Kitabı oxu: «Jedes Kind braucht das Gebet einer Mutter»


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ISBN 978-3-417-22789-5 (E-Book)
ISBN 978-3-417-26633-7 (lieferbare Buchausgabe)
Datenkonvertierung E-Book:
CPI books GmbH, Leck
1. überarbeitete Auflage 2015
© der deutschen Ausgabe 2005
SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG
Bodenborn 43 · 58452 Witten
Internet: www.scmedien.de; E-Mail: info@scm-verlag.de
Der Titel erschien zuletzt 2011 in der 3. Auflage bei SCM Hänssler
unter der ISBN 978-3-7751-4347-9
Originally published under the title Moms in Prayer
Copyright © 2003, 2013 by Fern Nichols
Previously titled Every Child Needs a Praying Mom
Publishes by arrangement with The Zondervan Corporation L.L.C., a subsidiary of HarperCollins Christian Publishing, Inc.
Die Bibelstellen des Alten Testaments sind in der Regel folgender Ausgabe entnommen:
Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.
Die Bibelstellen des Neuen Testaments und der Psalmen nach
Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 und 2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten.
Umschlag: Miriam Gamper-Brühl |Essen |www.dko-design.de
Titelbild: Susanne Tucker / shutterstock
Satz: Christoph Möller, Hattingen
| WIDMUNG | |
| WIDMUNG |
Meinem geliebten Mann Rle,
der mein Lebenspartner und mein Freund ist.
Deine Gebete und deine liebevolle Unterstützung sind Schätze in meinem Herzen.
Meinen Kindern Ty, Troy, Travis und Trisha.
Jedes von euch hat Seite um Seite über Gottes Treue, Liebe und Freundlichkeit in mein Herz geschrieben.
Mit Worten kann man nicht ausdrücken, wie sehr ich mich geehrt fühle, eure Mutter zu sein.
Ich wurde über alle Maßen gesegnet, weil Gott mir drei schöne, gläubige Schwiegertöchter geschenkt hat: Patti, Bonnie und Tara.
Meiner Mutter, die mir das Beten beibrachte.
Ich bete, dass dieses Buch für jede folgende Generation unserer Familie und für die Familie Gottes ein Vermächtnis der Macht Gottes durch das Gebet wird.
»Und dies soll für unsere Nachkommen aufgeschrieben werden, damit das Volk, das es dann geben wird, den Herrn lobt.« (Psalm 102,19)
Fern Nichols ist mit Rle Nichols verheiratet und Mutter von vier verheirateten Kindern sowie Großmutter von acht Enkelkindern. Die ehemalige Grundschullehrerin gründete Moms in Prayer International TM, eine Gebetsbewegung, die Tausende von Frauen auf der ganzen Welt inspiriert hat. Mittlerweile gibt es in über 140 Ländern Gebetsgruppen; die dazugehörigen Materialien wurden in über 50 Sprachen übersetzt.
Janet Kobobel Grant ist Co-Autoin von Jedes Kind braucht das Gebet einer Mutter und hat außerdem verschiedene Bibelstudien für Frauen verfasst. Sie lebt mit ihrem Mann in Santa Rosa, Kalifornien.
| INHALT | |
| INHALT |
Vorwort von Evelyn Christenson
Einleitung: Die Geburt einer Gebetsbewegung
Teil 1 Reaktion auf die Aufforderung zum Gebet
1. Ein Lied des Gebets
2. Ein zuversichtlicher Beter werden
3. Ein lebensveränderndes Gebet
Teil 2 Die vier Schritte des Gebets
4. Anbetung: Beten nach Gottes Eigenschaften
5. Schuld bekennen: Schutt wegräumen
6. Dank: Der Ausdruck eines dankbaren Herzens
7. Fürbitte: In die Bresche treten
Teil 3 Das Gebet – so tief wie Ihr Herz und so weit wie die Welt
8. Beten nach Gottes Zusagen
9. Das einmütige Gebet
10. Machen Sie sich auf einen Kampf gefasst: Das Kampfgebet
11. Gebet für unsere Schulen
12. Weiterbeten, egal was geschieht!
Dank
Anhang: Gebetslisten und Gebetsarbeitsblätter
Anmerkungen
Literaturempfehlungen
Statt eines Nachworts (Fern Nichols)
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| VORWORT VON EVELYN CHRISTENSON | |
| VORWORT |
Zu den größten Wundern Gottes gehört, dass er einzelne Menschen beauftragt, gewaltige Aufgaben für ihn zu erledigen. Gott sieht in diesen Menschen, was andere Christen noch nicht erkennen: die Führungsqualitäten, die Beharrlichkeit, die Opferbereitschaft und die geistliche Kraft dieser Person. Die Billy Grahams und die Mutter Teresas dieser Welt sind solche Menschen – und auch Fern Nichols gehört zu ihnen.
Gott sah die zahllosen Kinder, die Gebete bitter nötig haben, und er sah Fern mit ihrer brennenden Leidenschaft, für ihre Kinder zu beten, als diese mit dem Druck Gleichaltriger, Schulunterricht, der ihrem Glauben widersprach, und Vorbildern, die ihren Lebensstil und ihren Glauben an Jesus in Frage stellten, konfrontiert wurden. Nachdem Fern einige Mütter für gemeinsames Gebet gewonnen hatte, wurde Ferns Begeisterung plötzlich zu einer Berufung von Gott selbst – die Überzeugung, dass jedes Kind das Gebet einer Mutter braucht. Gott beauftragte Fern, andere Mütter anzuregen, für ihre Kinder zu beten – und Gott führte diesen Ruf zu einer Bewegung, die rasant wuchs und jetzt Tausende Mütter umfasst, die jede Woche in Gruppen in über 140 Ländern zusammenkommen und beten.
Als ich Fern zum ersten Mal traf, war sie eine temperamentvolle junge Mutter mit einer unermüdlichen Leidenschaft für ihre Organisation, die noch in den Kinderschuhen steckte. Damals war Fern auf der Suche nach Ratschlägen über Gebetsgruppen. Im Lauf der Zeit wurden wir enge persönliche und geistliche Freundinnen, und ich erlebte, wie ihre unentwegte Leidenschaft sich in einen konsequenten Lebensstil verwandelte, mit dem Ziel, jedem Kind die betende Mutter zu geben, die es braucht – und verdient.
Lesen Sie dieses Buch, weil auch Sie den brennenden Wunsch verspüren, dass Gott Ihre Kinder vor dem Bösen schützt, das mit Drogen, Gewalt und falschen Lehren nach ihrem Geist und ihrem Körper giert? Meinen Sie: »Ich bin so bedeutungslos, so unwichtig, dass Gott meine Gebete nicht gebraucht«? Unterschätzen Sie nie die Macht der Gebete eines einzigen Menschen – auch nicht die Macht Ihrer Gebete!
In diesem Buch nimmt Fern Sie persönlich mit auf ihren Weg zu einem kraftvollen Gebet. Ihre praktischen Hilfen, die in das ganze Buch eingearbeitet sind, zeigen, wie auch Sie biblisch fundiert Fürbitte tun können. Mit zahllosen Beispielen spornt dieses Buch Sie an, ständig darauf zu vertrauen, was Gott tun wird, wenn Sie den Mut zum Beten finden.
Fern hilft Ihnen mit Antworten auf verwirrende Fragen, zum Beispiel: Wie bleibe ich ein zuversichtlicher Beter, wenn ich den Eindruck habe, dass Gott meine Gebete nicht erhört? Wie versucht Satan, mich am Beten zu hindern? Wie werde ich mit den Dingen fertig, die mich tatsächlich vom Beten abhalten? Welche Bibelstellen kann jeder beten und welche nicht? Schickt Gott Engel als Antwort auf meine Gebete? Ist Gebet in christlichen Schulen erforderlich? Wie kann ich Lehrer fürs Gebet gewinnen? Und wie kann ich die Kinder, die mit meinen Kindern in die Schule gehen, aber keine betende Mutter haben, ins Gebet einschließen?
Ferns vier Schritte erklären umfassend, was Sie während Ihrer Gebetszeit tun sollen, auch warum Ihr wichtigstes Gebetsanliegen die Rettung anderer sein soll: Lob – wegen Gottes Eigenschaften; Sündenbekenntnis – damit Ihr Gebet kraftvoll wird; Dank »in allen« und nicht »für« alle Dinge; und Fürbitte.
Dies ist eines der erquickendsten Bücher, das ich je gelesen habe. Seite um Seite zog es mich näher zu Jesus, der alle Kinder liebte – und der seine Jünger ermahnte, die kleinen Kinder zu ihm kommen zu lassen.
Während ich das Manuskript sorgfältig durchlas, wurde mein ganzes Sein mit einer ungewöhnlichen geistlichen Wärme und Hoffnung auf die biblische Zusage erfüllt, dass Gott immer noch auf seinem Thron ist und dass er unsere Kinder rettet, wenn wir beten.
Dieses Buch sollte nicht nur überflogen, sondern mit derselben brennenden Leidenschaft, die Gott Fern gab, im Gebet durchgearbeitet werden, unter Anstrengungen, unter Tränen, beharrlich und glaubend. Arbeiten Sie dieses Buch durch, bis Sie seine Aussagen anwenden – bis Sie als Beterin verwandelt sind – bis Gott auch Wunder tut, wenn Sie beten – bis Gott jedes Ihrer Gebete auf seine Weise, zu seiner Zeit und aus seinen Gründen erhört – doch immer zum Besten Ihres Kindes. Dann sind Sie eine Mutter, die betet.
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| EINLEITUNG | |
| EINLEITUNG |
Die Geburt einer Gebetsbewegung
Schon als Kind war es mein größter Wunsch, Mutter zu werden. Ich erinnere mich, wie ich als junges Mädchen betete, dass Ehe und Mutterschaft zu Gottes Plan für mich gehören sollte. Und ich war hocherfreut, als Gott mein Gebet erhörte. Doch stellen Sie sich dann mein Erstaunen vor, als Gott mich aufforderte, bei der »Geburt« einer weltweiten Bewegung von Gebetsgruppen für Mütter in über 140 Ländern zu helfen – einer Bewegung, die für Kinder und ihre Schulen betet.
Moms in Prayer International (in Deutschland ehemals: Mütter in Kontakt) begann mit einem kurzen Gebet in meiner Küche, als ich in eine Krise geriet. Es war im Jahr 1984, der Ort war British Columbia in Kanada. Mein Mann Rle (ausgesprochen: Ar-lie) und ich hatten vier Kinder. Die ersten drei waren Jungen, und da Rle das Basketball-Team von Athletes in Action für Campus für Christus trainierte, zogen wir uns gegenseitig damit auf, dass wir eines Tages vielleicht unser eigenes Fünfer-Team stellen könnten. Doch Gott schenkte uns in seinem vollkommenen Plan noch ein Kind – dieses Mal war es ein Mädchen.
Was kann ich tun?!
Der Tag meiner Krise war im September, zu Beginn eines neuen Schuljahrs. Ich hatte eben meine beiden ältesten Söhne umarmt und ihnen einen Abschiedskuss gegeben, bevor sie in die siebte und achte Klasse der Schule, die nicht sehr weit von unserer Wohnung entfernt war, gingen. Auf meinem Weg zurück in die Küche überkamen mich beängstigende Gedanken, als ich mir überlegte, was ihnen bevorstand. Ich wusste, dass die Schule ein Kampfplatz für ihr Herz und ihren Geist werden würde. In meiner Fantasie türmten sich drohend Versuchungen auf: Sittenlosigkeit, Drogen, Alkohol, Pornografie, vulgäre Ausdrücke und Philosophien, die ihren Glauben untergraben können.
»O Herr«, betete ich laut. »Bitte schütze sie, lass sie klar den Unterschied zwischen Richtig und Falsch erkennen und hilf ihnen, Entscheidungen nach deinem Willen zu treffen.«
Doch auch nachdem ich zu Gott gerufen hatte, blieb die Last für meine beiden Söhne auf meinem Herzen. Ich verspürte einen heftigen Drang, sie vor dem Bösen zu schützen. Ich schrie und flehte zu Gott, dass keines meiner Kinder auch nur einen Moment in Satans Reich lebt, dass der Satan nicht ein Körnchen ihres Lebens bekommt und dass er nicht die Befriedigung erhält, dass eines von ihnen seinen Lügen Glauben schenkt. In meiner Betroffenheit hatte ich eine Vision, einen Traum, eine Idee. Ich wusste, dass gemeinsames Gebet die Antwort war.
»Lieber Vater«, betete ich, »es muss doch eine andere Mutter geben, die sich trotz ihres vollen Terminkalenders die Zeit nimmt, mit mir zu beten.«
Ein einfaches Gebet und ein verzweifeltes Herz bewirkten eine Antwort von Gott. Er legte mir Linda, eine andere Mutter, aufs Herz. Ich rief sie sofort an und erzählte ihr von meinen Ängsten und Sorgen um unsere Kinder und für die Schule: »Linda, ich habe den Eindruck, dass ich sie jeden Tag in die Finsternis hinausschicke. Wir müssen ihr Herz durch Gebet schützen. Würdest du ab nächster Woche eine Stunde lang mit mir beten?«
Ohne zu zögern sagte sie zu. Dann dachten wir an andere Mütter, die vielleicht auch beten wollten, und in der folgenden Woche versammelten sich fünf Mütter in meiner Wohnung.
Ich erstellte einen Plan für unsere Zeit, den ich »Die vier Schritte des Gebets« nannte: Anbetung, Schuld bekennen, Dank und Fürbitte. Wir begannen und endeten pünktlich. Wir beteten, anstatt über Beten zu sprechen. Und alles wurde vertraulich behandelt. Diese Zeit wurde zu unserer Stunde der Hoffnung, in der wir unsere Sorgen und die Nöte unserer Kinder durch unser gemeinsames Gebet vor Gott brachten. Als die Antworten auf unsere Gebete eintrafen, freuten wir uns gemeinsam.
Der »Geburtsprozess«
Wir merkten gar nicht, dass einfache Mütter, die Gottes Macht durch Gebet freisetzten, dabei waren, eine weltweite Gebetsbewegung ins Leben zu rufen. Wie der Autor Wesley L. Duewel sagte: »Gott hat einen wunderbaren Plan, mit dem Sie [durch Gebet] weltweit Einfluss ausüben können. Dieser Plan gilt nicht nur wenigen Auserwählten. Er gilt Ihnen.«
Ich wusste gar nicht, dass Gott uns berufen hat, etwas ins Leben zu rufen. Doch oft erwachsen große Dinge aus Gehorsam in kleinen Dingen.
Wir wuchsen in unserem Glauben, lernten beten und erlebten die Freude von Gebetserhörungen. Wir konnten gar nicht anders, als unseren Freundinnen begeistert davon zu berichten. So sprach es sich schnell herum.
Gerade als unsere Gruppe sich zu erweitern begann, wurde das Team von Athletes in Action nach Poway in Südkalifornien versetzt. »Kalifornien!«, jammerte ich. »Gibt es in Kalifornien Christen?« Mir fehlte jetzt schon meine Moms in Prayer-Gruppe, obwohl wir noch gar nicht umgezogen waren.
Sobald wir in unserer neuen Wohnung eingerichtet waren, betete ich: »Herr, bitte schicke mir eine andere Mutter, mit der ich für die Schule meiner Kinder in Poway beten kann.«
Wenige Wochen nach Schulbeginn drängte mich der Heilige Geist, für die Mutter zu danken, als hätte ich sie schon gefunden. Also betete ich: »Vater, danke, dass du mir heute eine andere Mutter schickst, mit der ich beten kann.« Später an diesem Nachmittag kam eine Mutter vom anderen Ende der Straße vorbei, um ihren Sohn zu suchen. Als wir vor dem Haus standen und plauderten, kamen wir auch auf geistliche Dinge zu sprechen, und ich erzählte Suzie von Moms in Prayer.
Sie griff nach meiner Hand und sagte: »Fern, und wenn es nur wir zwei sind, wir werden zusammen beten.«
Gegen Ende des Schuljahrs beteten zehn Frauen für das Gymnasium in Poway, und einige andere Gruppen hatten sich gebildet.
Regelmäßig erhielten wir Briefe von Müttern, die von unserer Gruppe gehört hatten und meine Aufzeichnungen wollten, die ich auf A4-Blätter getippt hatte und in denen ich erklärte, wie man eine eigene Gruppe beginnt. Bald bildeten sich Gruppen in anderen Bundesstaaten der USA. Immer häufiger kamen Anfragen.
Wie konnten wir die Nachfrage befriedigen und all das Material und die Portogebühren bezahlen? Nach der Gebetszeit sammelten wir in meiner Moms in Prayer-Gruppe. Alle Frauen gaben bereitwillig, und die Unkosten wurden gedeckt.
Dank der Hilfe und Ermutigung von Sondra Ball, einer der Frauen in der Gruppe, stellte ich meine Aufzeichnungen zusammen und verfasste daraus eine Broschüre. Sondra betrieb ein Blumengeschäft und spendete den Gewinn für den Druck der ersten 500 Broschüren. Heute gibt es über 400 000 englische Broschüren und über 50 Übersetzungen, einschließlich einer Version in Blindenschrift. Wie viel kann ein einziger Mensch bewirken. Aufgrund von Sondras Weitsicht und Opferbereitschaft entstand die Broschüre und verbreitete unsere Botschaft um die ganze Welt.
In jenen ersten Jahren brachten Frauen wie Sondra ihre kleinen Brote und Fische. Jesus nahm, was sie gaben, segnete und vermehrte es. Fünf kuchenbackende Frauen bildeten den ersten Vorstand von Moms in Prayer International, versammelten sich um meinen Esstisch und vertrauten mit dem Mut der Verzweiflung darauf, dass Gott die Leitung der Bewegung, die noch in den Kinderschuhen steckte, übernimmt. Sondra Ball, Jackie Fitz, Carolyn Taylor und Charlotte Domville setzten sich aufopfernd ein, damit Mütter an allen Orten dieses lebensverändernde Beten lernen konnten. Wenn ich zurückdenke, weiß ich, dass wir nicht immer wussten, wie die nächsten Schritte aussahen, aber wir waren sicher, wer wusste, wie es weiterging. Ständig suchten wir nach Gottes Führung. Er hat uns nie im Stich gelassen.
Kreise auf dem Wasser
Der Autor Roy Lessin sagt: »Wenn ein Stein in einen See fällt, verschwindet er schnell und man sieht ihn nicht mehr, doch er löst eine Reihe von Kreisen aus, die immer größer werden und sich über die gesamte Wasseroberfläche ausdehnen. In gleicher Weise bewirkt ein Leben für Christus etwas Gutes, das Kreise zieht und das Leben vieler Menschen berührt.«
Beatriz Grigoni, eine lateinamerikanische Mutter in einer unserer Gruppen in San Diego, löste einen solchen Kreis aus. »Die Menschen in Mexiko müssen erfahren, wie sie für ihre Kinder und Schulen beten können«, dachte sie. Deshalb drängte der Herr sie dazu, unsere Broschüre ins Spanische zu übersetzen. Wegen ihr kommen jetzt nicht nur Frauen in Mexiko, sondern auch in Spanien, den Vereinigten Staaten, Mittelamerika und Südamerika zusammen, um für ihre Kinder auf Spanisch zu beten.
Ein weiterer Kreis auf dem Wasser wurde von Connie Kennemer gezogen. Im Januar 1988 leitete Connie unsere erste Moms in Prayer-Freizeit. Fünfunddreißig Mütter versammelten sich im Konferenzzentrum von Pine Valley, um im Glauben zu wachsen und zu lernen – und sie erwarteten eine Erweckung. Wir saßen in einem gemütlichen Zimmer beisammen, das Feuer knisterte im offenen Kamin. Wir begannen, Gott darum zu bitten, dass jede Schule im Kreis San Diego eine Moms in Prayer-Gruppe bekommt. Die Gebete wurden kühner. Wir baten für ganz Kalifornien. Der Heilige Geist drängte uns, noch kühner zu werden. Wir baten Gott für alle Staaten an der Westküste Amerikas, dann für die ganzen Vereinigten Staaten. Und dann kam ein riesiger Glaubensschritt. Wir baten um eine Gruppe für jede Schule auf der Welt.
Eine Frau betete: »Aber Herr, wer kann es all diesen Müttern sagen? … Dr. Dobson, er kann es! Herr, wir bitten dich, dass wir in sein Radioprogramm kommen.« Ich meine, ein paar Frauen kicherten.
Doch wenige Monate später rief LuAnne Craine, die Regieassistentin der bekannten christlichen Radiosendung von Dr. Dobson Focus on the Family (Brennpunkt Familie) an und sagte, sie habe schon viel Gutes über unsere Organisation gehört und wolle mehr wissen. Als ich ihr über unsere Bewegung erzählte, verstand sie plötzlich die Tragweite der Möglichkeiten und versprach, alles so gut sie konnte aufzuschreiben und Dr. Dobson vorzulegen. Doch sie warnte: »Hunderte von Dingen landen auf seinem Schreibtisch, und er trifft letztendlich die Entscheidung, was ins Programm aufgenommen wird.« Wir bestürmten Gott mit unseren Gebeten!
Im April reisten zwölf Frauen mit mir nach Pomona, Kalifornien, in die Zentrale von Focus on the Family. Es war vorgesehen, dass sie beteten, während ich interviewt wurde. Dr. Dobson lud uns alle in sein Büro ein, damit wir uns vor dem Beginn des Programms ein wenig kennen lernen konnten. Er bat jede der Frauen: »Erzählen Sie mir, was Moms in Prayer für Sie bedeutet.« Einige der Frauen schilderten ihre Erfahrungen mit erstickter Stimme, anderen liefen die Tränen übers Gesicht. Wir verbrauchten eine Menge Papiertaschentücher.
Doch allen von uns blieb der Mund vor Staunen offen, als Dr. Dobson ausrief: »Wir stellen zwölf Stühle mehr auf, Sie gehen alle auf Sendung.«
Wir hatten Gott um ein Programm an zwei Tagen gebeten, für den Fall, dass eine Mutter den ersten Tag versäumt. Gott schenkte uns drei Tage. Die Frauen hungerten danach, zu erfahren, wie sie gemeinsam durch Gebet die Herzen ihrer Kinder schützen konnten. Als Reaktion auf die Sendung erhielten wir über 20 000 Zuschriften. Zweifellos war die Bewegung danach nicht mehr dieselbe. Gott hat die Gebete von Müttern erhört, die es wagten, unverschämt viel zu erbitten.
Durch die Opfer und den Glauben vieler Frauen ist Moms in Prayer zu der internationalen Bewegung geworden, die sie heute ist. Das kleine Gebet, das ich aus Verzweiflung für meine Kinder in der Küche gesprochen hatte, war der Anfang für die Zusammenkünfte von Frauen in aller Welt. Denn die Herzen von Müttern sind überall gleich – egal in welcher Kultur, in welchem politischen Umfeld oder unter welchen wirtschaftlichen Bedingungen sie leben. Jede Mutter verspürt das Bedürfnis, für ihr Kind zu beten. Und jedes Kind braucht das Gebet einer Mutter.
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| TEIL 1 | |
| TEIL 1 |
REAKTION AUF DIE AUFFORDERUNG ZUM GEBET
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| 1. EIN LIED DES GEBETS | |
| EIN LIED |
Gott hat jedem von uns ein Lied geschenkt, das nur wir singen können. Das Lied ist Gottes besondere Aufforderung mit seiner besonderen Absicht, eine Gabe zu entfalten, die nur eine Person ihm schenken kann. Kein anderer Mensch kann Ihre Melodie summen, und wenn sie nicht gesungen würde, würde etwas schmerzlich fehlen.
Ein Teil des Liedes, das jeder Mensch singen soll, wird durch Gebet ausgedrückt. Gott möchte es von jedem von uns hören. Unser Gebetslied kann große Kraft haben, auch wenn wir denken, dass es nur eine alltägliche Melodie ist.
Haben Sie den Eindruck, dass Ihre Gebete kraftvoll sind, dass sie einen Einfluss darauf haben, wie Situationen ausgehen, dass sie bewirken, dass Gott sich herabneigt und Ihnen sein Ohr leiht? Oder glauben Sie, dass Ihr Lied keine liebliche Melodie hat, dass Sie den Ton nicht halten können? Oder bleiben Sie vielleicht oft stumm, weil Sie fürchten, dass Sie nicht gut genug beten? Möglicherweise fühlen Sie sich auch entmutigt, weil Sie es mit Beten versucht haben, das erhoffte Ergebnis aber ausblieb.
Zu Beginn unserer Beschäftigung mit dem Gebet versichere ich Ihnen, dass Gott sich danach sehnt, von Ihnen zu hören, egal wie zaghaft Ihr Gebetslied klingt. Und er hört lange und gut zu, egal ob Sie ein Solo, ein Duett oder in einer Gruppe singen. Ihre Melodie gefällt ihm, auch wenn Sie denken, Ihr Lied sei zu einfach, zu klein oder zu unbedeutend (zum Beispiel Gebete wie: »Hilf mir, einen Parkplatz zu finden«).
Gebet verändert
Ich habe dieses Buch geschrieben, um Ihr Vertrauen ins Gebet und Ihre Fähigkeit zu beten zu festigen. Ich möchte, dass Sie inständig und fest glauben, dass Beten zu den wichtigsten Beiträgen gehört, die Sie zum Leben Ihres Kindes leisten können – und dass dieser Beitrag langfristige Auswirkungen hat. Wirkungen, die zur Entfaltung kommen, auch wenn Sie nicht mehr auf der Erde leben. Dazu probieren wir gemeinsam einige neue Gebetslieder aus, betrachten anhand der Bibel, was Gott über unser Gebet denkt, werden ermutigt, weiterzubeten, auch wenn wir unsere Töne länger halten müssen als wir uns je vorgestellt haben. Und hören von anderen Müttern, die lange und intensiv gebetet haben. Ich bete, dass Sie nach dem Lesen dieses Buches für Ihr Gebetsleben neuen Mut, neue Energie und neue Impulse erhalten haben. Doch noch wichtiger ist, dass Sie verändert werden. Denn obwohl das Gebet manchmal die Umstände und oft die Einstellung von Menschen ändert, ändert es fast immer das Herz des Beters.
Ich erinnere mich an eine Gebetsgruppe, an der ich teilnahm und in der wir mit einer Mutter beteten, die wegen ihrer Beziehung zu ihrem Sohn sehr aufgewühlt war. Er hasste sie so sehr, dass er zusammenzuckte, wenn sie ihn nur berührte. Die Mauer zwischen ihnen war breit und hoch. Wir beteten Woche um Woche um Heilung der Beziehung. Wir baten Gott, die Mauern der Bitterkeit, des Grolls und der Wut niederzureißen. Wir beteten, dass die Mutter die Dinge erkennen kann, die sie möglicherweise tut und die dazu führen, dass ihr Sohn auf der anderen Seite dieser Mauer blieb.
Gegen Ende des Schuljahres umarmte der Junge seine Mutter jeden Morgen, bevor er zur Schule ging. Wer hatte sich geändert? Ich bin sicher, die Mutter sagt, dass Gott sie verändert hat und dass dadurch ihr Sohn fähig geworden ist, sich zu verändern, aber in Wirklichkeit hat Gott beide verändert.
Es ist nicht so, dass Beten keine harte Arbeit ist. Beten ist Schwerarbeit. Doch Gottes Antworten erstaunen uns oft. Dies ist einer der Gründe, weshalb Beten so spannend ist. Oft erlebten wir in unserer Gebetsgruppe sofortige Gebetserhörungen, doch bei einigen Gebeten hatten wir den Eindruck, dass nichts geschieht. Ein Pflegesohn hatte Probleme mit Drogen und Alkohol. Wir beteten flehentlich für diesen netten jungen Mann. Doch wir sahen keine Änderung. Es wurde vielmehr schlimmer. Wir beteten weiter, dass er Gott lieben lernt und ihm treu dient. Die ganze Schulzeit hindurch und noch im Erwachsenenalter blieb er auf dem Weg in die Selbstzerstörung. Doch Gott hörte die Gebete von uns Müttern, mit denen wir ihn bestürmten, und er antwortete – zwanzig Jahre später. Neulich bekam ich einen Brief von seiner Pflegemutter, die mir freudig mitteilte, dass ihr Sohn sein Leben Jesus anvertraut hat, mit einem christlichen Mädchen verheiratet ist und aktiv in der örtlichen Kirchengemeinde mitarbeitet. Als seine Kollegen die Änderung in seinem Leben bemerkten, stellten sie ihm zahlreiche Fragen. Was jedoch mehr ist, als wir uns je träumen ließen, als wir in unserer kleinen Gruppe all die Jahre zuvor beteten, war, dass er seine leibliche Mutter zu Gott führen konnte, bevor sie starb.
Das Lied, das über mir gesungen wurde
Ich möchte nicht, dass Sie den Eindruck gewinnen, dass mein Gebetslied eines schönen Tages plötzlich da war und dass ich seitdem eindringlich und meisterhaft bete. Ich lerne jeden Tag etwas über das Gebet, genau wie Sie. Doch ich habe die Macht des Gebets im Leben eines Menschen gesehen, der mir nahe stand – bei meiner Mutter. Sie betete den ganzen Tag in unserer Familie, sie betete mit uns vor dem Essen und beim Schlafengehen. Oft betete sie im Auto, bevor wir abfuhren und bat um Gottes Schutz. Am Mittwochabend nahm sie uns in die Kirche zur wöchentlichen Gebetsstunde mit. Ich kann mich erinnern, dass ich in einer Kirchenbank saß, als ich noch so klein war, dass ich mit den Beinen baumelte, weil sie noch nicht bis zum Boden reichten. Ich horchte, als die Gebete der Heiligen den Raum erfüllten. Dabei wurde ich nie ungeduldig und langweilte mich auch nie. Ganz im Gegenteil, ich fühlte mich nie geborgener als in der sicheren, behüteten Liebe dieser Gebete. Zu Hause, im Auto oder in der Kirche zeigte meine Mutter mir, dass sich ein liebender Gott um mich kümmert und dass er aufmerksam meine Gebete hört und darauf antwortet. Das Ergebnis war, dass ich als junges Mädchen Jesus in mein Herz aufnahm. Ich kann mich an keine Zeit meines Lebens erinnern, in der ich nicht zu meinem himmlischen Vater gesprochen habe.
Was ein einziges Gebet bewirken kann
In all den Jahren habe ich so viele wunderbare Gebetserhörungen – auch in meiner eigenen Familie – erlebt, dass ich ermutigt werde, weiterzubeten. Als wir in British Columbia wohnten, wurden mein Mann Rle und unser zehnjähriger Sohn Troy zu einer Kanufahrt mit einem Freund und dessen Sohn eingeladen. Der Freund war schon oft mit dem Kanu auf diesem Fluss gefahren und wollte dieses Erlebnis mit Rle teilen. Außerdem würde es ein großes Abenteuer für die beiden Jungen werden.
Als der Tag näher rückte, wurde die Spannung immer größer. Viele Vorbereitungen und Planungen waren erforderlich.
Es war Frühlingsanfang, und in den Bergen setzte die Schneeschmelze ein, folglich führte der Fluss viel Wasser und war stellenweise reißend. Am Tag der Reise war es feuchtkalt und regnerisch, aber das schreckte die tapferen Burschen nicht ab.
Nachdem sie das Kanu und ihre Vorräte ausgepackt hatten, wollten sie gerade das Boot ins Wasser lassen, als sie hörten, wie ihnen jemand etwas zurief. Zwei Männer, die aufs Ufer zukamen, schrieen.
»Ihr wollt doch nicht auf den Fluss, oder?«, brüllte einer der Männer.
Als der Freund, der meinen Mann eingeladen hatte, zurückrief: »Doch«, antwortete einer der Fremden: »Ich würde heute nicht fahren. Das Wasser ist zu hoch und zu wild. Wir müssen euch später sonst herausziehen.«
Rles Freund beruhigte meinen Mann, dass er bei jedem Wetter auf dem Fluss gefahren sei und dass alles gut gehen würde. Doch als sie in das Boot stiegen, sah Rle, wie die beiden Fremden ungläubig den Kopf schüttelten.
Mitten am Nachmittag fühlte ich mich gedrängt, für Rles und Troys Schutz zu beten. Dieser Eindruck war so stark, dass ich mit meiner Arbeit aufhörte und mich mit meiner Bibel an den Küchentisch setzte und Zusagen des Schutzes für sie aussprach. Ich betete: »Ich bitte dich, … dass du sie vor dem Bösen bewahrst« (Johannes 17,15). »Die auf den Herrn vertrauen, sind wie der Berg Zion; er steht fest und sicher und hat für immer Bestand. So wie die Berge Jerusalem umgeben und schützen, so umgibt und schützt der Herr sein Volk, jetzt und für alle Zeit« (Psalm 125,1-2). »Der Herr spricht: ›Ich will den erretten, der mich liebt. Ich will den beschützen, der auf meinen Namen vertraut‹« (Psalm 91,14).
Dann betete ich für Rles Freund und seinen Sohn: »Herr, du weißt, was jetzt gerade geschieht. Bitte beschütze sie. Bewahre sie. Lege deine Arme um sie und halte sie fest. Bringe sie nach Hause. Ich verlasse mich auf dich; mein Vertrauen zu dir ist unerschütterlich. O Herr, bringe sie nach Hause.« Ich muss fast eine Stunde lang gebetet haben.
Gott antwortet
Später am Abend erhielt ich einen Anruf von einem erschöpften, aber dankbaren Rle. Als er mir erzählte, was an diesem Nachmittag geschehen war, erkannte ich, dass die erschreckende Geschichte gerade zu der Zeit passierte, als der Heilige Geist mich zum Beten drängte.
Rle erzählte mir Folgendes: Als sie den Fluss hinunterpaddelten, wurden sie immer schneller, bis sie plötzlich in einen kleinen Wasserfall gerieten. Das Kanu schoss in die Luft, und alle seine Insassen wurden in den eisigen Fluss geschleudert. Als Rle wieder zu Sinnen kam, erkannte er, dass er unter Wasser lag und dass zwei kleine Füße auf seinen Schultern ihn unter Wasser hielten. Ohne zu wissen, woher er die Kraft bekam, zog er Troy von sich weg und schwamm mit ihm zu dem Kanu, das nicht weit weg und nicht gesunken war. Rle zog Troy hoch, um seine Brust über Wasser zu halten, denn er hatte Angst vor Unterkühlung.
Troy fragte ihn: »Papa, sterben wir jetzt?«
Rle schwieg.
Troy sprach weiter: »Es ist gut, Papa. Wir werden bei Jesus sein.«
Der Freund und sein Sohn waren weiter weg vom Kanu. Rle erzählte, er würde nie vergessen, wie sein Freund verzweifelt nach seinem Sohn rief, und wie erleichtert alle waren, als Vater und Sohn sich in dem tosenden Wasser fanden. Gott gab ihnen die Kraft, bis zum Kanu zu schwimmen und hineinzuklettern.
Nachdem sie weitere fünfundvierzig Minuten mit den eisigen, tobenden Wassern gekämpft hatten, war ihre Kraft am Ende, sie waren völlig durchgefroren. Gerade als es Rle aufging, dass sie jetzt wirklich sterben würden, geschah ein anderes Wunder.
Sie fühlten Land unter den Füßen und entdeckten eine kleine überschwemmte Insel in der Mitte des Flusses. Wegen des Wassers, das über die Insel toste, konnten sie kaum stehen. Vor Kälte zitternd drängten sie sich aneinander und dankten Jesus für ihre momentane Sicherheit.
Dann, nach wenigen Minuten, kam ein Hubschrauber, für den gerade genug Platz zum Landen war, und flog sie in das nächste Krankenhaus. Wie die Rettungsstaffel erfahren hatte, dass sie in Not waren? Ein weiteres Wunder. Ein Ehepaar hatte den Unfall beobachtet und sofort um Hilfe gerufen. Wenn Troy zehn Minuten länger in dem eisigen Wasser geblieben wäre, meinten die Krankenschwestern, wäre er an Unterkühlung gestorben.
Welch ein Vorrecht hatte ich, im Gebet für das Leben der Menschen, die ich liebte, und das Leben ihrer Freunde zu kämpfen. Hat mein Gebet etwas bewirkt? Hat Gott dienende Engel zu Hilfe geschickt, weil ich betete? Ja, und noch einmal ja. Gott verspricht, dass er mich hört und große und mächtige Dinge tut, wenn ich ihn anrufe. Gebet kann den Ausschlag zwischen Tod und Leben geben.
Singen Sie Ihr eigenes Lied
Warum beten? Weil die Macht eines Menschen, der betet, beträchtlich ist. Lassen Sie nicht nach. Ihre Gebete können nur von Ihnen gesungen werden.
»Aktionen im Himmel beginnen, wenn jemand auf der Erde betet«, sagt der Pfarrer und Autor Max Lucado. »Sie verstehen vielleicht nicht das Geheimnis Ihrer Aufgabe. Aber eines liegt auf der Hand: Wenn Sie sprechen, hört Jesus.«
Hat mein Gebet etwas bewirkt? Hat Gott dienende Engel zu Hilfe geschickt, weil ich betete? Ja, und noch einmal ja.
Unwillkürlich fällt mir der Vers aus dem Jakobusbrief ein: »Das Gebet eines gerechten Menschen hat große Macht und kann viel bewirken« (Jakobus 5,16). Familienmitglieder kamen in Sicherheit, Kinder wurden vom Drogenmissbrauch befreit, familiäre Beziehungen wurden geheilt – dies sind nur einige Beispiele der beeindruckenden Wirkungen, die ein Leben im Gebet haben kann.
In den folgenden Kapiteln werden wir herausfinden, wie wir vier lebensverändernde Gebete beten können, wie wir unsere eigenen Hindernisse überwinden, die uns vom kraftvollen Beten abhalten, wie wir anhand der Bibel für die Menschen beten, die wir lieben, wie man nach Gottes Willen betet, wie man sich im Gebet auf Gottes Zusagen beruft, wie wir im Gebet für unsere Kinder geistliche Kämpfe durchfechten können und dass man für alles beten kann.
Im nächsten Kapitel befassen wir uns mit dem größten Hindernis fürs Gebet – der Schwierigkeit zu glauben, dass Gott unsere Gebete wirklich hört und darauf eingeht. Wie kann man ein zuversichtlicher Beter werden, auch wenn Gott nicht antwortet?
Ich möchte dieses Kapitel mit einem Gebet für Sie schließen. Am Ende jedes der folgenden Kapitel werde ich Ihnen ein Gebet vorschlagen, dessen Lied Sie selbst singen können. Doch jetzt möchte ich dieses Gebet über Ihnen sprechen:
Großer Gott, ich danke dir, dass du jeden einzelnen Menschen liebst und wertschätzt. Du hast jedem Menschen ein Lied geschenkt, das nur dieser Mensch singen kann. Ich bete, dass nicht eine einzige Mutter, die dein Kind ist, an der Kraft ihres Liedes zweifelt. Gib ihr den Mut, dir zu vertrauen. Deine Liebe treibe alle Furcht aus, so dass sie zuversichtlich das Lied singen kann, das du ihr geschenkt hast. O Vater, ich bitte, dass sie deine Ehre und deinen Ruhm vergrößert, wenn du ihr treu hilfst, ihr Lied zu singen. In Jesu Namen. Amen.
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| 2. EIN ZUVERSICHTLICHER BETER WERDEN | |
| ZUVERSICHT |
Die Geschichte von William Careys Schwester ermutigt mich. Mitte bis Ende des neunzehnten Jahrhunderts arbeitete William Carey zweiundvierzig Jahre lang als Missionar in Indien. Er und seine Mitarbeiter übersetzten die Bibel in fünfundzwanzig indische Sprachen. Zu Recht sind viele Bücher über ihn geschrieben worden.
Doch William Careys Schwester wurde nie erwähnt, bis Warren und Ruth Myers Pray schrieben, ein Buch, in dem sie diese erstaunliche Geschichte erzählen. Mary, Williams jüngste Schwester, die er »Polly« nannte, war bettlägerig und zweiundfünfzig Jahre lang fast völlig gelähmt. Doch sie war mit Gott und ihrem Bruder eng verbunden.
William schrieb ihr in allen Einzelheiten seine Probleme bei der Erstellung indischer Grammatikbücher, Lesebücher und Wörterbücher. Er beschrieb, wie schwierig es war, Bücher und Bibeln gedruckt zu bekommen. Wenn er ihr diese Einzelheiten nach London schickte, brachte sie sie im Gebet vor den Herrn und leistete viele Stunden »Gebetsarbeit«. Sie bat Gott Jahr um Jahr darum, die Bedürfnisse ihres Bruders zu befriedigen. Warren und Ruth Myers schreiben: »Wem wird Gott die Siege zuschreiben, die durch diesen außergewöhnlichen Mann errungen wurden?«1
Polly ließ nie zu, dass ihr Gebetsleben durch ihre körperliche Behinderung gelähmt wurde. Worin lag ihr Geheimnis, das sie befähigte, so viele Jahre lang eindringlich und unbeirrt zu beten? Woher nahm sie ihre Zuversicht?
Hindernisse fürs Gebet
Wie Polly erleben wir alle Hindernisse fürs Gebet, doch das größte Hindernis ist vermutlich unser Mangel an Vertrauen. Sie haben womöglich Angst, dass Sie nicht die richtigen Worte finden, oder Sie sind nicht sicher, dass Gott überhaupt zuhört. Oder Sie meinen, dass Gott zwar zuhört, aber keine Lust hat zu antworten.
Kellie zum Beispiel hatte Hemmungen, in einer Gruppe zu beten. »Ich fühle mich unfähig, frei aus meinem Herzen zu beten, weil ich als Kind das Beten nur als Heruntersagen fertiger Gebete gelernt habe. Wer bin ich denn, dass ich es wagen könnte, so kühn zu beten? Ich bin in keinem kirchlichen Amt und auch kein ausgebildeter Laie.«
Außerdem fürchtete Kellie, dass ihre Gebete nicht so geschliffen klingen wie die der anderen Frauen. Sie war erschüttert, dass ihr Sohn, der einmal sein Leben Gott übergeben hatte, depressiv war, übermäßig trank und sich gegen Gott auflehnte. Wie konnte jemand mit einem solchen Kind zusammen mit anderen beten, deren Leben viel … geistlicher war?
Verzweifelt wegen ihres Sohns, der immer tiefer in die Auflehnung und die Depression versank, dachte sie, dass sie in eine Gebetsgruppe Moms in Prayer gehen müsste. Wenn sie nur den Mut finden würde, tatsächlich zu einem Treffen zu gehen und zu beten …
Eines Tages, als Kellie im Gesundheitszentrum von Poway, Kalifornien, wo sie arbeitete, Telefondienst hatte, antwortete eine Anruferin auf Kellies Begrüßung: »Hier ist Fern Nichols.«
»Mein Herz hämmerte, als ich das hörte«, erinnert sich Kellie. »Ich wusste, dass Gott mich zu Moms in Prayer drängte.« Doch sie war noch von Furcht überwältigt. Sie schluckte und stieß hervor: »Ich weiß, Sie sind die Vorsitzende von Moms in Prayer.«
Ihrem Bericht zufolge habe ich geantwortet: »Oh, haben Sie Kinder?«
Später erzählte mir Kellie, dass sie sich nicht sicher war, ob sie gestehen sollte, dass sie ein Kind mit Schwierigkeiten hatte. Deshalb antwortete sie: »Ja, unsere Tochter, die im ersten Semester studiert, ist entschiedene Christin, und unser problembeladener Sohn geht nicht mehr in die Schule.« Da er nicht mehr in der Schule war, dachte sie, sei sie nicht betroffen und müsste sich nicht auf uns einlassen.
»Wir haben eine Gruppe für Mütter von Studenten und Kindern, die im Berufsleben stehen«, war meine Antwort. »Möchten Sie am Donnerstag mit mir kommen?«
Kellie dachte, dass Gott sie in die Ecke getrieben hatte. Jetzt musste sie wirklich in die Gruppe gehen. Also gingen wir zusammen, und als sich die Gruppe fürs Gebet so teilte, dass je zwei Frauen miteinander beteten, kamen wir beide zusammen. Später gestand Kellie, dass ihr nicht ganz wohl dabei war, mit mir zu beten, weil sie in mir die Gründerin einer internationalen Gebetsbewegung sah.
Doch Kellie empfand Frieden, wusste, dass sie zur rechten Zeit am rechten Ort war, um das Richtige zu tun – mit jemandem, der wie sie das Herz einer Mutter hatte, für ihren Sohn zu beten. So begann Kellie allmählich, ihre Bedenken über ihre Fähigkeit zu beten und Gottes Verlangen, zuzuhören, zu verlieren. Schließlich erlebte ihr Sohn, nachdem er fast an einem geplatzten Blinddarm gestorben wäre, eine geistliche Wende und erkannte, dass Gebet ihm durch diese lebensbedrohliche Situation hindurchgeholfen hatte.
Die Quelle für Zuversicht
Wie gewannen Polly und Kellie die Zuversicht zu glauben, dass Gott ihre Gebete hört und darauf antwortet? Es klingt vielleicht einfach, aber sie wussten, dass sie Gottes Kinder waren. In gewisser Hinsicht ist Gott wie eine Mutter, die die Stimme ihres Kindes aus einem ganzen Chor von Kindern, die alle gleichzeitig »Mama« rufen, heraushört. Eine Mutter reagiert auf ihr Kind, weil sie den Klang seiner Stimme kennt. So reagiert auch Gott auf unseren Ruf, weil er den Klang unserer Stimme kennt.
Denken Sie an Barbara Lea, die sich nichts sehnlicher wünschte, als ein Kind Gottes zu sein. Doch wegen ihres Lebenswandels zweifelte sie daran, dass Gott sie je lieben oder ihr vergeben könnte – geschweige denn, dass er ihre Gebete erhört.
In der elften Klasse begann Barbara Lea zu trinken, während des Studiums kamen Marihuana und wilde Partys dazu. Es folgten eine illegale Abtreibung, zwei gescheiterte Ehen (einer ihrer Ehemänner war gewalttätig) und intime Beziehungen zu vielen Männern. Ihr Drogenmissbrauch verschlimmerte sich, tagsüber nahm sie Aufputschmittel, um den Arbeitstag durchzustehen, nachts rauchte sie einen Joint, damit sie zur Ruhe kam. Auch Kokain gehörte regelmäßig zu ihrem Leben.
Im Lauf der Zeit fanden Barbara Lea und ihr geschiedener Chef, mit dem sie ein kleines Büro teilte, Trost aneinander. Schließlich erkannte Barbara Lea, dass sie in Howard verliebt war.
»Dann fragte er mich, ob ich eine verbindliche Beziehung mit ihm eingehen wollte«, erzählte Barbara Lea. »Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich einen Mann, der mich liebte, und alles, worum er mich bat, war eine verbindliche Beziehung einzugehen. Was war das? Die einzige Verbindlichkeit, die ich in meinen vierunddreißig Jahren eingegangen bin, war vielleicht eine Arbeitsstelle … Ich erinnere mich nicht, je über dieses Wort nachgedacht zu haben. Nachdem ich an diesem Gedanken eine Zeit lang gekaut hatte, beschloss ich, dass ich es tun konnte.
Ein Freundin schlug vor, dass Howard und ich zur selben Kirchengemeinde gehen sollten wie sie. Sofort erkannte ich, dass mir etwas Wichtiges gefehlt hatte, was ich in dieser Kirche fand. Sogar Howard ging gerne hin.
Man darf nicht vergessen, in welchem Zustand ich war – ich nahm immer noch Drogen und lebte unverheiratet mit Howard zusammen. Doch ich erinnere mich, wie ich in einem Gottesdienst am Sonntagabend staunte, wie Ehrfurcht gebietend Gott mit seinem Volk umgeht. Fest, aber sanft, freundlich, mitfühlend, wie er bedingungslos und verbindlich liebt … Da ist das Wort wieder … Gott will, dass ich mich ihm verbindlich hingebe. Kann ich das? Aber was ist mit all dem, was ich getan habe … was ich immer noch tue? Ach so, er vergibt auch … ob er auch mir vergibt?
Als ob er meine innere Frage gehört hätte, sagte der Pfarrer: ›In Johannes 3,16 lesen wir: ‚Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.’‹ Er fuhr fort: ›Einige unter Ihnen haben vielleicht ihr Leben nicht voll und ganz Gott anvertraut oder womöglich sind Sie auf einen falschen Weg geraten.‹
Schaut der Pfarrer mich an?
Der Pfarrer fuhr fort: ›In Johannes 14,6 lesen wir: ‚Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich.’ Jesus hat ein Geschenk für Sie. Epheser 2,8-9 erinnert uns: ‚Weil Gott so gnädig ist, hat er euch durch den Glauben gerettet. Und das ist nicht euer eigener Verdienst; es ist ein Geschenk Gottes. Ihr werdet also nicht aufgrund eurer guten Taten gerettet, damit sich niemand etwas darauf einbilden kann.’ Ich möchte Ihnen jetzt die Gelegenheit geben, Christus als Ihren persönlichen Herrn und Retter anzunehmen, seine Vergebung und seine bedingungslose Liebe zu empfangen.‹
Aber in all meinen Beziehungen habe immer ich etwas gegeben. Will Gott mir dieses erstaunliche Geschenk geben? Wie kann ich es bekommen?
›Bitte senken Sie den Kopf und schließen Sie die Augen‹, lautete die Aufforderung des Pfarrers. ›Wenn Sie merken, dass Gott Sie jetzt anspricht, dann wiederholen Sie dieses Gebet still in Ihrem Herzen.‹
Mein Herz hämmerte. Ich wollte dieses Gebet sprechen, um ein Kind Gottes zu werden.
Das Gebet lautete etwa so: ›Herr Jesus, ich brauche dich. Danke, dass du am Kreuz für meine Sünden gestorben bist. Ich will dich als meinen Herrn und Retter aufnehmen. Danke, dass du mir meine Sünden vergibst und mir ewiges Leben schenkst. Ich möchte, dass du die Leitung meines Lebens übernimmst, Jesus. Mache mich zu dem Menschen, der ich nach deinem Willen sein soll.‹
Eine Freude durchströmte mich, die ich gar nicht beschreiben kann. Es war fast, als würde die harte Kruste um mein Herz abfallen.
Auf dem Weg aus dem Gottesdienst erzählten Howard und ich einander, dass wir Christus angenommen haben.
Ich kämpfte ein paar Monate lang, weil ich von den Aufputschmitteln abhängig war. Die Zeit des Entzugs war übel, doch ich wusste, nach zwanzig Jahren Drogenmissbrauch hätte es viel schlimmer sein können. Ich machte mit den Drogen, dem Alkohol und den wilden Partys Schluss, und Howard und ich heirateten. Wir sind immer noch zusammen. Unsere Patchwork-Familie führte zu großen Problemen, aber wir bemühten uns ernsthaft, den Schaden wieder gutzumachen, den wir so vielen Menschen zugefügt hatten, bevor wir Christus aufnahmen. Jetzt weiß ich, dass meine Sünden vergeben sind, dass ich ein Kind Gottes bin und dass Gott danach verlangt, meine Gebete zu hören.«
Teil der Familie werden
Ihr Leben war vielleicht nicht so ausschweifend wie das von Barbara Lea, doch wir haben alle so gelebt, dass wir Vergebung brauchen. Haben Sie Jesus schon gebeten, in Ihr Leben zu kommen? Haben Sie Zweifel an Ihrer Errettung? Wenn ja, möchte ich Sie ermutigen, diese wichtigste Entscheidung Ihres Lebens zu treffen. Sie können ein Kind Gottes werden. Es gibt wirklich keine bedeutendere Entscheidung als die, Jesus Christus als Herrn und Retter anzunehmen. Wenn Ihr Herz angerührt wurde und Sie fühlen, dass Ihr himmlischer Vater Sie einlädt, können Sie ein Gebet sprechen, das etwa so lautet, wie das von Barbara Lea. »Danke, dass du für meine Sünden am Kreuz gestorben bist und mir ewiges Leben schenkst. Ich will dich als meinen Herrn und Retter annehmen. Jesus, mache mich zu dem Menschen, der ich nach deinem Willen sein soll. Amen.« Es kommt nicht auf den genauen Wortlaut an. Gott antwortet auf die Aufrichtigkeit Ihres Herzens, nicht auf wohl formulierte Worte. Treffen Sie jetzt diese Entscheidung … Wenn Sie gerade Christus als Herrn und Retter angenommen haben, begrüße ich Sie als Mitglied von Gottes Familie; jetzt sind Sie Gottes Kind.
Gottes Einstellung zu uns, seinen Kindern, wird in den folgenden Versen ausgedrückt. Denken Sie eine Zeit lang über diese erstaunlichen Wahrheiten nach.
- Sie werden immer geliebt (Jeremia 31,3).
- Sie sind sein Eigentum (2. Mose 19,5).
- Sie wurden nach seinem Bild geschaffen (1. Mose 1,27).
- Er hat Wohlgefallen an Ihnen (Jesaja 42,1).
- Sie sind in seinen Augen wert geachtet (Jesaja 43,4).
- Sie sind sein Augapfel (5. Mose 32,10).
- Er hat Ihnen ein herrliches und reiches Erbe geschenkt (Epheser 1,18).
Haben Sie sich schon einmal so geliebt, so wunderbar und so anerkannt gefühlt? »Seht, wie viel Liebe unser himmlischer Vater für uns hat, denn er erlaubt, dass wir seine Kinder genannt werden – und das sind wir auch!« (1. Johannes 3,1).
Meine Schwiegertochter Bonnie ließ von unserem Enkel Fingerabdrücke anfertigen, um sicher zu sein, dass er identifiziert und nach Hause gebracht wird, falls er verloren gehen sollte. Seine Fingerabdrücke sind ein sicheres Mittel, um festzustellen, wer er ist und zu wem er gehört. Wenn wir Christus annehmen, gehören wir zu Gott. Wir können nicht mehr verloren gehen, weil wir Anteil an seiner göttlichen Natur haben (2. Petrus 1,4). »Das bedeutet aber, wer mit Christus lebt, wird ein neuer Mensch. Er ist nicht mehr derselbe, denn sein altes Leben ist vorbei. Ein neues Leben hat begonnen!« (2. Korinther 5,17). Ihre Identität hat sich geändert, Sie sind ein neuer Mensch geworden, Sie haben neue »Fingerabdrücke«.
Sofortiger Zugang
Als Gottes Kinder haben wir die Erlaubnis, das Sonderrecht, die Identität, den »Fingerabdruck«, um jederzeit und an jedem Ort mit Gott sprechen zu können. Wir müssen nicht angekündigt oder in eine Liste eingetragen werden und nicht warten, bis wir an der Reihe sind. Als seine Kinder haben wir sofortigen Zugang.
Wir sind wie der kleine Junge John F. Kennedy Junior, der einfach in das Büro des Präsidenten der Vereinigten Staaten flitzte, auf den Schoß seines Papas kletterte und Papas volle Aufmerksamkeit geschenkt bekam. Er dachte nicht daran, dass sein Vater der Präsident war oder dass er ein wichtiges Treffen stören könnte. Er wollte einfach bei seinem Papa sein, und so platzte er herein – unangekündigt – und wurde trotzdem willkommen geheißen.
Als Gottes Kinder haben wir die Erlaubnis, das Sonderrecht, die Identität, den »Fingerabdruck«, um jederzeit und an jedem Ort mit Gott sprechen zu können. Wir müssen nicht angekündigt oder in eine Liste eingetragen werden und nicht warten, bis wir an der Reihe sind.
Als Gottes Kinder haben wir sofortigen Zugang zum König der Könige, unserem Vater. Doch das war nicht immer so. Im Alten Testament durften nur die Hohen Priester das Innere des Tempels, das Allerheiligste, betreten, um für ihre Sünden und die Sünden des Volkes zu beten. Doch durch den Tod von Jesus und seine Auferstehung wurde der Zugang für uns alle geöffnet.
Im Hebräerbrief wird das ganz ausgezeichnet erklärt:
»Doch nur der Hohe Priester betrat das Allerheiligste, und das auch nur einmal im Jahr und immer mit Blut von Opfertieren, das er für sich und für die Sünden des Volkes darbrachte, die es aus Unwissenheit begangen hat. Durch diese Bestimmungen zeigte der Heilige Geist, dass dem Volk der Weg zum Allerheiligsten noch nicht offen stand, solange der erste Raum des Zeltes noch Bestand hatte. … So ist Christus nun der Hohe Priester für all das Gute geworden, das gekommen ist. Er hat das große, vollkommene Heiligtum im Himmel betreten, das nicht von Menschen erbaut wurde und nicht Teil dieser Schöpfung ist. Ein einziges Mal brachte er Blut in jenes Allerheiligste, aber nicht das Blut von Böcken und Kälbern, sondern sein eigenes Blut, durch das er uns die Rettung brachte, die für alle Zeiten gilt … Deshalb, liebe Freunde, können wir jetzt zuversichtlich in das Allerheiligste des Himmels hineingehen, denn das Blut von Jesus hat uns den Weg geöffnet« (Hebräer 9,7-8.11-12; 10,19; Hervorhebung von der Autorin).
Ist diese Nachricht in Ihr Herz gedrungen? Wissen Sie, was das bedeutet? Wenn Sie den Sinn richtig verstanden haben, wird Ihr Beten verändert. Wir sind nicht nur Gottes Kinder, sondern auch Priester. Wir haben nicht nur das Vorrecht, vor Gottes Thron zu kommen, sondern wir können auch Gebete für andere mitbringen, wie die Priester im Alten Testament es taten. Sie traten nicht nur für sich selbst vor Gott, sie brachten die Gebete für das ganze Volk mit.
Pfarrer Ron Dunn erläuterte es so: »In der Bibel steht, dass ihr ein Königreich von Priestern seid. Das bedeutet nicht einfach, dass ihr das Recht habt, in die Gegenwart Gottes zu treten, es bedeutet auch, dass ihr das Recht und die Pflicht habt, andere mit in diese Gegenwart zu bringen.«
Erinnern Sie sich an die Geschichte mit dem Kanu im ersten Kapitel? Als ich für die Sicherheit meines Mannes, meines Sohnes und ihrer beiden Freunde betete, berief ich mich auf meine Identität als Kind Gottes und als Priester und trat mit Zuversicht vor meinen Vater. Ich hatte sofortigen Zugang zum Schöpfer des Himmels und der Erde, meinem »Papa«.
Zuversicht, trotz Gottes Schweigen
Das Wissen, wer Sie in Christus sind, schenkt Ihnen in den Zeiten Zuversicht, in denen Sie gebetet und gebetet, aber keine Antwort auf Ihr Gebet gesehen haben. Ich erinnere mich, wie ich einmal monatelang für meinen Sohn betete. Er lebte nicht mit Gott. Als ich an einem bestimmten Tag betete, fühlte ich mich ausgelaugt und schwach im Glauben. Hörte Gott mein Gebet überhaupt? Betete ich mit genügend Glauben?
Ich bat den Herrn, mich daran zu erinnern, wer ich in Christus bin, und ich begann die Wahrheiten der Vollmacht aufzuzählen, die mir als seiner Tochter und als seinem Priester gegeben wurde. Hier ist das Gebet, das mir aus dem Herzen strömte: »Vater, ich bringe dir meinen Sohn. Er folgt dir nicht nach. Er geht seinen eigenen Weg. Er trifft Entscheidungen, die seinem Zeugnis und seinem Leben mit dir schaden. Danke, dass du mich an dein Gebot erinnerst, Satan zurückzuweisen und ihn aufzufordern, zu fliehen. In der Vollmacht dessen, was ich in Christus bin, und aufgrund dessen, was du mir befohlen hast, tue ich es im Namen von Jesus.
Satan und dämonische Mächte, im Namen des Herrn Jesus befehle ich euch, von meinem Sohn abzulassen. Ihr könnt ihn nicht haben. Er gehört Jesus. Flieht jetzt.
Vater, danke, dass Jesus, der in mir wohnt, stärker ist als Satan, der in der Welt lebt. Ich berufe mich auf dein Wort der Zusage für meinen Sohn, dass du ein gutes Werk in seinem Leben begonnen hast und dieses gute Werk weiterführst, bis Jesus wiederkommt. Du bist kein Gott, der lügt oder ein Mensch, der seine Meinung ändert. Was du versprochen hast, erfüllst du auch. In Jesu Namen. Amen.«
Ich widerstand Satan weiterhin im Namen von Jesus und klammerte mich an Gottes Zusagen. Welch ein Vorrecht, als Mutter meine Rolle als Priester einzunehmen und kühn vor Gottes Thron zu treten und mit Zuversicht um Barmherzigkeit und Hilfe für meinen Sohn zu bitten.
An diesem Tag wurde mir Folgendes klar: Wenn ich nicht glaube, wer ich in Christus bin, und wenn ich meine Rechte als Priester in seinem Reich nicht ausübe, ist es, als hätte ich nicht das Erbe als Kind und nicht die Vollmacht eines Priesters. Übrigens hat Gott mein Gebet erhört. Mein Sohn lebt heute mit dem Herrn und dient ihm im Lobpreis-Team seiner Kirchengemeinde.
Nahe stehende Menschen an den heiligen Ort bringen
Wie oft treten Sie in Gottes Gegenwart? Das Vorrecht und die Vollmacht haben Sie. Glauben Sie, dass Satan in Ihrer Familie überhand nimmt, weil Sie Ihren Mann nicht so oft wie Sie sollten in das Allerheiligste bringen? Gott will im Leben Ihres Mannes wirken, wie er auch in Ihrem Leben wirken will. Doch Gott will, dass Sie ihn an den heiligen Ort bringen. Bringen Sie Ihre Kinder vor Gott und berufen Sie sich für sie auf das Wort Gottes? Bringen Sie Ihre Schwiegermutter, Ihre Mutter, Ihre Nachbarin, Ihre nicht geretteten Freundinnen vor Gott?
Sind Sie so treu, dass Gott Ihnen aufs Herz legt, für einen bestimmten Menschen zu beten, und dass er sicher ist, dass Sie es auch tun?
Ich möchte Ihnen eine Geschichte erzählen, die zeigt, wie wichtig treue Beter sind. 1986 bestätigte der Missionsdirektor der Park Street Church von Boston, dass alle Einzelheiten der Wahrheit entsprechen. Die Park Street Church unterstützt Dr. Bob Foster, einen Missionsarzt in Angola. Marxistische Truppen hatten ganz Angola unter Kontrolle, doch der Guerillawiderstand gegen das neue Regime ging in dem Gebiet um die Klinik, die Dr. Foster leitete, weiter.
Eines Tages schickte Dr. Foster einen Mitarbeiter zu einer Besorgung in eine Stadt, die einige Kilometer von der Klinik entfernt war. Er schärfte ihm ein, vor Einbruch der Nacht zurück zu sein. Die Straße zwischen der Klinik und der Stadt führte durch einen Dschungel, in dem die meisten Guerillakämpfe stattfanden, und es war gefährlich, dort bei Nacht unterwegs zu sein. Der Mitarbeiter machte sich auf den Weg, erledigte die zeitaufwändigen Besorgungen und begann die Rückfahrt.
Zu seinem Schrecken bekam sein Lieferwagen Probleme mit dem Motor und blieb mitten im Dschungel stehen. Da kein anderes Auto mehr auf dieser Straße vorbeikam, hatte er keine andere Wahl, als die Türen zu verriegeln, zu beten und zu versuchen, etwas Ruhe zu finden.
Erstaunlicherweise schlief er bis zum Morgen problemlos durch. Dann konnte er mit jemandem in die Stadt fahren, holte einige Ersatzteile, reparierte den Lieferwagen und fuhr zurück zur Klinik.
Dr. Foster und die anderen Mitarbeiter begrüßten ihn erleichtert. »Wir sind so dankbar, dass du hier bist«, erzählte ihm Dr. Foster. »Letzte Nacht hörten wir das Gedröhn heftiger Gefechte.« Dr. Fosters Assistent betonte, dass er nichts gesehen und nichts gehört hatte.
Kurz darauf kam ein Guerillaführer in die Klinik, weil er behandelt werden wollte. Dr. Foster fragte ihn, ob er in der vergangenen Nacht einen Lieferwagen gesehen habe, der auf der Durchgangsstraße eine Panne hatte.
»Ja«, antwortete der Mann.
»Nun, warum habt ihr ihn dann nicht genommen?«, fragte der Arzt.
»Wir wollten ihn nehmen, doch als wir näher kamen, sahen wir, dass er stark bewacht war. Siebenundzwanzig schwer bewaffnete Regierungssoldaten standen um ihn herum.«
Der Zwischenfall blieb ein Rätsel, bis Dr. Fosters Assistent auf Urlaub in die Vereinigten Staaten zurückflog. Ein Mitglied seiner Gebetsgruppe nach dem anderen, insgesamt siebenundzwanzig Personen, kamen auf ihn zu und erzählten ihm, Gott habe ihnen besonders ans Herz gelegt, an dem Tag, an dem er im Dschungel stecken geblieben war, für ihn zu beten.2
Was wäre geschehen, wenn nur zwei treu gebetet hätten, als der Heilige Geist sie drängte? Vielleicht hätten die Guerillas den Lieferwagen in Besitz genommen, weil er nur von zwei Posten bewacht wurde. Doch Gott verließ sich darauf, dass siebenundzwanzig Personen beteten, und die Gebete dieser Hohen Priester der Gebetsgruppe haben den Missionar bewahrt.
Gott ließ zu, dass das kostbare Blut seines Sohnes vergossen wurde, damit ich als sein Kind jederzeit zu ihm kommen darf. Meine Audienz bei Gott muss nicht in seinem Terminkalender eingetragen werden, und ich muss auch nicht warten. Ich kann ihn selbst anrufen, und ich kann ein ganzes Land, einen Missionar oder meine Familie mitbringen. Und ich kann zuversichtlich kommen.
Lassen Sie sich durch den folgenden Vers ermutigen und daran erinnern, dass auch Sie die Rechte eines Kindes Gottes und eines Priesters haben und mit Zuversicht – nicht zaudernd, ängstlich oder unsicher – beten dürfen. »Und wir dürfen zuversichtlich sein, dass er uns erhört, wenn wir ihn um etwas bitten, das seinem Willen entspricht. Und wenn wir wissen, dass er unsere Bitten hört, dann können wir auch sicher sein, dass er uns gibt, worum wir ihn bitten« (1. Johannes 5,14-15).
Gott, ich danke dir, dass ich dein Kind bin und dass du an mir Wohlgefallen findest – wie erstaunlich ist das. Wenn ich in deine Gegenwart trete, muss ich nicht zurückhaltend oder schüchtern oder ängstlich sein. Danke auch, dass ich die Verantwortung und das Vorrecht habe, ein Priester zu sein, dass ich aufgrund von Jesu Blut nicht nur für mich, sondern auch für andere beten kann. Hilf mir, diese Verantwortung mit Eifer und Ehrfurcht zu tragen. Ich will zuversichtlich vor deinen Thron treten und deine Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden, die mir hilft, wenn ich sie brauche (Hebräer 4,16).
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| 3. EIN LEBENSVERÄNDERNDES GEBET | |
| LEBENSVERÄNDERND |
Als unsere Kinder heranwuchsen, versuchten wir oft, so gemütlich miteinander zu Abend zu essen, wie wir es auf den Gemälden von Norman Rockwell gesehen hatten. Ich bereitete verschiedene Gänge zu, war auf der Suche nach Rezepten, ging einkaufen und kochte jedes Gericht mit Liebe und Sorgfalt. Während ich schnippelte, würfelte, rührte und mischte, stellte ich mir die Gespräche am Esstisch vor und malte mir eine Atmosphäre aus, die Ruhe und Behaglichkeit ausstrahlte.
Doch oft, wenn das Essen auf den Tisch kam, verwandelte sich die Szene von Norman Rockwell in ein hastiges, zeitgenössisches Kunstwerk, das die Augen blendete und die Sinne verwirrte. Besonders in den Teenagerjahren unserer Kinder waren Schauspielgruppen, Sportveranstaltungen und sonstige Vergnügungen der Anlass, dass sie so schnell aus dem Haus eilten, dass ich den Eindruck hatte, mit der Gabel in der Hand dazusitzen und kaum mit dem Essen angefangen zu haben. »Danke für das Essen, Mama«, riefen sie. »Es hat toll geschmeckt. Aber ich muss jetzt gehen. Bis später.« Kommt Ihnen das bekannt vor?
Doch an Feiertagen wird bei uns immer Zeit für die Familie eingeplant, für gemeinsames Feiern und Essen. Wie viel wird dann beim Abendessen gelacht, geredet und erzählt. Der schönste Augenblick für mich ist, wenn der Nachtisch serviert wird. Ich habe den Eindruck, je länger wir gemeinsam essen, umso entspannter wird jeder. Die Gespräche werden immer freier, und Geschichten werden erzählt, von denen wir sonst nie erfahren hätten. Es ist herrlich, lange bei Tisch zu sitzen.
Auch unserem himmlischen Vater gefällt diese lange, ungestörte Zeit beim Nachtisch, wenn die Gespräche frei und offen werden. Doch oft stürmen wir herein, verschlingen ein paar Brocken und rufen: »Bis später, Gott«, während wir zum nächsten Punkt auf unserer Tagesordnung eilen. Oft bleiben wir nicht einmal lange genug, um überhaupt etwas zu essen.
Fällt es Ihnen schwer, lange genug still sitzen zu bleiben, um Gottes leise Stimme zu hören, darüber nachzudenken, was Sie ihm sagen wollen, das stürmische Drängen der Aufgaben, Erwartungen und Zwänge, die den größten Teil Ihres Tages in Anspruch nehmen, zum Schweigen zu bringen?
In diesem Kapitel untersuchen wir vier lebensverändernde Arten des Gebets, die neuen Schwung in Ihre Zeit mit Gott bringen und Sie begierig darauf machen, mit ihm »dazusitzen und zu essen«. Doch bevor wir konkret Gespräche mit unserem Vater beginnen, betrachten wir erst einmal, was uns vom Beten abhält und wie wir diese Hindernisse überwinden können.
Wirbelnde Teller
Erinnern Sie sich an die Zirkusnummer, in der ein Mann Teller auf einem Stock kreisen lässt? Er beginnt, indem er einen Teller auf den ersten Stock aufsetzt. Schnell wirbelt er den Stock herum, bis sich der Teller mit einem solchen Schwung dreht, dass er nicht herunterfällt. Dann geht er zum zweiten Stock, bringt den Teller zum Drehen und geht dann weiter, bis sich alle Teller auf Stöcken drehen. Wenn er beim sechsten Teller angelangt ist, beginnt der erste Teller zu torkeln. Die Zuschauer schreien, und der Artist eilt zum ersten Teller zurück und kann in letzter Sekunde verhindern, dass er herunterfällt. Ist das eine Beschreibung Ihres Lebens? Sind Sie so beschäftigt, dass Sie atemlos hierhin und dorthin hetzen und versuchen, alle Teller im Gleichgewicht zu halten und dabei ständig den ersten Teller, Ihre Stille Zeit im Gebet mit dem Vater, preisgeben? Sie können so gestresst sein, dass Sie nicht die Zeit haben zu warten, bis Gott sich selbst oder seine Liebe offenbart. Sie lassen sich seine Stärkung entgehen, die es Ihnen ermöglicht, alle Schwierigkeiten, auf die Sie im Lauf des Tages stoßen, mit ihm zuversichtlich anzupacken. Sie verscherzen das Licht, das er auf die Dinge werfen kann, die Sie verunsichern. Und Sie erleben keine Gebetserhörung.
Wenn Sie überlegen, finden Sie eigentlich immer Zeit für die Menschen, die Sie lieben. Ich weiß, dass ich es kaum erwarten kann, am Freitagabend meinen Enkel zu hüten. Ich freue mich darauf, ihm etwas vorzusingen und mit großmütterlichem Stolz den Kinderwagen die Straße hinauf- und hinunterzuschieben.
Vielleicht fehlt uns beiden die gleiche Begeisterung für das Zusammensein mit Jesus. Ich weiß, dass es mir manchmal schwer fällt, daran zu denken, was ich gewinne, wenn ich Zeit mit ihm verbringe. Oft habe ich meine eigene Fassung der leidenschaftlichen Sehnsucht von Paulus in Philipper 3,10 gebetet: »Lieber Herr, ich möchte dich und die Kraft deiner Auferstehung kennen lernen. Ich möchte deine Berührung spüren. Ich möchte dich tiefer und inniger lieben. Schenke mir sehnsüchtiges Verlangen nach dir.«
Ich denke gerne daran, dass der Tisch von Jesus immer gedeckt ist; er wartet einfach darauf, dass ich mich zu ihm setze. Der Autor Warren Myers schrieb: »Unser Vater, der ständig an uns denkt, wartet begierig auf unseren Besuch zu Hause, gleichgültig, ob wir für ein paar Minuten, eine halbe Stunde oder einen ganzen Nachmittag kommen.«1 Wenn ich mir bewusst mache, dass Gott wartet, fällt es leichter, mir Zeit für ein Gespräch mit ihm zu nehmen, so wie ich es mit einer Freundin machen würde, die mich zu Kaffee und Kuchen einlädt.
Einer der Gründe, weshalb es so schwer ist, sich diese Zeit zu nehmen, liegt darin, dass Satan alles in seiner Macht Stehende versucht, um uns davon abzuhalten. Er möchte uns einreden, dass geistlich sein bedeutet, etwas zu leisten. Er will nicht, dass wir die unsichtbare Grenze zum kraftvollen, lebensverändernden Beten überschreiten. Wenn es ihm gelingt, Sie in dem Glauben zu lassen, dass Sie große Dinge für Gott tun, wenn Sie viel leisten, dann werden Sie nur wenige Segnungen für sich selbst, Ihre Familie, die Schule Ihrer Kinder, Ihre Gemeinde und Ihr Land erzielen. Wenn Sie aber die Grenze überschreiten und mit Gott in Verbindung treten, wird er Himmel und Erde bewegen, um Ihre Gebete zu erhören, und Sie werden große Siege und die Niederlage Satans erleben. Satan weiß, dass er gegen Ihre Gebete nichts ausrichten kann.
Nach Prioritäten planen
Ich fand heraus, dass ich »planen« muss, Dinge, die mich am Gebet hindern, nach »hinten zu verschieben«, wenn ich meinen Eifer und meine Leidenschaft für Gott erhalten will. Wie alles, was zu bedeutenden Ergebnissen führt, erfordert das Gebet Disziplin. Es ist eine Sache des Willens. Jeden Tag muss ich neu entscheiden, ob ich Zeit mit dem Vater verbringe. Diese Entscheidung kann man nicht ein für allemal treffen.
Ich fand heraus, dass ich »planen« muss, Dinge, die mich am Gebet hindern, nach »hinten zu verschieben«, wenn ich meinen Eifer und meine Leidenschaft für Gott erhalten will.
Obwohl ich heute Morgen viele Teller hatte, die ich auf ihren Stöcken am Drehen halten musste, beschloss ich zu beten. Dabei betete ich unter anderem für die Sicherheit meiner Familie. Wie dankbar bin ich, dass ich mir diese Zeit genommen habe, denn als ich dabei war, dieses Kapitel zu schreiben, wurde ich von einem Anruf meiner Tochter Trisha unterbrochen.
»Mama, ich hatte einen Unfall«, sprudelte sie los, sobald ich den Hörer abgenommen hatte. Sie hatte an einer roten Ampel angehalten, und ein junger Fahrer war von hinten auf ihr Auto aufgefahren. Nachdem ich erfahren hatte, dass sie und der andere Fahrer unverletzt waren, und ihr bestätigt hatte, dass die Informationen, die sie hatte, für die Versicherung genügten, legten wir auf. Dann ging mir auf, wie dankbar ich dafür bin, dass ich nicht zugelassen habe, dass die Geschäftigkeit des Lebens meine Zeit an diesem Morgen verschlang, sondern dass ich Gott gebeten hatte, jedes Familienmitglied zu schützen.
Vielleicht hilft uns das folgende Gedicht, den Blick für die richtige Einschätzung der Dinge zu bekommen, wenn wir vor der Entscheidung stehen, wie wir jeden Tag unsere Zeit einteilen.
Das falsche Rennen
Herr, es war so ein arbeitsreicher Tag,
und ich habe nicht einmal Zeit zum Beten gefunden.
Jetzt ist der Tag fast vorbei,
und ich bin einfach zu müde, um mit dir zu sprechen.
Das Leben ist so hektisch,
allein bei dem Gedanken an morgen wird mir schwindlig.
Ich mache mir schon Sorgen um das Wetter
und all die Pläne, die ich aufeinander abstimmen muss.
Herr, wird diese verrückte Hast einmal aufhören,
oder muss ich immer kämpfen, um oben zu bleiben?
Ich freue mich auf den Tag, an dem ich Jesus von Angesicht zu Angesicht sehe,
wenn er mich mit offenen Armen begrüßt und mich umarmt.
Doch wenn er tief in meine abgespannten Augen schaut,
klingen seine Worte recht überraschend.
»Du hast dein Leben in einem lächerlichen Tempo geführt,
und leider muss ich dir sagen, dass du dich für das falsche Rennen entschieden hast.
Jeden Tag hast du voll Hast und unter Hochdruck gearbeitet,
doch ich wollte dich nur beten hören.
Ich hätte dich unter meine Flügel genommen
und dir die Kraft gegeben, die wichtigen Dinge zu tun.«
Die Moral der Geschichte ist nicht schwer:
Jesus will nicht, was übrig bleibt, er will zuerst mich.
Diane Elliot
Ich weiß, dass viele Frauen mir zustimmen, wenn ich sage, dass es wichtig ist, jeden Tag zu beten. Doch dann gestehen sie: »Ich weiß nicht, wie ich es anfangen soll. Was soll ich konkret in der Stillen Zeit tun?«
Die »Vier Schritte des Gebets« sind für mich ein wunderbarer Leitfaden während meiner Gebetszeit. Diese Schritte sind Anbetung, Schuld bekennen, Dank und Fürbitte. Anhand dieses Plans habe ich viel über das Gebet gelernt – und ich lerne immer noch dazu, wenn ich mich an diese Schritte halte.
In diesem Kapitel werde ich Ihnen jeden dieser Schritte kurz erläutern. In den folgenden Kapiteln werden wir dann jeden Aspekt des Gebets genauer betrachten.
1. Anbetung
Beginnen Sie Ihre Gebetszeit mit Lob, konzentrieren Sie sich auf Gottes Eigenschaften, auf etwas, das auf ihn zutrifft. Wenn Sie Gott loben, lernen Sie ihn besser kennen und beginnen, Ihre Situation von Gottes Wesen her zu sehen.
Sicherlich erlebte Ruth es so. »Meine erste Reaktion auf die Diagnose Brustkrebs war zutiefst von dem Gedanken bestimmt, mich auf Lob zu konzentrieren. Mein Chirurg teilte mir die Nachricht telefonisch um 14.00 Uhr mit. Ich hatte bis 15.00 Uhr Zeit, mich darauf einzustellen, bevor ich meine beiden Kinder im Teenageralter von der Schule abholen musste. Tränen schossen mir in die Augen, als ich von einem Zimmer ins andere ging und mit Gott sprach. Sofort strömten mir all die Eigenschaften und Wesenszüge Gottes, die wir in unserer Gebetsgruppe voll Freude betont haben, in den Sinn und versicherten mir, dass Gott größer ist als meine Krankheit.« Während Ruth wiederholte, wer Gott ist, erlangte sie bis zu dem Termin um 15.00 Uhr ihre Fassung wieder. Ihre Söhne wurden von einer ruhigen Mutter begrüßt, die zuversichtlich war, dass Gott die Dinge in der Hand hat.
Wenn Sie lernen, Gott für seine Eigenschaften zu loben, werden Sie ihm immer mehr vertrauen. Schließlich vertrauen Sie einer Person, die Sie kennen. Wenn Sie Gott loben, erfahren Sie wie Ruth ein wunderbares Bewusstsein seiner Gegenwart.
2. Schuld bekennen vor Gott
Nach dem Lob kommt die Zeit des Bekennens von Sünden. Dies ist eine Zeit, in der Sie in Ihrem Herzen forschen und den Heiligen Geist bitten, Ihnen jeden Bereich Ihres Lebens zu zeigen, der ihm nicht gefällt. Dieses Gebet erfordert Ehrlichkeit vor Gott. Wenn wir bewusst an Sünde festhalten (Verhalten oder Gedanken, die Gott nicht gefallen), blockieren wir unsere Verbindung und Gemeinschaft mit Gott.
Während einer Freizeit, bei der ich sprach, wurden Susi einige konkrete Sünden bewusst. Sie erzählte ihre Geschichte: »Ihr Vortrag am Samstagmorgen hat mir geholfen, zu erkennen, dass ich meinem Mann gegenüber nicht zur Vergebung bereit war. Während unserer ganzen Ehe hatte ich Schwierigkeiten, mich damit abzufinden, dass mein Mann nur ein Mensch ist. Ich konzentrierte mich auf seine Fehler und Schwächen. Ich hörte auf Satans Lügen und glaubte, dass mein Mann gottesfürchtiger wäre, wenn ich eine bessere Ehefrau wäre. Dadurch wurde ich nur noch unzufriedener mit meinem Mann und mit mir. Sobald ich zu Hause bin, werde ich ihn wegen meiner Einstellung und meinen unrealistischen Erwartungen um Vergebung bitten.«
Jesus hat nie gewollt, dass wir Sünde mit uns herumschleppen. Er hat uns alle unsere Sünden am Kreuz vergeben. Susi demütigte sich, sagte Gott, dass es ihr Leid tut und bereinigte die Sache mit ihrem Mann. Die trübe, verstopfte Verbindung zu ihrem himmlischen Vater wurde durch das vergebende Blut von Jesus gereinigt.
3. Gott danken
Der dritte Schritt ist das Dankgebet, in dem wir ausdrücken, wie hoch wir Gottes Antworten schätzen und wie sehr wir ihm dankbar sind. Bitten Sie während dieses Teils Ihrer Gebetszeit um nichts, danken Sie nur. Der Apostel Paulus ermahnt uns, dass wir Gott in allen Dingen danken sollen (1. Thessalonicher 5,18). Wer dieses Gebot befolgt, bekommt ein dankbares Herz, das dem Herrn gefällt (Psalm 50,23).
Auch wenn die Antwort auf Ihr Gebet das Gegenteil von dem ist, worum Sie gebeten haben, drückt Ihr Dank aus, dass Sie Gott vertrauen, und verdrängt Angst und Entmutigung. Ein dankbares Herz ist demütig und vertrauensvoll. Die Frucht des Dankens ist unbezahlbar – ein innerer Friede, den Gott schenkt! Normalerweise führt Danken auch zu Gelassenheit, wenn plötzlich und unerwartet Probleme auftauchen.
Ich erinnere mich an eine solche Zeit, als wir in British Columbia wohnten. Wir hatten kurz zuvor ein neues Haus gekauft (ein unglaubliches Wunder, was uns betrifft). An dem Tag, an dem das Haus fertig gestellt war, quetschte sich die ganze Familie in das Auto, und wir fuhren erwartungsvoll und voller Vorfreude zu dem neuen Haus. Noch nie waren wir in ein Haus ohne schadhafte Stellen, Schmutz und undichte Stellen gezogen … Dieses Haus hatte keinen Fehler, es war perfekt. Wir eilten zur Eingangstür. Trisha, die damals drei Jahre alt war, erreichte als Erste die Tür und riss sie auf. Der Türgriff knallte an die Wand, zersplitterte den Verputz und hinterließ eine riesige Delle. Die Handwerker hatten vergessen, den Türanschlag anzubringen, mit dem ein solches Missgeschick hätte vermieden werden können. Trishas Augen waren so groß wie der Türknopf und ihr Gesicht so weiß wie die Tür.
Als ich die beschädigte Wand anschaute, stand ich vor einer Entscheidung. Durch Gottes Gnade sprach ich ein Dankgebet.
Dann konnte ich mich zu Trisha hinunterbeugen, sie umarmen, ihr sagen, dass ich wusste, dass sie es nicht mit Absicht getan hatte. Bis wir die Wand repariert hatten, wurden wir alle daran erinnert, wie begeistert sie sich auf das neue Haus gefreut hatte.
Sie denken jetzt wahrscheinlich, dass es nur eine Kleinigkeit war, für die ich dankte, aber ich habe entdeckt, dass es gerade die kleinen Dinge sind, die oft zu Verärgerung, Verstimmung und Übellaunigkeit führen. Gott prüft mich immer wieder in den kleinen Dingen und fragt: »Dankst du mir?«
4. Fürbitte vor dem Vater
Der vierte Schritt nach Anbetung, Schuld bekennen und Dank ist eine starke Zeit: Wir treten mit Fürbitten vor den Vater. Einfach ausgedrückt besteht Fürbitte darin, Gott um Hilfe für jemanden in Not zu bitten. Ein Fürbitter ist bereit, vor dem Thron der Gnade für eine bestimmte Not oder eine bestimmte Person »in die Bresche zu treten«, bis die Antwort kommt.
Eine mächtige Art der Fürbitte besteht darin, Bibelverse, in die der Name der jeweiligen Person eingesetzt wurde, zu beten. Da Sie Gottes eigene Worte benutzen, beten Sie nach Gottes Willen. Dieses Vorgehen füllt Ihr Herz mit Gewissheit und Hoffnung und vergrößert Ihren Glauben, indem Sie auf Gottes Zusage vertrauen, dass sein Wort nicht leer zu ihm zurückkommen, sondern seinen Zweck erfüllen wird (Jesaja 55,10-11).
Diese Wahrheit wurde in meinem Leben geprüft, als ich leidenschaftlich für einen passenden Ehepartner für meinen ältesten Sohn Ty betete. Ich setzte seinen Namen in 2. Korinther 6,14 ein und betete, dass Ty »nicht gemeinsame Sache mit Ungläubigen« macht. Denn »wie kann die Gerechtigkeit sich mit der Gesetzlosigkeit zusammentun? Wie kann das Licht mit der Finsternis zusammenleben?«
Während der letzten Klassen des Gymnasiums wurde Ty von den Mädchen umschwärmt, und er mochte die Mädchen. Immer wieder brachte er eine nette hübsche Freundin nach Hause, die Jesus nicht liebte. Also liebte ich sie, betete um ihre Rettung, lud sie zum Essen ein, aber dann »betete ich sie fort«! Ich sagte zu Gott: »Herr, du bist allwissend, du weißt, ob sie dich als Herrn und Retter in ihr Leben aufnimmt. Wenn nicht, dann bitte ich dich, sie fortzuschicken.« Ich weiß nicht, wie viele Mädchen in unser Haus kamen, doch ich betete weiter.
Während seines zweiten Studienjahres leitete Ty den Lobpreis in der Kirche, zu der wir gehörten. An einem Sonntagmorgen sah ich eine schöne junge Frau, deren Kleidung mich an »Anne auf Green Gables« erinnerte, zur Tür hereinkommen. Sie trug einen weiten grünen Rock, eine dazu passende kurze Jacke und machte auf mich den Eindruck von Freundlichkeit und Bescheidenheit. Ich konnte meinen Blick nicht von ihr abwenden. Später erfuhr ich, dass sie aus Kentucky stammte und in San Diego an einer Ausbildung für »Student Venture«, eines Teils von »Campus für Christus«, teilnahm.
Am Sonntag darauf trug sie einen feschen kleinen Hut und sah so natürlich und mädchenhaft aus, dass ich innerlich betete: »Herr, ich denke, ich könnte sie mir in meiner Familie vorstellen.« Neun Monate später feierten wir die Hochzeit von Ty und Patti.
Ich habe 2. Korinther 6,14 für alle meine Kinder gebetet, damit sie nicht gemeinsame Sache mit Ungläubigen machen. In seiner Barmherzigkeit und Güte brachte Gott zwei weitere Schwiegertöchter, Bonnie und Tara, in unsere Familie, die ebenfalls mit ihrem ganzen Herzen, ihrer ganzen Seele und ihrem ganzen Verstand den Herrn lieben.
Ich betete weiter für unsere Tochter. »Herr, du hast versprochen, dass du alle gleich behandelst. Ich habe noch ein Kind – unsere kostbare Trisha. Schicke unserer Trisha einen gottesfürchtigen jungen Mann, der dich von ganzem Herzen liebt und der Trisha so liebt wie Christus die Gemeinde liebt.« Wieder erlebte ich Gottes Treue, als Trisha sich mit Chris verlobte, einem Mann, der den Herrn – und Trisha – liebt.
Später werde ich noch näher auf das Beten von Bibelversen eingehen, doch das Beispiel, wie ich für die Ehepartner meiner Kinder betete, zeigt, wie man das Abenteuer der Fürbitte beginnen kann.
Praxis des Betens
Wenn Sie eine regelmäßige Zeit für das Lesen der Bibel und das Gebet festsetzen, wachsen die Wurzeln Ihres Lebens tiefer in die Erde von Gottes Liebe. Wollen Sie jetzt beschließen, bei dieser äußerst wichtigen Entscheidung Disziplin zu üben? Wenn ja, beten Sie: »Vater, gib mir einen Hunger, dich kennen zu lernen. Hilf mir, jeden Tag verbindlich eine Zeit der Stille mit dir zu verbringen. In Jesu Namen. Amen.«
Wie man beginnt:
AA. Legen Sie eine Zeit fest.
Reservieren Sie eine bestimmte Zeit, geben Sie Gott den besten Teil Ihres Tages. Sorgen Sie, soweit Sie können, dafür, dass Sie durch nichts gestört werden. Und beschließen Sie, nicht in Eile zu sein.
Praktischer Schritt:
Ich werde um ________ (6.00 Uhr, 21.00 Uhr) _______ (Zeitspanne – 10 Minuten, eine halbe Stunde) reservieren.
BB. Wählen Sie einen Platz.
Wählen Sie einen Platz, an dem Sie allein mit Gott zusammen sein können. Vermeiden Sie Ablenkungen. (Während dieser Zeit könnten Sie den Anrufbeantworter einschalten.) Bereiten Sie Ihren Platz vor, mit Bibel, Stift, Notizpapier oder Ringbuch.
Praktischer Schritt:
Mein stiller Platz ist in ____________.
Rechnen Sie damit, Gottes Stimme zu hören. Beginnen Sie mit dem Gebet: »Öffne mir die Augen, damit ich die herrlichen Wahrheiten in deinem Gesetz erkenne« (Psalm 119,18).
CC. Erstellen Sie einen Plan.
Benutzen Sie die vier Schritte des Gebets.
Anbetung – loben Sie Gott für das, was er ist.
Schuld bekennen – prüfen Sie Ihr Herz.
Dank – danken Sie Gott für das, was er getan hat.
Fürbitte – springen Sie für Menschen und Gegebenheiten in die Bresche.
Gottes Antwort
Während Sie die vier lebensverändernden Schritte beten, ist es sicherlich hilfreich, das folgende Bild im Hinterkopf zu haben, das veranschaulicht, wie wichtig unsere Gebete dem Schöpfer des Universums sind. (Ich habe diesen Gedanken einer Rede entnommen, die Pfarrer Ron Cline bei einer Missionskonferenz gehalten hat.)
Tausende und Abertausende von Engeln umgeben den Thron Gottes. Laut singen sie: »Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist. Es ist würdig, Macht und Reichtum entgegenzunehmen und Weisheit und Stärke und Ehre und Herrlichkeit und Lob« (Offenbarung 5,12).
Dann singen alle Geschöpfe im Himmel und auf der Erde und unter der Erde und im Meer: »Lob und Ehre und Herrlichkeit und Macht stehen dem zu, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm für immer und ewig« (Offenbarung 5,13).
Plötzlich gebietet Jesus allen Einhalt. »Pst, horcht … Jemand betet. Ich höre, wie meine Tochter zu mir ruft.«
Es ist schwer zu begreifen, dass unsere Gebete für Gott wirklich so wichtig sind, dass er die himmlischen Scharen, die ihn loben, zum Schweigen bringt. In Offenbarung 5,8 steht, dass unsere Gebete in goldenen Schalen dargebracht werden. Stellen Sie sich das vor: Jedes unserer Gebete ist süßer Weihrauch für den Herrn, und jedes wird aufbewahrt. Wir schleudern unsere Gebete nicht in die Unermesslichkeit des Weltraums, wo sie unbeachtet herumwirbeln. Nein, sie werden sofort von unserem gütigen, liebevollen himmlischen Vater gehört.
Wir schleudern unsere Gebete nicht in die Unermesslichkeit des Weltraums, wo sie unbeachtet herumwirbeln. Nein, sie werden sofort von unserem gütigen, liebevollen himmlischen Vater gehört.
Unsere Gebete gehen ihm zu Herzen, er nimmt jedes einzelne Gebet ernst und beantwortet es. Manchmal ist die Antwort ein Ja, manchmal ein Nein, und manchmal lautet sie »Warte«. Doch er antwortet immer.
Warum beten?
Wenn wir beten, gewinnen wir viel mehr als nur Antworten auf unsere Gebete. Warum sollen wir beten?
- Weil wir im Gebet Gemeinschaft mit unserem himmlischen Vater haben (Offenbarung 3,20).
- Weil Gott durch das Gebet verherrlicht wird (Johannes 14,13).
- Weil Gebet uns aus allen unseren Ängsten rettet (Psalm 34,7).
- Weil wir Gottes Weisheit erkennen können (Jakobus 1,5).
- Weil Gebet den Satan besiegt (Matthäus 18,18-20).
- Weil Gebet den Glauben stärkt (Jakobus 5,17-18).
- Weil Gebet viel bewirkt (Jakobus 5,16; Matthäus 6,10).
- Weil Jesus betete (Markus 1,35).
Als Gottes Kinder müssen wir unsere höchste Berufung – das Gebet – erfüllen. Deshalb möchte ich Sie ermutigen, auf jeden Fall Disziplin beim Beten walten zu lassen, also zu beten, ob Ihnen danach zumute ist oder nicht. Werden Sie sich bewusst, dass Ihre Gebete manchmal schwerfällig und ohne Bezug zur Wirklichkeit zu sein scheinen. Der Autor E. Stanley Jones erklärt es damit, dass die »Glut« verschwunden ist. »Machen Sie weiter, die Glut wird zurückkommen. Dabei wird das Gebet für Sie zu einer festen Gewohnheit. Sie werden zu einer Person, die nach Grundsätzen und nicht nach den Launen des Augenblicks lebt, die aufgrund von Entscheidungen handelt und nicht aufgrund von Lust und Wohlgefühl.«2
Wenn wir mit unserem Vater sprechen, können wir seine Gegenwart erleben und geben ihm die Möglichkeit, unsere tiefsten Bedürfnisse anzusprechen. In diesem Kapitel haben Sie eine Einführung in das Gespräch mit Gott und in die vier dazu gehörenden Schritte erhalten, aus denen Ihr Gebet bestehen sollte – Anbetung, Schuld bekennen, Dank und Fürbitte. Im folgenden Teil des Buches betrachten wir jeden dieser Schritte näher, setzen ihn in die Praxis um und beginnen das Abenteuer, bei dem wir entdecken, wie Beten das Leben verändern kann.
Himmlischer Vater, danke, dass du dir eine enge Beziehung zu mir wünschst. Hilf mir, den festen Entschluss zu fassen, Zeit zu finden, die ich mit dir verbringe. Erinnere mich an den bleibenden Gewinn, den die Gemeinschaft mit dir zur Folge hat, und an die Veränderungen, die Beten in meinem Leben und dem Leben der Menschen, die mir nahe stehen, bewirken kann. Hilf, dass diese Verse aus den Psalmen die Haltung meines Herzens ausdrücken: »Wen habe ich im Himmel außer dir? Du bist mir wichtiger als alles andere auf der Erde. Selbst krank und völlig geschwächt bleibt Gott der Trost meines Herzens, er gehört mir für immer und ewig. … Doch mir geht es gut, weil ich mich nahe an Gott halte! Ich setze meine Zuversicht auf den allmächtigen Herrn« (Psalm 73,25-28). In Jesu Namen. Amen.
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| TEIL 2 | |
| TEIL 2 |
DIE VIER SCHRITTE DES GEBETS
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| 4. ANBETUNG: BETEN NACH GOTTES EIGENSCHAFTEN | |
| ANBETUNG |
Eine Erzieherin beobachtete ihre Gruppe beim Malen. Gelegentlich ging sie umher, um die Kunstwerke jedes Kindes zu betrachten. Sie fragte ein kleines Mädchen, das emsig arbeitete, was sie denn malte. Das kleine Mädchen antwortete: »Ich male Gott.« Die Erzieherin musste kurz schlucken, dann entgegnete sie: »Aber niemand weiß, wie Gott aussieht.« Ohne von ihrem Blatt Papier aufzuschauen antwortete das Mädchen unbeirrt: »Aber demnächst wissen Sie es.«
Hätten Sie nicht gerne das Gemälde dieses Kindes gesehen? Glücklicherweise hat Gott in der Bibel ein Bild von sich selbst gemalt, indem er sein Wesen offenbarte. Wir können erfahren, wie Gott »aussieht«, wenn wir seine Eigenschaften, die er uns offenbart hat, kennen lernen und untersuchen. Sein Bild enthält keine Widersprüche, Gott ist so, wie er sagt, dass er ist. Je besser wir ihn kennen lernen, umso größer wird unser Wunsch, ihn zu preisen, anzubeten und zu verehren – und sein Bild bekannt zu machen.
In seinem Buch The Hallelujah Factor fasst Jack R. Taylor es so zusammen: »Lobpreis ist nichts anderes als das Bekenntnis der unumschränkten Macht und der Vorsehung Gottes … Wer ihn kennt, kann nicht anders als ihn loben.«1 Wenn wir ihn loben, singen wir in einem Chor von Millionen Sängern mit, denn in den Psalmen lesen wir: »Alle, die dir treu sind, werden dich loben« (Psalm 145,10).
Loben ist eine lebenslange Schatzsuche, bei der wir unseren Gott immer besser kennen lernen. Lob unterscheidet sich von Dank darin, dass Lob bedeutet, Gott anzubeten für das, was er ist, während Dank sich auf das konzentriert, was Gott getan hat.
Während dieses ersten Schrittes in unserem Gebet werden keine Anliegen vorgebracht. Der Autor Dick Eastman stellt fest: »Im Gebet müssen wir zuerst unsere Aufmerksamkeit auf Gott und dann erst auf uns selbst lenken. … Lob ist seinem Wesen nach selbstlos.«2
Wenn wir unser Gebet mit dem Lob Gottes beginnen, geben wir ihm seinen rechtmäßigen Platz als Herrscher und erkennen an, dass ein liebender Gott über den Dingen steht. Die Wirklichkeit seiner Eigenschaften schafft den festen Grund, von dem aus unsere Fürbitten später ausströmen. Dies ist eine geheiligte Zeit, die uns ermutigt, uns auf das Wahre und Unveränderliche an Gott zu konzentrieren, anstatt auf die unberechenbaren Umstände zu starren.
Pulsuz fraqment bitdi.