINEM GREETER: SPAZIERGANG AM CHICAGO RIVER
Der Blick auf den Chicago River und die Skyline der Metropole am Lake Michigan könnte nicht besser sein. Von der Dachterrasse des Hotels London House genießen Besucher das vielleicht schönste Panorama der Innenstadt. Doch wer kommt morgens um 10 Uhr auf die Idee, ein scheinbar beliebiges Hotel anzusteuern und mit dem Fahrstuhl nach oben zu fahren? Sarah Miller (Name geändert) hatte diese fabelhafte Idee – sie ist eine von rund 200 ehrenamtlichen Stadtführern, Greeters genannt, und zeigt Touristen ihre Heimatstadt.

Blick auf das Reid Murdoch Building am Chicago River

Stadtführung mit einem Greeter – persönlich und individuell
Solch ganz persönliche Führungen dauern zwischen zwei und vier Stunden und richten sich stark nach den Wünschen der Teilnehmer. Die Touren werden überdies nicht nur in englischer Sprache angeboten. Es gibt wohl kaum eine bessere Möglichkeit, eine Stadt durch die Augen der hier Lebenden kennenzulernen. Geheimtipps wie die Rooftop-Terrasse sind da inklusive. Neben Chicago wird diese Art von Stadtbesichtigung mittlerweile in zahlreichen Städten weltweit angeboten.
Mit Sarah Miller können Touristen tief in Chicagos Architektur-Wunder eintauchen. Die ehemalige Lehrerin kennt die Innenstadt der Millionenmetropole seit ihrer Kindheit. Nachdem ihr eigener Nachwuchs aus dem Haus war, sind ihr Mann und sie aus der Vorstadtidylle wieder nach Downtown gezogen. „The Loop“, wie der Stadtteil auch genannt wird, ist das quirlige Zentrum der Stadt.
Vom London House Hotel geht es zu Fuß entlang des Chicago Riverwalk, der erst vor einigen Jahren am südlichen Flussufer angelegten breiten Promenade. Hier finden sich zahlreiche Cafés und Restaurants. Vormittags herrscht noch freie Platzwahl, abends ist ein Tisch meist nur mit Wartezeit zu bekommen. Während des Spaziergangs mit der lebhaft erzählenden „Greeterin“ fällt der Blick immer wieder auf die Wolkenkratzer. Ein beliebtes Fotomotiv ist sicherlich der 2009 errichtete Trump Tower, das zweithöchste Gebäude der Stadt, mit dem gleichnamigen Hotel. Direkt daneben fasziniert das historische, 1924 im spanischen Kolonialstil gebaute Wrigley Building, seinerzeit Hauptsitz des bekannten Kaugummi-Herstellers. Ebenso imposant erscheint eines der letzten Werke von Mies van der Rohe (siehe auch Seite 46, Tipp 8): heute das Hotel The Langham und einst als IBM-Komplex errichtet. Direkt daneben steht die gewaltige Marina City, entworfen von einem Studenten des berühmten Architekten.
Weitere spannende Architekturgeschichten folgen bei dieser zweistündigen Tour – und viel Wissenswertes auch über Mafia-Boss Al Capone, der die Stadt viele Jahre in Angst und Schrecken versetzte. So soll er angeblich im sehenswerten Jewelers‘ Building mit der markanten Dachkonstruktion eine Speakeasy-Bar betrieben haben (siehe auch Seite 42, Tipp 7). Fest steht aber eines: In dem Haus gab es über viele Jahre einen eigenen Aufzug für die Fahrzeuge der Bewohner, sodass diese ihr Vehikel mit in die Wohnung nehmen konnten. Am Ende der Tour lässt sich der Guide noch auf einen Kaffee in einem der schmucken Cafés am Fluss einladen – denn ein Trinkgeld nehmen die Greeter grundsätzlich nicht an.

Ausblick von den rundum verglasten Balkonen des Willis Tower
INFO
Aktivitäten: Die Stadtführungen sollten möglichst frühzeitig angefragt werden, spätestens zehn Werktage vor dem Wunschtermin. Touren sind in allen Stadtteilen sowie zu bestimmten Themen möglich und dauern zwischen zwei und vier Stunden. Die ehrenamtlichen Greeter sind bekannt für ihre kreativen Touren für maximal sechs Personen. Wer sich nicht vorab registrieren möchte, kann sich spontan einem einstündigen Spaziergang mit einem der sogenannten InstaGreeters anschließen. Diese Touren durch die Innenstadt starten montags bis freitags mehrfach täglich zwischen 10:30 und 14:30 Uhr am Chicago Cultural Center, Randolph Street Lobby, 77 E Randolph Street, Chicago, IL 60602. Zuweilen werden auch Rundgänge durch andere Stadtteile angeboten. Spezielle Stadtrundgänge für Architekturfans offeriert alternativ das Chicago Architecture Center; architecture.org/tours
Kosten: keine. Die Greeter dürfen grundsätzlich kein Trinkgeld annehmen.
Website: chicagogreeter.com
Sightseeing-Tipp: Wer die Wolkenkratzerschluchten Chicagos von oben sehen möchte, hat dazu zwei bei vielen Besuchern der Stadt äußerst populäre Möglichkeiten:
Das sogenannte SkyDeck liegt im 103. Stockwerk des Willis Tower, Chicagos höchstem Wolkenkratzer. Besondere Attraktion: The Ledge, rundum verglaste Balkone. In den Sommermonaten ist das SkyDeck täglich von 9 bis 22 Uhr geöffnet, in den Wintermonaten von 10 bis 20 Uhr; ab 26 USD pro Person; 233 S Wacker Drive (Eingang auf der Südseite auf dem Jackson Boulevard), Chicago, IL 60606, theskydeck.com
Die Plattform 360 Chicago findet sich in der 94. Etage des John Hancock Observatory. Besondere Attraktion: TILT, Glasscheiben an den Außenwänden, in die sich Besucher einhängen und die sich dann nach außen neigen. Täglich von 9 bis 23 Uhr geöffnet; ab 21 USD pro Person; 875 N Michigan Avenue, Chicago, IL 60611, 360chicago.com
2. CHICAGO RIVER: PADDELTOUR MIT DEM KAJAK
Langsam zieht Chicagos weltberühmte Skyline an einem vorbei, Schlag um Schlag. Gemächlich lässt es sich über den Chicago River paddeln. Und von hier unten, direkt auf der Wasserlinie und aus einem Kajak heraus, wirken die beeindruckenden Wolkenkratzer nochmals imposanter. Denn die weltweit berühmtesten Architekten wie beispielsweise Mies van der Rohe haben die Metropole am Lake Michigan zu einem echten Schmuckstück gemacht – vor allem rund um den Chicago River gruppieren sich die Meisterwerke. Somit genießen Besucher den schönsten Blick vom Wasser aus. Und eine geführte Kajaktour ist da eine gute Alternative zu den populären Fahrten mit einem der motorisierten Ausflugsschiffe.

Die Skyline wirkt vom Kajak aus noch imposanter.
Die 90-minütigen Ausflüge von Urban Kayaks starten nur wenige Meter vom Lake Michigan entfernt. Gemütlich paddelt die Gruppe Richtung Innenstadt, passiert rechter Hand den Apple Store und erreicht schnell das erste Highlight: das Wrigley Building, einst Hauptsitz des gleichnamigen Kaugummi-Herstellers. Das Gebäude (am rechten Ufer) mit seinem Stilmix aus französischer Renaissance und spanischer Kolonialzeit steht fotogen im Kontrast zum angrenzenden Trump Tower, dem zweithöchsten Wolkenkratzer Chicagos. Beides sind schöne Fotomotive. Linker Hand folgen nun einige Restaurants und Cafés am Chicago Riverwalk, wie die weitläufige Promenade offiziell genannt wird. An der Marina Plaza lässt es sich bequem ankern und ein Getränk „To Paddle“ holen – doch so kurz nach dem Ablegen am Pier von Urban Kayaks paddelt die Gruppe lieber weiter. Vielleicht ist es eine Option für den Rückweg, der ohnehin beschwerlicher werden wird?

Sightseeingtour auf dem Wasser
Zudem lohnen viele weitere sehenswerte Bauten kurze Fotostopps während der Paddeltour. Imposant erscheint beispielsweise auch das Reid, Murdoch & Co. Building aus dem Jahr 1914, in dem heute beispielsweise der Flagship-Store des Haushaltsgeräteherstellers Whirlpool zu finden ist, sowie das altehrwürdige Kaufhaus Merchandise Mart. Auch hier weiß der Guide von Urban Kayaks viel über die Bauten und die Geschichte der Stadt zu berichten. Nach der nunmehr neunten Straßenbrücke gabelt sich der Chicago River – für die Gruppe heißt es rechts in Richtung der Chicago & Northwestern Railway Bridge abbiegen. Hier geht es nun deutlich beschaulicher zu, weniger Ausflugsboote und Schiffe sind hier auf diesem Abschnitt unterwegs.

Die Kajaktouren starten ...

... mitten in der Innenstadt.
Es ist nun Zeit zum Umdrehen. Denn der Rückweg fällt beschwerlicher aus – jetzt gilt es, gegen den Strom anzupaddeln. Denn das Wasser des Chicago River fließt seit Anfang des 20. Jahrhunderts nicht mehr in den Lake Michigan: Um die Wasserqualität von See und Fluss zu verbessern, wurde die Fließrichtung mittels eines komplexen Schleusensystems umgedreht. Seine markante grünliche Färbung verdankt der Chicago River übrigens dem Installateursverband, der seit 1962 immer am St. Patrick‘s Day den Fluss künstlich einfärbt. Nach knapp 90 Minuten ist schließlich wieder die Station von Urban Kayaks erreicht. Doch vorher erwartet die sportlichen Besucher noch eine kurze Abkühlung: Alle 60 Minuten schießt der Centennial Fountain eine mächtige Fontäne über den Fluss. Wagemutige paddeln darunter durch!
INFO
Lage: Die Station von Urban Kayaks liegt fünf Fußminuten von der William P. Fahey Bridge, N Columbus Drive, entfernt, 435 E Chicago Riverwalk, Chicago, IL 60601
Anfahrt: Zur Metro-Station State/Lake sind es zu Fuß rund 15 Minuten.
Touren:
Die 90-minütigen Touren (plus 20 Minuten Einweisung an Land) kosten 50 USD pro Person und finden sowohl mittags um 12 Uhr als auch um 18 Uhr zum Sonnenuntergang statt. Überdies werden einstündige Touren für 40 USD pro Person angeboten. Sowohl Einzel- als auch Doppelkajaks sind verfügbar. Wer nur ein Kajak mieten möchte, zahlt pro Person und Stunde 30 USD.
Mittlerweile werden auch Kajaktouren auf dem Lake Michigan angeboten. Die 90-minütigen Fahrten starten im Monroe Harbor, südlich des Columbia Yacht Club, 45 USD pro Person. Dabei genießen die Teilnehmer einen schönen Blick auf den Grant Park, die Skyline, das berühmte Navy Pier und den Museum Campus. Alternativ zur Paddeltour im Kajak können auch geführte Touren fürs Stand-up-Paddling (SUP) gebucht werden, ebenso Einführungskurse für die Trendsportart.
Website: urbankayaks.com
3. KUNST IM FREIEN: STADTSPAZIERGANG DER ANDEREN ART
Das Cloud Gate im Millennium Park ist nicht nur eine von Chicagos beliebtesten Attraktionen – die ovale Skulptur, genannt „The Bean“, ist zugleich das bekannteste Kunstobjekt im öffentlichen Raum der Metropole. Doch Besucher können weit mehr Kunstwerke und Installationen im Freien entdecken, beispielsweise Objekte von Miró und Picasso. Zwei Stunden sollten Besucher für diesen gut 1,8 Meilen (rund drei Kilometer) langen, kulturreichen Spaziergang einplanen.

Crown Fountain
Nur wenige Meter südlich von der 2006 errichteten Skulptur lockt der Crown Fountain: Die 15 Meter hohe Installation mit Wasserfall und Videowand zeigt im steten Wechsel die Gesichter von Chicagoer Bürgern. Die Aufnahmen spiegeln sich fotogen im Wasser, in dem die Kinder fröhlich planschen.

The Lions of Michigan Avenue
Nochmals nur wenige Meter weiter treffen Besucher auf wohl Chicagos ältestes öffentliches Kunstwerk, im Englischen Public Art genannt: die beiden bronzenen Löwen. Geschaffen 1894 von Edward Kemeys (siehe auch Seite 112, Tipp 21) markieren sie den Eingang zum Art Institute of Chicago.
Jetzt lohnt es sich, den Spaziergang gen Lake Michigan fortzusetzen. Nächstes Highlight ist der Buckigham Fountain im Grant Park. Der Brunnen im französischen Barockstil entstand 1927 und hatte sich schnell als ein Symbol von Chicago etabliert – und ist auch stets zu Beginn des Vorspanns der Fernsehserie „Eine schrecklich nette Familie“ aus den 1980er- und 1990er-Jahren zu sehen. Bei den stündlichen Wasserspielen schießt die Fontäne bis zu 50 Meter hoch. Auf dem Weg hierher passieren Spaziergänger überdies ein Meisterwerk aus Terrakotta: den Chicago Stock Exchange Arch der früheren Wertpapierbörse.

Tagsüber wie abends ein beliebtes Fotomotiv: der Buckigham Fountain im Grant Park
Die nächsten überdimensionalen Skulpturen liegen nur einige Gehminuten weiter westlich: Wie ein Farbklecks inmitten dunkler Verwaltungsbauten erstrahlt die rote Stahlkonstruktion namens Flamingo. Sie wurde 1974 auf der Federal Center Plaza errichtet. Nur vier Blocks weiter steht das farbenfrohe Mosaik „Four Seasons“ im schrillen Kontrast zur Umgebung. Das Konstrukt des französisch-russischen Künstlers Marc Chagall beschreibt die Stadt in den vier Jahreszeiten und veredelt seit 1974 den Chase Tower.
Gleich zwei Meisterwerke machen den Daley Plaza zu einem Hotspot: Auf der einen Straßenseite lässt eine gut 15 Meter hohe Statue von Pablo Picasso aus dem Jahr 1967 erstaunen. Mangels Titulierung durch den Künstler als „Untitled“ oder „The Picasso“ bekannt, wurde die 162 Tonnen schwere Stahlkonstruktion zunächst von den Chicagoern verschmäht – doch diese Zeiten sind längst passé. Auf der anderen Straßenseite wiederum hat sich Joan Miró mit dem schmalen, aber rund zwölf Meter hohen Kunstwerk „Miró’s Chicago“ verewigt. Zwei Jahre vor seinem Tod 1983 entstand die Plastik mit rotem Mosaik am Fuße.

Skulptur „Untitled by Picasso“
Einen Block weiter nördlich können Reisende die zehn Tonnen schwere Skulptur „Monument with Standing Beast“ durchstreifen. Das Werk steht seit 1984 vor dem von Stararchitekt Helmut Jahn entworfenen Thompson Center.

Lichtershow am Merchandise Mart
Zum Abschluss des Stadtspaziergangs der anderen Art darf ein Abstecher zum Chicago River nicht fehlen: Der imposante Merchandise Mart auf der nördlichen Flussseite erstrahlt regelmäßig in den Abendstunden als weltweit größte digitale Kunstinstallation, bekannt auch als „Art on theMart“. 34 Projektoren bringen die Gebäudefront mit Videoinstallationen zum Leuchten.
INFO
Cloud Gate und Crown Fountain: täglich von 6 bis 23 Uhr zugänglich (entsprechend der Öffnungszeiten des Millennium Park), zwischen Mai und Oktober in Betrieb; 201 E Randolph Street, Chicago, IL 60601, chicago.gov/city/en/depts/dca/supp_info/millennium_park.html
Buckingham Fountain: zwischen Anfang Mai bis Mitte Oktober in Betrieb, täglich von 8 bis 23 Uhr; 301 S Columbus Drive, Chicago, IL 60605, chicagoparkdistrict.com/parks-facilities/clarence-f-buckingham-memorial-fountain
Four Seasons: Seit 1994 schützt eine Glaskonstruktion das gut 20 Meter breite und jederzeit zu bewundernde Werk; 10 S Dearborn Street, Chicago, IL 60603
Miró's Chicago: 69 W Washington Street, Chicago, IL 60602
The Picasso at Daley Plaza: 1967 das erste offensichtliche öffentliche Kunstwerk Chicagos, jederzeit zu besuchen; 50 W Washington Street, Chicago, IL 60602, thedaleycenter.com
Monument with Standing Beast: Die Skulptur komprimiert vier Elemente, darunter ein Tier und einen Baum, zu einem großen Ganzen; 100 W Randolph Street, Chicago, IL 60601, chicago.gov/city/en/depts/dca/supp_info/chicago_s_publicartjeandubuffetsmonumentwithstandingbeast.html
Art on theMart: Die Projektionen sind im Regelfall mittwochs bis sonntags zu sehen und starten etwa 30 Minuten nach Sonnenuntergang, im Winter teils außer Betrieb; 278-294 W Wacker Drive, Chicago, IL 60606, artonthemart.com
4. LAKE MICHIGAN: SEHENSWERTE SEE-FAHRT
Eine Bootsfahrt zu den architektonischen Meisterwerken entlang des Chicago River zählt gefühlt zum Pflichtprogramm. Und in der Tat: Kaum eine Tour verschafft Besuchern einen besseren Überblick über die vielleicht schönste Skyline der Vereinigten Staaten als eine River Cruise. Ebenso spannend: eine Fahrt mit einem Ausflugsschiff über den Lake Michigan, einen der fünf Great Lakes an der Grenze zwischen den USA und Kanada.

Lake Michigan, drittgrößter der fünf Great Lakes, wirkt zuweilen wie ein Meer.
Ausgangspunkt für die sehenswerte See-Fahrt ist das populäre Navy Pier. Mehrfach täglich legen hier die Schiffe von Shoreline Sightseeing – unterhalb des weithin sichtbaren Riesenrades – ab. Entsprechend fotogen präsentiert sich nun das Navy Pier. Schließlich nimmt der Kapitän Kurs gen Süden und steuert in Richtung Museum Campus mit dem bekannten Adler Planetarium direkt am Seeufer. Während der Fahrt eröffnet sich ein unvergesslicher Blick auf die weiten Grünanlagen, umgeben von zahlreichen Hochhäusern. Auch der 442 Meter hohe Willis Tower lässt sich erspähen. In die andere Richtung, also gen Osten, wirkt der Lake Michigan indes nicht mehr wie ein See, sondern erscheint als Meer. Kein Wunder: Der See ist fast eineinhalbmal so groß wie die ganze Schweiz, der Bodensee würde gar mehr als hundertmal hineinpassen.

Blick vom Lake Michigan auf die berühmte Skyline
Schließlich fährt das Ausflugsschiff eine 180-Grad-Kehre und nimmt Kurs auf das nördliche Chicago – also zur anderen Seite des Navy Pier. Nachdem erneut die etwa eine halbe Meile lange Vergnügungsmeile auf dem ehemaligen Marine-Areal passiert ist, fällt der Blick vor allem auf die schönen Strände (siehe auch Seite 50, Tipp 9). Oak Street Beach und Ohio Street Beach lassen für einen Moment vergessen, dass man sich gerade in einer knapp drei Millionen Einwohner zählenden Metropole befindet. Nach 40 Minuten ist schließlich wieder der Anleger erreicht. Ein kurzer Ausflug – aber mit dem Potenzial für viele unvergessliche Skyline-Fotos. Zudem lässt sich die Fahrt mit einem Bummel durch die Geschäfte, Museen und Fahrgeschäfte am Navy Pier verbinden.

Die Bootstouren starten am Navy Pier.
Gut zu wissen: Die Bootsfahrten werden auch passend zum Feuerwerk angeboten, das in den Sommermonaten jeden Mittwoch und Samstag den Küstenstreifen und das Navy Pier erleuchtet.
INFO
Lage: Die Boote für die Ausflugsfahrt über den See legen am Navy Pier ab.
Anfahrt: Wer nicht zu Fuß unterwegs ist, erreicht die Seebrücke mit den CTA-Bussen 2, 29, 65, 66 und 124, alternativ per Taxi oder Mitfahrdienst. Außerdem verkehren Wassertaxis (shorelinesightseeing.com/tours-taxis/taxis) zwischen Navy Pier und Willis Tower bzw. Museum Campus, Preis: je nach Strecke und Wochentag zwischen 6 und 10 USD pro Fahrt, Kinder 3 bis 5 USD. Wer mit dem Auto anreist, zahlt für bis zu sechs Stunden Parken 37 USD, zwei Stunden Parkzeit kosten 32 USD.
Aktivitäten:
Die beschriebene Bootstour von Shoreline Sightseeing dauert rund 40 Minuten und kostet pro Person 23 USD, Kinder 8 USD. Die Fahrten zum Feuerwerk dauern zwischen 75 und 90 Minuten und kosten ab 38 USD für Erwachsene, Kinder ab 18 USD; shorelinesightseeing.com
Mystic Blue Dinner Cruises wiederum organisiert längere Bootsfahrten als Brunch-, Lunch- oder Dinnertouren. Die zwei- bis dreistündige Dinner-Fahrt wird ab 80 USD pro Person angeboten; mysticbluecruises.com/chicago
Wer hingegen einen Viermaster bevorzugt, steigt auf ein Segelschiff von Tall Ship Windy Chicago. Die 75-minütigen Touren kosten ab 37 USD für Erwachsene, Kinder ab 14 USD. Die 90-minütigen Segeltörns zum Feuerwerk kosten ab 43 USD für Erwachsene, Kinder ab 24 USD; tallshipwindy.com
Hinweis: Alle Fahrten werden nicht im Winter angeboten.
5. ANDERSONVILLE, PILSEN UND BUCKTOWN: CHICAGOS MULTIKULTI-MIX
Die Millionenmetropole bietet mehr als nur Hochhäuser, Museen und öffentliche Kunstwerke in der Stadt: Wer Downtown verlässt und Stadtteile wie Andersonville, Pilsen und Bucktown besucht, erlebt internationales Flair – von schwedisch bis mexikanisch.

Andersonville ist schwedisch geprägt.
Zu den charmantesten Stadtteilen Chicagos zählt zweifelsohne das nördlich gelegene Andersonville. Das schwedische Lokalkolorit geht so weit, dass hier alljährlich im Juni die Sonnenwende gefeiert wird. Ganzjährig verschafft das Swedish American Museum einen Überblick zur Geschichte der Einwanderer. Aber nicht nur angesichts des nordischen Einschlags lohnt ein Besuch: Hier in Andersonville ist Amerikas Alltag zu Hause, sind noch viele lokale Geschäfte und Restaurants jenseits der bekannten weltumspannenden Ketten zu finden. Zwischendrin liegt gern auch einmal eine Bäckerei mit typisch skandinavischen Backwaren. Überdies ist der Stadtteil mittlerweile eine der beliebtesten Wohngegenden der lokalen LGBTQ-Szene, die für ein ganz eigenes, von Freiheit geprägtes Lebensflair sorgt. Ein Besuch in Andersonville lässt sich auch gut mit einem Abstecher an den Strand verbinden – der Montrose Beach (siehe Seite 46, Tipp 9) liegt nicht weit entfernt. Und abends bietet sich eine Visite der angeblich früher von Al Capone betriebenen Jazzbar Green Mill (siehe Seite 42, Tipp 7) an.

Restaurant im Andersonville

Farbenfrohes Mural im Stadtteil Pilsen
Ganz anders präsentiert sich hingegen der Stadtteil Pilsen, südwestlich des Zentrums. Auf den ersten Blick fühlen sich Besucher in eine europäische Altstadt versetzt. Wenig überraschend, schließlich wurde die Gegend im späten 19. Jahrhundert verstärkt von tschechischen Einwanderern bevölkert. Aber auch andere Immigranten aus Osteuropa zog es hierher. Sie verdrängten Deutsche und Iren, die sich zuvor in dem Stadtteil niedergelassen hatten. Heute hingegen dominiert mexikanischer Lifestyle. Schon 1970 überstieg die Zahl der Einwanderer aus Mexiko sowie weiteren lateinamerikanischen Ländern die tschechische Gemeinde. Entsprechend genießen Urlauber heute einen bunten, entspannten Alltag. Restaurants und Bars bieten authentische Küche und Musik. Hinzu kommt eine pulsierende Kunstszene, schon von Weitem dank großer Wandmalereien zu erkennen. Boutiquen und Galerien zeigen ganz andere Waren und Exponate, als man sie eigentlich in einer nordamerikanischen Metropole erwarten würde. Beliebt ist auch das National Museum of Mexican Art, die größte Schau für lateinamerikanische Kunst in den USA. Kein Wunder, dass Pilsen schon vom Magazin Forbes als eines der „12 coolsten Viertel der Welt“ gewürdigt wurde.

Wicker Park gilt als aufstrebendes Viertel.
Zu den dynamischsten Vierteln Chicagos zählt indes Bucktown, das viele mit New Yorks Stadtteilen Williamsburg und Greenpoint vergleichen. Schick, aber nicht versnobt, und Heimat vieler junger Künstler und Designer. Auch neue Restaurants, Cafés und Nachtclubs etablieren sich schnell. Am besten erkundet man den Stadtteil bei einem gemütlichen Spaziergang, der nachmittags beginnt und spät in die Nacht endet. An Bucktown grenzen der ebenfalls hippe Stadtteil Wicker Park sowie das ukrainische Viertel Ukrainian Village mit vielen typischen Restaurants, kreativen Galerien und eindrucksvollen Kirchen.

Bucktown lockt mit kreativer Kultur- und Restaurantszene.
INFO
Andersonville: Der nördliche Stadtteil lässt sich gut mit der Red Line (Station Bryn Mawr) erreichen. Das Swedish American Museum ist täglich von 10 bis 16 Uhr (am Wochenende erst ab 11 Uhr) geöffnet. Erwachsene zahlen 6 USD Eintritt pro Person, Kinder 4 USD; 5211 N Clark Street, Chicago, IL 60640, swedishamericanmuseum.org
Pilsen: Mit Taxi oder Mitfahrdienst etwa 15 Minuten vom Navy Pier entfernt. Ansonsten mit der Red Line (Station Cermak-Chinatown) oder Buslinie 60. Das National Museum of Mexican Art ist täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist kostenlos; 1852 W 19th Street, Chicago, IL 60608, nationalmuseumofmexicanart.org
Bucktown: Im Westen der Stadt gelegen und am besten mit der Blue Line (Stationen Damen oder Western) erreichbar.
6. MUSIK AUS CHICAGO: BLUES, HOUSE & MORE
In erster Linie ist die drittgrößte Stadt der USA als Geburtsstätte des elektrischen Blues bekannt. Aber Chicago hat die weltweite Musikszene noch weiter geprägt: Auch der House wurde hier erfunden. Livemusik bis hin zu klassischer Musik lässt sich an vielen Orten genießen.

Der Blues wurde in Chicago weltberühmt.
Seit den 1930er-Jahren ist die Stadt am Lake Michigan aus der Musikgeschichte nicht mehr wegzudenken. Seinerzeit strömten viele afroamerikanische Musiker aus dem Süden gen Norden, um neue Spielorte und zusätzliche Jobs zu suchen. Und gerade in Chicago wurden sie fündig: Hier konnten sie ihrer Leidenschaft nachgehen und parallel einen Arbeitsplatz für ein sicheres Einkommen finden. Was sie mitbrachten, war der Rhythmus des Südens: der Blues. Doch erst hier in der Windy City entwickelte sich der Stil weiter und erreichte nach Ansicht von Musikexperten das Massenpublikum. Die Musiker verwendeten erstmals elektrische Gitarren und Verstärker – und setzten damit neue Maßstäbe. Zu den Pionieren und schließlich zu den Stars des neuen Musikstils zählte insbesondere Muddy Waters, der die Blues-Szene revolutionierte.

Das „House of Blues“ ist ...

... eine beliebte Kette und auch in anderen Städten vertreten.
Bis heute lassen sich Blues (und Jazz) in vielen Bars und Clubs in Chicago genießen. Zu den beliebtesten Adressen zählen beispielsweise The Bassment und der Club Buddy Guy’s Legends, der schon mehrfach als beste Blues-Location ausgezeichnet wurde. Populär ist auch das am Chicago River gelegene House of Blues, wo ebenfalls allabendlich Musiker auftreten. Bis spät nachts lässt sich in der örtlichen Filiale der bekannten Restaurant-Kette (weitere Filialen gibt es beispielsweise in Boston und Houston) Blues, Gospel und mehr genießen – zu guten Cocktails und Südstaatenküche. Bekannt ist das Restaurant auch für seinen sonntäglichen Brunch mit Gospel-Musik. Wer hingegen mehr auf Jazz steht, steuert beispielsweise Winter‘s Jazz Club an – eine angesagte, vergleichsweise neue Adresse. In dem kleinen Klub finden gerade einmal hundert Zuschauer Platz. Als weitere populäre Location gilt Andy‘s Jazz Club.
Nach dem Blues in den 1930er-, 1940er- und 1950er-Jahren schrieb Chicago Ende der 1970er-Jahre erneut Musikgeschichte: Als Erfinder des sogenannten Chicago House machte sich DJ Frankie Knuckles einen Namen. Im legendären Warehouse mixte er populären Disco-Pop mit Elementen des Soul – getrieben von der Erfindung der elektronischen Musik wie dem Drumcomputer. Von Illinois verbreitete sich der neue Stil schnell weltweit.

Kingston Mines: Blues-Club mit Livemusik – täglich auf zwei Bühnen
Aber auch für Freunde klassischer Musik lohnt ein Abstecher nach Chicago: Das Chicago Symphony Orchestra (CSO) zählt zu den herausragenden Sinfonieorchestern der USA. Seit den 1950er-Jahren gilt das 1891 gegründete Ensemble als eines der sogenannten Big-Five-Orchester des Landes – gemeinsam mit Boston, New York, Philadelphia und Cleveland. Wobei sich mittlerweile auch in weiteren Städten wie Dallas und Los Angeles bedeutende Orchester etabliert haben. Das CSO hat seine Heimat im 1904 errichteten Symphony Center, wo auch weitere Musikeinrichtungen ansässig sind. Der Bau umfasst beispielsweise den Orchestersaal mit 2522 Sitzen, dessen Klangqualität indes bei Umbauten gelitten haben soll.
Und von Chicago ist es schließlich auch nicht weit zum Ravinia Festival in der Kleinstadt Highland Park. Es gilt als ältestes Open-Air-Musikevent der USA und wurde 1904 erstmals organisiert. Zusätzlich finden im Winter auch Konzerte in der Bennett Gordon Hall statt. Der schmucke Ort liegt etwa 45 Minuten nördlich von Chicago und ist gut per Auto bzw. Zug erreichbar.
INFO
Clubs:
The Bassment: 353 W Hubbard Street, Chicago, IL 60654, thebassmentchicago.com
Buddy Guy’s Legends: 700 S Wabash Avenue, Chicago, IL 60605, buddyguy.com
House of Blues: 329 N Dearborn Street, Chicago, IL 60654, houseofblues.com/chicago
Winter‘s Jazz Club: 465 N McClurg Court, Chicago, IL 60611, wintersjazzclub.com
Andy’s Jazz Club: 11 E. Hubbard Street, Chicago, IL 60611, andysjazzclub.com
Chicago Symphony Orchestra: 220 S. Michigan Avenue, Chicago, IL 60604,cso.org
Ravinia Festival: 201 St Johns Avenue, Highland Park, IL 60035, ravinia.org
Blue Chicago: 536 N Clark Street, Chicago, IL 60654, bluechicago.com
Rosa’s Lounge: 3420 W Armitage Avenue, Chicago, IL 60647, rosaslounge.com
Kingston Mines: 2548 N Halsted Street, Chicago, IL 60614, kingstonmines.com
Shopping-Tipp:
Wer gute und ausgefallene Blues- und Jazz-Aufnahmen sucht und persönliche Beratung schätzt, wird bei Bob’s Blues & Jazz Mart mit einer riesigen Auswahl an CDs, Vinyl-Schallplatten und sogar Musikkassetten sowie besonderer Raritäten fündig; 3419 Irving Park Road, Chicago, IL 60618, bluesandjazzmart.com
7. AL CAPONE LÄSST GRÜßEN: AUF DEN SPUREN DER PROHIBITION
Als am 28. Oktober 1919 gegen den Willen des damaligen Präsidenten Woodrow Wilson das Alkoholverbot verabschiedet wurde, ahnte wohl niemand, dass ein Sohn italienischer Einwanderer zu einem der größten Profiteure der Prohibition und weltweit bekanntesten Verbrecher avancieren würde: Alphonse Gabriel „Al“ Capone. Im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren, kontrollierte er mit seinem Mafia-Syndikat Chicago Outfit mehrere Jahre die Unterwelt der Metropole. Auf seinen Spuren können Besucher bis heute die Windy City individuell respektive bei geführten Touren erkunden.

Zwischen 1919 und 1933 galt das Alkoholverbot.
Das wohl bekannteste Relikt aus der Zeit des Volstead Act, wie das Gesetz zum Alkoholverbot auch genannt wurde, ist die Green Mill Cocktail Lounge: Al Capone soll angeblich inoffizieller Inhaber der Bar gewesen sein, die über ein System von Tunneln und Falltüren mit Alkoholgetränken beliefert wurde. Die Jazzbar war regelmäßig Bühne für Musikgrößen wie Billie Holiday – und zählt bis heute zu den angesagten Adressen.
Die Bar in Uptown Chicago war eine der vielen Hundert geheimen respektive verbotenen Bars, den sogenannten Speakeasys, die in den gesamten Vereinigten Staaten entstanden. Hier wurden Mafia-Karrieren geboren oder beendet: Neben Al Capone dominierten beispielsweise Lucky Luciano, Meyer Lansky und Frank Costello den Schwarzmarkt für Hochprozentiges, der mit Korruption und oftmals tödlichen Bandenkriegen einherging. So stieg allein in Chicago – die Boomtown der damaligen Zeit – die Zahl der Morde von 200 auf mehr als 700. Der 18. Verfassungszusatz wurde so ungewollt zum Katalysator der organisierten Kriminalität.
Neben der im Norden der Millionenmetropole gelegenen Green Mill Cocktail Lounge erinnert direkt in der Innenstadt ein weiteres Relikt an die wilde Zeit, bis das Alkoholverbot im Jahr 1933 wieder aufgehoben wurde. Als echte Chicagoer Institution gilt das Berghoff Restaurant & Bar. 1898 eröffnete der deutsche Herrmann Joseph Berghoff seine Kneipe mit Biergarten. Hier wurde vor allem Gerstensaft aus Deutschland ausgeschenkt. Als die Prohibition in Kraft trat, begann der findige Unternehmer damit, das sogenannte Near Beer in Form von Soda-Pops anzubieten. Parallel startete er sein gastronomisches Angebot: Bis heute ist das Restaurant für seine deutsche Küche und selbst gebrautes Bier bekannt. Ebenfalls zur Tradition zählt, dass die Stadtverwaltung dem Familienunternehmen (mittlerweile in der vierten Generation) noch immer als erstem Betrieb die Lizenz zum Alkoholausschank erteilt – so wie seinerzeit zum Ende der Prohibition, als das Berghoff als erster eine Schanklizenz erwerben konnte.

Deutsche Wurzeln: Berghoff Restaurant & Bar

Die Green Mill Cocktail Lounge gehörte einer Legende zufolge Mafiaboss Al Capone.

Jewelers‘ Building
Um eines der schönsten Gebäude der Stadt – das Jewelers‘ Building an der Ecke W Wacker Drive zur N State Street – ranken sich hartnäckig Gerüchte, dass Al Capone hier Betreiber eines Speakeasy gewesen sein soll. Doch lässt sich heute nur noch rekonstruieren, dass der sogenannte Stratosphere Club auf der Spitze des 1927 eröffneten Gebäude erst ab dem Jahr 1937 Gäste empfing – also zu einer Zeit, als der Mafiaboss längst auf der Gefängnisinsel Alcatraz in der Bucht von San Francisco einsaß. Eine schöne Geschichte und Spekulation ist es gleichwohl. Ein weiteres Gerücht bezieht sich auf den Fahrstuhl für Autos in dem Gebäude: Al Capone soll ihn mehrfach verwendet haben, um zu Schmuckhändlern in dem Gebäude zu fahren und Geschäfte mit ihnen zu machen.
INFO
Bars und Restaurants:
Green Mill Cocktail Lounge: eine der ältesten Bars und heute noch mit täglichem Live-Jazz. Angeblich war sie einst im Besitz von Al Capone, der hier sein eigenes Separee hatte. Die Bar akzeptiert ausschließlich Bargeld und serviert nur Getränke; 4802 N Broadway Avenue, Chicago, IL 60640, greenmilljazz.com. Eine Filiale gibt es mittlerweile auch am Flughafen O'Hare (Terminal 1).
The Berghoff: 1898 gegründetes Restaurant, bis heute für seine alemannische Küche sowie selbst gebrautes Bier (von Bock- bis Altbier) bekannt; 17 W Adams Street, Chicago, IL 60603, theberghoff.com
Ausgeh-Tipp: Heute gibt es wieder viele Bars, die den Speakeasy-Gedanken aufgreifen und schwer zu finden sind. Manchen gewähren sogar nur dann Einlass, wenn der Gast das richtige Kennwort nennt. Beispiele für solche modernen Speakeasys:
The Office: direkt unter der Bar The Aviary; 955 W Fulton Market, Chicago, IL 60607, theaviary.com/the-office
Janitor’s Closet: Zugang liegt im Hotel Fieldhouse Jones hinter einer Tür mit der Aufschrift „Employees Only“; 312 W Chestnut Street, Chicago, IL 60610, fieldhousejones.com
Touren: Verschiedene Speakeay-Bars werden auf dreieinhalbstündigen Touren von Prohibition Tours angesteuert; 45 USD pro Person, Getränke exklusive; prohibitiontours.com
8. BAUHAUS-ARCHITEKTUR: EIN DEUTSCHER VERZAUBERT CHICAGO
Es gibt wohl niemanden, den Chicagos Skyline nicht zum Staunen bringt. Zahlreiche Architekten schufen ein Meisterwerk neben dem nächsten. Und mittendrin: der gebürtige Aachener Mies van der Rohe, der den legendären deutschen Bauhaus-Stil in den USA etablierte.
Zu seinen bekanntesten Werken in Chicago zählt das ehemalige IBM Building direkt am Chicago River. Mit 212 Metern ist dieser Wolkenkratzer das zweithöchste Gebäude, das Mies van der Rohe je entworfen hatte. Allerdings wurde der 52-stöckige Bau, einst im Besitz von IBM und heute unter anderem ein Luxushotel beherbergend, erst nach seinem Tod errichtet.
Seine Karriere in den USA begann 1938, als er aus Berlin übersiedelte. Zuvor war er unter anderem kurzzeitig Direktor der legendären Kunst- und Designschule Bauhaus in Dessau (Sachsen-Anhalt). Formschön, praktisch, schnörkellos – mit dieser scheinbar einfachen Formel wurde das Bauhaus-Design weltweit bekannt. Dabei verfolgten Künstler, Designer und Architekten das Leitbild: Die Form folgt der Funktion.

Marina City (li.) und IBM Building (re.) am Chicago River

S.R. Crown Hall des Illinois Institute of Technology
Mies van der Rohe perfektionierte das Prinzip und gründete in Chicago schließlich 1939 sein Architekturbüro. Parallel lehrte er am Illinois Institute of Technology (IIT) und bekam den Auftrag, den Campus der Hochschule zu planen. Der Gebäudekomplex aus rechtwinkligen Bauten mit sichtbarem Stahlkorsett war einst der erste Campus in den USA. Er gilt bis heute als beispielhafter architektonischer Entwurf. 15 Gebäude des Campus realisierte der Deutsche selbst, darunter 1956 die S.R. Crown Hall, die als eines seiner Meisterwerke in den USA gilt. Mies van der Rohe prägte mit dem Kluczynski Federal Building und dem Dirksen Federal Building – beide an der Federal Plaza – ebenfalls Chicagos Stadtbild. Durch viel Helligkeit zeichnet sich ein von ihm entworfener Wohnkomplex am Lakeshore Drive aus. Überdies stammen beispielsweise das Seagram Building in New York und die Neue Nationalgalerie in Berlin aus seiner Feder.

Haus ohne Wände: Farnsworth House
Wer sich für Design und Bauhaus-Architektur begeistert, wird aber nicht nur in Chicagos Innenstadt fündig: Eine große Leichtigkeit vermittelt das Farnsworth House im Städtchen Plano. Der Glaskasten, der frei in der Landschaft zu schweben scheint, lässt alle Barrieren zwischen innen und außen, zwischen Mensch und Natur verschwinden. Die Villa, scheinbar ohne Außenwände, hatte Mies van der Rohe in den späten 1940-Jahren als Wochenend-Zufluchts-ort für eine vermögende Ärztin entwickelt. Seit 2003 kann das Farnsworth House, das als National Historic Landmark geschützt ist, auf geführten Touren besichtigt werden. Rund 8000 Besucher jährlich zieht das gläserne Schmuckkästchen am Fox Rover, rund 90 Minuten vom Navy Pier entfernt, an.
Angeblich investierte der berühmte Architekt 5000 Stunden in das Design des Hauses. Doch trotz aller Mühen: Der Bauherrin gefiel das Haus nicht. Und wegen der von 40.000 auf 73.000 US-Dollar gestiegenen Baukosten zog sie zudem vor Gericht. Zum Vergleich: Üblicherweise kostete zur damaligen Zeit ein Haus in Illinois rund 5000 US-Dollar. Grund für den Preisanstieg: der stark steigende Stahlpreis infolge des Koreakrieges.
INFO
Geführte Stadtrundgänge:
Das Chicago Architecture Center offeriert geführte Rundgänge. Speziell dem IBM Building sowie der angrenzenden Marina City (entworfen von Bertrand Goldberg, einem Schüler Mies van der Rohes) ist die 75-minütige Tour „Modernist Masterpieces: Marina City and the IBM Building“ gewidmet; architecture.org/tours/detail/modernist-masterpieces-marina-city-and-the-ibm-building
Auch auf weiteren Spaziergängen ist das IBM Buidling ein Stopp, beispielsweise beim 90-minütigen Rundgang „Mid-Century Modern“; 26 USD; architecture.org/tours/detail/mid-century-modern
Auf einer zweistündigen Tour lässt sich der IIT Campuserkunden; 26 USD; architecture.org/tours/detail/mies-and-modernism-the-iit-campus-tour
Architektonische Highlights:
Farnsworth House: Das berühmte Wohnhaus kann ausschließlich auf geführten Touren (davon 20 Minuten im Gebäude) besichtigt werden. Alternativ bietet das Chicago Architecture Center an ausgewählten Tagen auch Bustouren ab Chicago an (58 USD; architecture.org/tours/detail/farnsworth-house-by-bus); 14520 River Road, Gate 1, Plano, IL 60545, farnsworthhouse.org
IBM Plaza (heute AMA Plaza): heute unter anderem Heimat des Luxushotels The Langham; 330 N Wabash Avenue, Chicago, IL 60611 amaplaza.com
Kluczynski Federal Building und Dirksen Federal Building an der Federal Plaza: mit der roten Stahlkonstruktion namens „Flamingo“; S Dearborn Street, Chicago, IL 60604
Illinois Institute of Technology: Der historische Mies (Main) Campus ist als privater Campus nur bedingt zugänglich, weshalb geführte Touren des Chicago Architecture Center empfohlen sind; 10 W 35th Street, Chicago, IL 60616, iit.edu/about/campus-information/mies-campus
9. LIFE IS A BEACH: TIPPS FÜR FÜNF AUSFLÜGE ZUM STRAND
Wer an Strände in einer Metropole denkt, dem fallen sicherlich Sydneys Bondi Beach und die Copacabana in Rio de Janeiro ein, vielleicht auch noch Coney Island in New York. Doch Chicago muss sich nicht verstecken: Bei 26 Stränden fällt Urlaubern die Entscheidung nicht leicht, wo sich am Ufer des Lake Michigan ein paar entspannte Stunden genießen lassen.

Blick auf die Strände vor der Skyline
Leicht geschwungen, mit einem breiten Strand, traumhafter Blick auf den weiten See und zugleich die einzigartige Skyline – so fotogen präsentiert sich der Oak Street Beach, der vom Stadtmagazin Time Out Chicago Magazine gar zum besten Strand der Millionenmetropole gekürt wurde. Die Nähe zu Innenstadt trägt sicherlich dazu bei, dass es Einheimische und Touristen in Scharen hierherzieht: Vom Chicago Riverwalk läuft man gerade einmal gut 20 Minuten hierher, mit dem Auto sind es sogar nur fünf Minuten. Somit lohnt sich auch ein kurzer Abstecher. Für das klassische „Baywatch“-Feeling sorgen derweil Rettungsschwimmer mit ihren markanten Hochsitzen sowie mehrere Beachvolleyball-Felder. Die Möglichkeit, Fahrräder und Wassersportequipment auszuleihen, sowie ein Restaurant runden das Angebot ab. Perfekt für einen Ausflug – kein Wunder, dass das angrenzende Stadtviertel Gold Coast genannt wird!

North Avenue Beach: ideal für Familien
Noch näher an der Innenstadt liegt freilich der Ohio Street Beach: An ihm kommt ein jeder Besucher des Navy Pier – einer der beliebtesten Attraktionen der Stadt – vorbei. Auch hier finden sich alle Annehmlichkeiten von Life Guard bis Wassersport. Zudem ist das Wasser hier besonders ruhig, dafür der Trubel der Stadt näher als bei anderen Stränden.
Gerade Familien steuern indes den North Avenue Beach an, zehn Autominuten von der Innenstadt entfernt. Sanft säuseln hier die Wellen an den langgezogenen Strand, der von einem Wellenbrecher geschützt ist. Neben dem Strand ist hier das Beachhouse in Form eines Ozeandampfers ein echter Blickfang. Wem Sonnenbaden und Planschen im Lake Michigan nicht reicht, kann Kajaks und Jetskis ausleihen. Als besonderen Service finden Badegäste hier auch Schließfächer.

Typisch amerikanisch: Beachvolleyball

Jogger am Strand
Und spätestens am Montrose Beach denken Besucher gar nicht mehr an die quirlige Großstadt: Am längsten Strand Chicagos fühlt es sich fast schon wie am Meer an, wenn der Blick über den scheinbar unendlich großen See schweift. Zum ruhigen Ambiente am dünenartigen Strand trägt auch bei, dass ihn weite Grünflächen von der städtischen Bebauung abschirmen. Gerade wer wirklich eine längere Auszeit vom Sightseeing einlegen möchte, findet hier den perfekten Platz.
Aber auch wer nach einer aufregenden Tour über den Museum Campus nach einer Pause lechzt, hat es nicht weit zum nächsten Strand: Vom legendären Field Museum und dem Shedd Aquarium sind es nur wenige Gehminuten zum sichelförmigen 12th Street Beach. Selbst an diesem kleinen Strand neben dem Adler Planetarium sorgen Rettungsschwimmer für sicheren Badespaß!
INFO
Besucher können sich in Chicago an insgesamt 26 Stränden erfreuen, chicagoparkdistrict.com/parks-facilities/beaches. Die offizielle Beachsaison läuft vom Memorial-Day-Wochenende im Mai bis zum Labor-Day-Wochenende im September. Wenn Rettungsschwimmer an den Stränden vor Ort sind, dann im Regelfall zwischen 11 und 19 Uhr. Die Strände selbst sind meist von 6 bis 23 Uhr geöffnet.
Oak Street Beach: gilt als einer der schönsten und beliebtesten Strände der Stadt, Buslinien 22, 36, 151; 1000 N Lake Shore Drive, Chicago, IL 60611, chicagoparkdistrict.com/parks-facilities/oak-street-beach
Ohio Street Beach: Blick auf Navy Pier und Skyline, gut zum Schwimmen, Buslinien 29, 65, 66, 124; 600 N Lake Shore Drive, Chicago, IL 60611, chicagoparkdistrict.com/parks-facilities/ohio-street-beach
Montrose Beach: Der wohl längste Strand Chicagos schließt sich an den Lincoln Park an, eine der größten und ältesten Grünanlagen der Stadt, Buslinien 78, 81, 151; 4400 N Lake Shore Drive, Chicago, IL 60640, chicagoparkdistrict.com/parks-facilities/montrose-beach
12th Street Beach: direkt am Museum Campus, Buslinie 146; 1200 S Linn White Drive, Chicago, IL 60605, chicagoparkdistrict.com/parks-facilities/12th-street-beach
SPECIAL: 48 STUNDEN IN CHICAGO
Die Metropole am Lake Michigan ist bekannt für sehenswerte Architektur, Kultur und Genuss. Auch an nur an zwei Tagen können Urlauber viele Facetten der drittgrößten US-Metropole erleben.
Tag 1
9:00 Uhr: Traumblick aus über 400 Metern Höhe
Ob Chicago River, Millennium Park oder Lake Michigan: Von der Aussichtsplattform SkyDeck im 103. Stockwerk des zweithöchsten Wolkenkratzers der USA genießen Besucher den besten Blick auf die Millionenmetropole. Wir bekommen sofort Lust, die Hochhausschluchten mit Bauwerken so bedeutender Architekten wie Mies van der Rohe zu erkunden. Ein Besuch des Willis Tower ist wohl der beste Start in einen City-Trip. Und das frühe Aufstehen lohnt sich! Wer gleich morgens kommt, muss weniger Dunst über der Stadt befürchten und sich zugleich mit weniger Touristenmassen um den Platz für den schönsten Blick streiten. Denn insbesondere an den vorgelagerten Glasbalkonen bilden sich schnell lange Schlangen.

Cloud Gate, auch „The Bean“ genannt
10:30 Uhr: Stadtrundfahrt mit dem offenen Doppeldecker
Nach dem Blick aus der Vogelperspektive bietet sich eine Stadtrundfahrt an. Die roten Busse von BigBus Chicago halten praktischerweise direkt am Willis Tower sowie an weiteren elf Haltestellen. Damit lässt sich die Innenstadt, genannt „Loop“, gut erkunden. Eine kurze Pause am Adler Planetarium, direkt am Lake Michigan gelegen, ist eine willkommene Unterbrechung. Hier am Seeufer – samt kleinem Strand – kann die Sightseeing-Seele einmal durchatmen. Wer sich für Astronomie interessiert, besucht Amerikas erste Sternwarte. An der nächsten Haltestelle locken das Field Museum für Naturkunde-Fans und das Aquarium.
13:00 Uhr: Lunch
Kurz bevor der Bus wieder den Willis Tower erreicht, steigen wir aus. Zum Lunch zieht es uns in die Revival Food Hall: Im Erdgeschoss des markanten, im 1907 errichteten Hochhauses The National ist das Angebot der 15 Restaurants und Cafés reichhaltig.
14:00 Uhr: Spaziergang zum Millennium Park
Nach der gut zweistündigen Busfahrt und der Mittagspause lohnt ein Spaziergang entlang der Haupteinkaufsstraße State Street bis zum Millennium Park, der grünen Oase. Mit dem großen Park auf dem ehemaligen Eisenbahngelände hat Chicago nicht nur einen zentralen Platz, beispielsweise für Konzerte, sondern auch erheblich an Lebensqualität gewonnen. Für viele Einheimische bedeutet die Eröffnung des Parks 2004 eine Zeitenwende für die Stadt, die immer wieder wegen hoher Kriminalität in die Schlagzeilen gerät. Ein Fotostopp am Cloud Gate ist für viele Besucher obligatorisch: Die markante, glitzernde Stahlskulptur ist mittlerweile eines der Wahrzeichen der Stadt. Auch als „The Bean“ bekannt, besteht das seinerzeit 23 Millionen Dollar teure Denkmal aus 168 Edelstahlplatten. Wer ein Foto der 100 Tonnen schweren Skulptur ohne andere Touristen mit nach Hause nehmen möchte, kommt am besten zum Sonnenaufgang zurück.
15:30 Uhr: Besuch im Art Institute of Chicago
Zeit für Kultur: Direkt an den Millennium Park grenzt das weltbekannte Art Institute of Chicago, das zweitgrößte Kunstmuseum der USA. Allein das eindrucksvolle Gebäude lohnt einen Abstecher. Zu den bekanntesten Exponaten zählen Werke von Monet, Picasso und Warhol sowie die bunten Fenster „America Windows“ von Chagall. In einer guten Stunde können wir die Highlights entspannt genießen.
17:00 Uhr: Auf in die Luft
Wie lassen sich die zahlreichen Wahrzeichen am besten fotografieren? Richtig, aus dem Helikopter. Rund 20 Minuten Spaß versprechen die Touren, 40 Kilometer lang ist eine Schleife über die Innenstadt mit Chicago River und Co. Alternativ sind hier – anders als in den meisten Städten – auch Flüge bei Nacht möglich, wenn die Wolkenkratzer hell strahlen.
19:00 Uhr: Deep Dish Pizza als lokale Spezialität
Seit den 1940er-Jahren ist die Chicago-Style Pizza typisch für Illinois und den Mittleren Westen. Der knusprige, fünf Zentimeter hohe Rand formt die Pizza wie eine Schale, die dann mit viel Mozzarella, Tomate und Wurst gefüllt wird. Eine gute Anlaufstelle für die Chicagoer Spezialität ist Lou Malnati. Sein Großvater kreierte das erste Rezept mit. Achtung: Deep Dish Pizza ist sehr sättigend!
21:00 Uhr: Auf ins Nachtleben
Neben den Südstaaten wurde auch in Chicago der Jazz entscheidend geprägt und mit dem Chicago Jazz eine eigene Stilrichtung geschaffen. Der Boom am Lake Michigan begann in den 1920er-Jahren: Viele Künstler mussten die Südstaaten verlassen, als das zentrale Unterhaltungsviertel Storyville in New Orleans geschlossen wurde. Gerade schwarze Musiker fanden daraufhin im Norden eine neue Heimat. Uns zieht es in den Winter‘s Jazz Club – eine angesagte Adresse. In dem kleinen Klub finden gerade einmal 100 Zuschauer Platz. Als populäre Location gilt Andy Jazz Club, den wir indes nicht ansteuern. Vielmehr besuchen wir noch das House of Blues, wo ebenfalls allabendlich Musiker auftreten. Bis spät nachts lässt sich hier Blues, Gospel und mehr genießen – zu guten Cocktails und Südstaatenküche.

Abendstimmung

Am Chicago River
Tag 2
9:00 Uhr: Hochhäuser am Fluss bestaunen
Sarah Miller (Name geändert) ist eine von den zahlreichen ehrenamtlichen Stadtführern, Greeters genannt, und wird uns zwei Stunden lang die Highlights am Chicago River zeigen. Wir starten dazu auf der Dachterrasse des Hotels LondonHouse und genießen den vielleicht schönsten Blick auf die Innenstadt. Zu Fuß geht es entlang des Riverwalk, der erst vor einigen Jahren am südlichen Flussufer angelegt wurde.
12:00 Uhr: Lateinamerikanische Spezialitäten
Windy City, so der Spitzname der Stadt, ist auch ein Schmelztiegel der Kulturen. Vor allem Einwanderer aus Osteuropa sind hier anzutreffen – aber natürlich auch aus Mittel- und Südamerika. Und so genießen wir einen Lunch in der Latinicity – einem Food Court inmitten eines Einkaufszentrums mit köstlicher lateinamerikanischer Küche.
13:00 Uhr: Riesenrad am Navy Pier
Mit einem ausgedehnten Spaziergang (alternativ mit dem Bus) ist Chicagos beliebteste Sehenswürdigkeit zu erreichen: der Navy Pier. Auf der etwa 1000 Meter langen Seebrücke liegen neben zahlreichen Geschäften und Restaurants das beliebte Chicago Children‘s Museum sowie das 60 Meter hohe Riesenrad Centennial Wheel. Heute eine gigantische Vergnügungsmeile, diente der Pier ursprünglich der US-Marine als Basis, wo sogar einst der verstorbene US-Präsident George H. W. Bush das Fliegen lernte. Auch die empfehlenswerten Bootsfahrten von Shoreline Sightseeing über den Lake Michigan starten hier.
15:30 Uhr: Ab auf den Fluss
Noch besser aber als eine Fahrt über den See ist eine Tour über den Fluss. Wer es gemütlich mag, steigt ins Schiff des Chicago Architecture Center. Während der folgenden 90 Minuten schippert das Boot an den wichtigsten Gebäuden vorbei, informative Erläuterungen inklusive. Wir aber entscheiden uns für die sportliche Variante: Knapp zwei Stunden paddeln wir mit dem Kajak über den Fluss – auf Höhe der Wasserlinie wirken Marina City und Trump Tower nochmals imposanter. Auch hier weiß unser Guide von Urban Kayaks viel über die Bauten und die Geschichte der Stadt zu berichten. Zum Schluss der Tour paddeln wir schließlich unter dem prasselnden Nass der mächtigen Wasserfontäne durch, die stündlich einen Regenbogen über den Fluss zaubert.

Navy Pier
18:30 Uhr: Dinner with a View
Definitiv mit einem Traumblick wirbt das Restaurant Gibsons Italia: Hier genießen Gäste zu Steak oder Hummer eine fabelhafte Aussicht auf den Chicago River, der sich hier vor der Terrasse gabelt. Nicht günstig, aber seinen Preis wert. Wer es weniger gediegen und dafür kultiger mag, der steuert die Bar Siena an. Sie liegt im Herzen der Restaurantmeile im westlichen Teil des „Loop“ und verspricht ausgefallene, modern interpretierte italienische Küche.
20:00 Uhr: Sonnenuntergang von oben
Nach einem morgendlichen Besuch des SkyDeck lohnt zum Sonnenuntergang ein Abstecher ins John Hancock Center: Mit dem schnellsten Aufzug Nordamerikas rauschen wir in 40 Sekunden hinauf zum 360 Chicago Observation Deck. Hier bietet sich ein unvergesslicher Blick auf die Skyline. Wer einen kleinen Nervenkitzel sucht, nutzt eine neue Attraktion namens „Tilt“: Dabei legen sich Besucher schräg gegen ein Fenster – und dann kippt die Konstruktion nach vorn für einen ungehinderten Blick aus rund 310 Metern. Nichts für Menschen mit Höhenangst – für uns der perfekte Abschluss.
SIGHTSEEING
Mit dem Chicago CITYpass erhalten Besucher bevorzugten Einlass zu mehreren Sehenswürdigkeiten, sparen also Wartezeit, und auch Geld dank der Ermäßigungen auf den regulären Eintrittspreis. Die Ventra Card ist nützlich für Busse und Bahnen; citypass.com/chicago und ventrachicago.com
Pulsuz fraqment bitdi.