Kitabı oxu: «Kostenrechnung»

Gerhard Janes
Die ideale Ergänzung zu diesem Übungsbuch bildet das zugehörige Lehrbuch:
Janes, Gerhard
Kostenrechnung
Für Studium und Praxis
1. Auflage 2018
453 S., 191 Abb., 180 Tab., Broschur
Print: ISBN: 978-3-17-032262-2
pdf: ISBN 978-3-17-032263-9
epub: ISBN 978-3-17-032264-6
mobi: ISBN 978-3-17-032265-3
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1. Auflage 2021
Alle Rechte vorbehalten
© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17-037792-9
E-Book-Formate:
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epub: ISBN 978-3-17-037794-3
mobi: ISBN 978-3-17-037795-0
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Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 1 Systematik des Übungsbuches
3 2 Grundlagen
4 2.1 Rechnungswesen, Kostenrechnung und Controlling
5 2.2 Die Begriffe des Rechnungswesens und der Kostenrechnung
6 2.2.1 Die Begriffe des Rechnungswesens
7 2.2.2 Die Begriffe der Kostenrechnung
8 2.2.3 Die buchhalterische Abbildung der Kostenrechnung
9 2.3 Kostenrechnungssysteme
10 2.3.1 Die Zuordnung der Kosten
11 2.3.2 Variable und fixe Kosten
12 2.3.3 Einzelkosten und Gemeinkosten
13 3 Vollkostenrechnung
14 3.1 Kostenartenrechnung
15 3.1.1 Grundkosten
16 3.1.2 Kalkulatorische Kosten
17 3.2 Kostenstellenrechnung
18 3.2.1 Primäre Gemeinkosten – die Verteilung von Kostenarten auf Kostenstellen
19 3.2.2 Sekundäre Gemeinkosten – die innerbetriebliche Leistungsverrechnung
20 3.2.3 Die Berechnung von Zuschlags- und Verrechnungssätzen
21 3.2.4 Kostenüber- und Kostenunterdeckung
22 3.3 Kostenträgerrechnung
23 3.3.1 Kostenträgerstückrechnung – die Kalkulation und ihre Verfahren
24 3.3.2 Die Kalkulation im Handel – eine Anwendung der Zuschlags- und Bezugsgrößenkalkulation
25 3.3.3 Kostenträgerzeitrechnung – Umsatz- und Gesamtkostenverfahren
26 4 Teilkostenrechnung
27 4.1 Teilkostenrechnung auf Basis variabler Kosten
28 4.1.1 Kostenauflösung
29 4.1.2 Einstufige Deckungsbeitragsrechnung
30 4.1.3 Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
31 4.1.4 Kostenträgerzeitrechnung auf Teilkostenbasis
32 4.2 Teilkostenrechnung auf Basis von Einzelkosten
33 5 Analysen und Entscheidungen
34 5.1 Entscheidungen auf Basis relevanter Kosten
35 5.2 Die Break-Even-Analyse
36 5.2.1 Die Analyse eines Produktes
37 5.2.2 Die Analyse mehrerer Produkte
38 5.3 Produktions- und Absatzentscheidungen bei Kapazitätsengpässen
39 5.3.1 Analyse bei einem Engpass
40 5.3.2 Analyse bei mehreren Engpässen
41 5.3.3 Die Bestimmung von Preisuntergrenzen des Absatzes
42 5.4 Beschaffungsentscheidungen
43 5.4.1 Eigenfertigung oder Fremdbezug (»Make or buy«)
44 5.4.2 Bestimmung von Preisobergrenzen in der Beschaffung
45 6 Plankostenrechnung
46 6.1 Plankostenrechnung mit Vollkosten
47 6.1.1 Die starre Plankostenrechnung
48 6.1.2 Die flexible Plankostenrechnung mit Vollkosten
49 6.2 Flexible Plankostenrechnung mit Grenzkosten
50 6.3 Abweichungsanalysen
51 6.3.1 Die Arten und Gründe der Abweichungen
52 6.3.2 Die Interdependenz von Abweichungen
53 7 Prozesskostenrechnung
54 7.1 Grundlagen, Begriffe und Konzept
55 7.2 Durchführung der Prozesskostenrechnung
56 8 Übungsklausuren
57 8.1 Klausur I – 90 Minuten Zeit
58 8.2 Klausur II – 90 Minuten Zeit
59 8.3 Klausur III – 120 Minuten Zeit
60 8.4 Klausur IV – 90 Minuten Zeit
61 8.5 Klausur V – 90 Minuten Zeit
62 9 Lösungen zu den Übungsklausuren
63 9.1 Klausur I
64 9.2 Klausur II
65 9.3 Klausur III
66 9.4 Klausur IV
67 9.5 Klausur V
68 Literaturverzeichnis
Vorwort
Das vorliegende Übungsbuch wurde als Ergänzungsband zu dem im Jahre 2018 erschienenen Lehrbuch »Kostenrechnung, Für Studium und Praxis« des Autors geschrieben. Es wird idealerweise parallel zu diesem Buch verwandt, es kann aber auch eigenständig für das Einüben der Kostenrechnung benutzt werden.
Dieses Buch soll dem Leser dazu dienen, durch die Bearbeitung von Aufgaben das Verständnis für die wesentlichen Elemente der Kostenrechnung, wie sie sowohl für das wirtschaftswissenschaftliche Studium als auch für die unternehmerische Praxis von Bedeutung sind, zu festigen und zu vertiefen. Meine Arbeit an verschiedenen Hochschulen und in Unternehmen zeigt mir, dass die verschiedenen Konzepte der Kostenrechnung nur dann richtig beurteilt und sinnvoll eingesetzt werden können, wenn diese vorher intensiv geübt und angewandt wurden. Mit Hilfe von Übungen werden auch die Feinheiten, Besonderheiten und Problemfälle eines Themengebietes offensichtlich, welche beim Lesen und Lernen der Theorie oft übersehen wurden oder gar nicht besonders zum Vorschein kamen.
Das Buch soll insbesondere Studierenden helfen, sich optimal auf Klausuren im Fach Kostenrechnung vorzubereiten, indem Wissenslücken geschlossen werden und Routine bei der Anwendung der Kostenrechnungsmethoden erlangt wird. Dabei sollen vermeintlich selbstverständliche Basisfähigkeiten im Umgang mit Zahlen (wieder) eingeübt werden.
Daneben soll der Übergang zur beruflichen Praxis dadurch erleichtert werden, dass auch einige komplexere Aufgaben gestellt werden, welche mit Hilfe des Tabellenkalkulationsprogramms MS-Excel lösbar sind. Eine Abbildung der Kostenrechnung in diesem Tabellenverarbeitungsprogramm ist in vielen mittelständischen Unternehmen immer noch der Standard und selbst dort, wo die Istkostenrechnungen etwa in SAP konfiguriert wurden, verbleibt die Plankostenrechnung oft in MS-Excel. Aber auch für Kostenrechner, die bei großen Unternehmen beschäftigt sind und ihre Kostenrechnung nicht mehr in MS-Excel abbilden, ist die Kenntnis der Zusammenhänge und Darstellungsmöglichkeiten, die im Rahmen dieses Übungsbuches vertieft werden, hilfreich.
Das Übungsbuch zeigt nämlich eine Reihe von kreativen Aufgaben und Lösungen, die aus verschiedenen Branchen mit unterschiedlichen Unternehmensgrößen stammen. Diese wurden entweder für das vorliegende Buch recherchiert oder sind vor dem Hintergrund der Praxiserfahrung des Autors entstanden. Natürlich weichen jegliche Zahlen, Namen und Gegebenheiten von der Realität ab und Übereinstimmungen wären rein zufällig.
Ich bedanke mich bei Herrn Dr. Uwe Fliegauf vom Kohlhammer Verlag, Stuttgart, für die harmonische Zusammenarbeit bei der Durchsicht des Buches und der Vorbereitung zur Veröffentlichung.
Ich wünsche allen Lesern viel Spaß und Anregung bei den Übungen und viel Erfolg in der Anwendung der Kostenrechnung im Studium und Beruf.
| Stuttgart, im April 2021 | Gerhard Janes |
1 Systematik des Übungsbuches
Dieses Übungsbuch weist im Vergleich zu anderen vorhandenen Übungsbüchern der Kostenrechnung einige Besonderheiten auf:
• Das Buch ist dem Grunde nach zweigeteilt: Der erste Teil (Kapitel 2 bis 7) bietet Übungsaufgaben entlang der Themenorganisation des Lehrbuches. Der zweite Teil (Kapitel 8) umfasst darüber hinaus fünf (umfangreiche) Übungsklausuren mit Lösungsskizzen.
• Besonderer Wert wurde auf eine ausführliche Darstellung der Lösungenwege gelegt. Das Buch ist hier an die breite Masse der Studierenden gerichtet, die nicht regelmäßig selbst auf die richtige Lösung kommen und die selbst bei der Präsentation der richtigen Lösung noch einige Zeit darauf verwenden müssen, um zu verstehen, warum eine Lösung richtig ist. Diese Zeit kann mit diesem Buch gespart und sinnvoller eingesetzt werden (um z. B. mehr Aufgaben zu rechnen und Routine zu bekommen).
• Der obige Punkt ist auch der Grund, warum mit Ausnahme der Klausuraufgaben am Ende des Buches die Lösungen direkt auf die einzelnen Aufgaben folgen. Das erspart wiederum die Zeit der Suche, sollte aber natürlich nicht dazu führen, dass man die Aufgaben damit »löst« und sich in falscher Sicherheit wiegt!
• Neben den Lösungen werden zusätzliche Hinweise gegeben, warum bestimmte Antworten falsch sind oder was besonders zu beachten ist, um keine Rechen- oder Formelfehler zu begehen. Darüber hinaus sind die Aufgaben und zugehörigen Lösungen so ausführlich dargestellt, um dadurch das Vorwissen und Verständnis der Zusammenhänge in der Kostenrechnung deutlich zu verbessern.
• Neben normalen Übungsaufgaben gibt es solche, bei denen explizit das Erstellen von Tabellen und Lösungen mittels MS-Excel notwendig ist. Hierbei ist es nicht erforderlich, bestimmte Downloads zu suchen oder durchzusehen und Formeln nachzuverfolgen. Natürlich wird auch Wert auf elegante und effiziente Lösungen mit MS-Excel gelegt.
• Viele Aufgaben sind mit dem Hinweis auf ihren besonderen Schwierigkeitsgrad versehen. Der Aufwand, bestimmte Aufgaben zu lösen, ist dementsprechend unterschiedlich.
• Eine Besonderheit dieses Buches ist es, dass vor einigen Kapiteln auf bestimmte Methoden des mathematischen Basisrechnens eingegangen und dieser Stoff, der eigentlich aus dem schulischen Mathematikunterricht stammt, wiederholt wird. Leider zeigt sich, dass Kenntnisse zum Rechnen mit Dreisatz, Prozentsätzen oder zum Verhältnisrechnen verloren gegangen bzw. nicht genug gefestigt sind. Diese scheinbar simplen Methoden haben aber in der Praxis enorme Bedeutung und viele Vorgesetzte haben überhaupt kein Verständnis dafür, dass diese nicht »aus dem Effeff« beherrscht werden.
• Das Übungsbuch stellt auch Fragen zum fachlichen Wissen innerhalb der Kostenrechnung (hauptsächlich im »Multiple Choice«-Verfahren). Zusätzlich werden auch Fragen zur Interpretation der Ergebnisse einzelner Lösungen gestellt.
• Allenfalls am Rande wird durch dieses Übungsbuch die Kunst abgehandelt, die Ergebnisse der Kostenrechnung anschaulich und »leicht verdaulich« aufzubereiten und den Fach- und Führungskräften so zu präsentieren, dass diese quantitativen Informationen die gewünschte Wirkung auf das Unternehmensgeschehen entfalten.
• Die Übungsklausuren sind bis auf eine Ausnahme auf 90 Minuten ausgelegt und sind damit repräsentativ für Klausursituationen in der Aus- und Weiterbildung.
2 Grundlagen
2.1 Rechnungswesen, Kostenrechnung und Controlling
Aufgabe 1: Testfragen – Grundlagen Rechnungswesen, Kostenrechnung und Controlling
Entscheiden Sie, ob die folgenden Aussagen richtig oder falsch sind:
a) Die Kostenrechnung dient zur Information des Managements zur Vermögens- und Schuldensituation eines Unternehmens.
b) Das externe Rechnungswesen wird auch Finanzbuchhaltung, die Kostenrechnung auch Betriebsbuchhaltung genannt.
c) Das Rechnungswesen hat die Aufgabe, die unternehmensinternen Prozesse sowie die Transaktionen des Unternehmens mit seinem wirtschaftlichen Umfeld wert- und mengenmäßig zu erfassen und zu Informations- und Kontrollzwecken aufzubereiten und zur Verfügung zu stellen.
d) Das interne Rechnungswesen ist identisch mit dem Begriff Kostenrechnung.
e) Die Kostenrechnung beschäftigt sich mit der Vorteilhaftigkeit von Kapitalinvestitionen über mehrjährige Zeiträume.
f) Das interne Rechnungswesen findet seinen Abschluss in einer Gewinn- und Verlustrechnung und einer Bilanz.
g) Die Aufgaben des Controllings bestehen u. a. in der Sicherung der Rationalität von Unternehmensentscheidungen.
h) Das externe Rechnungswesen stellt die Unternehmensprozesse in zukunftsbezogener Form zu deren Kontrolle und Steuerung dar.
i) Die Kostenrechnung dient zur Steuerung, Planung und Kontrolle des laufenden und zukünftigen Unternehmensgeschehens.
j) Das betriebliche Rechnungswesen unterteilt sich als Informationsinstrument in das externe Rechnungswesen, das interne Rechnungswesen und die Informatik.
k) Das externe Rechnungswesen unterliegt umfangreichen handels- und steuerrechtlichen Regelungen.
l) Die Finanzrechnung beschäftigt sich u. a. mit der Wahrung der Liquidität eines Unternehmens.
m) Das Controlling kann man als Teilgebiet der Kostenrechnung verstehen.
n) Das Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung eines externen Rechnungswesens wird auch Betriebsergebnis genannt.
Lösung:
a) Falsch, b) Richtig, c) Richtig, d) Falsch, e) Falsch, f) Falsch, g) Richtig, h) Falsch, i) Richtig, j) Falsch, k) Richtig, l) Richtig, m) Falsch, n) Falsch
Hinweise:
• Zu a) Richtig ist, dass diese Funktion durch das externe Rechnungswesen, z. B. durch die Aufstellung einer Bilanz, erfüllt wird.
• Zu d) Richtig ist, dass das interne Rechnungswesen aus der Kostenrechnung, aber auch aus einer Finanz- und Investitionsrechnung besteht.
• Zu e) Dieses ist die Aufgabe der Investitionsrechnung, während die Kostenrechnung auf Basis vorhandener (Produktions-)kapazitäten zu einer kurz- und mittelfristigen Planung und Kontrolle der betrieblichen Prozesse dient.
• Zu f) Das interne Rechnungswesen kennt keine Bilanz.
• Zu h) Das externe Rechnungswesen ist vergangenheits- und gegenwartsbezogen.
• Zu j) Die Informatik ist nicht Teil des betrieblichen Rechnungswesens. Die Informationssysteme, die von der Informatik versorgt werden, gehen über das Rechnungswesen hinaus (z. B. Vertriebsinformationssysteme, Lagersteuerung, Produktionsplanung usw.)
• Zu m) Stattdessen muss man die Kostenrechnung als Teil des Controllings, besser noch als eines der Instrumente des Controllings ansehen.
• Zu n) Das Betriebsergebnis ist das Ergebnis der Kostenrechnung (Leistung minus Kosten), der Gewinn ist das Ergebnis des externen Rechnungswesens (Ertrag minus Aufwand).
2.2 Die Begriffe des Rechnungswesens und der Kostenrechnung
2.2.1 Die Begriffe des Rechnungswesens
Aufgabe 2: Übung – Ein/Auszahlung, Einnahme/Ausgabe, Ertrag/Aufwand
Ordnen Sie folgende Geschäftsvorfälle den Begriffen des Rechnungswesens zu, indem Sie die entsprechenden korrekten Beträge in die nachfolgende Tabelle 1 eintragen.
a) Ein Kontokorrentkredit von 250.000 € wird getilgt.
b) Das Heizöllager wird für einen Einkaufswert von 50.000 € befüllt. Die Rechnung wird sofort bezahlt.
c) Anlieferung von 8.000 kg eines Rohstoffes zu 1,20 €/KG. Die entsprechend mitgelieferte Lieferantenrechnung wurde noch nicht bezahlt.
d) Eine negative Marktentwicklung erfordert eine Sonderabschreibung auf die vorhandene Fertigware in Höhe von 14.000 €.
e) Ein langfristiges Bankdarlehen in Höhe von 300.000 € wird aufgenommen.
f) Für ein Bankdarlehen werden von der Bank 3.000 € Zinsen abgebucht.
g) Es werden Fertigerzeugnisse für 54.000 € auf Ziel verkauft. Diese waren im Bestand zu 40.000 € bewertet.
h) Es wird eine Anzahlung von 10.000 € auf den geplanten Einkauf einer Maschine geleistet.
i) Eine Computeranlange im Wert von 500.000 € wird angeschafft und sofort bezahlt.
j) Eine alte Produktionsmaschine mit einem derzeitigen Buchwert von 5.000 € wird verkauft. Hierbei wird von dem Käufer ein Betrag von 11.000 € bar bezahlt.
k) Ein Kunde zahlt seine Rechnungen aus der Vorperiode, in Höhe von 33.000 €.
l) Am Periodenende bildet das Unternehmen Rückstellung für mögliche Garantieleistungen von 120.000 €.
m) Die Büro- und Geschäftsausstattung wird in Höhe 5.000 € planmäßig abgeschrieben.
n) In der Produktion der laufenden Periode werden Roh, Hilfs- und Betriebsstoffe im Wert von 100.000 € verbraucht.
o) Gehälter und Löhne von 150.000 € werden zum Periodenende ausbezahlt.
p) Einem Kunden, der in vorübergehenden Zahlungsschwierigkeiten steckt, wird ein Nachlass von 10 % auf eine ausstehende Forderung von 85.000 € gewährt.
q) Ein Mitinhaber einer Personengesellschaft lässt sich aus seinem Kapitalkonto 30.000 € ausbezahlen.
Tab. 1

VorgangEinzahlungEinnahmeErtragAuszahlungAusgabeAufwand

VorgangEinzahlungEinnahmeErtragAuszahlungAusgabeAufwand
Lösung:
Tab. 2


VorgangEinzahlungEinnahmeErtragAuszahlungAusgabeAufwand
Tipps:
• Die beste Methode, um herauszufinden, ob bei einem Geschäftsvorfall Einnahmen oder Ausgaben involviert sind, ist die Beurteilung, ob sich das sogenannte Nettogeldvermögen = Liquide Mittel + Forderungen – (kurzfristige) Verbindlichkeiten erhöht (→ Einnahmen) oder vermindert (→ Ausgaben).
• Zur Ermittlung, ob bei einem Geschäftsvorfall Erträge oder Aufwendungen vorliegen, ist die Überlegung anzustellen, ob sich das sogenannte Reinvermögen, das identisch mit dem Eigenkapital ist, erhöht (→ Ertrag) oder vermindert (→ Aufwand). Einzige Ausnahme von dieser Regel: Die Veränderung des Eigenkapitals durch Kapitalherabsetzung, Kapitalerhöhung oder Auszahlung des Gewinns.
Hinweise:
• Zu a) Da ein Kontokorrentkredit als kurzfristige Verbindlichkeit ein Teil des Nettogeldvermögens ist, ändert sich letzteres nicht (die liquiden Mittel sinken, die Verbindlichkeiten aber auch), d. h. es gibt keine Ausgabe.
• Zu b) Die liquiden Mittel werden in Vorräte umgetauscht. Deswegen sinkt das Nettogeldvermögen, aber nicht das Reinvermögen (welches zum Nettogeldvermögen noch Anlagevermögen und Vorräte hinzuzählt und langfristige Schulden und Rückstellungen abzieht).
• Zu c) Durch die Anlieferung des Rohstoffes mit gleichzeitiger Lieferantenrechnung sinkt das Nettogeldvermögen, da eine Verbindlichkeit gegenüber dem Lieferanten entsteht. Es gibt also eine Ausgabe. Dieser Effekt wird im Reinvermögen durch die Vorratszunahme ausgeglichen, deswegen gibt es hier keine Veränderung, also keinen Aufwand. Wenn jedoch bspw. an einem Bilanzstichtag noch keine Lieferantenrechnung zur Rohstofflieferung vorläge, wäre statt der Buchung einer Lieferantenverbindlichkeit eine Rückstellung zu bilden. Dann würde sich auch das Nettogeldvermögen nicht ändern und somit entstünde keine Ausgabe.
• Zu d) Durch die Abschreibung sinkt (nur) das Reinvermögen, da der Wert des Vorratsmögens zurückgeht.
• Zu e) Da der Bankkredit als langfristige Verbindlichkeit üblicherweise nicht als Teil des Nettogeldvermögens gilt, steigt jenes durch die Zunahme der liquiden Mittel an. Im Reinvermögen wird diese Erhöhung durch die gleichzeitige Erhöhung der langfristigen Schulden ausgeglichen.
• Zu f) Die Abbuchung der Zinsen erfolgt aus dem Bankkonto, d. h. den liquiden Mitteln. Da dieses die einzige Bilanzposition ist, die sich verändert, reduziert sich auch das Nettogeldvermögen und das Reinvermögen.
• Zu g) Verkauf auf Ziel heißt keine sofortige Bezahlung der Ausgangsrechnung. Der Verkauf führt zu einer Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, somit zu einer Erhöhung von Nettogeldvermögen und Reinvermögen in Höhe des Verkaufswertes von 54.000 €. Der Aufwand entsteht dadurch, dass sich die Vorräte der Fertigwaren um den Betrag von 40.000 € reduzieren. Statt einen Ertrag von 54.000 € und Aufwand von 40.000 € zu zeigen, hätte man alternativ auch einen Nettoertrag von 14.000 € als Ertrag ausweisen können.
• Zu h) Durch die Anzahlung der Maschine reduzieren sich zwar die liquiden Mittel, gleichzeitig entsteht aber eine Forderung in gleicher Höhe an den Lieferanten (da ja noch keine Maschine geliefert wurde. Diese Forderung müsste der Lieferant begleichen, falls die bestellte Maschine nicht geliefert werden könnte). Deswegen keine Änderung des Nettogeldvermögens.
• Zu i) Es entsteht kein Aufwand, da nur liquide Mittel gegen Anlagevermögen getauscht werden.
• Zu j) Da mehr liquide Mittel eingenommen werden, als durch die Senkung des Anlagemögens ausgeglichen wird, geht das Reinvermögen um die Differenz, d. h. 6.000 € nach oben. Dies hat einen Ertrag in dieser Höhe zur Folge. Die Einnahme beträgt 11.000 €, da sich weder Forderungen noch Verbindlichkeiten ändern, das Nettogeldvermögen durch die Erhöhung der liquiden Mittel aber wohl.
• Zu k) Die Erhöhung der liquiden Mittel, ausgeglichen durch eine Reduktion der Forderungen, lässt das Nettogeldvermögen unverändert.
• Zu l) Das Reinvermögen d. h. das Eigenkapital reduziert sich durch die Bildung einer Rückstellung.
• Zu m) Keine Veränderung der liquiden Mittel, Forderungen oder Verbindlichkeiten, somit kein Effekt für das Nettogeldvermögen. Allein der Wert des Anlagevermögens sinkt. Die einzige Kompensation hierfür ist somit die Reduktion des Eigenkapitals bzw. des Reinvermögens.
• Zu n) Nur das Reinvermögen d. h. das Eigenkapital ändert sich, da die Vorräte als Teil des Umlaufvermögens sinken.
• Zu o) Die Annahme ist, dass keine Rückstellung für Löhne und Gehälter existiert, sondern die Auszahlung ad hoc stattfindet. Das bedeutet einen Rückgang der liquiden Mittel ohne Ausgleich an anderer Stelle in der Bilanz. Somit haben wir eine Reduktion des Nettogeldvermögens und des Reinvermögens = Eigenkapital.
• Zu p) Es entsteht ein singulärer Rückgang der Forderung, deswegen Reduktion des Nettogeldvermögens und des Reinvermögens = Eigenkapital.
• Zu q) Durch Minderung der liquiden Mittel ohne Kompensation in anderen Bilanzpositionen kommt es zu einer Reduktion des Eigenkapitals (bzw. des Reinvermögens, d. h. der Differenz aus Vermögen minus Schulden). Das spräche für Aufwand, wenn nicht die Ausnahme (Kapitalerhöhung, Kapitalherabsetzung, Gewinnauszahlung) zum Tragen käme.