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Kitabı oxu: «Wallensteins Lager»

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Einleitung

Länger noch als am Don Carlos arbeitete Schiller am Wallenstein. Mitten in der Ausarbeitung seiner Geschichte des Dreißigjährigen Krieges für den Damenkalender, schon im Mai 1792, regte sich die Lust, diesen Stoff dramatisch zu behandeln. Doch erst im März des Jahres 1794 begann er, damals mit seiner Familie in Stuttgart lebend, einen Plan auszuarbeiten, der jedoch nach seiner Rückkehr nach Jena liegen blieb und nach Verlauf von vollen zwei Jahren noch nicht zur Ausführung gediehen war. Am 22. Oktober 1796 begann er die Arbeit mit Eifer und widmete ihr bis zum 17. März 1799, die Unterbrechungen abgerechnet, volle zwanzig Monate.

Der Stoff war überaus spröde und hatte beinahe alles, was ihn von dramatischer und tragischer Behandlung ausschließen sollte, da es im Grunde eine Staatsaktion war, die in Rücksicht auf den poetischen Gebrauch alle jene Unarten besaß, die eine politische Handlung nur haben konnte: ein unsichtbares abstraktes Objekt, kleine und viele Mittel, zerstreute Handlungen, einen furchtsamen Schritt, eine für den Vorteil des Poeten viel zu kalte trockene Zweckmäßigkeit, ohne doch diese zur Vollendung und dadurch zu einer poetischen Größe zu treiben; denn am Ende mißlang der Entwurf Wallensteins nur durch Ungeschicklichkeit. Die Basis, auf die Wallenstein seine Unternehmungen gründete, war die Armee, mithin für den Dichter eine unendliche Fläche, die er nicht vor das Auge und nur mit Aufwand großer Kraft vor die Phantasie bringen konnte; er konnte also das Objekt, auf dem Wallenstein ruhte, nicht zeigen und ebensowenig das, wodurch er fiel: die Stimmung der Armee, den Hof, den Kaiser. Auch die Leidenschaften selbst, durch die er bewegt wurde, Rachsucht und Ehrbegierde, waren von der kältesten Gattung. Sein Charakter endlich war niemals edel und durfte es nie sein, und durchaus konnte er nur furchtbar, nie eigentlich groß erscheinen; um ihn nicht zu erdrücken, durfte ihm nichts Großes gegenüber gestellt werden; dadurch wurde der Dichter notwendig niedergehalten, dem somit fast alles abgeschnitten erschien, wodurch er dem Stoffe nach seiner gewohnten Art hätte beikommen können; von dem Inhalte hatte er fast nichts zu erwarten. Alles mußte durch eine glückliche Form bewerkstelligt werden, und nur durch eine kunstreiche Führung der Handlung war der Stoff zu einer schönen Tragödie zu erheben. Aber gerade ein solcher Stoff mußte es, wie Schiller selbst am lebhaftesten erkannte, sein, an dem er sein neues dramatisches Leben eröffnen und neue Haltung gewinnen konnte. Auch behandelte er sein Geschäft nun ganz anders, als er ehemals gepflegt hatte; es gelang ihm ganz gut, seinen Stoff außer sich zu halten und nur den Gegenstand zu geben; er hatte nie eine solche Kälte für diesen mit einer solchen Wärme für die Arbeit in sich vereinigt. Den Hauptcharakter sowohl als die meisten Nebencharaktere behandelte er mit der reinen Liebe des Künstlers, und nur an Max und Thekla, die nächsten nach Wallenstein, fühlte er sich durch eigene Zuneigung gefesselt. Aber die Ausarbeitung der ihnen gewidmeten Szenen sparte er sich auf, bis er der übrigen Staatsaktion, von der sie sich ihrer frei menschlichen Natur nach völlig trennten, ja dem geschäftigen Wesen derselben dem Geiste nach entgegengesetzt erschienen, die ihm mögliche feste Gestalt gegeben. Was er dann am meisten zu fürchten hatte, war, daß das überwiegende menschliche Interesse dieser großen Episode an der schon feststehenden ausgeführten Handlung leicht etwas verrücken möchte, da, wie er meinte, ihrer Natur nach ihr die Herrschaft gebühre, und je mehr ihm die Ausführung derselben gelingen sollte, die übrige Handlung dabei desto mehr ins Gedränge zu kommen Gefahr lief. Denn es war ihm weit schwerer, ein Interesse für das Gefühl als für den Verstand aufzugeben. Er suchte nun sich aller Motive, die im ganzen Umkreise seines Stücks für diese Episode und in ihr selbst lagen, zu bemächtigen und so, wenn auch langsam, die rechte Stimmung in sich reifen zu lassen. Aus dieser Art der Arbeit, zwei grundverschiedene Richtungen, die Politik und die Liebe, in getrennten Charakteren zu verschiedenen Zeitpunkten zu behandeln und diese sich fast feindlichen Bestandteile zu einem einzigen Ganzen zu vereinigen, erklärt es sich, wie weder die eine noch die andere zur entschiedenen Herrschaft gelangen konnte und beide sich gegenseitig mehr zu verdrängen und auszuschließen, als mit vereinter Kraft eine reine Gesamtwirkung in der Seele des Beschauers hervorzubringen fähig erscheinen. Denen, die von der strengen Realistik der Staatsaktion, wie sie der Dichter nennt, verstandesmäßig befriedigt sind, wird die Gefühlswelt der großen Episode allzu idealistisch-körperlos erscheinen, denen, deren Herz, von der lyrischen Gewalt der Darstellung bezwungen, für Max und Thekla schlägt, wird das lebenswahre Abbild der Geschichte allenfalls trocken und nüchtern vorkommen, und nur wenigen Lesern und Hörern mochte der Einklang beider Welten, wie er in der Seele des Dichters sich gestaltet hatte, wahrnehmbar werden, der Prozeß seiner Entwickelung, wo die bisherige lyrische Subjektivität von der objektiven Welt gleichsam aufgesogen wurde. Von hier an war Schiller entschieden, nur historische Stoffe zu wählen; frei erfundene, die ihn veranlassen mußten, das Ideale zu realisieren, also seine Ideen zur Hauptsache zu machen, um die reale Welt darnach zu gestalten, erkannte er als eine Klippe seiner Kunst, während die Behandlung historisch gegebener Stoffe, bei der das Realistische zu idealisieren war, ihm gebot, eine gegebene bestimmte und beschränkte Materie zu beleben, zu erwärmen und gleichsam aufquellen zu machen, wobei die objektive Bestimmtheit eines solchen Stoffes zugleich seine Phantasie zügelte und seiner Willkür Widerstand leistete. Schiller hatte jedoch während der Schöpfung des Wallenstein noch eine andre zwar formelle, aber für den Dichter ungemein bedeutungsvolle Erkenntnis gewonnen. In kaum begreiflicher Weise hatte W. von Humboldt den Rat gegeben, den Wallenstein in Prosa zu schreiben, und Schiller, dem es hinsichtlich der Arbeit wenig Unterschied machte, ob er in Jamben oder Prosa schrieb, wählte, obwohl er einsah, daß der Vers mehr poetische Würde verleihen müsse, anfänglich der größern Ungezwungenheit wegen und um das Stück für die theatralische Vorstellung bequemer zu machen, die letztere. Alles, was bis in die Mitte des Jahres 1797 ausgearbeitet war, hatte er in Prosa geschrieben, und als er sich im November 1797 dennoch für den Vers entschied und alles bis dahin Geschaffene umarbeiten mußte, begriff er kaum, wie er es je habe anders wollen können, da es unmöglich sei, ein Gedicht in Prosa zu schreiben. Von nun an, seitdem er seine prosaische Sprache in eine poetische-rhythmische verwandelte, befand er sich unter einer ganz andern Gerichtsbarkeit als vorher; selbst viele Motive, die in der prosaischen Ausführung recht gut am Platz zu stehen schienen, konnte er jetzt nicht mehr gebrauchen; sie waren bloß für den gewöhnlichen Hausverstand, dessen Organ die Prosa ist; aber der Vers forderte schlechterdings Beziehungen auf die Einbildungskraft, und so mußte der Dichter auch in mehreren seiner Motive poetischer werden, da das Platte nirgends so ins Licht kommt, als wenn es in gebundener Schreibart ausgesprochen wird. Der Rhythmus leistete, wie er erkannte, bei einer dramatischen Produktion auch noch das Große und Bedeutende, daß er, indem er alle Charaktere und alle Situationen nach einem Gesetz behandelte und sie, trotz ihres inneren Unterschiedes, nach einer Form ausführte, dadurch den Dichter und seinen Leser nötigte, von allem noch so Charakteristisch-Verschiedenen etwas Allgemeines, Rein-Menschliches zu verlangen. Bei der Bearbeitung in Versen stellte sich indessen wiederum eine neue Gefahr heraus, die des übermäßigen Anschwellens, da die Jamben, obgleich sie den Ausdruck verkürzten, eine poetische Gemütlichkeit unterhielten, die ins Breite trieb. So kam es, daß die Arbeit, die beim Beginn im strengen Sinne für die theatralische Vorstellung bestimmt war, beim Abschluß über die Grenzen hinausgewachsen erschien und zum Zwecke der Aufführung in Teile zerlegt werden mußte, wobei sich wiederum mannigfache nachträgliche, wenn auch nicht tiefgreifende Umänderungen als nötig ergaben. Goethe, der sich bis dahin durch Wohlwollen und Teilnahme förderlich erwiesen, aber durchaus, was früher wohl behauptet ist, einen mitarbeitenden oder sich auf einzelnes erstreckenden Anteil am Wallenstein nicht genommen hatte, wünschte für die Eröffnung des neuen Theatersaales den ersten Akt, den damals das ›Lager‹ bildete, als eine selbständige Arbeit aufgeführt zu sehen und gab, als Schiller bereitwillig darauf einging, nun ein Soldatenlied, dem Schiller noch ein paar Strophen einfügte, dazu her, so wie er auch durch Mitteilung eines Buches von Abraham a Santa Clara Veranlassung bot, daß Schiller die Kapuzinerpredigt hinzudichtete. Mit einem rasch entworfenen Prolog, der jetzt die dramatische Dichtung eröffnet, wurden die ›Wallensteiner‹, wie das ›Lager‹ damals hieß, am 12. Oktober 1798 zuerst gegeben. Über die Bedeutung des Vorspiels für das Ganze der Dichtung und über diese selbst sind in den vorstehenden Mitteilungen und in dem ›Prologe‹ ausreichende Fingerzeige enthalten, die deshalb hier keiner weiteren Ausdeutung und Erklärung bedürfen. Nach Abscheidung des Vorspiels, reifer Überlegung und vielen Konferenzen mit Goethe wurde die übrige Dichtung nun in zwei Stücke getrennt, von denen das erste, die Piccolomini, deren Verhältnis für und gegen Wallenstein es behandelt, die Exposition der Handlung in ihrer ganzen Breite enthält und gerade da endigt, wo der Knoten geknüpft ist. Dieser Teil wurde zuerst am 30. Januar 1799, zum Geburtstage der Herzogin Luise, in Weimar vorgestellt. Das andre Stück, Wallensteins Tod, die eigentliche Tragödie, erschien, nachdem die Piccolomini am 17. April wiederholt waren, am 20. April 1799 zuerst auf der weimarischen Bühne und am 17. Mai auf der Berliner. Im Juni des folgenden Jahres erschien Wallenstein bei Cotta im Druck, und die 3500 Exemplare der Auflage waren im September bereits vergriffen.

K. Goedeke.

Personen

Prolog

Gesprochen bei Wiedereröffnung der Schaubühne in Weimar im Oktober 1798.

 
Der scherzenden, der ernsten Maske Spiel,
Dem ihr so oft ein willig Ohr und Auge
Geliehn, die weiche Seele hingegeben,
Vereinigt uns aufs neu in diesem Saal –
Und sieh! er hat sich neu verjüngt, ihn hat
Die Kunst zum heitern Tempel ausgeschmückt,
Und ein harmonisch hoher Geist spricht uns
Aus dieser edeln Säulenordnung an
Und regt den Sinn zu festlichen Gefühlen.
 
 
Und doch ist dies der alte Schauplatz noch,
Die Wiege mancher jugendlichen Kräfte,
Die Laufbahn manches wachsenden Talents.
Wir sind die Alten noch, die sich vor euch
Mit warmem Trieb und Eifer ausgebildet.
Ein edler Meister stand auf diesem Platz,
Euch in die heitern Höhen seiner Kunst
Durch seinen Schöpfergenius entzückend.
O! möge dieses Raumes neue Würde
Die Würdigsten in unsre Mitte ziehn
Und eine Hoffnung, die wir lang gehegt,
Sich uns in glänzender Erfüllung zeigen.
Ein großes Muster weckt Nacheiferung
Und gibt dem Urteil höhere Gesetze.
So stehe dieser Kreis, die neue Bühne
Als Zeugen des vollendeten Talents.
Wo möcht' es auch die Kräfte lieber prüfen,
Den alten Ruhm erfrischen und verjüngen,
Als hier vor einem auserlesnen Kreis,
Der, rührbar jedem Zauberschlag der Kunst,
Mit leis beweglichem Gefühl den Geist
In seiner flüchtigsten Erscheinung hascht?
 
 
Denn schnell und spurlos geht des Mimen Kunst,
Die wunderbare, an dem Sinn vorüber,
Wenn das Gebild des Meißels, der Gesang
Des Dichters nach Jahrtausenden noch leben.
Hier stirbt der Zauber mit dem Künstler ab,
Und wie der Klang verhallet in dem Ohr,
Verrauscht des Augenblicks geschwinde Schöpfung,
Und ihren Ruhm bewahrt kein dauernd Werk.
Schwer ist die Kunst, vergänglich ist ihr Preis,
Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze;
Drum muß er geizen mit der Gegenwart,
Den Augenblick, der sein ist, ganz erfüllen,
Muß seiner Mitwelt mächtig sich versichern
Und im Gefühl der Würdigsten und Besten
Ein lebend Denkmal sich erbaun – So nimmt er
Sich seines Namens Ewigkeit voraus.
Denn wer den Besten seiner Zeit genug
Getan, der hat gelebt für alle Zeiten.
 
 
Die neue Ära, die der Kunst Thaliens
Auf dieser Bühne heut beginnt, macht auch
Den Dichter kühn, die alte Bahn verlassend,
Euch aus des Bürgerlebens engem Kreis
Auf einen höhern Schauplatz zu versetzen,
Nicht unwert des erhabenen Moments
Der Zeit, in dem wir strebend uns bewegen.
Denn nur der große Gegenstand vermag
Den tiefen Grund der Menschheit aufzuregen;
Im engen Kreis verengert sich der Sinn,
Es wächst der Mensch mit seinen größern Zwecken.
 
 
Und jetzt an des Jahrhunderts ernstem Ende,
Wo selbst die Wirklichkeit zur Dichtung wird,
Wo wir den Kampf gewaltiger Naturen
Um ein bedeutend Ziel vor Augen sehn
Und um der Menschheit große Gegenstände,
Um Herrschaft und um Freiheit wird gerungen,
Jetzt darf die Kunst auf ihrer Schattenbühne
Auch höhern Flug versuchen, ja sie muß,
Soll nicht des Lebens Bühne sie beschämen.
Zerfallen sehen wir in diesen Tagen
 
 
Die alte feste Form, die einst vor hundert
Und fünfzig Jahren ein willkommner Friede
Europens Reichen gab, die teure Frucht
Von dreißig jammervollen Kriegesjahren.
Noch einmal laßt des Dichters Phantasie
Die düstre Zeit an euch vorüberführen,
Und blicket froher in die Gegenwart
Und in der Zukunft hoffnungsreiche Ferne.
In jenes Krieges Mitte stellt euch jetzt
Der Dichter. Sechzehn Jahre der Verwüstung,
Des Raubs, des Elends sind dahingeflohn,
In trüben Massen gäret noch die Welt,
Und keine Friedenshoffnung strahlt von fern.
Ein Tummelplatz von Waffen ist das Reich,
Verödet sind die Städte, Magdeburg
Ist Schutt, Gewerb und Kunstfleiß liegen nieder,
Der Bürger gilt nichts mehr, der Krieger alles,
Straflose Frechheit spricht den Sitten Hohn,
Und rohe Horden lagern sich, verwildert
Im langen Krieg, auf dem verheerten Boden.
 
 
Auf diesem finstern Zeitgrund malet sich
Ein Unternehmen kühnen Übermuts
Und ein verwegener Charakter ab.
Ihr kennet ihn – den Schöpfer kühner Heere,
Des Lagers Abgott und der Länder Geißel,
Die Stütze und den Schrecken seines Kaisers,
Des Glückes abenteuerlichen Sohn,
Der, von der Zeiten Gunst emporgetragen,
Der Ehre höchste Staffeln rasch erstieg
Und, ungesättigt immer weiter strebend,
Der unbezähmten Ehrsucht Opfer fiel.
Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt
Schwankt sein Charakterbild in der Geschichte;
Doch euren Augen soll ihn jetzt die Kunst,
Auch eurem Herzen menschlich näher bringen.
Denn jedes Äußerste führt sie, die alles
Begrenzt und bindet, zur Natur zurück,
Sie sieht den Menschen in des Lebens Drang
Und wälzt die größre Hälfte seiner Schuld
Den unglückseligen Gestirnen zu.
 
 
Nicht er ist's, der auf dieser Bühne heut
Erscheinen wird. Doch in den kühnen Scharen,
Die sein Befehl gewaltig lenkt, sein Geist
Beseelt, wird euch sein Schattenbild begegnen,
Bis ihn die scheue Muse selbst vor euch
Zu stellen wagt in lebender Gestalt,
Denn seine Macht ist's, die sein Herz verführt,
Sein Lager nur erkläret sein Verbrechen.
 
 
Darum verzeiht dem Dichter, wenn er euch
Nicht raschen Schritts mit einem Mal ans Ziel
Der Handlung reißt, den großen Gegenstand
In einer Reihe von Gemälden nur
Vor euren Augen abzurollen wagt.
Das heut'ge Spiel gewinne euer Ohr
Und euer Herz den ungewohnten Tönen;
In jenen Zeitraum führ' es euch zurück,
Auf jene fremde kriegerische Bühne,
Die unser Held mit seinen Taten bald
Erfüllen wird.
Und wenn die Muse heut,
Des Tanzes freie Göttin und Gesangs,
Ihr altes deutsches Recht, des Reimes Spiel,
Bescheiden wieder fordert – tadelt's nicht!
Ja danket ihr's, daß sie das düstre Bild
Der Wahrheit in das heitre Reich der Kunst
Hinüberspielt, die Täuschung, die sie schafft,
Aufrichtig selbst zerstört und ihren Schein
Der Wahrheit nicht betrüglich unterschiebt;
Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst.
 

1. Auftritt

Marketenderzelt, davor eine Kram- und Trödelbude. Soldaten von allen Farben und Feldzeichen drängen sich durcheinander, alle Tische sind besetzt. Kroaten und Ulanen an einem Kohlfeuer kochen, Marketenderin schenkt Wein, Soldatenjungen würfeln auf einer Trommel, im Zelt wird gesungen.

Ein Bauer und sein Sohn
Bauerknabe
 
Vater, es wird nicht gut ablaufen,
Bleiben wir von dem Soldatenhaufen.
Sind Euch gar trotzige Kameraden;
Wenn sie uns nur nichts am Leibe schaden.
 
Bauer
 
Ei was! Sie werden uns ja nicht fressen,
Treiben sie's auch ein wenig vermessen.
Siehst du? sind neue Völker herein,
Kommen frisch von der Saal' und dem Main,
Bringen Beut' mit, die rarsten Sachen!
Unser ist's, wenn wir's nur listig machen.
Ein Hauptmann, den ein andrer erstach,
Ließ mir ein paar glückliche Würfel nach.
Die will ich heut einmal probieren,
Ob sie die alte Kraft noch führen.
Mußt dich nur recht erbärmlich stellen,
Sind dir gar lockere, leichte Gesellen.
Lassen sich gerne schön tun und loben,
So wie gewonnen, so ist's zerstoben.
Nehmen sie uns das Unsre in Scheffeln,
Müssen wir's wieder bekommen in Löffeln;
Schlagen sie grob mit dem Schwerte drein,
So sind wir pfiffig und treiben's fein.
 
(Im Zelt wird gesungen und gejubelt.)
 
Wie sie juchzen – daß Gott erbarm!
Alles das geht von des Bauern Felle.
Schon acht Monate legt sich der Schwarm
Uns in die Betten und in die Ställe,
Weit herum ist in der ganzen Aue
Keine Feder mehr, keine Klaue,
Daß wir für Hunger und Elend schier
Nagen müssen die eignen Knochen.
War's doch nicht ärger und krauser hier,
Als der Sachs noch im Lande tät pochen.
Und die nennen sich Kaiserliche!
 
Bauerknabe
 
Vater, da kommen ein paar aus der Küche,
Sehen nicht aus, als wär' viel zu nehmen.
 
Bauer
 
Sind einheimische, geborne Böhmen,
Von des Terschkas Karabinieren,
Liegen schon lang in diesen Quartieren.
Unter allen die schlimmsten just,
Spreizen sich, werfen sich in die Brust,
Tun, als wenn sie zu fürnehm wären,
Mit dem Bauer ein Glas zu leeren.
Aber dort seh' ich die drei scharfe Schützen
Linker Hand um ein Feuer sitzen,
Sehen mir aus wie Tiroler schier.
Emmerich, komm! an die wollen wir,
Lustige Vögel, die gerne schwatzen,
Tragen sich sauber und führen Batzen.
 
(Gehen nach den Zelten.)

2. Auftritt

Vorige. Wachtmeister. Trompeter. Ulan.

Trompeter
 
Was will der Bauer da? Fort, Halunk!
 
Bauer
 
Gnädige Herren, einen Bissen und Trunk!
Haben heut noch nichts Warmes gegessen.
 
Trompeter
 
Ei, das muß immer saufen und fressen.
 
Ulan (mit einem Glase)
 
Nichts gefrühstückt? Da trink, du Hund!
 
(Führt den Bauer nach dem Zelte; jene kommen vorwärts.)
Wachtmeister (zum Trompeter)
 
Meinst du, man hab' uns ohne Grund
Heute die doppelte Löhnung gegeben,
Nur daß wir flott und lustig leben?
 
Trompeter
 
Die Herzogin kommt ja heute herein
Mit dem fürstlichen Fräulein –
 
Wachtmeister
 
Das ist nur der Schein.
Die Truppen, die aus fremden Landen
Sich hier vor Pilsen zusammen fanden,
Die sollen wir gleich an uns locken
Mit gutem Schluck und guten Brocken,
Damit sie sich gleich zufrieden finden
Und fester sich mit uns verbinden.
 
Trompeter
 
Ja, es ist wieder was im Werke!
 
Wachtmeister
 
Die Herrn Generäle und Kommendanten –
 
Trompeter
 
Es ist gar nicht geheuer, wie ich merke.
 
Wachtmeister
 
Die sich so dick hier zusammen fanden –
 
Trompeter
 
Sind nicht für die Langweil herbemüht.
 
Wachtmeister
 
Und das Gemunkel und das Geschicke –
 
Trompeter
 
Ja, ja!
 
Wachtmeister
 
Und von Wien die alte Perücke,
Die man seit gestern herumgehn sieht,
Mit der guldenen Gnadenkette,
Das hat was zu bedeuten, ich wette.
 
Trompeter
 
Wieder so ein Spürhund, gebt nur acht,
Der die Jagd auf den Herzog macht.
 
Wachtmeister
 
Merkst du wohl? Sie trauen uns nicht,
Fürchten des Friedländers heimlich Gesicht.
Er ist ihnen zu hoch gestiegen,
Möchten ihn gern herunterkriegen.
 
Trompeter
 
Aber wir halten ihn aufrecht, wir,
Dächten doch alle, wie ich und Ihr!
 
Wachtmeister
 
Unser Regiment und die andern vier,
Die der Terschka anführt, des Herzogs Schwager,
Das resoluteste Korps im Lager,
Sind ihm ergeben und gewogen,
Hat er uns selbst doch herangezogen.
Alle Hauptleute setzt' er ein,
Sind alle mit Leib und Leben sein.
 

3. Auftritt

Kroat mit einem Halsschmuck. Scharfschütze folgt. Vorige.

Scharfschütz
 
Kroat, wo hast du das Halsband gestohlen?
Handle dir's ab! dir ist's doch nichts nütz.
Geb' dir dafür das Paar Terzerolen.
 
Kroat
 
Nix, nix! Du willst mich betrügen, Schütz.
 
Scharfschütz
 
Nun! geb' dir auch noch die blaue Mütz,
Hab' sie soeben im Glücksrad gewonnen.
Siehst du? Sie ist zum höchsten Staat.
 
Kroat (läßt das Halsband in der Sonne spielen)
 
's ist aber von Perlen und edelm Granat.
Schau, wie das flinkert in der Sonnen!
 
Scharfschütz (nimmt das Halsband)
 
Die Feldflasche noch geb' ich drein, (besieht es)
Es ist mir nur um den schönen Schein.
 
Trompeter
 
Seht nur, wie der den Kroaten prellt!
Halbpart, Schütze, so will ich schweigen.
 
Kroat (hat die Mütze aufgesetzt)
 
Deine Mütze mir wohlgefällt.
 
Scharfschütz (winkt dem Trompeter)
 
Wir tauschen hier! Die Herrn sind Zeugen!
 

4. Auftritt

Vorige. Konstabler.

Konstabler (tritt zum Wachtmeister)
 
Wie ist's, Bruder Karabinier?
Werden wir uns lang noch die Hände wärmen,
Da die Feinde schon frisch im Feld herum schwärmen?
 
Wachtmeister
 
Tut's Ihm so eilig, Herr Konstabel?
Die Wege sind noch nicht praktikabel.
 
Konstabler
 
Mir nicht. Ich sitze gemächlich hier;
Aber ein Eilbot' ist angekommen,
Meldet, Regensburg sei genommen.
 
Trompeter
 
Ei, da werden wir bald aufsitzen.
 
Wachtmeister
 
Wohl gar! Um dem Bayer sein Land zu schützen,
Der dem Fürsten so unfreund ist?
Werden uns eben nicht sehr erhitzen.
 
Konstabler
 
Meint Ihr? – Was Ihr nicht alles wißt!
 

5. Auftritt

Vorige. Zwei Jäger. Dann Marketenderin. Soldatenjungen. Schulmeister. Aufwärterin.

Erster Jäger
 
Sieh, sieh!
Da treffen wir lustige Kompanie.
 
Trompeter
 
Was für Grünröck' mögen das sein?
Treten ganz schmuck und stattlich ein.
 
Wachtmeister
 
Sind Holkische Jäger; die silbernen Tressen
Holten sie sich nicht auf der Leipziger Messen.
 
Marketenderin (kommt und bringt Wein)
 
Glück zur Ankunft, ihr Herrn!
 
Erster Jäger
 
Was? der Blitz!
Das ist ja die Gustel aus Blasewitz.
 
Marketenderin
 
I freilich! Und Er ist wohl gar, Mußjö,
Der lange Peter aus Itzehö?
Der seines Vaters goldene Füchse
Mit unserm Regiment hat durchgebracht
Zu Glückstadt in einer lustigen Nacht –
 
Erster Jäger
 
Und die Feder vertauscht mit der Kugelbüchse.
 
Marketenderin
 
Ei da sind wir alte Bekannte!
 
Erster Jäger
 
Und treffen uns hier im böhmischen Lande.
 
Marketenderin
 
Heute da, Herr Vetter, und morgen dort –
Wie einen der rauhe Kriegesbesen
Fegt und schüttelt von Ort zu Ort;
Bin indes weit herum gewesen.
 
Erster Jäger
 
Will's Ihr glauben! Das stellt sich dar.
 
Marketenderin
 
Bin hinauf bis nach Temeswar
Gekommen mit den Bagagewagen,
Als wir den Mansfelder täten jagen.
Lag mit dem Friedländer vor Stralsund,
Ging mir dorten die Wirtschaft zu Grund.
Zog mit dem Sukkurs vor Mantua,
Kam wieder heraus mit dem Feria,
Und mit einem spanischen Regiment
Hab' ich einen Abstecher gemacht nach Gent.
Jetzt will ich's im böhmischen Land probieren,
Alte Schulden einkassieren –
Ob mir der Fürst hilft zu meinem Geld.
Und das dort ist mein Marketenderzelt.
 
Erster Jäger
 
Nun, da trifft Sie alles beisammen an!
Doch wo hat Sie den Schottländer hingetan,
Mit dem Sie damals herumgezogen?
 
Marketenderin
 
Der Spitzbub! der hat mich schön betrogen.
Fort ist er! Mit allem davon gefahren,
Was ich mir tät am Leibe ersparen.
Ließ mir nichts als den Schlingel da!
 
Soldatenjunge (kommt gesprungen)
 
Mutter! sprichst du von meinem Papa?
 
Erster Jäger
 
Nun, nun! das muß der Kaiser ernähren,
Die Armee sich immer muß neu gebären.
 
Soldatenschulmeister (kommt)
 
Fort in die Feldschule! Marsch, ihr Buben!
 
Erster Jäger
 
Das fürcht sich auch vor der engen Stuben!
 
Aufwärterin (kommt)
 
Base, sie wollen fort.
 
Marketenderin
 
Gleich, gleich!
 
Erster Jäger
 
Ei, wer ist denn das kleine Schelmengesichte?
 
Marketenderin
 
's ist meiner Schwester Kind – aus dem Reich.
 
Erster Jäger
 
Ei, also eine liebe Nichte?
 
(Marketenderin geht.)
Zweiter Jäger (das Mädchen haltend)
 
Bleib Sie bei uns doch, artiges Kind.
 
Aufwärterin
 
Gäste dort zu bedienen sind.
 
(Macht sich los und geht.)
Erster Jäger
 
Das Mädchen ist kein übler Bissen! –
Und die Muhme – beim Element!
Was haben die Herrn vom Regiment
Sich um das niedliche Lärvchen gerissen! –
Was man nicht alles für Leute kennt,
Und wie die Zeit von dannen rennt. –
Was werd' ich noch alles erleben müssen!
 
(Zum Wachtmeister und Trompeter.)
 
Euch zur Gesundheit, meine Herrn! –
Laßt uns hier auch ein Plätzchen nehmen.
 

6. Auftritt

Jäger. Wachtmeister. Trompeter.

Wachtmeister
 
Wir danken schön. Von Herzen gern.
Wir rücken zu. Willkommen in Böhmen!
 
Erster Jäger
 
Ihr sitzt hier warm. Wir, in Feindes Land,
Mußten derweil uns schlecht bequemen.
 
Trompeter
 
Man sollt's euch nicht ansehn, ihr seid galant.
 
Wachtmeister
 
Ja, ja, im Saalkreis und auch in Meißen
Hört man euch Herrn nicht besonders preisen.
 
Zweiter Jäger
 
Seid mir doch still! Was will das heißen?
Der Kroat es ganz anders trieb,
Uns nur die Nachles' übrig blieb.
 
Trompeter
 
Ihr habt da einen saubern Spitzen
Am Kragen, und wie euch die Hosen sitzen!
Die feine Wäsche, der Federhut!
Was das alles für Wirkung tut!
Daß doch den Burschen das Glück soll scheinen,
Und so was kommt nie an unser einen!
 
Wachtmeister
 
Dafür sind wir des Friedländers Regiment,
Man muß uns ehren und respektieren.
 
Erster Jäger
 
Das ist für uns andre kein Kompliment,
Wir ebenso gut seinen Namen führen.
 
Wachtmeister
 
Ja, ihr gehört auch so zur ganzen Masse.
 
Erster Jäger
 
Ihr seid wohl von einer besondern Rasse?
Der ganze Unterschied ist in den Röcken,
Und ich ganz gern mag in meinem stecken.
 
Wachtmeister
 
Herr Jäger, ich muß Euch nur bedauern,
Ihr lebt so draußen bei den Bauern;
Der feine Griff und der rechte Ton,
Das lernt sich nur um des Feldherrn Person.
 
Erster Jäger
 
Sie bekam Euch übel, die Lektion.
Wie er räuspert, und wie er spuckt,
Das habt Ihr ihm glücklich abgeguckt;
Aber sein Schenie, ich meine sein Geist
Sich nicht auf der Wachparade weist.
 
Zweiter Jäger
 
Wetter auch! wo Ihr nach uns fragt,
Wir heißen des Friedländers wilde Jagd
Und machen dem Namen keine Schande –
Ziehen frech durch Feindes und Freundes Lande,
Querfeldein durch die Saat, durch das gelbe Korn –
Sie kennen das Holkische Jägerhorn! –
In einem Augenblick fern und nah,
Schnell wie die Sündflut, so sind wir da –
Wie die Feuerflamme bei dunkler Nacht
In die Häuser fähret, wenn niemand wacht –
Da hilft keine Gegenwehr, keine Flucht,
Keine Ordnung gilt mehr und keine Zucht. –
Es sträubt sich – der Krieg hat kein Erbarmen –
Das Mägdlein in unsern sehnigten Armen –
Fragt nach, ich sag's nicht, um zu prahlen;
In Baireuth, im Voigtland, in Westfalen,
Wo wir nur durchgekommen sind –
Erzählen Kinder und Kindeskind
Nach hundert und aber hundert Jahren
Von dem Holk noch und seinen Scharen.
 
Wachtmeister
 
Nun, da sieht man's! Der Saus und Braus,
Macht denn der den Soldaten aus?
Das Tempo macht ihn, der Sinn und Schick,
Der Begriff, die Bedeutung, der feine Blick.
 
Erster Jäger
 
Die Freiheit macht ihn! Mit Euren Fratzen!
Daß ich mit Euch soll darüber schwatzen. –
Lief ich darum aus der Schul' und der Lehre,
Daß ich die Fron' und die Galeere,
Die Schreibstub' und ihre engen Wände
In dem Feldlager wiederfände? –
Flott will ich leben und müßig gehn,
Alle Tage was Neues sehn,
Mich dem Augenblick frisch vertrauen,
Nicht zurück, auch nicht vorwärts schauen –
Drum hab' ich meine Haut dem Kaiser verhandelt,
Daß keine Sorg' mich mehr anwandelt.
Führt mich ins Feuer frisch hinein,
Über den reißenden, tiefen Rhein –
Der dritte Mann soll verloren sein;
Werde mich nicht lang sperren und zieren. –
Sonst muß man mich aber, ich bitte sehr,
Mit nichts weiter inkommodieren.
 
Wachtmeister
 
Nu, nu, verlangt Ihr sonst nichts mehr?
Das ließ sich unter dem Wams da finden.
 
Erster Jäger
 
Was war das nicht für ein Placken und Schinden
Bei Gustav, dem Schweden, dem Leuteplager!
Der machte eine Kirch' aus seinem Lager,
Ließ Betstunde halten, des Morgens, gleich
Bei der Reveille und beim Zapfenstreich.
Und wurden wir manchmal ein wenig munter,
Er kanzelt' uns selbst wohl vom Gaul herunter.
 
Wachtmeister
 
Ja, es war ein gottesfürchtiger Herr.
 
Erster Jäger
 
Dirnen, die ließ er gar nicht passieren,
Mußten sie gleich zur Kirche führen.
Da lief ich, konnt's nicht ertragen mehr.
 
Wachtmeister
 
Jetzt geht's dort auch wohl anders her.
 
Erster Jäger
 
So ritt ich hinüber zu den Ligisten,
Sie täten sich just gegen Magdeburg rüsten.
Ja, das war schon ein ander Ding!
Alles da lustiger, loser ging,
Soff und Spiel und Mädels die Menge!
Wahrhaftig, der Spaß war nicht gering,
Denn der Tilly verstand sich aufs Kommandieren.
Dem eigenen Körper war er strenge,
Dem Soldaten ließ er vieles passieren,
Und ging's nur nicht aus seiner Kassen,
Sein Spruch war: leben und leben lassen.
Aber das Glück blieb ihm nicht stet –
Seit der Leipziger Fatalität
Wollt' es eben nirgends mehr flecken,
Alles bei uns geriet ins Stecken;
Wo wir erschienen und pochten an,
Ward nicht gegrüßt noch aufgetan.
Wir mußten uns drücken von Ort zu Ort,
Der alte Respekt war eben fort. –
Da nahm ich Handgeld von den Sachsen,
Meinte, da müßte mein Glück recht wachsen.
 
Wachtmeister
 
Nun, da kamt Ihr ja eben recht
Zur böhmischen Beute.
 
Erster Jäger
 
Es ging mir schlecht.
Sollten da strenge Mannszucht halten,
Durften nicht recht als Feinde walten,
Mußten des Kaisers Schlösser bewachen,
Viel Umständ' und Komplimente machen,
Führten den Krieg, als wär's nur Scherz,
Hatten für die Sach' nur ein halbes Herz,
Wollten's mit niemand ganz verderben,
Kurz, da war wenig Ehr zu erwerben,
Und ich wär' bald für Ungeduld
Wieder heimgelaufen zum Schreibepult,
Wenn nicht eben auf allen Straßen
Der Friedländer hätte werben lassen.
 
Wachtmeister
 
Und wie lang denkt Ihr's hier auszuhalten?
 
Erster Jäger
 
Spaßt nur! Solange der tut walten,
Denk' ich Euch, mein Seel! an kein Entlaufen.
Kann's der Soldat wo besser kaufen? –
Da geht alles nach Kriegessitt',
Hat alles 'nen großen Schnitt,
Und der Geist, der im ganzen Korps tut leben,
Reißet gewaltig, wie Windesweben,
Auch den untersten Reiter mit.
Da tret' ich auf mit beherztem Schritt,
Darf über den Bürger kühn wegschreiten,
Wie der Feldherr über der Fürsten Haupt.
Es ist hier wie in den alten Zeiten,
Wo die Klinge noch alles tät bedeuten;
Da gibt's nur ein Vergehn und Verbrechen:
Der Ordre fürwitzig widersprechen.
Was nicht verboten ist, ist erlaubt;
Da fragt niemand, was einer glaubt.
Es gibt nur zwei Ding' überhaupt:
Was zur Armee gehört und nicht;
Und nur der Fahne bin ich verpflicht.
 
Wachtmeister
 
Jetzt gefallt Ihr mir, Jäger! Ihr sprecht
Wie ein Friedländischer Reitersknecht.
 
Erster Jäger
 
Der führt's Kommando nicht wie ein Amt,
Wie eine Gewalt, die vom Kaiser stammt!
Es ist ihm nicht um des Kaisers Dienst,
Was bracht' er dem Kaiser für Gewinst?
Was hat er mit seiner großen Macht
Zu des Landes Schirm und Schutz vollbracht?
Ein Reich von Soldaten wollt' er gründen,
Die Welt anstecken und entzünden,
Sich alles vermessen und unterwinden –
 
Trompeter
 
Still! Wer wird solche Worte wagen!
 
Erster Jäger
 
Was ich denke, das darf ich sagen.
Das Wort ist frei, sagt der General.
 
Wachtmeister
 
So sagt er, ich hört's wohl einigemal,
Ich stand dabei. »Das Wort ist frei,
Die Tat ist stumm, der Gehorsam blind,«
Dies urkundlich seine Worte sind.
 
Erster Jäger
 
Ob's just seine Wort' sind, weiß ich nicht;
Aber die Sach ist so, wie er spricht.
 
Zweiter Jäger
 
Ihm schlägt das Kriegsglück nimmer um,
Wie's wohl bei andern pflegt zu geschehen.
Der Tilly überlebte seinen Ruhm.
Doch unter des Friedländers Kriegspanieren,
Da bin ich gewiß zu viktorisieren.
Er bannet das Glück, es muß ihm stehen.
Wer unter seinem Zeichen tut fechten,
Der steht unter besondern Mächten.
Denn das weiß ja die ganze Welt,
Daß der Friedländer einen Teufel
Aus der Hölle im Solde hält.
 
Wachtmeister
 
Ja, daß er fest ist, das ist kein Zweifel.
Denn in der blut'gen Affär bei Lützen
Ritt er euch unter des Feuers Blitzen
Auf und nieder mit kühlem Blut.
Durchlöchert von Kugeln war sein Hut,
Durch den Stiefel und Koller fuhren
Die Ballen, man sah die deutlichen Spuren;
Konnt' ihm keine die Haut nur ritzen,
Weil ihn die höllische Salbe tät schützen.
 
Erster Jäger
 
Was wollt Ihr da für Wunder bringen!
Er trägt ein Koller von Elendshaut,
Das keine Kugel kann durchdringen.
 
Wachtmeister
 
Nein, es ist die Salbe von Hexenkraut,
Unter Zaubersprüchen gekocht und gebraut.
 
Trompeter
 
Es geht nicht zu mit rechten Dingen!
 
Wachtmeister
 
Sie sagen, er les' auch in den Sternen
Die künftigen Dinge, die nahen und fernen;
Ich weiß aber besser, wie's damit ist.
Ein graues Männlein pflegt bei nächtlicher Frist
Durch verschlossene Türen zu ihm einzugehen;
Die Schildwachen haben's oft angeschrien,
Und immer was Großes ist drauf geschehen,
Wenn je das graue Röcklein kam und erschien.
 
Zweiter Jäger
 
Ja, er hat sich dem Teufel übergeben,
Drum führen wir auch das lustige Leben.
 

7. Auftritt

Vorige. Ein Rekrut. Ein Bürger. Dragoner.

Rekrut (tritt aus dem Zelt, eine Blechhaube auf dem Kopfe, eine Weinflasche in der Hand)
 
Grüß den Vater und Vaters Brüder!
Bin Soldat, komme nimmer wieder.
 
Erster Jäger
 
Sieh, da bringen sie einen Neuen!
 
Bürger
 
O, gib acht, Franz! es wird dich reuen.
 
Rekrut (singt)
 
Trommeln und Pfeifen,
Kriegrischer Klang!
Wandern und streifen
Die Welt entlang,
Rosse gelenkt,
Mutig geschwenkt,
Schwert an der Seite,
Frisch in die Weite,
Flüchtig und flink,
Frei, wie der Fink
Auf Sträuchern und Bäumen,
In Himmels Räumen!
Heisa! ich folge des Friedländers Fahn!
 
Zweiter Jäger
 
Seht mir, das ist ein wackrer Kumpan!
 
(Sie begrüßen ihn.)
Bürger
 
O, laßt ihn. Er ist guter Leute Kind.
 
Erster Jäger
 
Wir auch nicht auf der Straße gefunden sind.
 
Bürger
 
Ich sag' euch, er hat Vermögen und Mittel.
Fühlt her, das feine Tüchlein am Kittel.
 
Trompeter
 
Des Kaisers Rock ist der höchste Titel.
 
Bürger
 
Er erbt eine kleine Mützenfabrik.
 
Zweiter Jäger
 
Des Menschen Wille, das ist sein Glück.
 
Bürger
 
Von der Großmutter einen Kram und Laden.
 
Erster Jäger
 
Pfui, wer handelt mit Schwefelfaden!
 
Bürger
 
Einen Weinschank dazu von seiner Paten,
Ein Gewölbe mit zwanzig Stückfaß Wein.
 
Trompeter
 
Den teilt er mit seinen Kameraden.
 
Zweiter Jäger
 
Hör du! wir müssen Zeltbrüder sein.
 
Bürger
 
Eine Braut läßt er sitzen in Tränen und Schmerz.
 
Erster Jäger
 
Recht so, da zeigt er ein eisernes Herz.
 
Bürger
 
Die Großmutter wird für Kummer sterben.
 
Zweiter Jäger
 
Desto besser, so kann er sie gleich beerben.
 
Wachtmeister (tritt gravitätisch herzu, dem Rekruten die Hand auf die Blechhaube legend)
 
Sieht Er! das hat Er wohl erwogen.
Einen neuen Menschen hat Er angezogen;
Mit dem Helm da und Wehrgehäng
Schließt Er sich an eine würdige Meng.
Muß ein fürnehmer Geist jetzt in Ihn fahren –
 
Erster Jäger
 
Muß besonders das Geld nicht sparen.
 
Wachtmeister
 
Auf der Fortuna ihrem Schiff
Ist Er zu segeln im Begriff;
Die Weltkugel liegt vor Ihm offen,
Wer nichts waget, der darf nichts hoffen.
Es treibt sich der Bürgersmann, träg und dumm,
Wie des Färbers Gaul, nur im Ring herum.
Aus dem Soldaten kann alles werden,
Denn Krieg ist jetzt die Losung auf Erden.
Seh' Er mal mich an! In diesem Rock
Führ' ich, sieht Er, des Kaisers Stock.
Alles Weltregiment, muß Er wissen,
Von dem Stock hat ausgehen müssen;
Und das Zepter in Königs Hand
Ist ein Stock nur, das ist bekannt.
Und wer's zum Korporal erst hat gebracht,
Der steht auf der Leiter zur höchsten Macht,
Und so weit kann Er's auch noch treiben.
 
Erster Jäger
 
Wenn Er nur lesen kann und schreiben.
 
Wachtmeister
 
Da will ich Ihm gleich ein Exempel geben;
Ich tät's vor kurzem selbst erleben.
Da ist der Schef vom Dragonerkorps,
Heißt Buttler, wir standen als Gemeine
Noch vor dreißig Jahren bei Köln am Rheine,
Jetzt nennt man ihn Generalmajor.
Das macht, er tät sich baß hervor,
Tät die Welt mit seinem Kriegsruhm füllen;
Doch meine Verdienste, die blieben im stillen.
Ja, und der Friedländer selbst, sieht Er,
Unser Hauptmann und hochgebietender Herr,
Der jetzt alles vermag und kann,
War erst nur ein schlichter Edelmann,
Und weil er der Kriegsgöttin sich vertraut,
Hat er sich diese Größ' erbaut,
Ist nach dem Kaiser der nächste Mann,
Und wer weiß, was er noch erreicht und ermißt,
(pfiffig) Denn noch nicht aller Tage Abend ist.
 
Erster Jäger
 
Ja, er fing's klein an und ist jetzt so groß.
Denn zu Altorf im Studentenkragen
Trieb er's, mit Permiß zu sagen,
Ein wenig locker und burschikos,
Hätte seinen Famulus bald erschlagen.
Wollten ihn drauf die Nürnberger Herren
Mir nichts, dir nichts ins Karzer sperren;
's war just ein neugebautes Nest,
Der erste Bewohner sollt' es taufen.
Aber wie fängt er's an? Er läßt
Weislich den Pudel voran erst laufen.
Nach dem Hunde nennt sich's bis diesen Tag;
Ein rechter Kerl sich dran spiegeln mag.
Unter des Herrn großen Taten allen
Hat mir das Stückchen besonders gefallen.
 
(Das Mädchen hat unterdessen aufgewartet; der zweite Jäger schäkert mit ihr.)
Dragoner (tritt dazwischen)
 
Kamerad, laß Er das unterwegen!
 
Zweiter Jäger
 
Wer, Henker! hat sich da drein zu legen!
 
Dragoner
 
Ich will's Ihm nur sagen, die Dirn ist mein.
 
Erster Jäger
 
Der will ein Schätzchen für sich allein!
Dragoner, ist Er bei Troste? sag' Er!
 
Zweiter Jäger
 
Will was Apartes haben im Lager.
Einer Dirne schön Gesicht
Muß allgemein sein, wie's Sonnenlicht! (Küßt sie.)
 
Dragoner (reißt sie weg)
 
Ich sag's noch einmal, das leid' ich nicht.
 
Erster Jäger
 
Lustig, lustig! da kommen die Prager!
 
Zweiter Jäger
 
Sucht Er Händel? Ich bin dabei.
 
Wachtmeister
 
Fried', ihr Herren! Ein Kuß ist frei!
 

8. Auftritt

Bergknappen treten auf und spielen einen Walzer, erst langsam und dann immer geschwinder. Der erste Jäger tanzt mit der Aufwärterin, die Marketenderin mit dem Rekruten; das Mädchen entspringt, der Jäger hinter ihr her und bekommt den Kapuziner zu fassen, der eben hereintritt.

Kapuziner
 
Heisa, juchheia! Dudeldumdei!
Das geht ja hoch her. Bin auch dabei!
Ist das eine Armee von Christen?
Sind wir Türken? sind wir Antibaptisten?
Treibt man so mit dem Sonntag Spott,
Als hätte der allmächtige Gott
Das Chiragra, könnte nicht drein schlagen?
Ist's jetzt Zeit zu Saufgelagen?
Zu Banketten und Feiertagen?
Quid hic statis otiosi?
Was steht ihr und legt die Hände in Schoß?
Die Kriegsfuri ist an der Donau los,
Das Bollwerk des Bayerlands ist gefallen,
Regensburg ist in des Feindes Krallen,
Und die Armee liegt hier in Böhmen,
Pflegt den Bauch, läßt sich's wenig grämen,
Kümmert sich mehr um den Krug als den Krieg,
Wetzt lieber den Schnabel als den Sabel,
Hetzt sich lieber herum mit der Dirn,
Frißt den Ochsen lieber als den Oxenstirn.
Die Christenheit trauert in Sack und Asche,
Der Soldat füllt sich nur die Tasche.
Es ist eine Zeit der Tränen und Not,
Am Himmel geschehen Zeichen und Wunder,
Und aus den Wolken, blutigrot,
Hängt der Herrgott den Kriegsmantel 'runter.
Den Kometen steckt er, wie eine Rute,
Drohend am Himmelsfenster aus,
Die ganze Welt ist ein Klagehaus,
Die Arche der Kirche schwimmt in Blute,
Und das römische Reich – daß Gott erbarm!
Sollte jetzt heißen römisch Arm;
Der Rheinstrom ist worden zu einem Peinstrom,
Die Klöster sind ausgenommene Nester,
Die Bistümer sind verwandelt in Wüsttümer,
Die Abteien und die Stifter
Sind nun Raubteien und Diebesklüfter,
Und alle die gesegneten deutschen Länder
Sind verkehrt worden in Elender –
Woher kommt das? Das will ich euch verkünden:
Das schreibt sich her von euern Lastern und Sünden,
Von dem Greuel und Heidenleben,
Dem sich Offizier und Soldaten ergeben.
Denn die Sünd' ist der Magnetenstein,
Der das Eisen ziehet ins Land herein.
Auf das Unrecht, da folgt das Übel,
Wie die Trän' auf den herben Zwiebel,
Hinter dem U kömmt gleich das Weh,
Das ist die Ordnung im ABC.
Ubi erit victoriae spes,
Si offenditur Deus? Wie soll man siegen,
Wenn man die Predigt schwänzt und die Meß,
Nichts tut, als in den Weinhäusern liegen?
Die Frau in dem Evangelium
Fand den verlornen Groschen wieder,
Der Gaul seines Vaters Esel wieder,
Der Joseph seine saubern Brüder;
Aber wer bei den Soldaten sucht
Die Furcht Gottes und die gute Zucht
Und die Scham, der wird nicht viel finden,
Tät' er auch hundert Laternen anzünden.
Zu dem Prediger in der Wüsten,
Wie wir lesen im Evangelisten,
Kamen auch die Soldaten gelaufen,
Taten Buß und ließen sich taufen,
Fragten ihn: Quid faciemus nos?
Wie machen wir's, daß wir kommen in Abrahams Schoß?
Et ait illis, und er sagt:
Neminem concutiatis,
Wenn ihr niemanden schindet und plackt;
Neque calumniam faciatis,
Niemand verlästert, auf niemand lügt.
Contenti estote, euch begnügt,
Stipendiis vestris, mit eurer Löhnung
Und verflucht jede böse Angewöhnung.
Es ist ein Gebot: Du sollst den Namen
Deines Herrgotts nicht eitel auskramen!
Und wo hört man mehr blasphemieren,
Als hier in den Friedländischen Kriegsquartieren?
Wenn man für jeden Donner und Blitz,
Den ihr losbrennt mit eurer Zungenspitz,
Die Glocken müßt' läuten im Land umher,
Es wär' bald kein Mesner zu finden mehr.
Und wenn euch für jedes böse Gebet,
Das aus eurem ungewaschnen Munde geht,
Ein Härlein ausging aus eurem Schopf,
Über Nacht wär' er geschoren glatt,
Und wär' er so dick wie Absalons Zopf.
Der Josua war doch auch ein Soldat,
König David erschlug den Goliath,
Und wo steht denn geschrieben zu lesen,
Daß sie solche Fluchmäuler sind gewesen?
Muß man den Mund doch, ich sollte meinen,
Nicht weiter aufmachen zu einem Helf Gott!
Als zu einem Kreuz Sackerlot!
Aber wessen das Gefäß ist gefüllt,
Davon es sprudelt und überquillt.
Wieder ein Gebot ist: Du sollst nicht stehlen.
Ja, das befolgt ihr nach dem Wort,
Denn ihr tragt alles offen fort.
Vor euren Klauen und Geiersgriffen,
Vor euren Praktiken und bösen Kniffen
Ist das Geld nicht geborgen in der Truh,
Das Kalb nicht sicher in der Kuh,
Ihr nehmt das Ei und das Huhn dazu.
Was sagt der Prediger? contenti estote,
Begnügt euch mit eurem Kommißbrote.
Aber wie soll man die Knechte loben,
Kömmt doch das Ärgernis von oben!
Wie die Glieder, so auch das Haupt!
Weiß doch niemand, an wen der glaubt!
 
Erster Jäger
 
Herr Pfaff! uns Soldaten mag Er schimpfen,
Den Feldherrn soll Er uns nicht verunglimpfen.
 
Kapuziner
 
Ne custodias gregem meam!
Das ist so ein Ahab und Jerobeam,
Der die Völker von der wahren Lehren
Zu falschen Götzen tut verkehren.
 
Trompeter und Rekrut
 
Laß Er uns das nicht zweimal hören!
 
Kapuziner
 
So ein Bramarbas und Eisenfresser,
Will einnehmen alle festen Schlösser.
Rühmte sich mit seinem gottlosen Mund,
Er müsse haben die Stadt Stralsund,
Und wär' sie mit Ketten an den Himmel geschlossen.
Hat aber sein Pulver umsonst verschossen!
 
Trompeter
 
Stopft ihm keiner sein Lästermaul?
 
Kapuziner
 
So ein Teufelsbeschwörer und König Saul,
So ein Jehu und Holofern,
Verleugnet, wie Petrus, seinen Meister und Herrn,
Drum kann er den Hahn nicht hören krähn –
 
Beide Jäger
 
Pfaffe! Jetzt ist's um dich geschehn!
 
Kapuziner
 
So ein listiger Fuchs Herodes –
 
Trompeter und beide Jäger (auf ihn eindringend)
 
Schweig stille! Du bist des Todes!
 
Kroaten (legen sich drein)
 
Bleib da, Pfäfflein, fürcht' dich nit,
Sag dein Sprüchel und teil's uns mit.
 
Kapuziner (schreit lauter)
 
So ein hochmütiger Nebukadnezer,
So ein Sündenvater und muffiger Ketzer,
Läßt sich nennen den Wallenstein;
Ja freilich ist er uns allen ein Stein
Des Anstoßes und Ärgernisses,
Und solang der Kaiser diesen Friedeland
Läßt walten, so wird nicht Fried' im Land.
 
(Er hat nach und nach bei den letzten Worten, die er mit erhobener Stimme spricht, seinen Rückzug genommen, indem die Kroaten die übrigen Soldaten von ihm abwehren.)
Yaş həddi:
12+
Litresdə buraxılış tarixi:
28 oktyabr 2017
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