Kitabı oxu: «Lassie, Rex & Co. klären auf»

© KYNOS VERLAG Dr. Dieter Fleig GmbH
Konrad-Zuse-Straße 3 • D-54552 Nerdlen/Daun
Telefon: +49 (0) 6592 957389-0
www.kynos-verlag.de
eBook-Ausgabe der Printversion der 8. Auflage 2021
ISBN-eBook (epub): 978-3-95464-272-4
ISBN der gedruckten Ausgabe: 978-3-95464-253-3

Mit dem Kauf dieses Buches unterstützen Sie die
Kynos Stiftung Hunde helfen Menschen
www.kynos-stiftung.de
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne schriftliche Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Für Valentina
Inhalt

Vorwort von Dorit Urd Feddersen-Petersen
1 ... und der Hund traf den Menschen – Wie alles einst begann
2 Ich, Hund, erzähle Dir mein Leben
3 Am Anfang war der Wolf – Die Ahnen
4 Wie ich Euer Begleiter wurde – Domestikation und Entstehung unserer Rassen
5 Meine Sprache, meine Stellung – Kommunikation und soziale Hierarchie
6 So werde ich, was ich bleibe – Sensible Phasen, Sozialisation und Habituation
7 Nicht immer bin ich stark – Angst, Furcht und Angststörungen
8 Manchmal kann ich auch böse sein ... – Die Aggressionen des Hundes
9 Meine Nerven sind so fein – Die Neurophysiologie des Hundes
10 Anders kann ich manchmal nicht – Stereotypien und Zwangsverhalten
11 So lerne ich rasch und gern – Erziehungsprobleme vermeiden
12 Steht zu mir, bitte! – Trennungs- und Aufmerksamkeitsprobleme
13 Auch in mir steckt ein Jäger – Jagd und Jagdhunde
14 Für meinen Menschen bin ich diensteifrig – Diensthunde und ihre Spezialisierung
15 So verstehe ich Euch besser – Gehorsamsübungen
16 Mein Sofa, ich und Ihr – Die Grenzen der Toleranz
17 Ich verdiene Euren Schutz! – Hundeschutz heute … und morgen?
18 ... und das solltet Ihr noch beachten! – Eine letzte Bitte
Danksagung
Bibliographie
Vorwort

Pasquale Piturru, Fachtierarzt für Verhaltenskunde und Tierverhaltenstherapeut, klärt in der Tat auf. Dieses von leichter Hand und mit großer Wirkung, indem er „aus Sicht eines Hundes erzählt“ und es versteht, gut verständlich, sehr lesefreundlich und abwechslungsreich sehr viel Wissenswertes zur Ethologie der Hunde zu vermitteln.
Was sich leicht liest und oft schmunzeln macht, ist jedoch weit davon entfernt, banal oder hoch bekannt zu sein, vielmehr geht Pasquale dem Verhalten nach heutigem Stand des Wissens durchaus auf den Grund und befasst sich mit wissenschaftlichen Fakten, ohne dass er jemals „oberlehrerhaft“ wirkt oder nicht zu verstehen wäre. Die Sicht der Dinge wird zudem immer wieder unterschiedlich vermittelt, so dass sich die berühmten Aha-Effekte einstellen.
Die vielen Fallbeispiele, eben das, „was anderen Hunden so geschah“, anekdotisch aufbereitet, lockern auf und veranschaulichen, was wissenschaftlich fundiert beschrieben wurde, die herausragenden Illustrationen von Eiko Weigand illustrieren das Geschriebene perfekt – sie sind einfach sehr gelungen.
So erfahren wir viel zur Biologie, zur Psychologie und zur Verhaltenssteuerung von Hunden, zu ihrem Lernen, ihrer Entwicklung und zu sinnvollen Verhaltenskorrekturen, wenn Hund-Mensch-Beziehungen Probleme bereiten oder Hunde wirkliche Verhaltensstörungen zeigen.
Die Abgrenzung dessen, was Menschen am Hundeverhalten stört von einer Störung des Tieres wird kenntnisreich und klug dargestellt. Hinzu kommen immer wieder Beispiele, warum zu oft wir es sind, die letztendlich verursachen, was uns stört.
Pasquale Piturru schafft Klarheit bezüglich irreführender Benennungen, erklärt die neuronalen Grundlagen des Verhaltens wie dessen hormonelle Beeinflussung sehr detailliert und liefert die gesetzlichen Vorschriften bezüglich der Hundehaltung, erweitert damit den Wissenshorizont eines jeden Hundehalters ganz beträchtlich.
So gelingt es ihm sehr unterhaltsam und leserfreundlich, etliche neue Fakten zur Ethologie des Hundes „bestens verpackt“ zu übermitteln.
Ich habe dieses Buch mit viel Vergnügen und Gewinn gerne gelesen.
Kiel, im März 2009
Dorit Urd Feddersen-Petersen
1

... und der Hund traf den Menschen –
Wie alles einst begann
Wau … Wau …, die Geschichte dieses Buches begann vor langer, langer Zeit, genauer: vor etwa 50.000 Jahren. Ein Feuer brennt vor dem Höhleneingang. Eine Horde Menschen frisst. Essen kann man es nicht nennen. Wölfe beobachten das Treiben aus der Entfernung. Die Menschen sehen die Wölfe, die Wölfe die Menschen. Keine Angst, doch gegenseitiger Respekt voreinander. Es scheint, als ob ein Pakt geschlossen wäre: Die Wölfe bleiben in der Nähe, ohne die Menschen zu attackieren. Und die Menschen lassen Nahrungsreste übrig, für die Wölfe nützlich.
So geschieht es über eine lange Weile. Eines Tages werden die Wölfe plötzlich unruhig. Kurze, laute Warngeräusche, Knurren und Schnaufen; die Wölfe weichen. Angespannte Stille kommt auf.
Die Menschen werden aufmerksam. Eine große Raubkatze mit extrem lang ausgebildeten Eckzähnen schleicht sich heran. Raubkatzen werden von den Menschen sehr gefürchtet; lautlos angreifend, von immenser Kraft, machen sie leicht Beute. Nun erstmals war die Menschenhorde vorbereitet: Die Wölfe haben den Menschen das bedrohliche Raubtier signalisiert. Die Raubkatze kann dank der Wölfe nicht überraschend angreifen. Die Menschen sind bewaffnet und können sich zur Abwehr strategisch formieren. Der Katze bleibt nurder Rückzug. Leichtere Beute als diese vorbereiteten Menschen sucht sie sich besser anderswo.

Das Wolfsrudel taucht wieder auf seinem Beobachtungsposten auf. Die Menschen schauen zu den Wölfen, deren Nutzen erkennend; schon fast dankbar. Die Wölfe verstehen das nicht. Doch sie profitieren davon, dass die Menschen am Leben bleiben: Leichter zu ergatterndes Fressen als deren Nahrungsreste gibt es für sie nicht. Und die Menschen meinen, dass die Wölfe sich diesmal die Futterreste redlich verdient haben.
Einige Tage später jagt ein Teil der Menschenhorde einen Riesenhirsch. Dieses Tier ist über zwei Meter hoch und ist mit einem über drei Meter breiten Geweih bewaffnet. Zudem ist es schnell und wehrhaft. Die vier zweibeinigen Jäger sind von der Hatz bereits erschöpft. Der Hirsch lässt sich zwar immer wieder blicken, doch er ist nicht zu erlegen. Wie aus dem Nichts taucht plötzlich das Wolfsrudel auf. Der Hirsch wittert die Wölfe und will fliehen. Aber es gibt für ihn nur eine Richtung, den Wölfen auszuweichen: Er hetzt in Richtung der vier Jäger. Die Wölfe scheinen das betrieben zu haben. Die Menschen nutzen die unerwartete Hilfe: Zwei Jäger postieren sich oberhalb des Fluchtweges und stürzen am Hang einen Felsbrocken auf das Tier. Der Hirsch kommt zu Fall. Die anderen beiden Jäger sind jetzt zur Stelle. Eine Lanze trifft ins Herz, die andere die Lungen: Die Jagd war erfolgreich. Kein Mensch kam zu Schaden.
Die Wölfe lauern in der Nähe. Drei der vier Menschen zerlegen das Riesentier. Der vierte achtet darauf, dass das Wolfsrudel Distanz wahrt. Jeder der Menschen wirft sich einen Wildbret-Teil über die Schulter, bevor die Gruppe sich auf den Rückweg begibt. Und die Wölfe bekommen die Reste, die Innereien, Hufe, den Schädel. Die symbiotische Beziehung zwischen Wolf und Mensch nimmt ihren Anfang.
Tage darauf, am Abend: Das Lagerfeuer der Menschen spendet Licht und Wärme, wie in so vielen Nächten, und hält bedrohliche Raubtiere fern. In der Nähe des Feuerplatzes ist es wohlig, das Lager trotzt der Kälte. Einer der Wölfe wagt sich heute einige Schritte näher an das Lager heran. Die anderen Rudelwölfe zögern. Auch einer der Menschen ist mutiger, traut sich, sich dem Wolf vorsichtig zu nähern. Die anderen Menschen bleiben in Anspannung auf Abstand, beobachten das Geschehen angestrengt.
Die beiden Mutigen sind getrennt von Horde und Rudel. Sie begegnen sich auf neutralem Niemandsland, die anderen Menschen und Wölfe beobachten argwöhnisch. Nur vier Meter trennen Mensch und Wolf. Der Mensch sinkt behutsam auf seine Knie, eine Hand an seiner Streitaxt. Der Wolf vermeidet, dem Menschen in die Augen zu schauen, kommt näher und näher. Ein knapper Meter trennt sie noch. Der Wolf schnuppert aufgeregt, angeregt, aufmerksam den Odem des Menschen. Friedlich waren sie einander noch nie so nah.
Der Mensch streckt langsam, vorsichtig den linken Arm mit offener Hand dem Wolf entgegen. Die rechte Faust umklammert sorgsam die Waffe. Der Wolf beschnuppert die offen dargebotene Hand. Und, tatsächlich, der Mensch streichelt mit den Fingern vorsichtig das Kinn des Vierbeiners. Und der lässt es sich gefallen. Kaum eine halbe Minute, länger nicht; doch beiden erscheint es wie eine Ewigkeit. Mit einem ekstatischen Gefühl, ungläubig, angerührt, stolz kehren die beiden zu Horde und Rudel zurück. Die anderen Mitglieder ihrer Gruppen staunen, sie beriechen und beschnüffeln, beschauen und begucken.
Der Bann zwischen Mensch und Wolf scheint gebrochen. Allnächtlich wiederholt sich, was beiden gefiel. Das Vertrauen keimt, die Dauer der Zusammenkünfte nimmt zu. Auch tagsüber treffen sich die beiden nun oft. Es erwächst eine symbiotische Beziehung, die Mensch wie Wolf gefällt und nützt. Andere Menschenhorden- und Wolfsrudel-Mitglieder folgen der Erstbeziehung, ermutigt durch deren Gelingen. Die einzigartig feste Freundschaft auf höchstem Austauschniveau, die es zwischen Mensch und einer Tierart gibt und nicht besser geben wird, nimmt ihren Anfang. Wau … Wau …, so könnte es begonnen haben!

2
Ich, Hund, erzähle Dir mein Leben …
Der Name, den mir meine Menschen gegeben haben, ist Dik. Ich bin ein Hund. Ich bin kein Rassetier, sondern eine Promenadenmischung. Rasse oder Mix – uns Hunden ist‘s egal. Wir bellen, also sind wir. Ich habe etwas, was meine Artgenossen nicht kennen: Ein außergewöhnlich chaotisches Herrchen.
Als junger Bursche las mein Herrchen in einem Buch von Konrad Lorenz, dass der biblische König Salomon einen Ring besaß, mit dem er die Sprache der Tiere verstehen konnte. Herrchens Lebensziel war von da an, diesen Ring zu finden. Nach einigen Jahren verstand mein Mensch, dass die Existenz des Salomonischen Ringes leider nur eine Legende war. Der Gedanke an diesen Ring weckte in ihm aber einen immensen Wissensdurst – er wollte, er musste dem Verständnis der Tiere so nahe wie möglich kommen: Neben seinem praxisorientierten akademischen Werdegang besuchte er als Wissenschaftler ständig Fort- und Weiterbildungen. Mein Mensch tat viel, sehr viel, um uns Hunde zu ergründen. Schließlich wurde er Fachtierarzt für Kleintiere, Fachtierarzt für Verhaltenskunde, Fachtierarzt für Tierschutzkunde, Master of Small Animal Science und außerdem wurde ihm die Zusatzbezeichnung „Verhaltenstherapie“ zuerkannt. Sehr nahe kam er seinem Ziel, die Sprache von uns Caniden zu verstehen. „Wir Caniden“ sind die zoologische Familie der Canidae, Hunde. Zu der zählen neben mir Haustier und meinen Kumpels auch die Wildarten Wölfe, Schakale, Kojoten, Rotfüchse und Marderhunde.

Als meines Herrchens Hund wurde ich, Dik, als Vermittler gewählt, Euch Menschen uns Hunde verständlich zu machen. Im Interesse von Lassie, Rex und anderen Artgenossen. Mein Mensch und ich beschlossen, zusammen dieses Buch zu schreiben. Da wir Hunde nicht wie Ihr Menschen Gesprächskreaturen, sondern Beobachtungstiere sind, wollte ich mich zunächst nicht äußern. Ich rede ohnehin nicht gern; ich beobachte lieber alles, und das stets und ständig. Aber es ist dringend nötig, dass die Menschen uns endlich verstehen. Deshalb stimmte ich dem Buch zu. Die einzige Bedingung war: Mein Herrchen musste mir hoch und heilig versprechen, dass er alles, was meine Freunde und ich ihm erzählten, so gut wie möglich in Eure Sprache übersetzen würde. Damit jeder Mensch uns Hunde verstehen kann. Ehrlich gesagt, eine, meiner Meinung nach, der größten Herausforderungen der Menschheit.
3
Am Anfang war der Wolf – Die Ahnen
Wir Caniden haben Euch Menschen vor etwa 50.000 Jahren getroffen; nicht Ihr uns. – Wieso? Nun, ganz einfach: Wir waren vor Euch Menschen auf diesem Planeten! Das werde ich Euch jetzt beweisen.

Die ersten Hominiden, die menschenähnlichen Tiere, stammten aus Hadar, einer Region des heutigen Äthiopiens in Ostafrika. Ein archäologischer Fund in dieser Region bewies das im Jahr 1974.
Weil die Archäologen während ihrer Ausgrabungsarbeiten den Beatles-Song „Lucy in the sky with diamonds“ hörten, wurde die gefundene, etwa 115 Zentimeter große und etwa 25 Kilogramm schwere junge, weibliche Hominide auf den Namen „Lucy“ getauft.
Vor etwa 4 Millionen Jahren begannen die Hominiden der Art „Australopithecus afarensis“ von den Bäumen zu steigen, lebten und jagten auf der Erde. Eigentlich wollten diese Hominiden ihren Lebensraum nicht wechseln, aber sie wurden dazu gezwungen: Während des Perms vor ungefähr 300 Millionen Jahren existierte ein Superkontinent Namens Pangaea. Auf diesem waren alle Landmassen der Erde zusammengefasst und von einem einzigen Meer umgeben, Panthalassa genannt.
Etwa vor 250 Millionen Jahren in der Trias zerfiel Pangaea in zwei Teile: Laurasia im Norden und Gondwana, der die südliche Hemisphäre der Erde dominierte. Ein Teil des Gondwana-Großkontinentes zog während des Juras, der Kreide und des Holozäns nach Norden. Diese Landmasse heißt heute Indien.
Als Gondwana zerriss, entstanden außerdem Afrika, Südamerika, Australien, Neuseeland und die Antarktis. Den weitesten Weg legte aber Indien zurück. Nach Millionen Jahren Reise kollidierte es schließlich mit einem Teil des ursprünglichen Laurasias, das heute Eurasien heißt. Ein Crash, der über 40 Millionen Jahre bis heute andauert. Durch die Verbindung mit Asien entstand eine rund 3.000 Kilometer lange Gebirgskette, der Himalaya. Als sich die bis zu 8.000 Meter hohen Berge aufschoben, wirkten ungeheure Naturkräfte. Der geologische Umbruch führte zu andauernden, extremen klimatischen Veränderungen auf unserem Planeten. Die Wälder in Ostafrika schwanden nach und nach, eine baumarme Savanne bildete sich.
Affen und Menschen haben gemeinsame Ahnen, die sich bereits vor etwa 5 Millionen Jahren genetisch auseinander entwickelten. Lucy zählte zu den ersten Formen der Menschenähnlichen. Vor etwa 4 Millionen Jahren begannen die Urmenschen aufrecht zu laufen, auf zwei Beinen. Von Lucy, dem „Australopithecus afarensis“, bis zu dem vor 50.000 Jahren entstandenen heutigen Menschen „Homo sapiens sapiens“ habt Ihr Hominiden Euch immens weiterentwickelt.
Okay, ganz gut; meinen Respekt dafür!
Die Vorahnen von uns Hunden allerdings kann man sogar auf 120 Millionen Jahre zurückverfolgen. Sie waren Fleischfresser, die auf dem nordamerikanischen Kontinent lebten. Meine hündischen Vorfahren spezialisierten sich auf das Jagen von Huftieren. Vor etwa 55 Millionen Jahren entwickelten sich die ersten Säugetiere mit Ansätzen von Fangzähnen. Diese Fleischfresser waren die gemeinsamen Ahnen der heutigen Fleischfresser, so der Wölfe, Katzen, Hyänen und Bären. Der direkte Vorfahre der Wölfe heißt „Cynodictis“ und entwickelte sich vor etwa 40 Millionen Jahren. Er hatte bereits die gleiche Anzahl an Zähnen wie unsere heutigen Wölfe, war aber insgesamt kleiner und hatte einen flexibleren Körperbau. Von Cynodictis über „Cynodesmus“ und „Tomarctus“ entwickelte sich der heutige Wolf: „Canis lupus“, der vor etwa 2 Millionen Jahren seine heutige Form und Größe erreichte. Auch während der Eiszeit lebte ein enger Verwandter des heutigen Wolfes, der Direwolf (Canis dirus). Er war sehr viel größer als der Lupus und starb gegen Ende der Eiszeit aus.
Der Wolf Canis lupus jedoch entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Raubtiere der Erde. Er konnte sich, ähnlich wie die Menschen, den unterschiedlichsten Umgebungen und Lebensbedingungen anpassen. Vergesst nicht – Anpassungsfähigkeit ist die Garantie zum Überleben!
Also haben die Menschen erst vor 5 Millionen Jahren begonnen, sich von den Affen zu unterscheiden. Der Cynodictis aber ist 40 Millionen Jahre alt! Den heutigen Wolf gibt es bereits seit 2 Millionen Jahren; der Mensch, die einzige überlebende Art der Gattung Homo, ist dagegen in Afrika seit rund 300.000 Jahren fossil belegt und entwickelte sich dort. Seht also bitte ein: Die Welt war längst schon unsere, als Ihr Zweibeiner zu uns gekommen seid! Unser direkter Stammvater ist der Wolf. Es ist schwierig, die Grenze zwischen Wolf und Hund zu ziehen: Die Unterschiede liegen in den für Hunde typischen kleineren Zähnen und in unserem geringeren Hirngewicht, natürlich stets relativ zu unserer Größe gesehen. Im Mesolithikum waren wir Hunde im Zuge der Wanderungen der Menschen bereits weltweit verbreitet. Über die während der Eiszeit frostfeste und damit passierbare Behringstraße kamen wir nach Amerika. Bis zum Auftauchen von Mohrmäusen waren wir dort die einzigen Haustiere und Kulturfolger.

Die Wölfe erspürten als erste Tierart, dass die Spezies Mensch diesen Planeten beherrschen würde. Denn der Mensch konnte als einziger Erdbewohner die Naturräume nicht nur erleben, sondern sie gestalten und zu seinem Nutzen formen: Allein der Mensch war befähigt, zu abstrahieren. Er konnte nicht nur Feuer machen, sondern sogar aus Rohmaterial Werkzeuge für die Jagd und den Alltag erstellen. Er konnte Wasserstraßen erschließen oder an geeigneten Orten Nutzpflanzen kultivieren. Der Mensch nutzte die Natur für sich. Er bebaute, pflegte, verehrte – was die Übersetzung des lateinischen Wortstamms „Kultur“ ist.
Die Wölfe sahen bei alledem als erste ihre Vorteile. Der römische Kaiser Julius Caesar schrieb Jahrzehnte vor Christi Geburt: „Wenn der Feind zu stark ist, muss er dein Freund werden.“ Diesem Motto folgten die Wölfe bereits vor 50.000 Jahren. Zwei Aspekte waren dabei besonders wichtig: Der Umstand, dass Mensch wie Wolf in einer hierarchischen Gesellschaft lebten und voneinander profitieren konnten. Und dass wir Caniden uns dem Rhythmus der menschlichen Evolution am besten anzupassen verstanden.
Gut so – sonst würde es heute mich, Dik, und Eure Hunde nicht geben. Was wäre Euch entgangen!
4
Wie ich Euer Begleiter wurde –
Domestikation und Entstehung unserer Rassen
Durch die Nähe zu Euch Menschen begannen wir bereits vor über etwa 50.000 Jahren damit, uns Euch anzupassen und damit einen speziellen Prozess einzuleiten: Die Domestikation. Wie der Name bereits verrät (lat. Domus = Haus), haben wir dabei im Laufe der Jahrtausende gelernt, mit Euch unter einem Dach zu leben. Unsere Domestikation liegt, chronologisch betrachtet, noch vor der Entwicklung von Ackerbau und Viehzucht. Wir sind also das älteste Haustier des Menschen. Durch die Anpassung an Euch Menschen und Eure Lebensumstände haben wir Hunde uns anders weiterentwickelt als unser Ahne, der Wolf: Unser körpereigener Fettanteil wurde größer, Muskeln und Bindegewebe dagegen schwächer, die Leistungsfähigkeit unserer Sinnesorgane reduzierte sich. Schädelkapazität und Volumen des Gehirns nahmen relativ zum Körpergewicht um 30% ab. Hey, dafür sind wir aber sexuell wesentlich aktiver als der Wolf: Man nennt das „Hypersexualisierung“. Ein Beispiel dafür ist mein guter Freund Love, ein Zwergpudel, der als Hundecasanova in der norditalienischen Hafenstadt Genua bekannt war. Er wurde 18 Jahre alt und mit 17 zum letzten Mal Vater. Dieser Bursche war der Traum aller läufigen Hündinnen.

Durch diese körperlichen Veränderungen hat sich auch unser Verhalten modifiziert: Das Scheuverhalten und die Wahrnehmungsfähigkeit haben nachgelassen. Und folglich auch unsere Reaktionen auf Umweltreize, ebenso Angst und Furcht. Die Stresstoleranz hingegen nahm zu. Nur durch diese Verhaltensänderungen war es uns Hunden möglich, uns Eurem Lebensstil anzupassen. Keine andere Tiergruppe vermochte dieses so gut wie wir. Wir haben uns so große Mühe gegeben! Deshalb sind meine Artgenossen und ich der Meinung: Wir verdienen es, dass unsere Menschen und Ihr, die Leser dieses Buches, uns ein bisschen besser verstehen lernen!
Nach unserer Domestikation begannen die Menschen, uns nach besonderen Merkmalen zu selektieren. Die Besten aus unseren Reihen aus unterschiedlichen Bereichen – nach der Begabung zu Jagd, Arbeit, Feldkämpfen in Kriegen, Wachsamkeit oder einfach die Schönsten – wurden ausgewählt und miteinander gekreuzt. Leider wurde unser Wert dabei nur von den Menschen beurteilt. Es entstanden die ersten Hunderassen. Als älteste Rassengruppe gelten heute die Windhunde, die bereits auf gut viertausend Jahre alten ägyptischen Darstellungen zu finden sind. Dann erst folgten andere Rassen.

Die Phase der Hundezucht, die sich vorwiegend auf unser äußeres Erscheinungsbild konzentrierte, begann im 19. Jahrhundert. Hierbei schlichen sich die ersten gravierenden Fehler ein, denn bei der Schaffung unserer Rassen wurden von Euch viele Kriterien übersehen. Einer Eurer Wissenschaftler erkannte im Jahre 1971 dann, dass bei der Auswahl auf ein bestimmtes Merkmal auch viele andere mit verändert werden können. Demnach entstanden durch Züchtungen art- und rassetypische Verhaltenseigenschaften.
Häufig sind diese Verhaltenseigenschaften „selbstbelohnend“. Das bedeutet: Wir brauchen kein spezielles Lob, um ein rassetypisches Verhalten zu zeigen. Das Verhaltensmuster in uns motiviert uns so sehr, dass es die tollste Belohnung ersetzt. Diese rassetypischen Eigenschaften sind durch späteres Lernen und Konditionieren nur schwer zu beeinflussen. Sie können deshalb ein Riesenvorteil sein, weil manche von uns für bestimmte Aufgaben wie das Jagen oder Schafehüten unheimlich begabt sind, aber auch große Probleme bei unserer Erziehung bereiten. Deshalb entstanden in Euren Kreisen auch mit der Zeit rassetypische Sprichwörter, etwa: „Ein Terrier ist und bleibt ein Terrier“ oder „Dickköpfig wie ein Chow Chow“ …
Aufgrund unserer einstigen gezielten Paarung für ehemals wichtige, spezielle Verwendungszwecke sind in uns auch heute noch selbstbelohnende Verhaltensweisen erhalten. Deshalb ist es für Euch sehr wichtig, zu wissen, für welche Zwecke wir eigentlich einst gezüchtet wurden. Man kann uns Hunde heute nach unserem ursprünglichen Verwendungszweck einteilen:
Vom Bauernhund bis zum Terrier
Bauernhunde, wie zum Beispiel der Bernhardiner, sind groß und mächtig. Da sie ursprünglich zum Bewachen und Verteidigen des Hofes nahe am Haus bleiben sollten, haben sie keine Neigung zum Streunen. Sie verfügen dafür über ein ausgeprägtes Territorialverhalten. Es kann daher vorkommen, dass Hunde dieser Rassen einfach etwas Anderes, für sie Interessantes, verteidigen: So wie mein Freund Alof, ein Berner Sennenhund, der die Sitzbank seines Herrchens im Stadtpark gegen jeden verteidigt …
Hirten- und Herdenschutzhunde wurden Bauernhunde, die nicht direkt am Hof lebten. Zu ihnen zählen der Maremmano-Abruzzese, der Anatolische Hirtenhund, Pyrenäenberghund oder der Kuvasz. Sie finden ihre rassenspezifischen Aufgaben noch in den Gebirgsregionen Süd- und Osteuropas sowie in Asien, wo es noch oder wieder Wölfe und Bären gibt, vor denen die Schafherden geschützt werden müssen. Sie sind ebenfalls sehr groß und haben ein mindestens ebenso ausgeprägtes Territorialverhalten wie die Bauernhunde. Außerdem leben sie selbständig und sind misstrauisch gegen alles Fremde. Denn sie sollten ursprünglich Vieh- und Schafherden gegen Wölfe, Bären, Luchse und auch Nutztierdiebe verteidigen.
Treibhunde sind etwas kleiner, dafür aber sehr wendig, denn sie mussten den Tritten der Rinder beim Treiben ausweichen können. Sie verfügen über Ausdauer, viel Temperament und Mut, da sie sich von einem wehrhaften Rind nicht beeindrucken lassen durften. Typisch für diese Rassen sind das laute Bellen und das „Zwicken“ in die Fesselgelenke. Appenzeller- und Entlebucher Sennenhund sind Vertreter dieser Rassen; auch der Rottweiler, der jedoch das meiste dieses ursprünglichen Verhaltens heute bereits verloren hat.
Schäferhunde, auch Hütehunde genannt, arbeiten ähnlich. Wie der Name sagt, hüten diese Hunde einfach alles. Der Border Collie Guar und der Australian Shepherd Diano beispielsweise hatten an ihrem ersten Hundeschultag nichts Besseres zu tun, als ihre Artgenossen zu hüten, denn Schafe gab es leider nicht. Die Hundetrainerin war deshalb ziemlich genervt. Schäferhunde sind mittelgroße Hunde, die sehr schnell sind und über eine ausgeprägte Ausdauer verfügen. Sie arbeiteten ähnlich wie die Hirtenhunde, jedoch weniger selbständig und deshalb immer in enger Bindung an ihren Menschen.
Sie sind sehr wachsam und bellfreudig. Um sich gegen wehrhafte Schafe durchzusetzen, mussten sie die Schafe auch packen können. Dieses Packen durfte aber keinesfalls zu fest ausfallen, damit die Schafe nicht verletzt wurden. Das feinnervige Differenzierungsvermögen führte dazu, dass viele unserer heutigen Diensthunderassen aus den alten Schäferhunden entstanden sind. Häufige Vertreter der Diensthunde sind beispielsweise Hovawart, Deutscher Schäferhund, Dobermann, Airedale Terrier und der für militärische Zwecke genutzte Schwarze Russische Terrier. Diese Rassen wurden speziell für den Schutzdienst selektiert. Ihre Vertreter müssen deshalb in Konfliktsituationen übermäßig aggressiv reagieren und auch beißen.
Um diesen Schutztrieb unter Kontrolle zu halten – vor allem, wenn solche Hunde in einer Familie leben – müssen sie sehr früh, gut und lange in ihrem Umfeld sozialisiert und eingewöhnt werden.

Doggenartige Hunde, auch Molosser genannt, wurden zwar auch als Wachhunde, vorwiegend jedoch zum Kampf gegen Bären und Bullen gehalten. Einige von ihnen, zum Beispiel der Broholmer, dienten auch als schwerere Jagdhunde für die Wildschwein- oder Bärenjagd. Die große Körpermasse ist das typische Merkmal dieser Rassen. Hinzu kommt bei fast allen der relativ breite, aber dafür im Schnauzenbereich kurze Schädel. Bekannteste Vertreter dieser Rassen sind der Mastiff, der Mastino Napoletano und der Boxer.
Die Spitze machen ebenfalls eine große Rassengruppe im Hundekanon aus. Hört man „Spitz“, so hat man ein bestimmtes Erscheinungsbild eines Hundes vor sich: Kurze Stehohren, spitze Schnauze und eine Ringelrute. Bei den Spitzen ist zwischen den Nordischen Hunden und den asiatischen und europäischen Spitzen zu unterscheiden.
Die Nordischen Hunde sind in drei Untergruppen zu unterteilen: Nordische Schlittenhunde, wie Siberian Husky, Alaskan Malamute, Grönlandhund und Samojede, die für ihr Leben gern laufen, zeigen keine besondere Wachsamkeit und sind kaum anhänglich. Dafür jagen sie gern. Für Nordische Jagdhunde, wie Laika, Finnenspitz, Jämthund und Norwegischer Elchhund, ist – ihr Name sagt’s – die Hetzjagd gar ihr Leben. Die Nordischen Hütehunde dagegen, wie Schwedischer Lapphund und Norwegischer Buhund, zeigen kaum Jagdpassion, bewachen dafür gern.
Die asiatischen Spitze zeigen je nach ihren Aufgabengebieten Unterschiede in den Rasseeigenschaften: Der sehr lernfähige Eurasier geriet zum exzellenten, bewegungsfreudigen Begleit- und Schutzhund mit sehr sensiblem Wesen. Der Kishu wurde speziell als Jagd- und Wachhund und der kleine Japan-Spitz als Haus- und Familienhund gehalten, der keinen Lärm machen durfte – daran hält er sich noch heute.
Die europäischen Spitze, wie Wolfs- oder Deutscher Spitz und Volpino Italiano, begleiteten die Fuhrmänner und waren wegen ihrer Wachsamkeit bestens bekannt. Im Mittelalter nannte man sie „Mistbeller“.
Pinscher und Schnauzer waren ebenfalls Begleithunde der Fuhrmänner und Stallknechte, kurz: Des normalen Volkes. Das Freihalten der Ställe von Ratten und Mäusen kam solchen Hunden zu. Sie begleiteten und bewachten aber auch die Fuhrwerke.
Daher sind diese Hunde besonders bewegungsfreudig und besitzen ein ausgeprägtes Territorial- und Jagdverhalten. Außerdem sind sie extrem bellfreudig.

Begleithunde sind auch heutzutage noch die Zwerg- oder Schoßhunde. In der Vergangenheit wurden sie auch „Salon-“ oder „Damenhündchen“ genannt. Zu ihnen zählen beispielsweise Pekinese, Havaneser, Malteser und Bologneser.
Diese Rassen eignen sich besonders gut für ältere Menschen, da sie nicht ganz so viel Bewegung brauchen. Weil diese Rassen so sehr auf ihren Menschen bezogen sind, neigen sie oft zu Trennungsängsten. Sie müssen deshalb sozialisiert und gut trainiert werden.

Erblich bedingt, neigen diese Rassen teilweise zur Wasserkopfsucht, die unter anderem auch Lernschwierigkeiten mit sich bringt.
Jagdhunde kann man anhand ihrer Spezialisierung unterteilen. Grundsätzlich jagt nahezu jeder Hund gern. Doch die Jagdhunde im engeren Sinne weisen je nach ihrer Verwendung besondere, ausgeprägte Fertigkeiten in ihrem Aufgabengebiet auf.
Niederläufige Jagdhunde wie der Dackel haben es auch heute noch „im Blut“, alles zu suchen und zu töten, was klein ist und „quietscht“ oder „fiepst“. Nicht nur Kaninchen. Deshalb sind sowohl niederläufige Jagdhunde als auch Pinscher und Schnauzer eigentlich nicht für Familien mit kleinen Kindern geeignet.
Das kann ich Euch an dem Beispiel von Brisco zeigen: Der Rauhaardackel Brisco wurde von einer Familie mit einem sechs Monate alten Kind übernommen. Brisco erschien der Familie von Anfang an sehr lieb und lustig. Er zeigte immer ein „besonderes Interesse“ an dem schreienden Kind, was Herrchen und Frauchen jedoch als Wachsamkeit und Liebe zu dem Kind interpretierten. Eines Tages ließen die Eltern das Kind auf dem Teppich im Wohnzimmer kurz unbeaufsichtigt – Brisco würde schon aufpassen. Das Kind fing an zu schreien; in Briscos Hirn jedoch kam das als Fiepen und Quietschen an. Brisco biss daher reflexartig zu – und war sogar davon überzeugt, Angemessenes getan zu haben. – Er hatte jedoch noch Glück. Statt eingeschläfert zu werden, landete er „nur“ im Tierheim, auf seinen Papieren wurde er als „Kinderbeißer“ vermerkt, sodass er wohl noch lange dort sitzen wird. Aber trägt mein armer Artgenosse denn „Schuld“, dass dieses Verhalten in seinem Naturell liegt? – Brisco sah das schreiende Kleinkind stets als potenzielle Beute an.
Bevor man sich für eine Hunderasse entscheidet, sollte man sich über die eigene Familienkonstellation und die Erwartungen an das Tier informieren. In guten, objektiven Büchern oder bei einem kompetenten, im Gegensatz zu Züchtern unparteiischen Tierarzt. Das Gespräch würde sich sicherlich lohnen und verbindet schon mit dem neuen „Familienarzt“.
So genannte Schweißhunde wie Bayerischer Gebirgsschweißhund und der ältere, mächtige Hannoversche Schweißhund mit ihrem extrem ausgeprägten Riechvermögen werden auf „Schweißfährten“ – so heißen in der Jägersprache Blutspuren – angesetzt und führen den Jäger zum Beispiel zum angeschossenen, geflüchteten Wild. Die lauffreudigen Bracken dagegen – so der ausdauernde, älteste Vorstehhund Europas, der Bracco Italiano – und alle anderen Vorstehhunde wie Pointer, Setter und Griffons dienten außer dem Vorstehen und Apportieren auch dem „Wild abwürgen“.
Wasserjagdhunde apportieren Jagdbeute aus dem Wasser, so die Retriever. Zudem noch im Wasser zu suchen und zu hetzen beherrschen grandios etwa Lagotto Romagnolo, Pudel oder American- und Irish Water Spaniel.
Stöberhunde wie Spaniel oder Deutscher Wachtelhund sind passionierte Waldliebhaber. Windhunde, von dem kleinen Italienischen Windspiel bis hin zum riesigen Irish Wolfhound, sind extrem schnell und jagen auf Sicht. Alles, auch was sich weit entfernt bewegt, kann eine potenzielle Beute sein. Je schneller die Beute sich bewegt, umso interessanter ist sie.
Ursprüngliche Jagdhunde sind auch die Terrier. Durch eine besonders große Diversifizierung in verschiedene Terrier-Rassen zeigt diese Rassengruppe weit gefächerte, unterschiedlichste Begabungen für verschiedenste Aufgabengebiete.
5
Meine Sprache, meine Stellung –
Kommunikation und soziale Hierarchie
Lebewesen interagieren und kommunizieren miteinander. Aber wo liegt der Unterschied? Eine gut befreundete Fachkollegin meines Herrchens, nämlich Deutschlands berühmteste und weltweit bekannte Kynologin Frau Dr. Dorit Urd Feddersen-Petersen, hat die Sache wunderbar auf den Punkt gebracht: Als Interaktion wird jede Verhaltensweise eines Tieres bezeichnet, die mit einer Wahrscheinlichkeit, die als nicht zufällig abgesichert werden kann, eine beobachtbare Verhaltensmodifikation des Adressaten bewirkt. Interaktion geht damit fließend in Kommunikation über. Diese liegt dann vor, wenn während der Interaktion Signale zu identifizieren sind, was überwiegend der Fall ist. Kommunikation ist die wechselseitige Form der Informationsübertragung. Sie ist nicht zufällig und benötigt einen Sender und mindestens einen Empfänger, der in der Lage ist, die Information des Senders zu entschlüsseln. Mein Herrchen hat das Glück und die Ehre, mit Frau Dr. Feddersen-Petersen intensiv zusammen zu arbeiten. Von ihr hat er schon sehr viel gelernt und wird mit Sicherheit noch einiges lernen können und das ist für uns Hunde nur von Vorteil!

Die Menschen sind das beste Beispiel für Gesprächskreaturen. Diese Art der Kommunikation wird auch „digitale“ oder „verbale“ genannt. Sie enthält Logik und Syntax. Ihr redet und redet und redet. Selbst ohne Euch zu sehen, könnt Ihr zum Beispiel dank des Telefons kommunizieren. Mir ist aufgefallen: Dies funktioniert bei den weiblichen Individuen Eurer Art offenbar besonders gut …
Wir Hunde dagegen sind Beobachtungstiere. Allein dieser Gegensatz führt bereits oft zu Missverständnissen zwischen den Spezies Hund und Mensch. Wir Hunde kommunizieren ausgeprägt im Wortsinn „augensichtlich“ – wir tauschen uns aus durch Mimiken und Gestiken. Selbstverständlich spielt die Geruchskomponente bei uns ebenso eine sehr wichtige Rolle: Wir können auch unter anderem olfaktorisch miteinander kommunizieren. Um genau zu sein kann ich Euch verraten, dass wir über ein Multi-Kanal-System kommunizieren, das heißt: optisch, akustisch, taktil, olfaktorisch und gustatorisch. Wir kommunizieren also auch chemisch.
Unsere Art der Kommunikation wird auch „analoge“ oder „non verbale“ genannt.
Während Ihr Menschen Euch gleichzeitig der digitalen und analogen Kommunikation bedient, kommunizieren wir Hunde hingegen nur analog.
Tatsächlich ist es so, wenn wir bellen oder andere Lautäußerungen von uns geben, verbalisieren wir nicht, sondern wir vokalisieren (verbalisieren = reden – vokalisieren = Laute von sich geben).
Wölfe verfügen im Kopfbereich über elf Ausdrucksregionen mit jeweils zwei bis dreizehn verschiedenen Signalmöglichkeiten. Bei einem erwachsenen Wolf sind bis zu 60 verschiedene Gesichtsausdrücke zu unterscheiden. Wir Hunde dagegen haben wegen unserer extremen Rassenunterschiede Defizite in der Kommunikationsvielfalt. Je stärker unser Erscheinungsbild von dem unserer Ahnen abweicht, umso mehr verarmt unsere Sichtkommunikation. Die Anzahl möglicher Gesamtausdrücke im Bereich des Kopfes beträgt zum Beispiel beim Zwergpudel 14 und beim Deutschen Schäferhund 16, für den Alaskan Malamute hingegen wurden 43 Minen analysiert.
Mit unserer Rute schaffen ich und meine unkupierten Freunde über zehn unterscheidbare Stellungen mit Signalfunktion. Vielleicht versteht Ihr Menschen nun, warum das in Deutschland verbotene Kupieren von Ohren und Rute uns schwerstens schädigt: Es nimmt uns unsere Sprache!
Wir kommunizieren nie mit einzelnen Signalen. Mimik, Blickkontakte sowie die Körperhaltung und – im Unterschied zum Wolf – auch die Lautgebung vermitteln eine Sammelinformation über unseren emotionalen Zustand, wenn wir denn „reden“.

Wölfe bellen selten, sie heulen meist. Vor allem, wenn sie vom Rudel getrennt sind – als Ortungssignal. Gebellt wird nur im Ernstkampf oder als Warnung gegenüber Jungtieren. Warum wir Hunde bellen, blieb bis heute rätselhaft. Die meisten Fachwissenschaftler, Kynologen genannt, meinen, unser Bellen sei eine domestikationsbedingte, Aufmerksamkeit erheischende Änderung des Ahnenverhaltens. Aber das stimmt nicht hundertprozentig. Beiß-, Kampf- und Rennspiele zum Beispiel werden von spezifischen Bellformen begleitet. Weshalb wir so unterschiedlich und oft bellen, weiß auch ich nicht genau. Und wenn ich es wüsste, würde ich es Euch nicht sagen. Über unser Bellen werden wir Hunde nicht alles verraten.
Aber Ihr sollt wissen: Wir sind, obwohl vorwiegend Beobachtungstiere, sehr wohl in der Lage, mehrere Eurer Wörter zu verstehen. Mein Artgenosse Rico aus Leipzig ist der Beste: Mit insgesamt mehr als 200 verschiedenen Worten übertrifft sein Vokabular sogar das von trainierten Affen, Delfinen, Seelöwen und Papageien. Ein solches Verständnis erfordert langwierige Übungen. Es beinhaltet nicht, dass wir auch Eure Rhetorik, Eure umständliche oder elegante Form des Gesagten, verstehen.
Komplizierte Satzkonstruktionen bleiben uns ein Rätsel. Der Dalmatiner Branko etwa hat ein Frauchen, das stets an einen intellektuellen Partner im Hund appelliert: „Brankilein … wir haben doch darüber gesprochen: Du darfst jetzt bitte nicht im Park bellen. Die Nachbarn halten Mittagsruhe; weißt Du doch, mein Liebster …“. – Der Liebste aber versteht allenfalls die Intention von Gestik und Tonlage: Halt die Schnauze, Hund! – Oft aber kann Branko rein nichts verstehen. Weil er sich bereits aus dem Staub macht, wenn sein Frauchen zur Rede anhebt … – Soll heißen: Wir Hunde brauchen kurze, knappe, prägnante verbale Kommandos.
Wir setzen Kot und Urin sowie Sekrete der Analdrüsen als Duftsignale ein. Dadurch tauschen wir miteinander Informationen aus über Territorium, Rang, Fortpflanzungszyklus. Wo Kot abgesetzt wurde, wird hinterher häufig gescharrt, um die Düfte zu verbreiten. Deshalb ist Hundehaltung ausschließlich auf Betonboden tierschutzwidrig, denn die Scharr- und Grabebedürfnisse bleiben auf solchem Terrain unbefriedigt.
Wir Hunde kommunizieren auch über den Tastsinn, das bezeichnet man als „taktil“. Einen Großteil unserer Tagesaktivität widmen wir gegenseitigem Belecken. So lecken wir uns bei der Begrüßung, der Unterwerfung und im Sozialspiel. In unserer hündischen Kommunikation können wir unterscheiden:
Das Distanzfeld
ist der Bereich der potenziellen Nachrichtenübertragung. Dort lesen wir unter anderem Kot-, Urin- und Analdrüsenmarkierungen. Es handelt sich hier um eine Art von Telekommunikation, ähnlich Euren Briefen. Ihr erfahrt etwas über andere, ohne einander zu sehen. Man nennt das ein „orientierendes Verhalten“.
Das Nahfeld
dagegen ist der Bereich, in dem wir direkt miteinander kontaktieren. Es herrscht ein permanenter Informationsfluss und -austausch. Man nennt das ein „orientiertes Verhalten“.
Das Kontaktfeld
ist der engste aller Bereiche. Hier kommt es zu körperlichem Kontakt, also zur taktilen Kommunikation.
Taktil kommunizieren wir zum Beispiel bei Rangauseinandersetzungen, beim Wegdrängen, Hinterteilrempeln, Anrempeln oder Kopfauflegen als Imponiergeste. Das Berühren ist für uns Hunde sehr wichtig. Die meisten Menschen verstehen jedoch falsch, was wir damit meinen. „Den Kopf auf das Menschenbein legen“ zum Beispiel wird von Euch häufig als Aufforderung zum Streicheln interpretiert. Tatsächlich ist es jedoch mitunter eine Imponiergeste. Ihr müsst auf unsere Körperhaltung und Mimik achten und die Situation berücksichtigen, in der wir dieses Verhalten zeigen. Dann müsste alles klar sein. Ebenso werden wir Hunde von den Menschen häufig nur belächelt, wenn wir „aufreiten“, „ihre Beine decken“. Insbesondere wenn eine Hündin so etwas tut oder ein Rüde bei einer männlichen Person, so wird es häufig als Perversität oder tierische Homosexualität verstanden. Der lustige Yorkshire Rammi wurde deswegen sogar kastriert. Sein Verhalten hat sich aber danach keineswegs verändert; nach menschlichem Empfinden rammelte Rammi genauso fröhlich weiter wie zuvor, also alles und jeden.
Das Aufreiten hat jedoch überwiegend rein gar nichts mit sexueller Erregung zu tun! Es handelt sich dabei schlichtweg um eine Imponiergeste oder ein Anzeigen sozialer Ansprüche. Bei Wölfen würde man von Dominanzverhalten sprechen. Bei uns ist alles schwieriger. Wir Hunde benutzen unsere Genitalorgane nämlich ausschließlich, um uns zu vermehren. Eine solch ausgeprägte Vielfalt der Genitalnutzung wie bei der menschlichen Spezies ist uns unbekannt …
Das oberste, unbewusste Ziel eines Lebewesens besteht darin, die eigenen Gene an die nächste Generation weiterzugeben. Biologisch betrachtet wird das „Fitness“ genannt! Auch uns Hunden ist ein starker Überlebenswille und das Ziel, möglichst viele Nachkommen zu zeugen, angeboren – auch wenn dieses auf Kosten von Artgenossen geschieht. Die Menschen sagen: Je mehr Nachkommen ein Tier hat, umso größer ist seine „direkte bzw. individuelle Fitness“. Es gibt auch eine „indirekte bzw. inklusive Fitness“. Sie ist der indirekte genetische Beitrag eines Individuums zur nächsten Generation durch Unterstützung von Verwandten, die nicht seine eigenen Nachkommen sind, wodurch letztlich Verwandte entstehen, die ohne diese Unterstützung nicht existierten. Kurz gesagt: Die Welpen meiner Schwester! Die Summe aus direkter und indirekter Fitness eines Individuums ergibt die „Gesamtfitness“.
Über Kommunikation können Rangpositionen geklärt werden; Kommunikation hilft, den Ernstkampf zu vermeiden, wo immer es geht. Kommunikation kann also zur Steigerung der Fitness beitragen.
Damit es aber zu Nachwuchs kommen kann, braucht man einen gesunden und kräftigen Körper, selbstverständlich eine gewisse Intelligenz, einen Fortpflanzungspartner und ein Territorium, das Futter, Wasser, Schutz und die Möglichkeit zum Aufziehen der Jungen bietet. Diese lebensnotwendigen Dinge nennt man „Ressourcen“: Also alles, was für den Erhalt und die Steigerung unserer (individuellen) Fitness erforderlich ist.
Die Fähigkeit, für sich solche Ressourcen zu sichern, nennt man „Ressource Holding Potential“ (RHP). Das RHP ändert sich ständig im Laufe unseres Lebens, denn es ist abhängig vom Alter sowie vom körperlichen und geistigen Zustand.
Wir Hunde müssen genau wie Wölfe zwingend in einer Gemeinschaft leben, was der Wissenschaftler „sozial obligat“ nennt. Um in einer Gesellschaft zusammen zu leben, benötigt man feste Regeln: Eine Rangordnung ist für unser Leben deshalb notwendig. Ohne die würde ständig Streit innerhalb des Rudels entstehen. Denn jedes Tier würde versuchen, die besten Vorteile für sich in Anspruch zu nehmen. Streit im Rudel jedoch wäre für alle Mitglieder nachteilig, denn einzelne Tiere würden schwerstens verletzt werden. Und damit wäre die Fähigkeit der Gemeinschaft zur Verteidigung und zur Jagd beeinträchtigt, das Überleben des Rudels gefährdet. Dank der Rangordnung ist der Zugang zu den vorhandenen Gütern geregelt.
Die Rangordnung
im Rudel ändert sich je nach Lage und Lebensumständen der Gemeinschaft. Bei den Wölfen dürfen sich zum Beispiel nur die ranghöchsten Tiere fortpflanzen. Bei uns Hunden liegt die Entscheidung darüber meist in menschlicher Hand. Uns Hunden ist dies jedoch nicht bewusst; deshalb drängt es uns stets, in einer Gruppe in der Rangordnung aufzusteigen. Rangordnungen bilden wir aber nur untereinander, nicht mit Euch, denn Ihr lebt ja anders.

Ein hoher Rang bzw. ein guter Handlungsspielraum bietet viele Vorteile – vor allem die Möglichkeit, sich fortzupflanzen. Jedem Lebewesen der Erde ist der Drang mitgegeben, seine individuelle Fitness zu vergrößern. Wir verhalten uns deshalb „sozial expansiv“, das heißt wir drängen in unserer sozialen Stellung nach oben. Der Drang, in der Rangordnung aufzusteigen, ist aber nicht bei allen von uns gleich stark ausgeprägt.
Dominanz
Es gibt Hunde, die sich sozial expansiver als andere benehmen. Viele Menschen nennen einen extrem sozial expansiven Hund „dominant“. Wie oft muss ich beim Spazierengehen mit meinem Herrchen hören: „Oh, Sie haben einen so ausgeglichenen Hund. Meiner dagegen ist ein beherrschendes Tier. Ich kann mit ihm weder in eine Hundeschule noch ihn mit anderen Hunden spielen lassen, weil er alle attackiert. Er ist so dominant. Er ist sicherlich ein ‚Alpha-Tier‘ „.
Das ist aber falsch! Solche Hunde befinden sich weit weg von der ranghöheren Position. Meistens verhalten sich einige von uns so, weil sie entweder vom Menschen oft unbewusst falsch oder gar nicht erzogen worden sind. Dominanz bezeichnet eine Eigenschaft von Beziehungen und nicht von Individuen.
Das Wort „Dominanz“ beschreibt lediglich das Verhältnis zweier Lebewesen zueinander, aber nicht Wesen oder Charakter eines einzelnen Tieres.
Dominanz ergibt sich aus dem Umgang zweier Individuen miteinander, nicht im Umgang mit einer Gruppe. Beide Tiere sammeln Informationen über die Stärken und Schwächen des anderen. Dominanz bezeichnet also eine Regelhaftigkeit in einer dyadischen Beziehung, also in einer Beziehung zwischen jeweils zwei Tieren.
Dominanz ist nicht angeboren, sie entwickelt sich bestimmten Tieren gegenüber – oder eben auch nicht. Sie ist immer abhängig von den Fähigkeiten oder Möglichkeiten des anderen Hundes. Jeder Hund kann sich demnach dominant verhalten und tut es dann auch, wenn das Gegenüber dies zulässt. Das ist ein fachlich fest stehender Begriff, der oft so mir nichts dir nichts für eine subjektive Ausrichtung missbraucht wird.
Rangpositionen
Aus den Dominanzbeziehungen wird dann auf die Rangordnung oder Hierarchie rückgeschlossen. Es handelt sich dabei um die Gesamtheit aller Dominanzbeziehungen.
Wenn ein Hund auf die Welt kommt, wird er in eine bestehende soziale Struktur und ein Gefüge von Beziehungen hineingeboren. Während wir uns innerhalb dieser sozialen Hierarchie entwickeln, lernen wir von der Mutter, den Geschwistern und anderen Gruppenmitgliedern Verhaltensweisen für den Umgang miteinander, zum Beispiel lernen wir miteinander zu kommunizieren und die verschiedenen sozialen Positionen zu akzeptieren. Nur unter lebenswichtigen Umständen werden sie infrage gestellt. Keiner profitiert davon, wenn es innerhalb der sozialen Gruppe unnötige Streitereien gibt. Tiere mit großem Handlungsfreiraum haben es zumeist nicht nötig, übermäßig aggressives Verhalten zu zeigen, weil ihre Position selten ernsthaft gefährdet wird. Ranghöhere Wölfe zum Beispiel haben meist nicht die schärfsten und längsten Zähne. Sondern sie verfügen über eine höhere soziale Intelligenz, lernen besonders schnell und können sich kraft ihrer Erfahrung und Begabung durchsetzen. Ranghöhe und Autorität beruhen nicht auf körperlicher Überlegenheit, sondern auf Führungsqualitäten. Ranghohe Wölfe und auch Hunde sind eben souveräne Tiere. Frau Dr. Esther Schalke, die nette und kompetente Fachkollegin meines Herrchens, fasste das trefflich zusammen: „Wer es nötig hat, zeigt Zähne“. – Ich mag das Wort „dominant“ nicht. Ich denke, es gibt Hunde, die sozial expansiver sind als andere, ranghöhere und rangniedrigere Tiere eben.
Das wird auch durch die möglichen Rangordnungen nicht nur unter Haushunden, sondern auch bei Wölfen bewiesen. Hier gibt es zum Beispiel zirkulare Rangordnungen, auch Dreiecksbeziehung genannt, wo A B dominiert, B über C dominant ist, der seinerseits A dominiert, und die transitive Rangordnung. Diese unterteilt sich in eine pyramidale Form, wo A jeweils B und C dominiert, und in lineare Form, wo A die Tiere B und C und B C dominiert.
Durch Beziehungen unterschiedlicher Qualität kommt es zu abhängigen Rängen: In An- oder Abwesenheit bestimmter Tiere kann ein Individuum im Rang „auf-“ oder „absteigen“.

Alpha-Tiere und Ranghöhere
In einer Gruppe von Ranghöheren gibt es auch nicht nur ein „Alpha-Tier“. Je nach Notwendigkeit in der Situation der Gruppe übernimmt jenes Tier die Führung, das in dieser Lage und in diesem Moment gerade die beste Auffassungsgabe hat. Jenes Tier, das sein Rudel Erfolg versprechend leiten kann. Selbstverständlich sind es häufig dieselben Tiere, die die führenden Rollen übernehmen. – Deshalb rede ich immer von „ranghöheren“ Tieren und nicht von „dem Alphatier“.
Um Führungsqualitäten zu haben, muss man souverän sein und stets den Eindruck erwecken, alles unter Kontrolle zu haben. Die Deckung des täglichen Bedarfs und die Schadensvermeidung seiner Mitglieder sind die wichtigsten Dinge, die eine Gruppe intern regeln muss.
Ständige Auseinandersetzungen wegen – für die Gemeinschaft unwichtiger – Kleinigkeiten würden nur psychische und körperliche Kräfte kosten. Ein geordnetes und entspanntes Zusammenleben im Rudel wäre unmöglich. Daher vermittelt es uns Hunden Sicherheit und eine gewisse Gelassenheit, wenn wir unsere Position in einer festen Rangordnung eindeutig zugewiesen bekommen.
Und das gilt nicht nur für eine Hundegruppe, sondern auch für den Hund in einer menschlichen Familie. Mein Herrchen hat mir in seiner Familie meinen festen Platz zugeteilt, hat mir vermittelt: „Dies, Dik, darfst du. Und jenes darfst du nicht.“ Denn ich Hund brauche eine klare Positionszuweisung, um zufrieden zu sein.
Pulsuz fraqment bitdi.