Kitabı oxu: «TCM für Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit»

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Prof. TCM Univ. Yunnan Li Wu und Dr. Natalie Lauer

TCM für Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit

40 Wochen Babybauch: Tipps für jede Schwangerschaftsphase

In Balance kommen: Heilkräuter, Akupressur, Qi Gong und mehr

Ganzheitliche Selbsthilfe mit Traditioneller Chinesischer Medizin

E-Book (epub): ISBN 978-3-86374-597-4

(Druckausgabe: ISBN 978-3-86374-595-0, 1. Auflage 2021)

Mankau Verlag GmbH

D-82418 Murnau a. Staffelsee

Im Netz: www.mankau-verlag.de

Internetforum: www.mankau-verlag.de/forum

Lektorat: Redaktionsbüro Julia Feldbaum, Augsburg

Endkorrektorat: Susanne Langer-Joffroy M. A., Germering

Cover/Umschlaggestaltung: Andrea Barth, Guter Punkt GmbH & Co. KG, München

Innenteil/Layout und Satz: Lydia Kühn, Aix-en-Provence, Frankreich

Illustrationen: Grafikstudio Heike Brückner, Lappersdorf/Regensburg

Energ. Beratung: Gerhard Albustin, Raum & Form, Winhöring

E-Book-Herstellung und Auslieferung: Brockhaus Commission, Kornwestheim, www.brocom.de

Hinweis für die Leser/innen: Die Autoren haben bei der Erstellung dieses Buches Informationen und Ratschläge mit Sorgfalt recherchiert und geprüft, dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Verlag und Autoren können keinerlei Haftung für etwaige Schäden oder Nachteile übernehmen, die sich aus der praktischen Umsetzung der in diesem Buch vorgestellten Anwendungen ergeben. Bitte suchen Sie bei Erkrankungen einen erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker auf.

Inhalt

Vorwort

Grundlagen der chinesischen Heilkunst

Das Wechselspiel von Yin und Yang

Die fünf Grundsubstanzen

Die Lebensenergie Qi

Das Blut-Xue

Die Vitalessenz Jing

Die Säfte Jin-Ye

Der Geist-Shen

Die fünf Elemente Wu Xing

Die Zyklen der fünf Elemente

Die Wirkung der fünf Elemente auf den Menschen

Die Organuhr

Die Meridiane und die außerordentlichen Gefäße

Der Lungenmeridian

Der Dickdarmmeridian

Der Magenmeridian

Der Milz-Pankreas-Meridian

Der Herzmeridian

Der Dünndarmmeridian

Der Blasenmeridian

Der Nierenmeridian

Der Perikardmeridian

Der Dreifache-Erwärmer-Meridian

Der Gallenblasenmeridian

Der Lebermeridian

Das Lenkergefäß Du Mai

Das Konzeptionsgefäß Ren Mai

Das Durchdringungsgefäß Chong Mai

Das Gürtelgefäß Dai Mai

Das Yin-Fersengefäß Yin Quiao Mai

Das Yang-Fersengefäß Yang Quiao Mai

Das Yin-Bindegefäß Yin Wei Mai

Das Yang-Bindegefäß Yang Wei Mai

Entstehung von Krankheiten

Qi-Störungen

Yin- und Yang-Störungen

Wunder des Lebens

Der Kinderwunsch

Wunschkind in Planung

Gezielte Zeugung: Mädchen oder Junge?

Die Empfängnis

Die Eizelle

Die Samenzelle

Die Befruchtung

Die Schwangerschaft

Schwangerschaftszeichen

Das erste Schwangerschaftsdrittel – Woche 1 bis 12

Das zweite Schwangerschaftsdrittel – Woche 13 bis 27

Das dritte Schwangerschaftsdrittel – Woche 28 bis 40

Der Geburtstermin

Übertragung

Frühgeburt

Risikoschwangerschaft

Die Geburtsvorbereitung

Doula

Hebamme

Der Geburtsort

40 Wochen Babybauch

Im Zeichen des Wandels

Die Frucht der Liebe gedeiht

1. Monat

2. Monat

3. Monat

4. Monat

5. Monat

6. Monat

7. Monat

8. Monat

9. Monat

10. Monat

Ein Kind wird geboren

Die Startzeichen

Geburtswehen

Blasensprung

Zeichnungsblutung

Am Geburtsort

Der Weg in die Welt

Eröffnungsphase

Latenzphase

Aktivphase

Übergangsphase

Austreibungsphase

Kaiserschnitt

Nach der Geburt

Erstuntersuchung

Wochenbett

Eine Woche mit Baby

Ein Monat mit Baby

Drei Monate mit Baby

Sechs Monate mit Baby

Sanfte Wege zu mehr Balance

Akupunktur

Die Kunst des Nadelns

Heilende Moxakegel

Lagekorrektur mit Akupunktur und Moxibustion

Heilende Massageanwendungen

Gezielte Aktivierung von Druckpunkten

Selbstmassage

Massageöle

Trockenbürstenmassage

Meditation und Entspannung

Meditationstipps für Anfänger

Daoistische Meditation

Autogenes Training

Heilgymnastik

Duftendes Qi Gong

Tai Ji Quan

Badekuren

Kräuterheilbäder

Basenheilbäder

Güsse nach den Regeln der Kunst

Heilkräuter

Chinesische Ernährungslehre

Klassifizierung der Speisen nach den fünf Elementen

Das Temperaturverhalten von Nahrungsmitteln

Die Rohkostfalle

Ernährungsempfehlungen für Mutter und Kind

Prä- und postnatale Beschwerden behandeln

Atemnot und Kurzatmigkeit

Blähungen

Sodbrennen

Brustspannen/-schmerzen

Erschöpfung und Abgeschlagenheit

Haarausfall

Hämorrhoiden

Hautunreinheiten

Kreislaufprobleme

Migräne und Kopfschmerzen

Nasenbluten

Rückenschmerzen

Schlafstörungen

Stillprobleme

Übelkeit und Erbrechen

Verstopfung

Wassereinlagerungen

Wochenbettdepression/depressive Verstimmungen

Zahnfleischbluten

Sachregister

Übungsregister

Vorwort

Liebe Leserin,

»der Juwel des Himmels ist die Sonne, der Juwel des Hauses ist das Kind«, so heißt es bei den Chinesen. Glückwunsch von Herzen, wenn Sie schwanger sind! Sie werden bald Ihr Juwel in den Armen halten! Bis dahin liegen zehn Monate Baby-Glück vor Ihnen. Es ist eine außerordentliche und einzigartige Erfahrung zu spüren, wie das eigene Kind im Bauch heranwächst. Und die Geburt Ihres Babys wird für immer ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Wenn Sie Ihr erstes Kind erwarten, tauchen viele Fragen auf. Das vorliegende Buch wird nicht alle Ihre Fragen beantworten können. Aber es wird Sie in die Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) einführen und Ihnen zeigen, wie Sie damit Ihre Gesundheit während der Schwangerschaft und der Stillzeit pflegen können, um fit und zufrieden zu bleiben. Die TCM verfügt über eine breite Palette an sanften Behandlungsmethoden wie eine passende Ernährung, Akupunktur, Heilbäder, Kräuterrezepturen oder Bewegung und Meditation, die Ihr Wohl und das Ihres Kindes fördern.

Erfahren Sie hier außerdem, wie sich die aktuelle Forschung das Leben des ungeborenen Kindes vorstellt, wie Ihr Kinderwunsch durch die Empfängnis in Erfüllung geht, wie sich Ihr Körper während der Schwangerschaft verändert und wie sich Ihr Baby entwickelt – Woche für Woche. Darüber hinaus behandelt das Buch weitere Themen wie Geburtsvorbereitung, den Ablauf der Geburt und das Wochenbett – inklusive medizinischer Tipps und Infos. Im Selbsthilfeteil werden Ihnen zahlreiche Anwendungen zur sanften Behandlung von gängigen Schwangerschafts- und Stillbeschwerden aus der TCM vorgestellt, sodass Sie diese besondere Zeit in vollen Zügen genießen können und sich nicht mit lästigen Beschwerden herumschlagen müssen.

Mit der Schwangerschaft sind Sie auf dem Weg in ein neues Leben. Sie werden Mutter, und Ihr Partner wird Vater sein. Liebe und Zuwendung von beiden Elternteilen, Ermutigung und Unterstützung sind das Beste, was Sie Ihrem Nachwuchs mitgeben können. Jedes Kind ist eine Quelle von Glück und Lebensfreude, ein himmlisches Geschenk mit der magischen Aura des Neubeginns.

Prof. TCM Univ. Yunnan Li Wu und Dr. Natalie Lauer

Tolle Rezeptideen

Eine gesunde und vielfältige Ernährung ist in der Schwangerschaft und Stillzeit besonders wichtig. Kreative Rezepte aus der chinesischen Ernährungslehre – vom Frühstück über Snacks fürs Büro bis hin zum Familien-Abendessen – finden Sie auf unserer Internetseite www.mankau-verlag.de und dort auf der Produktseite dieses Buches.

Grundlagen der chinesischen Heilkunst

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) blickt im fernen Osten auf eine jahrtausendealte Geschichte zurück und vertritt seit jeher einen ganzheitlichen Ansatz. Hier stehen die Einheit von Körper, Geist und Seele sowie der damit verbundene freie Fluss von Qi, der von Yin und Yang bestimmt wird, im Mittelpunkt. Bei einem gesunden Menschen besteht eine dynamische Balance zwischen Yin und Yang. Die beiden gegensätzlichen Pole gehen in einem fließenden Prozess ständig ineinander über. Die Lebensenergie Qi fließt in einem komplexen Netz aus Leitbahnen (Meridianen), das den gesamten Körper durchzieht. Das ausgeklügelte Energiesystem korrespondiert direkt mit den Organen. Jedem Organ sind bestimmte Körperabschnitte, Emotionen, sowie ein Element zugeordnet. Die Chinesen gehen von insgesamt fünf Elementen (auch Wandlungsphasen genannt) aus: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Sie unterstützen, kontrollieren, ergänzen und gleichen einander aus.

Das Wechselspiel von Yin und Yang

Die in der ehrwürdigen chinesischen Philosophie eingebettete Lehre von Yin und Yang lässt sich bis ins 11. Jahrhundert vor Christus zurückverfolgen. Im I-Ging (Yì Jīng), das auch unter der Bezeichnung Das Buch der Wandlungen bekannt ist, wird anhand einer Sammlung von Strichzeichen das Konzept des sich immer wieder neu formenden Gleichgewichts des Gegensatzpaares beschrieben. Das Wirken der wechselseitigen Resonanz der beiden Kräfte ist allgegenwärtig und bestimmt unser Leben. Sowohl der Mikrokosmos eines jeden Lebewesens als auch der universell existierende Makrokosmos unterliegen dem Zusammenspiel und stetem Wandel von Yin und Yang.

Die dualen Gegensätze sind eng miteinander verwoben, bedingen sich gegenseitig und gehen auseinander hervor. Sie verkörpern zwei Phasen einer zyklischen Bewegung, bei der das eine dem anderen immer entgegenstrebt. Steigt Yin, sinkt Yang und andersherum. Ein absolutes Yin oder Yang existiert nicht. Wenn die Nacht endet, beginnt der Tag, und dieser mündet schließlich wieder in die Nacht, dabei sind die Übergänge fließend. Ursprünglich stellen die beiden Schriftzeichen für Yin und Yang die Schatten- bzw. die Sonnenseite des Hügels dar. Yin steht unter anderem für Mond, Nacht, Dunkelheit, Winter, Herbst, Ruhe, Kälte, Regen, Alter, Tod, Passivität – und für das Weibliche. Im Gegensatz dazu verkörpert Yang Sonne, Tag, Sommer, Frühling, Feuer, Wind, Jugend, Wachstum, Aktivität – und das Männliche.

Auch der menschliche Körper folgt dem Muster der beiden Pole. So werden alle Körperteile, Organe und deren Funktionen jeweils nach Yin oder Yang klassifiziert.

Die Vorderseite sowie die rechte Seite des Körpers, das Körperinnere, der Unterkörper und die Zang-Organe (Lunge, Niere, Milz, Leber, Herz) präsentieren Yin. Hingegen werden die Rückseite sowie die linke Seite des Körpers, das Körperäußere, der Oberkörper und die Fu-Organe (Harnblase, Magen, Gallenblase, Dickdarm und Dünndarm) Yang zugeordnet.

Befindet sich das System in einer dynamischen Balance und sind Yin und Yang ausgewogen, bedeutet das Gesundheit. Eine Disharmonie führt schließlich zu Krankheit. Um diesen Einklang zu bewahren oder wiederherzustellen, leitet der TCM-Arzt verschiedene Prozesse ein, die je nach Bedarf Yin oder Yang fördern. Chronische sowie degenerative Erkrankungen weisen auf ein Übermaß von Yin hin. Typische Symptome sind eine blasse Zunge, klarer Urin, weicher Stuhlgang, ein blasses Gesicht, Schläfrigkeit, Antriebslosigkeit und ein schleichender Krankheitsbeginn. Patienten leiden in der Regel unter einem unangenehmen Kältegefühl und haben das Bedürfnis nach Wärme.

Hingegen sind akute Zustände ein Indiz für überschüssiges Yang. Die Krankheitsprozesse gehen meist mit Entzündungen einher. Die Zunge ist häufig rot oder gelb belegt, der Urin ist dunkel und stark konzentriert, Verstopfung, Schlaflosigkeit und Unruhe sind nicht selten, das Gesicht ist gerötet, Hitzesymptome treten auf, und die Krankheit äußert sich sehr plötzlich.

Die fünf Grundsubstanzen

Die Traditionelle Chinesische Medizin geht insgesamt von fünf Grundsubstanzen aus, die den Organismus durchdringen: die Lebensenergie Qi, die Vitalessenz Jing, die Säfte Jin-Ye, Blut-Xue sowie der Geist-Shen. Sie bestimmen die Lebensfunktionen und wirken auf Körper, Geist und Seele. Bei einem gesunden Menschen befinden sie sich im Sinne der Yin-Yang-Theorie im Einklang.

Die Lebensenergie Qi

Die Lebensenergie Qi ist eine unsichtbare Materie. Sie ist eine Urkraft, in der sämtliches materielles und spirituelles Leben wurzelt. Der Kosmos, die Natur und damit alle Tiere, Pflanzen und Menschen werden von der Grundsubstanz Qi umhüllt und erfüllt und sind so energetisch miteinander verbunden.

Im menschlichen Körper wird zwischen dem Ursprungs-Qi und dem Sammel-Zong-Qi unterschieden. Ersteres wird während der Zeugung von den Eltern an das Kind abgegeben, sammelt sich im Nierenmeridian an und wird im Laufe des Lebens verbraucht. Es ist für die Entwicklung und das Wachstum verantwortlich. Im Gegensatz zum Sammel-Zong-Qi kann es nicht wiederhergestellt werden. Aus diesem Grund sollte man es nicht unnötig verschwenden und stets pflegen. Sobald dieses Qi völlig versiegt ist, tritt der Tod ein.

Das Sammel-Zong-Qi setzt sich aus dem Atem- und dem Nahrungs-Qi zusammen. Letzteres wird in der Milz aus fester und flüssiger Nahrung extrahiert und steigt im Anschluss daran zur Lunge auf. Dort vereint es sich mit dem Atem-Qi, das aus dem Atem gewonnen wird. Mithilfe des Ursprungs-Qi wird das Sammel-Zong-Qi im späteren Verlauf zum Wahren-Zhen-Qi »veredelt«, das der ersten Stufe des körpereigenen Qi entspricht.

Im Organismus stellt Qi die grundlegende Substanz für alle Funktionsabläufe dar. Über die Meridiane gelangt es in jede Körperzelle und bildet so eine Verbindung zwischen den Körperstrukturen und ihren jeweiligen Funktionen. Qi spendet dem Körper Energie, schützt ihn und ist zuständig für die Abwehr. Es regelt das Wachstum und die Entwicklung, steuert die körperliche sowie geistige Aktivität. Die Lebensenergie wärmt den Körper und verantwortet sämtliche physiologische Aktivitäten, die Blutzirkulation sowie die morphologische Ordnung der Organe. Ein harmonisch fließendes Qi schenkt Vitalität, und sorgt für Wohlbefinden und Gesundheit. Qi-Störungen (Blockaden oder Mangel) verursachen hingegen gesundheitliche Probleme und sind häufig der Auslöser für physische oder psychische Erkrankungen. Bei Qi-Mangel wird der Körper nicht mehr ausreichend mit Energie versorgt. Außerdem kann das Qi seine Schutzfunktion nicht mehr erfüllen. In der Regel muss die Lebensenergie in einem solchen Fall tonisiert (gestärkt) werden. Die jeweilige Symptomatik gibt einen Hinweis darauf, in welchem Organ der Mangel präsent ist. Herzrhythmusstörung und Schlaflosigkeit sind ein Indiz für Qi-Mangel im Herzen, während Kurzatmigkeit und Husten auf einen Mangel in der Lunge hinweisen. Bei Mattigkeit und Appetitmangel wird von einem Milz-Qi-Mangel ausgegangen, während Schreckhaftigkeit und Ängstlichkeit mit einem Gallenblasen-Qi-Mangel und Morgenmüdigkeit mit Magen-Qi-Mangel in Verbindung gebracht werden. Vermehrtes nächtliches Wasserlassen und vorzeitiger Samenerguss deuten auf einen Nieren-Qi-Mangel hin.

Ein gestautes oder blockiertes Qi hat in der Regel Schmerzen zur Folge, da die Lebensenergie ihre Funktionen durch den gestörten Fluss nicht mehr erfüllen kann. Um dem entgegenzuwirken, muss das Qi harmonisiert werden. Typische Anzeichen für eine Qi-Blockade im Lebermeridian sind ausstrahlende Schmerzen in der rechten Oberbauchgegend, im oberen Rippenbogenbereich, und Stimmungsschwankungen. Hingegen weisen ziehende und starke Unterbauchschmerzen sowie Blähungen auf eine Qi-Stauung in der Leitbahn des Dünndarms hin.

Darüber hinaus existieren auch Sonderformen der Stagnation (rebellierendes Qi). Hier fließt das Qi entgegen seiner üblichen Flussrichtung. Schlafstörungen und mentale Störungen sind ein Indiz für ein rebellierendes Herz-Qi, während Übelkeit und Erbrechen auf ein rebellierendes Magen-Qi hinweisen. Asthma wird mit einem rebellierenden Nieren-Qi und Husten in Kombination mit Asthma mit einem rebellierenden Lungen-Qi assoziiert. Durchfall hingegen ist häufig ein Anzeichen für ein gegenläufiges Qi der Milz.

Das Blut-Xue

In der westlichen Medizin wird das Blut als »flüssiges« Gewebe betrachtet, das aus Blutplasma und Blutzellen besteht und dessen Funktionen Abwehr, Pufferung, Wärmeregulation, Sauerstofftransport und Signalübermittlung darstellen. Hier beherbergt es gleichzeitig einen materiellen sowie einen immateriellen Aspekt. Blut-Xue erfüllt energetische Funktionen und ist untrennbar mit dem Qi verbunden. Blut-Xue strömt ebenso in den Blutgefäßen wie in den Meridianen, die gleichzeitig Qi in sich führen. Da in der chinesischen Lehre die Funktion wichtiger als die anatomische Präzision ist, werden die Leitbahnen nicht streng differenziert. Blut-Xue wird mit Yin assoziiert, nährt und befeuchtet den gesamten Körper und beherbergt den Geist (Shen).

Die Grundsubstanz wird unter Beteiligung von Magen, Milz und Herz aus Nahrung extrahiert. Dabei bildet die Milz aus der im Magen verdauten Nahrung eine klare Essenz, die vom Milz- Qi aufwärts zur Lunge befördert wird. Diese Essenz wird während des Transports in die Lunge vom Nahrungs-Qi in Blut umgewandelt. Dieser Prozess kann allerdings nur optimal ablaufen, wenn ausreichend Jing vorhanden ist. Entsprechend ist auch die Niere am Aufbau von Blut beteiligt.

Herz, Milz und Leber stehen in einer besonderen Beziehung zu Blut-Xue. Das Herz gewährleistet eine gleichmäßige Zirkulation des Blut-Xue im Organismus, und die Milz leitet es. Überschüssiges Blut-Xue wird in der Leber gespeichert, die es kontrolliert, wenn sich der Körper im Ruhezustand befindet.

Eine Blut-Xue-Stauung kann im Körperinneren sowie an der Körperfläche und an den an der Oberfläche sitzenden Leitbahnverläufen auftreten. Blut-Xue-Stasen (auch Blut-Xue-Stauungen) äußern sich wie Qi-Stauungen durch Schmerz. Äußerliche Blutstasen werden durch disharmonierende Faktoren verursacht. Daneben können auch ein Qi- oder Blut-Xue-Mangel verantwortlich für Blutstauungen sein. Erbrechen von Blut und ein stechender Schmerz in der Bauchregion zwischen Rippenbogen und Bauchnabel weisen auf eine Magen-Blut-Stauung hin. Liegt eine Stauung in der Leber vor, äußerst sich dies durch dunkles und zähes Menstruationsblut und stechende Schmerzen in der Oberbauchgegend im Rippenbogenbereich. Hingegen sind Palpitationen (Herzklopfen), eine purpurfarbene Verfärbung der Zunge, Schmerzen in der Herzgegend und Schlafstörungen Anzeichen für eine Herz-Blut-Stauung.

Neben Blockaden kann auch ein Blut-Xue-Mangel die nährenden und befeuchtenden Funktionen des Blut-Xue ins Wanken bringen. In solchen Fällen kommt es zum Ausbleiben der Menstruation, übermäßig starker Menstruationsblutung, Blässe und einer blassen Zunge (Leber-Blut-Mangel). Indizien für einen Blut-Xue-Mangel im Herzen sind Vergesslichkeit, Apathie, Schlaflosigkeit sowie eine dünne Zunge.

Die Vitalessenz Jing

Der Begriff Jing umschreibt die angeborene konstitutionelle feinstoffliche Substanz des Menschen. Sie wird im Nieren-Shen gespeichert und stellt die Quelle von Yin und Yang dar. Aus diesem Grund beherbergt sie beide Gegenpole und wird nicht nur einem zugeordnet. Die Vitalessenz verkörpert die Wurzel des Lebens, und sie ist ausschlaggebend für Fortpflanzung, Entwicklung und Tod.

Wie Qi wird auch die Vitalessenz Jing aus zwei unterschiedlichen Quellen geschöpft. Entsprechend wird zwischen dem vorgeburtlichen Jing (auch Vorhimmel-Essenz oder Xian Tian) und dem nachgeburtlichen Jing (auch Nachhimmel-Essenz oder Hou Tian) differenziert. Ersteres wird während der Zeugung aus Eizelle und Spermium gebildet. Dieses individuelle Jing begründet die einzigartige Konstitution sowie das spezifische Entwicklungspotenzial des Individuums und kann nicht erneuert werden. Das nachgeburtliche Jing setzt sich aus Nahrung und Atmung zusammen. Gemeinsam ergeben beide Anteile die gesamte Vitalessenz Jing.

Die Funktionen von Jing variieren je nach Entwicklungsphase des Menschen. Bis zur Jugend wird die Vitalessenz für die Reifung der Organe benötigt, danach erhält es die Organfunktion und wird für die Fortpflanzung gebraucht. Im Laufe des Lebens baut sich die ursprüngliche Jing-Essenz nach und nach ab. In der Folge lassen Organfunktion und Fortpflanzungsfähigkeit mit zunehmendem Alter nach. Sobald Jing nicht mehr vorhanden ist, tritt der Tod ein.

Generell stellt die Jing-Essenz die Basis für mentale Funktionen dar und vereint gleichermaßen Yin- sowie Yang-Funktionen. Der Yin-Aspekt des Jing bildet die Grundlage für den Aufbau von Blut, Gehirn, Mark, Knochen und Sperma. Er steuert die Wachstums-, Entwicklungs- und Fortpflanzungsprozesse. Der Yang-Aspekt fungiert als stoffliche Voraussetzung für das Nieren-Yang. Er wärmt und nährt alle anderen Organe, die dadurch ihre spezifischen Aufgaben erfüllen können. Deshalb ist Jing von großer Bedeutung für die Bereitstellung, Verteilung und Umwandlung aller Arten von Qi.

Bei Jing-Mangel muss die Vitalessenz zusammengehalten (adstringiert) werden, da sie ihre Funktionen sonst nicht mehr erfüllen kann. In der Regel tritt ein solcher Mangel in Form von vorzeitigem Altern und einer schwachen Konstitution, Impotenz und Sterilität, Wachstumsstörungen, Knochenerkrankungen, Nieren-Schwäche und mentalen Störungen in Erscheinung.

Die Säfte Jin-Ye

Die Säfte Jin-Ye sind der Lebensenergie Qi, Blut-Xue und der Vitalessenz Jing untergeordnet. Sie besitzen Yin-Qualität und vereinen alle Körperflüssigkeiten mit Ausnahme von Blut-Xue. Zu den Säften zählen demnach lediglich Inkrete, Sekrete und Exkrete sowie interstitielle Flüssigkeiten (auch Interzellularflüssigkeiten sind Körperflüssigkeiten zwischen den Zellen in den Gewebsspalten). Sie werden in leichte, klare Flüssigkeiten und in schwere, trübe Säfte klassifiziert.

Die leichten, klaren Flüssigkeiten (Jin) repräsentieren den Yang-Aspekt. Sie wärmen, nähren und befeuchten Haut und Muskeln. Die schweren, dickflüssigen und trüben Säfte (Ye) besitzen Ying-Qualität und ernähren Organe, Gehirn, Mark, Gelenke sowie Körperöffnungen.

Je nach Organfunktionsstörung entstehen bei einem Fülle-Zustand der Jin-Ye Ödeme in unterschiedlichen Körperarealen. Ödeme an den Beinen sind das Resultat eines Nieren-Yang-Mangels mit Beeinträchtigung der Nierenfunktion. Die Niere ist hier nicht mehr in der Lage, den Wasserhaushalt zu regulieren. Ödeme im Bereich des Oberkörpers sind hingegen Ausdruck einer Schleimnässe in der Lunge bzw. einer beeinträchtigten Lungenfunktion. Das bedeutet, die Lunge sendet die Körperflüssigkeiten nicht zur Niere und verteilt diese auch nicht. Auf einen Milz-Yang-Mangel und eine damit einhergehende Beeinträchtigung der Milzfunktion weisen Ödeme in der Bauchregion hin. In diesem Fall wandelt die Milz die Nahrungssäfte nicht mehr angemessen um.

Bei einer Degenerierung der Körpersäfte spricht man in der Traditionellen Chinesischen Medizin von Schleim. Mit Schleim assoziierte Krankheiten treten häufig auf. Beispiele hierfür sind Schleimauswurf z. B. in Verbindung mit Asthma oder Bronchitis. Hier hat sich der Schleim in der Lunge manifestiert. Epilepsie, Lähmung oder Schlaganfall sind häufig die Folge von Störungen in den Meridianen. Hingegen ist Adipositas ein Indiz für eine Degenerierung der Säfte im Fettgewebe. In der Haut schlägt sich das wiederum in Form von geschwollenen Lymphknoten, Kropf, Geschwülsten und Knoten im subkutanen Gewebe nieder. In Galle und Niere kommt es zu Steinbildung und verfestigtem Schleim. Geisteskrankheiten und mentale Störungen sind Manifestationen von Degenerationen der Körpersäfte im Geist.

Jin-Ye-Mangel wird durch übermäßiges Schwitzen, Durchfall, Erbrechen und die inadäquate Umwandlung von Säften aus der Nahrung herbeigeführt. Anzeichen hierfür sind verschiedenste Symptome der Austrocknung.

Der Geist-Shen

Der Geist-Shen residiert im Herzen und entspricht den westlichen Vorstellungen des Geistes. Shen regiert Bewusstsein, Unterbewusstsein, Gefühlswelt, Gedanken und Lebensfreude.

Es besteht eine untrennbare Verknüpfung zwischen Shen mit Qi und Jing. Befinden sich die anderen beiden Substanzen in Harmonie, ist auch Shen in Balance, und der Mensch ist beispielsweise psychisch belastbar, kann klar denken, hat eine starke Urteilskraft und Glanz in den Augen.

Ein gestörtes Gleichgewicht der Grundsubstanzen Qi und Jing schwächt den Geist-Shen. In der Folge treten psychotische oder neurotische Störungen auf. Daneben kann auch eine absolute Leere von Shen vorkommen, die sich in Apathie und Verlust der Lebensfreude äußert.

Die Traditionelle Chinesische Medizin ist ein ganzheitliches System, das Körper, Geist und Seele nicht getrennt voneinander betrachtet. Entsprechend können Störungen des Shen mithilfe der fünf Säulen der TCM behandelt werden.

Die fünf Elemente Wu Xing

Die fünf Elemente (auch fünf Wandlungsphasen) sind Teil der chinesischen Philosophie. Erstmalige Erwähnung findet die Naturmetapher bei Zou Yan im 4. Jahrhundert vor Christus. Sie sind eingebettet in der chinesischen Sicht des Kosmos und spiegeln die dort geltenden dynamischen Prozesse von Yin und Yang in der Natur und damit auch im Menschen wider.

Die unterschiedlichen Himmelsrichtungen, Tages- und Jahreszeiten, das Klima, das Pflanzenwachstum, Geschmäcker, Gerüche, Laute, Emotionen, Lebensphasen und Farben sind ebenso wie Yin- bzw. Yang-Organe, Gewebe oder Sinnesorgane Ausdruck des steten Wandels der fünf Elemente. Im Körper fließt die Lebensenergie von einer Wandlungsphase in die nächste.

Den fünf Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser werden alle genannten Phänomene zugeordnet, und sie beinhalten zudem zahlreiche Entsprechungen. Holz symbolisiert das Kind, den Osten und den Frühling, bedeutet Wachstum und steht für das Yin-Organ Leber und das Yang-Organ Gallenblase. Das Feuer repräsentiert den Jugendlichen, den Süden und den Sommer, wird mit Lebensfreude assoziiert und steht auf organischer Ebene mit dem Yin-Organ Herz und dem Yang-Organ Dünndarm in Verbindung. Der Erde werden der Erwachsene, die Mitte und der Spätsommer zugeordnet. Sie symbolisiert Beständigkeit und repräsentiert den Magen. Metall steht für den gereiften Erwachsenen und den Westen ebenso wie für Herbst und Eitelkeit. Das ihm entsprechende Yang-Organ ist der Dickdarm, das Yin-Organ ist die Lunge. Das Wasser ist Sinnbild für Norden und Winter. Es verkörpert Konzentration, Wandlung und Flexibilität. Die Harnblase wird als Yin-Organ und die Nieren als Yang-Organ mit Metall in Verbindung gebracht.


Die Zyklen der fünf Elemente

Das Elementesystem setzt sich aus Durchgangs- und Bewegungsphasen zusammen. Es befindet sich im stetigen Wandel innerhalb der phasisch ablaufenden Vorgänge. Jeder Turnus bildet die Grundlage für den daran anschließenden Prozessablauf. In ihrer Summe ergeben sie ein ewiges Kontinuum. Das bedeutet, es findet keine monotone Wiederholung statt, sondern vielmehr eine Evolution.

Die Elemente bringen sich gegenseitig hervor, kontrollieren und überwältigen sich. Sie stehen deshalb in einer innigen Wechselbeziehung zueinander. Das Gleichgewicht der fünf Elemente wird dabei durch den Erschaffungszyklus, den Kontrollzyklus, den Erschöpfungszyklus und den Schädigungszyklus gewährleistet.

Der Erschaffungszyklus/Sheng-Zyklus

Im Erschaffungszyklus erzeugt, nährt und unterstützt ein Element das nächste:

Holz ist notwendig, damit das Feuer brennen kann.

Feuer lässt Asche entstehen, die liefert der Erde Nährstoffe.

Die Erde bringt Metalle und Mineralien hervor.

Metalle und Mineralien reichern das Wasser an.

Wasser ist die Voraussetzung für das Wachstum der Pflanzenwelt (Holz).

Die Balance des Elementesystems kann ins Wanken geraten, sobald ein Element geschwächt ist und das darauffolgende nicht mehr ausreichend ernähren kann. Die Kontrollmechanismen verhindern eine Disharmonie der Elemente und sorgen dafür, dass die Energie im Gleichgewicht bleibt.

Der Kontrollzyklus/Ke-Zyklus

Die fünf Elemente kontrollieren sich gegenseitig und halten so die Balance der Energien aufrecht, da Mangel und Überfluss den Kreislauf negativ beeinträchtigen könnten.

Holz entzieht der Erde Nährstoffe und wirkt beispielsweise Bodenerosionen entgegen.

Die Erde nimmt Wasser auf.

Wasser löscht Feuer.

Feuer verformt Metall.

Metall spaltet (Axt) oder zerkleinert (Säge) Holz.

Der Erschöpfungszyklus/Cheng-Zyklus

Im Erschöpfungszyklus vermehrt jedes Element seine Energie, indem es diese dem vorhergehenden wegnimmt.

Holz nimmt Wasser auf.

Feuer vernichtet Holz.

Erde erstickt Feuer.

Metall entzieht der Erde Mineralien.

Wasser zerstört Metall.

Der Schädigungszyklus/Wu-Zyklus

Der Schädigungszyklus steht im Zeichen der Zerstörung. Hier dominiert der »Schützling« sein kontrollierendes Element.

Holz macht Metall stumpf.

Metall nimmt das Feuer auf.

Feuer lässt Wasser verdampfen.

Wasser überschwemmt die Erde.

Die Erde zerstört das Holz.

Die Wirkung der fünf Elemente auf den Menschen

Jeder Mensch trägt alle Wandlungsphasen in sich. Dabei zeigt er je nach Lebensphase oder Konstitution eine besondere Affinität zu einem bestimmten Element, das seine Disposition zu bestimmten Beschwerden, Stärken oder aber auch Schwächen prägt.

Die Holzenergie symbolisiert starken Tatendrang

Das Holz wird mit dem Kind verbunden und steht für den Frühling. Das ist die Zeit, in der zarte Knospen aus den Ästen sprießen und erste Blüten ihre Pracht präsentieren. Das Wachstum ist in vollem Gange, und die Natur erwacht aus ihrem Winterschlaf. Hier wird Platz für Neues geschaffen. Genau das macht auch den Holztypen aus. Er zeichnet sich nicht nur durch seine Kreativität und Begeisterung für neue Ideen und Neugierde aus, sondern verliert auch seine Ziele nicht aus dem Blick. Aus diesem Grund ist er auch häufig getrieben und ungeduldig. Holz spendet uns kraftvolle Energie. Entsprechend hoch sind die Energiereserven eines Holztypen. Meist ist er arbeitswütig, voller Tatendrang und offen für neue Abenteuer. Diese Menschen schätzen Unabhängigkeit, die ihnen ihre geliebte Freiheit ermöglicht. Diese reichlich vorhandene Energie kann aber auch ins Negative umschlagen und zu ausgeprägter Wut und Aggression führen. Sie können sich auf geistiger und körperlicher Ebene nur schwer entspannen.

Menschen mit einem dominierenden Holz-Element sind Führungspersönlichkeiten par excellence. Selbstsicherheit ist ihnen zu eigen. Manchmal kann das negativ in Form von Dominanzverhalten, Selbstgefälligkeit und Arroganz in Erscheinung treten.

Sie sind anfällig für das Burn-out-Syndrom, für Ischias-Beschwerden, Verspannungen und träge Augen.

»Holztypen«

Holztypen haben in der Regel ein markantes Kinn und einen kräftigen Nacken. Ihre Knochen und Muskeln sind stark, und der Körperbau ist athletisch. Sie sind groß gewachsen, ihre Hände und Füße sind schlank. Ihr Teint geht ins Grünliche.

Die Feuerenergie verkörpert Lachen und Freude

Der Dünndarm wird mit der Adoleszenz verbunden und entspricht dem Element Feuer. Die Energie des Feuers schenkt uns die Fähigkeit zur Begeisterung und Freude. Feuerbetonte Menschen stehen für ihre Ideen derart leidenschaftlich ein, dass sie ihr Umfeld spielend davon überzeugen können. Durch ihre Offenheit und Toleranz sind sie in der Lage, andere Meinungen in Einklang zu bringen. Sie vermitteln Leichtigkeit und bestechen durch ihre warme und humorvolle Art. Sie strahlen Autorität aus und zeigen häufig starke Führungsqualitäten.

Sie sind fröhlich, fantasievoll, optimistisch, offen, temperamentvoll, empathisch, euphorisch, äußerst begeisterungsfähig und stehen gern im Mittelpunkt. Sie zeichnen sich durch ihre charismatische, sentimentale und humorvolle Art aus und sind für ihre Eloquenz bekannt.

Befindet sich das Feuer in Balance, ist die Gesichtsfarbe gesund und rötlich, die Augen leuchten, und der Mensch ist aktiv. Feuertypen bewegen sich von einem Extrem ins andere. Das zehrt oftmals an ihren Kräften. In der Folge können Kältegefühl und Blässe auftreten. Auf psychischer Ebene kann es zu Selbstzweifeln, Depressionen, Schreckhaftigkeit, Verletzlichkeit und Angstzuständen kommen. Bei einer Überbetonung überhitzt es Körper, Geist und Seele. Betroffene neigen dann zu Entzündungen und Austrocknung. Sie sind besonders erregbar und haben ihre Emotionen nicht mehr im Griff.

»Feuertypen«

Bei feuerbetonten Menschen ziehen die Augen die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Ihre Gesichtszüge sind delikat, manchmal haben sie ein spitzes Gesicht. Sie zeichnen sich durch einen feingliedrigen Körperbau und filigrane, lange Finger aus. Ihr Teint ist rötlich.

Die Erdenergie steht für Harmonie

Der Magen wird mit dem mittleren Lebensalter und dem Element Erde assoziiert, die mit dem Spätsommer verbunden ist. In dieser Zeit strotzt die Natur vor Fruchtbarkeit, Reichtum und Wärme. Die Ernte wird eingefahren, und der Sommer hat bereits seinen Höhepunkt erreicht. Im Spätsommer geht die Natur von der Yang-Phase in die Yin-Phase über – vom Licht ins Dunkle. Die Natur zehrt noch von den Kräften der Sonne und beginnt langsam mit ihrem Rückzug.

Das Erdelement, das für das Mütterliche, das Nährende, Geben und Nehmen sowie für Harmonie steht, wird zudem mit Feuchtigkeit in Verbindung gebracht.

Ein analytischer Charakter, Ausgeglichenheit und die Vorliebe für gutes Essen und Tradition zeichnen die Erdmenschen neben ihrem Familiensinn aus. Man kann sich immer auf sie verlassen. Sie sind hervorragende Mediatoren und erfreuen sich aufgrund ihres freundlichen und vertrauensvollen Wesens an Beliebtheit bei ihren Mitmenschen. So sehr sie anderen in schwierigen Situationen eine Stütze bieten, halten sie ihre eigenen Probleme häufig zurück und suchen kaum Rat oder Unterstützung in ihrem Umfeld. Ständiger Wohnortwechsel und ein Übermaß oder Mangel an Nahrung können das Erdelement schwächen. Gleichermaßen schaden erdbetonten Menschen zu viele süße oder kalte Speisen sowie der übermäßige Verzehr von Rohkost.

Erdbetonte Menschen denken zu viel nach und machen sich oft unbegründet Sorgen. Auf körperlicher Ebene neigen sie häufig zu Prostatabeschwerden, Krampfadern, Stoffwechsel- und Verdauungsstörungen, Blähungen sowie Blutergüssen. Sie reagieren bei Belastungen häufig mit Beschwerden im Magenmeridian sowie in anderen Leitbahnen, die diesem Element zugeordnet sind.

»Erdtypen«

Ein markanter Mund mit vollen Lippen ist typisch für einen Erdtyp. Seine Körperformen sind insgesamt rund – so auch die Form seines Kopfes. Der Teint ist gelblich. Erdbetonte Menschen neigen zu Übergewicht.

Die Metallenergie ist Synonym für Unnahbarkeit

Das Metall symbolisiert den gereiften Erwachsenen und den Herbst, in dem sich die Natur auf ihren Schlaf vorbereitet und zurückzieht. Ähnlich verhält es sich mit Menschen dieses Elements. Sie sind häufig in sich gekehrt, sensibel und verletzlich.

Es sind aber sehr tiefgründige Individuen, die aufgrund ihrer Scheu ihr Umfeld genau analysieren und über eine auffallende Lebensweisheit verfügen. Wie eine Beute, die im Herbst keinen Schutz mehr in der Pflanzenwelt vor Räubern findet, sondieren sie die Lage, bevor sie sich aus ihrem Bau bewegen. Darüber hinaus üben sie sich auch viel in Selbstreflexion und sind sich über ihre Defizite und Stärken vollkommen bewusst. Metalltypen schätzen Klarheit und demnach auch Ehrlichkeit. Ebenso wichtig sind ihnen feste Strukturen, die ihnen Sicherheit geben. Aus diesem Grund fällt es ihnen häufig schwer, loszulassen und sich Neuem zuzuwenden.

Diese Muster spiegeln sich auch in ihrer Gefühlswelt wider. Sie sind skeptisch, neigen zu Traurigkeit und lassen ihren Gefühlen keinen freien Lauf. Sie sind häufig einsam, da sie Angst vor Enttäuschungen haben, obwohl sie im Grunde sehr warmherzige Menschen sind. Metalltypen besitzen einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit.

Auf körperlicher Ebene sind sie anfällig für Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Bronchitis. Sie leiden häufig unter Infektionen der Nase und an Allergien sowie Verdauungsstörungen. Darüber hinaus frösteln sie leicht.

»Metalltypen«

Metallbetonte Menschen haben ein graziles Gesicht, aus dem eine auffällige Nase ragt. Sie besitzen meistens einen zierlichen Körperbau und sind mittelgroß bis klein. Ihre Gliedmaßen sind lang und schlank.

Die Wasserenergie ist Sinnbild für
Ausdauer und Kraft

Dem Wasser werden der alte Mensch und der Winter zugeordnet. Zu dieser Jahreszeit sind die Tage kürzer und die Nächte länger. Es herrscht Kälte. Die Bäume haben ihre Blätter verloren, Gewässer sind teilweise zugefroren, und alles befindet sich im Winterschlaf. Die Natur ruht und lebt von ihren Energiereserven.

Ohne Wasser wäre kein Leben möglich. Der Mensch besteht zu 80 Prozent aus Wasser, und mehr als drei Fünftel der Fläche unseres Erdballs bestehen aus diesem Element.

Wenn kein Wind herrscht, sind Seen ruhige Gewässer. So verhält es sich auch beim Wassermenschen, der stets einen Stimulus benötigt, um aktiv zu werden. Wenn die Gelegenheit günstig ist, beginnt er zu handeln. Es sei denn, das nötige Urvertrauen fehlt. Dann sind wasserbetonte Menschen wie gelähmt und handlungsunfähig.

In Aufruhr versetzt, kann Wasser Dämme brechen, ganze Landstriche überfluten und Naturkatastrophen verursachen. Die Kraft des Wassers schlägt dann ungebändigt um sich. Wasserbetonte Menschen sind unerschütterlich, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Dies passiert, wenn der Urinstinkt des Wassertyps zu ausgeprägt ist. Dabei braucht es nicht immer Verwüstungen, um am Ziel anzukommen. Auch steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein. Diese Beharrlichkeit und ein tiefes Urvertrauen schlummern in Wassertypen.

Wassertypen sind sehr korrekt und pflichtbewusst. Sie haben eine Schwäche für das Finden von Problemlösungen und gelten als belesen und introvertiert.

Sie leiden überwiegend an Nieren- und Blasenbeschwerden, Rückenproblemen der Lendenwirbelsäule (meistens chronisch), Schwäche der Beine sowie Beschwerden der Geschlechtsorgane. Darüber hinaus haben sie häufig Probleme mit Knochen und Zähnen. Auch kalte Füße werden in Bezug auf wasserbetonte Menschen in der TCM erwähnt.

»Wassertypen«

Typisch für wasserbetonte Menschen sind auffällige Ohren und tief liegende Augen, die häufig von dunklen Augenringen umgeben sind. Ihre Muskulatur ist ebenso massiv wie ihr Knochenbau.

Die Organuhr

Zwölf Hauptmeridiane (→ Seite 31 ff.) durchdringen den Organismus. Ein Tag setzt sich aus zweimal zwölf Stunden zusammen. Jede Doppelstunde wird mit einem bestimmten Organ identifiziert. Diese Aufteilung wurzelt in einem alten chinesischen Nummerierungssystem, den zwölf Erdenzweigen. Jede Nummer verkörpert dabei ein Tierkreiszeichen und wird entweder Yin oder Yang zugeordnet. Darüber hinaus stehen die Erdenzweige für die Bezeichnung der Jahre in einem Zwölfer-Zyklus sowie eine bestimmte Himmelsrichtung (bei einer 30-Grad-Einteilung). So haben das Wetter und die klimatischen Prozesse generell eine Auswirkung auf alles Leben auf der Erde. Unterschiedlichen Zeitabschnitten werden spezifische Eigenschaften und Zyklen zugeschrieben, die je nach Geburtszeit die Psyche des Individuums prägen. Demnach basieren die Aufteilung der Organe in einen 24-Stunden-Rhythmus sowie die paarweise Anordnung der Organe und Meridiane auf altchinesischen astrologischen und astronomischen Beobachtungen.

Die Lebensenergie zirkuliert stetig in unserem Körper. Dabei fließt das Qi im 24-Stunden-Rhythmus für eine Dauer von jeweils zwei Stunden besonders intensiv durch einen bestimmten Meridian und durch das ihm zugeordnete Organ. Die sogenannte Organuhr bildet diese Phänomene ab und besteht entsprechend aus zwölf Doppelstundeneinheiten, die jeweils die Hochphase eines bestimmten Organs sowie die Ruhephase eines anderen spezifischen Organs angeben.

Sofern Organe eine Störung aufweisen, verstärken sich die Beschwerden während der Maximalzeiten (→ Symptome für Disharmonien der verschiedenen Meridiane bzw. Organe, Seite 32 ff.). Deshalb empfiehlt es sich, therapeutische Maßnahmen während der Hochphase eines Organs durchzuführen. So ist beispielsweise der günstigste Zeitpunkt für eine Akupressur zur Stärkung der Nieren zwischen 15.00 und 17.00 Uhr.

Während der Ruhephasen fließt das Qi nur schwach durch die jeweilige Leitbahn und das ihr entsprechende Organ. Therapeutische Maßnahmen entfalten deshalb während der Ruhephase eine geringere Heilwirkung.


*Im Sommer müssen die genannten Zeiten um jeweils eine Stunde angepasst werden.

Die Meridiane und die außerordentlichen Gefäße

Die beiden chinesischen Schriftzeichen Jing Luo, die für die Meridiane stehen, haben im Einzelnen zahlreiche Bedeutungen. Generell lassen sich chinesische Schriftzeichen aufgrund ihrer Komplexität nicht eins zu eins in andere Sprachen übersetzen, weshalb man sich im Westen bereits im 15. Jahrhundert auf die Bezeichnung Meridiane geeinigt hat. Der Begriff wurde scheinbar in Anlehnung an die Geografie gewählt, da es sich bei dem Jing Luo um Energie-Leitbahnen des Körpers handelt, die diesen netzartig durchziehen.

Durch die unsichtbaren Meridiane (→ abgebildet in den Buchklappen) zirkuliert die Lebensenergie Qi im Idealfall ungehindert. Sofern das nicht der Fall ist, liegt eine Störung vor, die das Qi staut oder blockiert. In der Folge treten Beschwerden auf, und es können Erkrankungen entstehen.

Die Leitbahnen verlaufen flach unter der Haut im Unterhautzellgewebe. Hier bilden sie eine Einheit mit den inneren Organen und der Körperoberfläche. Auf jedem Meridian sitzen spezifische Akupunkturpunkte, die sogenannten Zugangspunkte (auch Reizpunkte). Mithilfe dieser Punkte kann das gesamte energetische System des Körpers günstig beeinflusst und korrigiert werden.

Neben den zwölf Hauptmeridianen gibt es weitere Leitbahnsysteme, darunter acht außerordentliche Gefäße (Qi Jing Mai). Auch sie werden zu therapeutischen Zwecken häufig stimuliert.

Die zwölf Hauptleitbahnen (Jing Mai) sind über ihre jeweiligen Anfangs- (in den Händen) und Endpunkte (in den Füßen) miteinander verbunden. Sie verlaufen in Längslinien am Körper entlang und sind an die fünf Yin-Organe und den Herzbeutel (Perikard) sowie die sechs Yang-Organe gekoppelt. Dabei setzt sich jeder Funktionskreis aus einem Yin- und Yang-Organpaar zusammen.


MERIDIANPAARE
Yin-Meridian Yang-Meridian
Lungenmeridian Dickdarmmeridian
Milz-Pankreas-Meridian Magenmeridian
Herzmeridian Dünndarmmeridian
Nierenmeridian Blasenmeridian
Perikardmeridian Dreifacher-Erwärmer-Meridian
Lebermeridian Gallenblasenmeridian

Der Lungenmeridian

Der Lungenmeridian nimmt das Qi aus der Luft auf, wandelt es um und verteilt es. Darüber hinaus reguliert dieser Meridian die Abwehr. Durch Stimulation dieses Meridians können Atemwegsbeschwerden sowie Kopf- und Rückenschmerzen behandelt werden. Der Lungenmeridian hat seinen Anfang im mittleren Teil der Bauchhöhle, wandert abwärts und trifft im Inneren auf den Dickdarm. Dort schwenkt der Meridian um und verläuft aufwärts, dringt in das Zwerchfell ein und durchdringt schließlich die Lungenflügel. Von hier erstreckt sich die Leitbahn bis zur Kehle und stößt unterhalb des Schlüsselbeins an der seitlichen Brustwand an die Körperoberfläche. Dann wandert er an der Innenseite des Oberarmes bis zum Handgelenk, um dort außen an der Wurzel des Daumennagels zu enden. Ein zweiter Zweig des Meridians zweigt sich über dem Handgelenk ab und erstreckt sich an der Handaußenseite bis zur äußeren Seite des Zeigefingers. Dort trifft der Zweig auf die Dickdarmleitbahn.

Typische Symptome einer Störung

Atemnot

Depressionen

Heiserkeit

Husten

Nackenverspannungen

Niesanfälle

Schmerzzustand im Brustkorb

Stimmungsschwankungen

Temperaturempfindlichkeit

Wichtige Reizpunkte

LU 1 – Zhongfu: Einen Daumenbreit unterhalb des Schlüsselbeins, am äußeren Rand, sechs Daumenbreit seitlich der Körpermitte; reguliert das Lungen-Qi.

LU 5 – Chize: Ellenbogenbeugefalte am radialen Punkt der Bizepssehne; stimuliert die Wasserzirkulation und löst Schleim aus der Lunge. Der Harnfluss wird optimiert. Wirkt sich günstig auf die Sehnen aus.

LU 6 – Kongzui: An der radialen Seite des Unterarmes sieben Daumenbreit vom Handgelenk entfernt; wichtiger Punkt bei Bronchitis und Asthma, reguliert das Schwitzen.

LU 7 – Lieque: Am Ende der Handgelenksquerfalten auf der Daumenseite; wirkt auf die Atmungsorgane und empfiehlt sich auch bei Problemen in der Nacken- und Halsregion.

Der Dickdarmmeridian

Die Behandlung dieses Meridians bietet sich bei Blockierungen oder Schmerzen in den Sinnesorganen, Zahnschmerzen, Schulterschmerzen und Tennisellenbogen an.

Der Dickdarmmeridian beginnt an der Zeigefingerspitze und führt über die äußere Seite des Zeigefingers durch die Vertiefung zwischen den Daumensehnen. Von dort wandert er außen am Unterarm entlang bis zur seitlichen Ellenbogenfalte. An der Oberarmaußenseite zieht sich die Leitbahn bis zum höchsten Punkt der Schulter und verzweigt sich. Ein Ast verläuft im Körperinneren, streift die Lunge und durchquert das Zwerchfell. Dann zieht er sich weiter bis zum Dickdarm. Der zweite Zweig bahnt sich seinen Weg auf der Körperoberfläche bis zum Hals. Von dort erreicht er die Wange, um dann im Körperinneren weiter zu den unteren Zähnen und dem Zahnfleisch zu gelangen. Anschließend stößt dieser Zweig wieder an die Oberfläche und schwenkt um die Oberlippe herum zu seinem Endpunkt, der auf der gegenüberliegenden Seite neben der Nase liegt.

Typische Symptome einer Störung

Augenschmerzen

Bauchschmerzen

Gedächtnisstörungen

Kopfschmerzen

Kraftlosigkeit der Arme und Hände

Verstopfung

Wichtige Reizpunkte

DI 4 – Hegu: Am Ende der Daumenfalte zwischen Zeigefinger und Daumen; lindert Erkrankungen im Kopfbereich (vor allem im Gesicht, in der Nackengegend und in den Zähnen) und Schmerzen im gesamten Körper (wichtigster analgetischer Punkt), wirkt Verstopfungen entgegen.

DI 11 – Quchi: Bei rechtwinkliger Beugung des Gelenks am Ende der äußeren Beugefalte des Ellenbogens; Tonisierungspunkt, eliminiert Hitze und Wind der Extremitäten.

DI 20 – Yingxian: In der Nasolabialfalte, auf der Höhe der Mitte des seitlichen Nasenflügelrandes; öffnet die Nase und vertreibt Wind aus dem Gesicht.

Der Magenmeridian

Der Magenmeridian regelt den Menstruationszyklus sowie die Eierstockfunktionen. Darüber hinaus beeinflusst er das Wechselspiel zwischen den Verdauungsorganen, Magen, Zwölffingerdarm und Bauchspeicheldrüse.

Dieser Meridian entspringt neben der Nase und wandert weiter bis zur Nasenwurzel. Danach trifft die Leitbahn im inneren Augenwinkel auf den Blasenmeridian. Unterhalb des Auges gelangt sie an die Oberfläche und verläuft seitlich abwärts die Nase entlang. Anschließend erstreckt sich der Meridian in das obere Zahnfleisch, kurvt dort um die Lippen herum und umläuft den unteren Kieferknochen. Dort ändert er seine Richtung und führt vor dem Ohr direkt bis zur Schläfe hinauf, um sich am Unterkiefer zu gabeln. Ein Zweig durchquert von dort aus im Körperinneren das Zwerchfell und passiert danach erst den Magen und danach die Milz. Ein zweiter Ast verweilt weiterhin auf der Körperoberfläche und durchzieht hier die Kehle, verläuft dann über den Hals zur Brust bis hin zum Bauch und hat seinen Endpunkt in der Leiste.

Der innere Zweig bildet sich am Magenende neu und führt an der Bauchhöhle nach unten. Dort vereint er sich wieder mit dem äußeren Zweig. Der wieder vereinte Magenmeridian wandert dann über den Oberschenkel zur äußeren Seite des Knies und bis zur Fußspitze. Er endet an der zweiten Zehe. Unterhalb des Knies spaltet sich ein anderer Ast ab, der an der äußeren Seite der mittleren Zehe sein Ende hat. Ein weiterer Zweig führt vom Rist aus zur Innenseite der großen Zehe. An dieser Stelle verschmilzt er mit dem Milz-Pankreas-Meridian.

Typische Symptome einer Störung

Appetitlosigkeit

Blähungen

Blutarmut

Darmkrämpfe

Erschöpfung

Halsschmerzen

Magengeschwüre

Migräne/Kopfschmerzen

Müdigkeit

Nackenverspannungen, Nackenschmerzen

Nebenhöhlenleiden

Oberbauchschmerzen

Pilzbefall

Sodbrennen

Trockene Lippen

Übersäuerung

Verdauungsbeschwerden

(Nächtliches) Zähneknirschen

Wenn in diesem Meridian ein Übermaß an Qi fließt, stört dies die Blutzirkulation. Ein Hinweis hierauf sind eine trockene und raue Haut sowie Zyklusstörungen. Ein Qi-Mangel führt zu Erschöpfung sowie einem Sich-ausgelaugt-Fühlen. Betroffene weisen häufig ein geringes Selbstvertrauen auf und nehmen sich vieles zu sehr zu Herzen.

Wichtige Reizpunkte

MA 6 – Jiache: Bei geschlossenem Kiefer am höchsten Punkt des Masseter (Kaumuskel); beseitigt Blockaden aus dem Meridian, lindert Schwellungen im Wangenbereich, Zahnschmerzen, Anspannung und Schmerzen im Kiefer.

MA 25 – Tianshu: Zwei Daumenbreit seitlich vom Nabel; bei Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Reguliert Magen, Milz und Darm.

MA 36 – Zusanli: Einen Daumenbreit seitlich knapp vom Vorsprung knapp unterhalb des Kniegelenkes; krampflösende und schmerzlindernde Wirkung im Magen-Darm-Trakt, allgemeiner Tonisierungspunkt.

Der Milz-Pankreas-Meridian

Im Milz-Pankreas-Meridian wird Qi gespeichert und gehütet. Darüber hinaus steigt hier das aus der Nahrung aufgenommene Nahrungs-Qi zur Lunge auf, wo es sich mit dem Atem-Qi vereint.

Der Meridian hat seinen Anfang an der Innenseite der großen Zehe und wandert entlang der Fußinnenseite bis vor den Fußknöchel. Dort zieht er sich über die hintere Seite des Unterschenkels zur Innenseite des Unterschenkels bis zur Knieinnenseite und führt bis zum Oberschenkel. Am Oberschenkelende erstreckt sich die Leitbahn in Richtung Intimbereich und gelangt bis zur Bauchhöhle. Dann spaltet sie sich. Dabei läuft ein Nebenzweig vom Magen aus durch das Zwerchfell und zieht sich von dort aus zum Herzen. An dieser Stelle vereint er sich mit dem Herzmeridian. Der Hauptzweig zieht sich an der Bauchoberfläche hinauf zur Brust und gelangt dort in das Körperinnere. An der Kehle entlang führt er dann zur Zungenwurzel.

Typische Symptome einer Störung

Abgeschlagenheit

Appetitlosigkeit mit Völlegefühl

Bindegewebsschwäche

Depression

Durchblutungsstörungen

Gemütsschwankungen

Infektionen

Konzentrationsschwäche

Schlafstörungen

Schwere und Kraftlosigkeit in den Gliedern

Speichelmangel

Übelkeit

Wichtige Reizpunkte

MP 6 – Sanyinjiao: An der Unterschenkel-Innenseite, drei Daumenbreit oberhalb des höchsten Punktes des Innenknöchels an der Hinterkante des Schienbeins; wirkungsvoll bei Erkrankungen von Nieren und Leber, tonisierende (kräftigende) Wirkung bei chronischer Müdigkeit, wichtiger Punkt bei urogenitalen Störungen.

MP 9 – Yinlingquan: Zur Mitte des Beines auf der Vertiefung am Unterrand des Gelenkfortsatzes auf Höhe des Schienbeinhöckers; lindert Schwellungen der unteren Extremitäten, vertreibt unter anderem Nässe (Feuchtigkeit und Wasseransammlungen) im Unterleib. Hilfreicher Punkt bei Ödemen, Vaginalpilz, Entzündungen im Unterleib und bei Vaginalausfluss.

MP 18 – Tianxi: Seitlich der Körpermittellinie im Bereich zwischen der vierten und fünften Rippe auf Brustwarzenhöhe; hilfreich bei Thoraxschmerz, Husten und Atemnot.

Der Herzmeridian

Der Herzmeridian ist für das Kreislaufsystem und dessen Regulation zuständig.

Dieser Meridian setzt sich aus drei Zweigen zusammen, die jeweils im Herzen entspringen. Ein Zweig durchquert das Zwerchfell und wandert von dort aus zum Dünndarm. Der zweite Ast führt seitlich an der Kehle entlang, bahnt sich seinen Weg zum Mundwinkel und zieht sich von dort aus zum Auge. Der dritte Ast verläuft vom Herzen zur Lunge und gelangt an der Achselhöhle an die Körperoberfläche. Von dort aus wandert er am inneren Oberarm entlang, passiert den Ellenbogen, führt dann am inneren Unterarm weiter und durchzieht Handgelenk und Handinnenfläche. Das Ende der Leitbahn befindet sich an der inneren Spitze des kleinen Fingers. Hier verschmilzt der Zweig mit dem Dünndarmmeridian.

Typische Symptome einer Störung

Ängstlichkeit

Blässe

(Niedriger) Blutdruck

Brustschmerzen

Herzrhythmusstörungen

(Allgemeines) Kältegefühl

Kurzatmigkeit

Migräne/Kopfschmerzen

Nachtschweiß

Nervosität

Schlaflosigkeit

Schwindel

Sprachprobleme

Stimmungsschwankungen

Unruhe

Zahnfleischbluten

Vorsicht! Herzbeschwerden können lebensbedrohlich sein. Sehen Sie deshalb von einer Selbstbehandlung ab und wenden Sie sich unmittelbar an Ihren Hausarzt oder Kardiologen!

Wichtige Reizpunkte

HE 1 – Jiquan: Im Mittelpunkt der Achselhöhlen; ordnet Qi und nährt das Herz-Yin, ist hilfreich bei Durchblutungsstörungen der Vorderbeine, Schulterlahmheit, Appetitlosigkeit und Müdigkeit.

HE 3 – Shaohai: Zwischen dem inneren Ende der Ellenbogenfalte und der Knochenvorwölbung auf dem Körper zugewendeten Seite des Oberarmknochens; beruhigt Herz und Geist, wirkt gegen Ellenbogenschmerzen.

HE 7 – Shenmen: Auf der Beugefalte des Handgelenks, seitlich der Beugesehne; beruhigt die Psyche und wirkt gegen Nervosität, Schlaflosigkeit, psychische Erregungszustände, Angstzustände und Herzrhythmusstörungen.

Der Dünndarmmeridian

Der Dünndarmmeridian regelt die Verdauung und Verteilung der Nährstoffe aus der Nahrung. Diese Leitbahn hat ihren Anfang an der äußeren Spitze des kleinen Fingers. Von dort aus wandert sie zur Handfläche und weiter entlang der Hinterseite des Unterarms und erstreckt sich über die äußere Seite des Oberarms bis zur Schulter. Hier verläuft der Meridian bis zum höchsten Punkt des Rückens und begegnet dem Lenkergefäß. An dieser Stelle spaltet sich die Leitbahn: Ein Ast verläuft zum Hals, führt seitlich bis zur Wange und zieht sich weiter über den äußeren Augenwinkel bis zum Ohr. Im Wangenbereich gabelt sich der Zweig. Dabei läuft ein kleiner Ast zum inneren Augenwinkel und vereint sich dort mit dem Blasenmeridian. Der zweite Ast durchläuft Herz, Zwerchfell sowie Magen und trifft danach auf den Dünndarm.

Typische Symptome einer Störung

Angstzustände

Bauchschmerzen

Darmkrämpfe

(Übermäßiger) Harndrang

Menstruationsbeschwerden

Nackensteifigkeit

Ohrenprobleme

Rückenschmerzen

Schlaflosigkeit

Schmerzen im Verlauf des Meridians (Handgelenke, Ellenbogen, Schultern, Hals- und Nackenschmerzen)

Sehstörungen

Schweißfüße

Stimmungsschwankungen

Unruhe

Verdauungsbeschwerden

Wichtige Reizpunkte

DÜ 6 – Yanglao: An der Rückseite des Unterarms in einer Vertiefung über und seitlich des Außenknöchels; wirkt günstig auf Sehkraft und Hören, bei Verdauungsbeschwerden, Kreuzschmerzen und rheumatoiden Schmerzen.

DÜ 10 – Naoshu: In der Vertiefung unterhalb der Schultergräte (quer über die Rückenfläche des Schulterblatts laufende Knochenleiste); wirkt bei Funktionsstörungen und Schmerzen der Schulter- und Oberarmregion.

DÜ 19 – Tinggong: Bei leicht geöffnetem Mund in der Mulde zwischen der kleinen Knorpelmasse an der Ohrmuschel am Eingang des Gehörkanals (Tragus) und dem Gelenkfortsatz am aufsteigenden Ast des Unterkiefers; wirkt günstig bei Kieferfunktionsstörungen und bei allen Ohrenproblemen.

Der Blasenmeridian

Der Blasenmeridian ist für die Ausscheidung von Toxinen über den Urin zuständig und harmonisiert alle Körperfunktionen.

Der Blasenmeridian beginnt am inneren Augenwinkel und wandert von der Stirn bis zum Scheitelpunkt des Kopfes. Dort zweigt sich ein Nebenast ab, der ins Gehirn mündet. Der Hauptzweig zieht sich über den Hinterkopf und gabelt sich im Nacken. Ein Zweig führt dabei zur Basis des Nackens und von dort aus weiter parallel zur Wirbelsäule das Rückgrat entlang. Im Bereich des Nabels spaltet er sich erneut. Ein Zweig durchquert Nieren und Harnblase, während der andere über das Schulterblatt verläuft und parallel zum zuvor beschriebenen Zweig am Rückgrat entlangführt. Am Gesäß kurvt der Meridian gemeinsam mit dem anderen Zweig zur hinteren Oberschenkelseite, und sie verschmelzen auf Höhe der Kniekehle. Die vereinten Leitbahnen schwenken dann über die hintere Seite des Unterschenkels zum Fußaußenknöchel und vereinen sich schließlich an der äußeren Seite der kleinen Zehenspitze mit dem Nierenmeridian.

Typische Symptome einer Störung

Arthritis

Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Blasenschwäche

Hormonelle Störungen

Kieferhöhlenentzündungen

Kopfschmerz

Rheuma

Rückenverspannungen

Unterleibsprobleme

(Krümmung der) Wirbelsäule

Wichtige Reizpunkte

BL 2 – Zanzhu: Am inneren Ende der Augenbraue; wirkungsvoll bei Augenproblemen (z. B. Fehlsichtigkeit, getrübte Sicht, Tränenfluss, Augenrötung, Augenschmerzen und Augenjucken), Kopfschmerz, Nasen- und Rachenbeschwerden.

BL 10 – Tianzhu: Ein Fingerbreit unterhalb der Schädelbasis auf den Muskelsträngen, ein Fingerbreit seitlich der Wirbelsäule; hilfreich bei Schlafstörungen, starkem Kopfschmerz und Schmerzen sowie Beschwerden in Nacken, Schulter und Rücken.

BL 28 – Pangguangshu: 1,5 Daumenbreit seitlich der Mittellinie auf Höhe der zweiten Sakralöffnung; reguliert die Blase, hilft bei Urogenitalerkrankungen und Menstruationsstörungen.

Der Nierenmeridian

In den Nieren wird die Vitalessenz Jing gespeichert. Sie sind demnach ein Leben lang von großer Bedeutung für die Vitalität, Kraft und Gesundheit.

Der Nierenmeridian entspringt an der unteren Seite der kleinen Zehe und wandert entlang der Fußsohle bis zum Rist. Anschließend kurvt er um den inneren Fußgelenkknöchel und zieht sich über die innere Unterschenkelseite bis zur Kniekehle. Von dort aus verläuft der Meridian hinauf zum Oberschenkel und bahnt sich im Intimbereich seinen Weg in das Körperinnere. Von den Nieren aus führt er zur Harnblase und tritt oberhalb des Schambeins wieder an die Körperoberfläche. Dann passiert er Bauch und Brust und erstreckt sich weiter nach oben. Oberhalb des Schambeins beginnt ein zweiter Ast aus den Nieren. Dieser geht zur Leber, stößt auf Zwerchfell, Lungenflügel sowie Kehle und verläuft bis zur Zungenwurzel. In der Lunge befindet sich ein kleiner Ast. Er wandert zum Herzen und vereint sich in der Brust mit dem Perikardmeridian.

Typische Symptome einer Störung

Akne

Ängstlichkeit

Atembeschwerden

Depressionen

Dunkle Augenringe

(Sexuelle) Dysfunktionen

Ekzeme

Erschöpfung

(Bleiche) Gesichtsfarbe

Gynäkologische Erkrankungen

Haarausfall

(Häufiger nächtlicher) Harndrang

Herzprobleme

Kälteempfindlichkeit

Ödeme

Ohrinfektion

Pessimismus

Schlafstörungen

Schreckhaftigkeit

Schwellungen

Verstopfung

Wichtige Reizpunkte

NI 1 – Yongquan: Auf der Fußsohle in der Vertiefung in der Mitte der Fußballen; tonisiert und harmonisiert das Nieren-Qi, bewährt zur Behandlung von Ängstlichkeit, Vergesslichkeit, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Fieber, Ohnmacht, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Krämpfen und Impotenz.

NI 3 – Taixi: Auf der Mitte der Verbindungslinie zwischen Innenknöchel und der Achilles-Sehne; bei Asthma, Husten, Libidoverlust, Unfruchtbarkeit, Zahnschmerzen, Schlafsucht und Schlaflosigkeit.

NI 27 – Shufu: Zwischen 1. Rippe und Schlüsselbein, zwei Daumenbreit seitlich der Mittellinie; wirkungsvoll bei Husten, Asthma, Übelkeit und Brechreiz sowie Brustschmerz.

Der Perikardmeridian

Der Perikardmeridian (auch Herzbeutelmeridian bzw. Kreislauf-Sexualität-Meridian) ist der Beschützer des Herzmeridians. Darüber hinaus versorgt er die Geschlechtsorgane mit Energie.

Dieser Meridian beginnt im Perikard (Herzbeutel). Von dort aus bahnt er sich zum Zwerchfell und verbindet die drei Teile des Dreifachen Erwärmers (oberer, mittlerer und unterer Teil). Ein zweiter Ast wandert bis zur Brust und dringt hier an die Körperoberfläche. Dann umkreist er die Achselhöhle und führt an der Innenseite des Oberarms entlang. Im Bereich der Armbeuge zieht er sich über den Unterarm bis zur Handinnenfläche und wandert weiter bis zur Mittelfingerspitze, wo sein Endpunkt ist. In der Handfläche separiert sich ein kleiner Ast, der auf der Ringfingerspitze mit dem Dreifache-Erwärmer-Meridian verschmilzt.

Typische Symptome einer Störung

Atemnot

Brust- oder Brustkorbschmerzen

Depressionen

Herzrasen, Herzschmerzen

Hohlkreuz

Gleichgewichtsstörungen

Ischiasschmerzen

Kreislaufstörungen

Nervosität

Neurosen

Probleme mit den Geschlechtsorganen (z. B. Menstruationskrämpfe)

Schlafstörungen

Schulterverspannungen

Wichtige Reizpunkte

PE 1 – Tianchi: Am Brustkorb im vierten Rippenzwischenraum, zwei Daumenbreit seitlich der Brustwarze nach außen; bei physischen und psychischen Erschöpfungszuständen.

PE 6 – Neiguan: Seitlich der Handfalte, vier Querfinger oberhalb in der Mitte der Sehnen; wirkungsvoll bei Magenproblemen, Übelkeit und Erbrechen.

PE 8 – Laogong: Bei geschlossener Faust zwischen Mittelfinger und Ringfinger; behebt Magen-Darm-Störungen.

Der Dreifache-Erwärmer-Meridian

Dem Meridian sind keine Organe im klassischen Sinne zugeordnet. Er steuert vielmehr die Funktionen der drei Erwärmer (oberer, unterer und mittlerer Erwärmer). Darüber hinaus beeinflusst er sämtliche Organe.

Dieser Meridian beginnt an der Außenseite des Ringfingers und zieht sich von dort aus zum Handrücken und weiter über das Handgelenk zum Unterarm. Am Ellenbogen erstreckt er sich zur Hinterseite des Oberarms und wandert hinauf bis zur Schulter. Unterhalb des Schlüsselbeins verzweigt sich der Meridian. Ein Ast bahnt sich seinen Weg in das Körperinnere, durchdringt die Brust, kreuzt Herzbeutel und Zwerchfell. Danach vereint er die drei Erwärmer. Der zweite Zweig führt am Hals entlang und zieht sich bis zum oberen Rand des Ohrs. Im Körperinneren kurvt er um die Gesichtshälfte. Ein kurzer Ast befindet sich hinter dem Ohr, durchdringt das Hörorgan und trifft vor dem Ohr angekommen wieder auf die Körperoberfläche. Dann verläuft er zum äußeren Augenbrauenende und vereint sich mit dem Gallenblasenmeridian.

Typische Symptome einer Störung

Allergien

Asthma

Bauch- und Unterleibsschmerzen

(Niedriger) Blutdruck

Infektionsanfälligkeit

Nebennierenstörungen

Nesselausschläge

Ödeme

Schilddrüsenprobleme

Tinnitus

Verdauungsstörungen

Wetterfühligkeit

Zahnfleischprobleme

Wichtige Reizpunkte

3 E 5 – Waiguan: Oberhalb des Handrückens, zwei Daumenbreit von der Handgelenksfalte in Richtung Ellenbogen; stärkt Schultern und Ellenbogen, wirkt bei Kopf-, Ohren- und Nackenschmerzen.

3 E 17 – Yifeng: Hinter den Ohrläppchen; wirkt bei Ohrenschmerzen.

3 E 21 – Ermen: In der Vertiefung am Ohransatz; hilfreich auch bei Zahn-, Ohren- und Gesichtsbeschwerden. Auch bei Beschwerden am Kniegelenk empfiehlt sich eine Behandlung dieses Punktes.

Der Gallenblasenmeridian

Diese Leitbahn wird mit Durchsetzungsfähigkeit assoziiert. Der Gallenblasenmeridian hat seinen Anfang am äußeren Augenwinkel und setzt sich aus zwei Ästen zusammen. Ein Ast erstreckt sich in Zick-Zack-Linien an der Körperoberfläche am Kopf, wandert dann hinter das Ohr und verläuft bis zum Scheitelpunkt der Schulter. Im Bereich der Achselhöhle führt er über die Rippen bis zum Hüftbereich. Der zweite Ast zieht sich im Körperinneren über die Wange zu Hals, Brust, Leber und Gallenblase. An der Bauchunterseite gelangt dieser Zweig an die Körperoberfläche und verschmilzt im Bereich der Hüfte mit dem ersten Zweig. Von dort aus verläuft der nun vereinte Meridian über die Oberschenkelaußenseite über das Knie zum vorderen Bereich des Unterschenkels und schließlich zum äußeren Fußknöchel. Hier wandert er bis zum Rist und endet auf der Spitze der zweiten Zehe. Auf dem Rist separiert sich ein kleiner Ast. Er erstreckt sich über den Fuß bis zur großen Zehe, wo er mit dem Lebermeridian verschmilzt.

Typische Symptome einer Störung

Appetitmangel

(Inneres) Frösteln

Hautausschläge

Knieschmerzen

Koliken, Blähungen

Müdigkeit

Reizbarkeit, Überempfindlichkeit

Sehstörungen

Sodbrennen

Übelkeit

Verstopfung

Wichtige Reizpunkte

G 2 – Tinghui: Bei leicht geöffnetem Mund in einer Vertiefung vor dem Ohr; Bei Ohrenbeschwerden wie beispielsweise Tinnitus, Schwerhörigkeit, Ohrenschmerz mit Eiterfluss, Ohrenentzündungen. Dieser Punkt hat sich auch für die Behandlung von Krämpfen der Kaumuskulatur und Zahnschmerz bewährt.

G 20 – Fengchi: Vertreibt Hitze und wirkt deshalb fiebersenkend. Bei infektiösen Erkrankungen, Sehstörungen und Gehörstörungen (z. B. Gehörverlust oder Schwerhörigkeit), Nasenbluten, Schlafstörungen und verstopfter Nase.

G 34 – Yanglingquan: In der Mulde vor dem Kopf des Wadenbeins; wirkungsvoll bei Ischialgie, Gallensteinen, Bluthochdruck, Übelkeit und Brechreiz, Migräne, Brustdruck und Schulterschmerz.

Der Lebermeridian

Mithilfe des Lebermeridians können vor allem Frauenleiden im Unterbauch behandelt werden. Daneben schafft eine Harmonisierung dieser Leitbahn Abhilfe bei Migräne und leistet einen bedeutenden Beitrag bei der Gewinnung von Energie.

Der Lebermeridian beginnt auf der Spitze der großen Zehe und führt über den Rist bis zum Fußgelenkinnenknöchel. Dann wandert er an der inneren Unterschenkelseite entlang über das Knie zum inneren Oberschenkel und schließlich in den Schoß. Hier kurvt die Leitbahn um die äußeren Genitalien und dringt im Bereich des Unterbauchs in das Körperinnere ein, um dort zur Leber zu steigen und danach die Gallenblase zu kreuzen. An den unteren Rippen angelangt, spaltet sich die Leitbahn mehrfach und passiert den Lungenmeridian. Ein Zweig verläuft entlang der Luftröhre zur Kehle und schließlich zum Auge. Danach bahnt er sich seinen Weg über die Stirn bis zum Scheitelpunkt des Kopfes. Im Bereich der Wange zweigt sich ein Ast ab und umläuft die Innenseite der Lippen.

Typische Symptome einer Störung

Antriebslosigkeit

(Vermehrter) Ausfluss

Brechreiz

Durchfall

Hautprobleme

Nervosität

Schluckbeschwerden

Schmerzhafte Menstruation

Schulterprobleme

Stoffwechselstörungen

Zwischenblutungen

Wichtige Reizpunkte

LE 3 – Taichong: Zwischen den Enden der Mittelfußknochen der großen und der zweiten Zehe. Reguliert die Menstruation, dämpft Wutanfälle und reduziert angestauten Groll. Bei Unterleibsschmerzen, Schlaflosigkeit, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen.

LE 5 – Ligou: An der Innenseite des Unterschenkels, fünf Daumenbreit oberhalb der größten Vorwölbung des Innenknöchels, zwischen der Hinterkante des Schienbeins und dem langen Zehenbeuger; wirkt stimmungsaufhellend. Bei urogenitalen Erkrankungen und Beschwerden (z. B. Frigidität, Impotenz, Menstruationsstörungen, Schmerzen beim Harnlassen), Erkrankungen von Leber und Gallenblase, Angstgefühlen und nervösem Herzklopfen.

LE 13 – Zhangmen: Vor dem freien Ende der elften Rippe; bei Leber- und Gallenblasenerkrankungen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Erbrechen, Husten und Asthma.

Das Lenkergefäß Du Mai

Die Aufgabe der außerordentlichen Gefäße besteht darin, Qi-Mangel oder -Überschuss in den Hauptleitbahnen auszugleichen. Sie stehen nicht direkt mit den Organen in Verbindung und müssen über spezifische Schlüsselpunkte auf den Hauptmeridianen aktiviert werden, da sie keine eigenen Reizpunkte besitzen – das Lenkergefäß/Ren Mai und das Dienergefäß/Du Mai bilden hier eine Ausnahme.

Das Lenkergefäß schafft eine Verbindung zwischen allen Yang-Meridianen und harmonisiert deren Energien. Darüber hinaus beeinflusst es die Nerven-, Muskel- und Wirbelsäulenfunktionen. Es korrespondiert mit den Genitalien, beeinflusst das Immunsystem und wird mit fiebrigen Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Du Mai entspringt in der Beckenhöhle. Ein Ast wandert durch das Körperinnere hinauf zu den Nieren. Ein zweiter führt im Körperinneren nach unten und dringt zwischen den äußeren Genitalien und dem Anus an die Körperoberfläche. Von dort aus erstreckt sich der Ast über die Spitze des Steißbeins zur Wirbelsäule und zieht sich bis zum Kopf, wo er das Gehirn durchquert. Der Hauptzweig zieht sich über den Scheitel am Schädeldach entlang und läuft über die Stirn hinunter zur Nase. Sein Endpunkt befindet sich im oberen Zahnfleisch.

Typische Symptome einer Störung

Blasenschwäche

Hämorrhoiden

(Schwacher) Kreislauf

Nackenverspannungen

(Unregelmäßge) Menstruation

Rückenschmerzen

Wichtige Reizpunkte

LG 4 – Mingmen: Unterhalb des Dornfortsatzes des zweiten Lendenwirbelkörpers; bei verspannter Rückenmuskulatur, Hämorrhoiden, Unterleibsschmerzen, Impotenz, schwacher Libido und grippalen Infekten.

LG 14 – Dazhui: Unterhalb des Dornfortsatzes des siebten Halswirbelkörpers; stärkt den Nierenfunktionskreis. Wirkungsvoll bei Kraftlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Rückenverspannung, Fieber, Husten und Bronchitis.

LG 20 – Baihui: Auf der Fontanelle; fördert klares Denken und beruhigt den Geist. Bei Schlaflosigkeit, Kopfschmerz und Schwindel.

Das Konzeptionsgefäß Ren Mai

Das Konzeptionsgefäß (auch Dienergefäß) ist mit den sechs Yin-Meridianen verbunden und wacht über deren Energien (Qi), weshalb es auch »Meer der Yin-Meridiane« genannt wird. Es verkörpert alle Yin-Eigenschaften und steht für das Weiche, Passive sowie Empfangende. Wie das Lenkergefäß (Du Mai) gleicht es Qi-Mangel oder -Überschuss in den Hauptleitbahnen aus. Darüber hinaus hat es eine unmittelbare Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt.

Ren Mai beginnt in der Beckenhöhle und stößt am Damm zur Körperoberfläche vor. Anschließend wandert das Gefäß zum Schoß und schließlich zur Bauchmitte. Dann kreuzt es Brust, Kehle und Unterkiefer, umläuft im Körperinneren den Mund herum und verzweigt sich. Beide Zweige laufen zu den Augen.

Typische Symptome einer Störung

(Vermehrter) Ausfluss

Blähungen

Blasenschwäche

(Ausbleibende) Menstruation

Schmerzen im Becken- und Brustkorbbereich

Urogenitale Erkrankungen

Verstopfung

Wichtige Reizpunkte

KG 4 – Guanyuan: Drei Daumenbreit unterhalb des Nabels; bei Plazentaretention (Nichtausstoßung des Mutterkuchens), Menstruationsstörungen und Harninkontinenz.

KG 12 – Zhongwan: Einen Daumenbreit oberhalb des Nabels; bewährter Punkt zur Behandlung von Appetitlosigkeit, Angstzuständen, blutigem Durchfall, Verdauungsproblemen, Magenbeschwerden, Erbrechen und saurem Aufstoßen.

KG 24 – Chengjiang: In der Mitte der Mentolabialfalte (Falte zwischen Mundwinkel und Kinn); wirksam bei Augenerkrankungen.

Das Durchdringungsgefäß Chong Mai

Die alternative Bezeichnung »See des Blutes« bietet bereits einen ersten Eindruck über die Aufgabe und Funktion dieses Penetrationsgefäßes, das zwischen Du Mai und Ren Mai vermittelt und als Speicher für die Lebenskraft dient. Es bewegt das Abwehr-Qi über den Brustkorb und den Bauch, versorgt Haut und Körperhaare, verteilt Jing von innen nach außen und reguliert das erste Auftreten der Regelblutung, die Menstruation sowie die Menopause.

Das Durchdringungsgefäß (auch Penetrationsgefäß) hat seinen Anfang im Inneren zwischen den Nieren, zieht sich abwärts durch die Gebärmutter und dringt dann am Damm an die Oberfläche, um mit der Nierenleitbahn weiter über den Brustkorb zu wandern. Hier verzweigt sich der Meridian mehrfach. Einige kleine Äste wandern in die Zwischenrippenräume (Interkostalräume). Ein größerer Zweig erstreckt sich bis zur Kehle, kurvt um den Mund und wandert zur Stirn. Ein weiterer Zweig bahnt sich seinen Weg vom Damm zur Wirbelsäule, und ein dritter bildet weitere Abzweigung, geht vom Lendenbereich an der Innenseite des Beines bis hinunter zum medialen Rand des Fußes. Dort teilt sich die Leitbahn und mündet in die Nieren und Milzleitbahn.

Typische Symptome einer Störung

Blähungen

Gastroenteritis

Herzrasen

(Gegenläufiges) Magen-Qi

Menstruationsstörungen (unregelmäßige Menstruation, ausbleibende Menstruation, verlängerte Menstruation, schmerzhafte Menstruation und azyklische Blutungen)

Sodbrennen

Übelkeit

Venenschwäche

Wichtige Reizpunkte

MP 4 – Gongsun: In der Mitte der Fußinnenseite. Beruhigt Shen, schützt Herz und Brust, reguliert und stärkt das Milz-Qi.

NI 14 – Siman: Unterhalb des Dornfortsatzes des 7. Halswirbels. Löst Qi- und Blutstasen, reguliert die Wasserwege, indiziert bei pathogenen Füllezuständen.

NI 16 – Huangshu: Auf Nabelhöhe, eine halbe Daumenbreite seitlich der Mittellinie. Wärmt Magen und Darm, revitalisiert Körper und Psyche, reguliert Qi.

Das Gürtelgefäß Dai Mai

Das Gürtelgefäß schafft eine harmonische Verbindung der oberen und unteren Körperhälfte, verknüpft die Körpervorder- und -rückseite und damit Yin und Yang. Es stärkt das Milz- und das Magen-Qi, reguliert den Qi-Fluss des Du Mai und des Ren Mai, stärkt die Knochen (vor allem in der Hüfte), und durch seine enge Verbindung zur Gallenblase hält es die Sehnen geschmeidig und flexibel. Dai Mai entfernt Feuchte-Hitze aus den Genitalien und kontrolliert den Energiefluss der Bein-Meridiane. Dai Mai (auch Gürtelgefäß) beginnt in der Oberbauchgegend im Rippenbogenbereich (Hypochondrium) und verläuft wie ein Gürtel um die Körpermitte herum. Dabei verbindet es die vertikalen Verläufe der zwölf Hauptleitbahnen, Ren Mai, Du Mai und Chong Mai.

Typische Symptome einer Störung

Bauchschmerzen (Völlegefühl)

Blähbauch

Brustbeinschmerzen

Depressionen

Erbrechen

(Körperliche) Erschöpfung und Schwäche

Nackenschmerzen

Regelschmerzen

Rheumatisch-neuralgische Beschwerden

Im unteren Dreifachen Erwärmer können infolge einer Stagnation von Hitze Candida albicans, Zystitis, Menstruationsstörungen und Hautausschläge auftreten. Besteht eine Fülle im Dai Mai, kommt es zu Kopfschmerzen im Bereich der rechten Schläfe.

Wichtige Reizpunkte

GB 26 – Dau: Im Schnittpunkt der senkrechten Linie vom höchsten Punkt des Darmbeinkammes mit einer horizontalen Linie durch den Nabel. Schnittpunkt. Leitet feuchte Hitze aus, reguliert Menstruation, Uterus und Dai Mai.

GB 28 – Weidao: Einen halben Daumenbreit vor und unterhalb des Knochenvorsprungs am vorderen Rand der Darmbeinschaufel. Bewegt stagniertes Qi, wirkt Bauchkrämpfen, Ödemen und Menstruationsstörungen entgegen, reguliert Dünn- und Dickdarm.

GB 41 – Zulinqui: Unter dem Sprunggelenk am flachen Knochen. Wirkt Kopfschmerzen, Gelenkleiden, Depression und einseitiger Migräne entgegen, verteilt das Leber-Qi, wandelt Schleim um, klärt den Kopf, unterstützt Brustkorb (Thorax) und laterale Rippenregion, stärkt die Psyche.

Das Yin-Fersengefäß Yin Quiao Mai

Das Yin-Fersengefäß (auch Gefäß des aufsteigenden Yin) versorgt die Organe mit Yin-Energie. Liegt ein Yin-Mangel vor, fördert eine Aktivierung dieses Meridians Lebensfreude, Ausgeglichenheit und Erholung. Ein Übermaß an Yin-Energie kann die Lebensprozesse allerdings verlangsamen, was ebenfalls durch dieses Gefäß ausgeglichen werden kann. Das Gefäß entspringt im Nierenmeridian und zieht sich vom Sprungbein aus an den Beininnenseiten aufwärts zum Intimbereich. Von dort aus wandert es über den Bauch in den Brustraum zum Auge und ins Gehirn.

Typische Symptome einer Störung

Atemwegsprobleme

Augenprobleme

Beschwerden im Abdomen

Hitzewallungen

Kreislaufbeschwerden

Probleme beim Laufen oder Stehen

Sehstörungen

Schlafstörungen

Verdauungsbeschwerden

Wichtige Reizpunkte

NI 6 – Zhaohai: Direkt unter dem Innenknöchel des Fußes. Dieser Punkt hilft bei einer Vielzahl von Beschwerden, darunter Bewegungsstörungen, Gehstörungen, Impotenz, Müdigkeit, Trägheit, Schlafstörungen, kalte Füße oder Hände, Augenschmerzen, Schmerzen, epileptische Anfälle, Gereiztheit und Unterbauchschmerzen.

NI 8 – Jaoxin: Am Hinterrand des Schienbeins, zwei Daumenbreit oberhalb des Sprungbeins. Wirkt gegen Bauchschmerzen, stärkt die Nieren, löst Blut- oder Qi-Stase, leitet feuchte Hitze ab, kühlt unteren Erwärmer ab.

LU 7 – Lieque: Am Ende der Handgelenksquerfalten auf der Daumenseite; wirkt auf die Atmungsorgane und empfiehlt sich auch bei Problemen in der Nacken- und Halsregion. Stärkt die Lunge, wirkt Husten entgegen.

Das Yang-Fersengefäß Yang Quiao Mai

Das Yang-Fersengefäß wird auch Gefäß des aufsteigenden Yang genannt. Es entspringt aus dem Blasenmeridian und beginnt am Sprungbein. Von dort aus erstreckt es sich an der Außenseite des Beines und wandert an der Körperseite entlang hinauf zum Hals. Hier verläuft der Meridian weiter zum Auge, wo er sich mit Yin Qiao Mai verbindet. Danach ziehen sich die miteinander verbundenen Meridiane ins Gehirn.

Yang Quiao Mai versorgt die Organe mit Yang-Energie, weshalb man durch dessen Aktivierung eine Yang-Wirkung erzielt, die den Körper wärmt, ihn fit und leistungsfähig macht. Dieser Effekt wird durch die gleichzeitige Anregung von Yang Wei Mai sowie Du Mai erhöht.

Der Sondermeridian wirkt auf den Spannungszustand der Beinmuskulatur und die Aktivität, transportiert Nieren-Jing-Qi und Yang-Qi zu den Augen, entfernt Wind vom Kopf und befreit die Wirbelsäule.

Typische Symptome einer Störung

Augenprobleme

Kopfschmerzen

Kraftlosigkeit

Schlafstörungen

Spasmen in den Extremitäten

Taubheitsgefühl in den unteren Extremitäten

Wichtige Reizpunkte

GB 20 – Fengchi: Eine Handbreit hinter dem Ohrläppchen in einer Mulde zwischen den Ansätzen der Nackenmuskulatur. Vertreibt Hitze und wirkt deshalb fiebersenkend. Bei infektiösen Erkrankungen, Sehstörungen und Gehörstörungen (z. B. Gehörverlust oder Schwerhörigkeit), Kopfschmerzen, Migräne, Nasenbluten, Schlafstörungen und verstopfter Nase.

DÜ 10 – Naoshu: Auf dem unteren Rand der Wirbelsäule des Schulterblattes, oberhalb der Falte der Achselhöhle. Hilft bei Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich, Verspannungen, Schmerzen in Arm oder Schulter.

MA 1 – Chengqi: Senkrecht unterhalb der Pupille, direkt unterhalb des Augapfels. Hilft bei Sehstörungen (wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Nachtblindheit), Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Katarakt, Entzündung des Augennerves, exzessivem Tränenfluss, Augenschmerzen, geröteten Augen. Darüber hinaus eliminiert dieser Reizpunkt Hitze und Wind aus der Augenregion.

Yin Quiao Mai und Yang Quiao Mai sind für die Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus zuständig, befeuchten und nähren die Augen, nähren Muskeln und Gelenke der unteren Extremitäten und sorgen damit auch für Beweglichkeit.

Durch die Anregung von Yin Quiao Mai und Yang Quiao Mai können die beiden Pole Yin und Yang in Balance gebracht werden. Wenn das Qi die beiden Leitbahnen ungehindert und frei durchströmen kann, ist der Mensch fähig, problemlos vom Arbeitsmodus in den Erholungsmodus zu schalten. Gerade bei Erschöpfung, großer Anstrengung und Schlafstörungen, Stress und Burn-out kann die Aktivierung dieser beiden Meridiane Abhilfe schaffen.

Das Yin-Bindegefäß Yin Wei Mai

Das Yin-Bindegefäß wandert von der Innenseite des Beins über die Hüften seitlich am Rumpf hinauf. Dann zieht es sich zur Mitte und verbindet sich dort mit dem Konzeptionsgefäß.

In diesem außerordentlichen Gefäß sammelt sich das Qi aller Yin-Leitbahnen an und wird dort ausgeglichen. Besonders bei Beschwerden und Erkrankungen, die auf einer Yin-Schwäche beruhen, spielt Yin Wei Mai deshalb eine wichtige Rolle.

Typische Symptome einer Störung

Abmagerung

Depressionen

Durchblutungsstörungen

Herzblutmangel

(Trockener) Husten

Lymphödeme

Rastlosigkeit

Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule

Schwäche

Sodbrennen

Verdauungsstörungen

Wichtige Reizpunkte

PE 6 – Neiguan: Am Ende der Handfalte, vier Querfinger oberhalb; in der Mitte der Sehnen. Hilft unter anderem gegen Übelkeit, Erbrechen, Schlaflosigkeit, Ängstlichkeit, Traurigkeit, Depression, Menstruationsstörungen.

KG 23 – Lianquan: Wo der Hals auf den Kopf trifft, in der mittleren Vorderlinie. Indikationen sind trockene Kehle, plötzlicher Stimmverlust, Knötchen der Stimmbänder, Sprechschwierigkeiten, Schwellungen, Zungengeschwüre.

MI 15 – Daheng: Vier Daumenbreit seitlich vom Nabel; lindert chronischen Durchfall, Verstopfung, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Niedergeschlagenheit.

Das Yang-Bindegefäß Yang Wei Mai

Dieses außerordentliche Gefäß verbindet das Qi aller Yang-Meridiane, reguliert sie und bewahrt den Körper vor krank machenden Faktoren aus der Umwelt. Es beeinflusst die gesamte laterale Körperseite und das Ohr. Über Yang Wei Mai kann auf alle mit Yang-Mangel assoziierten Beschwerden und Erkrankungen eingewirkt werden.

Das Yang-Bindegefäß verläuft von der Fußseite zur Außenseite der Beine und wandert dann von dort aus zur Außenseite des Rumpfes.

Typische Symptome einer Störung

Durchfall

(Rasche) Erschöpfung

Kreislaufschwäche

Libidomangel

Ödeme (Wasseransammlungen)

Rückenschmerzen

Schwerhörigkeit

Sprachstörungen

(Starke) Temperaturempfindlichkeit

(Übermäßiger klarer) Urin

Wichtige Reizpunkte

3 E 5 – Waiguan: Oberhalb des Handrückens, zwei Daumenbreit von der Handgelenksfalte in Richtung Ellenbogen; stärkt Schultern und Ellenbogen, wirkt bei Kopf-, Ohren- und Nackenschmerzen.

GB 20 – Fengchi: Eine Handbreit hinter dem Ohrläppchen in einer Mulde zwischen den Ansätzen der Nackenmuskulatur. Vertreibt Hitze und wirkt deshalb fiebersenkend. Bei infektiösen Erkrankungen, Schmerzen, Sehstörungen und Gehörstörungen, Nasenbluten, Schlafstörungen und verstopfter Nase.

GB 41 – Zulinqui: Zwischen den oberen Enden der beiden Mittelfußknochen der kleinen und vierten Zehen. Hilft gegen Spannungsgefühl in den Brüsten, kontrolliert das Qi der Leber, lindert Blasenentzündung, Augenschmerzen und Trockenheit sowie Schwellung der Augen, Schwindel und Kopfschmerz.

Entstehung von Krankheiten

Nach Ansicht der Traditionellen Chinesischen Medizin sind Erkrankungen die Folge eines gestörten Flusses der Lebensenergie Qi sowie einer Yin-Yang-Disharmonie. Diese Störungen sind in den Organen oder Meridianen lokalisiert. Vor allem mit Schwäche/Leere assoziierte Störungen treten in Teilen der inneren Organe auf. Insgesamt wird zwischen einer Schwäche oder Fülle des Qi, Yang (Funktion) oder Yin (Struktur bzw. Substanz) der Organe differenziert.

Als Ursachen für Krankheiten betrachtet die Traditionelle Chinesische Medizin innere und äußere Faktoren. Die inneren Faktoren beinhalten sämtliche Facetten der Gefühlswelt, und unter den äußeren Faktoren werden alle klimatischen Aspekte vereint. Jedem Klimafaktor wird dabei ein spezieller Konstitutionstyp zugeordnet, der anhand bestimmter Eigenschaften bzw. Krankheitsbilder identifizierbar ist. Darüber hinaus ist auch die Lebensweise entscheidend für die Gesundheit.

Qi-Störungen

Für die Störung des Qi kann entweder eine Fülle, Schwäche/Leere, Stagnation oder Blockade des Qi verantwortlich sein.

Fülle wird als Yang-Zustand beschrieben, der eine Überfunktion der Organe hervorruft. Hitze stellt das Hauptsymptom der Fülle dar. Sie kann sich in Form von Fieber oder Entzündungen äußern. Darüber hinaus treten Füllezustände häufig infolge eines stagnierenden oder blockierten Qi auf. Anzeichen hierfür sind Muskelverspannungen oder auch Kopfschmerzen.

Typische Qi-Fülle-Symptome

Fülle- und Spannungsgefühl

Nervosität

Rötung

(Akute, krampfartige oder stechende) Schmerzen

Eine Schwäche/Leere des Qi wird als Yin-Zustand betrachtet, bei dem die Funktion der Organe beeinträchtigt ist.

Typische Qi-Schwäche- oder Qi-Leere-Symptome

Blässe

(Niedriger) Blutdruck

Depressive Verstimmungen

Frösteln

(Kalte) Hände und Füße

Müdigkeit

Verminderte Aktivität und Antriebslosigkeit

Yin- und Yang-Störungen

Sobald einer der dualen Aspekte im Übermaß ist, liegt eine Störung des Gleichgewichts vor. Bei einer Yang-Fülle kommt es zu übermäßiger Hitze. Der Yin-Aspekt zeigt dabei keine Extremformen an, und die Hitze ist lediglich auf das überschüssige Yang zurückzuführen. Anzeichen für ein Yang-Fülle sind unter anderem Durst, Spannungsgefühl im Bereich des Rumpfes zwischen Brustkorb und Becken (Abdomen), hohes und unklares Fieber, dunkler Urin, gespanntes Abdomen und Schmerzverstärkung auf Druck. Eine Yang-Schwäche wird mit scheinbarer Kälte in Verbindung gebracht, weil die Kälte nicht auf einer Yin-Fülle, sondern auf einer Yang-Schwäche beruht. Auf einen Mangel an Yang weisen Bauchschmerzen hin, die bei Druckausübung nachlassen, wässriger Stuhl, klarer Urin, energieloses und schwaches Erscheinungsbild, kalte Gliedmaßen, Aversion gegen Kälte.

Yin-Fülle wiederum wird mit übermäßiger Kälte assoziiert. Anzeichen hierfür sind zum Beispiel eine ausgeprägte Aversion gegen Kälte, Bauchschmerzen, die durch Druck zunehmen, kalte Gliedmaßen oder Verstopfung.

Bei einer Yin-Schwäche besteht eine scheinbare Hitze, weil diese nicht durch ein Übermaß an Yang hervorgerufen wird. Typische Symptome sind Unwohlsein, mageres Erscheinungsbild, Mundtrockenheit, Hitze in den Fußsohlen und den Handinnenflächen, nächtliches Schwitzen oder leicht erhöhte Temperatur.

Innere Faktoren

Verdrängte, fehlende oder langfristig überbetonte Emotionen können das energetische Gleichgewicht schwer ins Wanken bringen und damit einen negativen Einfluss auf das Befinden haben. Häufig wurzeln solche Krankheiten in emotionalen Störungen, deren Ursache schwer zu dechiffrieren ist.

Die chinesische Lehre geht von fünf elementaren Gefühlen aus: Wut/Zorn (Nu), Kummer/Traurigkeit (Bei), Freude (Xi), Schwermut/Sorge (Si) sowie Angst/Furcht (Kong).

Erfahrene TCM-Ärzte sowie gute Beobachter ihres Gegenübers können ein emotionales Ungleichgewicht an Körperhaltung, Gestik und Mimik ablesen.

Sind beispielsweise die Augenbrauen heruntergezogen, die Augen zusammengekniffen und werden die Lippen mit Druck geschlossen, ist dies ein Ausdruck von Zorn und Wut. Ebenso zeugen ausladende und heftige Gesten von diesem Gemütszustand. Bei Furcht hingegen gehen die Augenbrauen nach oben, die Augen sind weit aufgerissen, die Nase ist leicht hochgezogen, und die Mundwinkel werden auseinandergezogen. Die Haltung ist meist gebeugt, und die Gestik ist verhalten. Doch welche Auswirkungen haben Gestik, Körperhaltung und Mimik auf unsere Gesundheit?

Ein fröhlicher Mensch lächelt viel, wodurch die Nasenflügel geweitet werden und mehr Sauerstoff in die Lunge transportiert werden kann. Auch hat er üblicherweise eine aufrechte Körperhaltung, wodurch der Brustkorb geweitet wird. In der Folge werden dort sitzende Organe in ihrem Raum nicht komprimiert und können ihre Funktionen ungehindert erfüllen. Trauer drückt sich hingegen häufig in einer gekrümmten Körperhaltung aus, das engt die Organe ein, und sie werden bei der Erfüllung ihrer Aufgaben gestört. Man schluchzt und weint, was die Atemtätigkeit zusätzlich verschlechtert und sich direkt auf das der Trauer zugeordnete Organ, die Lunge, auswirkt. Da das Herz allen inneren Organen übergeordnet ist, sind sämtliche Empfindungen Ausdruck des Herzens. Insofern wirkt sich Trauer auch direkt auf das Herz aus. Diese Ansicht wird auch von westlichen Schulmedizinern vertreten. Laut klinischen Studien beeinträchtigt Trauer das Herz negativ und kann die Blutgerinnung, den Blutdruck, die Menge an Stresshormonen und die Herzfrequenz beeinflussen.

Überbetonte Gefühle können auch durch andere physische Faktoren wie etwa vegetative Funktionsstörungen, Muskelverspannungen und Schmerzen in Körperregionen, die mit dem Bezugsorgan in Verbindung stehen, wahrgenommen werden. Der Grund dafür ist, dass jedem elementaren Gefühl ein organischer Funktionskreis entspricht: Wut und Zorn manifestieren sich im Funktionskreis Leber. Kummer und Traurigkeit sind mit dem Funktionskreis Lunge assoziiert. Freude wird mit dem Herzen in Verbindung gebracht. Schwermut und Sorge beeinflussen den Funktionskreis Milz. Angst und Furcht wirken auf die Nieren.

Äußere Faktoren

Wind, Feuchtigkeit/Nässe, Trockenheit, Wärme/Hitze und Kälte können von außen in den Menschen eindringen und dessen Organismus beeinträchtigen. Qi fungiert wie eine Art Schutzschild und wirkt schädlichen klimatischen Einflüssen entgegen. Sofern das Qi jedoch schwach ist, kann es keinen Schutz mehr gewährleisten. In der Folge gewinnt das Klima die Oberhand, und es entstehen Beschwerden und Erkrankungen. In der Regel treten durch klimatische Faktoren hervorgerufene Erkrankungen plötzlich auf und manifestieren sich an der Körperoberfläche. Sie betreffen dann Haut, Muskeln, Sehnen oder Knochen.

Feuchtigkeit – Shi

Feuchtigkeit zeichnet sich durch Langsamkeit sowie Schwere aus und wird mit Ying und dem Spätsommer assoziiert. Auf der seelisch-geistigen Ebene wird sie den Emotionen Sorge und Kummer zugeordnet. Sie beeinträchtigt vor allem untere Körperregionen und wird mit dem Magen-Milz-Funktionskreis (→ Seite 34 ff.) verbunden. Entsprechend verursacht übermäßige Feuchtigkeit Beschwerden und Erkrankungen, die mit diesen Meridianen in Verbindung gebracht werden. Beispiele sind Verdauungsstörungen, Magenprobleme, dickflüssiger Vaginalausfluss, übermäßige Ausflüsse aus Nase, Ohren und Augen, Harnwegsinfektionen, chronisches Ermüdungssyndrom, rheumatische Erkrankungen, Ödeme oder nässende Ekzeme. Auch dumpfe, fest lokalisierte Schmerzen und ein Schweregefühl im Körper weisen auf pathogene Feuchtigkeit hin.

Der Feuchtigkeitstyp nimmt Nahrung gern im Übermaß zu sich, hat meistens schlechte Laune, spricht nur das Nötigste, und sein Teint ist fahl und bleich. Er reagiert sehr empfindlich auf Feuchtigkeit und leidet häufig unter depressiven Verstimmungen, Konzentrationsschwäche, Hypochondrie, Ödemen, Rheuma, niedrigem Blutdruck, Herzinsuffizienz, Verdauungsstörungen oder Magenbeschwerden.

Trockenheit – Zao

Der Gegenspieler der Feuchtigkeit ist die Trockenheit. Sie besitzt Yang-Qualität, und ihr entsprechen der Herbst, Trauer sowie die Meridiane der Lunge und des Dickdarms (→ Seite 32 ff.).

Zu den typischen Trockenheitserkrankungen und -beschwer- den zählen trockener Husten, trockener Hals, übermäßige Faltenbildung, trockenes Haar, trockene Lippen, trockene und rissige Haut sowie Nasenbluten. Aber auch Dehydration, trockene Schleimhäute, Halsschmerzen, unzureichendes Schwitzen und harter Stuhl weisen auf den Einfluss von schädlicher Trockenheit hin.

Der Trockenheitstyp ist ein eher unsympathischer Zeitgenosse und fällt durch seine übermäßige Sparsamkeit und Verschlossenheit auf. Zudem ist er humorlos und egozentrisch. Dieser Konstitutionstyp ist meist von großer und schlanker Statur und tendiert zur Austrocknung, was sich äußerlich an seinem Hautbild ablesen lässt. Er sieht oft müde und welk aus. Auch neigt er zu Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte. Darüber hinaus treten bei ihm nicht selten Kreislaufstörungen, Verdauungsbeschwerden, Magenprobleme oder Asthma auf.

Wind – Feng

Der Wind zählt zu den Yang-Phänomenen, wird mit dem Frühling, den Emotionen Zorn und Wut sowie dem Funktionskreis Leber-Galle in Verbindung gebracht. Die Leitbahnen ziehen sich entlang der Seitenpartien des Körpers. Mit Wind assoziierte Beschwerden und Erkrankungen treten plötzlich und völlig unvermittelt auf. Die Symptomatik setzt rasch ein und wandert. Ein Beispiel hierfür sind Schübe von rheumatischen Gelenkschmerzen. Darüber hinaus sind Benommenheit, Schwindel, Zittern, Ohrensausen, Husten, Fieber, Niesen, laufende Nase, Nackenschmerzen, Kopfschmerz und Krämpfe typische Wind-Symptome. Der Wind kann auch in Kombination mit Kälte oder Hitze auftreten. Besonders ist die Tatsache, dass es neben dem äußeren klimatischen Faktor Wind wie zum Beispiel Zugluft, Luftdruckschwankungen oder allgemeinen mit ihm verbundenen Wetterphänomenen auch einen sogenannten inneren Wind gibt. Dieser wird in Nieren und Leber gebildet. Charakteristisch für ihn sind Sehstörungen, steife Muskeln oder Gelenke, Bewusstlosigkeit und Schwäche.

Der Windtyp ist meist athletisch gebaut, selbstbewusst, jähzornig und leicht reizbar. Er ist besonders zug- und wetterempfindlich und hat häufig mit Beschwerden bzw. Erkrankungen wie Koliken, Halsschmerzen, Kopfschmerzen bei Erkältung, Migräne, Gelenkbeschwerden, Arthrose, Bluthochdruck, Trigeminus- und anderen ausstrahlenden Neuralgien zu kämpfen.

Wärme – Re/Hitze – Huo

Die beiden Yan-Phänomene Wärme und Hitze zeichnen sich durch ihre warmen, heißen und aktiven Eigenschaften aus. Im chinesischen Entsprechungssystem gehören der Sommer sowie der Funktionskreis des Herzens und des Dünndarms (→ Seite 37 ff.) zu ihnen. Wie die Sonne den Erdboden und die Pflanzenwelt bei übermäßiger Präsenz austrocknet oder verbrennt, können die beiden Wärme- und Hitze-Faktoren im Körper Ähnliches anrichten. Sie bewirken unter anderem Überhitzung des Körpers (z. B. Hitzschlag), Fieber, raschen oberflächlichen Puls, Palpitationen, starkes Schwitzen sowie Austrocknung, die sich z. B. in Durstgefühl, Mundtrockenheit, Verstopfung, dunklem Urin oder Kopfschmerz bemerkbar macht.

Vermengen sich Wärme/Hitze mit Feuchtigkeit, verursacht dies Erbrechen, Darmkrämpfe und Schmerzen im Abdomen.

Der Wärme-/Hitzetyp ist ein optimistischer und geistig sowie körperlich flexibler Mensch, der zudem kontaktfreudig, fantasiebegabt und leistungsfähig ist. Im Gegensatz zum Kältetyp ist ihm immer warm. Typische Beschwerden und Krankheitsbilder sind entzündliche Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen, Sonnenbrand, Fieber und Hautausschläge – sowie hoher Blutdruck und Übergewicht.

Kälte – Han

Die Kälte besitzt Yin-Qualität, wird mit dem Winter verknüpft, und ihr entspricht auf emotionaler Ebene die Angst. Darüber hinaus steht sie mit dem Nieren- und Blasenmeridian (→ Seite 40 ff.) in Verbindung, die beide in der Innenseite der Füße und Beine sowie in der Nackenregion und im Rückenbereich verlaufen. Entsprechend liegt in diesen Körperarealen das pathogene Einflussgebiet der Kälte. Kälte wirkt zusammenziehend, und behindert so den Qi- und Blut-Xue-Fluss. In der Folge kann es zu Krämpfen oder Gliedersteife kommen. Typische Symptome von schädlicher Kälte sind Impotenz, Frigidität, Durchfall (wässrig) sowie konstante und in die Tiefe ziehende Schmerzen.

Der Kältetyp hat eine hagere Physiognomie, bewegt sich langsam, hat mangelndes Selbstvertrauen und scheut die Übernahme von Verantwortung. Er ist besonders kälteempfindlich und hat häufig kalte Füße und Hände. Niedriger Blutdruck, starke sowie schmerzhafte Menstruation, Frigidität, Blasenentzündung, Nieren- und Nierenbeckenentzündung, Lungenkrankheiten und Magenkrämpfe machen diesem Konstitutionstypen oft zu schaffen.

Wichtig: Ihre Lebensweise

Spätestens bei Kinderwunsch oder während einer Schwangerschaft ist ein gesunder Lebensstil unbedingt erforderlich, da er nicht nur das seelische sowie körperliche Wohlbefinden steigert, sondern auch einen erheblichen Beitrag für eine beschwerdefreie Schwangerschaft leistet. Vermeiden Sie deshalb Stress, setzen Sie auf gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Sofern keine Komplikationen vorliegen, können Sie bis kurz vor der Geburt täglich moderat sportlich aktiv sein. Das bedeutet, dass Sie nur leicht schwitzen, eine verstärkte Atmung auftritt und Sie sich noch problemlos unterhalten können. Es spricht auch nichts dagegen, dass Sie weiterhin Sex haben.

Wunder des Lebens

Auf Java, einer vulkanreichen Insel zwischen Sumatra und Bali, auf der viele Chinesen leben, betrachtet man das ungeborene Kind als Mystiker, der in seiner Höhle meditiert und dessen Seele sich auf das Leben in der äußeren Welt vorbereitet. Vor allem in den ersten Wochen der Schwangerschaft ist das keimende Leben sehr verletzlich und bedarf ganz besonderen Schutzes. Auf dieser Entwicklungsstufe liegen Leben und Tod nahe beieinander. Dies entspricht dem biologischen Alles-oder-nichts-Prinzip der frühen Schwangerschaft: Entweder sind Störungen und Schäden reparabel – dann wird sich der Embryo zum Fötus entwickeln und als Kind geboren, oder der Embryo stirbt – dann kommt es zur Tot-/Fehlgeburt.

Werdende Mütter – vor allem beim ersten Mal – haben ein intuitives Wissen darüber, welche Veränderungen in der Schwangerschaft auf sie zukommen. Dieser archaische »Mutterinstinkt« ist die Lebensversicherung für das ungeborene Kind. Er kollidiert allerdings in der Regel mit den Anforderungen der modernen Welt: Beruf, Wohnsituation, Leistungsfähigkeit, Partnerschaft, Mobilität – das Chaos der Schwangerschaft widersetzt sich dem modernen Mythos der Mach- und Kontrollierbarkeit. Beides wird nicht ohne Kollateralschäden unter einen Hut zu bringen sein.

Geborgenheit und Sicherheit in der Bauchhöhle haben oberste Priorität für die Erhaltung des werdenden Lebens, denn die vorgeburtliche Entwicklung vollzieht sich in unzertrennlicher Verbundenheit von Körper und Seele. Deshalb sind positive Gefühle »in guter Hoffnung« so wichtig. Schon der Embryo bekommt Angst, Stress, Depression, Wut und Ohnmacht mit: Wenn Sie leiden, leidet er mit, wenn Sie voller Freude sind, ist er es auch. Tun Sie sich und Ihrem Kind etwas Gutes, indem Sie regelmäßig meditieren. So finden Sie zu Ihrer Mitte zurück und spenden Ihrer Seele und der des jungen Lebens in Ihrem Bauch wohltuende Ruhe.

Immunologisch ist das kleine Wesen, das sich in ihrer Gebärmutter eingenistet hat, ein fremder Gast, dem von der Mutter gern Unterschlupf gewährt wird. Als Kommunikations- und Servicemedium des »Gästezimmers« mit der »Herbergsmutter« dient die Plazenta (Mutterkuchen). Für die Frühphase der vorgeburtlichen Entwicklung gilt: Nichts entwickelt sich nach »Schema F« – strukturelle und funktionelle Reifeprozesse sind untrennbar miteinander verbunden. Von Anfang an entsteht ein lebender Organismus durch biologische Interaktion unter gegebenen Umständen. Alles ist auf optimale Anpassung ausgerichtet.

Erinnerungen an die frühe Kindheit erscheinen uns oftmals seltsam bruchstückhaft. Sie schimmern wie schemenhafte Formen in einem geheimnisvollen Nebel. Doch manchmal tauchen Episoden oder Ereignisse dieser Zeit schlagartig und klar umrissen vor dem inneren Auge auf – durch einen Geruch, einen Ort oder eine Begegnung aus der Tiefe geholt. Das trifft uns dann mitten ins Herz. Ein zugleich schmerzvolles und freudiges Gefühl. Wer die Geburt eines Kindes miterleben darf, wird urplötzlich vom unerklärlichen und magischen Zauber dieses Wunders der Schöpfung ergriffen. Es ist die unmittelbare Erfahrung des immerwährenden Zyklus von Entstehen und Vergehen, Veränderung und Erneuerung, Leben und Tod, Sein und Nichtsein.

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