Kitabı oxu: «Human Resources»

Şrift:


Cyrus Achouri

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2. Auflage 2022

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-041344-3

E-Book-Formate:

pdf: ISBN 978-3-17-041345-0

epub: ISBN 978-3-17-041346-7

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Inhaltsverzeichnis

1  1 Herausforderung Personalmanagement

2  Übungsfragen

3  Literatur

4  2 Recruiting

5  2.1 Attract, Select & Integrate

6  2.2 Recruiting mit dem AGG

7  Übungsfragen

8  Literatur

9  3 Methoden der Personalauswahl

10  3.1 Bewerbungsunterlagen

11  3.2 Anforderungsprofil

12  3.3 Bewerbungsgespräch

13  3.4 Vor dem Interview

14  3.5 Heikle Fragen im Interview – Wie reagieren Sie als Bewerber?

15  3.6 Strukturiertes Interview

16  3.6.1 Offene Fragetechniken nach dem Verhaltensdreieck

17  3.7 Stressinterview

18  3.8 Weitere Interviewrunden

19  3.9 Assessment-Center

20  3.9.1 Validität des Assessment-Centers

21  3.9.2 Konstruktion geeigneter Übungen

22  3.9.3 Zeitplan und Aufbau eines Assessment-Centers

23  3.9.4 Die Rolle des Moderators im AC

24  3.9.5 Die Beobachterschulung

25  3.9.6 Beobachtungsmaterialien

26  3.9.7 Interviewleitfaden im Assessment-Center

27  3.9.8 Wahrnehmungsschulung

28  3.9.9 Spielregeln im Assessment-Center

29  3.9.10 Verhaltensregeln beim Feedback

30  3.9.11 Feedback-Training

31  3.9.12 Qualitätskriterien im AC

32  Übungsfragen

33  Literatur

34  4 Headhunter-Management

35  4.1 Headhunter-Management als HR-Prozess

36  4.2 Bedarfsermittlung

37  4.3 Auswahl des richtigen Headhunters

38  4.4 Headhunter Briefing

39  4.5 Headhunter Controlling

40  Übungsfragen

41  Literatur

42  5 Einführung in die psychologische Eignungsdiagnostik

43  5.1 Objektivität

44  5.2 Reliabilität

45  5.3 Validität

46  5.4 Korrelationskoeffizient

47  5.5 Anwendungen

48  Übungsfragen

49  Literatur

50  6 Talent- und Karriere-Management

51  6.1 Von der Begabten- zur Expertise- Forschung

52  6.2 Begabung und Elternhaus

53  6.3 »Schüchterne« in der Arbeitswelt

54  6.4 Ist Talent angeboren oder erworben?

55  6.5 Intelligenz

56  6.5.1 Allgemeine und spezielle Intelligenz

57  6.6 Beruflicher Erfolg

58  Übungsfragen

59  Literatur

60  7 Placement

61  7.1 Bewerbungstraining im Placement

62  7.2 Einsatz von Persönlichkeitstests

63  7.3 Einführung in den MBTI

64  7.3.1 Konstruktionsgrundlagen

65  7.3.2 MBTI-Auswertung

66  7.3.3 Typendynamik

67  7.3.4 Auswirkung in Stresssituationen

68  7.3.5 MBTI in Teamentwicklung und Projektarbeit

69  7.3.6 MBTI in der Karriereberatung

70  7.3.7 Ethische Grundsätze und MBTI Best Practice

71  Übungsfragen

72  Literatur

73  8 Outplacement

74  Übungsfragen

75  Literatur

76  9 HR-Controlling

77  9.1 Humanvermögensrechnung

78  9.1.1 Humankapital aus volkswirtschaftlicher Sicht

79  9.1.2 Humankapital aus betriebswirtschaftlicher Sicht

80  9.1.3 Das Saarbrücker Modell

81  9.1.4 Offene Fragen im Saarbrücker Modell

82  9.1.5 Offene Fragen der Humanvermögensrechnung

83  9.2 Balanced Scorecard

84  9.2.1 Kennzahlen im Human Resources Management

85  Übungsfragen

86  Literatur

87  10 Personal- und Organisationsentwicklung

88  10.1 Performance Management

89  10.1.1 Mitarbeiterbeurteilung

90  10.1.2 Vorgesetztenbeurteilung und Teamentwicklung

91  10.1.3 Das 360-Grad-Feedback

92  10.1.4 Kommunikation

93  10.1.4.1 Feedback

94  10.1.4.2 Kommunikationsanalysemodelle

95  10.1.4.3 Kommunikationsregelmodell

96  Grenzen von Feedback

97  10.2 Coaching

98  10.2.1 Qualitätskriterien und Prozessphasen

99  10.2.2 Zertifizierungskriterien

100  10.2.3 Prozesskriterien

101  10.2.4 Evaluation

102  10.2.5 Beratungsansätze im Coaching

103  10.2.5.1 Psychotherapie

104  10.2.5.2 Psychoanalyse

105  10.2.5.3 Verhaltenstherapie

106  10.2.5.4 Transaktionsanalyse

107  10.2.5.5 Neurolinguistisches Programmieren (NLP)

108  10.2.5.6 Systemische Beratung

109  10.3 Merkmale von Organisationsentwicklung

110  10.3.1 Organisationskultur

111  Übungsfragen

112  Literatur

113  11 Wirtschaftsethik

114  11.1 Individuelle Werte

115  11.1.1 Religion, Ethik und Moral

116  11.2 Gesellschaftswerte

117  11.3 Unternehmenswerte

118  11.3.1 Corporate Social Responsibility (CSR)

119  11.4 Nachhaltigkeit

120  11.4.1 Ökologische Nachhaltigkeit

121  11.4.2 Soziale Nachhaltigkeit

122  11.4.3 Ökonomische Nachhaltigkeit

123  11.4.4 Nachhaltigkeit und systemisches Denken

124  11.4.5 Warum sich Veränderung und Nachhaltigkeit nicht widersprechen – Lernen von der Evolution

125  11.4.6 Nachhaltiges Human Resources Management

126  11.4.6.1 Die biologische Leistungsfähigkeit älterer Mitarbeiter

127  Übungsfragen

128  Literatur

129  12 Personalführung

130  12.1 Mitarbeitermotivation

131  12.2 Menschenbilder

132  12.2.1 Taylor

133  12.2.2 Maslow

134  12.2.3 Douglas McGregor

135  12.2.4 Edgar Schein

136  12.3 Führungsstile

137  12.3.1 Max Weber

138  12.3.2 Robert House

139  12.3.3 Kurt Lewin – Iowa Studien

140  12.3.4 Robert Tannenbaum und Warren H. Schmidt

141  12.3.5 Edwin A. Fleishman – Ohio Studien

142  12.3.6 Robert Blake und Jane Mouton

143  12.3.7 Paul Hersey und Ken Blanchard

144  12.3.8 Bernard Bass – Transformationale Führung

145  12.3.9 Daniel Goleman – Emotionale Führung

146  12.4 Führungstechniken

147  Übungsfragen

148  Literatur

149  13 Systemisches Management

150  13.1 Kleine Geschichte der Systemtheorie

151  13.2 Systemtheorie in der Biologie

152  13.3 Systemtheorie in Mathematik, Physik und Chaosforschung

153  13.4 Systemtheorie in den Gesellschaftswissenschaften

154  13.5 Systemtheorie in Philosophie und Neurowissenschaften

155  13.5.1 Neuroleadership

156  13.6 Systemtheorie und Management

157  13.6.1 Selbstorganisation

158  13.6.2 Kooperation

159  13.6.3 Selbstorganisation und Empowerment

160  13.6.4 Die kooperative Organisation

161  13.6.5 Motivation

162  13.6.6 Konkurrenz und Leistungsdruck

163  13.6.7 Organisation

164  13.6.8 Führung

165  Übungsfragen

166  Literatur

167  14 Internationales Human Resources Management

168  14.1 Anthropologie

169  14.1.1 Bevölkerungsentwicklung

170  14.1.2 Hochkulturen

171  14.1.3 Bevölkerungsbiologie

172  14.1.4 Bevölkerungstrends

173  14.1.5 Ekmans neurokulturelle Theorie der Emotion

174  14.1.6 Kohlbergs interkulturelle Stufentheorie der Moralentwicklung

175  14.1.7 Boas Kulturrelativismus

176  14.2 Grundsätzliche Unterschiede in »Ost« und »West«

177  14.2.1 Individualismus versus Kollektivismus

178  14.2.2 Entwicklungspsychologie

179  14.2.3 Kommunikation

180  14.2.4 Kulturelle »Erkenntnistheorie«

181  14.2.5 Kulturelle Intelligenz

182  14.2.6 Menschenrechte

183  14.2.7 Business in Ost und West

184  14.2.8 Kulturprognosen

185  14.3 Interkulturelles Human Resources Management

186  14.3.1 Unternehmenskulturen

187  14.3.2 Kultur-, Entscheidungs- und Internationalisierungs- strategien

188  14.3.3 Delegation

189  14.3.4 Kulturtheorien

190  14.3.4.1 Geert Hofstede

191  14.3.4.2 Robert Levine

192  14.3.4.3 Edward Hall

193  14.3.4.4 Fons Trompenaars

194  14.3.4.5 Die Globe-Studie

195  Übungsfragen

196  Literatur

197  Abbildungsverzeichnis

1 Herausforderung Personalmanagement
Lernziel

Sie können skizzieren, wie sich die Personalarbeit in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat und einige aktuelle Herausforderungen schildern.


Abb. 1: Lisa

Lisa ist 23 Jahre alt und Hochschulabsolventin der Betriebswirtschaftslehre (Bachelor). An BWL findet Lisa besonders interessant, dass dieses Studium interdisziplinär ausgerichtet ist und etwa Disziplinen wie Mathematik, Recht oder Psychologie berücksichtigt. Insbesondere im Personalmanagement kommt es dabei auf soziale Fähigkeiten an. Lisa erinnert sich hierbei an das sogenannte Eisbergmodell, das sie in einer der Vorlesungen kennengelernt hat. Demnach sind für Erfolg nicht nur Fakten entscheidend, sondern auch die sogenannten »Soft Facts«.

Während im beruflichen Alltag an der Oberfläche meist nur die verwendeten Instrumente, Methoden und Prozesse im Personalmanagement sichtbar sind, kümmert sich das Personalwesen in Unternehmen ebenso um die unter der Oberfläche liegenden Gefühle und Werthaltungen. Die Arbeit unter der sichtbaren Ebene des Eisbergs erfordert Geschick und setzt sowohl psychologische als auch soziologische Kenntnisse voraus ( Abb. 2). Das Eisbergmodell geht zurück auf die Theorie von Sigmund Freud, der die Bedeutung des Unbewussten (Soft Facts) gegenüber den bewussten Inhalten (Hard Facts) betont hat.


Abb. 2: Das Eisbergmodell des Personalmanagements

Studierende der Betriebswirtschaften, insbesondere mit Schwerpunkt Personalwesen, sollten sich also nicht scheuen, auch über ihren Tellerrand hinauszublicken und beispielsweise angrenzende geisteswissenschaftliche Disziplinen zu berücksichtigen. Schon Thorstein Veblen ( Abb. 3), einer der Gründerväter der Wirtschaftswissenschaften, forderte, dass diese Anthropologie und Soziologie einbeziehen müssten und man kann sagen, dass die heutige BWL auch und gerade durch ihre interdisziplinären Inhalte theoretisch anspruchsvoll und praktisch aktuell bleibt.


Abb. 3: Thorstein Veblen


Abb. 1: Lisa

In ihrem Praktikum hat Lisa sowohl administrative als auch konzeptionelle Tätigkeiten kennengelernt. Ehrlich gesagt hat ihr die administrative Seite weniger Spaß gemacht. Sie hofft, dass die Prognose, die Personalarbeit werde in Zukunft im Wesentlichen strategisch sein, möglichst bald Wirklichkeit wird. In der Tat haben sich die Verantwortlichkeiten von Personalmitarbeitern ebenso wie von Führungskräften und Mitarbeitern in den letzten Jahren grundlegend verändert.

Nicht nur die Erkenntnis, dass die »weichen« Faktoren im Human Resources Management entscheidend sind, hat die Arbeit im Personalwesen verändert. So sind Aufgaben, aber auch Verantwortlichkeiten von der Personalabteilung auf die Führungskraft und im Weiteren auch auf die Mitarbeiter übergegangen. Moderne Personalmanager beraten Führungskräfte, diese coachen und beraten ihre Mitarbeiter, und die Mitarbeiter selbst haben viel an Handlungsspielräumen gewonnen ( Abb. 4). Die Verantwortlichkeit für die eigene berufliche Entwicklung hat sich damit aber auch immer mehr auf den Mitarbeiter selbst verlagert. Modernes Personalmanagement versucht heute mehr und mehr, als strategischer Partner des Business wahrgenommen zu werden und sich von der Zuschreibung auf administrative Rollen zu lösen.


Abb. 4: Alte/moderne Ausrichtung von HR-Management

Insbesondere leistungsfähige IT-Verfahren erleichtern dies zunehmend. Wenngleich es keinen Königsweg für die organisatorische Allokation des Personalwesens in Unternehmen gibt, ist eine Trennung von operativer und strategischer Personalarbeit in jedem Fall sinnvoll. So findet man heutzutage die Personal- und Organisationsentwicklung oft als Stabsfunktion direkt an die Geschäftsführung angebunden. Den Stellenwert, den das Personalwesens im Unternehmen genießt, kann man auch anhand der organisatorischen Einbindung bei der Bedarfsbestimmung ersehen. In einem »sukzessiven« Verständnis reagiert die Strategie der Personalbedarfsbestimmung nur auf die Produkt- bzw. Marktstrategie, bei einem »integrierten« Verständnis wird die Personalstrategie als Teil der Unternehmensstrategie verstanden.

Bei der Prognose der Leistungsfähigkeit von zukünftigen Mitarbeitern sind ungeachtet des demografischen Wandels für die meisten Tätigkeiten schon heute keine physischen Kriterien mehr entscheidend. Dagegen werden sozio-emotionale Belastungsfaktoren aufgrund von psychischem Druck und Stress weiter in den Vordergrund rücken. Bezogen auf Auswahlverfahren heißt das etwa, dass die Lern- und Veränderungsfähigkeit als Schlüsselqualifikation an Bedeutung zunehmen wird. Aber auch die Motivation für lebenslanges Lernen wird in den Vordergrund treten.

Eine Sonderrolle bei den Fähigkeiten spielt der sogenannte »Habitus«. Schon Aristoteles bezeichnet das Auftreten oder die Umgangsformen einer Person, ihre Vorlieben, Gewohnheiten und das Sozialverhalten als »Hexis«, lateinisch Habitus (habere »haben«). Der Begriff Habitus wurde von dem Soziologen Pierre Bourdieu (1930-2002) dann in die Soziologie eingeführt (1987). Als Habitus ist demnach das gesamte Auftreten einer Person, vom Lebensstil über Sprache, Kleidung bis hin zum Geschmack zu bezeichnen. In der soziologischen Ungleichheitsforschung ist damit auch die klassenspezifisch erworbene, unbewusste Angepasstheit der Dispositionen, Verhaltensmuster und Einstellungen einer Person an das jeweilige soziale Umfeld gemeint. Am Habitus einer Person lässt sich der Status einer Person in der Gesellschaft ablesen. Grob unterscheidet Bourdieu vier Kapitalsorten: Ökonomisches Kapital (Vermögen, Unternehmen, Grund, Aktien, Geld, Schmuck, Kunstwerke), Kulturelles Kapital (Bildung, Wissen, Titel), Soziales Kapital (Familie, Freunde, Bekannte, Kontakte) und Symbolisches Kapital (Prestige, Reputation, Auszeichnung). In seiner gesellschaftlichen Kritik zeigt Bourdieu, dass ökonomisches Kapital sich in alle anderen Kapitalsorten relativ einfach verwandeln lässt, während das umgekehrt nicht gilt. Distinguierte soziale Gesellschaftsschichten erkennen sich schon aufgrund des Habitus‹, ohne den richtigen »Stallgeruch« ist ein Aufstieg in die gesellschaftliche Elite selten möglich.

Das Personalmanagement steht vor einem Umbruch, was den demografischen Wandel der deutschen Bevölkerung angeht. So werden für die kommenden Jahre wahrscheinlich nicht mehr genügend hochqualifizierte Arbeitskräfte in Deutschland zur Verfügung stehen. Daran ändern auch kurz- oder mittelfristige konjunkturelle Schwankungen und Krisen nichts Grundlegendes. Dabei steigt nicht nur die Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeitskräften weiter, auch werden viele Hochqualifizierte aus den geburtenstarken Jahrgängen den Arbeitsmarkt verlassen. Frührente bzw. Berufsaustritt unter dem 60. Lebensjahr sind volkswirtschaftlich schwer zu finanzieren und stehen zudem einer steigenden Lebenserwartung gegenüber. Die Schlussfolgerungen daraus reichen von politischen Entscheidungen im Bildungswesen über die vermehrte Einbeziehung von Teilzeitarbeit, insbesondere der Möglichkeit für hochqualifizierte Frauen, Beruf und Familie verbinden zu können, bis hin zur Konzeption von Personalentwicklungsmodellen, welche einen längeren Lebensarbeitszyklus berücksichtigen.

Für manche deutet deshalb alles darauf hin, dass den Unternehmen ein »War for Talents« bevorstehen könnte, auch wenn Variablen wie Konjunktur, Einwanderung oder Rationalisierung, resp. zunehmende Digitalisierung keine präzisen Prognosen zulassen. Durch die starke Nachfrage seitens der Unternehmer und das geringe Angebot auf der Arbeitnehmerseite werden die Unternehmen schon heute mehr und mehr gezwungen, Arbeitnehmer mit attraktiven Konditionen zu werben. Hierbei werden ältere Mitarbeiter nicht benachteiligt sein, in mancher Hinsicht lassen sich durch den reichhaltigen Erfahrungsschatz beruflicher und persönlicher Kompetenzen u. U. sogar Vorteile ableiten. In Zukunft wird das Recruiting deshalb vermehrt Ältere als Zielgruppe zu berücksichtigen haben.

Auch wenn man vermuten könnte, dass die Personalauswahl mit der demografischen Entwicklung an Bedeutung verliert, weil sich die Unternehmen nicht mehr leisten können, allzu wählerisch zu sein, wird wohl genau das Gegenteil der Fall sein. Gerade weil die Fluktuationsrate von Mitarbeitern auch davon abhängen wird, wie zufrieden Mitarbeiter in Unternehmen sind, ergibt sich das Erfordernis, die Passung bereits möglichst schon bei der Auswahl zu prognostizieren.


Abb. 1: Lisa

Lisa fragt sich schon heute, wie sie Beruf und Familie in Einklang bringen wird, denn ihr ist klar, dass sie später eine Familie gründen will. Zugleich hat sie an ihrer eigenen Mutter gesehen, dass es sehr schwierig sein kann, Familienleben und Beruf oder sogar Karriere in Einklang zu bringen. Auf der anderen Seite weiß Lisa, dass die Arbeitswelt heute, anders als zu den Zeiten ihrer Mutter, eine Flexibilisierung erfahren hat und sie hofft, dass diese noch weitergehen wird.

Es hat bereits heute eine zunehmende Flexibilisierung (quantitativ, qualitativ, zeitlich, örtlich) in der Personaleinsatzplanung stattgefunden mit Vor- und Nachteilen sowohl für Mitarbeiter als auch für Unternehmen: Für Unternehmen ist die höhere Motivation der Mitarbeiter und die dadurch erwartungsgemäß höhere Produktivität ein Vorteil. Man kann die Beschäftigungsreserven auf dem Markt besser nutzen, und nicht zuletzt sorgt eine flexible Personaleinsatzplanung für eine höhere Kundenorientierung. Mitarbeiter genießen eine bessere Work-Life-Balance und können ihre Arbeit gemäß ihren individuellen Aktivitätszyklen und Biorhythmen gestalten. Dies kann zu höherer Motivation und höherer Produktivität führen

Doch es gibt auch Nachteile. Auf Unternehmensseite heißt höhere Flexibilisierung zunächst auch geringere Kontrolle. Das kann aber durch adäquate Administration und dementsprechende Steuerungsinstrumente im Performance- und Wissensmanagement ausgeglichen werden. Für die Mitarbeiter kann eine hohe Personaleinsatzflexibilisierung bedeuten, dass die Arbeit »gefühlt« nie aufhört. Dies zieht Überforderung durch Leistungsdruck nach sich, und Mitarbeiter müssen deshalb heute anders als früher selbst ein gutes Zeitmanagement mitbringen, um nicht in die Burnout-Falle zu laufen.

Moderne Flexibilisierungsinstrumente ermöglichen sowohl eine strukturell als auch eine konjunkturell höhere Anpassungsfähigkeit. Hierbei können Unternehmen aus einer Vielfalt von personalpolitischen Methoden auswählen, um sowohl unternehmensinterne (strukturelle) als auch marktbezogene (konjunkturelle) Krisen zu bewältigen. Während konjunkturelle Krisen eher temporär sind, erfordern strukturelle Krisen oft einen erheblichen Umbau des Unternehmens. Dementsprechend kann auf konjunkturelle Krisen mit personalpolitischen Maßnahmen wie Kündigung von 40-Stunden-Verträgen, Teilzeitoffensiven, Sabbaticals, einem Abbau von Resturlaub oder auch Kurzarbeit reagiert werden. Auch der Abbau von Gleitzeitguthaben oder ein Inhouse-Placement kann die Zeit überbrücken, bis die Konjunktur wieder anzieht. Konjunkturelle Krisen haben externe Gründe, die sich normalerweise wieder legen. Deshalb wollen Unternehmen in solchen Zeiten meist nicht Personal abbauen, das nach Beendigung der Krise wieder teuer eingekauft werden muss.

Anders verhält es sich bei strukturellen Krisen. Hier reicht das personalpolitische Repertoire vom Nichtersatz von Fluktuationen, Altersteilzeitmodellen, vorzeitiger Beendigung über Outsourcing bis hin zu Standortschließungen und betriebsbedingten Kündigungen. Diese Maßnahmen machen Sinn, wenn die Zukunft veränderte strukturelle Anforderungen an Unternehmen stellt und bestimmte Kompetenzen oder Funktionen nicht mehr oder zukünftig in anderer Weise oder Anzahl benötigt werden. Die genannten Instrumente zur Bewältigung von Krisen sind vornehmlich quantitativ ausgerichtet. Qualitative Flexibilität bieten personalwirtschaftliche Instrumente wie Job Rotation, Job Enlargement, Job Enrichment, Projekteinsätze oder Inhouse-Placement. Wie Inhouse-Placement funktionieren kann, soll anhand des Beispiels der Recruiting-Abteilung eines großen Konzerns verdeutlicht werden.

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Janr və etiketlər

Yaş həddi:
0+
Litresdə buraxılış tarixi:
18 dekabr 2025
Həcm:
636 səh. 111 illustrasiyalar
ISBN:
9783170413467
Müəllif hüququ sahibi:
Bookwire
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