Kitabı oxu: «My Little Pony - Prinzessin Twilight Sparkle und die verschollenen Bücher des Herbstes»
G. M. Berrow
My Little Pony - Prinzessin Twilight Sparkle und die verschollenen Bücher des Herbstes
Saga
My Little Pony - Prinzessin Twilight Sparkle und die verschollenen Bücher des Herbstes
übersetzt aus dem Englischen von Burkard Miltenberger
nach
Princess Twilight Sparkle and the Forgotten Books of Autumn

HASBRO und das Logo MY LITTLE PONY sowie alle dazugehörenden Charaktere sind Markenzeichen von Hasbro und werden mit Zustimmung verwendet. © 2019 Hasbro. Alle Rechte vorbehalten. Lizenziert von HASBRO.
ISBN: 9788726220773
1. E-Book-Ausgabe, 2019
Format: EPUB 3.0
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Für Kennedy Joon – möge deine Zukunft voller zauberhafter Bücher sein
Kapitel 1
Es war einmal ein Buch
Das purpurrote Blatt löste sich leise vom Ast und wiegte im sanften Windhauch bis es auf Prinzessin Twilight Sparkles Nase landete. Es kitzelte und das Alihorn konnte nicht anders: „Hatschi!“ Ihr Niesen war so laut, dass es ein paar weitere bunte Blätter vom Ast schüttelte. Das raschelnde Konfetti schwebte herab wie ein wundersames Ballett in rotbraunen Farben.
Während Twilight ihren Weg durch den Wald zurück zum Schloss der Freundschaft fortsetzte, sog sie mit großer Zufriedenheit die frische Luft ein. Die Prinzessin war zuletzt derart beschäftigt gewesen, dass sie kaum bemerkt hatte, dass der Herbst den Sommer ablöste. Ein leichter Schwindel überkam Twilight Sparkle. Der Herbst war ihre Lieblingsjahreszeit; er hielt die genau richtige Menge an stürmischen Tagen bereit, an denen ein Pony sich drinnen mit einem guten Buch einkuscheln konnte, ohne das Gefühl zu haben, den strahlenden Sonnenschein zu verpassen.
Den ganzen Nachhauseweg über malte sie sich bildlich aus, was die gerade beginnende Jahreszeit für sie bereithielt. Sie trabte durch den Wald und erstellte in Gedanken eine Liste all der lustigen Sachen, die sie mit ihren Freundinnen unternehmen wollte. Selbstverständlich würde sich Twilight mit Applejack das Kürbisfeld von Ponyville anschauen, sie wollte herbstliche Kuchen mit Pinkie Pie backen, mit Rainbow Dash für den Laub-Lauf trainieren, mit Rarity gemütliche Schals stricken und Fluttershy dabei helfen, den Mais zu ernten und einzulagern, den sie ihren Hühnern fütterte. Mit ihrer neuen Freundin und Schülerin Starlight Glimmer hatte Twilight noch keine besonderen Herbsttraditionen entwickelt. Das musste sie unbedingt ändern!
Vielleicht könnten sie gemeinsam einen neuen Zauberspruch einüben? Der Herbst, so besagte es die Ponygeschichte, war seit jeher bekannt als ganz besonders magische Zeit. Einige alte Zauberer hatten sogar behauptetet, dass komplizierte Zaubersprüche, die am Tag der herbstlichen Tagundnachtgleiche aufgesagt werden, garantiert erfolgreich waren. Twilight schwirrte der Kopf vor all den Möglichkeiten, die sich ihr auftaten. Sie kramte in ihrer Satteltasche und zog ein zerfleddertes Buch mit violettem Einband heraus, schlug es auf und las, während sie heimwärts strebte.
„Huch!“, rief Twilight, denn sie war zu Boden gestürzt. Die Bücher aus ihrer Tasche lagen nun im Dreck verstreut. Twilight hob ihren Kopf um zu sehen, mit wem sie da gerade zusammengestoßen war.
„Autsch“, ächzte Sweetie Belle und erhob sich ein Huf nach dem anderen wieder vom Boden. „Tut mir wirklich leid, Twilight! Ich hab dich nicht gesehen.“
„Schon gut, Sweetie“, kicherte Twilight. Mit ihrer Magie hob sie das zerfledderte Buch mit dem violetten Einband auf. „Ich hab ja auch nicht aufgepasst, wo ich hintrabe! Silverdusts Führer durch die Geschichte der Magie ist einfach so spannend.“ Twilight lachte prustend.
Sweetie Belle trat von einem Huf auf den anderen. „Ach, Bücher, ja?“ Sie schüttelte ihre Mähne und blickte um sich. „Ich liebe diese Dinger!“
Twilight hob eine Augenbraue. Warum verhielt sich das Fohlen nervös? Es war schon eine Weile her, als sie sich das letzte Mal gesehen hatten. Twilight hatte das auf Sweetie Belles vollen Terminkalender geschoben, sie half Ponys bei Schönheitsfleckenproblemen. Vielleicht lag aber auch etwas ganz anderes ihrem seltsamen Benehmen zugrunde.
„Wie ist es dir so ergangen in letzter Zeit?“ Twilight lächelte das Fohlen an, ihre violetten Augen leuchteten. „Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen!“ Die Prinzessin legte einen Huf ans Kinn und grübelte. „Ja, das letzte Mal sind wir uns vergangenen Monat begegnet, als du zum Schloss kamst, um dir das Buch über das Brauen von Zaubertränken auszuleihen ...“
„Ach ja!“, lachte Sweetie Belle etwas gezwungen. „Das! Hab ich total vergessen, ich Eumel!“
„Wie fandst du es?“, fragte Twilight Sparkle. Sie machte einen erwartungsvollen Schritt nach vorn. Einem Pony die passende Buchempfehlung zu geben, war eine der leichtesten Aufgaben für sie. „Hast du versucht, einen Trank zu brauen?“
„Ähm ...“ Sweetie Belles Lippen zitterten. „Ich ... ich ...“
Twilight runzelte die Stirn. „Ist irgendetwas los?“
„Ehrlich gesagt ... ähm ... habe ich dich gemieden, weil ich dein Buch zerstört habe.“ Nachdem Sweetie Belle ihr Geständnis ausgespuckt hatte, brach ihr Stimmchen. „Ich hatte gerade einen Trank zusammengerührt und mich zu weit nach vorn gelehnt, da fiel es in die Mixtur und ich konnte es nicht mehr retten!“ Vor Scham ließ das kleine Pony den Kopf hängen. „Es tut mir wirklich leid, Twilight. Ich weiß, es war kostbar und selten.“
Obwohl sie ein wenig verärgert war, wusste Twilight, dass es nur einen Satz gab, den sie nun sagen konnte. „Ist doch nicht so schlimm“, sagte sie beschwichtigend und streichelte Sweetie über die Schulter. „Ich bin dir nicht böse. Letztendlich ist es doch nur ein Buch.“
Sweetie Belle riss die Augen auf. „Wirklich?“
„Du bist doch meine Freundin“, versicherte Twilight. „Das ist mir viel wichtiger.“ Sie umarmte Sweetie Belle innig. Als die beiden Ponys wieder weitergehen wollten, neigte Twilight ihren Kopf und fragte: „Aber ... das Buch hast du noch?“
„Die Seiten sind haben Wasserschäden und die Tinte ist verlaufen, aber ich habe es noch“, sagte Sweetie Bell und nickte traurig. „Warum?“
Twilights Miene hellte sich auf. „Ich glaube, es gibt einen Weg, das Buch zu retten.“
Das junge Fohlen seufzte vor Erleichterung. „Wie denn?“
„Mithilfe eines anderen Buchs natürlich!“, kicherte Twilight. „Wie denn sonst?“
Kapitel 2
Eine gruselige Entdeckung
Prinzessin Twilight Sparkle schritt voller Zuversicht in die Schlossbibliothek. Sie war sehr stolz, dass sie immer genau wusste, wo und in welchem Regal ihre Bücher standen. Irgendwie schaffte es jede Buchseite, einen kleinen Abdruck in ihrem Herzen und in ihrem Geist zu hinterlassen. Dabei war es egal, ob es um Garzeiten für Karotten ging, um Zaubersprüche oder um Unterwasser-Korbflechten – was Twilight gelesen hatte, behielt sie im Kopf. Deshalb war es geradezu selbstverständlich, dass sich die Lösung zur Rettung des Buches in einem ihrer kostbaren alten Bände befand. Und sie kannte genau das eine, das helfen konnte, das Buch über das Brauen von Zaubertränken zu retten.
„Es heißt Primroses Buch über den Schutz und die Weissagungen des Sehers“, rief Twilight lächelnd über ihre Schulter. „Ich nehme an, dass du davon noch nie gehört hast.“
„Die Antwort ist ein großes Nein“, erwiderte Sweetie Belle, die hinter Twilight hertrabte. Sie legte ihren Kopf in den Nacken, um an den endlosen Regalen voller Bücher hochzuschauen. Das junge Einhorn wunderte sich insgeheim, wie Twilight in diesem Raum irgendetwas finden konnte.
„Es ist ein fantastisches Buch über Zaubersprüche und Wahrsagungen. Wenn ich mich recht erinnere, hat Primrose einen Schutzzauber speziell für das geschriebene Wort entwickelt. Er ist wahnsinnig anspruchsvoll, aber ich wollte ihn schon seit ewigen Zeiten einmal ausprobieren. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür.“ Twilight blieb kurz stehen, und Sweetie Belle, die in die andere Richtung schaute, stieß erneut mit der Prinzessin zusammen – zum zweiten Mal an diesem Tag!
Sweetie Bell errötete vor Scham. „Rarity hatte Recht. Ich bin zurzeit ein bisschen neben der Hufe.“ Sie blickte den Gang der Bibliothek entlang und seufzte. Großwerden war manchmal echt anstrengend.
Twilight schenkte dem Zwischenfall keine Beachtung. Sie war viel zu konzentriert auf ihre Aufgabe, intensiv suchte sie das oberste Regal ab. „Hier ist es! Das dritte von links.“ Twilight Sparkle lächelte, als sie sich ihrer Magie bediente. Ein Schuss leuchtende Energie ging glitzernd von ihrem Einhorn aus. Sie umgab das goldene Buch, zog es aus dem Regal und brachte es behutsam zu den beiden Ponys nach unten.
In kürzester Zeit fand Twilight Sparkle das, wonach sie in den vergilbten Seiten gesucht hatte. „‚Der Schild der Weisheit ...’“, murmelte sie und überflog die Seite. „‚Wichtig, um Wissen, das einem lieb und teuer ist, zu schützen ...’ Oh. Das bedeutet, dass die Bücher in Ponyville auf jeden Fall dazuzählen!“
„Wird es funktionieren? Kannst du das andere Buch reparieren?“, fragte Sweetie Belle und sah sie erwartungsvoll an. Sie wollte, dass diese Schuldgefühle, weil sie das Buch ruiniert hatte, aufhörten, sie zu quälen.
„Ich glaube schon.“ Auf den ersten Blick erschien der Zauberspruch kompliziert, aber Twilight näherte sich mittlerweile einer Stufe der Magie an, die ihr erlaubte, es zu versuchen. Viele, viele Stunden hatte sie mit Zauber-Übungen beim Unterrichten von Starlight Glimmer verbracht. Twilight hatte ihr viel über Freundschaft beigebracht und dabei nicht nur ihre Qualitäten als Lehrerin entwickelt, sondern auch ihre Fähigkeit verfeinert, ihre Magie auf eine ganz andere, neue und aufregende Art und Weise zu konzentrieren.
„Ich gehe es nur noch einmal durch.“ Twilight trabte zum Lesepult und legte das aufgeschlagene Buch darauf. Golden leuchtende Sonnenstrahlen strömten durch die hohen Bogenfenster und illuminierten das Geschriebene.
Twilight bewegte ihren Huf über die Seite, während sie im Kopf den Zauberspruch wiederholte und dabei an den Zweck des Ganzen dachte. Um einen Zauberspruch korrekt auszuführen, reichte es nicht aus, dass ein Pony ihn laut aufsagte und dann erwartete, dass umgehend alles wie am Schnürchen lief. Das Problem bei magischen Fähigkeiten, und das verstanden die meisten Ponys nicht, war, dass sie Zeit brauchten. Ein Zauberer musste die Zaubersprüche verstehen und sich einverleiben, bevor er erwarten konnte, dass sie funktionieren.
Nachdem sie den Spruch mehrmals geflüstert hatte, um den Rhythmus der Worte aufzunehmen, kam es Twilight so vor, als fehlte noch etwas. Der Tonfall der Verse und der Sprachfluss fühlten sich noch befremdlich an.
„Hmmm...“ Twilight blätterte um. Sie heftete ihren Blick auf die Seite und musste dann dramatisch nach Luft schnappen.
„Hat es geklappt, Twilight?“ Sweetie Belle beugte sich über Twilights Schulter, um besser sehen zu können. „Ist das Wissen von Ponyville nun in Sicherheit?“
„Nein, ich fürchte, das ist es nicht.“ Niedergeschlagen schüttelte Twilight den Kopf. „Der Schild der Weisheit muss bei Tagundnachtgleiche, dem Herbstanfang, vollendet werden ...“
„Aber das ist doch bald, oder?“, überlegte Sweetie Belle. Sie biss sich auf die Lippe und zählte im Kopf die Tage. „Genau vor dem Laub-Lauf! Da machen wir’s.“
„Leider hat die Sache noch einen Haken.“ Twilight deutete auf die Seite. Überall war Tinte verlaufen, die meisten Worte konnte man nicht mehr lesen! „Es ist wohl so, dass das Buch, das uns helfen kann, ein anderes zu retten, selbst gerettet werden muss.“
„Oje, das nennt man wohl Ironie“, war Sweetie Belles Kommentar, als sie den großen Tintenfleck sah. Er er schimmerte und flackerte in den Farben des Regenbogens. „Was sollen wir jetzt tun?“
„Es gibt nur eine Lösung.“ Twilight schloss das Buch und schob es in eine Satteltasche. Sie sah aus dem Fenster, über Ponyville hinweg zu den grünen Hügeln am Horizont. „Ich muss einfach eine andere Ausgabe von Primroses Buch über den Schutz und die Weissagungen des Sehers ausfindig machen ... bevor es zu spät ist.“
Sweetie Belle dachte daran, wie unheimlich der schillernde Tintenfleck wirkte. Vielleicht war es ja schon jetzt zu spät.
Pulsuz fraqment bitdi.