Kitabı oxu: «Die 40 stärksten Mikronährstoffe gegen Viren»
Impressum
Von Dr. med. Jan-Dirk Fauteck, Imre Kusztrich
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Die folgende Veröffentlichung dient ausschließlich Informations- und Lehrzwecken. Sie ist nicht als Ersatz für ärztlichen Rat oder medizinische Behandlung gedacht. Vor jeder gesundheitlichen Maßnahme sollte ein medizinischer Experte konsultiert werden. Die kombinierte Einnahme von Nahrungs-Ergänzung oder pflanzlichen Substanzen und verschriebenen Medikamenten ohne Zustimmung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes wird nicht empfohlen. Die Autoren, der Verlag, der Vertrieb und alle jene, die in dieser Veröffentlichung namentlich genannt werden, übernehmen keinerlei Haftung oder Verantwortung für Verluste oder Schäden, die durch die Informationen, die in dieser Veröffentlichung vermittelt werden, entstanden oder angeblich entstanden sind.
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IGK-Verlag, 22393 Hamburg
Autoren: Dr. med. Jan-Dirk Fauteck, Imre Kusztrich
Copyright © IGK-Verlag Februar 2021
ISBN: 9783985224630
Fotos: © Engel-Fotolia.com, Stockfotos@ 3d_generator
Inhalt
Über dieses Buch
Einleitung
Eine grüne Apotheke
Farbstoffe mit magischen Wirkungen
Phytohormone fördern oder hemmen
Pflanzenwirkungen – vor 10.000 Jahren begriffen
Kampfeinsatz gegen SARS-CoV-2
Vom ersten Atemzug an geschützt
Ein zweites Immunsystem kann sich Erreger merken
Erhöhte Gefahr ab Body Mass Index 30
Entzündung: Akut ist sie genial, chronisch jedoch verheerend
Weitere Dauergefahr durch Sauerstoffradikale
Doppelte Stresskontrolle mit Pflanzenstoffen
B-Zellen und T-Zellen
Abwechslungsreiche, bunte Ernährung
Depression erschwert die Krankheitsabwehr
Gegen eine Bagatellisierung der Natur
Anti-viral: Die 40 stärksten Mikronährstoffe
Polyphenoleffekte auf das Immunsystem
Heilpflanzen der oberen Atemwege
Aus der Küche und der Volksmedizin
Aminosäuren, unverzichtbare Soldaten im Immunsystem
Stärkung des Immunsystems durch Ayurveda
Melatonin und COVID-19
100+ Nahrungsmittel für das Immunsystem
Über dieses Buch
Zunächst ein Vorschlag für die Navigation durch dieses EBook.
Was der Titel ankündigt, enthält das Kapitel mit der Überschrift „Anti-viral: Die 40 stärksten Mikronährstoffe“. Die ausführliche Bewertung jeder einzelnen Substanz, in alphabetischer Reihenfolge.
Als Anregung für den Einkauf könnte die Liste „100+ Nahrungsmittel für das Immunsystem“ genutzt werden.
Jedes Kapitel kann einzeln und in beliebiger Abfolge gelesen werden.
Auch diese Kapitel informieren Sie gezielt über Vitalstoffe mit überzeugenden Potenzialen der Abwehr von Erkrankungen durch Viren und Bakterien:
„Heilpflanzen der oberen Atemwege“
„Aus der Küche und der Volksmedizin“
„Aminosäuren, unverzichtbare Soldaten im Immunsystem“
„Stärkung des Immunsystems durch Ayurveda“
„Melatonin und COVID-19“.
Dieses EBook ist eine sehr notwendige Publikation. Denn viel zu selten wird über die Bedeutung der Versorgung unseres Organismus mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelemente, Enzymen, Fettsäuren und Aminosäuren aufgeklärt. Falls es doch geschieht, werden in aller Regel nur 18 Substanzen empfohlen – es sollten jedoch wenigstens bis zu 32 sein.
Jede der 18 als essenziell eingestuften Substanzen hat ein eigenes Kapitel.
Calcium
Chrom
Eisen
Jod
Magnesium
Selen
Zink
Vitamin A
Vitamin B1 mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Thiamin
Vitamin B2 mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Riboflavin
Vitamin B6, unverzichtbar für Stimmung Nerven
Vitamin B12 mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Cobalamin
Vitamin C
Vitamin D
Vitamin E
Vitamin B9 mit dem Eigennamen Folsäure
Vitamin H, bekannt als Biotin
Vitamin B5 mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Pantothensäure.
Vermutlich steckt Strategie dahinter, dass Hinweise auf diese 18 Muss-Substanzen viel zu selten sind. Den Menschen wird grundsätzlich der so genannte versteckte oder überdeckte Hunger, hidden hunger, weitgehend verschwiegen. Es handelt sich um den häufig im Verborgenen bleibenden Mangel an wertvollen Vitalstoffen, während wir womöglich dem Körper ein Zuviel an Energielieferanten aufbürden, die ja bewältigt werden müssen oder weggespeichert werden. Die harmloseste Nebenwirkung ist noch Übergewicht. Viel schlimmer ist die Weichenstellung zu unausweichlichen schweren Erkrankungen.
Die Ahnungslosigkeit von Millionen Menschen in Bezug auf Zusammenhänge mit ihrer falschen Ernährung kommt durchaus den Interessen der Nahrungsindustrie und der Agrarwirtschaft entgegen und kaschiert gleichzeitig die Versäumnisse der Gesundheitspolitik. Der Staat bleibt in Bezug auf seine wichtigste Aufgabe, den Bürger vor chronischen Krankheiten zu schützen, passiv an der Seitenlinie.
Gerade wohlgenährte Bevölkerungen wie in Deutschland, Österreich und der Schweiz leben mit eklatanten Nährstoffdefiziten.
In seiner als Buch veröffentlichten Anklage „The End of Food“ warf der Autor Thomas F. Pawlick 2006 der Nahrungsindustrie vor, den Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren und Spurenelementen in den vergangenen 50 Jahren drastisch reduziert zu haben. Die Situation war keineswegs auf die U.S.A. beschränkt. Zitat: „Industrialisierte Agrarwirtschaft ist gefährlich für das Land und die Menschen, die sie ernährt. Nährstoffqualität und Geschmack werden degradiert. Dieses Prinzip belastet Nahrung mit Giften und Umweltchemikalien, zerstört ländliche Bauern und Gemeinden und foltert seine Nutztiere. Das ist unwissenschaftlich, unnatürlich und unakzeptabel.“ Kartoffeln oder Tomaten weisen nur noch die Hälfte früherer Spiegel von Vitamin C auf. Das war weit vor den heißen Sommern der letzten Jahre, in denen Trockenheit den Pflanzen große Probleme bereitete. Denn sie benötigen Wasser im feuchten Erdreich, um sich mit Mikronährstoffen vollsaugen zu können. Die natürliche Nahrung der Zukunft wird aller Voraussicht zufolge weniger Vitalstoffe enthalten.
Zurück zu den 18 Muss-Substanzen. Studien von Befürwortern der auf Prävention fokussierten Anti-Aging-Medizin belegen seit zwei Jahrzehnten, dass sechs weitere Mikronährstoffe völlig unverzichtbar sind, wenn ein Organismus fit bleiben soll. Es sind:
Betain
Cholin
Glutathion
Kalium
Kupfer
und Co-Enzym 10.
Aktuell im Krisenjahr 2020 meldeten sich engagierte Präventivmediziner zur Vermeidung schwerer Erkrankungen gerade während der Bedrohung durch ein Coronavirus mit fünf weiteren Empfehlungen. Jetzt sind es schon 29:
Spermidin
Silizium
Melatonin
Betain
Maca.
Eine eminent wichtige Schutzleistung wird mit dem Vitamin D verbunden. Eine Einstufung als Vitamin bedeutet grundsätzlich, dass diese Substanz verzehrt werden muss, da der Körper sie nicht selbst produzieren kann. Das Vitamin D entsteht, während wir uns unter freiem Himmel aufhalten, jedoch auch in der Haut. Das rückt es in die Nähe unserer Hormone. Wissenschaftliche Studien aus den letzten zehn Jahren unterstreichen sehr zahlreiche Wirkungen dieses Stoffes zur Krankheitsabwehr. Diese Substanz verstärkt die uns angeborenen Immunkräfte und hemmt andrerseits Überreaktionen unserer individuell erlernten Abwehrreaktionen. Sobald eine Körperpolizei eigene Organe attackiert, sind leider schwerere Folgen als die von der ursprünglichen Erkrankung zu befürchten.
Eine Sonderrolle nimmt Melatonin als einer der wichtigsten Regulatoren des Immunsystems ein. Darüber informiert zum Beispiel eine Studie vom Dezember 2020 in Bezug auf sechs unterschiedliche Effekte von Melatonin auf das Immunsystem. In Deutschland, Österreich und der Schweiz muss dieses Hormon verschrieben werden. Dafür benötigt die Ärztin, der Arzt jedoch Spezialwissen, das meistens nicht vorhanden ist.
Alle in diesem EBook genannten Substanzen müssen dem Organismus entweder unmittelbar mit der Nahrung zugeführt werden, das gilt ausnahmslos für Vitamine, oder unser Essen muss jene Substanzen erhalten, aus denen im Körper die dringend notwendigen Vitalstoffe, Aminosäuren, Hormone und Enzyme mit gewünschten biochemischen Wirkungen gebildet werden können. Das gelingt nur unter günstigen Bedingungen, für die wiederum andere Mikronährstoffe die Voraussetzung sein können.
Wer in den vergangenen Monaten mit dem Coronavirus bis in die Nachtstunden Informationen zur Verhütung und Abwehr aufsaugte, kommt um eine Feststellung nicht herum. Die Anerkennung einer Wichtigkeit unserer körpereigenen Abwehrkräfte ist erstaunlich gering.
Eine Ausnahme ist Professor Dr. Christian Heinrich Maria Drosten vom Klinikum Charité. Er ist der Arzt mit dem Bundesverdienstkreuz für Virus-Verstehen.
Bei seinem ersten Auftritt in der Talkshow „Maybritt Illner“ am 28. Februar 2020 machte er beiläufig diese Bemerkung: „Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, mit dem Rauchen aufzuhören.“ Das Studiopublikum lachte. Das hat der Arzt jedoch nicht beabsichtigt. Er wollte sicherlich daran erinnern, dass es mehrere Möglichkeiten gäbe, das Immunsystem gezielt zu entlasten, ebenso wie es bewusst gestärkt werden kann.
Kein Mikronährstoff, den wir verzehren oder einnehmen, kann wissen, welche Wirkung wir mit ihm zu erzielen versuchen. Die Effekte erfolgen automatisch. Der amerikanische Freidenker Robert Green Ingersoll erklärte das vor 140 Jahren so: „In der Natur gibt es weder Belohnungen, noch Bestrafungen; es sind Konsequenzen.“ (Quelle: „In nature there are neither rewards nor punishments; there are consequences.“, Robert Green Ingersoll, 1881).
Hinweis: Heilpflanzen und ihre Substanzen werden in großer Auswahl in Apotheken, Reformhäusern und Drogerien angeboten. Einige als Direktsaft oder in Trinkampullen, in Form von Tropfen, als Öl, andere als Trockenfrüchte, wieder andere als Tee, pulverisiert in Kapseln, in Dragees, als Sirup, Honigtinktur oder als Bonbons zum Lutschen. Es gibt Heilpflanzenwirkstoffe als Salbe zum Auftragen auf der Haut, in Mundwässern und Erkältungsbädern.
Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker informieren über die Anwendung.
Einleitung
Tatsächlich gibt es keine Garantie, dass ausgewählte Mikronährstoffe irgendeine Erkrankung verhindern oder heilen. Auch eine bestimmte Ernährung oder verbesserte Faktoren des Lebensstils schaffen nicht, was wir vom Abstandhalten, von zertifizierten Masken und weiteren bewährten Hygienemaßnahmen erwarten: Schutz vor Viren wie SARS-CoV-2 und seinen Mutanten.
Tatsache ist jedoch auch, dass unser Immunsystem eine ineinandergreifende Auswahl von Kampfzellen, chemisch wirkenden Substanzen und Vorgängen darstellt. Diese Truppe muss in ständiger Bestform gehalten werden. Am besten durch Mikronährstoffe. Oberste Aufgabe ist es, uns vor eindringenden Krankheitserregern einschließlich Viren, Giften, Bakterien, Hefen und Pilzen zu schützen. Uns – unter diesen drei Buchstaben ist die Gesamtheit unserer Organe zu verstehen, die aus insgesamt etwa 30 000 000 000 000 000 Körperzellen, den kleinsten lebenden Einheiten, bestehen. Die Zahl 3 mit 16 Nullen kann nur eine grobe Schätzung sein, niemand kennt die Wirklichkeit.
(Quelle: „How Many Cells Are in the Human Body? Fast Facts“. Healthline, 2020).
Neben dem Schutz vor Erkrankung werden dem Organismus unvorstellbar aufwändige Leistungen aufgebürdet. In jeder einzelnen Sekunde bilden sich in unserem Körper kaum ermesslich viele neue Zellen, vermutlich etwa 50 Millionen. Denken wir kurz darüber nach, was das bedeutet. Für ihre Produktion werden hochwertige Substanzen gebraucht. Jeder Zelle muss ihre spezielle Aufgabe zugewiesen werden. Ein großer Teil aller Zellen ist mit Leistungen im Immunsystem verbunden. Dafür ist jede einzelne auf Nährstoffe bester Qualität angewiesen. Und parallel dazu müssen in jeder Sekunde geschätzte 50 Millionen abgestorbene Zellen recycelt oder entsorgt werden.
Dieses System in höchstem Maße funktionsfähig zu halten, ist der Schlüssel zur Abwehr von Krankheiten. Von einem optimalen Zustand sind wir jedoch weit, weit entfernt. Die Statistik zeigt beispielsweise, dass ein Erwachsener durchschnittlich drei bis vier Mal im Jahr erkältet ist. Das lässt erkennen, dass es offensichtlich nicht immer einfach ist, das Immunsystem in Schuss zu bringen und zu halten.
Während nahrhafte Lebensmittel, gesunder Schlaf und körperliche Ertüchtigung unverzichtbar sind, reichen sie nicht aus, um Immunkräfte ausreichend für Bedrohungen wie COVID-19 zu optimieren. Wissenschaftliche Forschung belegt, dass eine gezielte Stärkung mit bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und anderen Vitalstoffen die Reaktionen unseres Immunsystems so entscheidend verbessert, dass auch ein Schutz vor schweren Erkrankungen möglich wird.
In der Formulierung gezielte Stärkung klingt kaum mit, wie anspruchsvoll diese Prozesse sind. Zum Beispiel beeinflussen sich aktiv wirkende Substanzen untereinander. Sie verstärken Effekte oder hemmen sie womöglich entscheidend. Einzelne Auslöser bewirken in ein und demselben Körper zum identischen Zeitpunkt gegensätzliche Reaktionen. Stresshormone etwa verstärken den Blutfluss in den Muskelgeweben und reduzieren ihn im Verdauungsbereich. Das ist völlig logisch, denn in einer Notlage wird gefördert, was augenblicklich benötigt wird, und abgeschaltet, was warten kann.
Forscher sprechen vom Konzert der Mikronährstoffe. Damit beispielsweise Aminosäuren und Enzyme voll leistungsfähig sind, müssen auch ihr jeweiliges Umfeld und ihre Leistungspartner adäquat mit Mineralien und Spurenelementen wie Magnesium, Kupfer, Zink, Jod, Eisen, Selen, Mangan und Bor versorgt sein.
Dabei genügt es nicht, wenn wir sie in ausreichendem Umfang verzehren, was schwer genug ist. Erst in den letzten Jahren wurde ein in Vergessenheit geratener Naturstoff wiederentdeckt, der die Bezeichnung Heilwunder verdienen würde: Silizium. Seine Moleküle wirken wie winzigste Magnete. Im gesunden Körper transportieren sie Magnesium, Kalium, Calcium, Natrium. Für einen belasteten Organismus haben die gleichen Eigenschaften einen fantastischen anderen Effekt. Silizium nimmt Schadstoffe, Umweltgifte, Weichmacher und Plastikpartikel auf. Sie werden über den Darmstoffwechsel ausgeschieden. Etwas Besseres kann einem geschädigten Organismus nicht passieren.
Dieses Halbspurenelement und Halbmetall hat die besondere Fähigkeit, elektrisch geladene Teilchen zu leiten. Daran erinnert das Zentrum der kalifornischen Computerindustrie, das Silicon Valley, mit seinem Namen. Von der im Quarz schwingenden rätselhaften Energie profitiert die Uhrenindustrie.
Es ist die mengenmäßig bedeutendste Substanz der Erdkruste. Fast alle geologischen Mineralien enthalten Salze mit dem Ursprung Silizium, beispielsweise Kiesel, Quarz, Granit, Achat, Opal, Bergkristall, Lehm, Löss, Ton … Pflanzen nehmen es aus dem Grundwasser auf und verwenden Silizium für Festigkeit und zur Abwehr von Krankheitserregern. An die 100 essbare Pflanzen wie Hafer, Sellerie oder Birne bieten uns jedoch nur eine winzige natürliche Chance, uns mit dem Spurenelement Silizium zu versorgen. Denn in seinem Naturzustand ist diese Kieselsubstanz für uns viel zu hart. Außerdem wird mit zunehmendem Alter weniger aufgenommen und mehr gebraucht. Die Rettung: Ultrafeine Siliziumpartikel sind besonders effektiv.
Mikronährstoffe erleben in Deutschland von der offiziellen Medizin eindeutig weniger Wertschätzung als fast überall anderswo in der Welt, was eine Analyse der etwa 400 Studien im monatlich erscheinenden wichtigsten Fachjournal über Nährstoffe, „Nutrients“, belegt. Universitäten mit Berichten über spannende neue Erkenntnisse über Mikronährstoffe – sei es den Einfluss der Mittelmeerdiät auf Bluthochdruck, über essbare Vitalstoffe für Kleinkinder mit Asthma oder über die optimale Ernährung für Gehirnzellen - befinden sich in Tampere, Finnland, in Portland, USA, in Toronto, Kanada, in Parma, Italien, in Yokohama, Japan, in Sevilla, Spanien, in Bydgoszcza, Polen, in Jeonbuk, Korea, oder in Concepción, Chile … jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht in der Bundesrepublik.
Den überwiegenden Teil unserer Mikronährstoffe liefert uns pflanzliche Nahrung, wozu im weitesten Sinne auch die Tasse Kaffee und das Glas Wein zählen. Den vollen Umfang dieser Genialität verstehen wir erst heute. Die Evolution hat ein einziges, einzigartiges Überlebenssystem entwickelt und es allen Lebewesen zugänglich gemacht.
Die wichtigsten Komponenten entstanden in den Pflanzen. Sie sind die Basis der Nahrungskette für Tiere und Menschen. Jedes einzelne Wesen, das sich ausreichend pflanzlich ernährte und mit Energie versorgte, nahm auf diese Weise gleichzeitig auch die zum Überleben unverzichtbaren Vitalstoffe mit auf.
Eines müssen wir anerkennen.
Nicht für den Menschen, nein, für die Pflanzen hat die Natur in Jahrmillionen ihr genialstes Werk angeliefert. Denn Blumen, Kräuter, Gräser, Büsche, Sträucher und Bäume können anders als wir Gefahren nicht ausweichen. Ihre häufigsten Bedrohungen sind Krankheiten. Eine ihrer größten übrigens – Krebs, unkontrolliertes Wachstum! Darüber hinaus müssen sie ihre Existenz gegen Fressfeinde, Sonnenglut, Nachtfrost, Pilze und Bakterien verteidigen.
Im Alltag einer Pflanze, deren Chronobiologie im Tag-Nacht-Rhythmus von dem gleichen Melatonin gelenkt wird wie unser eigener Organismus, geht es rund. Blüten, Blätter und Früchte müssen vor Pilzen und anderen Mikrolebewesen geschützt werden. Fremde Gewächse werden auf Distanz gehalten, denn die Schätze des Bodens, Luft und Sonnenlicht sind begrenzt. Insekten werden mit Düften, Farbstoffen und Farbflächen zur Vermehrung angelockt. Und höchste Priorität hat der Schutz der Zellregulation vor bösartigen Ausreißern.
Dafür hat die Evolution den Pflanzen eine unglaubliche Fähigkeit verliehen. Sie sind in der Lage, mit einer fast unüberschaubaren Armada von Spezialstoffen alle ihre Aufgaben selbst zu bewältigen.
Die einzelne Pflanze besitzt kein Gehirn. Der Verzicht auf einzigartige Organe macht Sinn für ein Lebewesen, das auch nach dem Verlust von 90 Prozent seiner Masse noch überlebensfähig ist. Die kontinuierliche Abwehr von Gefahren muss auch auf Nervenleitungen verzichten, und dennoch funktioniert die Kommunikation von Zelle zu Zelle vorzüglich. Obwohl nicht eine Drüse existiert, die einen Botenstoff abgeben könnte, erkennen wir eine Vielzahl von chemischen Substanzen mit spektakulären Eigenschaften. Sie informieren, sie steuern, sie treiben an, sie hemmen. Dazu zählt auch das Melatonin, das wir Schlafhormon nennen, während es weder Schlafmittel noch Hypnotikum ist, sondern die Muttersubstanz der inneren Uhren.
Alle diese Stoffe werden in jeder einzelnen pflanzlichen Zelle produziert, ebenso wie die in ihr notwendige Energie. Bitterstoffe, Säuren, Süßsäfte verleihen jedem Gewächs das typische Profil.
Die Pflanze muss auch ohne Augen, Nase und Ohren existieren und beherrscht doch vermutlich 14 Sinne. Zum Beispiel nehmen ihre Wurzeln einen Wasserlauf wahr, auch wenn er in einer geschlossenen Leitung geführt wird. Pflanzen warnen sich untereinander vor Gefahren, meistens durch Duftstoffe und durch Chemikalien, die in den Boden abgesondert werden.
Pflanzen produzieren dafür Phytosubstanzen. Es sind Säuren, Fette, Phenole, Amine, Schwefelverbindungen und Polysaccharide.
Mit ihren Wirkungen ersetzen diese Phytochemikalien reflexartig die Aufgaben des der Pflanze fehlenden Nervensystems. Ein Großteil hilft bei Aufgaben des Stoffwechsels wie der Speicherung der Energie aus dem Sonnenlicht in Form von Kohlenhydraten.
Eine einzelne Pflanze kann verschiedene Phytosubstanzen enthalten, eine Orange beispielsweise Carotinoide, Limonoide und Phenole. Man schätzt, dass eine einzige Portion Salat oder Gemüse auf dem Teller an die 100 differenzierte Phytamine beisteuert.
Eine grüne Apotheke
Je fordernder die Umweltbedingungen, mit desto mehr Wirkstoffen aus ihrer grünen Apotheke muss die Pflanze gegenhalten. Das führt beispielsweise dazu, dass einige Traubensorten an höheren Standorten mit Nachtfrost noch mehr Resveratrol produzieren als andere. Diese Hauptsubstanz der so genannten Rotweinmedizin gehört zur Gruppe der Polyphenole mit den stärksten Potenzialen, nach einer Infektion durch Bakterien auf der feuchten Haut Entzündungen gegen die Krankheitserreger zu entwickeln und sie im richtigen Augenblick wieder zu stoppen, ehe sich dieses Heilprinzip gegen die eigene Gesundheit richten. Phytoalexine werden diese chemischen Pflanzensubstanzen genannt, nach dem griechische Wort für abwehren, "alekein". Die Pflanze aktiviert sie innerhalb von 24 Stunden nach einer Verletzung oder einem Befall durch krankmachende Kleinstlebewesen. Vermutlich existieren bis zu 29 Millionen Arten von verschiedenen Bakterien, Pilzen und Insekten. Phytoalexine wirken anti-mikrobiell, unterbinden die Ausbreitung von Krankheitserregern und bekämpfen Sauerstoff-Radikale.
Eine andere Wirkstoffgruppe trägt die wissenschaftliche Bezeichnung Adaptogene. Genauso gut könnten wir sie Stresshormone nennen, weil diese Verbindungen ähnliche Aufgaben besitzen wie Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin. Es sind in der Pflanze ebenso wie im menschlichen Organismus biochemische Botenstoffe, mit denen bei besonderen Belastungen Anpassungsreaktionen ausgelöst werden. Bei uns haben diese Gefahren Respekt einflößende Bezeichnungen: Todesangst, Verlustangst, Lärm, psychischer Stress, und sie sind zuständig für den Kampf-oder-Flucht-Reflex, aber die in der Pflanze geleistete Widerstandskraft ist nicht weniger beachtlich.
Während wir mit großem Respekt von den etwa 150 Hormonen sprechen, die im menschlichen Organismus wichtige Funktionen erfüllen, kommt es den meisten von uns nicht in den Sinn, dass auch Pflanzen Hunderte ähnlicher Signalstoffe benötigen und für sich erzeugen. Phytochemikalien lassen Wurzeln, Sprossen und Blätter entstehen, Samen und Früchte reifen und sie steuern Gewächse durch die Rhythmen von Tag und Nacht, von Aktivität und Ruhe, und durch die Gezeiten des Jahres.
Farbstoffe mit magischen Wirkungen
Unsere wissenschaftlichen Bezeichnungen für diese Phytochemikalien werden es nie bis in das Bewusstsein von Millionen Menschen schaffen, deren Körper täglich auf sie angewiesen ist: Phytoalexine, Adaptogene, Mikronährstoffe, Antioxidantien, Spurenelemente, Phytosterole, Terpene, Triterpenoide, Squalen, Carotinoide, Fettsäuren, Phytoöstrogene, Polysaccharide, Amine, Enzyme, Organosulfuren, Allylsulfide, Anthocyane, Anthocyanide, Proanthocyanide, Lipide, Saponine, Pektide, Lycopene, Aminosäuren, Mineralstoffe, Harze, Phenole, Polyphenole, Phenolsäuren, Polyine, Flavonoide, Flavanole, Flavanone, Bioflavonoide, Isoflavone, Isothiocyanate, Alkaloide, Steroide, Glykoside, Phenole, Phytosterole, Saponine, Katechine, Karotinoide, Diterpenoide, Salizine, Lignane, Tannine … um nur einige zu nennen.
Jede Zelle ist zur Herstellung notwendiger Chemikalien fähig, denn es gibt keine zentrale Quelle. Alle kommen in winzigster Konzentration vor und bewältigen doch so wichtige Aufgaben wie die Erneuerung der Zellen innerhalb strenger Regeln. Krebs ist besonders in der Welt immens schnell wachsender Pflanzen wie Mais und Bambus eine permanente Bedrohung.
Transportiert werden sie mittels vier Arten der Mobilität, etwa mit Diffusion durch Zellwände, durch Gefäße hindurch, in Zucker oder durch ihr holziges Stützgewebe, das auch Wasser und Salze befördern kann.
Pflanzen bilden Alkohole, die regulatorische Wirkungen entfalten, und in ihren Zellen entstehen auch Öle und Säuren für ganz bestimmte Aufgaben. Alle diese zahllosen Vitalstoffe werden nach ihrer Herstellung von ihrem Entstehungsort an ihren Einsatzort abkommandiert – diese Kommunikation von einem Baubestandteil zum nächsten funktioniert mit Botenstoffen, alles ohne Gehirn und Nervensysteme. Unser Auge erfreuen Farbsubstanzen, unser Geruchsinn staunt über Düfte – mit ihnen locken höher entwickelte Gewächse Insekten zur Bestäubung an, während sie mit Bitterstoffen Fressfeinde abschrecken.
Eine große Gruppe von Blütenfarbstoffen sind die Flavonoide. Ihre erste Substanz wurde noch als Vitamin P klassifiziert, inzwischen sind mehr als 8.000 unterschiedliche Flavonoide identifiziert.
Eine besondere Rolle spielen Fette und fettähnliche Substanzen, so genannte Lipide. Wir empfinden sie, zum Beispiel in der Avocado, im Olivenöl, in allen Nüssen, Kernen und Samen und in der Kokosnuss als besonders schmackhaft. Eine Klasse fettähnlicher Stoffe ragt heraus, die Steroide. Sie sind für die Pflanze als Ausgangsstoff für Vitamine, Hormone, Säuren und Gifte unersetzlich.
Phytohormone fördern oder hemmen
Während alle diese Verbindungen für die Pflanze keinen Nährwert bedeuten, sondern nur wegen ihrer Wirkungen gebildet werden, gilt das in besonderem Maße für die Hormone der grünen Apotheke. Es sind ihre Botenstoffe, Phytohormone genannt.
Diese Chemikalien entscheiden auf spezielle Weise das Schicksal einer Pflanze. Sie legen das Geschlecht und die Befruchtungszeiträume fest und bestimmen auch die Lebenszeit und sogar den natürlichen Tod der Pflanze.
Wir kennen fünf große Gruppen an Pflanzenhormonen. Jede Klasse hat sowohl fördernde wie hemmende Vertreter, und die meisten arbeiten im Tandem – wobei oft die eine oder andere Richtung stärker vertreten ist.
Wie raffiniert die Pflanze diese Funktionsstoffe einsetzt, und welch geniales Schutzsystem der Evolution dem zu Grunde liegt, zeigt das Beispiel einer Gruppe, die wir nach den wichtigsten weiblichen Sexualhormonen als Phytoöstrogene bezeichnen. In der Pflanzenwelt sind sie ein wichtiger Verteidigungsstoff, vor Allem gegen Pilze. Sie senken auch die Fruchtbarkeit von Fressfeinden – so vermindert die Pflanze deren Population.
Gerade diese Phytoöstrogene, und besonders Isoflavone, in unserer pflanzlichen Nahrung haben für unsere Gesundheit eine große Bedeutung. Denn diese Moleküle passen exakt auf Kontaktpunkte an der Außenhaut der menschlichen Zelle, an denen sonst die körpereigenen Östrogene ihre Informationen übermitteln. Wenn die Pflanzenmoleküle an diesen Rezeptoren andocken, üben sie eine abgeschwächte hormonelle Wirkung aus.
Hormone sind im menschlichen Organismus das Kernmaterial der internen Kommunikation unserer Billionen Zellen. Sie steuern biologische Funktionen innerhalb enger Grenzen. Dem zentralen Nervensystem melden sie kontinuierlich Signale des Körpers: Temperatur, Blutdruck, Hormonspiegel, Blutzucker.
Die bedeutendsten Botenstoffe entstehen in einer von neun Gruppierungen innerer Drüsen.
Leider haben die Nahrungsindustrie, die Kunststoffindustrie, die Kosmetikindustrie und die Landwirtschaft sich diese Erkenntnisse über pflanzliche Hormonverbindungen zu Eigen gemacht. Die von ihnen nachgebauten Xenoöstrogene sind hochwirksame Kopien. In Lebensmittelzusätzen, in vielen der gesetzlich erlaubten Substanzen in Nahrungsmitteln, in Kosmetikartikeln, in Plastikkomponenten und Insektiziden werden sie verwendet. Bei ihrem Einsatz haben sie vergleichbare Effekte wie pflanzliche Phytoöstrogene. Deshalb ist es sehr schwer, in Studien Schäden an den Menschen durch diese Mensch-gemachten chemischen Substanzen nachzuweisen.
Pflanzenwirkungen – vor 10.000 Jahren begriffen
Jeder dritte Organismus existiert in der Welt unter unseren Füßen. Ein Teelöffel voll Erde kann Milliarden Kleinstlebewesen Tausender unterschiedlicher Arten enthalten, Mikroben, Bakterien, Parasiten, Milben. Es ist die von der Evolution geschaffene Produktionsstätte wertvollster chemischer Stoffe. Pflanzen sind an ihrem Standort fest verankert und was ihre Wurzeln aufsaugen, ist die Basis ihres Überlebens.
Alle diese fantastisch anmutenden pflanzlichen Moleküle zur Steuerung spezieller Funktionen werden in dem Begriff sekundäre Pflanzenstoffe zusammengefasst. Das unterscheidet sie von den primären Grundstoffen, deren Hauptaufgabe das Wachstum ist, zum Beispiel, indem sie innerhalb der Pflanzenzelle Licht in Zucker umwandeln und speichern.
Vor etwa zehntausend Jahren erkannten die ersten Hochkulturen ein erstaunliches Phänomen: Die sekundären Pflanzenstoffe entfalten nicht nur in der Pflanze, sondern nach Verzehr im menschlichen Körper erstaunliche Wirkung. Durch intelligente Wahl können vor allem sehr gewünschte Effekte erzielt werden. Einmal von der Evolution entwickelt, wurde dieses Prinzip zur Voraussetzung für jedes Tier und für jeden Menschen, wenn sie überleben wollten. Heute nennen wir dieses Wissen die grüne Apotheke von Mutter Natur.
Heute können die Effekte von Mikronährsubstanzen in unseren eigenen Körperfunktionen genauestens erklärt werden. Die wichtigsten betreffen den Stoffwechsel und das kontrollierte Zellwachstum, mit dem auch die Erneuerung von Bindegewebe und Knochen, von Nervenreizleitungen und Blutkörperchen verbunden ist.
Phytostoffe besitzen nach Verzehr im menschlichen Körper regulierende Eigenschaften, die einen Organismus wieder in einen gesunden Bereich bringen können. Heute können diese Unterstützungen genauestens erklärt werden. Die wichtigsten betreffen den Stoffwechsel und das kontrollierte Zellwachstum, mit dem auch die Erneuerung von Bindegewebe und Knochen, von Nervenreizleitungen und Blutkörperchen verbunden ist. Spezielle Funktionen helfen bei Enzymreaktionen, gegen oxidativen und inflammatorischen Stress und bei der Weiterleitung von elektrischem Strom. Ein Beispiel: Die Verteilung von Kalium und Magnesium ist erforderlich für die Bildung von elektrischen Impulsen in den Sinusknoten, den Schrittmacherzellen des Herzens. Träge ablaufende Reaktionen werden verbessert oder wiederhergestellt.
Studien belegen, dass einzelne Phytosubstanzen die Aktivitäten in etwa einem Dutzend zur Gesunderhaltung gehörender Bereiche unterstützen können. Darunter sind: der Schutz vor toxischen Schäden an der Erbsubstanz der Zellen, die Verstärkung der Abwehrkräfte, die Aufnahme von Hormonen durch eine Zelle, die Verhinderung von Herzerkrankungen, von Osteoporose und Makula-Degeneration im Auge und immer wieder das Gegensteuern bei chronischen Entzündungen und oxidativem Stress.
Derartige Impulse verbessern die Fähigkeiten eines durch Krankheit geschwächten Menschen, seine Systeme der Immunabwehr, der Nervenkommunikation und der Drüsen zu stärken und sich störenden Belastungen anzupassen.
Und für dessen Vorteile muss niemand zum Vegetarier werden. Im Idealfall versorgen uns auch Natur-nah ernährte Zuchttiere mit Vitalstoffen, wenn sie diese Supersubstanzen in pflanzlicher Form zu sich nahmen.
Die Bedeutung des Essens in der Urzeit wurde lange unterschätzt. Die Grundphilosophie war einfach. Seine Gene weitergeben sollten vor allem jene Individuen, die sich regelmäßig mit Nahrung versorgten. Logischerweise enthielt eine optimale Nahrungszusammenstellung auch gleich die wichtigsten Substanzen für den Überlebenskampf. Geniale Kombo.
So können wir bis heute davon profitieren, dass die Evolution die Pflanzenwelt mit unvorstellbaren Potenzialen ausgestattet hat, sich vor Gefahren zu schützen, vor denen es kein Weglaufen gilt. Mit ihren Wurzeln saugen sie aus dem Erdreich ihre Überlebensmoleküle auf, und das kann nur verstehen, wer weiß, dass ein Esslöffel Erde etwa eine Million Lebewesen enthält, die aus rund 5.000 Arten stammen. Aus dieser Vitalmasse bildet die Pflanze ihren Reichtum, der zu Recht als grüne Apotheke bezeichnet wird.
Menschliche Hochkulturen begriffen vor 600 bis 700 Generationen erstmals, dass durch den Verzehr ausgewählter Pflanzen gewünschte Wirkungen in unserem Körper zu erzielen sind.
Bis vor kurzem hatte die Forschung an die etwa 100.000 diverse Mikronährstoffe unterschieden, die Mehrzahl in neun großen Spezialgruppen:
Carotinoide sind gelb-rote Farbstoffe in etwa 600 Varianten.
Glucosinolate geben Gewürzen und Pflanzen wie dem Braunen Senf ihren scharfen Geschmack.
Phytoöstrogene sind den menschlichen Östrogenen sehr ähnlich.
Phytosterine sind Botenstoffe in fettreichen Pflanzen.
Polyphenole sind besonders unermüdliche pflanzliche Aktivisten mit unzähligen günstigen Eigenschaften. Viele kommen in zwei Untergruppen vor: Phenolsäuren sind Gerbstoffe, beispielsweise im schwarzen Tee. Flavonoide sind Farbstoffe in Obst und Gemüse.
Protease-Inhibitoren schützen Pflanzensamen vor vorzeitigem Gewebeabbau.
Saponine stecken in unseren Hülsenfrüchten und überaus reichlich in berühmten Heilkräutern.
Sulfide sind schwefelhaltige Verbindungen, etwa in der Zwiebel und im Knoblauch.
Terpene kennen wir als Menthol in der Minze, als Aromastoff in der Zitrone … und noch viel zu wenig als Pflanzensubstanzen gegen Krebs!
Dazu kommen Dutzende Spurenelemente und Mineralstoffe.
Alle diese Substanzen waren in der Urnahrung unserer Vorfahren stark vertreten. Die durch sie und andere Phytamine heute noch zu erzielenden Unterschiede sind derart prägend, dass Wissenschaftler der Duke University in Durham im amerikanischen Bundesstat North Carolina das kalendarische Alter eines Menschen sehr mutig nur als grobes, primitives Maß - wörtlich “crude” – seines biologischen Zustandes einschätzten.
Inzwischen werden auf Plattformen künstlicher Intelligenz, beispielsweise durch die Software Forager, nach und nach weitere Nährstoffe entschlüsselt, so dass heute bereits von 700.000 Komponenten im essbaren und medizinisch wirksamen Königreich der Pflanzen die Rede ist. Bis zum Jahre 2025 werden mehr als zehn Millionen weitere Entdeckungen erwartet.
Kampfeinsatz gegen Sars-CoV-2
Im ersten COVID-19-Jahr haben nur wenige Köpfe der Medizin und der Wissenschaft weltweit ihre Reputation mit der Hoffnung auf einen Sieg über die Pandemie durch den Einsatz von Mikronährstoffen verknüpft. In chronologischer Abfolge waren es:
Vitamin C
Zink
Vitamin B1
Kurkumin
die Lakritzesubstanz Glycyrrhizin
die Ayurvedaheilpflanze indisches Echinacea
die Algensubstanz Fucoidan
die Laurinsäure aus der Kokosnuss
Vitamin D
Vitamin B3
Silizium
Spermidin
der pflanzliche Farbstoff Quercetin
das Probiotikum Lactobacillus coryniformis
Vitamin K
Selen
die Gewürzpflanze Beifuß aus der Familie der Artemisia mit antiviralen Bitterstoffen
die entzündungshemmende Ayurvedaheilpflanze Ashwagandha
das antivirale Vielstoffgemisch Propolis
entzündungsregulierende Omega3-Fettsäuren aus dem Öl von Wildlachs
und schließlich Silibinin aus den Samen der Milchdistel.
Auch Granatapfel, Ingwer und ein Eiweiß zur Verbesserung der Aufnahme von Eisen wurden positiv erwähnt. .
Seit März 2020 gibt es wissenschaftliche Belege dafür, dass auch die körpereigene Substanz Melatonin hohe Potenziale besitzt, eine Infektion durch das SARS-CoV-2 zu erschweren, COVID-19 zu behandeln und sogar die Wirkung von Impfstoffen gegen Viren zu verstärken. Diese Erkenntnis ist besonders angebracht bei Krankheiten, die jene töten, die bereits andere Leiden haben und schwach und älter sind. Mit anderen Worten, deren Immunsystem angegriffen ist.
Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Spurenelemente, Enzyme und Fettsäuren – um nur die wichtigsten zu nennen - stoppen nicht COVID-19. Jedoch sie helfen dem Körper, mit den Konsequenzen besser fertig zu werden. Das gilt uneingeschränkt für alle Organe, jedoch für solche, die von einer SARS-CoV-2-Viruserkrankung neben der Lunge ebenfalls besonders gefährdet sind erst recht. Das sind das Herz, die Blutgefäße, die Leber, die Nieren und durch Schlaganfall das Gehirn.
Vom ersten Atemzug an geschützt
Der Organismus verlässt sich auf ein doppeltes Schutzsystem.
Das erste entwickelt sich bereits während der Schwangerschaft im Mutterleib und gilt deshalb als angeboren. Wesentlich ist eine raffinierte bakteriologische Ausstattung bei einer Entbindung durch den Geburtskanal. Die Natur sieht vor, dass mit dem Kopf des Neugeborenen, durch die Darmwände aus dem Verdauungstrakt der Mutter Stuhl herausgequetscht wird und das Baby dieses mit diesem Darm-Mikrobiom in Kontakt kommt.
Dieser natürliche Schutz entfällt beim Kaiserschnitt. In einigen Kliniken werden deshalb zuvor Kolibakterien der Mutter besorgt, um das Neugeborene sofort nach der Geburt damit zu versorgen.
Diese Grundausstattung des Immunsystems reagiert grundsätzlich auf alles Fremde vom ersten Atemzug an und unser Leben lang gleich auf dieselbe, von den Erbinformationen festgelegte Weise. Wir können sie nicht verändern. Sie wird jedoch durch unseren Lebensstil gestärkt, etwa durch Bewegung und klug gewählte Mikronährstoffe, oder geschwächt, zum Beispiel durch Dauerbeschäftigung mit Umweltgiften.
Während ein gesunder Körper alle fünf Sekunden einen Atemzug tätigt, absolviert das Immunsystem der Krankheitsabwehr in jeder Millisekunde Abermillionen Prozesse der Erkennung, der Bewertung und der Bekämpfung.
Begabte Medizinprofessoren erklären ihren Studentinnen und Studenten, dass die Krankheitsabwehr auf einem Sicherheitssystem beruht, das „Ich“ von „Nicht-ich“ unterscheidet und dann jede Anstrengung unternimmt, um alles Nicht-ich zu zerstören. Alle Eindringlinge und ebenso krankhaft veränderte oder sogar krebsige Zellen sind Ziele der Abwehrzellen.
Wie komplex dieser Verbund ist, wird erst nach und nach begriffen. Letztlich entscheidet die Qualität der weißen Blutkörperchen über die Immunkompetenz. Im Augenblick differenziert die Wissenschaft elf Arten von weißen Blutkörperchen, vor allem Fresszellen, T-Lymphozyten, B-Lymphozyten, und Killerzellen. Sie wiederum produzieren 53 verschiedene Eiweiße mit der Fähigkeit, zu informieren und zu steuern.
Ohne diese Mammutleistung wären wir schutzlos. Diese Armee ist lebenswichtig und schläft deshalb nicht. Im Gegenteil. Während wir uns nachts durch das Herunterfahren unserer Wachsamkeit in höherem Maße gefährden, gleicht die Körperpolizei unser Schwächen durch erhöhte Sensibilität aus. Menschen mit Asthma erleben im Schlaf jeden nervigen Reiz stärker. Die daraus resultierende Krankheitsabwehr kann unangenehmer als bei Tag werden, mit Fieber, Schwellung, Entzündung und auch Schmerz als Warnung. Aber es geht ums Überleben, nicht um Wohlbefinden.
Keine Apparategruppe von Organen kann unabhängig von den anderen agieren. Die Systeme werden mit Blut versorgt, von Nerven gesteuert, sie bedienen sich der Funktion von Drüsen und setzen Muskeln ein. Zwischen ihnen bestehen Wechselwirkungen und Überschneidungen, das gilt für Mehrfachfunktionen der Sinnesorgane ebenso wie für das Zentrallabor Leber.
Zweifellos unterliegt aus diesen Gründen auch die Verhinderung von Gewebeschädigungen durch Krankheitserreger den Prozessen der Alterung. Die zeitbezogene Verschlechterung der Funktionen, die für das Überleben notwendig sind, ist nicht zu leugnen. Jeder Mensch möchte sie verlangsamen. In Bezug auf das Immunsystem wäre dies besonders ratsam. Je später Sie also in Ihrem Leben das dazugehörige Wissen einholen und anwenden, umso dringlicher.
Es handelt sich um einen komplexen Verbund aus mehr als 50 Zellfamilien und Substanzen zum Schutz des Organismus vor Pathogenen auf zellularer Ebene. Seine Agenten reisen durch den Körper mit dem Auftrag, Krankheiten erregende Mikrolebewesen oder Stoffe in der Luft oder in soliden Stoffen mit der Absicht, uns Schaden zuzufügen, zu identifizieren und von den Organen fernzuhalten. Ziel ist es, solche Risikostoffe aus dem Körper zu schaffen oder zu töten. Einige sehr aggressive Prozesse bilden sich auch im Organismus selbst, zum Beispiel Zellschädigungen durch hochreaktive Moleküle, die als freie Sauerstoffradikale bezeichnet werden.
Beinahe drei Viertel der aktiven Immunzellen üben ihre Funktionen im Darmtrakt aus.
Eine wichtige Hemmfunktion haben intelligente Barrieren wie die mehrlagigen Zellschichten zur Bedeckung aller inneren Körperoberflächen und der Haut. Ihre Zellen sind durch eine Art chemisch-physikalischen Reißverschluss widerstandsfähig miteinander verbunden und lassen nur ausgewählte solide Stoffe und Substanzen passieren.
Die Haut ist ein Wachstumsbremser für krankmachende Mikrolebewesen.
Die Augen produzieren eine Flüssigkeit mit Enzymen zur Bekämpfung von Kleinstorganismen.
In den Atemwegen werden Pathogene durch Schleim gebunden.
In der Mundhöhle hat Speichel eine große Rolle.
Oberflächenbeläge können Materialien aufnehmen, zum Beispiel die Schleimhäute im Darm.
Die Magensäure enthält Salzsäure und zerstört gemeinsam mit Enzymen die Mehrzahl von Bakterien.
Im Darm entscheidet die Zusammensetzung der Bakterien des Darm-Mikrobioms fast alles. Eine direkte Verbindung zum Lymphsystem besteht ebenfalls.
Die Netzhaut des Auges, die Haarzellen innerhalb des Ohres, die Riechschleimhaut und unsere Geschmackszellen der Zunge – sie alle sind mit eigenen Beiträgen an der Krankheitsabwehr beteiligt.
Schließlich ist der Verdauungstrakt wie auch der Harntrakt ein essenzielles Abtransportsystem der Krankheitsabwehr.
Ähnliche Aufgaben der Beförderung übernehmen auch die Nierenkanälchen und die Gallenkanäle. Für die Funktion der Entsorgung sind auch zusätzliche Flimmerhärchen zu nennen, beispielsweise in der Luftröhre, die mit einem kräftigen Schlag fremde Partikel aus dem Körper entfernen können.
Im Verbund mit einer Drüse produzieren die Deckschichten Sekrete wie Speichel und Schweiß. Einschichtige Lagen ermöglichen einen Austausch von Gasen wie zum Beispiel die Bläschen der Lunge.
Eine besondere Schutzfunktion leistet, so lange sie nicht geschädigt ist, die Innenauskleidung der großen Blutgefäße.
Weitere etwa 40 spezielle Molekülgruppen stehen in den Körperflüssigkeiten Blut und Lymphe und an den Oberflächen der Zellen zur Bekämpfung jeden in den Körper eindringenden Feindes zur Verfügung. Es sind chemisch wirkende Substanzen mit zahllosen Fähigkeiten, zum Beispiel andere Stoffe aufzuspalten. Das genügt vielleicht schon, um Erreger zu töten. Aktiviert werden diese körpereigenen Enzyme durch jede Anwesenheit eines Pathogens auf verschiedene Weisen. Einige Immunhelfer steuert die Leber bei.
Falls diese ersten Maßnahmen nicht ausreichen, rufen diese Abwehrkämpfer ihre Kollegen von der Entzündungspolizei zum Tatort. Vitale entzündlichen Reaktionen gegen Auslöser von Krankheiten sind besonders typisch für das angeborene Immunsystem. Ihr idealer Einsatz ist aktuell und zeitlich befristet. Sichtbare Symptome sind die Rötung der Haut, Schmerz, Schwellung, Wärme und eingeschränkte Funktionen. Auch Fieber, Herzrasen und das vermehrte Erscheine von weißen Blutkörperchen und weiterer Eiweiße im Blut sind ebenfalls diagnostisch messbare Veränderungen.
Mehr als ein halbes Dutzend verschiedener Zelltypen sind als Kämpfer für unsere Gesundheit mit der Waffe Entzündung in den Lymphbahnen, im Blut und in Geweben unterwegs.
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