Kitabı oxu: «Satanisten im Internat»

Şrift:

David Poppen

Satanisten im Internat

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Inhaltsverzeichnis

Titel

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Impressum neobooks

1

Alle beteiligten Personen der nachfolgenden Geschichte sind bereits über 18 Jahre.

Die sexuellen Handlungen erfolgten freiwillig und gewollt.

Schimmernd lag das Licht der beiden schwarzen Kerzen auf der weißen Haut ihrer Schenkel und tauchte ihre Vagina in warme Helligkeit. Wie ein winziger Teich glitzerte geile Feuchtigkeit zwischen den prallen, leicht geöffneten Schamlippen.

Ein hochgewachsener Mann in einem purpurnen Umhang legte seinen Mittelfinger auf die erregte Spitze ihrer Klitoris.

„Gesegnet seist du, lüsterne Weiblichkeit“, murmelte der Mann.

„Gepriesen seist du“, antwortete es vielstimmig aus der Dunkelheit.

„Gepriesen und gesegnet.“

„In seinem Namen.“

„Deine nach Lust verlangende Vagina, deine Hüften, die Brüste und Achselhöhle, dein Hals und dein Mund...“

„Der samenschlürfende Mund“, antwortete der Chor.

„Deine Scheide, zu jedem Spiel bereit, saftige Mädchenspalte, sich sehnend nach Hurerei, taufrischer Schlitz, der nach Schwänzen, Männerzungen und zartem Frauenlecken giert und es bekommen soll, sie sei gesegnet.“

„So es Luzifer gefällt“, murmelte das Mädchen.

„Unserem Meister“, sagte der Mann im purpurnen Umhang.

„Diábolus dedicare“, erklangen die unheimlichen Stimmen der neun anderen Gestalten in einem sakralen Tonfall. Es waren Männer und Frauen in Halbmasken und kapuzenbesetzten grauen Überwürfen, die den breiten, kastenartigen Tisch im Halbrund umstanden und auf das nackte, kaum achtehnjährige Mädchen starrten, das ihr Schambein reckte und die geschwollenen Nippel ihrer hochragenden Brüste darbot. Offen und locker hing ihr dunkelblondes, langes Haar über die samtschwarze Decke hinab und floss in langen Strähnen in die Finsternis, die aus dem großen, heißen Raum herandrängte und mit bizarren Schattenfingern nach den Kerzen griff.

„Auf dass ich es dir tue“, sagte der Mann im purpurnen Umhang.

„Um Satans willen“, klang es im Rund.

„Ja!“

Der Mann schob den Mittelfinger in die junge Scheide.

„Auf dass du fickst und masturbierst und es dir besorgen lässt von jedermann.“ Er stieß kräftig zu. „Mit Penis, Hand und Zunge.“ Er spielte mit der Fingerkuppe in ihrer Vagina. „Auf dass du es dir selbst machst zum Lobe unseres höllischen Herrn.“

Das blonde Mädchen stöhnte auf.

„Auf dass du stets geil und gierig bist, nach Sperma und weiblichen Lustsekret lechzt, es anderen schenkst und es für dich hinnimmst und es treibst ohne Ende.“

„Alles.“

„Mit den Brüdern und Schwestern.“

„Mit uns.“

„Mit Männern und Frauen.“

„Uns.“

„Wie sie es von dir verlangen.“

„Bei Tag und in der Nacht.“

„Nach dem Willen unseres Meisters.“

„Jetzt und in alle Ewigkeit.“

Der Mann schob mit der freien linken Hand den Purpurumhang auf, so dass sein steil hochstehender Penis für alle sichtbar wurde. Dick, sehnig und kräftig ragte es aus dem rotblonden Schamhaar empor. Rund und violett sprang die Spitze seiner Eichel aus der Vorhaut und spie einen langen farblosen Schleimfaden ins Kerzenlicht, während seine rechte Hand immer noch in der Vagina des aufgespreizten Mädchens wühlte.

„Hörst du mich, Novizin?“, fragte der Purpurne.

Das junge Mädchen rollte den Rumpf auf seinem Mittelfinger und seufzte. Ihre grünlichen Augen waren bis auf einen schmalen Spalt geschlossen, um ihre Mundwinkel zuckte es. In ihrem blassen, rassigen Gesicht mischten sich Gier und ein sonderbarer Anflug lasziver Pfiffigkeit, der plötzlich zu einem leeren Lächeln erstarrte.

„Ich... träume...“, flüsterte das Mädchen.

„Wovon, mein Kind?“

„Von einem... großen, steifen Schwanz. Lang wie ein Baum und hart wie aus Eisen geschmiedet. Die Eichel zuckt und öffnet ihre Spitze. Ich möchte an ihr saugen, das Sperma schlucken, aber... es... es spritzt heraus und fällt auf mich nieder wie... Regen. Ich bade meine Muschi im Samen, schlürfe ihn mit den Schamlippen in den Körper... Jetzt schlägt der Strom in meinen Mund... ich trinke, ja, schmecke ihn süß und warm... er füllt mich. Der Samen...“

„Und?“

„Ich möchte gefickt werden“, lallte das Mädchen.

„Gefickt?“

„Ja... hart und tief gevögelt werden...“

Die grauen Gestalten im Hintergrund drängten sich enger zusammen. Aus den Augenschlitzen der Gesichtsmasken blitzten geil Blicke. Da und dort beulte sich der Überwurf und verriet den erigierten Penis unter dem groben Tuch. Hände lösten sich aus den weiten Ärmeln und wanderten unter die Mäntel, tasteten nach harten Brustwarzen und prallen Hodensäcken, nach Eicheln und Kitzlern.

„Fickt mich... bitte... gebt mir endlich einen Schwanz“, keuchte und jammerte das Mädchen.

Der Mann im Purpurumhang löste den Finger aus ihrer nassen Vagina. Das Mädchen hob den Unterleib und suchte mit den Knien nach seinen Hüften. Der Mann trat näher. Starr und zitternd stand sein steinharter Phallus vor ihrer Spalte. Das Mädchen griff fahrig ins Leere und kicherte. Ihre Augenlider lagen jetzt fest aufeinander, ihre Lippen flatterten wie im Fieber.

„Komm doch... oh... bitte... fickt mich endlich!“

Die nasse Schwanzspitze legte sich zwischen die Schamlippen und berührte den Eingang ihrer Scheide. Aber sie fuhr nicht in die warme Lustgotte. Wie erstarrt lagerte sie vor dem Eingang der Höhle und rieb in winzigen Stößen die rosigen Schleimhäute.

„Tiefer. Ganz herein“, stöhnte das Mädchen.

„Der Meister ist nah“, murmelte der Mann.

„Bitte... fick mich, Herr!“

„Du opferst dich Satan?“

„Ja.“

„Du schwörst ewigen Gehorsam?“

„Ja.“

„Verschwiegenheit und Dienstbereitschaft?“

„Ja.“

„Bedingungslos?“

„Ja.“

„Ihr dürft sie ficken, meine Brüder und Schwestern.“

Die grauen Gestalten packten die Arme des Mädchens und rissen sie zurück. Plötzlich schimmerte eine ledergeflochtene Peitsche im Licht der flackernden Kerzen. Mit scharfem Pfeifen fuhr sie nieder und zog eine rote Bahn über den Bauch der Achtzehnjährigen. Das Mädchen heulte auf und bäumte sich hoch, doch der zweite Hieb war bereits unterwegs. Er zischte und klatschte, und ein neuer Striemen leuchtete über ihrer wachsblassen Haut.

„Dienerin des Luzifer“, murmelte der Purpurne.

Wieder peitsche ein Schlag.

„Hure des Satans!“

Schlag auf Schlag folgte.

„Teufelshure.“

Leder zischte auf ihre Haut.

„Hurensau!“

Das Mädchen kämpfte, doch immer mehr Finger krallten sich in ihre Schultern und hielten sie nieder. Der Mann im purpurnen Umhang packte ihre Knie und drückte sie auseinander. Während ihr Körper unter einem immer dichteren Geäst aus Schlagspuren zu glühen begann, rammte er seinen harten Penis tief in ihre Scheide.

„Fickende Hure des Satans“, keuchte der Mann.

Das blonde Mädchen riss den Mund auf, schrie, bekam den Zipfel einer der grauen Kutten zwischen die Zähne gepresst und röchelte erstickend. Und die Hiebe fielen in gelassener Folge auf ihren Körper. Sie wand sich, krallte die eigenen Fingernägel in die Haut und arbeitete mit den Schenkeln. Doch das steife Glied in ihrer Scham schob sich nur noch tiefer in ihren Scheidengang und schlug hämmernd zu. Ein leises, rhythmisches Singen erhob sich und summte wie ein ferner Orgelton durch die schwüle Finsternis, die sich schwarz und weit jenseits des Kerzenlichts im Ungewissen verlor.

„In Satans Namen!“

„Weihe sie, Meister.“

„Erhöhe sie!“

Jäh erschlaffte der Leib des Mädchens, die Peitschenschläge trafen wie auf vergorenen Teig. Durch den rituellen Singsang der Graumäntel hindurch klang nur noch dünn das Schluchzen der Nackten, ein hoher, erschöpfender Ton voll hochgequälter Erregung. Der Mann im Purpurmantel löste die Hände von den Knien des Mädchens und hob sie waagrecht über den reglosen Körper, ohne dass sein Rumpf zu stoßen und sein Penis zu ficken aufgehört hatte. Sofort senkte sich die Peitsche über den Brüsten der jungen Blondine und verharrte dort.

„Gewähre es ihr, Herr!“, kreischte eine Stimme.

„Nimm sie an.“

„Taufe sie!“

Ein Zittern lief durch die hohe Gestalt des Purpurnen, seine Finger spreizten sich auseinander und bogen sich hoch. Plötzlich wirkten sie wie Krallen, obwohl sie sich verkrampft voneinander wegspannten. Stoß um Stoß pumpte der Mann zwischen die Schenkel des schlapp daliegenden Mädchens, dann stockte die Bewegung und verhielt sich wartend, während sich das ebenfalls maskierte Gesicht des Priesters andächtig auf die Brust senkte.

„Füll sie, Satan“, flüsterte er.

Das Zucken seiner Lenden verriet, dass es aus seinem Glied spritzte. Nichts sonst regte sich an dem schlanken Körper, vor dem der wie brennend leuchtende Umhang offenstand. Das Mädchen seufzte, stöhnte und bebte mit der Bauchdecke. Ihre Augen standen weit offen, über ihre Wangen rannen Tränen. Und doch genoss sie es, stemmte sich dagegen und empfing erschaudernd den in sie hineinpumpenden Samen.

„Gesegnet, Novizin“, murmelte es im Kreis.

Der Purpurne hob den Kopf, legte ihn in den Nacken und breitete die Arme aus. Sein Rumpf wich zurück, zögerte erneut und stieß dann in einer einzigen entschlossenen Bewegung vor. Bis zur Wurzel drang der Phallus in die Scheide ein, entschieden, endgültig und besitzergreifend. Es war wie ein Schlusspunkt, der den Pakt besiegelte. Die Graumäntel ließen das Mädchen los, es zog den sie knebelnden Kuttenzipfel aus dem Mund und atmete tief ein.

„Schwester“, sagte der Purpurne.

Die Kerzen flackerten, das Licht wurde plötzlich rauchig und fahl. Einer der Brüder hatte ein Räucherstäbchen entzündet, und als er es über den straffen Brüsten der Achtzehnjährigen schwenkte, wallten duftende Schwaden über sie hin. An der zweiten Kerze ließ eine zierliche Blondine grünliches Pulver in die Flamme rieseln, es brannte auf und warf bunte Reflexe durch die stickige Dunkelheit. Der Purpurne faltete die Hände und legte die Stirn an die Fingerspitzen.

„Großer Satan“, sagte er.

„Gelobt sei er“, klang es aus dem irisierenden Nebel.

„Sie ist eine der unseren.“

„Auf ewig.“

„Deine Dienerin wie wir.“

Er löste den Schwanz aus der Scham und trat zurück. Neben ihm tauchte eine blondgelockte Frau in grauer Kutte aus dem ziehenden Rauch auf, und beugte sich in gesammelter Gelassenheit zwischen die Schenkel der Achtzehnjährigen. Während ihr Mund nach der spermagefüllten Spalte suchte, sank sie orgiastisch seufzend auf die Knie.

„Schwester zu Schwester“, murmelte der Kreis.

„Du bürgst für sie“, sagte der Purpurne.

„Ihr Blut sei dein Blut.“

„In Luzifer Namen.“

„Amen“, sagte der Chor.

Der Priester legte die Hand auf den Kopf der blonden Schwester. Mit festem Griff drückte er ihr Gesicht auf die Scheide des Mädchens und ließ sie an den schleimnassen Schamlippen saugen. Wieder erklang der seltsame Gesang der Gemeinde, neue Räucherstäbchen wurden entfacht und über den altarartigen Tisch gehalten.

Die blonde Frau in der grauen Kutte schluckte, leckte und saugte an der Spalte der Achtzehnjährigen. Das junge Mädchen zuckte und stöhnte lustvoll.

Die Blondine in der Kutte erhob sich, eine andere Gestalt kniete sich zwischen die weit gespreizten Beine der Novizin. Das Mädchen zog den Rumpf hoch und stöhnte. In ihrem Gesicht wuchs hitzige Lust, ihre Hände ballten sich zu Fäusten und pressten sich auf die schwarzsamtene Altardecke. Doch bevor der Orgasmus sie packte, huschte ein weiterer Graumantel heran und löste seinen Vorgänger ab.

Die Achtzehnjährige zischte zornig, als ihr der ersehnte Höhepunkt verwehrt wurde.

„Satans Kuss“, murmelte der Purpurne.

„Weiter. Oh!“

„Trink seinen Samen.“

„Oh... oh...“

Der nackte Körper schüttelte sich, die Fäuste schlugen entfesselt auf die Altardecke. Durch den süßen Nebel des Räucherzeugs leuchtete das starre Gesicht des Mädchens wie eine Maske, hinter der die Ekstase explosionshaft zerstäubte. Unterdrückte Schreie tönten durch den Raum, mehr und mehr Kutten klafften auf und gaben Brüste und Bäuche, Hodensäcke und hochstehende Schwänze frei. Einige Paare griffen sich gegenseitig an die Geschlechtsteile, umarmten sich und versuchten, sich im Stehen zu vereinen.

„Liebt euch, Brüder und Schwestern!“, rief der Purpurne.

„Ja. Ja!“

„Und liebt eure neue Schwester!“

Immer andere Gestalten knieten vor der zuckenden Scham der Achtzehnjährigen und küssten, leckten und saugten die Vagina. Scheidensekret und Spermareste mischten sich in der heißen Höhle des Mädchens, es stützte sich auf den Ellbogen hoch und blickte in die maskierten Gesichter, deren Stirnen jenseits ihrer Vulva auf und niedertanzten. Keuchen und erregtes Seufzen umwehten sie, übereinander wälzende Körper rollten über den glänzenden Parkettboden zum Tisch hin, zuckten im Liebesrausch und keilten sich wild ineinander.

„Liebe! Liebe!“, schrie der Purpurne.

„Oh. Oh.“

„Liebe!“

Der duftende Nebel wurde immer dichter und undurchdringlicher. Wie ferne Lichtpunkte leuchteten die beiden Kerzenflammen durch den bleichen Schleier, bisweilen verdunkelt von wogenden Schatten aneinandergepresster Paare. Eine große Frauenbrust zeichnete sich gegen den flackernden Schimmer ab, dann legte sich eine Handfläche darüber, massierte und walkte das harte Fleisch, löste sich wieder und ließ nur Daumen und Zeigefinger zurück, die zangenartig die Brustwarze festhielten. Eine der Schwestern masturbierte ächzend an einer der Altarecken, der Mann hinter ihrem Rücken bohrte den Schwanz durch ihren After in den Darm. Brüder lutschten die Schwänze anderer Brüder, Frauen leckten sich gegenseitig die Vagina, andere onanierten.

Und über allem sang die Stimme des Purpurnen, der mit nach außen gekehrten Handflächen durch den Duftdämmer schritt und wie segnend die Arme reckte.

„Fickt euch!“

„Lecken!“

„Schenkt euch Satan.“

„Vereinigt euch!“

Das Mädchen wandte den Kopf und lächelte, als sich ihr ein breiter, schweißnasser Unterleib über den Tisch entgegendrängte. Die graue Kutte war bis über den Nabel hochgerafft, der Schwanz, der über dem mächtigen Sack emporragte, erinnerte an einen Stahlbolzen. In geiler Gier näherte er sich dem Mund der Achtzehnjährigen und verharrte mit glitschiger Eichel direkt vor ihren Lippen.

„Hier, Schwester.“

„Aber...“, stammelte das junge Mädchen.

„Kau ihn. Lutsch mir einen. Los!“

Die Achtzehnjährige erschrak.

„Diene Luzifer.“

Sie kannte diese Stimme!

„Rasch! Blas meinen Schwanz!“

„S I E?“, flüsterte das Mädchen.

„Wie?“

„Sie sind auch...“

„Ein Bruder, ja. Komm. Mach es mir endlich!“

Das blonde Mädchen schluckte trocken. Zögernd schlich ihr Blick über die graue Kutte hoch, erhaschte ein Stück Kinn und die hüpfende Spitze eines ausgeprägten Kehlkopfes. Im nächsten Augenblick legten sich zwei kräftige Handflächen an ihre Schläfen und zogen den Kopf näher. Genüsslich drang das Glied in ihren Mund ein.

Sie saugte wie benommen an der Eichel.

„Na also.“

Der Penis rammelte in langen Stößen.

„Und brav alles schlucken!“

Die Achtzehnjährige nickte unterwürfig. Ihre rechte Hand fasste seinen Hodensack und knetete ihn mit verkrallten Fingern, ihre linke Hand kraulte sein Schamhaar. Das Glied in ihrem Rachen schob sich heftiger vor und zurück, sie reizte die Eichel mit der Zungenspitze.

„Ja. Weiter.“

Eine Frau schrie ihren Orgasmus in die nebelduftende Finsternis, Männerstimmen murmelten. Glieder schmatzten zwischen Schamlippen und pumpten wie in nassen Lehm. Wie ein Berg häuften sich immer mehr nackte Gestalten vor dem kastenartigen Tisch, nebeneinander und übereinander, fickend und leckend und zu einer orgiastischen Pyramide zusammengefügt. Und immer noch sang die Stimme des Purpurnen durch die bleiche Dunkelheit, Psalmen des Bösen und der Erregung und voll seltsamer satanischer Anbetung.

„Es kommt mir“, zischte der Mann über dem Mädchen.

Sie presste die Eichel gegen den Gaumen.

„Viel. Es gibt...“

Seine Stimme erstickte.

Das Mädchen spürte den heißen Schlag seines Ergusses bis in die Kehle hinab, würgte, schluckte und erstickte fast. Eine beißend wilde Begeisterung erfasste sie, während sie das Sprudeln der Eichel seufzend auskostete und immer mehr von dem klumpigen Sperma schmecken wollte. Es freute sie, als der Schwanz sich zwischen ihren Lippen zurückzog, um von dort aus quer durch ihre Mundhöhle zu spritzen und ihr die Backen aufzufüllen. Sie saugte wie besessen und führte sich jäh am Rande eines zweiten Orgasmus. Doch dann rann der Samen nur noch über ihre Zunge und quoll heraus.

„Liebt euch. Oh!“, schrie die Stimme des Purpurnen.

„Liebe!“

„Ficken. Ja!“

„Leckt euch. Trinkt.“

„Ah. Ah.“

Das achtzehnjährige blonde Mädchen grub den Mund in das dichte Schamhaar des Mannes, spie den Rest Sperma in das drahtige Gewirr und saugte ihn wieder ein. Wie berauscht betrieb sie dieses Spiel, noch und noch. In ihrer Hand lag sein weicher Penis, speichelnasses Fleisch, irgendwie gummihaft und doch herrlich.

Denn »Er« war es, dem sie es gemacht hatte, »Er«, von dem nicht nur sie träumte, tagsüber und erst recht des nachts, wenn es sich die Mädchen gegenseitig oder selbst machten und sich dabei hemmungslose Liebhaber vorgaukelten. »Er«, der einem so fern und unerreichbar schien, wenn er...

„Bruder“, murmelte sie gegen seinen Bauch.

Er streichelte ihren Kopf.

„Das gerade du es bist!“, hauchte sie.

„Vergiss es“, flüsterte er.

„Unvorstellbar.“

„Niemand darf es erfahren.“

„So schön...“

„Kein Mensch, hörst du?“

Kein Mensch!

Sie presste die Lippen in seine Leistenfurche und küsste seine verschwitzte Haut. Natürlich musste es geheim bleiben. Doch ihn immer nur einmal so nah bei sich zu haben, ein kurzes einziges Mal in der Woche, geil und voll Samen und mit diesem beglückend strotzenden Glied, war verschenkte Lust. Und warum es bloß hier treiben, wenn die Stunde gekommen war? Warum es nicht Nacht für Nacht tun, wieder und wieder, sobald es sie danach verlangte?

Sie hob den Kopf.

Der Mann schob ihr die Hand unter das Kinn und beugte sich vor. Scharf musterte er sie durch den duftenden Nebelrauch, die Kapuze tief in der Stirn und die Augen wie glitzernde Punkte hinter den schmalen Augenschlitzen der Maske.

„Du wirst schweigen, verstanden?“, fauchte er mit fester Stimme.

„Wirst du mich auch sonst ficken?“

„Sonst?“

„Ja. Nicht nur wie jetzt und hier.“

Der Mann biss sich auf die Lippen.

„Jede Nacht“, hauchte sie lüstern.

„Verdammt, du dummes Mädchen.“

„Oder möchtest du mich nicht jede Nacht ficken?“

Er schwieg.

Sie warf den Kopf zurück, lachte und schüttelte ihr dunkelblondes Haar. Wie ein Bündel Schlangen züngelten die Strähnen über ihre nackten Schultern, herausfordernd und gefährlich. Der Mann löste den Körper vom Tisch und richtete sich auf. Sie packte ihn von rückwärts um die Hüften, schob die Kutte hoch und schlug die Zähne zwischen seine Arschbacken. Es traf ihn wie ein Schlag, er erstarrte. Dann riss er sich hastig los.

„Nicht!“, sagte er streng.

„Du bist mein“, murmelte die Achtzehnjährige.

„Irrtum.“

„Immer, wenn ich es will.“

„Nein.“

„In meiner Hand.“

Sie legte sich zurück, verschränkte die Arme unter dem Nacken und starrte zufrieden in die Duftschwaden, die dicht über ihr Gesicht dahinzogen. Gut, dass Sarah sie hierhergebracht hatte, endlich, und auch das war nicht ganz freiwillig geschehen. Aber schließlich war sie mit ihren achtzehn Jahren kein Kind mehr. Spätestens seit diesem Sommer, als Julian der Student aus München sie entjungfert hatte. Es wurde Zeit, dass es auch sonst weiterging mit Jungs, es gab so vieles zu lernen, um einen Mann richtig zu befriedigen. Und nicht immer nur die lesbischen Spiele mit den Klassenkameradinnen oder der blonden Lehrerin.

Das Mädchen seufzte genüsslich. Sie wollte gefickt werden, am liebsten jede Nacht!

Rings um den altarartigen Tisch stampfte die Lust, verröchelten Männer ihre Ejakulationen, stöhnten Frauen ihren Orgasmus heraus. Das Mädchen hatte es sich immer schon gewünscht, es mit anderen und unerschöpflich treiben zu können. Wer immer sie ficken wollte, er sollte es bekommen. Und auch sie würde es sich reichlich holen, von diesem Mann und...

Ein Schatten fiel über sie.

Sie blinzelte, schnurrte lasziv, und hob ihm den prallen Busen entgegen.

„Schwester?“

„Ja, Bruder?“

„Leb wohl, Schwester.“

Seine rechte Hand schoss herab, es blitzte und durchschnitt lautlos den duftenden Nebel. Wie ein glimmender Strahl furchte es den Rauch, ehe der Dolch die Haut berührte und in ihr weiches Fleisch eindrang. Die Achtzehnjährige stieß einen Schrei aus, doch dass es nach Tod klang, ließ sich im Brausen der Orgie nicht bestimmen.

„Liebe!“

„Liebt euch, Brüder und Schwestern.“

„Lecken. Saugen.“

„Vereinigt euch für Satan!“

„Oh, gut.“

Über dem kastenartigen Altar ballte sich der Dampf der Räucherstäbchen. Dass das achtzehnjährige Mädchen so sonderbar schlaff dalag, konnte auch Ermattung nach genossener sexueller Befriedigung sein. Ihre Finger hingen verkrallt über der samtschwarzen Decke, ihre Knie klafften herabgesunken auseinander. Doch über die Peitschenstriemen unter ihren straffen Brüsten rann eine fädig rote Bahn.

Vom Griff des Messers aus.

Das ihr zwischen den Rippen im Herz steckte!

2

Leon Hagenau, mein Assistent, tat geheimnisvoll.

„Sozusagen ein Spezialauftrag, Amelie.“

„Aha.“

„Ziemlich heikel und... tja...“

„Alle unsere Aufträge sind heikel, sonst bräuchte man keinen Privatdetektiv“, erwiderte ich.

Wir saßen im Pimpernel, unserem Stammlokal für späte Stunden. Die Bar in der Müllerstraße war derzeit ziemlich angesagt, was sicher an den stets wechselnden DJs lag, deren Repertoire von Soul über Exotica bis zu Disco und House reicht. Manche Gäste tanzten bereits auf den Bänken, schunkelten und sangen lautstark. Es herrschte hier eine Stimmung wie auf der Wiesn. Also klasse! Da durften wir nicht fehlen.

Als Stammgäste und Freunde der Inhaber bekamen wir einen Tisch am Rand.

„Dann schieß mal los, Schnuckelchen“, sagte ich.

„Es geht um das Lichtenberg Mädcheninternat.“

„Oha.“

„Ein typischer Munich Life Fall“, meinte Leon grinsend.

Das erkannte selbst ich, Amelie Freifrau von Abensberg, auf den ersten Blick. Ich war selbständige Ermittlerin, mit einer eigenen Privatdetektei. Mein kleines Unternehmen bestand aus der Sekretärin Anna Thun, und meinem Assistenten Leon Hagenau. Unser Dreierteam leistete seit über fünf Jahre erfolgreiche Arbeit, sodass wir einen sehr guten Ruf genossen. Ich hatte ein kleines Büro am Gärtnerplatz im Münchner Zentrum, dass über drei Räume, Teeküche und Nasszellen verfügt. Mein Hauptklient war die Munich Life AG, der drittgrößten Versicherung in Bayern, mit dem Hauptsitz in München-Schwabing. Wir erhielten regelmäßig hochdotierte Aufträge von der Versicherung. Es waren zwar meiste recht knifflige Fälle, aber wir konnten sehr gut davon leben.

„Und?“, fragte ich.

„Sekunde.“

Der Kellner brachte gerade unsere Bestellung. Ich bekam einen Andalö, dem neuen In-Getränk der Münchner Szene. Das Getränk besteht aus einem leicht süßlich aber auch säuerlichen Sanddornlikör mit Prosecco. Leon bekam ein Weißbier, wie es gemäß seiner Herkunft aus dem Bayerischen Wald typisch war.

Mein Assistent hatte inzwischen seine Brieftasche gezückt und ein Foto hervorgeholt. Der Kellner verdrückte sich lautlos, ich nahm einen hübschen Schluck von meinem Andalö.

Leon atmete hörbar ein und hielt mir das Foto hin. Ich musterte das Konterfei eines schmalen, rassigen Mädchengesichts, das von lang fallendem, strähnigem Haar umrahmt war. Der Mund der Hübschen klaffte sinnlich auf, ihre Augen schimmerten groß und hell.

„Niedlich“, sagte ich.

„Isabell von Nassau“, sagte Leon.

Ich stellte ruckartig mein Glas auf den Tisch.

„Doch nicht...“

Mein Assistent nickte.

„Seine Tochter, ja“, sagte er. „Noch dazu das einzige Kind. Schon übel.“

Mir schwante so einiges.

„Besuchte natürlich das Lichtenberg Mädcheninternat am Starnberger See, den Stolz unserer reichen Oberschicht“, erklärte Leon.

„Aha. Verschwand das Mädchen mit dem Sohn des Hausmeisters?“

„Quatsch!“

„Nicht? Was also dann?“

„Das mit dem Verschwinden stimmt schon.“

Leon nahm das Bild zurück, warf erneut einen Blick darauf und kratzte sich hinter dem Ohr. „Aber ich glaube nicht, dass sie mit einem Liebhaber verschwunden ist. Ihr Vater gehört zu den reichsten Unternehmern in Deutschland. Der Mann hat außer Geld auch sehr großen politischen Einfluss. Weder die Leitung des Mädcheninternates noch die Familie möchten ihr Verschwinden bekanntwerden lassen.“

„Verständlich.“

„Anderseits ist das Schätzchen seit fünf Tagen überfällig.“

Ich seufzte.

„Wie vom Erdboden verschluckt“, sagte Leon.

„Ein Fall für das Vermisstendezernates.“

„Leider nein.“

„Sind wir denn blöd, Leon?“, sagte ich. „Die Kleine wird irgendwo heimlich mit einem Kerl rumvögeln. Das Mädchen aufspüren und heimschleifen bringt nur Ärger. Wenn davon die Presse Wind bekommt, haben wir den Salat.“

„Tja. Wenn das so einfach wäre.“

„Es ist einfach.“

„Leider nein.“ Leon lachte ironisch. „Das Lichtenberg Mädcheninternat hat alle Versicherungen bei der Munich Life AG abgeschlossen. Außerdem sitzt der Vater des Mädchens im Aufsichtsrat. Unser Hauptauftraggeber kriecht denen fast schon hinten rein. Der Vorstand der Munich Life dachte sofort an dich, Amelie. Ich kann auch nichts dafür.“

Ich hatte es geahnt. Hier kam Ärger auf mich zu.

„Es ist ein offizieller Auftrag, direkt vom Vorstand erteilt“, sagte mein Assistent.

„Welches Honorar?“

„Das höchste, das wir jemals erhielten, außerdem noch kräftig Spesen.“

„Weiter?“

„Wenn wir den Auftrag ablehnen, kündigt die Munich Life die Zusammenarbeit mit uns.“

„Toll.“

„Stimmt.“

„Wie lief denn die Sache?“, erkundigte ich mich.

„Bei der Munich Life?“

„Nein. Mit dem Mädchen der Familie Nassau.“

„Tja.“ Leon wiegte den Kopf. „Heute ist Donnerstag. Letzten Samstag wurde sie zuletzt gesehen, von Sarah Plessen und Paul Dellbrück, zwei Lehrern, als sich die Mädchen verabschiedeten. Sie durften übers Wochenende heim.“

„Aber die süße Isabell kam nie bei Väterchen an.“

„Ja. Angeblich rief sie mit ihrem Handy bei Daddy zuhause an und sagte, dass sie im Internat bliebe. Eine Hausangestellte der Familie Nassau nahm das Gespräch an und richtete es dem Vater aus. Das geschah auch schon mal vorher, war also nicht ungewöhnlich.“

„Und im Internat nahmen sie an, dass Isabell zu Hause wäre.“

„Richtig.“

„Das alte Spiel.“

Plötzlich schmeckte mir mein Andalö nicht mehr.

„Das Ding ist Dynamit, Leon. Die Kleine hat es zu geschickt zurechtgetrickst. Da können wir höchstens reinfallen.“

„Trotzdem.“ Leon starrte wieder auf das Foto. „Morgen früh erwarten sie dich. Nichts zu ändern. wir können den Auftrag nicht ablehnen, sonst sind wir aus dem Geschäft. Die Munich Life wird uns fallen lassen, wie eine heiße Kartoffel!“

„Mist. Wo muss ich sein?“, fragte ich, ahnte aber bereits die Antwort.

„Im Lichtenberg Mädcheninternat“, sagte er.

„Bockmist.“

Leon nickte.

„Du meldest dich bei Doktor Frank Sachsenhausen, dem Direktor des Internats. Er weiß als einziger Bescheid. Angeblich bist du Expertin in Schulpsychologie und studierst das Zusammenleben junger Mädchen in Internaten. Dadurch kannst du jede Menge dummer Fragen stellen, ohne dass es auffällt. Du wohnst auch im Lichtenberg Internat.“

„Na, toll.“

„Bis du etwas über das verschwundene Mädchen herausgefunden hast.“

„Und wenn es mir nicht gelingt?“

„Etwas zu ermitteln?“ Leon pumpte die Backen auf und stieß missmutig die Luft aus. „Dann sind wir unseren größten Auftraggeber los. Du weißt doch wie der Vorstand tickt. Immer mal wechseln, wenn die alte Truppe schlapp macht.“

„Mist.“

„Für die hohen Honorare die sie uns bezahlen, steht ihnen das zu.“

Ich trank meinen Andalö aus.

„Aber du findest schon was.“ Leon betrachtete ein letztes Mal das Foto, dann schnippte er es mir über den Tisch zu. „Diese Gören quatschen immer, wenn das große Glück ihnen winkt. Oder es gibt irgendwelches Geschreibsel. Knöpf dir die Freundinnen der verschwundenen Isabell von Nassau vor. Du wirst schon einen Weg finden, du bist doch ein cleveres Mädchen, Amelie.“

„Vielen Dank auch“, meinte ich ironisch.

„Und sittliche Anfechtungen hast du diesmal auch keine zu erwarten.“ Leon grinste anzüglich. „Das Lichtenberg Internat hält auf Moral und Anstand. Das reinste Kloster!“

„Wie schön.“

„Andernfalls feuern die dich hochkant aus ihrem Heiligtum. Da kennen die nichts, also halt deine Triebe zurück.“

„Vielleicht ist das der Grund, warum klein Isabell verschwand“, sagte ich.

„Könnte sein.“

„Ist doch klar. Als Expertin für Schulmädchenpsychologie muss ich das wissen.“

Leon lachte. „Dann erkläre das mal dem Direktor.“

„Werde ich tun.“

„Aber bleib schön brav bei der Theorie, okay?“

Der Schuft. Denn nicht ich oder meine Trieb, sondern Leon und die Skrupellosigkeit unserer geschäftstüchtigen Auftraggeber hatten mir bisher meistens die Hurerei als Erfolgsmasche eingebrockt.

„Mal sehen“, sagte ich herausfordernd.

„Eben.“

„Dann muss ich mich bereits in Keuschheit üben, dabei dachte ich, heute passiert es mit uns beiden“, meinte ich gemein grinsend.

Leon bekam zart-rote und gleich darauf saft-rote Tomatenohren. Finster blickte er mich an und presste die Lippen aufeinander. Anderen Frauen gegenüber ist er der feurigste Romeo, doch bei mir hakt er irgendwie aus. Er fühlt sich zu sehr als mein Assistent, als untergeordneter Mitarbeiter. Obwohl wir manchmal schon ganz knapp vor sexuellen Intimitäten gestanden hatten. Aber irgendwie sollte es nicht sein.

„Ehrlich. Manchmal ist mir danach, Amelie.“

Ich blickte ihm zärtlich in die Augen. „Wir werden sehen, Schätzchen.“

„Lass uns fahren“, meinte er. „Du musst morgen fit sein.“

Wir standen auf und bezahlten unsere Getränke. Plötzlich fühlte ich mich müde. Ein tüchtiger Schluck Sex und Befriedigung hätten mir vor meiner Enthaltsamkeitstour im Lichtenberg Internat noch gutgetan.

„Ich hole dich morgen früh ab, dann fahren wir kurz ins Büro, sprechen die Akten durch, dann bringe ich dich ins Lichtenberg Internat, okay?“, sagte er, als wir die Bar verlassen hatten.

„Danke, Leon.“

„Du schaffst das alles schon.“

„Sicher.“

Ich nickte.

3

Ich lag in einem schmalen weißen Bett und war nicht allein!

Zärtlich spielte eine Zunge an meinem Kitzler, ich spreizte die Beine genüsslich auseinander und seufzte. Der Mund lutschte gekonnt an meiner Vagina, holte Saft aus meiner Spalte und löste sich schmatzend. Dann wanderte er weiter zwischen meine Hinterbacken und suchte meinen After. Als der Mund in meinen Anus biss, zuckte ich zusammen.

„Nein. Nicht!“

Es ist so... wahnsinnig.

„Lass mich nur machen.“

Süß und schmerzhaft und aufpeitschend und...

„Bitte!“

Herrlich.

„Sarah, du...“

Mit heißem Prickeln kroch mir die Erregung das Steißbein hoch und schlich sich in mein Becken. Ich wollte mich wehren, den After von ihrem Mund lösen und ihr Gesicht wegdrängen. Und doch regte ich mich nicht, lag wie gelähmt auf der Seite und starrte in die Dunkelheit, die das kleine Zimmer erstickend füllte, betrachtete benommen den schmalen, hochbeinigen Schreibtisch vor dem Terrassenfenster, den ebenfalls weißen spindhaften Schrank an der gegenüberliegenden Wand und die zierliche zweisitzige Couch mit dem flachen Tisch davor.

Ich lag willenlos da, wartete und wunderte mich, wie ich in diese hocherotische Lage gekommen war.

Lichtenberg Mädcheninternat, Possenhofener Straße, zwischen Starnberg und Niederpöcking gelegen. Das achtbare Internat für Töchter der obersten, reichsten und mächtigsten Schicht aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Alle Mädchen im Alter zwischen achtzehn und einundzwanzig Jahren – eine explosive Mischung!

Ich ließ meine Gedanken zurückschweifen.

Da war die Autofahrt am Morgen gewesen. Leon hatte mich pünktlich abgeholt. Nachdem wir im Büro gemeinsam die Akten durchgearbeitet hatten, fuhren wir in einer Buchhandlung und hatten etliche psychologische Fachbücher erworben. Anschließend brachte mich Leon zum Internatsgelände an den Starnberger See.

Er hielt vor der Auffahrt, um nicht aufzufallen. Wir luden meine beiden Rollkoffer aus und verabschiedeten uns.

„Melde dich zwischendurch, Amelie“, meinte er und blickte mir wie ein treuer Hund in die Augen. „Und wenn es nur eine SMS oder eine Nachricht über WhatsApp ist. Es gibt Menschen, die denken an dich und machen sich Sorgen, okay?“

„Ja, versprochen.“

Er war wirklich lieb, mein Leon.

Während ich durch das große schmiedeeiserne Tor schritt, war ich von der Ruhe und Abgeschiedenheit leicht überrascht, die schon über der breiten Kieseinfahrt und dem alten Park lag und sich angesichts der weitläufigen Gebäude noch verstärkt hatte.

Kurz darauf hatte ich mit meinen beiden Koffern den hellen Vorraum des Hauptgebäudes betreten. Ein grau uniformierter Endfünfziger (Martin Kaufmann, Sicherheitschef und Portier des Internates, wie ich inzwischen erfuhr) hatte mich einen langen Gang mit bis zum Boden reichenden Glasfenstern entlanggeführt und in einem kahlen Raum abgesetzt. Und dann hatte ich dagesessen, auf einer meterlangen Sitzbank, schweren Ledersesseln gegenüber, in die atemberaubende Stille des weitverzweigten Gebäudes gelauscht und über den Glastisch hinweg die glänzend schwarze Tür angestarrt, durch die der Sicherheitschef mit sonderbar schleichenden Bewegungen wieder verschwunden war.

Kurz darauf hatte ich den Direktor, Dr. Frank Sachsenhausen, kennengelernt.

Das war der Anfang gewesen.

Und jetzt leckte mir die hübsche Lehrerin Sarah Plessen mit der raffinierten Technik einer routinierten Lesbierin die Vagina.

Bereits in der ersten Nacht!

Sie saugte mich aus und brachte mich dazu, den Körper stöhnend umzudrehen und das Gesicht ekstatisch in das Kissen zu pressen, während meine Hände an die Arschbacken tasteten und sie lasziv auseinanderzogen. Zugleich fühlte ich ihre Finger an meinen Schamlippen und ihren suchenden Druck, als sie meine Öffnung erreichten. Doch Sarah ließ sich Zeit, streichelte erst die Ränder meiner Scheide, rieb im warmen Schleim meiner Spalte und verstrich ihn zwischen meinen Schenkeln...

„Aaahhh... Komm schon...“

War ich verrückt?

„Schieb ihn mir... aaahhhh... rein...“

Wieso zum Teufel, war diese Lehrerin in meinem Zimmer?

„Rasch... gib mir deinen Finger...“

„Sarah... ooohhh... aaahhh.“

Verdammt, was machte diese Frau nur mit mir?

Ihr Mittelfinger kreiste nageltief in meiner Vagina, presste sich gegen mein Inneres und massierte mir den Kitzler hoch. Heftig schlug sie die Zähne in die Rinne unter meinem Kreuz, ohne den Mund zu schließen. Mit keuchend aufgerissenem Rachen geilte sie mich auf, nassen Atem gegen meine zuckenden Nerven hechelnd und mich mit lauem Speichel nässend.

Gemein, ordinär aber auch... geil!

Ich löste die rechte Hand von der weggespreizten Arschbacke, fuhr mir über die Hüfte und erreichte ihre Hand, die immer noch an meiner Scheide arbeitete. Hart umklammerte ich ihre Knöchel und trieb mir den zögernden Mittelfinger in den Unterleib.

Ah. Ja.

Endlich!

Ich bewegte meinen Körper im Rhythmus ihrer Penetration und stöhnte.

Während ich es genoss befriedigt zu werden, schweiften meine Gedanken wieder zurück, zu meiner Ankunft.

Nach einer längeren Wartezeit war Dr. Frank Sachsenhausen in das Sprechzimmer gekommen, ein bulliger Hüne mit blonder Löwenmähne und schwerem Knochenbau, bleich und abgespannt und die tintigen Augen tief in den bräunlichen Höhlen.

Doch sein Blick wich nicht aus meinem Gesicht, als er mir die Hand reichte. Bedächtig setzte er sich in einen der Ledersessel.

„Macht einen fertig, diese Sache“, sagte der Direktor.

„Tja.“

„Nur gut, dass Sie jetzt da sind.“

Sein Gesicht war während der ganzen Unterhaltung tief und fast monoton gewesen. Was er erzählt hatte, deckte sich den Angaben von Leon. Das Isabell von Nassau nymphoman veranlagt war, schien er nicht glauben zu können.

Überhaupt.

Was wusste der Direktor von seinem Internat?

Von den Mädchen?

Den Lehrern und Betreuern?

Von der wunderschönen, blondgelockten Lehrerin Sarah Plessen, die an mir spielte, den Finger krümmte und in meinem Scheidengang wühlte?

„Gut. Ah.“

Die Frau, die gerad an meinem Kitzler schabte und es genoss.

„Weiter. Oh... jaaa.“

Ich drückte das Gesicht ins Kissen, röchelte und spürte erste Vorboten der Entladung durch mich hindurchflattern. Mit weichen Schwingen schlug es unter meiner Haut und versuchte mich hochzutragen. Doch noch war mein Fleisch zu schwer, zu tot und massig, noch bebte ich erst im beginnenden Aufschwung, mit klaffenden Schenkeln und zuckender Möse, die jäh nach ihren Lippen verlangte.

„Komm...“

Sie holte den Mittelfinger aus meinem Scheidengang, nahm die andere Hand zu Hilfe und zog mir die Schamlippen auseinander. Heiß hauchte sie mir erregende Zärtlichkeit in die Höhle, führte die Zungenspitze ein und bog sie durch.

Ich wand mich verzückt, packte ihren Kopf und presste ihn mir zwischen die Beine.

Lecken. Saugen.

Ich brauchte so dringend einen Höhepunkt!

War Direktor Sachsenhausen wirklich so naiv?

Ahnte er tatsächlich nichts von den hitzigen Qualen, die seine Gören in ihren Betten masturbieren oder sich gegenseitig befriedigen ließen?

Von nassen Fingern in Mädchenfotzen, saugenden Mäulern an steifen Kitzlern?

Spürte er nichts von den sehnsüchtigen Träumen in diesen weißen Zimmern, von der Begierde unter kaum ausgereiften Teenagerbrüsten und den gewisperten Obszönitäten, die sich, kaum ausgesprochen, in ihren Gehirnwindungen festfraßen und sich wie Rattenzähne durch all die läppischen Ablenkungen nagten, bis der Wunsch unerträglich wurde?

Wusste der Direktor wirklich nichts davon?

Er hatte mir den geräumigen Speisesaal mit den eleganten Vierertischen gezeigt, das mehrgeschossige Gebäude, mit dem Schwimmbad und der darüber liegenden Turnhalle. Er war mit mir durch den Park gegangen, zeigte mir die Uferpromenade des Starnberger Sees, hatte mir das Haus gezeigt, in dem sich die Zimmer der Lehrer befanden...

„Fester. Oh!“

Beiß mich.

„Mach... es... mir...“

Ich stieß meinen Unterleib gegen Sarahs Gesicht, rieb die Vagina an ihren Zähnen und schüttelte mich vor Lust.

„Weiter... schneller...“

Ich ließ mich fallen und schwang in einer langen Pendelbewegung wieder empor, kreiste in immer schnelleren Bahnen in gleißender Helligkeit, rückte ins Zentrum und barst. Meine Erregung flog in tausend Stücke, raste bis an den Rand meines Körpers, zersplitterte und trieb mein Fleisch durch die Häckselmaschine eines mahlenden Orgasmus. Meine Finger verkrampften sich, meine Möse triefte. Schwer und keuchend durchpumpte der Atem meine Brust, purpurne Nebel wehten in mein Blickfeld, blutdurchhämmert und von tanzenden Lichtpunkten gesprenkelt.

Und ich schrie, gurgelte, verbiss mich ins Kopfkissen, heulte auf, während Sarahs Zunge wie ein dampfender Lappen an meinen Kitzler schlug und mich von Hieb zu Hieb schwärzerer Besinnungslosigkeit nähertrieb...

4

Es war kurz nach ein Uhr mittags, Direktor Sachsenhausen erwartete mich im nun mit knapp sechzig Mädchen gefüllten Speisesaal und stellte mich seiner Mannschaft vor.

Da drückte mir Claudia Grünenfeld mit lässiger Gleichgültigkeit die Hand (was zu dieser langen, dünnen, pferdegesichtigen Person mit den grauschwarzen Ponylocken wie angegossen passte), da blinzelte mich Nicole Hammerstein unsicher an, puppenhaft rund vom Kopf bis zu den Hüften, da grinste mir Anna Neideck mit breiten Lippen ins Gesicht, warf die braunen Haarsträhnen in den Nacken und klopfte mir wissend auf die Schulter.

„Ja, ja. Psychologie.“

Und Laura Trautenberg, blass, zart und sehr blond, winkte nur ab.

„Mehr etwas für Felix“, sagte sie und schob mich zu einem Mann.

„Ich bin Felix Hohenfels“, begrüßte mich der Mann, worauf er mir fast die Finger zerquetschte. Er war mittelgroß, drahtig und durchtrainiert, trug einen hellbraunen Maßanzug und modische Wildlederschuhe, die sicher nicht billig gewesen sein konnten.

„Hallo, Herr Hohenfels.“

„Und das ist Paul Dellbrück“, meinte der Direktor und schob mich vor den nächsten Mann. Er erinnerte mich an einen Buchhalter, untersetzt und kugelbäuchig, eine goldene Uhrkette über der grauen Weste. Sein blondes Haar war dünn, seine gelblichen Augen kniffen sich zögernd zusammen. Stockend nickte er mir zu, die weichen Hände vor der Brust ineinandergelegt und die Schultern hochgezogen.

„Hallo, Herr Dellbrück.“

„Guten Tag, Frau Abensberg.“

Direktor Sachsenhausen schob mich weiter.

„Darf ich Ihnen meinen Stellvertreter, Paul von Schlieben, vorstellen.“

Ein Knochenbündel mit eckigen Schultern, fahlen Augen und abstehenden Ohren grinste mich lüstern an. Na bravo.

„Er ist für den Internatsbetrieb verantwortlich“, erklärte der Direktor.

„Aha.“

„Zusammen mit Frau Sarah Plessen“, meinte er weiter und deutete auf eine wunderschöne, blondgelockte Frau.

Sie hatte die ganze Zeit über etwas abseits gestanden und mich so gemustert, dass es mir nicht entgehen konnte. Ich trat auf sie zu, sie legte ihre rechte Hand in meine, streichelte sanft mit den Fingernägeln über meine Haut... und wir wussten es. Sie, dass ich in ihrem ovalen, engelhaften Gesicht den sensiblen Zug leidenschaftlicher Begierde erkannt hatte, ich, dass ich ihr nicht entgehen würde, wenn sie es darauf anlegte, dafür strahlte sie zu viel Erotik aus.

„Hallo, Frau Plessen“, begrüßte ich die wunderschöne Lehrerin.

„Sie sind Amelie von Abensberg?“

„Ja.“

„Interessiert an Verhaltensweisen von Mädchen?“

„In Internaten. Ja.“

„Ich kann Ihnen hierbei viel helfen“, meinte sie und leckte mit der Zungenspitze über ihre Oberlippe. „Sie sollten sich an mich halten.“

„Gern.“

„Wenn Doktor Sachsenhausen damit einverstanden ist.“

„Natürlich.“

Der Direktor nickte und trat an das Saalmikrofon. Die Gespräche verstummten, die Mädchen blickten zu uns herüber. Claudia Grünenfeld und Nicole Hammerstein durchquerten den Mittelgang und setzten sich an zwei verschiedene Tische. Paul von Schlieben mogelte sich neben mich und betrachtete mich verstohlen von der Seite. Besonders gut schien ihm die Wölbung meiner Bluse zu faszinieren, wie sein unverändert lüsterner Blick eindeutig verriet.

Der Direktor begann zu sprechen.

Ich lauschte seiner tiefen, monotonen Stimme im Lautsprecher und fühlte plötzlich einen Anflug dumpfer Beklemmung in meiner Brust. Unvermittelt und ohne Anlass überfiel es mich, denn der Raum war groß, weit und in keiner Weise bedrückend. Zwischen der naturfarbenen Holzdecke und dem bräunlichen Fliesenboden stand zwar das graue Licht eines trüben Novembertages, doch motivierte er längst nicht das jähe Frösteln, das mir über den Rücken emporkroch...

Ich nagte an der Unterlippe.

Warum also?

Was verursachte mir diese merkwürdige, unheimliche Angst?

Oder war es...

Nein, es konnte einfach kein Grauen sein!

Der Direktor erklärte weitschweifig meine Aufgabe, fast sechzig glatte, sorgfältig zurechtgemachte Mädchengesichter ließen meine Worte halb interessiert über sich hinweggehen. Es war genauso, wie man es in einem Internat erwarten musste. Reglose Masken und mich abschätzendes Schauen, wer ist diese Frau und... naja, sieht gar nicht so übel aus. Und: was will sie bei uns? Und abschweifende Gedanken, die sich unwillkürlich davonmachten, weil der Direktor kein Ende finden konnte.

Ich schüttelte mich am ganzen Körper, spürte eine Gänsehaut, die sich auf meinen Armen bildete.

„Stimmt etwas nicht?“, fragte Paul von Schlieben nahe an meinem Ohr, so dass ich seinen Atem intensiv spürte. Er beugte sich so nah über mich, dass er ungehinderten Einblick in den Ausschnitt meines Kleides bekam. Ich hörte sein schnelleres Schnaufen, als er die Wölbung meines Busens bewunderte.

„Alles okay“, erwiderte ich.

„Aber?“

Paul Dellbrück, der langweilige Buchhalter-Typ räusperte sich missbilligend, ich schwieg. Was war hier so sonderbar? Das ewige Weiß der verputzten Ziegelwände, die fast jenseitige Stille diesseits der blanken Fensterfronten, diese nahezu klinische Sauberkeit in jedem Raum? Nein. Das alles gehörte nur am Rande dazu, als Schale, die einen braunweichen, zähen Kern der Fäulnis umgab, ein von mir nur instinktiv geahntes Inneres, dessen geheimnisvoll glitzerndes und zugleich schlammig fahles Wesen mir greifbar deutlich schien, ohne dass ich es zu erkennen und eindeutig zu enträtseln vermochte. Ich spürte etwas Unheimliches und Böses in meiner Nähe, dass mir erneut eine Gänsehaut einbrachte.

Seltsam!

Faszinierend, lockend und gefährlich.

Aber auch tödlich?

Der Direktor war endlich fertig, die Mädchen klopften dünnen Beifall und plauderten sofort wild los. Wie das beruhigende Anrollen einer Welle klang es zu mir her, während sich nun auch Anna Neideck, Felix Hohenfels und Laura Trautenberg zu ihren Tischen begaben.

„Sehen wir uns nachher?“, fragte Paul von Schlieben und kroch mit seiner Zunge fast in mein Ohr. Er legte seine Hand auf meinen Oberschenkel und streichelte mit sanftem Druck.

„Warum?“, hakte ich neugierig nach.

„Um Ihr Programm zu besprechen“, antwortete er.

„Gern“, sagte ich.

„In meinem Büro?“

„Wie Sie wünschen, Herr Schlieben.“

„Um drei Uhr, ja? Und nennen Sie mich doch Paul. Wie alle anderen auch.

„Wenn Sie Amelie zu mir sagen?“

„Mach ich.“

Der Direktor führte mich zwischen den Tischen hindurch in den Hintergrund des Saales. Das Geschnatter der Mädchen war nun dicht um uns, Lachen perlte auf und dünnes Gekicher schlich sich dazwischen. Der Direktor zeigte auf einen Tisch in der Fensterecke, der von nur zwei Schülerinnen besetzt war.

„Dort drüben“, murmelte er leise.

„Mein Platz?“

„Ja. Es sind die Freundinnen von Isabell. Sie saß auch immer dort.“

„Sehr gut.“

„Ich dachte, es hilft Ihnen weiter.“

Ich nickte.

Wir stoppten, die beiden achtzehnjährigen Teenager blickten zurückhaltend auf. Sie waren körperlich noch längst nicht so weit entwickelt wie Isabell von Nassau. Die Mädchen wirkten etwas mickrig und zurückgeblieben: die eine klein und blond und überall voll gelber Sommersprossen, die andere lang und aufgeschossen, bedauernswert flachbrüstig und blassbraun zottelhaarig, obwohl ihre leuchtend blauen Augen groß, wach und intelligent zu mir hochsahen.

Ich setzte mich.

Der Direktor wünschte uns guten Appetit und drehte ab. Der kleine Blondschopf zwinkerte bedrückt hinter ihm her, die lange Staksige zerrte zögernd an ihren Haarfransen. Ich rückte Teller und Besteck zurecht und nahm mir die Süßen unter die Lupe. Ihnen war sichtlich unbehaglich zumute, und sicher nicht nur, weil ihnen irgendeine neugierige Psychologin vor die Nase gepflanzt worden war.

„Wer seid ihr?“, fragte ich.

„Lena von Siemens.“ Das große Mädchen drehte einen ihrer Haarzipfel um den Zeigefinger, schaffte es nicht und ließ ihn davonflutschen. „Haus zwei direkt neben dem Hallenbad.“

„Und du?“

„Chloé, Gräfin von Luxembourg.“ Die Blondine runzelte reserviert die sommersprossige Stupsnase. „Auch aus Haus zwei.“

„Gehören hier im Internat alle Mädchen zum europäischen Geldadel?“, fragte ich neugierig, leicht von den Namen beeindruckt.

„Die meisten, ja“, sagte die dünne, zottelhaarige. „Liegt an den Aufnahmebedingungen vom Lichtenberg Internat.“

„Ich bin beeindruckt“, meinte ich freundlich lächelnd.

„Das brauchen Sie nicht zu sein, denn außer unserer Geburt haben wir nichts geleistet, um dem Familiennamen zu dienen“, erklärte die blasse Blondine.

„Und wer fehlt hier?“, fragte ich und zeigte auf den leeren Stuhl, auf dem normalerweise die vermisste Isabell gesessen hätte. „Oder seid ihr nur zu zweit?“

Sie sahen sich an und schwiegen.

„Aha. Ein Geheimnis“, sagte ich.

Lena von Siemens zerrte wieder an ihrem zotteligen Haar, Chloé von Luxembourg starrte mit zusammengekniffenen Lippen durch das Fenster, wo ein Rhododendron jenseits eines Plattenweges in die bleierne Luft ragte. Vereinzelte Tropfen sammelten sich auf der Glasscheibe, zitterten träge und stemmten sich gegen das Herabrollen. Lena schielte mich an, gab sich einen Ruck und zuckte mit den Schultern.

„Tja, also...“

Dann stockte sie doch wieder.

„Ja?“

„Nichts.“

„Das ist interessant“, sagte ich.

„Interessant?“

„Ja. Ich bin doch da, um einiges über euch zu erfahren“, sagte ich grinsend. „Das ist zum Beispiel so etwas. Warum schweigen Mädchen über eine Mitschülerin, die beim Essen fehlt? Weil sie krank ist? Das hättet ihr mir sofort gesagt. Weil sie überraschend heim musste? Eine Adelshochzeit? Taufe? Beerdigung? Nein, auch das hättet ihr ohne Verzögerung erzählt. Also ist mit der Abwesenden etwas Besonderes los, nicht wahr?“

„Verdammt“, murmelte Chloé.

„Sie sind ganz schön schlau.“ Lena musterte mich verärgert. „Grässlich!“

„Was?“

„Diese Schnüffelei.“

„Mein Job“, sagte ich. „Aber keine Angst, ich darf keine Namen nennen, dazu sind eure Familien zu wichtig und reich.“

„Namen?“

„In meinen Büchern. Nachher.“

„Das auch noch“, brummte Chloé. „Wenn Sie auch nur andeutungsweise meinen Namen nennen, werden Sie unsere Anwälte in der Luft zerreißen, verstanden?“

„Natürlich, meine Süße.“

„Ich bin nicht Ihre Süße, sondern eine Gräfin von Luxembourg!“

„Respekt“, meinte ich grinsend.

Wir bekamen unsere Vorspeise, sie sah nach einem kalorienarmen Früchtecocktail aus und war es auch. Die Mädchen flüchteten sich in eifriges Löffeln, doch half es ihnen erst recht nichts. Je länger das Schweigen andauerte, desto zappeliger wurden sie. Und bei jedem ihrer abschätzenden Seitenblicke lächelte ich sie mit spöttischer Überlegenheit an. Europäischer Geldadel... pah... die Zeit hier schien doch amüsant zu werden!

„Hören Sie, Frau...“

„Amelie, Freifrau von Abensberg.“

„Ja, nett... äh... Frau Abensberg.“ Lena von Siemens hatte sich zu einem Entschluss durchgerungen. „Der leere Platz ist für eine unserer Freundinnen, die sich heimlich verdrückt hat. Sie verschwand am Wochenende, ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Aber das wissen Sie natürlich. Spielen Sie uns also kein Theater vor, sonst beleidigen Sie unsere Intelligenz. Diesen Fehler sollten Sie niemals tun.“

Ich grinste wieder.

„Wegen unserer verschwundenen Freundin sind Sie nämlich da“, sagte Chloé von Luxembourg mit selbstsicherer Stimme.

„Ach.“

„Weil sich das Internat so etwas nicht leisten kann.“ Lena von Siemens kicherte zynisch. „Nachdem unsere Familien sehr viel Geld ausgeben, um uns vor der bösen, verführerischen Welt zu bewahren. Wenn Isabells Tour bekannt wird, geht der Laden hier Pleite, da sofort alle Mädchen nach Hause beordert werden.“

Ich schwieg abwartend und blickte dem Mädchen direkt in die Augen.

Pulsuz fraqment bitdi.

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