Kitabı oxu: «Das Märchen von Rosenblättchen»

Şrift:

Clemens Brentano

Das Märchen von Rosenblättchen

Saga

Das Märchen von RosenblättchenCoverbild/Illustration: Shutterstock Copyright © 1847, 2020 Clemens Brentano und SAGA Egmont All rights reserved ISBN: 9788726762587

1. Ebook-Auflage, 2020

Format: EPUB 3.0

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Rosenblättchen

Der Herzog von Rosmital hatte eine sehr schöne Schwester, die er über alles liebte, und der er alles zu Gefallen tat. Sie hatte eine ausserordentliche Liebe zu Blumen, besonders zu Rosen, und ihr Bruder verwandelte deswegen beinahe sein ganzes Land in einen einzigen Rosengarten; ausserdem hatte sie noch eine andere Leidenschaft, und das war, ihre schönen Haare immer zu flechten und zu kämmen, und sie hatte zu diesem Zweck eine Menge Kammerfräulein, welche eigentlich Kammfräulein hiessen und goldne Kämme anhängen hatten. Ihre ganze Beschäftigung war, sich kämmen zu lassen und dann mit den Kammfräulein im Garten herumzuspringen, bis ihre Haare wieder in Unordnung waren und sie sich von neuem kämmen liess.

Als sie einstens morgens unter den Händen ihrer sechs Kammfräulein in Garten sass, welche ihr sechs Zöpfe flochten, trat ihr Bruder, der Herzog von Rosmital, vor sie und führte ihr an der Hand den Prinzen Immerundewig zu und redete sie also an: „Liebe Schwester, ich habe dir schon oft von meinem vertrautesten Freund, dem Prinzen Immerundewig, erzählt, und du weisst, dass ich von jeher wünschte, du mögest dich mit ihm vermählen, damit er immer und ewig bei mir bleibe; hier stelle ich ihn dir vor und bitte dich, ihm dein Herz zu schenken.“ In diesem Augenblicke raufte eines der Kammfräulein die Prinzessin Rosalina, worüber sie sehr ungeduldig wurde und gegen sie ausrief: „Du raufst mich immer und ewig!“ Das Kammfräulein entschuldigte sich fein, indem es sagte: „Ja, Prinzessin, der Prinz Immerundewig raufte Euch, denn sein Auftreten hat mich zerstreut.“ Der Prinz begann sich schon zu entschuldigen, als wieder eine andere sie raufte, so dass Rosalina ganz aus der Fassung kam und dem armen Immerundewig sagte: „Mein verehrter Prinz und mein geliebter Bruder, ich erkläre, dass ich mich ebensowenig, als ein Rosenstock mit einem Kürbis, mit dem Prinzen Immerundewig vermählen werde!“ Und nach diesen Worten lief sie weg und die zopfflechtenden Kammfräulein ihr nach.

Der Herzog konnte seinem Freunde keinen Trost geben; „denn“, sagte er, „ihre Worte sind unverbrüchlich.“ „Sind sie das,“ sagte Immerundewig, so will ich mein Heil versuchen“, umarmte dann den Herzog und reiste ab zu seiner Muhme, der Frau Nimmermehr, welche eine grosse Zauberkünstlerin war, und erholte sich Rats bei ihr.

Mehrere Wochen nachher spazierte einst Rosalina im Garten umher; da sah sie eine alte Frau, die einen Rosenstock nach dem andern betrachtete und bei jedem den Kopf schüttelte. Rosalina ging zu ihr und fragte sie, warum sie immer den Kopf schüttelte. „Weil bei allen den Rosen doch die schönste fehlt,“ sagte die Alte, „nämlich die immer und ewig blühende Monatrose.“ „Wer hat sie?“ fragte Rosalina. „Ich muss sie haben, um jeden Preis.“ „Nun, nun,“ sagte die Alte, „um ein gutes Wort steht sie Euch, zu Diensten“, und zog den Deckel von ihrem Handkorb und zeigte der Prinzessin einen Kürbis, in welchen sie das blühende Rosenreischen gesteckt hatte, damit es frisch bleiben möge.

Rosalina war in der grössten Freude über das Rosenstöckchen, und als sie die Alte fragte, was sie dafür verlange, sagte diese: „Zwei Dinge: erstens, dass du mein Gast seist bei meinem Mittagbrot, und zweitens, dass du alle Monate, sooft dir das Rosenstöckchen eine Rose bringt, mit deinen Kammfräulein ein Fest begehst, wobei ihr alle über dies Rosenstöckchen weg springt, ohne dass ihr ein Rosenblättchen mit euern Kleidern abstreift, damit keines an die Erde fällt; und bei welcher eines an die Erde fällt, die muss ein paar tüchtige Hiebe mit Rosenzweigen auf die Hände bekommen, welche ihnen der Rosenstock schon geben wird, so sie zu ihm sprechen:

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9788726762587
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