Kitabı oxu: «Praxisorientierte Personalwirtschaftslehre»

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Daniela Eisele-Wijnbergen/Claudia Lieske

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8., überarbeitete Auflage 2022

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-037784-4

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pdf: ISBN 978-3-17-037785-1

epub: ISBN 978-3-17-037786-8

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Vorwort zur Neuauflage

Digitalisierung, demographische Entwicklung, Wertewandel sowie Internationalisierung verändern nachhaltig die Arbeitswelt, Schlagwort New Work, und erfordern neue Ausrichtungen des Personalmanagements. Die 8. Auflage dieses Lehrbuchs wurde mit Blick hierauf in einem neuen Autorenduo vollständig überarbeitet und aktualisiert. Wir danken den ehemaligen Mitautoren Thomas Doyé (7. Aufl.), Ferdinand Freund und Rolf Knoblauch (bis 6. Aufl.) sowie Gerhard Racke (bis 5. Aufl.) für die erfolgreiche Etablierung des Werkes und hoffen, dieses mit dem neuen Konzept in deren Sinne fortzuführen.

Zentrale Themen entlang der Wertschöpfungskette Personal werden aus operativer und strategischer Perspektive behandelt. Besonderer Wert wurde in der Neuauflage auf evidenzbasiertes Personalmanagement gelegt, was durch die Einbindung von Ergebnissen wissenschaftlicher Studien umgesetzt ist. In Verbindung mit zahlreichen, aktuellen Fallbeispiele aus der Unternehmenspraxis macht dies das Werk für wirtschaftswissenschaftliche und wirtschaftspsychologische Studiengänge vom Bachelor bis zum berufsbegleitenden MBA attraktiv, genauso wie für Verantwortliche in Organisationen.

In einem einführenden Kapitel werden zunächst neue Herausforderungen für die Personalarbeit und die strategische Ausrichtung und Organisation des Personalmanagements aufgezeigt. Es folgen Erläuterungen zur kurzfristigen und nachhaltigen Personalplanung. Unter Personalmarketing und Rekrutierung werden Konzepte des Employer-Branding und passive wie aktive Wege der Stellenbesetzung dargestellt. Es folgen Anforderungen an und Instrumente zur Ermittlung von Fit zwischen Job, Organisation und Person sowie ein Blick auf die Candidate Experience und das Onboarding. Die Gestaltung des Personaleinsatzes umfasst Arbeitszeiten und -orte sowie Arbeitsinhalte und -organisation und wird durch Einblicke in Work-Life-Balance und Gesundheitsmanagement abgerundet. Grundlagen zu Performance Management, Personal- und Organisationsentwicklung (darunter Weiterbildung, Change-Management und Organisationsentwicklung) sowie Personalführung verschaffen einen fundierten Überblick über weitere zentrale Aktivitäten des Personalmanagements. Komplettiert werden die zentralen Prozesse mit Ausführungen zu Vergütung und Benefits und deren zunehmende Flexibilisierung. Mit dem Management von Retention, Fluktuation und Kündigungen schließt sich der Zyklus der Kernprozesse.

Als unterstützende Aktivitäten wird auf Personalcontrolling und People-Analytics eingegangen. Außerdem finden sich in einem separatem Kapitel Hinweise zu arbeitsrechtlichen Aspekten. Neu ist das abschließende Kapitel zum internationalen Personalmanagement, das sowohl Personalarbeit in verschiedenen Ländern sowie in global tätigen Konzernen als auch Expatriat Management umfasst.

Wir hatten eine spannende Zeit des Verfassens (unter Corona-Bedingungen mit mehreren Kindern im Homeschooling) und wünschen Ihnen eine interessante Lektüre!

Hamburg und München, im Juni 2021 Daniela Eisele-Wijnbergen und Claudia Lieske

Hinweis: Wir haben versucht möglichst neutrale Termini zu verwenden. Lediglich aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen ansonsten grundsätzlich das generische Maskulinum verwendet. Gemeint sind stets Menschen jeder geschlechtlichen Identität.

Inhaltsverzeichnis

1  Vorwort zur Neuauflage

2  1 Personalmanagement im Unternehmen

3  1.1 Bedeutung des Personalmanagements

4  1.2 Prozesskette Personal

5  1.3 Der Personalbereich als Business Partner

6  1.3.1 HR-Rollen und Drei-Säulen-Modell

7  1.3.2 Weitere Organisationsformen des Personalbereichs

8  1.4 Personalstrategie

9  1.4.1 Vernetzung von Personalstrategie und Unternehmensstrategie

10  1.4.2 Die strategische Ausrichtung des Personalmanagements am Modell

11  1.5 Herausforderungen des Personalmanagements

12  1.5.1 Digitalisierung, VUCA und Globalisierung

13  1.5.2 Demographischer Wandel, Wertewandel und Individualisierung

14  2 Personalplanung

15  2.1 Ziele und Arten der Personalplanung

16  2.2 Qualitative Personalbedarfsplanung

17  2.2.1 Analyse der Anforderungen und Anforderungsprofile

18  2.2.2 Kompetenzmodelle

19  2.3 Quantitative Personalplanung: Vom Brutto zum Netto

20  2.3.1 Methoden der Bruttopersonalbedarfsplanung

21  2.3.2 Über die Personalbestandsplanung zum Nettopersonalbedarf

22  2.4 Langfristige Personalplanung und Altersstrukturszenarien

23  3 Personalmarketing und Rekrutierung

24  3.1 Stellen designen

25  3.2 Prozess des Employer Brandings

26  3.2.1 Schritte des Employer Brandings

27  3.2.2 Ist und Soll des Arbeitgeberimages im Abgleich

28  3.2.3 Erarbeitung einer Employer Value Proposition

29  3.3 Kommunikation der Arbeitgebermarke im Rahmen des Personalmarketings

30  3.3.1 Personalwerbung im Internet und mittels Social Media

31  3.3.2 Personalwerbung persönlich

32  3.3.3 Campus Recruiting als Kern des Hochschulmarketings

33  3.4 Ausschreibung von Stellenanzeigen

34  3.4.1 Formulierung von Stellenanzeigen

35  3.4.2 Kanäle der Ausschreibung

36  3.5 Aktionsorientierte sowie weitere Wege der Stellenbesetzung

37  3.5.1 Aktionsorientierung (Active Searching/Sourcing)

38  3.5.2 Zusammenarbeit mit Dienstleistern und der Crowd

39  3.5.3 Arbeitsvermittlung, Personalberatung und Headhunting

40  3.5.4 Zeitarbeitsunternehmen

41  3.6 Beurteilung verschiedener Möglichkeiten der Gewinnung

42  4 Fit von Person, Job und Organisation

43  4.1 Prozess und Güte der Auswahl

44  4.2 Vorauswahl mit der ABC-Analyse

45  4.2.1 Screening von Anschreiben und Lebenslauf

46  4.2.2 Zeugnisanalyse

47  4.2.3 Testverfahren

48  4.2.4 Telefoninterviews und mehr

49  4.3 Auswahlinstrumente

50  4.3.1 Halbstrukturierte Auswahlinterviews als häufigste Verfahren

51  4.3.2 Assessment-Center

52  4.3.3 Backgroud-Checks und andere

53  4.4 Steuerung von Bewerbungs- und Onboardingprozessen

54  4.4.1 Candidate Experience im Fokus

55  4.4.2 Zwischen Vertragsschluss und Arbeitsantritt

56  4.4.3 Die ersten 100 Tage

57  5 Gestaltung des Personaleinsatzes

58  5.1 Arbeitszeit und Möglichkeiten der Flexibilisierung von Arbeitszeitmodellen

59  5.1.1 Parameter der Arbeitszeitgestaltung

60  5.1.2 Überstunden und Kurzarbeit

61  5.1.3 Teilzeit, Wahlarbeitszeit und Mehrfachbesetzung

62  5.1.4 Schichtarbeit und versetzte Arbeitszeiten

63  5.1.5 Gleitzeit, Arbeitszeitkonten und Vertrauensarbeitszeit

64  5.2 Gestaltung von Arbeitsorten

65  5.2.1 Telearbeit

66  5.2.2 Moderne Arbeitsumgebung- und Arbeitsplatzgestaltung

67  5.3 Arbeitsorganisation und Arbeitsinhalt

68  5.3.1 Klassische Formen der Arbeitsorganisation

69  5.3.2 Flexibilisierung der Arbeitsorganisation

70  5.4 Gesundheitsmanagement und Work-Life-Balance

71  6 Performance Management

72  6.1 Performance Management im Unternehmenskontext

73  6.2 Instrumente der Leistungsbeurteilung

74  6.2.1 Einstufung von Mitarbeiterverhalten und Eigenschaften

75  6.2.2 Ziel- und Kennzahlenvergleiche

76  6.2.3 360-Grad-Feedback und andere Trends

77  6.3 Instrumente der Potenzialbeurteilung

78  6.3.1 Potenzial Assessment und Management-Audit

79  6.3.2 Das Personalportfolio

80  6.4 Feedback geben

81  6.5 Wahrnehmungstäuschungen und Beurteilungsfehler

82  7 Personal- und Organisationsentwicklung

83  7.1 Personalentwicklungsprozess

84  7.1.1 Personalentwicklung into-the-job, on-the-job und near-the-job

85  7.1.2 Personalentwicklung off-the-job und out-of-the-job

86  7.2 Karriereplanung

87  7.2.1 Fachlaufbahn

88  7.2.2 Führungslaufbahn und Talent Management

89  7.3 Klassische Trainings, E-Learning und Blended Learning

90  7.3.1 Klassische Trainings und mehr

91  7.3.2 E-Learning

92  7.3.3 Blended Learning

93  7.4 Bildungscontrolling

94  7.5 Organisationsentwicklung und Change-Management

95  7.5.1 Change-Prozesse und Modelle der Organisationsentwicklung

96  7.5.2 Phasen in Veränderungsprozessen und Umgang mit Widerständen

97  8 Personalführung und Motivation

98  8.1 Führungstheoretische Ansätze

99  8.1.1 Kompetenzen von Führungskräften

100  8.1.2 Verhaltenstheorien und Führungsstile

101  8.1.3 Situative Ansätze der Führung

102  8.1.4 Neuere führungstheoretische Ansätze

103  8.1.5 Menschenbilder der Führung

104  8.2 Führungsinstrumente

105  8.2.1 Führungsleitbilder

106  8.2.2 Mitarbeitergespräche effektiv führen

107  8.3 Motivationsmodelle

108  8.3.1 Inhaltsmodelle der Motivation

109  8.3.2 Prozessmodelle der Motivation

110  8.4 Anreize in der betrieblichen Praxis

111  8.4.1 Intrinsische und extrinsische Anreize

112  8.4.2 Verdrängung intrinsischer Motivation durch Anreize

113  8.4.3 Immaterielle und materielle Anreize

114  8.4.4 Gamification

115  9 Vergütung und Benefits

116  9.1 Vergütungsbegriff und -gerechtigkeit

117  9.2 Arbeitswert als Basis der Vergütung

118  9.2.1 Analytische Arbeitsbewertung

119  9.2.2 Summarische Arbeitsbewertung

120  9.2.3 Hybride Formen der Arbeitsbewertung, Broad Banding und Marktvergleich

121  9.3 Variable Vergütung

122  9.3.1 Gestaltung variabler Vergütung

123  9.3.2 Gefahren variabler Vergütung

124  9.4 Mitarbeiterkapitalbeteiligung als langfristiges Anreizsystem

125  9.5 Zusatzleistungen als Benefits

126  9.6 Individualisierung und Flexibilisierung

127  10 Personalcontrolling und People Analytics

128  10.1 Ziele und Phasen von Personalcontrolling und People Analytics

129  10.2 Instrumente des Personalcontrollings und People Analytics

130  10.2.1 Mit Kennzahlen steuern

131  10.2.2 Benchmarking

132  10.2.3 Mitarbeiterbefragungsergebnisse nachhaltig nutzen

133  10.2.4 Human Capital-Bewertung und Scorecards

134  10.2.5 Einsatz von People Analytics

135  10.3 Personalreporting als Teil der Unternehmenskommunikation

136  10.3.1 Internes Personalreporting

137  10.3.2 Externes Personalreporting

138  11 Fluktuation, Retention und Kündigung

139  11.1 Mitarbeiterfluktuation

140  11.1.1 Fluktuationsquote

141  11.1.2 Inhalts- und Prozessmodelle der Fluktuation

142  11.2 Commitment der Mitarbeiter erhalten

143  11.3 Arbeitgeberseitige Kündigungen

144  11.3.1 Personen-, verhaltens- und betriebsbedingte Kündigung

145  11.3.2 Downsizing

146  11.3.3 Out- und Newplacement

147  11.4 Befristungen und weitere Tatbestände der Beendigung im Überblick

148  12 Arbeitsrechtliche Aspekte

149  12.1 Grundlagen und Rechtsquellen des Arbeitsrechts

150  12.2 Individualarbeitsrecht

151  12.2.1 Anbahnung und Begründung von Arbeitsverhältnissen

152  12.2.2 Vergütung und Arbeitsleistung als Hauptpflichten

153  12.2.3 Beispielhafte Rechte und Pflichten beim Personaleinsatz

154  12.2.4 Beispielhafte Rechte und Pflichten mit Blick auf Personalentwicklung

155  12.3 Kollektives Arbeitsrecht auf Unternehmensebene und im Betrieb

156  12.3.1 Mitbestimmung auf Unternehmensebene

157  12.3.2 Mitbestimmung auf betrieblicher Ebene

158  12.4 Kollektives Arbeitsrecht auf tariflicher Ebene

159  13 HR im internationalen Umfeld

160  13.1 Unterschiede zwischen inter-/nationalem Personalmanagement

161  13.2 Einflussfaktoren auf HR im internationalen Umfeld

162  13.3 Kulturelle Aspekte

163  13.4 Vergleichendes Personalmanagement

164  13.5 Gestaltung des Personalmanagements in internationalen Unternehmen

165  13.6 Assignment-Prozess bei der Entsendung von Expatriates

166  13.6.1 Kandidatenauswahl und Vorbereitung

167  13.6.2 Betreuung und Wiedereingliederung

168  13.7 Internationale Vergütung

169  Literaturverzeichnis

1 Personalmanagement im Unternehmen

Digitalisierung, New Work, War for Talents, Diversity, demografischer Wandel – viele Entwicklungen haben in den vergangenen Jahren das Personalmanagement verändert. Auch wenn immer stärker automatisierte Prozesse und künstliche Intelligenz Einzug in Unternehmen halten, zeigt sich doch, dass die wesentliche Unternehmensressource nach wie vor der Faktor Mensch ist.

Nach diesem Kapitel wissen Sie von der Bedeutung des Personalmanagements und können die Prozesskette Personal erläutern. Sie kennen die verschiedenen Rollen des Personalmanagements, insbesondere als Business Partner. Sie sind sich der Notwendigkeit einer Personalstrategie bewusst und in der Lage, Herausforderungen des Personalmanagements aufzuzeigen.

1.1 Bedeutung des Personalmanagements

Das Ziel von Unternehmen ist es, Gewinn zu erzielen, den Unternehmenswert zu erhöhen und Wertschöpfung zu leisten. Diese Wertorientierung ist die Leitidee moderner Unternehmensführung. Dies geschieht durch die Kombination verschiedener Produktionsfaktoren, wobei dem Faktor Mensch als Ressource » Personal« eine besondere Bedeutung zukommt. Unter Personal ist dabei die »Summe aller Menschen in einer Organisation zu fassen« (Bartscher & Nissen, 2017, S. 18). Dafür zu sorgen, dass geeignete und leistungsfähige wie auch leistungswillige Mitarbeiter zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sind, um die anstehenden Aufgaben zu erfüllen, ist zentrale Aufgabe des Personalmanagements. Dabei sind langfristig tragfähige Lösungen für Unternehmen und Individuum anzustreben.

Geschäftsmodelle entwickeln sich im Zuge von Industrie 4.0 und damit verbundener Digitalisierung und Integration cyber-physischer Systeme in die Unternehmen weiter. Die Bedeutung der Ressource Personal nimmt dabei weiter zu. Vor allem der Anteil an Arbeitsplätzen mit komplexen Tätigkeiten wird trotz Automatisierung und des Einsatzes von Maschinen sowie Robotern steigen, wie Prognosen zeigen (vgl. Rößler, 2015, S. 19). Die OECD erwartet, dass zwar 14 Prozent der Arbeitsplätze durch Automatisierung in den kommenden 15-20 Jahren verschwinden, sich aber 32 Prozent der Arbeitsplätze radikal verändern, wofür die Mitarbeiter weitergebildet werden müssen. Zudem altert die Bevölkerung in den OECD-Ländern, wodurch es zu Fachkräftemangel in verschiedenen Ländern kommt (vgl. OECD, 2019, S. 7 ff.).

Das Personalmanagement muss vor diesem Hintergrund, in der heutigen VUCA-Welt, handlungsfähig bleiben, wobei VUCA für die englischen Begriffe Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity (Mehrdeutigkeit) steht. Das bedeutet, dass die Komplexität der Zusammenhänge zunehmend undurchschaubar wird und Widersprüchlichkeiten allgegenwärtig sind. Für die Arbeitswelt hat dies zur Folge, dass immer stärker agile Organisationsformen und Methoden mit teambasierten Netzwerkstrukturen Einzug halten, um flexibel auf Veränderungen reagieren zu können (vgl. Stock-Homburg & Groß, 2019, S. 11).

Früher war Personalwirtschaft vorrangig auf die Lohn- und Gehaltsabrechnung sowie die Verwaltung der Personaldaten ausgerichtet. Heute managen Personalverantwortliche und der Personalbereich aktiv den optimalen Einsatz der Ressource Personal zur Umsetzung der Unternehmensziele und der Unternehmensstrategie. Dies wird im Folgenden näher erläutert.

1.2 Prozesskette Personal

Ziel erwerbswirtschaftlicher Unternehmen ist es, Wertschöpfung zu leisten und darüber hinaus Gewinne zu erzielen und den Unternehmenswert zu steigern. Porter hat das Zusammenwirken der einzelnen Funktionsbereiche eines Unternehmens in Form einer Wertschöpfungskette dargestellt (vgl. zum Folgenden Porter, 2014, S. 63 ff.). Dabei werden die primären (direkten) Funktionen, wie z. B. Beschaffung, Fertigung und Marketing, die unmittelbar in den Produktionsprozess eingebunden sind, um die sekundären (indirekten) Funktionsbereichen ergänzt, die mittelbar am Prozess der Wertschöpfung beteiligt sind.

Die indirekten Bereiche sollen dabei die anderen Funktionsbereiche in ihren Wertschöpfungsaktivitäten optimal unterstützen. Im klassischen Industrieunternehmen ist die Personalarbeit neben den Bereichen Unternehmensinfrastruktur, Technologieentwicklung und Beschaffung nach Porter den indirekten Funktionsbereichen zuzuordnen. Dabei wird in vielen Unternehmen inzwischen von ›Human Resources (HR)‹ gesprochen, wenn das betriebliche Personal oder die Mitarbeiter des Unternehmens gemeint sind. Die Begriffe ›Personalmanagement‹ und ›Human Resource Management‹ (HR Management) werden dabei häufig gleichbedeutend verwendet (vgl. Berthel & Becker, 2017, S. 27). Der Terminus ›Personalwirtschaft‹ betont von seinem Wortursprung her den ökonomischen Charakter der Personalarbeit im Betrieb (vgl. Berthel & Becker, 2017, S. 20). Er wird im Folgenden aber gleichbedeutend zu ›Personalmanagement‹ bzw. ›HR Management‹ verwendet.

Im Sinne einer Managementaktivität kann Personalmanagement als der Aufgabenbereich verstanden werden, der sich mit personellen Fragen im Unternehmen beschäftigt (vgl. Jung, 2017, S. 8). Personalmanagement beinhaltet daher sowohl Themen der Systemgestaltung (darunter primäre Personalsysteme, z. B. Personalbedarfsdeckung, Anreizsysteme und sekundäre Personalsysteme, bspw. Personalplanung oder -controlling) als auch Themen der Verhaltenssteuerung (Personalführung in der Regel durch Führungskräfte und die Systemhandhabung, vgl. Berthel & Becker, 2017, S. 16 f., Jung, 2017, S. 4).

Um das Personalmanagement näher zu betrachten, bietet es sich an, diesen Bereich als Prozesskette mit primären und sekundären Bereichen analog zur Wertschöpfungskette von Porter darzustellen ( Abb. 1.1).


Abb. 1.1: Personalprozesskette

Die Personalprozesskette unterscheidet primäre Bereiche, die am Lebenszyklus eines Mitarbeiters im Unternehmen (employee life cycle) ausgerichtet sind, im Sinne einer »Personal-Wertschöpfungskette«, und sekundäre Bereiche, die parallel dazu im Unternehmen als begleitende Aktivitäten angesiedelt sind, vergleichbar der Porterschen Wertschöpfungskette. Die begleitenden Aktivitäten sind zudem noch einmal getrennt: In eine strategische, übergeordnete Ebene, die entsprechend oberhalb steht, und eine eher administrative, nachrangige Ebene, die unterhalb angebracht ist. Die Festlegung der Personalstrategie, die Rolle von Personal als Business Partner gegenüber den anderen Unternehmensbereichen sowie die Personalführung und Kommunikation finden unabhängig vom Lebenszyklus statt, wirken sich jedoch aus. Administrative Personalprozesse, Personalcontrolling mit People Analytics sowie Arbeitsrecht resultieren aus den Aufgaben, die wahrgenommen werden. Die Kernprozesse werden in den Kapiteln dieses Buches näher beleuchtet.

Janr və etiketlər

Yaş həddi:
0+
Litresdə buraxılış tarixi:
19 dekabr 2025
Həcm:
739 səh. 149 illustrasiyalar
ISBN:
9783170377868
Müəllif hüququ sahibi:
Bookwire
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