Kitabı oxu: «Der Barometermacher auf der Zauberinsel»

Şrift:

Ferdinand Raimund

Der Barometermacher auf der Zauberinsel


Veröffentlicht im Good Press Verlag, 2020

goodpress@okpublishing.info

EAN 4064066109042

Inhaltsverzeichnis

Personen

I. Aufzug

II. Aufzug

"

Zauberposse in zwei Aufzügen

von Ferdinand Raimund

Musik Wenzel Müller

Erstaufführung am 18. Dezember 1823 im Theater in der Leopoldstadt

Personen

Inhaltsverzeichnis

fee rosalinde lidi, erste Nymphe tutu, Beherrscher einer Zauberinsel zoraide, seine Tochter linda, ihre Kammerzofe hassar, Tutus Leibdiener bartholomäus quecksilber, Barometermacher aus Wien zunko, Anführer von Tutus Leibwache der leibarzt des tutu zadi, ein Waldbewohner ein anführer der zauberarmee erster, zweiter matrose ein anführer der zwergenarmee erster, zweiter, dritter, vierter zwerg erste, zweite, dritte, vierte amazone ein sklave eine wache schärpe, horn, stab (Stimmen)

Nymphen, Amazonen, Tutus Dienerschaft, Volk, Matrosen, Soldaten der Zwergenarmee, Genien

I. Aufzug

Inhaltsverzeichnis

1. szene

(Feenpalast. fee rosalinde auf einem Blumenthron, der zur Seite steht. lidi und nymphen gruppieren sich um sie herum. Musik, Tanz.)

lidi (nach dem Tanze). Vergiß nicht, erhabene Fee, daß heute wieder hundert Jahre verflossen sind, und daß du dich entschließen mußt, die Zaubergaben wieder einem der Sterblichen zu verleihen.

fee. Verdienen denn die Menschen der heutigen Zeit, daß eine Fee ihrer auch gedenkt?

lidi. Es gibt mitunter noch recht artige Menschen, denen ich gar nicht feind bin.

fee. Du scheinst mir von jeher mehr Vorliebe für sie zu haben, als der Feenwelt anzugehören. Ich bedaure dich, denn ich kenne diese Menschen; uns Feen selbst schont ihre Sucht zu spotten nicht mehr. Müßte ich nicht den Spruch des Schicksals erfüllen, ich würde die Zaubergaben auf ewig in ihrer Vergessenheit ruhen lassen.

lidi. Wem willst du sie denn zuwenden? Du mußt dich dazu entschließen.

fee. Ein verhaßter Zwang! Wer verdient noch glücklich zu werden? Beglückte ich einen Armen, so mißbrauchte er im frechen Übermut meine Gaben; wandte ich sie einem Reichen zu, so waren sie für ihn nur eine neue Quelle, den Armen zu höhnen. Wem soll ich sie verleihen?

lidi. Überlasse es dem Zufall. Lasse sie jenen finden, der in diesem Augenblicke sich am nächsten bei den Ruinen im Palmentale, in welchem diese Zaubergaben aufbewahrt sind, befindet.

fee. Lidi hat recht; nach Zufall will ich meine Gaben spenden. Ich will sehen, wer in diesem Augenblicke bei den Ruinen weilt.

(Musik. Die Hinterwand geht auf; man sieht in einer ovalen

Öffnung die nächstkommende Szene en miniature abgebildet,

und Quecksilber, durch einen Knaben repräsentiert, auf einer

Ruine sitzen. Die Musik spielt sehr piano den Gesang von

Quecksilbers nachfolgender Arie. Nach der Musik beginnt die

Prosa).

alle nymphen. Das ist ein spaßiger Mensch.

fee. Wenn mich meine Feenkraft nicht trügt, so ist es ein lebenslustiger Mensch, der dem Scherze huldigt; solche Menschen sind in der Regel nicht die schlimmsten.

lidi. Er hat sich just etwas Lustiges gedacht.

fee (winkt und die Erscheinung verschwindet). Schlagt in dem Lexikon der Menschheit nach, wer der Fremdling eigentlich sei!

lidi (befolgt es). Er nennt sich Bartholomäus Quecksilber, ist ein zugrund gegangener Barometermacher, sehr verliebt, von sehr lustigem Humor, welcher Schiffbruch gelitten und auf dem Wege ist, sein Glück zu suchen.

fee. Es soll ihm geholfen werden. Umgebt mich; ich wende dem Fremdling die Gaben zu.

(Musik. Sie zieht mit ihrem Stabe einen Kreis. Melodram.)

Horn, Stab und Schärpe soll er finden,

Du, Lidi, sollst ihm den Gebrauch verkünden;

Empfiehl ihm wohl, sie weise zu benützen,

Will er sie lang und vorteilhaft besitzen.

(Die Fee, Lidi und die Nymphen entfernen sich.)

2. szene

(Verwandlung. Die vorige Gegend im großen. Seitwärts eine Ruine.

Im Hintergrund die See. Man hört das Ritornell von Quecksilbers

Arie.)

quecksilber (tritt vor. Arie). Was braucht man Barometer Auf dieser Welt noch mehr? Ein jeder macht sichs Wetter, So wies ihm gfällt, daher: Auf Schön zeigts bei den Reichen, Bei Stutzern zeigts auf Wind, Auf Regen steht das Zeichen, Wo arme Schlucker sind. Bei Schönen, in der Regel; Zeigts auf Veränderlich, Auf Stürme bei dem Flegel, Und Schnee bedeuts für mich; Doch Schicksal, es ist schade, Daß d mich verfolgst mit Gwalt! So lang der Gönner Gnade Nicht auf dem Gfrierpunkt fallt. Das ist eine prächtige Profession, das Barometermachen, man kann verhungern alle Tag. Hab ich unglückseliger Mensch aufs Meer müssen, um die wilden Völker des Erdbodens durch meine Kunst in Erstaunen zu setzen, und jetzt wirft mich das Schicksal auf diese Zauberinsel, wo ich noch nichts gesehen hab als ein paar Kanarienvögel, oder was sie waren, und einen Elefanten mit drei Füß. Na, die werden doch keine Barometer brauchen!—Weil ich nicht zugrund gegangen bin, so ist wenigstens das Schiff zugrund gegangen, bloß, weil ich Unglücksvogel darauf war. Die Matrosen haben schon von weitem diese Feeninsel verflucht, weil ein jedes Schiff scheitert, das in ihre Nähe kommt. Richtig wars so—sie haben sich in einem Schinakl gerettet, und ich hab mich an mein Barometer anghalten und bin dahergschwommen. Das war noch mein größtes Glück, daß ich den vorigen Sommer zweimal im Prater in der Schwimmschul war und zugeschaut hab; da hab ichs abgespickt, sonst wärs nicht möglich gewesen. Und just ich bin so unglücklich! Da hab ich ein Busenfreund gehabt; das war ein Rauchfangkehrer; das war so ein schmutziger Mensch, im ganzen Gsicht voller Ruß, und weil er Glück hat ghabt, ist er gnädiger Herr geworden, der sich gewaschen hat. Aber mir gschieht recht! Oh, mir gschieht recht! Meine letzte Amour, die ich verlassen hab oder, wie man in der hohen Dichtersprache sagt, der ich den Stecken gegeben hab, hat noch beim Abschied prophezeit: Oh, sagt sie, Bartel! sagt sie, dir wirds nach Haus kommen, sagt sie, Bartel!—Mein erstes Unglück war mein neuer Buchdrucker, der laßt mir unglücklicherweise auf meinen Zetteln auf die Barometer überall den ersten Buchstaben aus. Zum Beispiel, statt kaltes Wetter, laßt er das k aus, steht droben: altes Wetter;—so bei warmer Wind—armer Wind. Ich siehs nicht, verkaufs, die Leute glauben, ich bin ein Narr, lassen nichts mehr bei mir machen. Kein Verdienst! Wie ich eine Weile im Wirtshaus nicht gezahlt hab und hab vom Kellner was begehrt, so ist der Barometer seiner Dienstfertigkeit aufs Hinauswerfen gstiegen, und wann ich mich nicht gschwind aus dem Staub gmacht hätt, so wär er auf Schläg gfallen.—Was war also zu tun, als mein letztes Bissel zu verkaufen und in die weite Welt zu gehen.—Da steh ich nun allein und verlassen, ein Fruchtbaum in der Wüste. (Weint.) Doch von all dem rauschenden Geleite, wer harret noch liebend bei mir aus? Dieser edle Magen! Der einzige Schmarotzer, der mir die Ungelegenheit macht, treu zu bleiben. Just gibt er wieder eine Bittschrift ein, um was zu essen.—Schicksal, wenn du eine Ehr im Leib hast, so laß mich nicht verhungern. (Unterirdische Musik, leise.) Was ist das? Eine musikalische Akademie unter der Erde?

stimme des hornes. Wer will auf mir blasen? quecksilber. Eine kuriose Frage!

stimme der schärpe. Wer will mich tragen? quecksilber. Den soll man tragen, der kann vielleicht siebzig Zenten schwer sein.

stimme des stabes. Wer will mich schwingen? quecksilber. Jetzt will der wieder geschwinget sein! Was heißt denn das?

stimme des hornes. Geh, blas mich!

stimme der schärpe. Geh, trag mich!

stimme des stabes. Geh, schwing mich!

alle drei zusammen. Dein Glück wird es sein.

quecksilber. ich weiß nicht, was ich denken soll! Blasen, tragen und schwingen? Man kann sich dabei denken, was man will. Aber es soll mein Glück sein, also frisch! Ich blas dich! Ich trag dich! Ich schwing dich! Herauf! Herauf!

(Donnerschlag. Es steigen drei Postamente aus der Erde, auf denen ein silbernes Waldhorn, eine Schärpe und ein goldenes Stäbchen liegen. Kurzer unterirdischer Chor.)

quecksilber. ein Waldhörndel? Nu, Stadthörndel hab ich schon genug getragen. Eine Binden, mit Ochsenaugen garniert?

(Eine schwarze Schärpe mit runden Zauberzeichen.)—

Und ein goldenes Ausklopfstaberl?—Was sind denn das für Kindereien? Einen Menschen so für ein Narren halten! Was ist denn das für ein unterirdischer Sozius? Wann er nur heraufkäm, ich nehmet mir die Freiheit und schlaget ihm mein Barometer an Kopf, daß die Scherben davonfliegen.

(Donnerschlag. Die Ruinen verwandeln sich in ein hellrotes

Wolkenzelt, mit weißen Rosen garniert. Kurze Musik.)

lidi (in Begleitung von drei Genien tritt heraus). Undankbarer, frevle nicht.

quecksilber. Himmel was ist das! Welch eine krudelschöne Person! Nymphe des Waldes oder Donna del Lago! Nimm die Huldigung des miserabelsten aller Barometermacher.

(Die drei Genien nehmen die drei Gaben von den Postamenten, welche verschwinden.)

lidi. Horch auf!

Die Gaben, die du siehst,

Von großem Zauberwert,

Sind durch des Zufalls Macht

Dir zum Gebrauch beschert.

quecksilber. Die spricht in Versen, da muß ich auch ein paar

Reim loslassen.

Verzeihe mir den Schimpf,

Hochwohlgeborne Nymph!

Daß ich auf deine Gab

Vorher geschmälet hab.

Doch wie soll ichs denn machen

Mit diesen Zaubersachen,

Daß sie mir nützlich sind,

Ich bitte dich geschwind,

Verehrungswürdge Fee,

Oh, sag es mir! geh! geh!

die drei genien (lachen ihn aus). Ha, ha, ha.

quecksilber (sieht sich beleidigt um). Jetzt schauts die Kinder an aus dem verwunschenen Waisenhaus. Lachen die einen gebildeten Mann aus, der in Knittelversen spricht.

lidi.

Wenn du den Stab hier schwingst,

Ist dir der Zauber hold,

Was du mit ihm berührst,

Verwandelt sich in Gold.

Du kannst durch deine Macht

Die höchste Kleiderpracht,

Brillanten dir erwinken,

Läßt du den Stab nur sinken.

Und dürstest du vielleicht

Einmal nach Kriegestaten,

So bringt ein Stoß ins Horn

Dir tapfere Soldaten.

Bedeckt die Binde dich,

Und wünschest du dich fort,

So findest du dich flugs

An dem ersehnten Ort.

Bewahr die Gaben wohl,

Wenn sie dir einmal schwinden,

Mußt du s durch eigne Kraft

Hiernieden wiederfinden.

(Sie geht zurück. Das Zelt verwandelt sich wieder in die Ruine.)

die drei knaben (geben ihm die Gaben und rufen ihm mit dem Finger drohend zu). Du! (Alle drei lachend ab.)

quecksilber (allein). Das ist eine unartige Brut! Nu ja, solche Feenkinder! Die Eltern schauen ja nicht darauf, lassens halt so bloßfüßig herumlaufen.—Aber das Glück! Das Glück! Wer hätte sich morgen das gedacht, daß ich heute so glücklich werden sollt? Wenn nur jetzt geschwind jemand da wäre, den ich vor Freuden embrassieren oder massakrieren könnt.

3. szene

(matrosen kommen auf einem Boote angefahren. voriger.)

chor.

Freude! Freude! Freude!

Freunde, hier ist Land!

Laßt die See nur brausen,

Und die Winde sausen,

Eilet an den Strand!

(Sie springen ans Land.)

erster matrose. Diesmal sind wir glücklich davongekommen. War das ein Sturm! Einen ganzen Tag haben wir vergebens herumgerudert, und doch hat uns der Zufall auf dieser verwünschten Feeninsel landen lassen. Einen Menschen hier zu treffen, ist, soviel ich sehe, gar keine Hoffnung!

quecksilber. Bedank mich; also muß ich einem Vieh gleichsehen?

erster matrose (sieht das Barometer auf der Erde). Kameraden, seht, da liegt ein Barometer. (Hebt es auf.)

quecksilber. Lassen Sie anderer Leute Sachen stehen.

alle. Der Barometermacher!

erster matrose. Wie kommt denn der Schuft daher? Er ist ohnehin an unserem Malheur schuld, weil wir die Mißgeburt auf dem Schiff hatten.

quecksilber. Das wird der erste sein, an den ich bronzier; der kriegt goldene Schläge!

erster matrose. Was? Du Seehund! Du Meerschwein!

quecksilber. Ich bitt Sie einzuhalten mit Ihren ästhetischen Benennungen. Jetzt werden wir gleich aus einem andern Ton sprechen. Nieder mit euch; erkennt in mir euren Gebieter, wenn ihr nicht verhungern wollt! Eine mächtige Fee hat mir diesen Zauberstab gegeben; alles, was ich damit berühre, kann ich in Gold verwandeln.

alle (lachen).

erster matrose. Der Bursche muß Tollpflanzen gegessen haben, er ist närrisch geworden.

quecksilber. Was? (Läuft zu dem Boot, berührt es, dieses verwandelt sich schnell in ein segelfertiges Schiff von gediegenem Golde.) Nun?

alle matrosen (fallen auf die Knie). Herr, wir sehen deine Macht! Kannst du uns verzeihen?

quecksilber. Oui! Steht auf, ihr seid von nun an in meinen

Diensten. An Gold solls euch nicht fehlen, und wer sich besonders gut aufführt, den laß ich zum Lohn im Feuer vergolden.

alle. Hurra!

quecksilber. Und jetzt sagt mir, was ihr von dieser Insel wisset!

erster matrose. Sie stehet unter dem Schutz einer mächtigen

Fee. Es gelingt nur selten einem Fremden zu landen, und Tausende haben schon in diesen Wellen ihr Grab gefunden. Unser Kapitän nur war so kühn und so glücklich, auf der Ostseite an den Strand zu kommen, und erzählte, daß sich ein mächtiges Reich dort befindet, dessen Fürst eine sehr schöne Prinzessin zur Tochter hat, welche die Natur mit außerordentlichem Verstande beschenkt haben soll.

quecksilber. Da ist von dem meinigen auch eine Portion dabei; darum ist mir immer etwas abgegangen. Also bon! Dieses Wunder will ich kennenlernen, und weil auf dieser Insel kein Auskunftscomptoir ist, so fahren wir längs der Küste so lang herum, bis wir Leute entdecken. Ich nenne mich dort Fürst Maikäfer aus dem Candaridengeschlecht und bin Beherrscher von verschiedenen Heuschreckeninseln. Und jetzt fort, zu Schiff, denn sonst verhungert der ganze Hofstaat.

alle. Hurra! (Kurzer Chor)

Zu Schiffe! Es schwellen die Segel.

Es weht schon ein günstiger Wind!

Bald sehn wir belebte Gestade;

Vertrauet dem Glück, es ist blind.

(Alle steigen ins Schiff und fahren ab.)

4. szene

(Ein analoges Gemach. Sklaven kommen und bereiten auf Polstern eine Art Ruhelager. Sklavinnen kommen, tanzen mit großen Fächern; endlich tutu, der sich auf die zubereiteten Polster niederläßt. Musik.)

tutu. Ich erliege unter der Last der Geschäfte! Seids still, damit ich schlafend mich beschäftigen kann.—Ich mag mich schon hinlegen, wo ich will, es tut mir alles vom Liegen weh. Den ganzen Tag muß ich so in Geschäften hinbringen. (Man hört Lärm hinter der Szene.) Was ist denn das? Wer stört mich in meiner Weisheit? Da hat gewiß wieder eine Prinzessin Tochter etwas angestellt.

5. szene

(linda. tutu.)

linda (stürzt herein und wirft sich ihm zu Füßen). Ach, schützen Sie mich doch, gnädiger Herr!

tutu. Wenns nicht viel Arbeit macht, so schütze ich dich.

linda. Mit Ihrer Prinzessin Tochter ists nimmermehr zum Aushalten; es muß doch noch alles davonlaufen.

6. szene

(zoraide. vorige.)

zoraide. Was seh ich? Sie selbst nehmen die Frevlerin in Schutz, die meine Freier abredet? Aber freue dich, wie ich mit deinen Reizen umgehen will. Von morgen an darf kein schönes Gesicht im ganzen Lande mehr existieren.

Pulsuz fraqment bitdi.

Yaş həddi:
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Litresdə buraxılış tarixi:
16 yanvar 2025
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