Kitabı oxu: «Destiny»
Destiny
Interstellare Bräute Programm: Ascension Saga Band 3, Bücher 7-9
Grace Goodwin

Inhalt
Willkommensgeschenk!
Interstellare Bräute® Programm
Ascension-Saga: 7
Prolog
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Ascension-Saga: 8
Prolog
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Ascension-Saga: 9
Prolog
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
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Über Die Autorin
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Ascension-Saga: 7 © 2020 durch Grace Goodwin
Interstellar Brides® ist ein eingetragenes Markenzeichen
von KSA Publishing Consultants Inc.
Alle Rechte vorbehalten. Dieses Buch darf ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis des Autors weder ganz noch teilweise in jedweder Form und durch jedwede Mittel elektronisch, digital oder mechanisch reproduziert oder übermittelt werden, einschließlich durch Fotokopie, Aufzeichnung, Scannen oder über jegliche Form von Datenspeicherungs- und -abrufsystem.
Coverdesign: Copyright 2020 durch Grace Goodwin, Autor
Bildnachweis: Deposit Photos: .shock, Angela_Harburn
Anmerkung des Verlags:
Dieses Buch ist für volljährige Leser geschrieben. Das Buch kann eindeutige sexuelle Inhalte enthalten. In diesem Buch vorkommende sexuelle Aktivitäten sind reine Fantasien, geschrieben für erwachsene Leser, und die Aktivitäten oder Risiken, an denen die fiktiven Figuren im Rahmen der Geschichte teilnehmen, werden vom Autor und vom Verlag weder unterstützt noch ermutigt.
Prolog

Königin Celene, Gefangenenzelle irgendwo auf Alera
Tage waren vergangen. Es gab keine Fenster, also konnte ich nur anhand der Mahlzeiten die Zeit einschätzen. Mein Cousin, Lord Wyse, hatte sich seit seinem letzten Besuch vor ein paar Tagen, also seit meine Entführer mich hierher verfrachtet hatten—wo immer das war—nicht mehr blicken lassen. Er hatte gesagt, dass ich nicht länger sein Problem war und ich glaubte ihm. Klar, er wollte königliche Macht, ein Privileg, dass ihm nicht in die Wiege gelegt worden war. Seit Jahrzehnten war er darauf aus. Aber mir war damals völlig entgangen, dass seine Verbitterung zu solch einem kranken Entschluss angewachsen war.
Er hatte zwar seinen Männern befohlen zur Erde zu kommen, mich nach fast dreißig Jahren aus dem Bett zu zerren und mich zu kidnappen, aber er konnte nicht der alleinige Drahtzieher sein. Unmöglich. Wenn es so wäre, dann wäre ich jetzt entweder tot oder er würde mich weiter für seine eigenen Zwecke benutzen.
Stattdessen war er einfach … verschwunden.
Wer also wollte mich hier festhalten und warum? Hatten sie zum Zeitpunkt meiner Entführung bereits von meinen Töchtern gewusst?
Nein. Ganz sicher nicht. Andernfalls hätten sie meine drei Mädchen umgebracht: Trinity, Faith und Destiny. Oder sie ebenfalls entführt. Sie eingesperrt, wie sie mich eingesperrt hatten.
Wo genau war ich hier? Ich saß in irgendeinem Gefangenenblock fest. Die Wachen trugen allesamt Priesteruniformen. Aber es waren nur ein halbes Dutzend von ihnen und sie wechselten viermal täglich. Es gab niemand anderes hier. Keine Fußschritte. Ich hatte sie nie miteinander reden gehört oder auch nur eine Bemerkung darüber, wen sie hier bewachten.
Ich sollte keinen von ihnen zu Gesicht bekommen, die schwarze Haube, die sie mir über übergestülpt hatten, hatte das ziemlich deutlich gemacht. Die hatten mir das Ding über den Kopf gezogen, mich gefesselt, mich transportiert und mich dann abgeführt und so viele Male verlegt, dass ich den Überblick verloren hatte. Als sie mich schließlich in diese Zelle geschleift und die Tür zugeknallt hatten, wusste ich nicht mehr, ob ich immer noch auf Alera oder am anderen Ende der Galaxie war.
Ohne das Wummern der Motoren unter meinen Füßen konnte ich ausmachen, dass ich mich tatsächlich auf festem Boden befand und nicht auf einem Raumschiff. Das war alles. Anhand der Priesteruniformen—dank meiner Gabe von der Zitadelle konnte ich sie sehen—ging ich davon aus, dass ich mich weiterhin auf meinem Heimatplaneten befand.
Und aus irgendeinem Grund war ich immer noch am Leben. Sie wollten mich nicht töten, denn andernfalls hätten sie mich bereits auf der Erde ermordet. Sie hätten allen so viel Zeit und Ärger gespart. Wenn sie mich brechen und vernichten wollten, dann hätten sie mich nur weiter foltern müssen. Stattdessen war ich komplett wiederhergestellt worden. Sie hatten mir Kleidung gegeben, es gab regelmäßig Essen und ich war einigermaßen gut untergebracht. Ich hatte ein echtes Bett. Trinkwasser. Essen. Bequeme Kleidung und warmes Schuhwerk. Es war kein Ritz-Hotel, aber ich war auch nicht mehr länger am Abkratzen.
Trotzdem, mit jedem leisen Gleiten der Zellentür fürchtete ich, was als Nächstes kommen könnte. Genau wie jetzt, als Narbengesicht hereinkam. Zum ersten Mal kam er in Begleitung. Ein Priester folgte ihm, sein Umhang wirbelte um seine Knie. Niemand besonderes. Ein rangniederes Mitglied der Garde. Das Abzeichen auf seiner Brust, welches seit meiner Flucht unverändert geblieben war, hatte es mir verraten. Aber er kam herein und blieb bei der Tür stehen und als sich diese hinter den beiden wieder zuschob, waren wir alle drei in dem kleinen Raum eingeschlossen.
Narbengesicht türmte sich in meiner winzigen Zelle auf, die wulstige Haut auf seiner Wange und an seinem Kiefer entlang glänzte im grellen Licht. Ich weigerte mich vom Bett aufzustehen oder ihm auch nur das kleinste bisschen Respekt entgegenzubringen. Er hatte nichts dergleichen verdient und er wusste es. Ich hob mein Kinn und faltete die Hände im Schoß.
Ich wartete.
“Bestimmt möchtest du das Neueste von deiner Familie hören,” sprach er und seine raue Stimme entbehrte sich jedem Mitgefühl. Genau wie seine Seele. Sie war schwarz. Leer.
Und wie ich das wollte. Ich wollte Trinity auf dem Thron sehen, sie sollte regieren. Sie war die geborene Anführerin und würde eine großartige Königin abgeben. Das war seit Jahren ein Traum von mir gewesen, aber jetzt befürchtete ich, dass ich ihn nie selber erleben würde. Normalerweise könnte sie Alera nur regieren, wenn ich bereits tot oder offiziell abgetreten wäre. Aber meine Gefangennahme und mein Verschwinden stellten eine Lücke in dieser Regelung dar, die leider niemand vorausgesehen hatte.
Und Faith. Der Giftanschlag im Hause Jax. Da steckte noch mehr dahinter und ich wollte es verzweifelt hören. Mit Sicherheit stimmte es nicht. Seit Wyse mir diesen Happen zugeworfen hatte, musste ich ununterbrochen darüber nachdenken. Aber es war alles nur Spekulation meinerseits. Ich wusste nichts.
Und Destiny. Wyse wusste, dass sie existierte; er kannte ihren Namen. Aber sonst wusste er nichts? War sie aufgeflogen?
Ich wartete still und Narbengesicht grinste.
“Ich bedauere dir mitteilen zu müssen, dass es in deiner Familie einen Todesfall gegeben hat.”
Ich spürte, wie mein Gesicht ganz schal wurde. Kleine weiße Punkte tanzten durch den Raum. Meine Handflächen fingen an zu schwitzen und mir wurde überall ganz heiß. Narbengesicht redete weiter, aber ich konnte ihn nicht hören, weil das Blut in meinen Ohren rauschte.
Eine von ihnen war tot. Oh Gott! Welche von ihnen? Wann? Wie?
Warum saß ich in aller Sicherheit in dieser blöden Gefängniszelle fest, während meine Mädchen in Gefahr waren? Warum?
“Er war nicht länger von Nutzen, also ist er eliminiert worden. Ein Risiko weniger.”
Narbengesicht sprach ganze Sätze, aber ich verstand nur einzelne Worte davon. Ich konnte kaum noch klar denken.
Eines meiner Mädchen war tot.
Dann aber wurde mir klar, dass Narbengesicht er gesagt hatte.
“Er?” fragte ich mit tauben Lippen.
“Dein liebster Cousin, Lord Wyse, ist tot.”
Erleichterung machte sich so rasant in mir breit, dass mir übel wurde. Ein Lachen sprudelte aus mir heraus.
Narbengesicht zog eine dunkle Augenbraue hoch, sagte aber nichts darauf.
Ich musste lächeln. Keines meiner Mädchen war umgekommen. Der Göttin sei Dank. “Was immer ihm zugestoßen ist, er hat es verdient,” entgegnete ich. “Ich nehme an, dass wer auch immer mich hier festhält, ihn umgebracht hat.”
Narbengesicht nickte.
“Warum erzählst du mir davon?” fragte ich. Coburt hatte ich nur als verschlossenen, ernsten Jungen aus meiner Jugend in Erinnerung, und in letzter Zeit als meinen Entführer. Einen Verräter. Er bedeutete mir weniger als nichts.
“Lord Wyse war Inspektor Optimi und Vater von Radella, die bis zur Rückkehr deiner Töchter Thronerbin war. Er war mächtig und voller Hinterlist. Mit exzellenten Kontakten.”
“Er ist tot. Also war er nichts weiter als eine Marionette.”
Sein Lächeln versiegte, als ob ich etwas Wichtiges herausgefunden hatte. “Ja. Eine Marionette. Genau wie du,” erwiderte er. Als Lord Wyse noch am Leben war, mochte er sich ihm gegenüber unterwürfig gezeigt haben, aber jetzt war klar, dass er meinem Cousin gegenüber nicht wirklich treu war. Mehr als klar.
So viel Drama. Warum machte er sich die Mühe mir zu sagen, dass Lord Wyse nicht der Strippenzieher hinter meiner Entführung war? Als der Angriff im Palast stattgefunden hatte, war er selber nur ein Junge gewesen. Wir beide waren fast noch Kinder gewesen. Was sollte das hier? “Was willst du? Du weißt, dass Lord Wyse mir herzlich egal ist. Ich habe keine Angst vor dir. Du allerdings solltest dich vor mir fürchten.”
Er lachte, und zwar so kaltherzig, dass ich erschauderte. “Wir haben Pläne für dich, meine Königin.”
“Du meinst, dein echter Boss hat Pläne für mich.” Soviel stand fest. Ich hatte lange genug in dieser Zelle gesessen, um das herauszubekommen, und er wusste es. “Dann bring mich zu ihm. Oder zu ihr. Lass es uns hinter uns bringen. Warum würdest du mich weiter hier festhalten?”
“Dein Nutzen wird Ort und Zeit haben,” entgegnete er. “Wenn der K—”
Ionenfeuer erfüllte den Raum. Narbengesicht riss schockiert die sonst so höhnischen Lippen auf, als er auf die Knie und dann zu Boden fiel.
Er brachte den Satz nie zu Ende. Der Priester, der bis jetzt regungslos dagestanden hatte und den ich schon völlig vergessen hatte, hob seinen Arm. Der lange Ärmel fiel zurück und enthüllte eine Ionenpistole. Noch ehe ich blinzeln konnte, hatte er Narbengesicht in den Rücken geschossen.
Mit Entsetzten sah ich zu, wie mein Folterknecht, mein Gefängniswärter seit meiner Entführung auf den Boden rollte. Mit offenen Augen starrte er an die Decke. Blind. Tot. Eine Blutlache bildete sich um ihn herum. Keine ReGen-Technologie würde ihn mehr retten können.
Als der Schock mich schließlich einholte, stieß ich ein spätes Keuchen aus. Langsam stand ich auf und blickte den Priester an. Ich würde die Nächste sein.
Aber anstatt abzudrücken, senkte er die Waffe und sie verschwand wieder unter seinem Ärmel. Als ob nichts gewesen wäre.
“Sein Nutzen hatte ihren Ort und ihre Zeit. Und ist abgelaufen.”
Die Stimme des Priesters war langsam und tief. Ruhig. Er war kein Priester, zumindest keiner der friedliebenden Ordensschüler, die ich noch kennengelernt hatte.
Coburt Wyse war tot. Narbengesicht war tot. Lord und Lady Jax waren tot. Jemand war dabei, sich aller losen Enden zu entledigen. Jemand war dabei all die zu töten, die über mich Bescheid wussten, oder den eigentlichen Plan am Werke.
Wer war der Drahtzieher?
Als ich mitansah, wie der Priester den Leichnam aus meiner Zelle schleifte, hatte ich das Gefühl, dass ich es bald genug herausfinden würde.
1

Destiny, Festung des Priesterordens in den Bergen von Mytikas
Auf der Erde nannte man Mitternacht auch die Geisterstunde. Hier aber, hinter den Mauern des Priesterordens war es eher die Gesangsstunde. In fast jedem Raum der endlos langen Gänge versammelten sich die Priester—im Training oder nicht—und sangen. Sie gaben einfach keine Ruhe mehr. Und als sie schließlich verstummten, ging das Meditieren los. Priester blieben lange auf, ihre Körper hatten sich irgendwie dem schimmernden Mondschein auf den Aleranischen Blumen angepasst, die außerhalb der Zitadelle wuchsen. Alles war sehr gemeinschaftlich und hippiemäßig. Verdammt nervig für all diejenigen unter uns, die in ihrem Leben nicht besonders viel Zeit in einer Kommune zugebracht hatten. Sie schienen mehr Geduld im kleinen Finger zu haben, als ich im gesamten Leibe aufbringen konnte.
Aber seit Faith sich dem Planeten vorgestellt hatte, gab es hier sehr viel weniger Singsang und mehr Getuschel, und das war genau was ich mir erhofft hatte. Eine Bande Introvertierter, die endlich alles rausließ. Sie diskutierten über die wundersame Rückkehr der Prinzessinnen Trinity und Faith und sie spekulierten über den dritten leuchtenden Turm und den Verbleib ihrer Königin.
Das wirklich Verrückte daran war allerdings, dass ich die dritte Prinzessin war, über die sie alle schwatzten. Wenn sie mich jetzt erwischen würden, dann würde ich ehe ich mich erklären könnte, im Kerker sitzen. Oder tot sein. Es war durchaus denkbar, dass sie mich auf der Stelle umbringen würden.
Ins Büro der Oberpriesterin einzubrechen war strengstens verboten.
Wie ich—auch von diesem aufgestauten Klatsch—gehört hatte, wurde dieses Vergehen vor ein paar hundert Jahren mit dem Tode bestraft. Da seitdem keiner mehr erwischt worden war, konnte ich nicht genau sagen, ob sie ihr Regelwerk geändert hatten oder ob es seitdem niemand mehr versucht hatte.
“Dann werde ich wohl sehr, sehr vorsichtig sein müssen.” Ich redete mir gut zu, als ich mich an die Rebstöcke klammerte, die sich am höchsten Turm innerhalb der Festungsmauern rankten. Ich kam mir vor wie Romeo unterwegs zu Julia, wie damals in der Schulaufführung.
Ich blickte mich um und stellte sicher, dass mich niemand sah … ehe ich etwas hinrichtungswürdiges tat, dann öffnete ich ein Fenster und hangelte mich nach oben. Ich schlang erst mein Bein und dann den Rest von mir durch die Öffnung. Das Büro befand sich mindestens im dritten Stock, aber die Reben waren dick und ich war zierlich. Es war fast schon zu einfach.
Fast lautlos landete ich auf dem dünnen Teppichboden und bemerkte, dass der Raum immer noch schön warm war. Die alte Frau, die hier regierte, hatte gebrechliche Knochen und sie schien hier oben in den Bergen der Hauptstadt nicht gerne zu frieren. Die Festung war allerdings vor Urzeiten errichtet worden und sie hatte keine andere Wahl, als mit der Witterung klarzukommen. Der Priesterorden war zur selben Zeit wie die royale Blutlinie gegründet worden. Die allererste Königin, die von der Zitadelle auserkoren worden war, hatte den Schwur des ersten Priesters akzeptiert, und so hatte alles seinen Anfang genommen. Generation für Generation hatten die Priester Alera gedient, in Rechtsangelegenheiten und zum Schutze des Königreichs. Sie waren die Schreiber und Archivare und wurden mit Wissen betraut, das nur wenigen zugänglich war. Sowohl der Priesterorden als auch die royale Blutlinie standen irgendwie mit der Zitadelle in Verbindung, aber beide hatten ihre Geheimnisse. Und die Priester dienten der königlichen Familie—meiner Familie—seit Jahrtausenden.
“Ein verfluchter Verräterhaufen.” Nicht alle von ihnen waren schlecht. Seit zwei Wochen hatte ich jetzt mit ihnen trainiert, gegessen und mich als eine von ihnen ausgegeben. Ich war eine Novizin. Ein Neuankömmling. Und sie hatten mich in ihre Mitte aufgenommen. Die meisten von ihnen waren nette, anständige Leute. Sie waren freundlich, hilfsbereit.
Aber längst nicht alle von ihnen. Nein, jemand—oder mehrere jemande—war verdorben bis ins Mark. Oh ja, es gab einen wirklich faulen Apfel, der den ganzen verdammten Haufen stinken ließ. Und ich würde die Verräter schnappen, selbst wenn ich dabei umkommen würde. Sie hatten immer noch Mutter. Sie hatten versucht Trinity und meine Zwillingsschwester Faith zu ermorden, und das mehr als einmal.
Wenn sie wüssten, wer ich bin, dann würden sie bestimmt auch versuchen mich umzubringen. Offensichtlich sollten wir alle sterben. Ich grinste und dachte daran, wie unsere Ankunft auf Alera ihre Pläne durchkreuzt haben musste. Ha!
Als ich flink durch den dunklen Raum schlich, stieß ich mit dem Zeh gegen einen unerwarteten Vorsprung an einem Stuhl. Ich hisste und hüpfte umher. “Verflucht.” Das Wort war kaum mehr als ein Ächzen, draußen aber hörte ich, wie sich als Antwort darauf etwas bewegte. Unter mir. Auf dem Boden.
Dann hörte ich ein Rascheln.
Die Reben.
Scheiße.
Jemand kletterte an den Reben hoch. Etwa Romeo persönlich? Ich war keine holde Julia, die endlich entführt werden wollte. Und Scheiße, draußen kletterte es sogar noch schneller als ich. Mir blieb keine Zeit irgendwohin zu verschwinden und die Tür—wo normale Leute ein und aus gingen—war fest verschlossen. Ich musste mich verstecken und darauf hoffen, dass wer auch immer hierher unterwegs war, mich einen Schritt näher zu meiner Mutter bringen würde. Ich wusste, dass die Priester sie hatten. Irgendwo. Die Gerüchteküche brodelte nur so mit Getuschel und Mutmaßungen über einen streng geheimen Häftling. Das konnte nur Mutter sein. Oder für die Aleraner, Königin Celene. Sie musste es sein.
Denn wenn nicht, dann saß ich in einer Sackgasse fest und wir waren allesamt aufgeschmissen. Mutter würde sterben. Und das würde ich mir nie verzeihen.
Auf meinem schmerzenden Zeh humpelte ich in eine gänzlich schwarze Ecke des Raumes. Regungslos stand ich da und wartete darauf, wer wohl mein unerwarteter Besucher sein könnte. Wie groß standen die Chancen, dass gleich zwei Eingeweihte hier herumschnüffelten?
Das Warten war eine Qual für sich. Ich kannte meinen Körper, ich hielt die Atmung ruhig, versuchte mein rasendes Herz zu beruhigen—aber klar doch—und so still wie möglich zu stehen. Die Aleranische Hälfte meiner DNA hatte letzte Woche beschlossen, dass es an der Zeit war in eine ausgewachsene Gluthitze zu gehen. Ich wusste, was mit mir los war, denn Trinity hatte zuvor schon ihre gehabt. Jeder Millimeter meiner Haut war hochempfindlich. Meine Nippel schmerzten, die Rundung meiner Brüste fühlte sich voll und schwer an. Sie waren klein, was mir ganz recht war und zum Kämpfen passte. Aber jetzt fühlten sie sich doppelt so groß an wie sonst. Meine Muschi war dauerfeucht und mein Gehörsinn schien sich zu einer Art Superkraft verschärft zu haben und war einfach nur nervig. Als ob ich plötzlich zur Sieben-Millionen-Dollar-Frau geworden war. Die notgeile Sieben-Millionen-Dollar-Frau.
Ich konnte Insekten die Wände hoch krabbeln hören. Gespräche in der gesamten Festung; aus diesem Grund kannte ich jeden Klatsch und Tratsch. Mein eigener Herzschlag hatte sich wie eine Congatrommel in meinem Schädel angehört, bis ich gelernt hatte ihn zu ignorieren und irgendwie hatte mir das auch dabei geholfen, genau die Geräusche, die ich hören wollte zu filtern und mich die restliche Zeit mehr oder weniger normal zu fühlen.
Trinity hatte nicht erwähnt, dass ihre Gluthitze mir einem Supergehör einherging, aber Leo hatte sie ziemlich auf Trab gehalten und sie war ständig nackig gewesen und laut kreischend gekommen. Diese bescheuerte Gluthitze machte mir alles zunichte. Es war, als ob ich meinen Körper nicht länger im Griff hatte. Und es gab keine Erleichterung. Verdammt nochmal.
Ich war so aufgegeilt, dass ich fast schon kommen musste, wenn ich nur die Schenkel aneinander rieb. Und ich konnte alles hören, was in der Festung abging. Alles. Inklusive einiger sinnlicher Begegnungen, bei denen ich mich winden musste und mir gewünscht hatte, dass selber Hand anlegen tatsächlich helfen würde. Aber nein. Jeder selbst besorgte Orgasmus machte es nur noch schlimmer. Nach zweien hatte ich es bleibenlassen und mich stattdessen ein paar Stunden lang zu einer Kugel zusammengerollt und darauf gewartet, dass das erdrückende Verlangen nachließ.
Was es nicht tat. Aber ich war irgendwie damit klargekommen. Ich war allerdings nicht sicher, wie lange ich noch durchhalten konnte, ohne vor Lust den Verstand zu verlieren.
Was der Grund war, warum ich jetzt diesen letzten, verzweifelten Versuch unternahm und ins Büro der Oberpriesterin einstieg. Sollte ich nichts Brauchbares finden, dann würde ich zum Palast gehen und einen dieser Gigolos finden müssen, damit er mich entschärfte. Im Moment brauchte ich es einfach und ich war beinahe an einem Punkt angekommen, wo mir so ziemlich egal war, wessen Schwanz ich reiten würde, solange er willig und hart war und die ganze verdammte Nacht lang durchhielt. Oh ja. Ich brauchte es willig und hart.
Ich war am Schnaufen, als zwei große, sehr maskuline Hände auf dem Fenstersims auftauchten. Anschauliche Hände. Lange, dicke Finger. In mir drin. Die mich rieben. Mich fingerfickten.
Scheiße. Ich musste mich zusammenreißen.
Ich konzentrierte mich auf meine Atmung, kriegte mich wieder ein und wartete. Meine Augen hatten sich bereits an die Dunkelheit gewöhnt und ich beobachtete, wie der Eindringling wie eine Katze durch das Fenster schlüpfte.
Gott, für einen so großen Mann war er ziemlich beweglich. Er war kräftig, das war offensichtlich an der Art und Weise, wie er sein gesamtes Körpergewicht nur mit den Armen handhabte und lautlos zu Boden schwang. Er landete in der Hocke, mit einem Knie auf den Boden gestützt, als ob er vor einer Königin kniete. Aber er war nicht dabei sich zu verneigen, sein Kinn war gehoben, seine Atmung war ruhig—auch mit meinem unglaublichen Gehör.
Er hielt den Atem an und lauschte.
Nach was?
“Destiny? Ich weiß, dass du hier bist.” Seine Stimme war tief. Sinnlich. Der satte Klang glitt über meine Haut und ich zitterte buchstäblich, als die Schallwelle direkt in meinen Kitzler wanderte und meinen Körper elektrisierte, als ob er den Mund auf mir hatte.
Was. Zum. Teufel?
Ich rührte mich nicht. Wagte es nicht. Und ich hielt ebenfalls den Atem an. Ich hielt die Luft in meinen Lungen, als ob es um Leben und Tod ging. Ich kannte diese Stimme. Irgendwoher kannte ich sie. Aber woher?
Er stand auf, machte aber keinen Schritt vorwärts, sondern blieb regungslos stehen, wie eine Statue. Er flüsterte, mein hochsensibles Gehör aber vernahm seine Worte mit voller Lautstärke. “Destiny. Ich weiß, dass du hier bist. Deine Schwestern schicken mich. Du hast gesagt, dass du in Gefahr bist. Lass mich dir helfen. Ich werde dich hier rausholen.”
Meine Schwestern? Nee, oder? Das musste die Stimme des Mannes sein, der mit Trin und Faith bei dem Anruf dabei war. Derjenige, der mich unverblümt gefragt hatte, ob ich in Gefahr war. Und ich hatte zweimal geklopft, um mit Ja zu antworten.
Ich hätte schwindeln sollen, aber irgendetwas in dieser verfluchten Stimme hatte mich dazu veranlasst, ihm die Wahrheit zu sagen. Mehr noch, sie hatte bewirkt, dass ich mich direkt durch den Kommunikationskanal hangeln und meinen nackten Leib kreuz und quer über seinen nackten Leib reiben wollte. Nicht, dass er jetzt nackt war. Oh, das wäre toll gewesen, aber nein.
Dieser Gedanke ging eindeutig zu weit. Ich war dabei den Verstand zu verlieren. Romeo kam nicht im Adamskostüm durchs Fenster gestiegen.
“Sei leise oder du wirst uns beide umbringen,” hisste ich.
Er riss sofort den Kopf herum und ich beobachtete, wie er meine genaue Position ausmachte. Ehe ich mich regen oder auch nur denken konnte, stand er auch schon vor mir. Zu nahe an mir dran. Zentimeter entfernt. Ich konnte seine Körperwärme spüren, seinen moschusartigen, maskulinen Duft riechen. Meine Nippel wurden steif und ich schwöre, ich hatte einen Mini-Orgasmus. Ich musste mir ein Winseln verkneifen.
“Destiny, komm mit mir. Ich werde dich zum Palast bringen, in Sicherheit.”
“Kommt nicht infrage,” widersprach ich. “Aber du solltest verschwinden. Sonst werden sie mich noch umbringen. Du bewegst dich wie ein Koloss, groß und schwer und langsam.” Lügen. Lügen. Lügen. Aber er musste von hier verschwinden. Sofort. Ehe ich etwas wirklich Dummes anstellte. Wie zum Beispiel einatmen. Ihn nochmal riechen. Ihn wie einen Baum besteigen. Gott steh mir bei, sollte er mich anfassen. Meine Selbstbeherrschung hing am seidenen Faden. Außerdem war er heiß. Marinesoldaten-Superhelden-Filmstar-Heiß. Ich konnte sein Gesicht sehen. Ein kräftiger Kiefer. Volle Lippen. Augen, die mich so intensiv anstarrten, dass ich den Blick nicht mehr abwenden konnte. Alles an ihm, von der Art, wie er sich bewegte bis zur Art wie er mich anblickte, schrie förmlich nach Raubtier. Er war ein Jäger. Ein Beschützer. Ein Soldat.
Scheiße. Scheiße. Scheiße. Wenn ich je nach den Lenden eines Mannes lüstete, dann ausnahmslos nach denen eines Hengsts in Uniform.
“Du bist in Gefahr hier,” wiederholte er.
“Was du nicht sagst, Sherlock.”
Er runzelte die Stirn. “Ich heiße nicht Sherlock und er wird dich nicht so gut beschützen wie ich. Du musst mit mir kommen. Lass mich die Sache erledigen. Ich werde deine Mutter finden. Versprochen.” Seine Worte durchdrangen meine Haut und wärmten mich, als ob er mich in geschmolzenes Karamell getaucht hatte. Himmel, der Typ war gefährlich. Dämliche, verfickte Gluthitze.
Ich wurde wahnsinnig.
Als ich nichts darauf entgegnete, beschleunigte sich sein Herzschlag. Seine Atmung ebenfalls; ich konnte beides mühelos hören. Ein Schauer fuhr durch ihn hindurch und ich sah verblüfft zu, wie er die Augen schloss. Er biss den Kiefer zusammen, als ob er Schmerzen hatte. Er war in meinen persönlichen Bereich eingedrungen. Zu nahe an mir dran.
“Wer bist du?” Ich hätte nicht fragen dürfen. Ich wusste es bereits. Aber ich wollte Gewissheit. Vielleicht, sobald ich den Job hier erledigt hatte und meine Gluthitze vorbei war, würde ich Trinity bitten, ihn zu durchleuchten. Ihn zu durchleuchten. Ha! Wollte ich gar nicht. Ich wollte ihn gegen die Wand schleudern und durchnehmen. Jetzt sofort.
2

Vennix Blyndar, Festung des Priesterordens in den Bergen von Mytikas
“Ich bin Vennix Blyndar, Captain der interstellaren Flotte, Captain der Garde der Königin und geschworen dir zu dienen, Prinzessin. Du kannst mich Nix nennen.”
“Himmel. Willst du mich umbringen?”
Sie schnappte nach Luft, als ob sie Schmerzen hatte. Ich benötigte mehr Licht, um sie zu sehen, um in ihre Augen zu blicken. Um herauszufinden, was sie dachte.
“Nein. Ich bin hier, um dir zu dienen. Dich zu beschützen. Ich hole dich nach Hause.”
“Verpiss dich.” Sie stöhnte, als ob ich ihr wehgetan hatte. Ihr Duft stieg mir zu Kopf und ihr kleiner Körper gab genügend Hitze ab, um wie ein Magnet an mir zu ziehen.
Nein. Eine ganz schlechte Idee. Mehr Licht würde mein Ende sein. Ich musste mich mit aller Macht zusammenreißen, denn ich wollte mich nur noch nach vorne beugen, nur ein wenig, und sie an die Wand nageln. Sie hochheben. Sie kosten …
Heilige Scheiße. Ich war verrückt geworden.
Trinity und Faith waren beide Royals. Beide waren hübsch. Aber ich hatte ihnen gegenüber nichts anderes verspürt, als sie instinktiv beschützen zu wollen. Mein Leben lang hatte ich andere beschützt. Gegen die Hive gekämpft. Unsere Feinde ausgelöscht. Verräter gejagt.
Diesmal aber? Sobald meine Füße den Boden berührten, wusste ich, dass die Tochter der Königin, Prinzessin Destiny, im Raum war. Ich konnte sie nicht sehen, verdammt, ich konnte nicht einmal meine eigene Hand vor Augen sehen. Aber konnte ihre Anwesenheit spüren. Tatsächlich konnte ich sie riechen.
Keine Blumen. Auch nicht … feminin. Ihr Geruch war einzigartig und er hatte meinen Schwanz zucken lassen. Das war mir noch nie passiert. Nie. Und doch, mitten in einer Rettungsmission war er dick angeschwollen und deutete jetzt in ihre Richtung.
Sie hatte gesprochen und mein Schwanz war daraufhin angeschwollen und presste jetzt schmerzhaft gegen meine Hose. Als aber ein blasser Schimmer Mondlicht ihre Züge erhellte und ich ihr Gesicht erblickte, spritze mir tatsächlich etwas Vorsaft hervor. Eine Welle der Lust rauschte durch mich hindurch; anders, als alles was ich je gekannt hatte.
In der letzten Minute war ich erweckt worden. Ich hatte es mir viele Male vorgestellt. In meinen Tagträumen würde ich meine Partnerin in einem Raum erblicken, dann zu ihr gehen und sie zu einem ungestörten Ort tragen, um sie zum ersten Mal zu nehmen und tief in ihrer erwartungsvollen, feuchten Muschi zu versinken.
Aber nicht so. Oh, ich war durch einen Raum gegangen und hatte sie gefunden. Ich wollte sie über meine Schulter werfen und in mein Quartier bringen, wo ich sie festnageln konnte, bis mein Schwanz befriedigt war.
Aber nicht hier in der Festung. Nicht im Büro eines Oberpriesters. Nicht mit der verdammten Prinzessin von Alera.
Die Göttin musste sich gerade kaputtlachen, und zwar auf meine Kosten. Thor und Leo war es sicherlich genauso ergangen, als sie die Wahrheit erfahren hatten.
“Ich werde nicht ohne dich gehen, Prinzessin. Unmöglich.”
“Warum? Steig einfach aus dem Fenster und verschwinde. Sag meinen Schwestern, dass es mir bestens geht. Denn so ist es. Jetzt … hau ab.” Sie wandte sich ab und ihr Blick fiel auf meine Lippen. Soviel konnte ich sehen. War es denkbar, dass sie mich genauso heftig wollte, wie ich sie?
“Nein.”
“Warum nicht? Ich bin eine Prinzessin und ich befehle dir zu gehen.”
“Ich werde dich nicht verlassen, Destiny. Nicht jetzt. Niemals. Ich bin dein Partner.”
“Schwachsinn. Das glaube ich dir nicht.” Ich hörte ein leichtes Prusten in ihrer Antwort und das ärgerte mich. Alles an dieser Frau trieb mich zur Weißglut. Wie konnte sie es wagen, ihr Leben zu gefährden und einen Priester zu jagen, der möglicherweise ihre Mutter hatte? Wie konnte sie es wagen, mitten in der Nacht in ein verdammtes Fenster einzusteigen? Wie konnte sie es verdammt nochmal wagen ihr Leben so leichtsinnig zu riskieren?
Meine Partnerin brauchte Führung, eine straffe Hand, die nicht zögerte, ihr für ihre Ungestümheit und ihre impulsiven Entscheidungen einen roten Arsch zu verpassen. Oh, wenn nötig, dann würde ich Prinzessin Destiny den Arsch versohlen. Aber erst, nachdem ich sie gefügig gefickt hatte. Nein, ich würde sie auf alle viere zwingen und ihren emporgestreckten Arsch versohlen, dann würde ich sie an den Hüften packen und so tief in die Muschi ficken, bis sie nicht mehr wusste, wo sie aufhörte und ich anfing. Beim Kommen würde ich meine Handabdrücke auf ihrer blassen Haut bewundern. Und dann würde mein Samen sie markieren und sie so gründlich auskleiden, bis sie verstanden hatte, dass sie mir gehörte.
“Ich. Bin. Dein. Partner,” zischte ich mit zusammengebissenen Zähnen. “Ich hol’ dich hier raus.”
Sie verschränkte die Arme vor der Brust und ich sah, wie sie die Augen aufriss. Sie waren dunkel. Das war alles, was ich sehen konnte. Sie hatte hohe Wangenknochen, eine frech geschwungene Nase und volle Lippen.
Ich stellte mir vor, wie diese Lippen sich um meinen Schwanz dehnten und noch mehr Vorsaft sickerte aus mir raus. Ich mochte zwar noch Jungfrau sein und ihre Muschi würde die erste sein, in der ich versinken würde, aber das bedeutete nicht, dass ich nicht wusste, was ich mit ihr anfangen sollte, was ich mit ihr anstellen würde.
“Nein.”
Ihre einsilbige Antwort machte mich verdammt heiß, und wütend.
“Nein?” hakte ich nach.
Sie schüttelte den Kopf, ihr langes, dunkles Haar wirbelte herum. Dieser Duft war wieder da. Ich ballte die Hände zu Fäusten und versuchte, nicht zuzupacken.
“Ich bin hier, um meine Mutter zu finden.”
“Ich weiß, aber es könnte jederzeit jemand reinkommen.”
Wieder schüttelte sie den Kopf, diese Verführerin. “Nein. Das hier ist das Verwaltungsgebäude und das Ältestenbüro ist abgeschlossen, weil sie abends um sechs zur Meditation und zum Singen geht. Ihr Büro bleibt bis zum nächsten Morgen verschlossen. Ich habe sie zwei Wochen lang im Auge behalten.”
Das stimmte. Ein Informant hatte mir dasselbe berichtet. Ich hatte Destiny draußen entdeckt, vor ihrer Klettertour. Aber ich war zu spät gekommen, um sie daran zu hindern am Gebäude hochzuklettern und durchs Fenster einzusteigen. Ich hatte ihr von unten aus zugesehen, war bereit sie aufzufangen, sollte sie fallen und die gesamte Zeit lang hatte ich den Atem angehalten. Und das war ehe mir klargeworden war, dass sie mir gehörte.
Mir.
In der Tat war es ein glücklicher Umstand. Anstatt uns unten auf dem Rasen gegenüberzutreten, waren wir hier oben sehr viel besser aufgehoben. Solange die Lichter ausblieben, würde niemand mitbekommen, dass wir hier waren, insofern wir vor Morgengrauen wieder verschwunden waren.
“Du glaubst, dass du in diesem Raum Antworten finden wirst?”
Ich konnte sehen, wie sie leicht die Achseln zuckte. “Ich bin nicht sicher, aber es gibt Gerüchte über einen hochkarätigen Häftling. Ich will wissen, wer das veranlasst hat und wo genau er festgehalten wird.”
“Das könnte sonst wer sein.”
Der Blick, den sie mir darauf zuwarf ließ mein Blut zu flüssiger Lava werden. Sie war anderer Meinung. “Nur sie kann es sein und das weißt du.”
Der Göttin sei Dank war sie nicht direkt in den Kerker gestürmt, um die Königin zu suchen. Basierend auf dem, was ich von ihren Schwestern gehört hatte und nach dem Kampf in dem Apartment, den ich am Tag ihrer Ankunft auf Alera mitangesehen hatte, hatte sie genug Mumm, um genau das zu tun. Sie war damals großartig gewesen. Tödlich. Effizient. Eine versierte Kämpferin.
Zum Glück hatte ich sie in dieser Nacht nicht gerochen, sondern hatte nur einen Blick auf die Kampfszene erhascht, Mann gegen Frau, und die Frau hatte gewonnen. Nie hätte ich geahnt, dass sie meinen schlafenden Schwanz erwecken würde, dass mein Körper für alle Zeiten ihr gehören würde. Diese kräftigen Beine sollten sich jetzt am besten um meine Lenden schwingen und sich für einen Ritt an mir festklammern.
“Du hörst mit dem Spionieren auf und kommst mit mir zum Palast zurück. Ich werde mit qualifizierten Leuten die Suche weiterführen.” Sie würde schön in Sicherheit bleiben, während andere sich an die gefährliche Arbeit machen.
“Ich bin seit fast zwei Wochen hier, du Arschgesicht. Ich bin vielleicht nicht qualifiziert”—sie hob ihre Hände und machte mit den Fingern eine seltsame Kreisbewegung—“aber bis jetzt ist es bestens gelaufen. Diese Anlage ist riesig und die Leute sind nicht besonders gesprächig. Abgesehen davon, glaubst du etwa, dass ich irgendjemand anderes mit meiner Mutter vertrauen würde? Du träumst wohl, Hinterwäldler. Glaub mir, ich komme bestens alleine klar.”
“Nein. Ich werde mich um dich kümmern.” Ich legte die Hand auf meine Brust, genau auf mein Herz. Es gehörte bereits ihr.
“Was bist du? Ein Neandertaler, der glaubt, dass Frauen nur für eine Sache taugen?” Ihre Frage klang ziemlich bissig. Und wütend. Und verblüfft.
Ich war es nicht gewohnt, dass man mir Widerworte gab. Wenn sie mir untergeordnet wäre, dann hätte sie jetzt einen Monat lang Küchendienst. Mit ihr aber war ich in einer Sackgasse gelandet. Technisch betrachtet war ich ein Mitglied der Königinnengarde; ich musste ihren Befehlen gehorchen. Als ihr Partner aber? Als Mann, der sie dringend ausziehen und sie mit meinem schmerzenden Schwanz füllen musste, würde ich sehr behutsam vorgehen müssen. Sie war eine Jägerin, eine Kämpferin, genau wie ich. Das hatte ich an ihren Bewegungen erkannt, als sie die Ranken bis in diesen Raum hochgeklettert war. Ich hatte ihre Skrupellosigkeit gesehen, als sie in der allerersten Nacht meine Männer bekämpft und ihre Schwestern beschützt hatte. Sie war prachtvoll. Wunderschön. Und tödlich. Ich musste mich geschickt anstellen, aber sie würde mir gehören. “Als Prinzessin kannst du mit mir umspringen, wie du willst und ich werde mich deinem Willen beugen. Aber du bist meine Partnerin und daher wirst du dich meinem Willen beugen.”
Es klang, als ob sie mich tatsächlich anknurrte. Dann hob sie blitzschnell die Hände und stieß fest gegen meine Brust. Ich wich einen Schritt zurück und war sprachlos. Ich war noch nie von einer Frau misshandelt worden und es … machte mich irgendwie verdammt heiß.
“Deinem Willen?” keifte sie. “Geh mir zur Hölle aus dem Weg.”
“Nein.” Ich trat näher an sie heran, so nahe, dass ihre Brust gegen meine streifte, sobald sie einatmete. Und in diesem Moment spürte ich ihr Verlangen, ihr Körper wollte mich mit einer Verzweiflung, dass sie bereits jetzt meine Energie und meine Stärke in sich aufnahm und die leichteste ihrer Berührungen durch mich hindurchschoss wie eine Rakete. Es war ein berauschendes Gefühl; dieser Frau das zu geben, was sie brauchte. Sie würde meine Energie in sich aufnehmen und ihre Gluthitze nähren. Nur mit mir. Kein anderer würde sie anrühren. “Du brauchst mich, Prinzessin, und wir beide wissen es.”
“Ich brauche dich nicht.” Sie erschauderte und schloss ihre Augen. Gleichzeitig spürte ich, wie sich ein Schwall meiner Stärke in sie ergoss.
Oh Mann. Sie war so verzweifelt. Die Aleranische Gluthitze war dabei sie umzubringen und sie hatte kein Wort gesagt. Nie hatte ich von einer Frau gehört, die dem Tode so nahe war, deren Körper sich so sehr nach der Energie ihres Partners verzehrte, und zwar aus purer Sturheit. Aber ausgerechnet meine Partnerin musste es sein, die ihren Körper über seine Grenzen trieb, die ihre Gluthitze mit aller Macht bekämpfte. Jedoch würde ich nicht zulassen, dass sie sich das antat. Nicht, wenn ich hier war, um ihr Erleichterung zu verschaffen.
Langsam hob ich meine Hand an ihr Gesicht. Meine mächtige Handfläche umfasste ihre zierliche Wange und ihren grazilen Hals und ich musste stöhnen, als es zwischen uns Klick machte und die Magie ihrer Gluthitze ihre Lebensenergie mit meiner vermischte. Sie hielt völlig still, vielleicht war sie vor Schock erstarrt. Oder vor Lust. Hitze strömte von meiner Hand in sie hinein und die Wonne war so heftig, dass meine Knie fast nachgaben. “Destiny, du brauchst mich hier und jetzt. Ich möchte mich um dich kümmern. Lass zu, dass ich dich ausziehe und dich durchficke. Lass mich dich anfassen.”
“Warum? Warum du?” flüsterte sie.
“Weil du mir gehörst und ich dir. Ich weiß, dass du es spürst. Du bist meine Partnerin, Destiny. Mein.” Die Dunkelheit umhüllte uns wie eine Decke, als ob wir beide allein im Universum waren. Komplett allein.
“Partner? Dass ich nicht lache. Ich kenne dich überhaupt nicht,” erwiderte sie und kämpfte weiter gegen ihre fleischlichen Bedürfnisse und gegen das, was ich ihr geben würde an. Wie es aussah, war sie immer am Kämpfen. “Du bist mir wie ein Stalker gefolgt und hier reingeklettert, um mich anzugreifen. Ich habe gesagt, du sollst verschwinden. Das war ein Befehl. Du bist stur und nervtötend und offensichtlich glaubst du, dass ich nur für eine Sache gut bin.”
“Oh, und das wäre was, Prinzessin?” Langsam flüstere ich jedes einzelne Wort gegen ihren Hals, meine Lippen schwebten am Rande ihrer Wahrnehmung und neckten sie. Sie neckten uns beide. Ich hätte auf Abstand bleiben sollen. Das hier war nicht der beste Ort, um sie zum ersten Mal zu nehmen, aber ich konnte sie nicht gehenlassen. Nicht in diesem Zustand. Sie stand kurz vorm Kollaps. Sie war zu hart mit sich selbst. Jeder meiner Instinkte bestand darauf, dass ich mich ihrer annahm. Dass ich ihren Leib mit meinem nährte. Sie brauchte mich, und vorher hatte mich noch nie jemand gebraucht. Nicht so jedenfalls.
“Sex. Einfach nur Sex. Das ist alles, was du willst.”
Das war’s. Ihre Widerspenstigkeit, ihr Duft, alles trieb mich über meine Grenzen. Sie trieb mich in den Wahnsinn. Warum konnte mein Schwanz nicht für eine fügsame, milde Frau erwachen? Warum musste er ausgerechnet auf sie anspringen?
Und er wollte sie. Jetzt sofort. Verdammt.
Ich streckte den Arm aus, packte sie an der Taille und hob sie von den Füßen. Meine Hände umpackten ihren runden Arsch und ich beugte mich vor, sodass unsere Schädel sich berührten. Wir waren Nase an Nase. Unser Atem vermischte sich. Ich sah zu, wie sie überrascht den Mund aufriss, dann senkten sich ihre Lider und ihr Blick fiel auf meinen Mund.
3

Nix
Ich küsste sie. Ich konnte nicht anders. Als ob es irgendwie möglich war, sie nicht zu küssen.
Sie schmeckte nach Sonnenschein und Feuer, so grell und heiß, dass mein Blut zu brodeln anfing. Mein Schwanz war so groß, meine Hose würde gleich platzen. Er wollte raus da und in Destiny hinein. Meine Eier schmerzten vor lauter Samen.
Ihre Hände wanderten an mein Hemd und befreiten es aus meinem Hosenbund, dann fummelte sie an meinem Gürtel herum.
“Ja,” hauchte sie gegen meine Lippen. Sie atmete hastig, genau wie ich.
Ich stellte sie wieder auf die Füße und zog ihr das Oberteil über den Kopf. Dann zog ich ihre schwarzen Hosen runter und streifte sie über ihre winzigen Füße; das winzigste Paar Füße, das ich je gesehen hatte. Ihre Stiefel waren kaum größer als Ballerinas und ich machte mir nicht die Mühe, sie auszuziehen. Sie machte sich an meinem Gürtel zu schaffen und befreite blitzschnell meinen Schwanz. Den Rest ignorierte sie. Nie zuvor hatte ich eine fremde Hand auf meinem Schwanz gespürt. Sie konnte ihn nicht umpacken; er war zu groß. Ich blickte runter auf mein riesiges Teil. So hatte ich ihn noch nie gesehen. Er war voll. Reif. Drall geschwollen. Klar, ich hatte manchmal Hand angelegt und versucht, das subtile Verlangen dort, das hin und wieder aufgeflammt war, zu lindern, aber erst jetzt mit Destiny war er grölend zum Leben erwacht. Sie hatte mich tatsächlich aufgeweckt. Es war ein Wunder.
Sie wichste mich ein paar Mal, aber ich zog ihr Handgelenk weg. Ich musste fast kommen, und das zum ersten Mal, allerdings nicht kreuz und quer auf ihrer Hand.
Ich befühlte ihre kleinen, festen Brüste und spürte ihre harten Nippel unter meinen Handflächen. Ich wollte genüsslich an ihnen herumspielen, sie saugen und zwicken, aber mein Schwanz hatte dringendere Pläne. Er wollte in sie rein. Jetzt gleich.
Nein, vor fünf Minuten bereits.
Ich hob sie hoch und schob sie mit dem Rücken gegen die Wand. Sie umklammerte mich, schlang die Beine um meine Oberschenkel und ließ auf der Suche nach meinem Dicken die Hüften kreisen. Sie schloss ihren Mund auf meinen und nahm sich, was sie wollte. Göttin, sie war vielleicht wild. Fordernd. Jede ihrer Berührungen war dringlich und verzweifelt und voller Verlangen.
Ich konnte gar nicht genug bekommen. Sie grub ihre Hände in mein Haar und zog sich an mir hoch, sodass ihre nasse Mitte über der Spitze meiner harten Länge saß. Ihr Mund lag weiter auf meinem und sie knabberte an meinen Lippen, saugte und biss gerade so fest zu, dass es leicht wehtat. Gerade genug, um meinen Körper vor Verlangen erschaudern zu lassen. Ich wollte sie so schnell und feste durchficken, bis ihr die Luft wegblieb.
Sie war fast vollständig ausgezogen, ihre nackte Brust berührte meine. Ihre Beine waren um mich geschlungen. Ihre Lippen und ihre Hände waren dabei mich zu beanspruchen. Sie hatte gesagt, dass sie mich nicht wollte, dass sie mich nicht brauchte, aber ihr Körper war offensichtlich anderer Meinung.
Ehe sie sich runterlassen und mich nehmen konnte, packte ich beherzt ihre Hüften und presste sie gegen die Wand, mein Schwanz verweilte an ihrem feuchten Muschieingang und ich hielt sie in Stellung. Ich sog sie in mich auf und kostete den Moment aus, denn er würde nie wieder kommen; der Moment, an dem ich sie zu meiner Partnerin machte. Ich wollte den blassen Schimmer ihres Antlitzes im sanften Mondlicht auskosten. Ja, ihre Brüste waren klein. Hoch. Ihre Taille war schmal, ihre Hüften weit. Und ihre Muschi erst. Verdammt.
“Mach schneller. Was trödelst du da?”
“Du gehörst mir.”
Sie stöhnte und der Laut war so roh und ausgehungert, dass ich beinahe nachgegeben und es ihr sofort besorgt hätte. Aber dieser Moment war einfach zu bedeutsam. Sie war so verdammt stur. Sie gehörte mir. Ich musste es hören. Ich musste sichergehen, dass sie genau verstand, was ich von ihr wollte. Was sie mir geben musste. Sie. Gehörte. Mir.
“Müssen wir das jetzt besprechen?” fragte sie, als sie mit den Hüften wackelte und ihre nassen Falten vor und zurück über meine empfindliche Eichel glitten.
“Oh Scheiße.”
Ein Grinsen machte sich auf ihrem Gesicht breit und ich schloss die Augen. Ich küsste sie. Hart. Inbrünstig. Ich stieß mit der Zunge in sie hinein, und zwar genau auf die Art, mit der ich sie mit meinem Schwanz ficken wollte. Sie winselte, als ich zurückzog und zog mich fest genug an den Haaren, damit meine Lippen weiter über ihren schwebten. Ihr Atem war mein Atem. Ihre Hitze war meine.
“Gott, fick mich einfach. Bitte. Ich brauche dich.”
Ich brauche dich. Die Worte waren wie eine Pfeilspitze in meinem Herzen, ich stöhnte und küsste sie erneut. Diesmal behutsam. Aber ich konnte nicht nachgeben. Es war zu wichtig. “Destiny, du gehörst mir. Sag es. Du bist meine Partnerin.”
“Gott verdammt nochmal.” Ich spürte, wie ihre Muschilippen sich einladend auseinanderspreizten. Ich beobachtete jede ihrer Regungen, genoss ihren Anblick, als sie sich in meinen Armen krümmte. Sie wollte mich genauso heftig, wie ich sie. “Na schön. Du gehörst mir. Du gehörst verdammt nochmal mir.”
Ich rammte tief in sie hinein und beobachtete sie, während ich sie langsam Stück für Stück ausfüllte. Sie warf den Kopf in den Nacken und bot mir in einer unschuldigen Geste des Vertrauens ihren langen Hals an; ich war nicht sicher, ob sie sich dessen bewusst war. Aber ich stieß tief in sie hinein. Fickte sie. Füllte sie.
“Miiiir.” Sie schrie wie ein verwundetes Tier. Primitiv. Instinktiv. Sie war dabei mich zu beanspruchen, meinen Schwanz zu reiten. Sich meine Energie zu nehmen und ihre Gluthitze damit zu stillen, genau, wie es sein sollte. Ich versuchte nicht einmal, die massive Hitzewelle zu stoppen, die zwischen uns umherwirbelte. Ich gab ihr alles und es war erotisch. Intim. So viel mehr als einfach nur ficken. Ich würde für immer ein Teil von ihr sein. Meine Essenz würde für immer in ihre Zellen wandern und ihr Stärke verleihen. Nur ich. Niemand anderes.
“Mir.” Meine Reaktion war deutlich. Knapp. Es war eine Aufforderung.
Als Antwort zog sie ihre Lippen an meine und drang erneut in mich ein. Besitzergreifend. Fordernd. Bedürftig.
Sie war heiß. Feucht. Eng. Ihre Wände quetschten und kräuselten sich um mich herum, als ob sie nie etwas so Großes, so Dickes in sich aufgenommen hatte. Ich stieß auf Grund, meine Hüften klatschten gegen ihren Arsch.
“Heilige Scheiße.” Ich war kurz vorm Kommen. Einfach so. Die Lust war dermaßen intensiv und die prickelnden Vorboten meines Orgasmus brodelten bereits an der Schwelle, unter meinem Steißbein.
“Bitte,” stöhnte sie. “Beweg dich.”
Ich zog zurück und stieß tief in sie hinein. Feste. Sie schrammte an der Wand hoch und runter, ich aber hielt ihre Schenkel fest und spreizte sie weit auseinander. Ich nahm sie wieder. Und wieder.
Ihre Muschi zog sich wie eine Faust um mich zusammen und schwoll an, bis ihre Mitte so angespannt war, dass ich keine Luft mehr bekam. Sie buckelte und erstickte einen Schrei, ihre Muschi zuckte wild und gleichzeitig plünderte sie meine Energie wie auch meinen Samen. Es war einfach unvorstellbar.
Völlig unerwartet musste ich kommen, als ob das Vergnügen zu heftig war und mein Körper besser Bescheid wusste als ich; als ob er genau wusste, was sie brauchte. Ich packte zu und blieb tief in ihr drinnen. Ich füllte sie, ein heißer Schwall nach dem anderen. Ich unterdrückte einen primitiven Triumphschrei, als mein Samen zum ersten Mal in sie pumpte und sie ausfüllte. Mir. Mein Samen. Meine Energie. Mein Schwanz. Sie brauchte es und ich gab es ihr. Kein anderer Mann würde sie jemals anrühren. Ich würde ihn töten. Ihn bei lebendigem Leib häuten und mich an seinen Schreien ergötzen.
Mir.
Sie rührte sich nicht, aber nur wenige Sekunden lang. Ihre Atmung war weiter abgehakt und ihre Haut schweißgebadet, als ich wieder zur Besinnung kam. Mehr oder weniger.
“Mehr.”
“Wie sie wünschen, Prinzessin.” Ich grinste sie an und nie im Leben hatte ich mich so verdammt gut gefühlt. Ich war noch nicht fertig. Nicht einmal annähernd. Mein Schwanz blieb steinhart. Keine Ahnung, wie lange ich weitermachen konnte, aber ich würde sie so lange wie möglich ficken. Solange sie mich brauchte. Ihre Muschi war ein Stück Himmel auf Alera und sie gehörte allein mir. Jetzt aber, als die anfängliche Erleichterung aus dem Weg war, würde ich ihr so viel sinnliches Vergnügen bereiten, dass sie nie mehr bezweifeln würde, zu wem sie gehörte. Zum Teufel, ich würde nicht lockerlassen, ehe sie ohnmächtig zusammenklappte und ich sie einfach in den Palast tragen konnte. Ehe sie zufrieden und wieder sicher war.
Sie verlagerte die Hüften und rieb ihren Kitzler an mir. Sie stöhnte, streckte den Arm aus … und erstarrte.
“Scheiße. Da kommt jemand.”
Ich spitzte die Ohren. Hörte nichts. Ich rammte in sie hinein und küsste sie.
Sie riss keuchend die Lippen von meinen. “Da kommt jemand. Scheiße. Beweg dich. Wir können nicht hierbleiben.”
Ich hörte absolut nichts, aber ihr Kopf war woanders und das störte mich. Ich grinste, hielt ihren Körper weiter auf mir aufgespießt und schob ihre Kleider um die Ecke in einen dunklen Raum. Es war eine Art Bibliothek, die Wände waren voller Bücher. Ich fand eine dunkle, fast völlig schwarze Ecke und presste sie dort gegen die Wand. Mein Schwanz war weiterhin tief in ihr vergraben. Ich konnte mich einfach nicht dazu überwinden ihren Körper, dieses Paradies, zu verlassen. Nicht, wenn ich nichts gehört hatte. Wir waren allein und ich war noch nicht mit ihr fertig. Nicht einmal annähernd.

Destiny
Gott. Er würde mich noch umbringen. Sein Schwanz war so groß. So tief in mir drin. So verdammt perfekt. Sein Körper bestand gänzlich aus Muskeln. So stark. So heiß. Seine Hitze ergoss sich in meinen Körper und ich saugte sie auf, als hätte ich eine Woche lang ohne Mantel in der Arktis festgesessen. Ich war ausgehungert.
Verdammte Aleranische Gluthitze.
Und es war verdammt geil, zumindest jetzt, solange ich einen schönen, großen Schwanz reiten konnte. Er fühlte sich so gut an. Ich wollte nie mehr aufhören. Nie mehr.
Und dann hörten meine bizarren Ohren, wie Oberpriesterin Amandine und einer ihrer Gehilfen sich auf dem Weg in ihr Büro leise unterhielten.
Dieses Büro.
Scheiße. “Da kommt jemand.”
Er lauschte kurz, dann ignorierte er meine Warnung und küsste mich. Leidenschaftlich. Derbe. Genau, wie ich es wollte.
Aber diese verdammten Stimmen vermiesten mir die Stimmung. Schon wieder. Die Stimme der Oberpriesterin. Was wollte sie hier oben? Und mit Crayden? Ich hatte ihn zuvor beobachtet, sein gelangweiltes Gesicht war nie mehr als ein paar Schritte von der Ältesten entfernt. Er war ihr zweites Paar Augen und Ohren. Ihr Beschützer. Sollte er es allerdings mit einer echten Bedrohung aufnehmen müssen—wie mit mir zum Beispiel—war ich nicht so sicher, ob er der alten Frau überhaupt beistehen konnte.
Es gab noch mehr von dieser Priestersorte, Männer wie Frauen, die über die Älteste des Planeten wachten. Sie waren ihre Sicherheitsleute. Trotz ihrer gewöhnlichen Uniformen und unscheinbaren Erscheinung hatte ich ihre wahre Aufgabe erkannt. Aber sie waren nicht wie Leo oder sein Vater. Sie waren keine echten Krieger. Eher eine Bande Mietpolizisten.
Bei den nächsten Worten der Ältesten verspannte ich mich, was meiner Situation nicht besonders zuträglich war und nur bewirkte, dass Nix seinen Schwanz härter gegen meinen steifen Körper rieb.
“Ich möchte wissen, was mit der Optimus-Einheit los ist. Hast du verstanden? Du hast die Gerüchte gehört, Lord und Lady Jax sind wohl tot, Lord Wyse ebenfalls. Du musst der Sache auf den Grund gehen, Crayden.” Die Stimme von Oberpriesterin Amandine war nüchtern, aber das, wovon sie da redete, waren keine Gerüchte sondern Tatsachen. Sie war in ihren Siebzigern und schwerstens auf Zack. Niemand wollte mit ihr Ärger bekommen. Einschließlich mir. Allerdings fragte ich mich, warum sie hier war, in einem Gebäude, das über Nacht normalerweise abgeschlossen war. Sie arbeitete nicht so spätabends. Noch nie. Jedenfalls nicht in den zwei Wochen, in denen ich alles und jeden in dieser Festung ausspioniert hatte.
Sie würde mir die Hölle heiß machen, schließlich war ich mitten in der Nacht unterwegs. Aber ich war auch noch in ihr Büro eingebrochen. Die beiden mussten einen guten Grund haben, um hier zu sein.
“Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, werte Dame.” Die Männerstimme gehörte Crayden. “Mit Wyses Tod haben sie ihre Reihen geschlossen.”
Wyse? Warum redeten sie über den Mistkerl, der Faith ermorden wollte? Und Trinity? Und wer war dabei, die eigenen Reihen zu schließen?
“Ich kann dir einen internen Kontakt geben.” Die Stimme der Ältesten war leicht wiederzuerkennen. Zwei Wochen lang hatte ich mir jeden Morgen ihre Predigten angehört. Also es waren keine echten Predigten, sondern Lektionen—so nannten sie es hier jedenfalls—; Lektionen über die Verantwortung der Priester, über ihre priesterlichen Pflichten und was für eine Ehre es war, der königlichen Familie und ganz Alera zu dienen. Es war kein religiöser Orden, wie ich zuerst angenommen hatte, sondern etwas anderes, fast schon heiligeres. In ihrer Hingabe waren diese Priester seltsam ehrfürchtig.
Die Stimmen kamen näher.
Verdammt nochmal! Ich wollte nicht aufhören. Ich brauchte mehr. Mehr von diesem Mann. Mehr von seiner Energie. Mehr Küsse. Mehr Schwanz. Einfach mehr.
Aber wie mein Vater zu sagen pflegte, du kannst dir wünschen, was du willst.
Eine hausgemachte Kleinstadtweisheit erster Hand. Und er lag richtig. Er lag immer richtig. Ich riss meinen Mund von Nixs Lippen los und schnappte nach Luft, um überhaupt reden zu können. “Da kommt jemand. Scheiße. Beweg dich. Wir können nicht hierbleiben.”
Wie erwartet, ließ er nicht von mir ab. Stattdessen kickte er meine überflüssigen Anziehsachen ins Arbeitszimmer der Ältesten. Sobald meine Klamotten außer Sicht waren—er hatte es so verdammt eilig gehabt, dass er immer noch angezogen war—, beförderte er mich in besagtes Arbeitszimmer und nagelte mich mit dem Rücken in eine stockfinstere Ecke. Und die gesamte Zeit blieb er schön tief in mir drinnen.
Ich hätte ihm die Hölle heiß machen und mich wieder anziehen sollen. Verdammt nochmal abhauen sollen.
Aber verflucht. Ich brauchte mehr. Seine Bewegungen, das Treten und Rumlaufen hatte meine Muschi wieder fast zum Orgasmus gebracht. Ich war nicht abgekühlt. Im Gegenteil, ich war noch verzweifelter. Außer Kontrolle.
Und je näher die Stimmen kamen, desto mehr gefiel es mir. Das Risiko erwischt zu werden schärfte meine Sinne und bewirkte, dass sich meine Muschi noch heftiger zusammenzog. Noch straffer.
Ein Stoß. Er stöhnte und presste in mich hinein. Das war’s. Ich zerschellte in seinen Armen, der Orgasmus war sogar noch heftiger als der erste und er hielt mir mit der Hand den Mund zu. Sein Samen füllte mich und es fühlte sich an, als ob mein Körper ihn genauso brauchte wie die Luft zum Atmen oder Essen oder irgendeinen lebenswichtigen Nährstoff. Ich verzehrte mich nach ihm. Nach seinem Körper. Seiner Hitze. Seinen Berührungen. Seinem Samen.
Ich hatte die Kontrolle verloren, und nichts hasste ich mehr.
Nix war der gefährlichste Mann, der mir je begegnet war. Und da saß ich nun, auf seinem Schwanz aufgespießt, nackt, und bereit für einen Quickie mein Leben zu riskieren. Und mit jedem Orgasmus wurde es schlimmer, nicht besser.
Ich hatte den Verstand verloren.
Die äußere Tür ging auf. Nix erstarrte und als ihm klar wurde, dass die Gefahr real war, presste er mich härter gegen die Wand.
“Hab’s dir gesagt,” flüsterte ich.
“Schhh.” Er flüsterte mir zu, seine Lippen schwebten über meinem Ohr. Er atmete einmal tief ein und sog den Duft meiner Haare in seine Lungen. Es war erotisch und ich stellte mir sein Gesicht an einer anderen Stelle vor. Wie er etwas ganz anderes einatmete.
Meine Muschi zog sich erneut zusammen und meine Beckenmuskeln machten sich auf einen weiteren Orgasmus gefasst, denn sein Schwanz war weiterhin hart und tief in mir drin, obwohl wir eben erst gekommen waren.
Gott. Nein. Ich musste genau hinhören.
Im Nebenraum ging das Licht an und die Oberpriesterin und ihr Bewacher traten ins Büro. Sie setzte sich und ich konnte ihren Stuhl knarren hören. Ich hörte auch die weiche Polsterung seines Schuhwerks, als er vor ihrem Schreibtisch auf und ab lief. Sie erhob das Wort.
“Im Zellenabschnitt C der Optimus-Einheit wird ein nicht genehmigter Insasse festgehalten. Ich will wissen, um wen es sich handelt und wer das veranlasst hat. Hast du verstanden? Die Königin wird immer noch vermisst. Ihre Töchter, die verehrten Prinzessinnen, reden nicht und wir wissen absolut nichts über die dritte Frau, die in die Zitadelle eingedrungen ist. Ich nehme an, dass es sich um eine weitere Tochter von Königin Celene handelt. Aber wir können sie nicht beschützen, wenn wir nicht wissen, wo sie ist. Und weder Prinzessin Faith noch Prinzessin Trinity vertrauen mir ausreichend, um sich an mich zu wenden. Dass sie einen Grund sehen, die Priester zu verdächtigen ist inakzeptabel. Ich werde nicht zulassen, dass unser Orden untergeht, ist das klar? Die Priester haben die Aufgabe, die Königin und ihre Töchter zu beschützen, ob sie uns nun vertrauen oder nicht. Was bedeutet, dass ich Antworten benötige. Um jeden Preis. Hast du noch irgendwelche Fragen?”
“Erlauben Sie den Einsatz tödlicher Gewalt?” Die Frage kam ruhig und nicht alarmiert und ich änderte meine Meinung über den Mann im Raum nebenan. Er war nicht das, wofür ich ihn gehalten hatte … was nicht besonders viel war. Ich hatte gedacht, er wäre ein gewöhnlicher Kaufhauspolizist. Milde. Nicht viel mehr als ein bürokratischer Gehilfe, der sich Videoaufnahmen ansah und der Ältesten Gesellschaft leistete. Wenn er tatsächlich so tödlich war, dann konnte das nur bedeuten, dass keiner der Wachleute der Oberpriesterin so harmlos war, wie sie alle aussahen. Er klang wie ein Soldat. Wie ein Scherge.
“Ja,” entgegnete die Oberpriesterin. “Du hast nur einen Tag. Die Triade ist unterwegs.”
Ich hörte, wie Crayden hastig nach Luft schnappte. Wer zum Teufel war diese Triade und warum überraschte ihn das so sehr?
“Sie kommen hierher?” fragte er.
“Ja. Die Oberpriester Marna, Forge und Severil wollen persönlich über den Verbleib der Königin informiert werden. Seitdem Prinzessin Faith bekannt gegeben hat, dass die Königin entführt wurde—und dass sie nicht einfach nur vermisst wird—, wollen sie Antworten. Sie verlangen von mir, dass ich ihnen eine Audienz bei Prinzessin Trinity verschaffe.”
“Ist Oberpriester Forge denn nicht in Corseran ansässig?”
“Ja, und wenn er einen so weiten Weg auf sich nimmt, kannst du sicher sein, dass er nicht nur zum Vergnügen kommt. Dass die Königin vermisst wird, ist eine Sache, dass sie aber entführt wurde und jetzt irgendjemandem ausgeliefert ist, ist etwas völlig anderes. Das widerspricht allen Prinzipien der Priester. Ich verlange Antworten, ganz gleich, was du dafür anstellen musst. Ich muss der Triade etwas brauchbares liefern. Sie sind militant und herrschen mit eiserner Hand über ihre Gebiete. Sie werden sich erst zufriedengeben, wenn wir Antworten haben. Und das gilt auch für mich.”
Verdammt. Die alte Frau klang hart und unbarmherzig. Voller Zorn. In einem Atemzug noch sprach sie von den Prinzipien der Priester; der Orden war pazifistisch und diente der Krone. Sie verwies auf die jahrtausendealte, würdevolle Tradition und Schutzfunktion der Institution und im nächsten Augenblick erteilte sie einen Freifahrtschein, um mit allen Mitteln die Wahrheit ans Licht zu bringen, selbst mit Gewalt. Trotzdem beruhigten mich ihre Worte. Sie war auf unserer Seite.
“Wenn nötig, werde ich alle umbringen.” Die Antwort des Mannes bestätigte, dass sie nicht tatenlos herumsitzen würden, um die Königin zu finden, oder um zumindest Antworten zu bekommen.
Aber wen würde er töten? Ich war nicht sicher. Aber er klang gnadenlos und das musste ich respektieren. Es lauerten weitere Gefahren.
Dann schoss mein Puls in die Höhe. Meine Muschi flatterte und mit reiner Willenskraft hielt ich den Orgasmus zurück. Dieser große, harte Schwanz.
Nix regte sich. Sein Schwanz glitt tiefer und öffnete mich noch weiter.
Scheiße.
Zu spät. Ich musste kommen. Mein Körper verlor jegliche Kontrolle und ich war dabei, Nix regelrecht zu verschlingen. Haut an Haut nahm ich seine Energie in mich auf, seine Hitze. Sein Samen pumpte in mich hinein und hielt mir erneut den Mund zu, als ich völlig unbemerkt ein leises Ächzen von mir gab. Wir waren verrückt geworden. So zu ficken war reiner Wahnsinn. So zu kommen. Wer kam bitteschön vom bloßen in-der-Ecke-Stehen? Ohne Stoßen, Reiben, ohne irgendwelche Bewegungen?
Nach einer gefühlten Ewigkeit machten sich die Oberpriesterin und ihr Bewacher wieder davon. Sie schalteten das Licht aus und verriegelten die Tür. Wir waren wieder sicher.
Ich knutschte Nix und dankte ihm auf die einzige Art, die mir jetzt zur Verfügung stand, nämlich mit langsamen, inbrünstigen Küssen. Zärtlichen Küssen. Dankeschönküssen. Ich fühlte mich fast schon wieder … menschlich. Sexy. Und der Umstand, dass seine Energie wie eine Droge in meinen Körper strömte, störte mich auch nicht weiter. Ich hätte stundenlang so weitermachen können. Verdammt, tagelang. Aber ich wusste, was er vorhatte. Er würde darauf bestehen, dass ich mit ihm kam, damit er mich ‘in Sicherheit’ bringen und weiter meine Gluthitze nähren konnte.
Dreimal war ich gekommen und er hatte sich nicht mal angestrengt. Ich konnte mir nur ausmalen, was er alles mit mir anstellen konnte, wenn wir ungestört waren und ein Bett zur Verfügung hatten. Wenn er allein mit seinem großen Schwanz so geschickt war, was konnte er dann erst mit seinen Händen anstellen … oder seinem Mund? Meine Muschi zog sich voller Vorfreude bereits zusammen. Und ich fühlte mich schon viel besser. Ich war weniger wuschig und ruhiger. Mein Verstand funktionierte wieder. Sicher, ich dachte an Nixs Kopf zwischen meinen Beinen und an seine Zunge auf meinem Kitzler, aber ich war nicht mehr so vernebelt wie zuvor.
Nun, dieser heiße Quickie hatte meinen Körper vorübergehend wieder unter Kontrolle gebracht und ‘Sicherheit’ war ein Wort, das mich nicht im Geringsten interessierte; schon gar nicht, wenn meine Mutter weiterhin vermisst wurde und Lord Wyse tot war. Nicht, nachdem die Oberpriesterin einen hochkarätigen Insassen im Zellenbereich C der Optimus-Einheit erwähnt hatte. Ich hatte keine Ahnung, wo das sein sollte, aber ich würde es herausfinden. Und ich würde Mutter finden.
“Nix, ich muss mich wieder anziehen. Wir können nicht hierbleiben.”
“Einverstanden.” Langsam zog er aus mir heraus und stellte mich wieder auf die Füße. Wir beide stöhnten, als er herausglitt und meine Muschi schnappte nach ihm wie eine gierige kleine Schlampe. In Gedanken sagte ich ihr, dass sie sich zusammenreißen sollte—und dass Nix gar nicht so besonders scharf war. Als er aber zurücktrat, schaute ich mir durch sein halb geöffnetes Hemd seine Brustmuskeln und sein Sixpack etwas genauer an. Ich betrachtete seinen großen, harten Schwanz—der jetzt mit Samen und meiner Feuchte glitzerte—und der weiter nach vorne strebte, als ob er in mich reinwollte. Ich erblickte einen markigen Kiefer, dunkle Augen, seidiges Haar. Perfekt, um sich daran zu vergreifen. Nicht besonders scharf?
Oh doch, er war verdammt scharf.
Und ehrlich gesagt liebte ich dieses alphatypenmäßige, aufgeregte, Mir-Mir-Mir-Getue.
Apropos nicht mehr ganz richtig im Kopf. Ich brauchte keinen Mann. Ich wollte keinen Mann. Zumindest nicht für mehr als heißen Sex. Ich brauchte niemanden, der mir mein Leben diktierte und mir sagte, was ich machen sollte oder mich in Sicherheit brachte. Nein. Auf keinen Fall. Und Nix hatte bewiesen, dass er genau das beabsichtigte. Er wollte, dass ich sicher und wohlbehütet zuhause saß, Schokoladenbonbons lutschte und meinen Schwestern eine Pediküre gab, während die Männer auszogen, um die Welt zu retten. Als ob.
Ich musste weg hier. Und wenn ich durchs Fenster steigen und mich an diesen Reben runterhangeln würde, dann würde er sich direkt an meine Fersen heften. Was bedeutete, dass diese Option rausfiel. Ich brauchte einen anderen Ausweg, einen Weg, auf dem er mir nicht folgen konnte.
So schnell wie möglich zog ich meine schwarze Priestertracht über und ignorierte dabei das sinnliche Gefühl, als meine glatten Hosen über meine Schenkel glitten. Meine Haut war empfindlich. Überempfindlich. Schlimmer noch als zuvor. Wenigstens war meine Muschi vorübergehend befriedigt worden—sein Samen tropfte heraus—und mein Körper war nicht länger schwach und lethargisch. Wahrscheinlich hatte ich es mit der Gluthitze zu weit getrieben. In Zukunft würde ich besser aufpassen und es nicht zu kritisch werden lassen.
Genau aus diesem Grund gab es ja auch den royalen Gigolo. Ich müsste mich nur in den Palast schmuggeln, Trinity um ein Date bitten, es mir fix besorgen lassen und dann wieder verschwinden. Das wäre recht einfach zu bewerkstelligen. Ohne Bedingungen oder Komplikationen. Ohne Erwartungen oder neandertalerhafte Ansprüche an mich.
Bei der Vorstellung aber, wie ein anderer Mann mich anfasste, wurde mir speiübel. Und sollte Nix schuld daran sein, dann würde ich ihn später erwürgen. Von einem Mann abhängig zu sein, war nicht meine Sache. Nicht jetzt. Und auch nicht irgendwann später. Niemals.
“Ich prüfe, ob die Tür auch wirklich verschlossen ist.” Noch ehe er antworten konnte, schlich ich mich davon. Er streckte den Arm aus, aber ich war einfach schneller. Sollte er mich küssen—oder auch nur anfassen—, dann würde ich nie mehr dieses verfluchte Zimmer verlassen.
Als ich die Tür erreicht hatte, hielt ich komplett still und lauschte. Mein neues Hörvermögen war verstörend und ich kam mir vor wie eine Fledermaus, aber das hielt mich nicht davon ab, es zu meinem Vorteil zu verwenden. Ich horchte nach Schritten und versuchte nicht daran zu denken, was im anderen Raum gerade vor sich ging, als das Geraschel von Nixs Kleidern mir alle möglichen versauten Bilder vor Augen schickte. Ich wollte nicht, dass er seine Hose schloss oder dass sein Hemd seine prächtige Männerbrust bedeckte. Das einzige, was diesen prächtigen Mann bedecken sollte, war ich.
Verdammt schlechtes Timing. Das war das Problem an der Sache.
Sobald ich sicher war, dass niemand hinter der Tür oder auf dieser Etage war, huschte ich auf den Flur und ließ Nix zurück.
4

Destiny
Ich hörte seine hastigen Schritte Richtung Tür und sein fast lautloses Fluchen. Er konnte mir nicht folgen. In den unteren Etagen waren Patrouillen unterwegs. Er war kein Priester, sondern ein Eindringling. Ich war zwar auch nicht wirklich Priester, aber nach den Wochen des Versteckspiels und des Vortäuschens hatte ich das Gefühl den Titel verdient zu haben. Abgesehen davon hatte er keine Uniform und würde somit herausstechen—nicht nur, weil er wie ein Sexgott auf langen, muskulösen Beinen aussah, sondern vor allem, weil er wie ein royaler Garde gekleidet war.
Ich bewegte mich wie ein Schatten; binnen Sekunden war ich in einem anderen Raum verschwunden und schloss geräuschlos die Tür.
Dieser durchgeknallte Höhlenmensch. Allem Risiko zum Trotz—er hätte verschwinden sollen, wie er reingekommen war, nämlich durchs Fenster und am Spalier entlang—hörte ich, wie er die Tür vom Büro der Oberpriesterin öffnete und auf den Flur trat. Zu spät. Ich war verschwunden. Dieser Flur allein hatte zwanzig Türen. Um mich zu finden, würde er jede einzeln prüfen müssen, und ich war bereits durch einen kleinen Durchgang ins Nebenzimmer geschlüpft. Entweder konnte er sich mit den Streifen anlegen, die stichprobenartig die unteren Etagen patrouillierten, oder er könnte durchs Fenster abhauen und an den Reben runterklettern.
Nicht mein Problem. Nix war ein großer Junge … in jeder Hinsicht. Er war auf eigene Faust reingekommen. Also würde er auch wieder herausfinden.
Mit einem Grinsen verschwand ich in der Dunkelheit, zurück zu meinem Quartier. Eher würde ich riskieren hier ertappt zu werden, als mich mit diesem besitzergreifenden Typen herumzuplagen. Sollte er mich in die Finger kriegen, dann würde er mich zweifellos über die Schulter werfen und in den Palast zurückschleppen.
Sie könnten ihn schnappen, wenn er den Wachleuten aber mit diesem Partner-Gefasel kam, dann würden sie ihn wahrscheinlich laufenlassen. Sein Schwanz war nach unserem kleinen Techtelmechtel nicht mehr abgeschwollen und das allein würde ihm als Beweis ausreichen. Und, sollte er mich irgendwie über seine Schulter hieven, dann würde meine Gluthitze höchstwahrscheinlich wieder auflodern und ich würde ihn in den Arsch beißen wollen, anstatt ihn zu treten.
Zum Glück war ich immer noch neu hier; sollten sie mich hier draußen erwischen, dann könnte ich einfach vorgeben, dass ich mich verlaufen hatte. Und ich wollte nicht mit Nix herumdiskutieren oder gegen ihn ankämpfen. Aus irgendeinem perversen Grund wollte ich ihm nicht wehtun. Er würde sich allerdings mit mir anlegen. Er würde streiten, bis er mich schließlich über die Schulter werfen würde, genau wie Leo es mit Trinity getan hatte. Der Weg durchs Gebäude war also die bessere Option. Sollten sie mich irgendwo auf den oberen Etagen erwischen, dann würde ich einfach sagen, dass ich mich verirrt hatte.
Ich war nicht länger im Büro der Oberpriesterin. Ich schlich draußen herum. Ich würde mir etwas einfallen lassen müssen, um den Spaziergang zu erklären und vielleicht würden sie mir extra Küchendienst aufhalsen, aber sie brachten niemanden um, weil er oder sie nachts herumwanderte. Und die Oberpriesterin Amandine war auf meiner Seite, auch wenn sie es nicht wusste. Immerhin hatte sie sogar dem Einsatz tödlicher Gewalt zugestimmt.
Dann drifteten meine Gedanken wieder zu Nix. Ich dachte an seinen Duft und wie sich sein Schwanz angefühlt hatte, sogar ans Donnern seiner Stimme dachte ich. Oh Mann, er musste echt angepisst sein. Ohne Zweifel war er … außer sich vor Wut, weil ich ihm entwischt war. Vielleicht hatte er erwartet, dass ich ihm einfach brav folgen würde, weil er meine Gluthitze ein bisschen gestillt hatte. Aber nein. Ich brauchte ihn nicht. Bis diese Gluthitze vorüber war, würde mir sein Schwanz hin und wieder ganz gelegen kommen, aber ich hatte einen Job und damit würde er sich schlichtweg abfinden müssen. Genau wie meine Muschi. Ich konnte nur hoffen, dass er nicht nachtragend sein würde, sobald wir uns wiedersahen. Und dass meine Muschi ohne ihn in mir drin überleben würde.
Ich musste unsere Mutter finden. Mädels kommen vor Schwänzen, so lautete die ungeschriebene Regel.
Wie ein Schatten drang ich bis zur untersten Etage vor, ich fand die Waschküche, schnappte mir eine formelle Robe, streifte sie über meine sexbefleckte Uniform und schlüpfte leise von hinten in eine der Gesangsstunden. Zehn Minuten später hatte ich ein solides Alibi für die Nacht, denn als das Gesinge vorüber war, wünschten mir mehrere Eingeweihte und Priester eine gute Nacht. Ich war gesehen worden. Das war alles, was ich wollte.
Morgen würde ich Crayden bespitzeln und herausfinden, wer der erwähnte Kontakt in der Optimus-Einheit war. Ich musste irgendwie in den Zellenbereich C reinkommen oder zumindest herausbekommen, wo er war. Selbstverständlich würde ich Trinity alarmieren müssen. Nur für den Fall, dass ich es nicht mehr dort rausschaffte. Dann könnte sie zumindest die Neandertaler losschicken, damit sie der Piste folgten.
Ich erreichte mein Zimmer und klappte buchstäblich zusammen, mit einem seeligen Lächeln auf dem Gesicht und wund gefickter Muschi.
Visionen von Nix wirbelten wie Zuckerpflaumen in meinem Kopf herum. Sein Duft umhüllte mich immer noch. Gott, ich roch nach Sex und heißem Aleranischen Mann.
Gefährlich, tödlich, Nix.
Ich wollte mehr.

Am nächsten Morgen fiel die übliche Predigt kürzer aus als sonst und die Oberpriesterin wirkte leicht abgelenkt, was aber kaum jemandem auffiel. Wie immer stand Crayden zusammen mit einem weiteren Wachmann hinter ihr und hielt die verrückten, singenden Priester im Auge.
Wenn irgendjemand in diesem Raum die Geduld und politischen Fähigkeiten besaß, um einen jahrzehntelangen Putsch durchzuführen und meine Mutter quer durch die Galaxie zu jagen, dann würde ich meine Stiefel fressen. Unmöglich. Das hier waren nichts als Kinder, die in Erwachsenenklamotten herumspielten und darauf warteten, dass man ihnen sagte, was sie als nächstes tun sollten. Singen? Wie sollte das bitteschön die Welt retten? Sie hätten genauso gut Kumbaya singen können. Ich seufzte. Allerdings existierte der Orden seit Jahrtausenden und soweit ich mich mit der Geschichte Aleras auskannte, war Mutter die einzige Königin, die ‘Probleme’ bekommen hatte.
Als Crayden durch eine kleine Hintertür den Raum verließ, folgte ich ihm. Ich hielt mich an den Rändern und folgte ihm wie ein Schatten. Adrenalin schoss durch meinen Körper und dank der frischen Energie, die ich wie ein Vampir letzte Nacht aus Nix herausgesaugt hatte, fühlte ich mich besser als seit Tagen. Ich hatte ihn zwar nicht wirklich ausgesaugt, aber ich stellte mir jetzt vor, was ich an ihm so alles saugen könnte. Ich fühlte mich gut. Wie neu aufgetankt. Besser als zu meiner Ankunft auf diesem Planeten.
Langsam aber kehrte der Hunger zurück. Ich konnte es in meinem Steißbein fühlen. Ein Unbehagen, das erst zu einem Brennen anwuchs, dann zu einem stechenden Schmerz. Der Druck hinter meinen Augäpfeln würde so stark ansteigen, bis das Sehen wehtat. Mein Schädel würde hämmern. Meine Haut würde schmerzen, siechen. Mein Kitzler würde vor lauter Verlangen zu pochen anfangen, aber es würde keine Linderung geben. Oh, ich hatte es mit meiner Hand versucht und obwohl ich gekommen war, hatte es mich kein bisschen befriedigt. Es hatte es nur noch schlimmer gemacht. Und jetzt, nachdem ich erfahren hatte, was alles möglich war, fing ich an mich nach gewissen Berührungen, einer gewissen Hitze zu sehnen. Verdammt, alles drehte sich nur noch um ihn.
Ich fühlte mich seltsam, wie ein Alien. Zum ersten Mal in meinem Leben musste ich mich damit auseinandersetzen, dass ich nicht ganz menschlich war, und das allein schon war ein ziemlicher Trip. Ich stammte nur halb von der Erde. Eine verdammt gute Hälfte, aber immer noch nur eine Hälfte. Und auch wenn ich mir mein ganzes Leben lang von meiner Mutter anhören musste, dass ich kein normaler ‘Erdling’ war, war diese endgültige Erkenntnis nochmal etwas ganz anderes.
Meine Gluthitze war noch nicht mit mir fertig. Und nach den unglaublichen, von einem Mann herbeigeführten Orgasmen letzte Nacht und der anschließenden Erleichterung wollte ich nicht noch einmal durchmachen, was ich vor Nixs Auftauchen ertragen hatte. Ich konnte zu Plan A zurückkehren, nämlich einen Gigolo im Palast aufsuchen, aber die Vorstellung ließ mich zusammenzucken. Nee. Kein fremder Schwanz würde auch nur in meine Nähe kommen.
Nix war in gewisser Weise aber auch ein Fremder gewesen und sein Schwanz war mehr als nahe an mich herangekommen. Er war in mir drin gewesen. So tief, dass ich nicht mehr sagen konnte, wo ich aufhörte und er anfing. Aber meine Muschi schien sich nicht für technische Details zu interessieren. Der Rest von mir ebenso wenig. Schade. Bis wir Mutter wieder hatten, würde es keine versauten Schäferstündchen geben, auch wenn ich Nix eine Woche lang in mir drin behalten könnte. Erst die Arbeit, dann das sexy Vergnügen.
“Reiß dich zusammen, Prinzesschen!” Ich tadelte mich in Gedanken und folgte Crayden durch die Tür in einen sehr dunklen, sehr stillen Tunnel, den ich nie zuvor betreten hatte. Es war kühl, alle Oberflächen—Boden, Wände, Decke—bestanden aus einem glatten, rosa und grau melierten Gestein. Ich hatte das Gefühl mich untertage zu befinden, aber ich wusste, dass das nicht der Fall war. Dennoch fragte ich mich, wie dick die Steinschicht über der gewölbten Decke wohl sein musste, um diese eindringliche Stille zu erschaffen, die ich auf der Erde nur in unterirdischen Gefilden erfahren hatte.
Sobald sich die Tür hinter mir zugeschoben hatte, schloss ich die Augen, um mit meinem neuen Fledermausgehör zu lauschen. Ich wusste nicht genau, was die Zitadelle mit meinen Schwestern angestellt hatte, aber Mutter hatte uns von den royalen ‘Gaben’ erzählt. Wie Dinge zu sehen, die sonst niemand sehen konnte. Schnelligkeit. Verstandeskraft. Kampfkünste. Übersinnliche Kräfte, die uns von der normalen Bevölkerung unterscheiden würden. Nichts zu Ausgefallenes allerdings. Ihr zufolge waren wir keine Wonder Women oder irgendetwas in der Art, nur … etwas besser gewappnet. Und ich musste zugeben, dass mir dieser übermächtige, vampirmäßige Gehörsinn wirklich sehr gelegen kam.
Ich setzte meine Gabe ein und konzentrierte mich, wie ich es in all den Meditationssitzungen geübt hatte. Ich war ziemlich gut darin geworden und war in der Lage, mich auf einen einzelnen Herzschlag im Raum zu konzentrieren und dann zum nächsten überzugehen. Ich konnte dem Herzschlag lauschen, während ich mitbekam, wie das Küchenpersonal eine Etage tiefer das Abendessen diskutierte. Das ganze Meditieren und Konzentrieren hatte wahre Wunder bewirkt und meistens konnte ich meinen Hörsinn jetzt ganz gezielt einsetzen, solange ich jedenfalls nicht am Ausflippen oder zu sehr in Eile war. Ich konzentrierte mich auf das, was ich brauchte und hörte den leisen Hall von Craydens Schritten, als er sich zu meiner Rechten stetig von mir entfernte.
Ich folgte den Schritten. Dann verlor ich ihn. Dann hörte ich ein gedämpftes Grunzen.
Ein Handgemenge? Ich wusste, wie sich ein Nahkampf anhörte. Wenn Fäuste zuschlugen. Wenn Tritte auf dem Rücken oder den Beinen des Gegners landeten.
Ich rannte los, rannte weiter und weiter. Crayden war verdammt schnell gewesen. Er war mir sehr viel weiter voraus, als ich dachte. Und mein Gehörsinn war sehr viel besser, als ich angenommen hätte.
Völlig außer Atem erreichte ich eine weitere Tür. Ich öffnete sie und musste blinzeln, weil das grelle Tageslicht meine Augen reizte. Der Tunnel führte zu einem weitläufigen Park innerhalb der Festung. Hohe Bäume, Gebüsch und Spazierpfade säumten die Anlage. Und dieser Park wurde ziemlich oft genutzt, er war ein Treffpunkt für Eingeweihte, wenn das Wetter nicht bitterkalt war. Nach dem Tunnel rieb ich mir wärmend die Arme. In der Stadt war es nicht kalt gewesen, hier oben in den Bergen aber war ich bereit für einen Sonnenurlaub auf Hawaii.
Eigenartigerweise sah ich hinter einem Gebüsch Dampf aufsteigen. Ich lief um das Gewächs herum und musste feststellen, dass es sich nicht um Dampf handelte … nicht genau jedenfalls. Crayden lag in einer Blutlache auf dem Boden ausgestreckt und die kalte Luft bewirkte, dass die Wärmeschwaden aus der körperwarmen Pfütze nach oben stiegen wie Nebel über einem Bach.
Ich zuckte zusammen und musste wegschauen. “Scheiße.” Er war tot. Der lange Schnitt in seiner Kehle hätte auch einen Löwen zur Strecke gebracht. Dennoch lief ich zu ihm herüber und kniete nieder. Das Blut sickerte durch meine Hose hindurch und beschmierte meine Handflächen, als ich nach einem Puls suchte. Ich musste mich vergewissern. Nichts. Er war nicht mehr zu retten.
Die ReGen-Stifte und Tanks hier draußen im Weltraum waren fantastisch, aber tot war tot. Und Crayden war mausetot. Kein Tank hätte seine durchtrennte Halsschlagader flicken können.
Ich schloss die Augen, um die Schritte des flüchtigen Täters aufzuspüren. Ich lauschte nach hastigen Atemzügen. Oder Gelächter. Irgendetwas. Ich benötigte nur ein Geräusch, eine Richtung, der ich folgen konnte. Egal was.
Dann ertönte in der Ferne ein Schrei. Dann noch einer. Das Getrampel von mindestens sechs Paar Füßen. Gebrüll.
Ich stand auf und war einige Momente lang wie gelähmt. Wut brodelte in mir auf. Sie hatten es ruiniert. Die Spur des flüchtigen Killers war im Radau untergegangen.
Haltet gefälligst die Klappe!
Aufgrund des panischen Geschreis dieser Vollidioten konnte ich nichts mehr hören. Der Mörder würde davonkommen.
Dann packte eine Hand meinen Oberarm. Eine große Hand. Mein Herz sprang mir in die Kehle. Ich wollte mich instinktiv umdrehen und ihn abwehren. Ich war entschlossen meinen Kopf auf den Schultern zu behalten. Der Instinkt war da, aber eine Bruchsekunde lang dachte ich, dass es sich um Nix handeln könnte.
Ich wandte den Kopf um und blickte in die Augen eines Wachmanns. Meine Hand huschte erleichtert an meine Brust.
“Alles in Ordnung?” Er blickte mich prüfend an, dann suchten seine Augen die Gegend ab, als ob der Killer sich immer noch hier aufhielt. “Hast du irgendetwas gesehen?”
Ich schüttelte den Kopf und streckte meine blutverschmierten Hände von mir. “Nein. Himmel, der arme Mann. Ich bin aus der Festung gekommen und habe ihn hier liegen gesehen.”
Der Wachmann blickte nach oben und dann um die Ecke des Gebäudes herum. “Ich hatte Patrouille. Du hast nichts Verdächtiges gesehen oder gehört?”
“Du etwa?” konterte ich.
Der Mann runzelte die Stirn und blickte auf mich herab wie auf ein kleines Kind. “Priester Crayden hat den Ausgang benutzt. Ich habe ihn rausgehen sehen. Nach der Morgenmeditation und der Predigt kommt er immer hierher, also habe ich mir nichts dabei gedacht.”
Er faselte in sein Sprechgerät und setzte seine Kollegen über den Mord in Kenntnis. Dann forderte er Verstärkung an, um die Gegend zu durchsuchen.
“Hast du gesehen, wie er ermordet wurde?” fragte ich nach, als er fertig war. Ich wischte mir die Hände an meiner Hose ab, wo das Blut eine feuchte Spur hinterließ.
Er schüttelte den Kopf. “Nein. Ich patrouilliere die obere Kanzel der Südecke. Ich habe ihn gesehen, und als ich zurückgekommen bin, bist du gerade rausgekommen und auf die Knie gegangen. Erst dann habe ich seinen Körper entdeckt. Wenn hier jemand den Mord mitangesehen hat, dann nur du.”
Er war nicht dabei zu sagen, dass ich es getan hatte. Sollte er mich verdächtigen, dann würde er nicht dumm rumstehen und mit mir schwatzen. “Hast du jemanden gesehen? Stimmen gehört? Einen Kampf?”
Das hatte ich, aber nichts Konkretes. “Vom Tunnel aus habe ich gedämpftes Gerangel gehört, wie ein Kampf, aber keine Stimmen. Dann bin ich gerannt, aber als ich den Ausgang erreicht habe, war er bereits tot und allein.”
Sein skeptischer Blick verriet mir unmissverständlich, dass er sich mit meiner Antwort nicht zufriedengab. Es reichte nicht, aber immerhin hatte ich noch keine Handschellen um. “Oberpriesterin Amandine wird sich bestimmt mit dir unterhalten wollen.”
Weitere Wachmänner tauchten auf und knieten um die Leiche herum.
“Genau wie der Rest ihrer Garden,” sprach er weiter. Als die anderen sich um den Körper kümmerten, fuhr er fort: “Komm mit mir.”
“Aber—“
“Ich hab’ gesagt komm. Jetzt sofort.” Etwas unsanft zerrte er mich von den Wachmännern und Craydens totem Körper fort. Die anfängliche Sorge in seinem Blick war jetzt blinder Wut gewichen. Ich konnte es ihm nicht verübeln. Ich war Crayden aus dem Gebäude gefolgt und sein Blut klebte an meinen Händen. Es sah nicht besonders gut für mich aus.
“Ich weiß von nichts,” wiederholte ich.
Er ignorierte meine Worte und schliff mich fort. Ich ballte meine blutroten Hände zu Fäusten und ging mit ihm mit. Ich hatte nichts zu verbergen.
Nun, so ganz stimmte das zwar nicht, aber bezüglich des Mordes hatte ich nichts zu verheimlichen.
Gott sei Dank hatte er selber gesehen, wie ich nach draußen getreten war. Andernfalls müsste ich Trinity benachrichtigen und sie um eine royale Intervention anflehen. Ich war nicht sicher, wie der Priesterorden mit kaltblütigen Mördern umsprang, aber wenn sie jemanden hinrichteten, nur weil er ohne Erlaubnis ins Büro der Oberpriesterin eindrang, dann wollte ich es bestimmt nicht mit eigenem Leib erfahren.
Und da der Priesterorden die Optimus-Einheit leitete, welche wiederum alle Rechtsangelegenheiten auf Alera regelte, wollte ich auf keinen Fall in eine Zelle gesperrt werden, ehe ich Mutter aus ihrer befreien konnte. Sie könnten mich vielleicht auch in den Zellenabschnitt C stecken, allerdings hatte ich nicht vorgehabt, auf diese Art und Weise dort reinzukommen.
Wer hatte Crayden auf dem Gewissen? Und warum? Weil er im Auftrag der Oberpriesterin Nachforschungen anstellte? Sie hatte ihm erst letzte Nacht den Auftrag erteilt. Das war ziemlich schnell, um die Dinge von Null auf Mord zu beschleunigen. Oder wusste er etwas und war deswegen eliminiert worden, genau wie all die anderen sehr öffentlichen Todesfälle? Lord und Lady Jax, Lord Wyse. War Crayden als Nächstes dran gewesen?
Wenn ja, dann war ich der Wahrheit vielleicht nähergekommen, als ich gedacht hatte.
Der Wachmann schliff mich hinter sich her, bis ich mich im selben Büro wie schon letzte Nacht wiederfand. Er drückte mich in den Stuhl gegenüber der älteren Dame und ich starrte auf das getrocknete Blut an meinen Händen. Crayden war tot. Ich war ziemlich sicher, dass er auf unserer Seite war, daher war die Sache echt faul. Oder etwa nicht? War er etwa eine Art Doppelagent, der mit den Strippenziehern zusammenarbeitete und gleichzeitig die Oberpriesterin Amandine umschmeichelte?
Gott, so viele Unklarheiten. Und null Antworten.
Der Mann informierte die Oberpriesterin. Als er ihr mitteilte, dass Crayden ermordet worden war, schürzte sie fassungslos die Lippen und ihre Wangen wurden ganz weiß, ansonsten entgegnete sie aber nichts darauf.
Als er fertig war, wandte sie sich mir zu. “Was hast du heute Morgen gemacht? Warum warst du im Tunnel der Oberpriester? Diese Bereiche sind nur für meine persönlichen Garden vorgesehen.”
Oh Scheiße. Die Älteste klang nicht amüsiert. Wenn sie wüsste, was ich mit Nix in der Ecke hinter mir und im Nebenzimmer angestellt hatte, dann würde sie total ausflippen.
Ich schlug meine Beine übereinander, blickte auf und versuchte nicht zu erröten, als mich die Erinnerungen überfluteten, Erinnerungen an Nixs harten Schwanz, meine Orgasmen und den heißen Sex, den ich ihm vor ein paar Stunden in diesem Raum abverlangt hatte. Der alten Frau in die Augen zu blicken war wie der Versuch ein ultra-weises Großmütterchen zu belügen—oder zumindest stellte ich es mir so vor.
Allerdings war ich eine Prinzessin. Und jetzt, dank genau dieser mitternächtlichen Eskapade und nachdem ich zufällig ihr Gespräch mit Crayden mitbekommen hatte, war ich sicher, dass diese Frau auf der Seite meiner Mutter stand. Sie war Königin Celene gegenüber loyal. Was bedeutete, dass sie auch meinen Schwestern gegenüber loyal war.
Und mir.
Wir brauchten Verbündete. Und ich hatte das Gesinge und Gebete und Herumgeschleiche dermaßen satt. Das war wirklich nicht mein Stil. Ich war eher der Typ, der zugriff und es krachen ließ.
“Junge Dame, du wirst mir jetzt antworten.”
Na klar. Sie hörte sich an wie eine total angepisste Obermutti. Würde sie alle drei meiner Namen kennen, dann würde sie mich jetzt bestimmt mit jeder einzelnen Silbe beschimpfen.
“Bitte sehr, aber einen Moment noch. Ich muss sichergehen, dass wir beide wirklich allein sind,” sprach ich.
“Mein Wachmann ist weggetreten. Ich versichere dir—”
Ich hielt meine Hand hoch und machte ihr mit erhobenem Zeigefinger ein Zeichen, damit sie einen Moment wartete, während ich langsam aufstand und die Wände des Innenbüros abschritt. Ich lauschte.
“Was machst du da?” fragte sie.
“Ich prüfe nach. Bitte, machen sie keinen Krach. Nur einen Moment lang. Mir ist klar, dass Sie keine Garden in der Nähe haben. Was nebenbei gesagt ziemlich dumm von Ihnen ist.” Die Aleranische Sprache rollte mir von der Zunge, seit ich denken konnte. Aber ich konnte sehen, wie sie angesichts dieser indirekten Drohung die Augen zusammenkniff.
“Kleines, ich mag zwar hilflos wirken, aber ich bin alles andere als das,” meckerte sie.
Darauf musste ich grinsen. “Genau wie ich.”
Wohl aus reiner Neugierde sah sie zu, wie ich meinen Rundgang durch ihr Büro fortsetzte. Die umliegenden Räumlichkeiten machten mir weniger Sorgen, schließlich hatten sie und Crayden sehr leise geredet. Nein, wenn irgendjemand hier ein Abhörgerät platziert hatte, dann musste es sich in der Nähe ihres Schreibtischs befinden. So nah wie möglich an ihr dran.
Als ich den Raum abgeschritten hatte, bat ich sie aufzustehen. Genervt und im Schneckentempo kam sie hinter ihrem Schreibtisch hervor.
Da war es. Ein Summen, so leise, dass nur eine sandkorngroße Biene es hätte hervorbringen können. Aber ich konnte es hören. Krass. Ich konnte alles hören. Und je mehr ich mein Gehör einsetzte, desto besser konnte ich filtern, was davon in meinem Kopf ankam und was nicht.
Ich schob meinen Fingernagel unter etwas, das wie eine natürliche Windung auf der holzähnlichen Oberfläche aussah und hob ein Blättchen vom unteren Rand ihrer Schreibtischplatte auf, in der Mitte zwischen ihrem Stuhl und der Ecke des Schreibtischs. Ich begann, den Klebstoff von der Hinterseite des kleinen Senders abzuziehen, aber ihre schrumpelige Hand umfasste meine Finger und als ich aufblickte, schüttelte sie nur den Kopf.
“Zu klein.”
Ich hielt ihr das winzige Gerät vor die Nase und legte gleichzeitig den Finger auf die Lippen.
Sie nickte und deutete auf eine Stelle auf ihrem Schreibtisch und ich legte es behutsam dort ab. Äußerst behutsam, sollte irgendwer gerade mithören. Dann trat ich zurück und setzte mich wieder auf den Stuhl vor ihrem Schreibtisch. Ich sprach mit normaler Stimme weiter. “Ich war nur neugierig über die Tunnel, werte Älteste. Ich bin neu hier. Tut mir leid. Ich wollte keinen Ärger machen.”
“Und doch hast du mitangesehen, wie Priester Crayden ermordet wurde.”
Ich schüttelte den Kopf. “Nein, habe ich nicht. Ich habe überhaupt nichts gesehen. Ich habe nur seine Leiche gefunden. Das ist alles. Sie können den Wachmann fragen, der mich hergebracht hat. Das war alles nur ein gewaltiges Missverständnis.”
“Sein Blut klebt an deinen Händen.”
“Ich musste nachschauen. Sie verstehen. Für den Fall, dass ich ihm noch hätte helfen können.” Ich blickte auf das getrocknete Blut an meinen Händen und auf meiner Kleidung. In diesem Moment machte ich ihr nichts vor. Der Schauer, der mich durchfuhr, war sehr real. Genau wie die Trauer in meinen Augen.
“Nachschauen nach was?”
“Ob er noch einen Puls hat. Ich habe ihn angefasst. Tut mir leid. Daher kommt das ganze Blut.”
“Ich verstehe.” Sie schwenkte herum und stand auf, dann machte sie mir ein Zeichen, dass ich ihr zur Tür folgen sollte. “Ich werde deine Schilderung mit dem Wachmann abklären. Für den Moment kannst du gehen.”
“Danke sehr. Mein Beileid. Vielen Dank.”
Sie machte absichtlich laut die Tür auf. “Du darfst die Festung nicht verlassen. Ich werde dich später eventuell erneut befragen müssen.”
“Natürlich nicht. Wohin sollte ich auch gehen?”
Darauf zog sie die Augenbraue hoch, dann aber winkte sie mich in den Flur hinaus und ich gehorchte. Zu meiner Überraschung folgte sie mir und knallte lautstark die Tür hinter sich zu. “Sind hier draußen noch mehr Sender versteckt?” fragte sie leise.
Ich schloss die Augen und lauschte. Nichts. Keine Wachen. Kein Gesumme. Nichts. “Ich höre keine.”
“Gut.” Sie verschränkte die Arme vor der Brust und musterte mich von oben bis unten, als ob sie mich noch nie gesehen hätte. Sie war einfach zu clever. Sie erinnerte mich an Trinity. “Du bist also die dritte Prinzessin.”
Ich schnappte nach Luft. Woher zum Teufel wusste sie das? “Ich bin niemand. Nur eine Novizin.”
Die alte Frau verdrehte tatsächlich die Augen. “Richtig. Du bist seit weniger als zwei Wochen hier und bist genau einen Tag, nachdem drei mysteriöse Frauen in der Zitadelle verschwunden sind in meiner Festung aufgetaucht. Über deine Vergangenheit gibt es keinerlei Daten. Keinen Geburtseintrag. Nichts. Und du kannst das mikroskopische Signal eines Abhörsenders hören, was bedeutet, dass die Zitadelle dir und deinen Schwestern bereits ihre Gaben verliehen hat.”
“Was?” Niemand wusste über die Gaben Bescheid. Jedenfalls niemand außerhalb der royalen Blutlinie. So hatte Mutter es uns immer berichtet. Außenstehenden davon zu erzählen war zu gefährlich. Wie konnte es also sein?
“Keine Sorge. Ich bin Königin Celene, also deiner Mutter treu. Ich habe fast dreißig Jahre lang ihren Thron verteidigt und auf diesen Tag gewartet.”
“Woher wussten Sie, dass sie nicht längst tot war?” fragte ich, dann seufzte ich. Blöde Frage. Ich kannte die Antwort bereits. Wie der Rest von Alera.
“Der Turm. Er ist nie erloschen.”
“Aber ja. Verzeihung, das hatte ich vergessen.” Ich hob meine Hand und wollte mir übers Gesicht fahren, dann aber sah ich das ganze Blut und ließ es bleiben. Ich atmete tief durch. Verbündete. Wir brauchten Verbündete. “Na schön. Sehen sie, ich weiß, dass Sie der Krone gegenüber loyal sind. Und ich weiß, dass sie Crayden damit beauftragt haben herauszufinden, wer der geheimnisvolle Insasse im Zellenabschnitt C der Optimus-Einheit ist.”
Jetzt war sie mit Stirnrunzeln dran. Ha!
“Woher weißt du das? Es sei denn, du warst diejenige, die das Abhörgerät in meinem Büro versteckt hat.”
“Nein. Ich war … also—” Ich errötete. Diesmal unweigerlich. “—letzte Nacht bin ich in ihr Büro eingebrochen, um nach Hinweisen zu suchen. Ich habe ihr Gespräch mitgehört.”
“Unmöglich.”
Ich zuckte die Achseln. “Nicht wirklich. Vor dem Fenster haben sie echt kräftige Reben. Ich würde ihnen dringend empfehlen die Dinger zu trimmen.”
Sie musterte mich eindringlich und schürzte die Lippen. “Ich verstehe. Was hast du noch mitgehört?”
“Genug, um zu wissen, dass Sie nicht gegen meine Familie arbeiten. Oder ein Feind meiner Familie sind.”
“Also bist du tatsächlich die dritte Prinzessin?”
Ich nickte. “Ja. Mein Name ist Destiny. Faith ist meine Zwillingsschwester, Trinity ist unsere große Schwester und als einzige waschechte Aleranerin.” Ich reichte ihr die Hand, wie es auf der Erde üblich war und sie lächelte freundlich und nahm sie, getrocknetes Blut hin oder her. Anstatt mir die Hand zu schütteln, drückte sie einfach nur zu, aber es war nicht unangenehm oder so.
“Es ist mir eine Ehre und ein Vergnügen, Eure Hoheit. Jetzt sag mir, warum du dich hier versteckst und wie ich dir helfen kann.”
“Das weiß ich noch nicht genau. Mein Beileid wegen Crayden. Ich denke, als Erstes sollten wir herausfinden, wer die Wanze in Ihrem Büro angebracht hat.”
“Einverstanden. Meine Leute werden das Ding unter die Lupe nehmen.”
Das ging in Ordnung. Ich hätte es sowieso nicht herausbekommen können und da sie nicht allzu überrascht zu sein schien, dass ihr Büro abgehört wurde, war es offensichtlich nicht das erste Mal.
“Und ich werde deine Identität geheim halten. Nur so wirst du innerhalb der Festung sicher sein.”
“Danke. Ich werde Trinity kontaktieren und sie auf den neuesten Stand bringen. Sobald wir wissen, wer die Wanze angebracht hat, können wir einen Plan ausarbeiten. Irgendjemand hat unsere Mutter gekidnappt und die Spuren führen zu den Priestern und zur Optimus-Einheit. Ich glaube, bei erwähntem Häftling handelt es sich um die Königin.”
Darauf machte sie große Augen. Die Königin siebenundzwanzig Jahre lang zu vermissen war eine Sache, dass sie sich jetzt an einem spezifischen Ort befand und gerettet werden konnte, war eine andere. “Hast du Beweise dafür?”
“Nein. Nur mein Bauchgefühl.”
Sie lächelte. “Mein Gefühl sagt mir dasselbe.” Sie schmunzelte, als ob das reiner Spaß für sie war und keine Frage von Leben oder Tod.
“Die Sache ist ernst.”
“Aber natürlich. Für Leute mit viel Macht und Verantwortung ist das Leben immer voller Ernst. Aber das bedeutet nicht, dass du nicht von Zeit zu Zeit auch das Leben genießen kannst, selbst nach dem, was Crayden zugestoßen ist. Das Leben ist zu kurz, um nicht hin und wieder auch zu lachen. Du bist jung, aber du wirst lernen. Besser, wenn du dem Leben auch Gelächter, Freude und Liebe abgewinnst. Du musst dir dein Glück stehlen. Wenn nicht, dann wirst du es nie bekommen.”
Wie war aus dieser coolen Agentenmission nur eine Predigt geworden? Bloß nicht. Dank Nix und Trinity hatte ich bereits mehr als genug davon gehört.
“Ich werde meine Schwester kontaktieren. Wenn Sie erlauben, würde ich mich morgen früh wieder mit Ihnen hier treffen.”
Sie nickte, dann tätschelte sie sogar meinen Arm. “Geh. Mach dich erstmal sauber. Ich werde so viel wie möglich in Erfahrung bringen, während du dich erholst.”
“Danke.” Ich wollte zwar nicht rennen, plötzlich aber hatte ich es mehr als eilig in mein Zimmer zurückzukommen. Das Blut war einfach nur ekelerregend. Die Szene in meinem Kopf war verstörend. Und jetzt, als die mächtigste Frau im gesamten Priesterorden auf unserer Seite war, fühlte ich mich ausreichend sicher, um auszuspannen und eine Stunde lang unter der Dusche zu verschwinden. Und diesen Leichengeruch loszuwerden.
5

Destiny
In meinem Quartier angekommen zog ich ein gestohlenes Kommunikationsgerät aus dem Versteck hervor und rief meine Schwester an. Meine herrische Schwester. Ich hatte das Gerät seit meiner Ankunft hier, aber es war das erste Mal, dass ich einen Anruf initiierte. Einmal hatte sie mich über meine NPU kontaktiert, jenes Implantat, das zum Übersetzen völlig überflüssig war, schließlich hatte Mutter uns allen dreien Aleranisch beigebracht und wir sprachen es fließend, aber die Verbindung hatte sich als praktisch erwiesen und gab mir eine gewisse Sicherheit. Das Ding war auch nützlich gewesen, als Aufseherin Egara auf der Erde damals mit diesem gigantischen Prillonen auf dem Bildschirm geredet hatte. Die Aufseherin sollte also recht behalten, als sie uns alle drei mit der gigantischen Nadel malträtiert hatte. Trinitys und Faiths Stimme zu hören war so verdammt schön gewesen.
Trinity antwortete sofort, aber ihr besorgter Gesichtsausdruck war etwas lästig. Ich liebte sie, aber sie war viel zu überfürsorglich. Genau wie ein gewisser jemand, den ich kürzlich kennengelernt und gleich wieder abserviert hatte. “Destiny, geht es dir gut? Warum rufst du an? Was ist los?”
Ich zuckte die Achseln. “Ach weißt du, nur ein kleiner Mord hier und da.”
“Ist das dein Blut?” Fast hätte sie angefangen zu schreien, das konnte ich an ihren Augen und ihren verspannten Schultern sehen.
Ich hatte nichts dagegen, wenn sie sich aufregte, schließlich war das als große Schwester ihre Aufgabe, aber nicht so. “Nein. Ist es nicht.”
Sie sackte zusammen und legte eine Hand an ihre Brust. “Gott sei Dank. Jetzt sag mir, was zum Teufel bei dir los ist?”
“Letzte Nacht bin ich ins Büro der Oberpriesterin eingestiegen.”
“Und deswegen bist du voller Blut?”
Ich zuckte erneut die Achseln. “Nicht genau.” Ich erklärte ihr, was ich alles mitbekommen hatte, dabei erwähnte ich allerdings nicht, dass ich zu diesem Zeitpunkt auf Nixs Schwanz aufgespießt war.
“Gott, der arme Mann,” entgegnete sie und senkte den Blick. “Glaubst du, dass er sterben musste, weil er sich nach Mutter umhören sollte? Weil diese … Triade nach Antworten verlangt?”
Ich starrte ins Leere, denn … ich stand leicht unter Schock. Ich wollte kein Weichei sein, aber Craydens fast abgetrennten Kopf zu erblicken war selbst für mich ein bisschen zu viel gewesen. Ich war hart im Nehmen, aber eine blutige Enthauptung brachte auch mich an meine Grenzen.
“Verstehe, tut mir leid. Natürlich haben sie ihn deswegen umgebracht. Also werden wir uns diese drei Priester genauer anschauen … Marna, Forge und Severil?”
“Priesterin Amandine sagte, dass sie Antworten erwarten, nicht dass es sich bei ihnen um die Strippenzieher handelt. Sie haben einfach nur einen höheren Rang inne oder so,” erwiderte ich. “Nix kann sie überprüfen.”
Sie lachte. “Ja, richtig. Du hast ihn zwar abserviert, aber er treibt sich bestimmt weiter in deiner Nähe rum.”
Seit letzter Nacht hatte ich nichts mehr von ihm gehört, aber ich wollte ihn. Jetzt sofort. Ich wollte seinen imposanten, heißen Körper spüren und er sollte zupacken und mich alles andere vergessen lassen. Ich wollte seinen Kuss. Seinen Schwanz. Meine Muschi zog sich bei der Erinnerung an ihn bereits zusammen. Bestimmt hatte ich bereits einen großen, nassen Fleck in der Hose. Wie oft waren wir beide gestern Nacht gekommen? Dreimal?
Und nun? Weder sein Duft, noch sein Samen klebte länger an mir dran. Heute Morgen hatte ich alles abgewaschen. Jetzt war ich voller Tod und Schmerz und ungeklärter Fragen. Voller Blut.
Oberpriesterin Amandine war jetzt meine Verbündete. Sie würde ihren Teil erledigen, während ich meinen tat, also mich mit Trinity beraten.
Ich brauchte echt eine weitere Dusche, aber erstmal musste ich ihr erklären, was zum Teufel los war. Nachdem Crayden beauftragt worden war, sich Mutters Entführung anzuschauen, hatte er keine zwölf Stunden überlebt. Was bedeutete, dass, wer auch immer ihn ermordet hatte, Leute mit Insiderwissen hatte. Leute, die wussten, wo sie steckte. Die vielleicht auch wussten, wer ich war und wo ich mich aufhielt, erst recht, nachdem ich so lange mit Oberpriesterin Amandine gesprochen hatte. Irgendein Mistkerl könnte mir in genau diesem Moment bereits auflauern und auf eine Gelegenheit warten, auch mir die Kehle aufzuschlitzen.
Nicht sicher, warum ich von einem männlichen Killer ausging. Die Gewaltbereitschaft und Körperkraft aber, ja die blanke Wut, um jemanden so tief den Hals aufzuschlitzen? Mein Gefühl sagte mir einfach, dass es ein Mann gewesen sein musste. Ein angepisster, rachsüchtiger, hasserfüllter Mann.
“Destiny?” Trinity riss mich aus meinen Gedanken.
“Mir geht’s gut,” entgegnete ich.
“Du siehst aber nicht so aus.”
“Wenn Nix keine Zeit hat, dann soll sich jemand anderes die Sache anschauen. Ich kann von hier aus weiterforschen. Oberpriesterin Amandine ist jetzt auf meiner Seite, allerdings hat sich die Lage hier von heute auf morgen von friedlicher Meditation zu blutigem Mord zugespitzt.”
So wie sie die Lippen spitzte, war Trinity nicht sehr erfreut darüber.
“Hast du den Neandertaler gesehen?” fragte ich und bereute es sogleich. Warum musste ich nach allem was passiert war ausgerechnet nach Nix fragen? Echt jetzt? Ich war erbärmlich.
“Du weißt, dass ich ihn nicht gesehen habe,” entgegnete sie und verdrehte dabei die Augen. “Du meintest du wärest in Gefahr. Also hat der Neandertaler beschlossen dich zu suchen.” Das war meine große Schwester. Sie war gnadenlos und sie nahm kein Blatt vor den Mund. Verfluchte Juristen. Sie und unser Vater. Keinem von beiden konnte ich bei einer Meinungsverschiedenheit die Stirn bieten. “Und was hast du mit deinen Haaren gemacht?”
Ich befühlte meine Mähne. Ich hatte ganz vergessen, dass ich sie mir schwarz gefärbt hatte, ehe ich zu den Priestern gegangen war. “Ich musste sie färben. Eine Frau mit lila Haaren wäre hier leider ganz schön aufgefallen.” Seit unserer Ankunft auf Alera hatte ich überhaupt niemanden mit gefärbten Haaren gesehen. Lila? Undenkbar. Schwarz? So öde. Ich hasste ödes Haar.
“Trin, vergiss meine Haare. Das ist jetzt total unwichtig. Tut mir leid, dass ich dich erschreckt habe, aber mir geht’s gut. Ich wollte dich nur warnen … und dein potthässliches Gesicht sehen.”
“Ha ha,” sprach sie und winkte mir mit dem Finger zu.
“Was Nix angeht, ich hab’s nicht nötig, dass er hier wie ein überfürsorglicher Höhlenmensch rumlungert. Er wird mir nur wieder in die Quere kommen.”
Oder mich ausziehen und mich auf seinen Schwanz setzen. Das wäre wohl ein noch riskanteres Problem.
“Wie ist er dir in die Quere gekommen?” fragte Trinity verschlagen. Ihr Grinsen enthielt bereits die Antwort, die ich ihr nicht geben würde.
“Er ist mir gefolgt, dann hat er mich bedrängt,” erklärte ich seelenruhig und erzählte kein Wort von dem, was geschehen war, nachdem er durchs Fenster gestiegen war. Verdammt, ich verschwieg sogar das und auf welche Art genau er mich bedrängt hatte. “Und jetzt ist er weg. Lass ihn nicht hierher zurückkommen. Tu mir das nicht noch einmal an.”
“Wie, weg? Hat er dich einfach in Ruhe gelassen?” fragte sie überrascht. “Ist er tot?”
“Tot?” Ich lachte. “Aber nein.” Ich schüttelte den Kopf. “So schlimm bin ich nun auch nicht.”
“Destiny Jones, was hast du Nix angetan?”
Sie kannte mich einfach zu gut.
“Gar nichts. Ich habe ihm überhaupt nichts angetan.” Außer, dass ich ihm das Hirn rausgevögelt hatte. “Ich habe ihn nur im Verwaltungsgebäude zurückgelassen. Ich bin sicher, dass es ihm gut geht.”
“Gut? Glaubst du, dass er sich gerne hat von dir abservieren lassen? Er gehört zur Garde der Königin. Du hast eben einem Stier ein rotes Tuch hingehalten.”
Stier, das passte. Sein Schwanz und seine Eier waren enorm gewesen und sein Samen war regelrecht aus mir herausgequollen. Beim Gedanken daran musste ich mich bereits winden. Ich musste das Thema wechseln. Nix war nicht mein Problem. “Egal.”
Dann ging meine eigentlich verschlossene Zimmertür auf und Nix trat herein, er machte die Tür zu—und schloss sie wieder ab. “Ja. Ich will alles über diesen Stier erfahren.”
Mir klappte die Kinnlade runter und ich klemmte die Hände zwischen meine Schenkel, um das Blut zu verstecken.
Ich hatte ihn nur im Dunkeln gesehen. In Hitze. In meinem Zimmer aber, als er plötzlich mit loderndem Blick vor mir stand und das Licht seine hohen Wangenknochen und seinen schnittigen Kiefer betonte, kippte meine Stimmung binnen zwei Sekunden von unruhig auf geil. Scheiße. Mein Körper schrillte, als ob ich jahrelang keusch gewesen wäre und nicht erst letzte Nacht bedient worden war. Als ob ich verrecken würde, sollte ich nicht mehr bekommen. Und zwar jetzt gleich.
“Was machst du hier?” fragte ich ihn.
Er verschränkte die Arme vor seiner gewaltigen Brust. “Eine verschlossene Tür wird mich nicht aufhalten, Prinzessin.” Es war eine Aussage, aber auch eine Warnung. Er würde sich nicht von seiner Mission abhalten lassen. Ich blickte kurz auf seine Hose und sah die dicke—nein, riesige—Beule dort.
“Destiny?” Trinitys Stimme brach den hypnotischen Bann und ich riss mich von ihm los und blickte stattdessen wieder auf den kleinen Bildschirm, von wo aus meine Schwester mich wie eine besorgte Glucke beäugte.
“Siehst du, er ist nicht tot,” verkündete ich und schwang den Bildschirm Richtung Nix, damit Trinity ihn sehen konnte.
Er verneigte sich tief. “Prinzessin Trinity,” sprach er in mein Kommunikationsgerät. “Ich bin hier und deine Schwester ist sicher.”
“Oh, Gott sei Dank,” rief sie. “Danke, Nix. Pass auf, dass sie nichts gefährliches anstellt.”
Jetzt hörte sie sich nicht mehr wie meine Schwester an, sondern wie meine Mutter.
Bei dem Befehl musste er grinsen, sein Lächeln war diabolisch und ich wusste, dass ich am Arsch war. Er würde mir nämlich nicht mehr gehorchen. Er musste sich nur auf ihren Rang berufen. Trinity hatte ihm einen Befehl erteilt. Die zukünftige Königin. Ich befand mich in Sachen Thronfolge zwei Plätze weiter unten und soeben hatte sie mich auf einem Silbertablett an ihn ausgeliefert.
Ich drehte den Bildschirm um und warf ihr einen finsteren Blick zu. “Nimm das zurück, Trin. Sofort.”
“Nö. Er wird dich beschützen. Du warst diejenige, die uns per Klopfzeichen zu verstehen gegeben hat, dass du in Gefahr bist. Wo wir schon dabei sind, warum habe ich nie etwas über diesen geheimen Zwillingscode erfahren? Das ist total unfair.”
“Echt jetzt, Trin? Darüber beschwerst du dich jetzt? Wir waren Kinder.”
“Na schön. Aber du wirst nicht länger allein dort rumschleichen.” Sie schüttelte den Kopf. “Leo wird deinem Hinweis nachgehen, zusammen mit der Königinnengarde.”
“Ich kann mich selbst darum kümmern,” wandte ich ein. Leo und die Königinnengarde? Sie würden zu sehr auffallen. Ein einziger Verdacht, dass wir ihnen auf der Spur waren und sie würden Mutter woanders hinschaffen. Ich würde mich selbst darum kümmern.
Nix regte sich und kam einen Schritt näher. Ich wollte ihm weiter böse sein, aber dann ging er vor mir auf die Knie. Auf die Knie. Als ob ich wichtig war. Gott, er war gefährlich. “Sag’s ihr, Destiny, oder ich werde es ihr sagen. Ich habe das Gespräch auch mitgehört.”
Er hatte recht. Zum Glück erwähnte er nicht noch jenes Teil, das zu diesem Zeitpunkt tief in mir vergraben gewesen war.
Dann schnappte er sich meine Handgelenke und hielt sie hoch. “Bist du verletzt? Warum zum Teufel bist du voller Blut?” Seine Augen suchten mich ab, als ob er eine spritzende Arterie erwartete.
“Das ist nicht mein Blut. Es ist von dem Typen. Crayden.”
Seine dunklen Brauen flogen nach oben. “Der Typ im Büro letzte Nacht?”
Ich nickte.
“Sprich,” befahl er.
“Na schön.” Ich seufzte. “Nix, Oberpriesterin Amandine hat, wie du letzte Nacht gehört hast, nichts damit zu tun.” Ich wandte mich wieder Trinity zu. “Sie ist wütend, weil man es auf dich und Faith abgesehen hatte. Sie hat Crayden beauftragt, den Zellenabschnitt C der Optimus-Einheit zu prüfen. Und der ist jetzt tot, seine Mission war also eine Sackgasse. Ich weiß nicht, wo dieses Gefängnis ist, aber die Infos sind ziemlich spezifisch. Sie sagte, dass sie dort einen nicht genehmigten Häftling festhalten. Einen hochrangigen, streng geheimen Häftling und sie hat jemanden beauftragt, um herauszufinden, was es damit auf sich hat. Sie ist auf unserer Seite.”
Trinity atmete tief ein. “Von diesem Ort habe ich bereits gehört. Wyse wollte Faith dorthin bringen. Glaubst du, dass es sich um Mutter handeln könnte?”
“Das Blut des Mannes klebt jetzt an mir dran. Ich denke, das ist ziemlich sicher. Oberpriesterin Amandine denkt genauso.”
“Scheiße.”
“Das hab’ ich mir auch gesagt.”
“Komm zurück zum Palast,” befahl sie. “Sofort. Leo und sein Vater werden sich darum kümmern. Mach, dass du da wegkommst.”
“Das sehe ich anders, Trin,” entgegnete ich. “Jemand hat Crayden umgebracht. Irgendjemand hier wusste, dass er Fragen stellen würde. Unsere Feinde sind hier und ich werde sie finden. Morgen früh treffe ich mich wieder mit Oberpriesterin Amandine.” Es war seltsam mit ihr zu sprechen, während Nix vor mir kniete und mich wie ein Kunstwerk bewunderte. Wie eine faszinierende, sexy Göttin. Noch nie hatte ein Typ mich so angesehen. Nie. Ich räusperte mich und riss meinen Blick von ihm los. “Wenn Mutter nicht in dieser Zelle sitzt, dann wette ich, dass es jemand ist, der über ihr Verschwinden Bescheid weiß.” Mein Bauchgefühl sagte mir, dass Mutter dort festsaß. Ich wusste es. Aber ich wollte Trinity nicht allzu viele Hoffnungen machen. Oder mir. Und sich nicht in Spekulationen zu verlieren, machte es irgendwie einfacher, die Sache voranzutreiben.
“Einverstanden, ich werde der Sache nachgehen,” entgegnete sie.
“Nein.”
“Du kannst mich nicht davon abhalten, genauso wenig wie ich dich aufhalten kann.”
Ich musste grinsen. “Klingt ganz wie zu alten Zeiten.”
Trinity lachte. “Komm schon. Komm in den Palast. Du hast selbst gesagt, dass Oberpriesterin Amandine nichts mit dem ganzen zu tun hat. Du solltest nach Hause kommen. Es zu gefährlich für dich da draußen.”
“Nein, ist es nicht. Alles bestens. Und da Crayden jetzt tot ist, muss ihr jemand den Rücken freihalten.”
“Und wer wird dir den Rücken freihalten?” wandte sie ein.
“Ich natürlich,” antwortete Nix.
Ich beäugte ihn; mir war klar, dass ich nicht mehr so leicht von ihm davonkommen würde. Der Glanz in seinen Augen und sein angespannter Kiefer gaben mir das Gefühl, dass ich keinen einzigen Atemzug mehr ohne ihn tun würde.
Ich hob meine blutverschmierte Hand. “Ich bin noch nicht fertig hier. Der Ort ist riesig, Trin. Es gibt mehr Akteure als nur die eine Oberpriesterin. Da sie auf unserer Seite ist, muss es jemand anderes sein, der hier faules Spiel treibt. Ich bin mittendrin und ich habe die Hilfe einer Ältesten. Ich habe mir sogar die verdammten Haare gefärbt,” erwiderte ich und beobachtete sie genau. Sie wusste, dass das ziemlich bedeutsam war. “Ich kann noch mehr herausfinden.”
Ich war zwar nicht sicher, wie ich das mit Nix hier fertigbringen sollte, aber erst musste ich Trinity beruhigen und mich von ihr verabschieden. Dann würde ich mich mit Nix befassen.
Sie seufzte und ich wusste, dass ich gewonnen hatte. Ich ignorierte den Höhlenmenschen, der vor mir kniete und zu mir aufblickte, als ob er nie eine solche Schönheit gesehen hatte. Er hob eine Hand an mein Haar und fuhr mit den Fingern durch meine dunklen Strähnen … als ob er noch nie Haare gesehen hatte. Ich wartete darauf, dass er meinen Nacken packte und mich erwürgte, weil ich mich davongestohlen hatte.
Was stimmte nicht mit diesem Typen? Warum hielt er mich für seine Partnerin? Ich meine, ich war so lala, guter Durchschnitt. Meine Augen waren zu eng beieinander und meine Nase hatte an der Spitze einen komischen Knubbel. Meine Lippen waren zu schmal und mein Busen war nicht der Rede wert. Wir waren zwar Zwillinge, aber Faith hatte in puncto Aussehen alle Vorzüge abbekommen. Warum zum Teufel schaute er mich so an?
Seine Hände glitten unter den Saum meiner langen Tunika und die Wärme seiner Hände durchdrang meine Hose. Er wanderte höher und höher, nicht langsam und auch nicht zu schnell, als ob er den Weg genoss, bis er mir in den Schritt fasste.
Er riss die Augen auf und sein Kiefer verkrampfte sich, denn er konnte spüren, wie feucht der Stoff dort unten war und was das bedeutete.
Ich stöhnte, denn seine Hand fühlte soooooo gut an.
“Trin, ich muss los.”
“Aber ich brauche—”
Ich schaltete Gerät aus und ließ es zu Boden fallen.
Oh ja, ich musste auch etwas erledigen, und zwar mit Nix.
Ich wollte ihn nicht hier haben. Dieser Sturkopf hatte offensichtlich nicht die geringste Absicht, mich mein Ding machen zu lassen. Und jetzt würde er mir auf der Pelle liegen, mit Trinitys Segen. Ich würde ihn unmöglich zur Vernunft bringen können. Und da er mich so schnell aufgespürt hatte, würde ich ihn wohl auch nicht mehr so leicht abschütteln können.
Im Moment aber war er dabei, mir die Hose auszuziehen und das war jetzt das einzig wichtige in der Welt. Zum Glück hatte er die Tür abgeschlossen.
“Du steckst in Schwierigkeiten, Liebes,” sprach er, während er mir die Stiefel auszog, um mir dann die Hose abzustreifen.
Ich packte den Saum meiner Tunika und zog sie mir über den Kopf. Das verdammte Ding störte nur.
“Du wirst Schwierigkeiten bekommen, wenn du in meinem Zimmer erwischt wirst,” konterte ich, als ich mir das Hemd auszog. Ich wollte nackt sein. Jetzt sofort. “Gott, das ist purer Wahnsinn. Ich brauche dich schon wieder.”
Nix stand auf und zog sich ebenfalls aus. Ein Kleidungsstück nach dem anderen, mit dem Selbstvertrauen eines Chippendale-Tänzers. Und was er da alles enthüllte. Zum Teufel, er stellte jeden dieser exotischen Tänzer in den Schatten. Muskeln über Muskeln. Breite Schultern, ein geripptes Sixpack, zwei üppige Bizeps, eine schmale Taille. Kräftige Oberschenkel und dieses köstliche V, das direkt zu seinem … Gott, das Ding hatte reingepasst?
Sein Schwanz war riesig und verlockend. Das war nicht die Regel, aber seiner hatte eine zartrosa Farbe, er war dick und pulsierte fast schon vor Verlangen. Seine Eichel war prall und geschmeidig und der Vorsaft sickerte ihm bereits aus dem Schlitz. Seine Eier hingen schwer nach unten, als ob er überhaupt nicht in mir abgespritzt hatte.
Pulsuz fraqment bitdi.