Kitabı oxu: «Putin nie wieder»
Georges Hentschel
PUTIN
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Texte: © Copyright by Georges Hentschel
Cover: © Copyright by Georges Hentschel
Verlag: Georges Hentschel
Altstetterstrasse 293
8048 Zürich
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Das World-Ethic-System bewirkt
eine Welt, in der alle Menschen ein respektables Leben führen können, nicht nur eine Elite
eine Natur, die wir für alle zukünftigen Menschen bewahren, nicht aber für einen momentanen Wohlstand missbrauchen
eine Menschheit, die ihre Ressourcen friedlich teilt, nicht aber in blutigen Kriegen erstreitet
einen Ruhm, der nur noch durch ethisches Handeln entsteht, nicht aber durch kreaturverachtende Strategien
Die Sache mit der Demokratie
Die demokratischen Systeme der westlichen Gesellschaften verlieren zunehmend an Funktionstüchtigkeit. Gegenüber totalitären Systemen waren Demokratien schon immer weniger effizient, dafür aber ein mehr oder weniger guter Schutz gegen politischen Machtmissbrauch. Inzwischen geht es vermehrt um ökonomischen Missbrauch an Umwelt, Mensch und Mitteln. Hier ist ein Versagen aller politischen Systeme zu beobachten. Die sogenannten "wirtschaftlichen Notwendigkeiten“ lassen eine "realpolitische“ Wirklichkeit entstehen, welche zunehmend die Qualitäten unserer Zukunft nachhaltig ruiniert.
Wer kennt nicht die Argumentationsschlange von - drohender Stellenabbau – Steuerausfälle – steigende Unterstützungsleistungen – reduzierter Konsum – etc. Regierungen buhlen mit speziellen Standortkonditionen um Unternehmen. Atomenergie wurde mit Subventionen betrieben und wird auch mit Subventionen verschwinden, man könnte endlos viele Beispiele aufführen. Die Lobbyisten für Wirtschaftsinteressen haben einen ungleich intensiveren Zugang zu Politikern als Kompetenzen aus Wissenschaft und Forschung. Dazu kommt, dass Wissenschaft und Forschung unter dem Druck stehen sich zunehmend selbst zu finanzieren. Ein gefährliches Spiel, denn damit büssen sie automatisch ihre Unabhängigkeit ein. Somit werden wir zunehmend von wirtschaftlichen Interessen regiert, die sich für eine ethische und humane Förderung der Gesellschaft nicht interessiert. Dies geschieht nur vordergründig in der Bewerbung ihrer Produkte oder durch Stiftungen für gemeinnützige Zwecke. Aber ein Engagement für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung ist, wie sich die Situation derzeit darstellt, aus ökonomischer Sicht absurd.
Zudem fliessen zu viele Gelder aus der Wirtschaft in die demokratischen Systeme, sodass eine Befreiung aus eigener Kraft nicht vorstellbar ist. Hier müsste schon ein Druck von aussen entstehen. Dieser Druck würde nach demokratischem Ideal vom Souverän kommen. Aber so, wie die demokratischen Systeme eingerichtet sind, funktioniert das auch nicht. Selbst in direkten Demokratien wird es zunehmend schwieriger den "ökonomischen Zwängen" entgegenzutreten.
Dazu kommt, dass die zu treffenden Entscheidungen komplexeres Wissen erfordern. Dafür müssten die abstimmenden Bürger umfassend informiert und entsprechend gebildet sein. Die Informationskultur ist bei den Politikern schwach ausgeprägt. Das Gerangel in Hierarchien und Zuständigkeiten, Selbstdarstellung und Wahlkampf lassen offensichtlich zu wenig Zeit um sich dem Souverän verständlich zu machen.
Die gewählten Volksvertreter bemühen sich zwar volksnah aufzutreten, haben sich aber de facto vom Befinden der Bürger abgekoppelt. Stattdessen wurden sie zu Demoskopie-Opportunisten. Dass dies nicht unbemerkt bleibt zeigt die zunehmende Resignation im politischen Engagement der Bürger (sinkende Wahlbeteiligung, Zuwendung zum Populismus, etc.). Bekommt eine demokratiefeindliche Bewegung plötzlichen Zulauf herrscht bei den etablierten Politikern hilflose Empörung.
Hilflosigkeit ist derzeit das gravierendste Signal. Da Politiker aber durch demonstriertes Kompetenzgehabe die Zuversicht der Bevölkerung stabil zu halten versuchen, kommt es immer häufiger zu Peinlichkeiten. Politiker, die sich in wenigen Tagen fundamental selbst widersprechen werden inzwischen protestlos hingenommen.
Das westliche Wirtschaftssystem ist auf seinem Weg alles und jedes zu kommerzialisieren offensichtlich durch nichts aufzuhalten. Damit auch nicht der Raubbau an allen Ressourcen. Die demokratischen Systeme sind bereits ein inhärenter Teil dieses Spiels. Ein Spiel, das leider in einem wachsenden anarchischen Raum stattfindet.
Was ist zu tun?
Von allen Staatsformen haben die europäischen Demokratien den ausgeprägtesten Friedenswillen. Zudem hat der Schutz der erreichten inneren Liberalität einen hohen Stellenwert. Das darf auf keinen Fall aufgegeben werden. So stellt sich die Frage, wie wir unsere Demokratien vor weiteren Verfall schützen können um diese Qualitäten zu bewahren und zu fördern.
Zum Schluss möchte ich auf das in meinen Augen Wesentlichste kommen. All die aufbegehrenden Menschen weltweit, sehnen sich nach persönlicher Entfaltung und Würde, nach einer Zukunft mit gedeihlichen Perspektiven für ihre Nachkommen. Für diese Ziele gehen sie auf die Strasse und riskieren sogar ihr Leben. Aber wenn die Bevölkerung bereits auf der Strasse ist, kommen politische Kursänderungen zu spät. Das Beispiel Syrien zeigt die politische Realität: der hochgeputschte Hafiz al-Assad, Vater des jetzigen Machthabers Baschar al-Assad, schlug gnadenlos eine Revolte gegen sein Regime nieder (das Massaker von Hama). Dieser Eingriff war so gewaltig, dass seine Gegner (die Moslem Brüder) Syrien verliessen. Sein Sohn versuchte einen moderateren Weg. Er versprach wiederholt Reformen, die er nie an die Hand nahm. So belogen, formierte sich zunehmend der Widerstand, bis der Bürgerkrieg das Land verwüstete. Heute spielt es kaum eine Rolle ob das Assad-Regime gestürzt wird oder nicht. Die aktiven Milizen werden auf unabsehbare Zeit um die Macht rivalisieren, so wie es in Libyen und vielen anderen Staaten der Fall ist. Ob Syrien seine Staatsgrenzen behalten wird und in welche Regierungsform es eines Tages münden wird ist völlig offen. Sicher ist, es dauert etliche Generationen bis wieder so etwas wie Normalität entstehen kann.
Amtierende Machthaber haben zur Zeit viele solcher Eskalationen vor Augen. Aber auch hier: was ist zu tun?
Von oben aufgesetzte Systeme wie der gescheiterte Versuch dem Irak eine Demokratie zu verordnen zeugen von der ethnisch-kulturellen Naivität amerikanischer Aussenpolitik. In ethnisch komplexen Staaten kann nur ein Gleichgewicht suchender Prozess von unten erfolgreich sein. Auch solche Prozesse können aus dem Ruder laufen. Aber ganz zu Beginn, wenn die Menschen anfangen zu protestieren, wollen sie keine Gewalt gegen andere. Diese Dynamik entsteht erst mit der Zeit (ausser die bereits bestehende Gewaltbereitschaft von infiltrierenden Chaoten in unseren Städten). Also geht es darum, wie der noch gewaltfreie Unmut in Veränderungsenergie umgewandelt werden kann.
Genau das sind die Ziele, die das im Buch beschriebene Demokratie-Konzept erreichen soll:
1 Den bestehenden Demokratiesystemen eine neue Wahrhaftigkeit verleihen
2 Eine friedliche und nachhaltige Ressourcenbewirtschaftung etablieren
3 Den Respekt zwischen den Geschlechtern fördern
4 Das Wohlstandsgefälle vermindern
5 Die Inhumanität bestehender Machtsysteme auflösen
Ich danke Ihnen für Ihr Interesse an meinem Konzept und wünsche Ihnen einen spannenden Aufenthalt in diesem Buch.
Georges Hentschel
Ein Appell zur Erneuerung
Wir wissen worunter wir leiden.
Wir erkennen wie viel Leid wir in die Welt hineintragen.
Wir wissen, dass ein so Weitermachen nur Opfer hinterlassen wird.
Wir flüchten vermehrt in ohnmächtigen Zynismus.
Wir geben damit endgültig die Zügel aus der Hand.
Wir überlassen die Zukunft der Ohnmacht von Machtinhabern.
Wir erlauben den Mächtigen hilflose Vorwärtsstrategien der Beschleunigung.
"Wir" – damit sind alle Betroffenen auf diesem Planeten gemeint: Die Weltgemeinschaft der Menschen.
Verheerende Kriege haben unsere festgefügten Weltbilder durchgeschüttelt. Naturkatastrophen zeigen die Verletzlichkeit unseres Wirkens.
Wir schwimmen inmitten eines gewaltigen Universums auf einer dünnen Magmakruste eines kleinen Planeten und können keinen Frieden miteinander finden, was uns trotz "göttlicher Intelligenz" bisher offensichtlich nicht möglich war.
Wir finden uns grossartig, weil einige von uns bereits auf dem Mond ihre Spuren hinterliessen. Aber zur gleichen Zeit verelenden Millionen Menschen, für deren Überleben die Mittel fehlen. Ist das unsere Gottähnlichkeit, auf die wir so stolz sind?
Sind wir wirklich so ignorant gegenüber unseren Artgenossen und allen anderen Kreaturen auf dieser Welt? Sind wir tatsächlich so destruktiv, dass wir weiterhin singend in die Schlachten marschieren?
Nein, das sind wir nicht!
Milliarden von uns sehen ihr Glück in einem schützenden Dach über dem Kopf, genügend zu essen, gesunde Nachkommenschaft und Frieden, Frieden, Frieden!
Krieg, ob machtpolitisch oder wirtschaftlich, wünschen sich nur jene die glauben, dabei etwas zu gewinnen. Gewinnen auf Kosten millionenfachen Leids.
Immer mehr Menschen erkennen, wie wir über Jahrtausende von den Machtansprüchen einiger intelligenter Alfamenschen manipuliert wurden.
Immer mehr Menschen erkennen auch, dass wir eine weltweite Schicksalsgemeinschaft sind. Eine Schicksalsgemeinschaft, die noch nicht zu einer gemeinsamen Kraft zusammengefunden hat!
Hunde, Katzen, Schweine können sich gegen unser Tun nicht wehren, aber warum wehren wir uns nicht? Sind wir gleichermassen hilflos?
Sind wir so in unseren sozialen Rollen gefangen, dass wir freiwillig zur Schlachtbank trotten?
Oder glauben wir wirklich, dass unsere Familie, unser Dorf oder Quartier mit ihrer sozialen Anständigkeit der
Weltentwicklung entgehen könnten?
Oder sind wir inzwischen so gewohnt, nur für uns selbst zu schauen, dass wir kollektive Gefahren nicht mehr sehen wollen oder können?
Gehen wir lieber selbstgefällig mit dem Schiff Menschheit unter anstatt uns an den Pumpen abzumühen?
Was ist mit unseren Enkel- und Grossenkel-Kindern? "Tut mir leid, die Anderen tragen die Schuld, ich allein konnte da nichts tun."
Miteinander können wir sehr viel tun!
Meine angebotene Vision von neutralen und machtunabhängigen Welt-Ethik-Instrumenten ermöglicht jedem von uns, einen Beitrag zu leisten, der zu einer grossen Kraft zusammenfliessen kann. Einen Beitrag für eine faire Welt, in der die Aufrichtigkeit wieder die Oberhand gewinnt, in der Vertrauen nicht mehr die Ausnahme ist und in der Eltern ihre Kinder mit Zuversicht zur Welt bringen.
Nach Überprüfung der Welt-Ethik-Methoden und Instrumente kann jeder für sich entscheiden, ob es sich lohnt, auf diese Weise für uns etwas zu tun, was eine entscheidende Wirkung für die Zukunft hat.
1.
Die Welt-Ethik-Instrumente

Die Welt-Ethik-Charta
Am Anfang steht eine verpflichtende Welt-Ethik, ähnlich wie die UN-Charta, aber im Gegensatz zu ihr müsste sie alle Wertekulturen einbeziehen.
Eine bindende Welt-Ethik kann nicht für alle gleich sein, denn die Menschheit entwickelte unterschiedliche Kulturen, und somit glauben die Menschen an individuelle Werte. Zumindest meinen sie das. Schauen wir aber genauer hin, so stimmen die Grundwerte für ein erfolgreiches Zusammenleben erstaunlich überein.
Was irritiert, sind die religiösen Herleitungen und Interpretationen dieser Grundwerte. Auch wenn wir die vielen Religionen und Weltanschauungen nicht gründlich genug kennen, der Beweis für eine weitgehende Übereinstimmung der Grundwerte liegt in der Notwendigkeit für ein fruchtbares soziales Miteinander.
Wenn eine Gesellschaft gedeihen soll, sind gewisse Grundwerte unverzichtbar. Diese Werte wurden von jeder Gesellschaftsgruppe, also jeder Ethnie auf dieser Welt hervorgebracht oder von anderen übernommen.
Wir können also davon ausgehen, dass es überall eine Ethik zum Schutz des menschlichen Lebens gibt. Wie dieser Schutz und dessen Ausnahmen interpretiert und gelebt werden, ist eine Frage der jeweiligen Kultur. Und hier gibt es in der Tat grosse Differenzen. Jetzt könnte man meinen, dass mit dieser Vielfalt ein Welt-Ethik-Projekt bereits in Frage gestellt ist.
Keineswegs! Wir müssten nur bei allen Wertebekenntnissen die Auslegungen zur Seite lassen, um die grundlegenden Werte herauszuschälen, auf die sich die Auslegungen beziehen.
So könnten wir die Substanz für eine Welt-Ethik-Charta herausfiltern. Gleichgültig in welche Religion wir hineinschauen, die Zerstrittenheit innerhalb einer Glaubensgemeinschaft beruht immer auf unterschiedlicher Auslegung der Grundwerte und deren spiritueller Herleitung.
Anstatt einer gemeinsamen Entwicklung spalteten sich die Religionen auf, indem Reformer die Bewahrer verliessen. Wer in diese Debatten eintaucht, steht tatsächlich auf verlorenem Posten.
Nein, es kann nur um die integrativen Grundwerte gehen, und diese müssen in der jeweiligen Sprache und den jeweiligen Verständnisbildern dokumentiert sein, mit der anschliessenden Übersetzung in eine Gemeinschaftssprache, das heisst ins Englische. So wird die Charta eine Basis erhalten, die aus Hunderten von Grundwertformulierungen besteht.
Wir haben ja leider die Angewohnheit, alles über gemeinsame Nenner zu komprimieren. Das wäre bereits der erste entscheidende Fehler. Denn jede Kulturgruppe muss sich in dieser Charta wiederfinden. Andernfalls ginge eine durchgängige Akzeptanz bereits schon zu Anfang verloren. Jede Ethnie muss die sozialfördernden ethischen Gesetze ihrer Kultur vor Augen haben, wenn es darum geht, das eigene Handeln zu bewerten.
Erst jetzt kommt der nächste Schritt. Nämlich die Antwort auf die Frage: Welche Entwicklung müssten die Gesellschaften mit ihren Wertewelten durchlaufen, um sich schlussendlich in eine friedlich kooperierende Weltengemeinschaft zu integrieren, die gemeinsam die Verantwortung für eine gedeihliche Zukunft übernähme?
Hier ist die Antwort verblüffend einfach. Alle Werte, die innerhalb der Kulturen die Grundlage für ein friedliches Miteinander ausmachen, können eins zu eins auf die Beziehungen nach aussen angewendet werden. Einzige Ausnahmen stellen die «modernen» Exzesse wie die Ressourcen-Ausbeutung, Umweltzerstörung, Überbevölkerung und die generelle Aggression weltwirtschaftlicher Dominanz dar.
Eine derart dramatische Entwicklung wurde von den weisen Urhebern der Sittengesetze nicht vorhergesehen. Aber in diesen Themen (ausser Überbevölkerung) sind sich die Kulturen weltweit einig, wenn, ja wenn wir die merkantilen Argumente ausklammern. Aber gerade da werden die Welt-Ethik-Instrumente ihre machtvolle Wirkung entfalten. Sie werden die Ausbeutung sowie die machtpolitische Willkür unter Kontrolle bringen.
Aber zurück zur Struktur der Vision. Wir streben also die Erfassung der Grundwerte aller Kulturen an, und wir stellen die Anforderung, diese Werte auch nach aussen wirken zu lassen. Damit würde die Ausgrenzung kulturfremder Menschen entfallen. Das würde auch das Ende von Kriegen bedeuten, die immer alle sozialen Werte einer gesellschaftlichen Entwicklung auf den Kopf stellen. Man redet den Streitkräften ein, dass sie gerade wegen des Erhalts dieser Werte die Anderen (Feinde) zu vernichten haben. Eine international gültige Festschreibung der integrativen Werte würde eine solche Verdrehung nicht mehr zulassen.
Das sei nichts anderes als eine masslose Utopie? Kein Staat würde eine solche Wehrlosigkeit durch das Aufgeben seiner Kriegsfähigkeit hinnehmen?
Nein, ein Ausgeliefertsein, falls sich andere Staaten nicht an die Ethik halten (die meisten werden es aus guten Gründen tun), wird niemand riskieren wollen. Deshalb ist ein Welt-Ethik-Verteidigungsbündnis mit einer Welt-Ethik-Armee (Siehe Konzeptimpuls «Welt-Ethik-Interventionsarmee»,) unumgänglich. Den Vorläufer davon finden wir in den UN-Friedenstruppen.
Und wie soll nun von dieser Charta, die alle ethischen Bedingungen beinhaltet, eine Kraft ausgehen, die alle Vergehen gegen den Weltfrieden unterbindet?
Das kann eine Charta tatsächlich nicht, so wie ein Gesetzbuch nicht in der Lage ist, Kriminelle zu verhaften. Dazu benötigen wir ein zweites Instrument, die Welt-Ethik-Chronik.
Die Welt-Ethik-Chronik
Generell erfasst eine Chronik geschichtliche Ereignisse in genauer zeitlicher Reihenfolge. Sie dient einer möglichst objektiven Dokumentation von Hergängen und liefert damit unter vielem anderen auch ein Bewusstsein von Identität.
Jede Chronik wurde einmal begonnen und startet in der Regel mit einer Zustandsbeschreibung der Aspekte, auf denen die Dokumentation aufbaut.
So auch bei der Welt-Ethik-Chronik. Jede Ethnie, jeder Staat bekommt eine Datenbank mit verschiedenen Plattformen. Auf der ersten Daten-Plattform ist die geschichtliche Entwicklung festgehalten (objektiviert und von verzerrenden Epen entrümpelt). Das ist bereits die Feuerprobe.
Jede Kultur hat ihre dunklen Seiten. Wer sie nicht sehen will und verleugnet, richtet damit grossen Schaden für die ethische Entwicklung seiner Gesellschaften an (auch das würde in der Chronik festgehalten).
Die zweite Daten-Plattform dokumentiert ein umfassendes Bild der Gegenwart mit den wichtigsten Beziehungen zur jüngsten Vergangenheit (ca. 100 Jahre).
Diese Istzustand-Plattform ist der entscheidende Ausgangspunkt für die Bewertung der weiteren Entwicklung dieses Staates oder dieser Ethnie. Weil alle Ethnien inzwischen in Staatswesen eingebunden sind oder sich zumindest in einem aufhalten wie beispielsweise die Sinti und Roma, sind auch die gegenseitigen Wirkungen von grosser Bedeutung. "Sag mir, wie du mit deinen Minderheiten umgehst, und ich sage dir, wie es um deine Ethik bestellt ist."
Cirka alle fünfzehn Jahre würde auf einer neuen Plattform die Entwicklung der jeweiligen Gesellschaft dokumentiert, also jeder ihrer Schritte ins Integrative oder Destruktive.
Der Einwand, dass eine objektive Analyse einen gewissen Abstand braucht, und auch eine seriöse Erstellung Zeit benötigt, ist richtig. Die Analyse wird aus einem Abstand von 10 Jahren erarbeitet und durchleuchtet den Zeitraum der davorliegenden 10 Jahre. Das würde bedeuten, dass die Zehnjahresanalyse von 2010 den Zeitraum von 1990 bis 2000 beträfe.
Natürlich wäre zu befürchten, dass, wenn es wie im Fall USA, Russland oder China viel unter den Tisch zu wischen gäbe, die Mächtigen eine solche Bilanz verhindern wollen.
Tatsächlich würde das auf politischer wie wirtschaftlicher und religiöser Ebene wenig Freude auslösen. Deshalb gilt, schon aus Fairnessgründen, die Beurteilung des persönlichen Wirkens von Mächtigen erst zehn Jahre nach deren Machtniederlegung, also im Falle G.W. Bush ab dem Jahr 2018. Je grösser die Wahrscheilichkeit, dass Mächtige die Bilanz ihres Einflusses erleben, desto stärker der Effekt.
Das Welt-Ethik-Judgement
Würden wir es dabei belassen, läge die Publikation und damit die öffentliche Diskussion weitgehend in den Händen der Medien.
Das Welt-Ethik-Judgement verhindert als drittes Instrument diese Einschränkung. Jeder kann sich im Internet auf dieser dritten Plattform über die Entwicklungsbilanzen informieren.
Gleichzeitig wird ein Voting-Tool zur Verfügung gestellt. Diese Stimmabgabe würde zum Barometer der öffentlichen Wertschätzung. Jeder Mensch kann zu allen aufgeführten Aspekten (politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen bis hin zu einzelnen Firmen oder Personen mit übergeordneter gesellschaftlicher Macht) innerhalb eines Monats einmal pro Aspekt seine Bewertung abgeben.
Diese Voten sind natürlich genauso subjektiv wie bei unseren demokratischen Wahlen. Ein Objektivierungsmechanismus kann mit der Zählung von Voten erreicht werden. Wenn beispielsweise 20 verärgerte Mitarbeiter mit ihrem sozialen Umfeld 200 negative Voten für die Bewertung einer Unternehmenskultur aufbringen, ist das anders zu werten, als wenn es aus 20 Ländern 800'000 der 2 Millionen Voten sind, die in einem Monat (also aktuell) entstehen.
Der Verlauf öffentlicher Wertschätzungen liesse sich wie ein Börsenkurs auf der Zeitachse darstellen.
Damit sind wir bei der vollständigen Wirkung angekommen. Sie werden es inzwischen bemerkt haben, worauf das Ganze hinausläuft – auf die Ehre, das Image.
Gesellschaften holen sich ihre Identität aus der eigenen Historie, der eigenen Entwicklung. Sie wollen sich gegenüber anderen Gesellschaften aufrecht und erfolgreich zeigen können.
Das Wirken der Administration G.W. Bush hat US-Amerika weltweit viel Ansehen gekostet und damit auch Selbstbewusstsein. Wenn jetzt aber eine Welt-Ethik-Chronik jede Form der Schönmalerei, Verdrängung oder Verleugnung verunmöglicht, wird die Sache hochnot peinlich.
Peinlich auch für die Familie Bush und deren Nachkommen. So entstünde ein Mahnbild. Ich wähle das Beispiel Bush, weil eine grosse Zahl von Fehlern und Versäumnissen für jedermann derart auf dem Präsentierteller liegen, dass der Effekt mühelos nachzuvollziehen ist.
Auch Herr Sarkozy liefert ein gutes Beispiel. Haben seine Vorgänger noch meist kulturelle Ruhmeshallen erbauen lassen, will er ganz Paris umgestalten, um eine glanzvolle Erinnerung zu erzwingen, obwohl sich Frankreich in einer ökonomischen Krise befand.
Die Welt-Ethik-Chronik wird aber in knapper Form festhalten, was seine Aktivitäten in ganz Frankreich und dem Rest der Welt bewirkten.
Die Wirkung einer möglichen Demütigung als Mahnbild trifft auf alle Mächtigen dieser Welt zu. Auch auf jene der Wirtschaft. Es wird nicht mehr reichen, am Ende seiner Tätigkeit eine wohltätige Stiftung zu gründen, um vorgefallene Verfehlungen zu kaschieren. Womit ich keineswegs unterstelle, dass so etwas auf alle Stifter zuträfe. Aber was auch immer versucht wird, das eigene Image aufzupolieren, angesichts der Welt-Ethik-Chronik nützt das nichts. Auch nicht den Religionsmächtigen.
Ist das Ächtungsprinzip und seine mächtige Wirkung nachvollziehbar? Doch diese Einseitigkeit wäre nicht nur unfair, man würde damit auch einen wichtigen Teil der Durchsetzungskraft verschenken. Nämlich den Aspekt der rühmlichen Vorbilder.
Alle Menschen, die sich durch Verbesserungen der Integration, sozialen Qualität, wirtschaftlichen Fairness oder der umweltbedingten Überlebenschancen verdient machten, werden die grossen Vorbilder in den Geschichtsbüchern. Denn die von internationalen Experten erstellten Analysen wären gleichzeitig verbindlich für den Geschichtsunterricht in den Schulen. So bekommt die Weltgemeinschaft ein intervallmässig aktualisiertes Bild über ihre Vor- und Mahnbilder.
Natürlich kann es sein, dass Staatsverwaltungen die Analyseergebnisse über ihre Gesellschaft zugunsten eigener Legenden aus dem Unterricht verbannen wollen.
Das passierte vor nicht all zu langer Zeit in Russland. Aber in unserer heutigen Informationsgesellschaft wird das, wie in diesem Fall, sehr schnell publik. Wie peinlich, wenn ein Staat durch die Schönfärberei der schrecklichen Vergangenheit derart intensiv auf seine Schwächen hinweist.
Sie sehen, mit dem Zusammenspiel der Welt-Ethik-Charta und der Welt-Ethik-Chronik befinden sich alle, die etwas Wesentliches beeinflussen können, in einem Wahrhaftigkeitszwang – da, wo wir sie schon immer haben wollten.
Unter all den Vorzügen dieser Welt-Ethik-Instrumente blieb einer bisher unerwähnt: Die Sicherheit vor Machtmissbrauch. Die Daten der Charta sowie die der Chronik sind, einmal eingelesen, vor Eingriffen geschützt. Das ist heute technisch möglich. Aber noch entscheidender ist die Unmöglichkeit, diese enorme Autorität für eigene Machtentfaltungen zu missbrauchen.
Niemand kann sich obenan stellen. Niemand kann dieses Instrument für sich so verdrehen, dass daraus machtbildende oder machterhaltende Dogmen würden. Selbst die Initianten einer Umsetzung dieses Prinzips könnten keine Vorteile daraus ziehen. Es ist eine Idee, die nur zu verschenken und nicht auszubeuten ist.
Nun ist die Frage, was geschieht mit einem solchen Geschenk, wie könnte es jemals zur Wirkung kommen? Die Mächtigen, die auf den Erfolg von destruktivem Handeln setzen, werden sich sicher nicht dafür engagieren, sie werden sich kaum selbst ein solches Überprüfungsinstrument auferlegen.
Aber es gibt auch die besonnenen und verantwortungsbewussten Inhaber von Machtpositionen. Sie werden allzu häufig von der realpolitischen Wirklichkeit zu Entscheidungen genötigt, die sie selbst nicht wollen, aber verantworten müssen. Auf die Mächtigen, die sich aufrichtig um eine Verbesserung der Weltverhältnisse bemühen, müssen wir zählen. Sie würden das Projekt wahrscheinlich unterstützen.
Antworten auf die häufigsten Fragen
Sie sprechen von international anerkannten Experten und nationalen sowie internationalen Wissenschaftsgremien. Jeder von uns weiss, dass viele wissenschaftliche Institute vom Wohlwollen aus Politik und Wirtschaft abhängig sind. Es ist doch zu erwarten, dass diese Experten unter Druck gesetzt werden. Was ist Ihre Lösung für dieses Problem?
Das stimmt.
Auch hier läuten die Welt-Ethik-Instrumente die Stunde der Wahrhaftigkeit ein. Alle ausgewiesenen Experten, ob frei oder institutsgebunden, sind aufgefordert, ihre Analysen auf die wesentlichen Inhalte zu komprimieren. Danach werden sie in den Welt-Ethik-Datenbanken den entsprechenden Themen zugeordnet.
Jetzt kann man die Frage stellen, wer überprüft diese Analysen auf ihre Wirklichkeitstreue? Die Antwort: die Zeit tut es. Stellen sich bei rückwirkender Überprüfung fehlerhafte oder verfälschte Analysen-Ergebnisse heraus, werden diese im Netz prominent veröffentlicht. Zusätzlich wird es mit der Zeit ein Ranking geben. So müssen sich die Institutsleiter sowie die Experten die Frage stellen, wie viel Image-Schaden sie sich und dem Institut zufügen wollen.
Mit den Voten kommen sehr viele subjektive und auch inkompetente Meinungen zusammen. Sind die Bewerteten damit nicht zu viel Willkür ausgesetzt?
In diesem Sinn entspricht das Voting den Stimmenabgaben bei demokratischen Wahlen. Solche Ergebnisse sind subjektiv. Aber sie spiegeln die Wirklichkeit wider. Wie kompetent oder inkompetent die Stimmen auch sein mögen, so sehen die Mehrheiten aus. Für die Inhabende von Machtpositionen ist es eine hervorragende Messlatte für die Qualität ihrer Kommunikation.
Gibt ein solches Votingsystem den meinungsbildenden Medien oder gewissen Agitatoren nicht zu viel Manipulationsmöglichkeiten? Oder anders ausgedrückt, kann das Welt-Ethik-System nicht auch für Negativ- Image Kampagnen missbraucht werden?
Sie sprechen damit eine mögliche Image-Manipulation durch das systematische Emotionalisieren der öffentlichen Meinung an. Das passiert heute bereits, aber leider ohne Konsequenzen für die Verursacher. Das Welt-Ethik-System dokumentiert auch das ethische Verhalten der Medien. Das Zusammenwirken von Medienkampagnen und einem Imagezerfall wird aufgezeigt. Die Medienverantwortlichen müssen sich somit die Ethik-Frage gefallen lassen und die Frage nach der Scheinheiligkeit, wenn sie sich vordergründig als Hüter demokratischer Werte darstellen.
Ihr vorgeschlagenes System würde die Mächtigen kontrollieren und stark einschränken. Benötigen Sie nicht die Unterstützung solcher Mächtigen, um Ihr System zur Durchsetzung zu bringen?
Wir sollten Verallgemeinerungen vermeiden. Menschen in Machtpositionen dürften ebenso viel Unterschiedlichkeit an moralischem und ethischem Bewusstsein aufweisen wie sie in der übrigen Gesellschaft zu finden sind. Natürlich erzeugen die Mechanismen, in denen sie sich befinden, einen stärkeren Druck zur Opportunität. Ich bin überzeugt, dass es unter den Mächtigen mehr als genug potenzielle Förderer einer Welt-Ethik gibt.
Inzwischen haben sich auch beachtliche Gegenmächte gebildet. Denken Sie an die grossen Nonprofitorganisationen wie die von Human Rights oder Greenpeace, etc. oder an das erstarkende Gegen-WEF. Die Menschen organisieren sich zunehmend, um einen Gegendruck zu erzeugen. Was ihnen bislang fehlte, war ein zwingendes Instrument.
Glauben Sie wirklich daran, dass ein Weltfriede tatsächlich möglich ist? Und was macht Sie sicher, dass dieser durch das von Ihnen vorgeschlagene System entstehen kann?
Ich bin keineswegs sicher. Aber mit dem Welt-Ethik-System erhöhen sich die Chancen! Dass die Menschheit ohne einen Weltfrieden ihre existenziellen Probleme nicht lösen kann, ist eine inzwischen weit verbreitete Einsicht. Das ist der Grund, warum eine UNO so ausgebaut wurde, das zeigen auch die Europa-Aktivitäten.
Lassen Sie mich eine Abhängigkeitskette aufzeigen: Unser grösstes Problem ist das weltweite Bevölkerungswachstum. Nur zunehmender Wohlstand und Altersvorsorge können zu einer ausgeglichenen demografischen Situation führen. Ein solcher, weltweit ansteigender Wohlstand kann nur über ökonomische Fairness entstehen. Eine solche Fairness kann sich wiederum nur auf der Basis eines nachhaltigen Friedens entwickeln.
Nicht nur in der Wissenschaft, auch in der Politik sind diese Einsichten vorhanden. Was fehlt, ist die Zuversicht, alle freiwillig an denselben Tisch zu bekommen.
Über das Welt-Ethik-System können sich die Friedensaktivisten profilieren, und die Friedensverhinderer würden einen enormen Image-Verlust riskieren. So entsteht ein Druck zur Einhelligkeit.
Selbstverständlich gibt es auch Machthaber, die nur mit massiver Gewalt von ihren Aggressionen abzuhalten sind. Dafür müsste tatsächlich eine neue UNO Friedens-Kampfbereitschaft entstehen.
Die Schweiz ist ein kleines Land, wie stellen Sie sich eine weltweite Durchsetzung eines so grossen Projektes vor?
Das geht nur mit einer professionellen Kommunikationsstrategie. In der heutigen Medien-Landschaft spielt das Internet eine immer wesentlichere Rolle. Dabei ist es kaum von Belang, von welchem Ort die Aktivitäten ausgehen. In der wie Sie sagen kleinen Schweiz sind schon einige grosse Dinge auf den Weg gebracht worden.
2.
Verunmöglichter Machtmissbrauch
Das geschilderte Welt-Ethik-System verkörpert eine bis anhin nicht dagewesene Macht. Eine Macht ohne Gewalt gegen die Gewalt. Das ist neu. Denn in der Menschheitsgeschichte waren ausufernde Machtgelüste bisher nur mit einer Gewaltandrohung oder Gewaltanwendung zu stoppen. Klassische Machtentfaltungen durch
überlegenes Kriegspotenzial
grosse Territorien / Reichtum durch Pfründe
Gesinnungsrituale z.B. durch Exkommunikation
Kriegerische Mehrheiten (auch in demokratischen Systemen)
Alles das würde von jetzt an durch die Registrierung ethischen oder unethischen Wirkens unter Druck geraten.
Die Zeit der Cäsaren wäre damit vorbei. Unser Planet ist aufgeteilt und es ist müssig, darüber zu spekulieren, was man an dieser Aufteilung noch alles verändern könnte. Die bestehende «Ordnung» entstand über Jahrtausende und dauerten bis ins letzte Jahrhundert an, durch unzählige Wunden, die wir durch neue Verletzungen nicht heilen werden. Die Lösung unserer Probleme liegt nicht im Erkämpfen neuer Grenzen. Das muss auch ein Wladimir Putin begreifen. Das Ausheilen alter ethnischer Wunden ist das Gebot der Zukunft. Wenn wir uns aufrichtig bemühen, alles Trennende einer Integration zuzuführen, dann erübrigen sich auch staatliche Waffenarsenale.
Religiöse Machtentfaltung durch Gesinnungsdruck widerspricht dem Gebot der Liebe zu den Menschen; und die konsequenzlosen Versprechen demokratischer Politiker reduzieren den Souverän nicht mehr nur auf seinen Wahlzettel.
Das Welt-Ethik-System brächte alles unter Kontrolle. Was für eine Macht! Das Grossartige daran, niemand kann diese Macht, die über allen Supermächten liegt, vereinnahmen. Niemand könnte daraus persönliche Vorteile schöpfen. Auch die schlauesten Winkelzüge würden als solche entlarvt. Kein Machthaber könnte sich an dessen Spitze stellen.
Es ist ein System ausserhalb des Zugriffs menschlicher Machtmanipulation! Es wäre zum ersten Mal etwas von Menschen Geschaffenes, was nicht von Menschen missbraucht werden könnte!
Die Kontrolle ethischer Institutionen
Ethisch engagierte Institutionen wie die UNO, Weltbank, Internationale Gerichtsbarkeit, etc. würden eigene Datenplattformen erhalten. An Hand dieser können die Verhältnismässigkeit (Neutralität) ihrer Aktivitäten gemessen werden. Einen Instrumentalisierungsversuch wie am Beispiel Irak (Brot gegen Öl) wird es so nie mehr geben können.
Das Welt-Ethik-System bietet eine solide Basis für die Autorität ethischer Institutionen, die sich fundamental auf ihre Leistungsfähigkeit auswirken wird.
Das Ende eigenmächtiger Interventionen
Auch Eingriffe ohne UN-Mandate, wie durch die NATO im Kosovo geschehen, gehören der Vergangenheit an. Wie das Statement von Obama im Interview mit Warren zeigt, handelte es sich dabei keineswegs um einen politischen Ausrutscher, sondern um eine grundsätzlich vorhandene Bereitschaft zur Intervention:
Warren unterbricht:
"… wir gehen in den Krieg ohne UN-Billigung?"
Obama:
"Oh ja, absolut. Ja. Aber ich – aber ich – wissen Sie, ich denke, wir nehmen das Beispiel Bosniens, als wir hineingingen, um Leben zu schützen.
Wir hatten kein UN-Mandat, aber es war eine starke internationale Übereinkunft, dass hier eine ethnische Säuberung stattfand. Unter diesen Umständen – wenn wir die Macht dazu haben – wir sollten … wir sollten in Aktion treten."
Das Beispiel ist insofern unfair, weil es sich auf die Zeit vor dem Welt-Ethik-System bezieht. Nach ihrem Inkrafttreten wird sich kein Staat mehr die Blösse geben, bei einem drohenden Völkermord ein Veto einzulegen, falls es dann diesen Mechanismus noch geben sollte.
Das Ende von Staatsgründungen und -erweiterungen
Eine Staatsgründung wie sie beim Staat Israel ablief, wird es nach diesen bitteren Erfahrungen so wohl kaum noch geben, obwohl etliche Ethnien auf einen eigenen Staat hoffen. Die Lösungen für «heimatlose» Ethnien können nicht in Staatsgründungen liegen, sondern nur in einer kulturrespektierenden Integration. Die Aufrichtigkeit solcher Integrationsbemühungen sowie die Vergehen dagegen werden in der Welt-Ethik-Chronik ihren Niederschlag finden.
Die Vereinnahmung von Staaten und eigenständigen ethnischen Territorien, wie es durch China im Himalaja geschieht, gehören der Vergangenheit an. Im Fall Tibet führte eine Jahrhunderte andauernde Einmischung fremder Mächte bei den Chinesen zur Interpretation es handle sich um ein «hoheitsfreies Gebiet», das sie auf Grund der historischen Einmischungen okkupieren können. Es kostet China viel Geld, aber die Bodenschätze wiegen das um ein Vielfaches auf. Wieder greift Eins ins Andere.
Mit einer weltweiten Regulierung der Ressourcennutzung würden solche Macht-Eskapaden überflüssig.
Das Ende von Abspaltungs-Aggressionen
Welche Ungerechtigkeit und Demütigung Volksgruppen auch erleiden mussten, die treibenden Kräfte ihrer Abspaltung zur Autonomie leben mit ihren Vorstellungen in der Vergangenheit.
Es kann für die Sicherung unserer Zukunft weder darum gehen, die Weltgemeinschaft in wenige Grossreiche einzubinden, noch um eine autonomiebesessene Zerstückelung in kleinste Einheiten.
Wie schon zuvor erwähnt, besteht unsere Aufgabe darin, alte Wunden zu heilen, Frieden zu schliessen und zukunftsfähige Kooperationen zu gestalten. Gleichgültig, wo wir hinschauen, ob Kurden (Türkei), Basken, Katalonen (Spanien) oder andere Minderheiten, leidet die Mehrheit unter den Ambitionen einer oft militanten Minderheit.
Gerade diesen egobesessenen Anführern wird durch die Welt-Ethik-Chronik der Traum späterer Heroisierung ihres Tuns gründlich entzogen.
Das Ende der Zocker-Börse
Die Börse gilt als Instrument der Kapitalbeschaffung für Unternehmen. Sie ist das Spiegelbild der Gesellschaft.
Setzt die Gesellschaft auf Nachhaltigkeit und Kontinuität, dann ist auch ihr Investitionsverhalten dementsprechend. Ist sie wie heutzutage von der Gier nach schnellem Geld getrieben, dann verkommt die Börse zu einem Instrument der Wertmanipulation und Gewinnmitnahmen.
Beides gehört kontrolliert. Die Börse braucht neue Spielregeln, die sicherstellen, dass es sich um ernsthafte Investoren handelt, so wie es heute bereits Pensionskassen und Versicherungen sind.
Vor nicht allzu langer Zeit haben die Banken durch ihre Misswirtschaft das angelegte Kapital mehr als halbiert und Abermillionen von kleinen Gierhälsen verhinderten durch ihre Zockerei eine rasche Erholung des Aktienmarktes. Dieser Wildwuchs zerstört nicht nur die Sicherheit von Altersrenten, er hatte auch die Wirtschaftskrise in die Länge gezogen.
Das Welt-Ethik-System wird jede Form der Ausbeutung ächten einschliesslich derjenigen, die das nicht zu verhindern wussten. Diese Anforderung liegt auf den Schultern der Staatengemeinschaft, die sich ja inzwischen zur Gemeinsamkeit bekennt und beweisen müsste, dass sie mehr zustande bringen kann als graue und schwarze Listen.
Das Ende des Ausbeutungsmanagements
Wenn produktive und zukunftsfähige Unternehmensbereiche aus Hochlohnländern in Billiglohnländer verlagert werden sollen, es dort aber oftmals über eine Absichtserklärung nicht hinausging und am Ende alle mit leeren Händen dastehen, ist das unannehmbar.
Unternehmensführungen, die sich über die sozialen Konsequenzen ihrer Strategien unbekümmert hinweg setzen werden der Vergangenheit angehören, weil sie sich der Bewertung ihres Handelns nicht mehr entziehen können. Desgleichen wäre die soziale Qualität der Leistungskulturen in Unternehmen transparent und damit bewertbar zu machen.
Das Ende aller Spekulationen
Offensichtlich gehört das Spekulieren vor allem zum zivilisierten Menschen. Wir spekulieren auf einen Gewinn, wenn wir den Lottoschein ausfüllen, auf eine Karriere, wenn wir einen Job annehmen, auf eine Wertsteigerung, wenn wir ein Grundstück kaufen. Wohlhabender zu werden, insbesondere ohne etwas dafür zu leisten, übt einen unwiderstehlichen Reiz aus.
Mit dem Geld, für das bescheidene Sparzinsen gezahlt werden, zockt Ihre Bank weiter, desgleichen mit Ihren Hypothekenschulden. Wer über Geld verfügt, dem stehen in unserer Welt viele Spekulationsmöglichkeiten offen.
Mit den beschriebenen Wirkungen des Welt-Ethik-Systems werden solche Spekulationen ihren Boden verlieren, weil das System keine künstlich konstruierten Wertsteigerungen mehr zulassen würde.
Bleiben die natürlich entstehenden Verknappungen. Auch sie werden sich der Spekulation entziehen, wenn die Aufteilung aller Rohstoffe nach einem Weltbedürfnissystem erfolgt und Rohstoffe (wie Getreide) einer Wertbegrenzung unterliegen (siehe «Konzeptimpuls Rohstoff Getreide»).
Der Anfang von Bürgernähe
Allen westlichen Demokratien ist eines gemein: Der zunehmende Verlust von Bürgernähe. Das liegt nicht am Bürger, sondern an der Unfähigkeit der Politiker, den Bürger ernsthaft einzubeziehen. Politiker und Souverän haben sich soweit auseinander gelebt, dass Politiker von der Unvermittelbarkeit komplexer Sachlagen überzeugt sind und die Bürger die Aussagen ihrer Politiker nur noch vorbehaltlich zur Kenntnis nehmen.
Das Welt-Ethik-System sieht ein Instrument der intervallmässigen Bürgerbefragung vor, bei der die Beziehung zum politischen Geschehen qualitativ erfasst wird. Das nötigt die Politiker über ihre Popularitätsstrategien hinaus, dem Bürger eine seriöse Kommunikation der Probleme, Lösungswege, Taten und Ergebnisse zu bieten.
Das ist der Anfang von Bürgernähe und das Ende einer manipulierbaren und entpersönlichten «Medienvertretung» politischer Botschaften.
Der Anfang von «Wort geben» und «Wort halten»
Der Blick des Bürgers zur Politik seines Landes beeinflusst gleichzeitig seinen Zugang zur Weltpolitik.
So kommt es zu Vergleichen und Einschätzungen, die manchmal unterschiedlicher nicht sein können, wenn beispielsweise Herr Bush von seinen Wählern oder vom französischen Souverän beurteilt würde.
Einerseits wollen Menschen eine starke, zuverlässige Führung, die weiss, was für die Gesellschaft der beste Weg ist, um ihn dann unbeirrt zu gehen. Andererseits glaubt kaum noch jemand an diese Fähigkeit der Politiker, den besten Weg zu erkennen und auch nicht daran, dass man ihn in dieser Welt der komplexen Einflüsse unbeirrt gehen könnte.
Doch die Politiker geben sich diesen Anschein, um als starke Vertreter des Volkes zu gelten. Sie müssen es inzwischen sogar, notgedrungen.
Stellen Sie sich einmal vor, alle Spitzenpolitiker würden sich angesichts der Krise offen zu ihrer Hilflosigkeit bekennen. Das Resultat: Panik. Aber nur, weil wir uns von dem Opium einer bisher vorgegaukelten Sicherheit abhängig machten.
Die Krise birgt die Chance, auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren und die Risiken unserer Gesellschaft und der eigenen Existenz wieder anzunehmen.
Das Welt-Ethik-System wird den Anspruch auf eine wahrhaftige Kommunikation etablieren. Was dem Wähler versprochen wird, lässt sich an Hand der Ethik-Leitplanken überprüfen und auch das, was davon eingehalten wird.
Parteien und ihre Vertreter, ob in der Regierung oder Opposition, müssen über Legislaturperioden hinaus zu ihrem Wort stehen. Damit wird viel unnützes und populistisches Getöse verschwinden.
Der Anfang einer weltweiten Solidarität
Wenn wir die enorme Vielfältigkeit und Vielzahl privater Hilfsinitiativen vor Augen haben, dann sind wir bereits auf dem Weg zur solidarischen Weltgemeinschaft.
Aber das wird von vielen Menschen noch nicht so wahrgenommen. Es fehlt ein allgemeingültiges, verbindliches Signal des Aufbruchs in eine neue Gemeinsamkeit.
Ein solches Signal wird von der Welt-Ethik-Vision ausgelöst. Mächtige, die nicht das Geschaffene durch Zerstörung in Frage stellen, sondern sich einer weltweiten fairen Koexistenz verpflichtet fühlen, werden die Menschen dazu animieren, über ihren Tellerrand hinauszuschauen.
Der Anfang einer humanen Integration
Mit den martialisch romantisierten Sessel-Kriegern vor ihren Fernsehern haben wir das gefährlichste Aggressionspotenzial.
Die Befriedigung durch «Heldenblut» verleugnet gleichzeitig das entsetzliche Leid von Krieg und körperlicher sowie seelischer Zerstörung zugunsten eines Gefühls heroischer Erhabenheit.
Das ist eine nicht zu überbietende Respektlosigkeit gegenüber ihren massakrierten und gedemütigten Vorfahren. Solange von Interesse ist, was wir anderen antun können und solange wir uns an Kriegsgeräten ergötzen, sind wir am entgegengesetzten Ende einer humanen Integration.
Das Welt-Ethik-System animiert nicht nur zum Weltbürger. Es misst die Gesellschaften auch an ihrer Fähigkeit zur innerstaatlichen und überstaatlichen Integrationsfähigkeit.
Der Anfang einer zukunftsfähigen Umwelt
Wir spielen nicht nur gegen Schachcomputer, wir haben uns ganze Welten technischer Komplexität geschaffen, gegen die jede neue Generation den Bewährungskampf antreten muss.
Eine Gesellschaft, die erbarmungslos an ihrem Prinzip der beschleunigten Rentabilität festhält und damit alle nicht genügend Begabten und Leistungsfähigen aussortiert, wird an dieser Inhumanität scheitern. Wenn wir dem entgehen wollen, muss die ständig wachsende Mehrleistung unserer Technologien dem Erhalt menschenwürdiger Beschäftigung dienen.
Das Welt-Ethik-System ebnet diesen Weg durch die in den Konzeptimpulsen skizzierten Erneuerungen einer nationalstaatlichen und internationalen Wirtschaft.
Der Ressourcen-Raubbau und der Wahn zum Massenkonsum gehen Hand in Hand. Ich spreche hier nicht der Askese das Wort. Das Leben soll genussvoll sein und Auswahl bieten. Konkurrenz soll zu ökonomischen Produktionssystemen führen und Unternehmertum soll Neues innovieren.
All dies wird durch eine Regelung kooperativer Ressourcennutzung nicht in Frage gestellt. Umweltschutz und Ressourcenverantwortung sind ein zentrales Thema der Weltgemeinschaft.
Das Welt-Ethik-System unterstellt eine gemeinsame Verantwortung und kooperatives Handeln aller Staaten und Beteiligten.
Ein Geschenk, das Kopfschmerzen bereitet
Wäre das nicht auch eine erstrebenswerte Zukunft, wenn die Welt-Ethik-Instrumente diese Wirkung entfalten würden?
Es wäre ein grosses Geschenk für die Menschheit, aber vor allem eine Verpflichtung zur Nachhaltigkeit für die Politiker. Die Politshow würde der Wahrhaftigkeit weichen müssen.
Beispielsweise würde auf der deutschen national-staatlichen Datenbankplattform irgendwann ersichtlich sein, was die Regierung Merkel zustande brachte.
Dabei zählen nicht Eckdaten wie das Bruttosozialprodukt, sondern in welcher Qualität sich die Existenzen der Menschen in diesem Staat entwickelt haben. Was der Staat für den Weltfrieden und den Weltwohlstand leistete und welche kreativen Ansätze zu einer positiven Veränderung führten.
Die Kapazität für diese Verpflichtung ist nur durch die Entrümpelung des Bisherigen zu gewinnen. Somit würde für eine gründliche Erneuerung eine Phase harter Arbeit anbrechen.
Wenn Barack Obama sich die Vision einer atomwaffenfreien Welt auf die Fahne schreibt, ist das ein Schritt in die Richtung, die wir vom Welt-Ethik-System erwarten. Nicht aber nur ein grosses Wort für eine Atomwaffen-Überschussentsorgung.
Pulsuz fraqment bitdi.