Kitabı oxu: «Mein Cyborg, der Rebell»

Şrift:

Mein Cyborg, der Rebell
Interstellare Bräute® Programm: Die Kolonie - 6
Grace Goodwin


Inhalt

Willkommensgeschenk!

Interstellare Bräute® Programm

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Epilog

Willkommensgeschenk!

Interstellare Bräute® Programm

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Über Die Autorin

Mein Cyborg, der Rebell Copyright © 2019 durch Grace Goodwin

Interstellar Brides® ist ein eingetragenes Markenzeichen

von KSA Publishing Consultants Inc.

Alle Rechte vorbehalten. Dieses Buch darf ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis des Autors weder ganz noch teilweise in jedweder Form und durch jedwede Mittel elektronisch, digital oder mechanisch reproduziert oder übermittelt werden, einschließlich durch Fotokopie, Aufzeichnung, Scannen oder über jegliche Form von Datenspeicherungs- und -abrufsystem.

Coverdesign: Copyright 2019 durch Grace Goodwin, Autor

Bildnachweis: Deposit Photos: doodko, Angela_Harburn

Anmerkung des Verlags:

Dieses Buch ist für volljährige Leser geschrieben. Das Buch kann eindeutige sexuelle Inhalte enthalten. In diesem Buch vorkommende sexuelle Aktivitäten sind reine Fantasien, geschrieben für erwachsene Leser, und die Aktivitäten oder Risiken, an denen die fiktiven Figuren im Rahmen der Geschichte teilnehmen, werden vom Autor und vom Verlag weder unterstützt noch ermutigt.

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1


Makarios Kronos von Rogue 5, Die Kolonie, Kampfarena

Außer sich vor Wut und Lust standen sich einige Krieger in der Kampfarena unter mir gegenüber. Neben mir auf der Tribüne saß Kampflord Bruan, holte hundert Credits aus seiner Tasche und warf das Geld einem großen Prillonen zu, der drei Reihen unter uns saß.

„Hey, Stone. Einhundert auf den Atlanen Tane.“

Die anderen nannten ihn Stone wegen seines ausdruckslosen Gesichts. Keine Emotionen irgendwelcher Art. Das konnte ich nachempfinden. Der Kerl war mehr Maschine als Mann, aber da hatte ich nichts zu urteilen. Ich war ein Monster, selbst im Vergleich zu ihm.

Stone nickte und tippte die Daten in ein Tablet in seiner Hand. Die Wetten liefen schon seit Stunden, seit dem Moment, als der Prillon-Krieger, der unten in der Arena rumbrüllte, seine erste Herausforderung ausgesprochen hatte. Sieben Krieger hatten sich seiner Herausforderung gestellt. Das Turnier würde bald beginnen. Acht Cyborgs würden kämpfen, bis einer übrigblieb. Aus acht würden vier werden. Aus vier zwei. Und die letzten beiden würden am Ende um den ultimativen Preis kämpfen.

Ein Kampf, wenn nötig bis zum Tod, und der Gewinner würde das Recht erhalten, eine Frau, Gwendolyn von der Erde, in Besitz zu nehmen. Sie war eine Schönheit. Eine Kriegerin. Ihr Körper war durchtrainiert und stark, und doch kurvenreich. Meine Finger zuckten jedes Mal, wenn sie an mir vorbeilief, mit einem Bedürfnis, sie zu berühren. Ihr Blick war unerbittlich, herausfordernd. Und dieser Herausforderung wollten sich viele der Krieger hier nur zu gerne stellen. Ähnlich wie Stone und ich zeigte sie kaum Emotionen. Nein, das stimmte nicht ganz. Sie zeigte Emotionen: Wut, Zorn, Abscheu. Eine Frau wie sie sollte doch lächeln, in ihren Augen sollte Glück strahlen. Ich würde mein rechtes Ei dafür geben, sie lachen zu hören. Verdammt, sie vor Lust schreien zu hören. Sie hatte wohl seit ihrer Ankunft hier keine Freuden erlebt—sexuell oder anderweitig—so wie so viele von uns. Sie war Soldatin gewesen, bevor der Hive sie gefangengenommen hatte. Bevor sie integriert worden war. Verändert.

Dunkles Haar fiel in Locken ihren Rücken hinunter. Es schimmerte im Licht und sah so weich aus. Ich stellte mir vor, wie ich eine Faust voll davon griff und sie am Fleck festhielt, während ich...

Scheiße. Nein. Ich stoppte den Gedanken, bevor mein Schwanz reagieren konnte. Das würde kein gutes Ende nehmen. Für keinen von uns beiden, selbst wenn ich es sein wollte, der ihr... Gefühle schenkte. Andere Gefühle als die, die im Bauch rumorten und brannten, bis nichts mehr übrig war.

Bruan versetzte mir einen kräftigen Schlag auf die Schulter und riss mich so aus meinen Gedanken. „Warum stehst du nicht in der Arena, mein Freund?“

„Nach dir“, entgegnete ich schlagfertig und hob die Hand, als wollte ich ihn in die Mitte des Kampfplatzes schicken, sodass auch er an die Reihe kam.

Die Atlanen hier hatten mich gewissermaßen adoptiert, aber selbst sie kannten mein Geheimnis nicht, kannten nicht die Wahrheit, warum ich mich nicht dort hinunterbegeben und diese acht Männer zu Brei schlagen würde. Mir nicht das holen, was ich so sehr begehrte, dass es mich im Bereich meines Herzens schmerzte—und definitiv in meinen Eiern—und nicht aufgehört hatte, seit meine Augen sie erstmals erblickt hatten. Gwen.

Aber die Wahrheit war nicht leicht zu verstehen. Der Grund, warum ich es nie wagen würde, mir selbst eine Gefährtin zu nehmen. Und es stimmte, dass die Welt meiner Vorfahren, Forsia, und Bruans Planet Atlan gewissermaßen als Cousins galten, die in benachbarten Bereichen des Weltalls kreisten, aber ich war nicht wirklich—oder nicht gänzlich—Forsianer. Nein, ich war auf Rogue 5 geboren worden und somit eine gnadenlose Mischung aus Hyperion-Biest und Forsia-Krieger. Ich sah vielleicht von der Größe her Bruan und anderen Atlanen ähnlich, aber da hörten die Ähnlichkeiten auch schon wieder auf. Meine Hyperion/Forsia-Herkunft war so selten, dass meine Art offiziell gar nicht existierte. Soweit ich wusste, gab es nur drei lebende Exemplare von uns. Allesamt männlich. Allesamt gefährtenlos. Allesamt dazu verdammt, einsam zu sterben. Niemals Kinder zu haben. Was ein Segen war. Ich würde meine Existenz keinem Feind wünschen, schon gar nicht einem Sohn.

Das letzte Halbblut-Monster von Rogue 5, das versucht hatte, sich eine Gefährtin zu nehmen, hatte sie während der offiziellen Besitznahme-Zeremonie versehentlich umgebracht. Das einzigartige Gift in unserem Biss war in ihren Blutkreislauf gedrungen, und sie war in seinen Armen gestorben, während sie sich nicht trennen konnten, weil sein Schwanz in ihr angewachsen war und sie ineinander verkeilt waren. Ihr Körper und ihr Blut, mit dem Gift infiziert, das für uns Mischlinge einzigartig war, hatten sich nicht schnell genug anpassen können. Sie war gestorben, und er war daran zerbrochen, zerfressen von Schuldgefühlen und Selbsthass.

Verzweiflung. Er hatte gewusst, dass die Möglichkeit bestand, sie versehentlich zu töten. Aber der Drang, sie zu beißen, in Besitz zu nehmen... sich vollständig zu paaren, war zu stark gewesen. Er war das Risiko eingegangen und hatte alles verloren.

Nein. Ich würde mir niemals eine Gefährtin nehmen. Niemals ein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln. Mich niemals eingliedern. Nicht auf Rogue 5 in meiner Legion, den Kronos. Nicht auf Forsia, wo ich nicht erwünscht war. Nicht hier auf der Kolonie, unter meinen ebenfalls im Exil lebenden Atlan-Cousinen. Ich war glücklicher alleine, auf meinem Handelsschiff, zwischen den Sternen herumreisend, wie ich es den Großteil meines Lebens getan hatte.

Bis der Verräter für meine Gefangennahme durch die Koalitionsflotte gesorgt hatte. In meiner Brust grollte die übliche Wut, und mehrere Köpfe drehten sich zu mir herum. Ein rascher, schneidender Blick reichte, dass sie sich wieder abwandten und die Augen wieder auf die Arena richteten.

Dieser verdammte Verräter. Wenn ich den erst fand...

Als wäre es nicht schlimm genug gewesen, der verdammten Koalition in die Hände zu fallen, hatten die auch noch beschissene Abwehr-Schilde gehabt und das gesamte verdammte Schiff war dem Hive in die Hände gefallen, während ich im Gefangenenquartier verrottete. Aber dem Hive war egal, wer an Bord war, ob Koalitionskrieger oder ein Rogue 5-Schmuggler wie ich. Wir waren alle biologisches Rohmaterial, das man foltern und verwandeln konnte, in ihren Krieg eingliedern. In hirnlose Drohnen verwandeln. Mit mir und ein paar anderen gelang ihnen das sogar beinahe. Verdammt, mit vielen war es ihnen gelungen. Wir hatten Glück und konnten entkommen. Das Glück, den Rest unseres Lebens hier auf der Kolonie verbringen zu dürfen, verwandelt. Teilweise integriert und im Exil lebend. Gefangen. In der Falle, auf der gleichen Kolonie-Basis lebend wie die einzige Frau, die ich je gewollt hatte, aber nicht haben konnte.

Bruan lachte, und das gutmütige Grollen in seiner Brust zerrte mich aus dem Dunkel meiner Gedanken. Seine massive Gestalt bebte vor Belustigung. „Sie sind Narren. Sie kämpfen um eine Menschenfrau, aber sie wissen nichts darüber, wie man ihr Herz erobert.“

„Und du weißt das?“, fragte ich.

Bruan, Tane und ich waren die einzigen Überlebenden von besagtem Koalitionsschiff. Drei von über zweihundert. Am Leben, aber verseucht. Unsere Folter und Flucht verbündete uns wie Brüder, auch wenn wir von verschiedenen Welten stammten. Auf der Kolonie glaubten alle, dass ich nichts weiter war als ein überdimensionaler Atlane, der gnadenlose Selbstbeherrschung ausübte und niemals in Biest-Modus ging. Ich war kein Atlane. Ich verwandelte mich nicht in ein Biest, wenn ich die Beherrschung verlor. Nein, mein Kontrollverlust war intimer, aber ganz genauso lebensbedrohlich für jede Frau, die das Pech hatte, dabei auf meinem Schwanz zu reiten.

Bruan und Tane hatten es nicht für nötig empfunden, die restlichen Krieger hier über meine wahre Herkunft aufzuklären. Nur der Gouverneur und die Ärzte wussten, dass ich gar kein Atlane war, und das passte mir ganz gut so. Je weniger sie wussten, verdammt, je stärker sie glaubten, dass ich mich jeden Moment in einen riesigen, rasenden Killer verwandeln konnte, umso besser.

Bruan lächelte nun, sein Blick war beinahe wehmütig. „Ich habe den Gouverneur und Ryston mit ihrer Gefährtin Rachel gesehen. Ich habe Hunt und Tyran mit Kristin gesehen. Den Everis-Jäger mit der Menschenfrau Lindsey. Caroline mit Rezz. Ich beobachte sie alle mit ihren menschlichen Gefährtinnen, und ich lerne daraus.“ Bruan deutete auf die acht Krieger, die einander in der Arena gegenüberstanden, sich unterhielten und die Reihenfolge der Kämpfe auslosten. Die Regeln festlegten. Lachhaft, da sie ja alle bereit waren, einander für eine Frau zu töten, die an keinem Mann auf diesem Planeten Interesse gezeigt hatte. „Gwendolyn wird sie alle abweisen. Selbst unseren Bruder Tane. Sein Sieg wird leer sein.“

„Tane wird nicht siegen“, fügte ich hinzu und meinte den Kampf, nicht Gwens Zuneigung. „Sie werden ihr Bestes tun, die Regeln so festzusetzen, dass er eingeschränkt kämpft. Sie werden ihm das Recht verwehren, als Biest zu kämpfen.“

Wenn eine Frau zum Preis stand, würden die Regeln allerdings vergessen sein, sobald der Kampf losging. Anscheinend dachte Bruan ähnlich, denn er sagte: „Ein Biest hält sich nicht an die Regeln anderer. Er wird gewinnen.“

Ich lehnte mich zurück und bewertete insgeheim die Krieger vor uns in der staubigen Arena. Keiner von ihnen war verdammt nochmal gut genug für Gwen. Nicht einer, nicht einmal Tane. Ich hoffte, dass Bruan recht hatte. Dass sie sie alle abweisen würde, egal, wer siegte, und hoffentlich, bevor einer starb. Sie brauchte sich nicht auch noch einen Kampf auf Leben und Tod aufs Gewissen laden, nicht zusätzlich zu den Implantaten, die der Hive in ihrem Körper hinterlassen hatte.

„Also, mein Freund. Wenn du die Menschenfrauen wirklich so gründlich beobachtest, was hast du dann gelernt?“ Ich fragte aus Neugier. Sonst nichts.

Er schnaubte leise, und ich war nicht sicher, ob es aus Frust war oder schlechter Laune war. „Menschenfrauen haben gerne das Gefühl, dass sie unabhängig sind. Ein Gefährte muss seine Erdenfrau beschützen, ohne dass sie das mitbekommt.“

„Warum?“, fragte ich verwirrt. „Es ist die Pflicht und das Recht eines Gefährten, seine Gefährtin zu beschützen.“

Er hielt die Hand hoch. „Um eine Menschenfrau für sich zu gewinnen, muss ein Krieger äußerst behutsam vorgehen und gründlich vorausplanen. Sie sind verwegene und furchtlose Gefährtinnen. Sie werden sich in den Kampf gegen den Hive stürzen, wenn sie die Notwendigkeit sehen, ihre Gefährten oder Kinder zu beschützen. Sie sind zu tapfer für ihre kleinen, weichen Körper. Zu verwegen für ihr eigenes Wohl“, knurrte er geradezu. „Sie sind körperlich zerbrechlich, aber geistig stark. Sie riskieren zu viel, aber lieben uneingeschränkt. Sie sind ein wahres Mysterium. Wild. Leidenschaftlich. Um sie zu zähmen, braucht es ausgesprochen starke, geduldige Männer.“

Ja, das war das richtige Wort. Zähmen. Gwen brauchte jemanden, der sie zähmte. Sie zur Ruhe brachte. Sie besinnungslos vögelte, damit all ihre Sorgen verschwanden. „Und du willst Gwendolyn zähmen?“ Ich fürchtete mich vor seiner Antwort, aber ich kannte die Wahrheit. Jeder Mann auf der Kolonie wollte sie. Gelüstete nach ihr. Begehrte sie.

Bruan nickte, den Blick auf den ersten Kampf gerichtet, der unter uns begann. „Wer würde das nicht wollen?“ Bruans Lächeln war das eines ausgehungerten Mannes. „Sie ist atemberaubend. Ich würde sie ficken, bis sie so oft meinen Namen schreit, dass alle anderen Worte vergessen sind.“

Es schien, dass wir in vielen Dingen ähnlich dachten. Ich bezweifelte, dass er der einzige andere Mann war, der sie in seiner Vorstellung fickte. In Besitz nahm. Ihre enge Pussy mit seinem Samen füllte, um sie zu markieren. Als sein Eigentum, und seines alleine. Wenn ich das täte, würde sie höchstwahrscheinlich daran sterben. Jedem anderen auf der Kolonie würde sie nichts als Lust bereiten.

Scheiße. Ich konnte meinem Freund seine Begehren nicht verübeln.

„Sie ist ein Cyborg“, sagte ich. „Eine Kriegerin. Sie wird anders sein als die anderen Menschengefährtinnen, die passend zugeordneten Interstellaren Bräute, die über das Testzentrum direkt von der Erde kommen, und nicht aus einem Hive-Gefängnis. Sie wird anders sein.“ Ich stellte das Offensichtliche fest, nicht weil ich sie für irgendetwas anderes als perfekt hielt, sondern da ich es nicht wagte, mein Interesse an ihr offen zu bekunden.

Bruan zog angewidert eine Braue hoch und sah mich an. „Beleidigst du die Frau etwa?“ Das Knurren seines Biests lag in seiner Stimme, und die Knochen in seinem Gesicht verschoben sich unter seiner Haut, während er das Biest unterdrückte.

Ich schüttelte den Kopf. „Nein.“

„Gut. Tu das nicht.“ Er beruhigte sich umgehend. Bruan hatte zwar nicht gesagt sie gehört mir, aber gewarnt hatte er mich trotzdem. Das Monster in mir bäumte sich zur Antwort auf, aber ich hielt eisern an meiner Selbstbeherrschung fest und ließ mir nichts anmerken. Ich hatte kein Anrecht auf die Frau. Würde ich auch nie. Nichts würde das ändern können. Mir war lieber, ein guter Mann wie Bruan würde sie gewinnen, als ein anderer, geringerer Mann. Ich würde mein Bestes tun, ihn nicht dafür zu hassen, dass er sie anfassen durfte. Bruan hatte die Hölle durchlebt. Folterungen. Hatte überlebt. Er hatte Glück verdient. Wenn schon nicht auf Atlan, dann zumindest hier auf der Kolonie. Auf dem Planeten für die Verdammten und Verseuchten. Die Vergessenen und die gefallenen Krieger aus dem Hive-Krieg.

Seit Primus Nial, der Herrscher über Prillon Prime und Kommandant der Koalitionsflotte, den Bann aufgehoben hatte und Verseuchte auf ihre Heimatwelten zurückkehren durften, hatten ein paar wenige beschlossen, die Kolonie zu verlassen und zu ihrem alten Leben so gut sie konnten zurückzukehren. Die Prillonen und Vikens, die Trionen und Everianer, sie alle durften nach Hause zurück. Aber die Menschen hier waren mit ihren Hive-Modifikationen auf der Erde nicht länger willkommen. Der Planet glaubte ja gerade erst langsam daran, dass der Hive überhaupt existierte. Die Regierungen wollten nicht, dass Beweise für die Existenz dieses ruchlosen außerirdischen Schreckens unter ihrem Volk herumliefen. Noch nie hatte ich von Anführern gehört, die solche Angst vor der Wahrheit hatten.

Die Atlanen konnten ebenfalls nicht nach Hause zurück, denn ihr furchteinflößendes Paarungsfieber und ihr Biestmodus waren unberechenbar geworden. Schon ein normaler Atlane war verdammt hart zu töten. Mit Cyborg-Technologie ausgestattet, waren sie Killermaschinen. Das Risiko für ihr Volk auf der Heimatwelt würde zu groß sein, sollte einer von ihnen ins Paarungsfieber verfallen und die Kontrolle über sein Biest verlieren.

Und ich? Ich wusste, dass meine Legion auf Rogue 5 mich mit offenen Armen empfangen würde, aber unser Anführer Kronos würde mich bestmöglich einsetzen wollen. Er war äußerst praktisch veranlagt, und ein Hive-modifizierter Forsia-Abkömmling würde die schrecklichste Waffe sein, die er hatte. Er würde nicht zögern, sie einzusetzen. Mich zu benutzen. Und daher verbrachte ich mein Leben lieber damit, in meinem Handelsschiff im All umherzuwandeln, als mich auf einem bestimmten Planeten niederzulassen. Bis jetzt zumindest.

Ich würde nicht auf Befehl töten.

Auf Befehl kämpfen oder stehlen.

Auch nicht auf Befehl ficken.

Ich war niemandem außer Kronos auch nur einen Funken Loyalität schuldig, und selbst das war mit zu hohen Kosten verbunden.

Hier war ich nun und büßte immer noch für die ganze Sache. Mein Schiff voll heißer Ware war immer schnell unterwegs gewesen, hatte Hive- und Koalitionskräfte gleichermaßen gemieden und Kronos alles beschafft, was er wollte, aus allen Winkeln der Galaxis. Bis vor kurzem zumindest.

Jemand hatte der Koalition von meiner bevorstehenden Ankunft berichtet und von der kostbaren Ladung Transportertechnologie und Waffen, die ich an Bord hatte. Die neuesten Entwürfe der Koalition und ein paar illegale Gewehre, die auf einer Welt hergestellt wurden, die nicht zur Koalition gehörten, befanden sich in meinem Frachtraum.

Ich schätze, dass es die Gewehre waren, die mir eine Gefängniszelle auf dem Koalitionsschiff eingebracht hatten. Und die Gefangenschaft beim Hive. Und jetzt war ich immer noch ein Gefangener, auf der Kolonie, wo ich jahrzehntelang versauern würde, in den Minen arbeiten und dann sterben. Der Gouverneur, ein beinharter Brocken namens Maxim, gestattete mir nicht einmal, die Planetenoberfläche zu verlassen und auf auch nur eine Mission ins All zu gehen. Er hatte Angst, dass ich fliehen würde.

Er hatte recht. Aber nichts, was er tat, würde mich stoppen. Ich wartete einfach nur darauf, dass die richtigen Umstände eintrafen. Für den Plan, den ich schon seit Wochen vorbereitete.

Entgegen den Wünschen von Gouverneur Rone hatte ich mich geweigert, mir eine Gefährtin zu nehmen, mich für eine Braut testen zu lassen. Die Wahrheit war nur für mich bestimmt, mein Fluch. Ich hatte Verständnis für seinen Frust mit mir, aber ich konnte mich seiner Forderung, ein Gefährte zu werden, nicht unterordnen. Ich wollte nichts weiter, als zurück in den Weltraum und mich um meine eigenen Angelegenheiten scheren. Frei sein, ohne an jemanden oder etwas angekettet zu sein.

Mir eine Gefährtin nehmen und sie dann zurücklassen? Unmöglich. Allein beim Gedanken daran musste ich knurren, aber der Laut wurde übertönt vom Johlen der Zuschauer, als der erste Kampf begann und ein Prillone in der Arena seinem Gegner einen heftigen Schlag verpasste. Nein. Ich war vielleicht ein Schmuggler, ein Schurke, ein rebellischer Mann, der sich weigerte, Befehle entgegenzunehmen, aber ich war nicht völlig ehrlos. Selbst wenn unsere offizielle Besitznahme sie nicht körperlich umbringen würde, weigerte ich mich, das zarte Herz einer Frau auf solche Weise zu verletzen.

Eine Frau war nicht nur ein hohes Risiko, sondern eine Verbindlichkeit, die ich mir nicht leisten konnte.

Der Gouverneur und der Rest der Koalitions-Führerschaft hatten beschlossen, dass ich zu instabil war. Eine zu große Bedrohung. Rogue 5. Hyperione. Forsianer. Cyborg. Ich war ein verdammter Freak unter Freaks. Und der Gouverneur glaubte, dass nur eine Gefährtin mich zur Ruhe bringen konnte, mich auf diesem Planeten verankern und in ihrem Krieg gegen den Hive. Meine Loyalität gegenüber der Koalition sicherstellen.

Aber ich war nicht in der Koalition geboren. Ich war von Rogue 5. Und ich war ein wahrer Gefangener auf diesem Planeten. Was es schwer machte, dankbar zu sein. Es gab Tage, an denen wäre ich lieber tot, so stark brannte mir das Bedürfnis unter der Haut, zu entkommen, bis ich beinahe platzte.

Die Menge grölte, und ich wandte meine Aufmerksamkeit wieder auf die Arena. Der große Prillon-Krieger wurde bewusstlos davongetragen, und ein anderer stand verschwitzt mit siegreich erhobenen Armen da. Der Gewinner trat zur Seite, und zwei frische Kämpfer betraten das Zentrum der Arena. Einer von ihnen war ein Atlane, den ich gut kannte. Der andere war ein Prillon-Krieger, der kurz davor stand, seinen Schädel geknackt zu bekommen.

„Mach ihn fertig, Tane!“ Bruans Grölen übertönte die Menge mühelos, und unser Freund Tane blickte kurz zu uns hoch und nickte Bruan zum Dank für seine Anfeuerungen zu.

„Du feuerst ihn an, aber glaubst, dass sein Kampf vergeblich ist?“

Bruan grinste, lehnte sich vor, den Blick starr auf den Kampf gerichtet, während Tane den Prillonen über den Kopf hob und ihn durch die halbe Arena schleuderte. Der Prillone rollte sich auf die Füße ab und schrie ihm eine Herausforderung entgegen, und der Laut hallte über die Tribünen. Er stürmte mit Cyborg-verstärkter Geschwindigkeit auf den Atlanen zu. Er landete einen soliden Treffer auf Tanes Hals, obwohl der große Atlane davon kaum zuckte. „Tane wird diesen Kampf gewinnen, und Gwen wird seinen Anspruch abweisen. Wenn das erledigt ist, wird er keinen Protest gegen meine Versuche erheben, sie zu umwerben.“

Ich lachte laut auf und starrte meinen Freund mit großen Augen an. „Sie umwerben? Was ist das denn für ein Wort, für einen Krieger? Du klingst wie ein altes Weib.“

Einer seiner Mundwinkel wanderte nach oben. „Das ist ein Wort für einen Krieger, der die Schenkel der Frau weit öffnen wird, und der ihren süßen Schreien der Hingabe lauschen wird, während ihre nasse Pussy meinen Schwanz stundenlang reiten wird, mich leersaugen, meinen Samen nehmen.“

Bei den Göttern, das war mehr, als ich hören wollte. Ich hatte keine Antwort. Ich hätte es fertigbringen sollen, Tane anzufeuern, aber die Anspannung in meinen Schultern und meiner Brust stieg in meinen Hals hoch, und ich konnte mich nicht dazu bringen, zu sprechen oder mich zu bewegen. Ich konnte nur noch zusehen und jeden Mann hier für seine Fähigkeit hassen, sie in Besitz zu nehmen. Und Bruan für seine Strategie, sie verdammt noch mal zu umwerben.

Ich hätte nicht in die Arena kommen sollen. Ein Teil von mir hatte gewusst, dass es keine gute Idee sein würde, mir das anzusehen. Kein Krieger würde ihrer je würdig sein. Nicht einer in dieser elenden Gefängniswelt. Aber ebenso wenig ertrug ich den Gedanken daran, nicht zu wissen, wem sie gehören würde, wessen Aufgabe es sein würde, sie zu beschützen. Sie war eine Sucht, die ich nicht in den Griff bekam, seit sie vor ein paar Wochen hier eingetroffen war. Mein Interesse an ihr war jedoch völlig unerwünscht und unmöglich. Mein Schwanz beherrschte meinen Verstand. Ich hatte ihn in der Dusche schon oft genug in die Hand genommen und versucht, ihn zu bezwingen, aber egal, wie oft ich Erlösung suchte, mein Körper blieb hart und sehnsüchtig. Nach ihr.

Ich lehnte mich zurück, verschränkte die Arme und blickte möglichst teilnahmslos drein, während ich zusah, wie Tanes Faust auf das Kinn des Prillon-Kriegers traf und er rückwärts in die Menge am Rand der Arena taumelte. Die grölenden Krieger, die dort saßen, richteten ihn wieder auf und schoben ihn zurück in die Mitte der Arena, wo Tane ihm einen weiteren kräftigen Schlag verpasste. Bisher war er dem Prillon-Krieger überlegen, ohne sein Biest einzusetzen. Der junge Prillon-Mann kämpfte einen aussichtslosen Kampf und wusste es, seine Schritte waren weniger selbstsicher und seine Schultern sackten ein, als ein weiterer Krieger, Tyran, zwischen die beiden Gegner trat.

Tyran war ein Prillon-Krieger und hatte eine Menschenfrau zur Gefährtin. Kristin. Er teilte sie mit seinem Sekundär, einem weiteren Krieger namens Hunt. Sie war wunderschön und selbst eine Art Kriegerin, ähnlich wie Gwen. Ich wusste nicht, wie sie es ihrer Frau gestatten konnten, sich Missionen zur Bekämpfung des Hive anzuschließen, aber Kristin tat das täglich, als Mitglied einer Sondertruppe von Kriegern, angeführt von einem Everis-Jäger namens Kjel.

Anders als der junge Prillone, der Tane bekämpfte, war Tyran Gerüchten zufolge der stärkste Cyborg auf dem Planeten, da er Implantate nicht nur in Teilen seines Körpers, sondern auch tief in Muskeln und Knochen eingebettet hatte. Er war eine Legende in der Kampfarena, aber er hatte mit dem Kämpfen aufgehört, als er eine Gefährtin bekam. Es schien, als hätte er nun andere, lustvollere Methoden, seinen Zorn und seine Aggressionen auszuleben.

Ich beneidete ihn um seine neu erworbene Entspannungstechnik.

Tyran trat ins Zentrum und erklärte Tane zum Sieger. Bruan lehnte sich zurück, entspannte sich mit der Ankunft von Tyran. Dieser Krieger würde nicht zulassen, dass die Sache zu sehr außer Kontrolle geriet, und er war stark genug, Tane in Schach zu halten, selbst wenn der Atlane in Biest-Modus wechseln sollte.

„Hab dir doch gesagt, dass Tane gewinnt.“

„Es ist noch nicht vorbei“, erinnerte ich Bruan.

„Ist es wohl. Er hat noch nicht mal sein Biest eingesetzt.“

Aber das würde er. Das wussten wir beide. „Bescheuert, einen Atlanen herauszufordern“, fügte ich hinzu, auf den jungen Prillonen bezogen.

„Ja. Keiner außer Tyran, und vielleicht der Jäger, könnte einen von uns besiegen.“

Einen von uns. Er schloss mich in den Rang der Atlanen mit ein, wie immer, aber ich war keiner von ihnen. Würde ich nie sein.

Die nächsten beiden Kämpfe verliefen erwartungsgemäß, bis nur noch vier Krieger übrig waren. Tane, zwei Prillon-Krieger und ein Mann von Trion, dessen Haut in der Nachmittagssonne silbrig schimmerte. Ich kannte ihn nicht, aber es wurde gemunkelt, dass er mehr Maschine als Mann war, und dass seine Kampfinstinkte überragend gut waren.

Tyran hob die Hand und wartete, bis die Menge der zusehenden Krieger still wurde. „Hier sind die restlichen Vier. Das Glück wird über ihr Schicksal entscheiden.“ Tyran hielt ihnen einen Stapel Karten hin. „Die höhere Karte kämpft zuerst.“

Die Menge jubelte wieder, während die Krieger je eine Karte zogen und sie in die Luft hielten. Die beiden Prillon-Krieger würden zuerst gegeneinander antreten. Dann würde Tane gegen den Mann von Trion kämpfen. Danach würden noch zwei gegeneinander kämpfen, und wer am Ende übrigblieb, war Sieger.

Jeder der vier blickte selbstgefällig drein. Siegessicher. Als würde Gwen bereits ihm gehören. Ich wollte in die Arena stürmen und sie alle in den Staub niederringen, aber ich wagte es nicht, mich zu bewegen. Ich wagte nicht einmal, das Gesicht zu verziehen. Stein. Ich musste wie aus Stein sein.

Das zornige Brüllen einer Frau erfüllte die Luft, und die jubelnde Menge von Kriegern verstummte.

Das Tor zur Kampfarena flog auf und knallte lautstark gegen die Mauer, und hindurch kam Gwen in voller Kampfmontur. Ihr Haar fiel wie schwarze Flammen über ihren Rücken, und von sie versprühte Zorn in beinahe spürbaren Wogen. Mit zusammengekniffenen Augen und angespannten Muskeln sah sie aus wie eine Kriegsgöttin, zu umwerfend schön, um wahr zu sein. Mein Atem stockte, mein Schwanz richtete sich bei ihrem Anblick auf.

Zwei weitere Menschenmänner, die beide eine Kolonie-Kriegerin zur Gefährtin hatten, standen in Formation hinter ihr wie ein Angriffstrupp, aber sie waren unscheinbar im Vergleich zu Gwens Feuer, und ich ignorierte sie mit Leichtigkeit.

„Was zum Teufel meint ihr, dass ihr hier tut?“, schrie Gwen Tane an, die Fäuste geballt. Der riesige atlanische Kampflord zuckte doch tatsächlich zusammen, als wäre er ein kleiner Junge, der Schimpfe von seiner Mutter bekommt.

Tane guckte verwirrt drein, dann verneigte er sich vor ihr. „Meine Dame... ich—“

„Wage es nicht, mich Dame zu nennen!“ Sie marschierte auf seine hoch aufragende Gestalt zu, völlig furchtlos.

Neben mir konnte Bruan sich das Lachen kaum verkneifen. Seine Schultern bebten lautlos, während er zusah, wie das Drama vor uns seinen Lauf nahm. Ich wollte ihm genauso sehr eine knallen... dafür, dass er recht gehabt hatte, Gwen besser verstanden hatte als ich.

Schweiß- und blutverklebt wandten sich die vier Krieger gleichzeitig zu ihr herum, traten näher, brachten ihre Argumente vor. Ich konnte nicht hören, was sie sagten, aber nichts davon gefiel ihr. Ihre Hände stemmten sich in die Hüften, ihr Kopf legte sich schief, als würde sie zuhören und ihre Worte abwägen. Aber ihre Augen waren wie Feuer, hell leuchtender femininer Zorn. Scheiße, sie war umwerfend.

Bruans zunehmend selbstgefälliges Lächeln ließ mich die Hände immer weiter zu Fäusten ballen, während er sich zurücklehnte, die Hände hinter dem Kopf verschränkte und sich streckte. Sich ausruhte. Amüsiert.

Ich blickte wieder zu Gwen, denn ich befürchtete, wenn ich Bruan noch länger ansah, würde ich ihm diesen wissenden und ausgesprochen besitzergreifenden Blick aus dem Gesicht schlagen. Die Männer in der Arena hatten nun jegliche Chance, die sie vielleicht bei ihr gehabt hätten, verspielt. Bruan musste nur abwarten, bis sie sie alle pulverisiert hatte, und dann einschreiten.

Gwens Blick blitzte in die Tribüne hinauf, und Bruan hielt den Atem an, als sie ihre Aufmerksamkeit ihm zuwandte und dann mir.

Mir stockte der Atem. Ihr Blick war wie ein körperlicher Schlag, ihre Augen kniffen sich zusammen, ihre Wangen färbten sich zu einem noch tieferen Rot.

Ja, ich wollte derjenige sein, der ihr die Farbe auf die Wangen zauberte. Ich wollte wissen, wie weit sich die Rötung unter ihrer Rüstung verbreitete, ob ihre Nippel die gleiche tiefe Färbung hatten.

Eine halbe Sekunde später war es vorbei. Der Blick. Die Prüfung. Das Starren. Die Intensität.

Gwen wandte sich ab und krempelte sich die Ärmel ihres Uniform-Hemdes hoch, aber ich hatte keine Ahnung, warum. Als sie sprach, war ihre Stimme nicht übermäßig laut, aber kalt. Hart. „Ihr wollt kämpfen? In Ordnung. Los geht‘s.“

Gwen bewegte sich fast schneller, als das Auge erfassen konnte, hob den ihr am nächsten stehenden Prillon-Krieger hoch und schleuderte ihn noch weiter fort als Tane seinen Gegner vorhin. Der Prillone leistete keine Gegenwehr, rollte sich nach der Landung auf seine Füße ab und blieb in sicherer Entfernung. Als die anderen drei Krieger zurückwichen, die Hände von sich gestreckt und eindeutig abweisend, sie zu berühren, ging sie mit ihnen hinterher und schubste den Trion-Krieger gegen die Brust. Sie griff lautlos an, und jeder Schlag ihrer Hände gegen Männerfleisch hallte laut durch die ausgeprägte Stille. Die Krieger hatten keine Ahnung, was sie tun sollten. Sie anfeuern? Zusammenzucken?

Die Stille schien sie nur wütend zu machen, denn sie schrie die Menge ebenso an wie die vier Narren, die noch im Kampf waren. „Kommt schon. Scheiß auf euch, alle zusammen. Ihr wolltet kämpfen. Also kämpft.“

„Gwen, bist du dir da sicher? Ich denke, wir sollten auf Maxim warten.“ Rachel, die Gefährtin des Gouverneurs, die neben dem offenen Tor stand, versuchte, die aufgebrachte Frau zu beschwichtigen, aber ohne Erfolg.

„Verzieht euch von hier, Mädels.“ Gwen blickte über ihre Schulter zu den anderen beiden Menschenfrauen zurück und deutete ihnen mit einem geschmeidigen Wink, dass sie gehen sollten. „Das hier hat mit euch nichts zu tun. Diese Idioten sollen ganz genau erfahren, mit wem sie hier spielen. Um wen sie hier kämpfen wie Hunde um ein Stück Fleisch.“

Kristin, Tyrans Gefährtin, brach in Gelächter aus, nahm ihn an der Hand und führte ihn davon, als er einschreiten wollte. Schockiert sah ich zu, wie der stärkste Mann auf dem Planeten sich von einer kleinen Menschenfrau—seiner Menschenfrau—vom Kampf weg ziehen ließ. Bruan hatte recht gehabt; Kristin dachte, dass sie unabhängig war, die Kontrolle über ihren Gefährten hatte. Er ließ zu, dass sie ihn wegführte.

Als sie über ihre Schulter zurück blickte, hatte Kristin ein breites, glückliches Grinsen auf dem Gesicht. „Knöpf sie dir vor, Mädel.“

Da lächelte Gwen. Kühl, düster und bedrohlich. „Oh, das werde ich. Ich werde ihnen allen einen Denkzettel verpassen.“

Ich hatte keine Ahnung, warum sie ihnen Zettel geben wollte, oder was sie darauf schreiben wollte, und dieser Ausdruck von der Erde war mir unverständlich—aber ich hatte nicht den Eindruck, dass es etwas Gutes war.

2


Gwendolyn Fernandez, Die Kolonie, zehn Minuten zuvor...

Der Hammer, den ich schwang, war beinahe eineinhalb Meter lang. Das schwere, stumpfe Ende war dafür gebaut, die Felsen in den Höhlen unter der Oberfläche der Kolonie zu zermahlen. Gebaut für einen Krieger von Atlan oder Prillon, keine 1,65 kleine Erdenfrau.

Wäre ich noch normal—noch gänzlich menschlich—hätte ich ihn nicht einmal hochheben können, geschweige denn, ihn in hohem Bogen gegen die Wand im Wohnzimmer meiner Freundin Kristin schwingen können.

Ich war schon seit über einer Stunde an der Arbeit und hatte nicht einmal geschwitzt, oder meinen Frust auch nur annähernd abgebaut. Ich war ein Hamster im Laufrad auf diesem dämlichen Planeten, und jedes der übergroßen Männer-Babys hier dachte, dass ich nicht nur einen Hüter brauchte, sondern auch von einem großen, bösen Alpha-Mann gesagt bekommen wollte, was ich zu tun hatte, was zu essen, was anzuziehen. Irgendein Prillone hatte mir angeboten, mir einen Kragen um den Hals zu legen, damit er meine Emotionen lesen konnte oder irgendso‘n Scheiß.

Ich empfand das alles als unangenehm und aufdringlich. Das Chaos in meinem Kopf war derzeit kein angenehmer Zustand. Ich brauchte gewiss keinen Prillon-Krieger—oder gar zwei—die in meiner inneren Zufluchtsstätte herumwühlten. Was sie dort finden würden, würde ihnen wahrscheinlich nur Angst machen. Verdammt, die meiste Zeit machten die Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, mir selber Angst. Und daher schlug ich wie besessen auf Kristins Mauer ein.

Ich schwang den Hammer noch einmal, kräftiger, und schlug mit einem Mal ein Stück Wand ab, das doppelt so groß war wie ich. Ich hatte die Tür nicht gehört, aber sie musste sich geöffnet haben, denn ich war nicht länger alleine.

„Was zum Teufel machst du da, Gwen? Als ich sagte, dass ich die Wand gerne einreißen und den Raum vergrößern würde, meinte ich nicht sofort, und ich meinte auch nicht, dass du es tun solltest.“ Kristins Stimme schnitt durch den Lärm, den ich verursachte, während ich die Wand in Stücke schlug. Ich blickte über die Schulter zu meiner Freundin, während der Staub um mich herum wirbelte wie um den kleinen dreckigen Jungen in der Zeichentrick-Serie Charlie Brown. Kristin trug die übliche Körperpanzerung, als käme sie gerade von einer Mission zurück, was auch der Fall war.

„Keine Sorge. Ich habe die Tür zum Kinderzimmer geschlossen, damit kein Staub hineinkommt.“ Kristin hatte ein Baby, ein wunderhübsches kleines Mädchen, und zwei Gefährten, die sie verwöhnten wie eine Göttin.

Aber sie durfte auf Missionen ausrücken. Auf die Jagd nach dem Hive. Ihre Gefährten waren wohl die einzigen vernünftigen Aliens auf diesem ganzen verdammten Planeten.

Und sie war nicht einmal ein Cyborg. Sie war zu einhundert Prozent Mensch. Eine Freiwillige. Eine Interstellare Braut von der Erde, wo sie ihrem primären Gefährten Tyran zugeordnet worden war, einem steinharten Brocken von einem Prillonen, der in etwa so viel Cyborg-Technologie in sich hatte wie ich. Tyran war stark. Hatte Superkräfte. Einer von nur zwei Kriegern auf diesem Planeten, bei dem ich mir nicht sicher war, ob ich ihn in einem Kampf besiegen könnte.

Und er hatte bereits eine Gefährtin. Kristin. Meine Gedanken schweiften von ihm ab. Nicht, dass ich einem Kerl nachstellen würde, der bereits vergeben war, aber er war auch definitiv nicht interessiert. Er hatte nur Augen für Kristin. Und so sollte es auch sein.

Der einzige andere Mann auf der Kolonie, bei dem ich weiche Knie bekam? Nun, er war ein Einzelgänger. Schweigsam. Riesig. Jeder, den ich fragte, sagte mir, er wäre Atlane, aber irgendetwas an ihm war anders. Etwas, das meinen Körper vor Hitze zusammenzucken ließ und meine Pussy sich sehnsüchtig und leer fühlend. Von all den Männern, denen ich begegnet war, seit mir die Rückkehr zur Erde verweigert worden war und ich quasi zum Verrotten hier ausgesetzt worden war, war er der einzige, der mich auch nur ansatzweise interessierte.

Makarios.

Natürlich hieß das, dass er einer der wenigen war, der absolut kein Interesse an mir zeigte. Nichts. Nicht ein verstohlener Blick. Kein Augenkontakt. Gar nichts.

So richtig null.

Das einzige, was mein zerrüttetes Ego rettete, war die Tatsache, dass er mit gar niemandem zu reden schien—Männlein wie Weiblein—außer den beiden anderen Atlanen, mit denen er gemeinsam dem Hive entkommen war. Bruan, Tane und Makarios. Die drei atlanischen Musketiere. Sie waren alle drei umwerfend, das musste ich zugeben. Aber Makarios hatte etwas an sich, das mich nervös machte.

Die anderen nannten ihn Mak, aber wenn ich ihn ansah, hörte ich fast zu denken auf. Selbst sein Name war erotisch. Ich wollte ihn. Ich wollte, dass er seine Zurückhaltung aufgab und ein wenig seiner Kontrolle an mir ausübte. Ich wollte kein „für immer“, nur lange genug, um mich zur Abwechslung anständig zu vergnügen. Meine sexuelle Durststrecke reichte bis zur Erde zurück. Das war ein zu langer Zeitraum ohne Orgasmus von einem Mann. Oder zwei. Verdammt, mit Mak würden es wenigstens drei sein, da war ich mir sicher.

Es war weithin bekannt, dass er keine Gefährtin wollte. Die Gerüchteküche behauptete, dass er vor kurzem versucht hatte, von der Kolonie zu entkommen—was sichtlich nicht geklappt hatte—und dass er nicht einmal aus der Koalition stammte, sondern jemand war, der von Rogue 5 verstoßen worden war. Vielleicht war er nur zum Teil Atlane, und zum anderen Teil von einer anderen Art sexy Biest, das sich auf dem Heimatplaneten des Mondes Rogue 5 so herumtrieb. Was ich bisher über Rogue 5 gehört hatte, war hauptsächlich, dass sie ein Haufen Piraten und Schmuggler waren, die streng getrennten Banden zugehörig waren. Keine Loyalität zu irgendjemandem außer sich selbst. Laut dem Gerede über Mak, das ich gehört hatte, war er nur deswegen vom Hive erwischt worden, weil er in der Gefängniszelle eines Koalitionsschiffes saß, als der Hive es angriff. Dass er nichts weiter war als ein Rogue 5-Verbrecher mit richtig viel Pech. Falscher Ort, falsche Zeit, und schon hatte er sich Hive-Integrationen und ein Leben als Gestrandeter auf der Kolonie eingefangen.

Aber wenn ich in seine Augen sah, sah ich keinen Verbrecher. Ich sah eine Ruhelosigkeit und eine Wut, die ich nur zu gut verstand. Wir waren gleich, ich und Makarios. Eingesperrt. Gefangene.

Freaks.

Ich schwang den Hammer. Stärker.

Der Abschnitt der Wand zerbröselte zu einer Staubwolke...

...und in der Decke bildeten sich Sprünge in einem haarfeinen Spinnweben-Muster.

„Verdammte Scheiße, Mädel. Das reicht jetzt aber.“ Kristin kam auf mich zu und nahm mir den Hammer ab. Ich grinste, als sie ihn mit einem lauten Uff fallen lassen musste. „Wie zum Teufel hast du das Ding überhaupt hochbekommen?“

„Ich bin ein Superfreak, schon vergessen?“ Ich war in ihr Quartier eingebrochen, um das mit der Wand zu erledigen, während sie ausgerückt war. Ihre Idee, sie niederzureißen, hatte sie in einer gemütlichen Plauder-Runde spät abends verlautbart, bei einem Glas Atlan-Wein, einem der wenigen wahren Genüsse, die auf diesem gottverlassenen Planeten zu finden waren. Und das Wissen, dass sie irgendwo unterwegs war und kämpfte, während ich mich mit Hausfriedensbruch begnügte, um etwas zu tun zu haben, machte die Zerstörung irgendwie weniger befriedigend, als ich gehofft hatte. Und doch war es besser, als zurück ins Büro des Gouverneurs zu laufen und wieder einmal mit ihm zu diskutieren. Und um einiges besser, als in den Speisesaal zu gehen und sich angaffen zu lassen wie eine preisgekrönte Zuchtstute auf einer Pferdeschau.

„Sag das nicht ständig. Wenn du so ein Freak wärst, würde nicht jeder Mann auf der Basis um deine Aufmerksamkeit heischen.“

„Das hat nicht zufällig etwas damit zu tun, dass ich die einzige Singlefrau im Umkreis von einigen Lichtjahre bin, oder? Die letzten beiden Menschen auf einer einsamen Insel. Kennst du das Spiel noch?“

Kristin lachte. „Oh ja. Ich habe mir immer Detective Amaro ausgesucht.“

Ich verschluckte mich beinahe, aber hustete stattdessen und wedelte durch die Staubwolke, die sich um mich herum langsam legte, um meine Reaktion zu verbergen. „Im Ernst? Von dieser Krimiserie?“ Der Detective war eine beliebte Figur in einer Krimi-Fernsehserie auf der Erde. Zumindest war das so gewesen, als ich die Erde verlassen hatte. Er war ein harter Brocken, der die Bösen jedes Mal schnappte. Und ich wusste, dass Kristin beim FBI gewesen war. Aber trotzdem. „Ernsthaft? Warum?“

Kristin schloss die Augen, und ein verträumter Ausdruck legte sich über ihr Gesicht. „Seine Augen waren so intensiv. Weißt du, was ich meine? Und er hatte diese Uniform, und diese Handschellen. Die Kanone. Er war einfach stark und sexy und—“

„Herrisch und dominant und genau wie Tyran und Hunt.“

Kristin öffnete die Augen und lachte. „Da hast du wohl recht.“

Ich deutete mit dem Kopf in Richtung Schlafzimmer. „Muss ich überhaupt fragen, ob all die Fesseln an den Bettkanten für dich oder deine Gefährten sind?“

„Ich sage kein Wort.“ Sie blickte wieder auf das Chaos auf ihrem Fußboden, aber ich bemerkte, wie ihre Wangen rot wurden. Zweifellos wurde sie von ihren Gefährten ausreichend zufriedengestellt, mit oder ohne Fesseln. „Aber ich schätze, du könntest selbst ein wenig Zuwendung von einem Spezialermittler gut gebrauchen, wenn du verstehst, was ich meine.“

„Tja, nun, das wird wohl nicht passieren.“ Ich deutete auf die Trümmer auf dem Boden. „Du wolltest diesen kleinen Umbau erledigt haben, und ich musste etwas Dampf ablassen“, antwortete ich und begutachtete die Überreste der Wand. Das ganze Ding lag in Trümmern.

Die stabile Wand hatte keine Chance gegen meine Kraft gehabt. Meine Cyborg-Kraft. Der Hive hatte mich in eine wahrhaftige Kampfmaschine verwandelt. Die Bionic Woman. Welches Baumaterial es auch gewesen war, es war unter dem Schwung des Vorschlaghammers zerbröckelt wie ein ausgetrocknetes Lebkuchenhaus unter dem zerstörerischen Rumgehüpfe eines Kleinkindes. Ja, stark zu sein, so richtig überstark, war eine gute Sache. Ich brauchte mich nicht vor einem Kerl zu fürchten, der zudringlich werden wollte—wenn ich das nicht wollte—und ich konnte absolut auf mich selbst aufpassen. Gleichzeitig war es aber der Grund, warum ich ständig so mies drauf war, und die Mauer zwischen Wohn- und Esszimmer meiner Freundin niederreißen musste.

Kristin nieste. „Dampf? Nennen wir das Kind doch beim Namen, Schwester. Was du brauchst, wirst du hier drin nicht finden.“

Ich verzog das Gesicht. „Nun tja, jetzt hast du das große Zimmer, das du wolltest.“ Ich deutete auf die beinahe vollständig niedergerissene Mauer.

„Das ist wahr.“ Sie stupste ein größeres Stück Geröll mit der Zehenspitze an. „Ich nehme an, du wirst das Chaos nicht aufräumen wollen?“, fragte sie und tappte sich mit dem Finger an die Lippen.

Ich lachte. „Auf keinen Fall. Ich bin nur das Abriss-Team. Du hast zwei starke Männer, die die Trümmer wegschleppen können.“

Sie verdrehte die Augen, aber sie grinste. „Darüber werden sie nicht erfreut sein.“

Es war mir egal. Ich hatte es dringend nötig gehabt, etwas kaputtzumachen, und sie hatte mir die Gelegenheit geboten, zu zerschlagen und zerstören, ohne mir Ärger mit dem Gouverneur einzuhandeln.

Nicht schon wieder.

„Hör zu, ich bemühe mich ja, mich rauszuhalten“, sagte sie eilig.

„Das tust du?“

„Ja, das tue ich. Aber mal im Ernst, was ist der wahre Grund für all das hier?“ Sie winkte mit dem Finger hin und her, um auf die gesamten 5 Meter der Zerstörung zu zeigen. In ihrem Blick lag kein Vorwurf, nur reine Neugierde. Sie war eine Frau. Vom FBI. Sie war immer noch eine Soldatin, und die Rüstung, die sie trug, und die Waffe an ihrer Hüfte waren Beweis dafür. Wenn mich jemand verstehen würde, dann sie. Nicht Rachel, die unglaublich brillante Wissenschaftlerin, oder Lindsey, die Journalistin. Es gab noch eine weitere Erdenfrau, von der ich gehört hatte, aber sie lebte nicht auf der Kolonie. Eine ehemalige Lehrerin an der Koalitions-Akademie war einem Atlanen von der Kolonie zugeordnet worden, aber sie waren nun im Weltraum unterwegs und arbeiteten gemeinsam an höchst geheimem Spionage-Kram. Draußen. Im. Weltall. Nicht eingeschlossen, auf dem Exil-Planeten festsitzend.

Und hier war ich nun, Ex-Militär, vier Jahre lang Mitglied eines Koalitions-Erkundungstrupps, Abriss-Expertin, unsagbar stark, Hive-verstärkt, Cyborg-Freak. Ich hatte die Hölle durchlebt und war gestärkt wieder rausgekommen. Schneller.

Alleine.

Und der Gouverneur verweigerte es mir, den Planeten zu verlassen. Auf Missionen zu gehen. Irgendetwas zu tun, was Spaß machte. Ich fühlte mich wie der unglaubliche Hulk, der nichts zu zerschlagen hatte.

Und diese Männer, die mich in Besitz nehmen wollten? Sie kannten mich gar nicht. Ich hatte mich mit den meisten von ihnen noch nicht mal unterhalten. Ich war ihnen nicht über die Zuordnungs-Protokolle des Interstellaren Bräute-Programms zugewiesen worden. Ich war weiblich. Verfügbar. Fruchtbar.

Vielleicht. Nach dem, was der Hive mit mir angestellt hatte, wusste ich nicht einmal, ob ich noch Kinder bekommen konnte, ganz zu schweigen davon, ob ich sie hier großziehen wollte. Und ich hatte die Ärzte auf der Krankenstation erst gar nicht gefragt, denn eine gynäkologische Untersuchung im Weltraum nach allem, was ich durchgemacht hatte, klang alles andere als ansprechend.

Kristin starrte mich weiter an, wartete auf eine Antwort, die mein Stolz ihr nicht geben wollte.

„Es geht mir gut. Darf man als Freundin nicht mal was Nettes für dich tun?“, fragte ich.

Sie warf mir einen Blick zu, der besagte Mädel, ich bitte dich. „Etwas Nettes wäre es, all das Chaos hier verschwinden zu lassen, bevor meine Männer zurückkehren“, entgegnete sie. „Was soll das, Gwen?“

„Du kennst die Antwort“, grummelte ich, packte den Griff des Vorschlaghammers und stützte mich auf den robusten Schaft.

Sie zog die Augenbrauen hoch und wartete.

„Die Männer...sie benehmen sich seltsam in meiner Gegenwart. Es nervt. Es ist frustrierend. Und ich kann auf keine Mission gehen. Der Gouverneur lässt mich festsitzen, bis ich einen Gefährten habe. Was lächerlich ist, und absolute Doppelmoral. Ich bin eine Gefangene. Ich darf nicht kämpfen. Ich darf nicht fliegen. Ich darf nicht nach Hause. Ich verliere noch meinen Verstand auf diesem Planeten.“

Sie schwieg und ließ mich fertig meckern, auch wenn ich dabei über ihre neue Heimat herzog, den Ort, dem sie über das Interstellare Bräute-Programm zugewiesen worden war. Sie hatte es sich ausgesucht, hierher zu kommen, hier permanent zu bleiben. Es war ihr Leben, und sie schien glücklich damit zu sein. Aber ich gehörte nicht hierher, und die Tatsache, dass der Gouverneur mich nicht auf Missionen gehen ließ, um zumindest ab und zu hier fort zu kommen, machte mich wahnsinnig. All die Aufmerksamkeit von den Männern machte es nicht leichter, ich fühlte mich dabei nur noch mehr wie ein Freak. Ich konnte all die männliche Zuwendung haben, die ich wollte, und doch fühlte ich mich einsamer als je zuvor in meinem Leben. Die Ironie entging mir nicht.

Kristin biss sich auf die Lippe und zuckte unter meinen Worten zusammen. „Scheiße. Ich muss dir etwas beichten. Werde bitte nicht böse. Ich hatte gehofft, dass es nur ein Scherz sein würde, der sich verflüchtigen würde, aber—“

„Was?“, fragte ich. Ich kannte sie noch nicht lange, aber ich konnte ihren Gesichtsausdruck gut deuten und der zu Boden gerichtete Blick und das blasse Gesicht, das sie abwendete, gefielen mir gar nicht.

„Das wird dir überhaupt nicht gefallen.“

„Was denn? Spuck schon aus.“ Mein Magen krampfte sich zusammen und düstere Vorahnung setzte sich darin ab wie der Staub um mich herum.

„Captain Marz, der Prillone?“

„Ja.“ Ich kannte ihn recht gut. Ich musste ihn in den letzten Wochen mehrmals von meiner Tür abweisen. Er war in Ordnung. Er bemühte sich. Brachte mir Blumen, um Himmels Willen—ich vermutete, dass Rachel oder Kristin ihm das vorgeschlagen hatten. Aber es gab keinen Funken zwischen uns. Wenn ich ihn ansah, fühlte ich...nichts. „Was ist mit ihm?“

„Er hat eine Turnier-Herausforderung ausgestellt. Sie sind in diesem Moment in der Kampfarena und entscheiden, wer dich in Besitz nehmen darf.“

Entscheiden, wer dich in Besitz nehmen darf.

„Ist das ein Scherz? Denn es ist nicht lustig.“

Sie hatte sich die Hand vors Gesicht geschlagen, als hätte sie Angst davor, mich anzusehen. Schüttelte den Kopf. „Nein. Acht Krieger. Wer immer gewinnt, darf dich in Besitz nehmen. Sie alle haben diesen Regeln zugestimmt. Die restlichen Krieger haben einen Wett-Pool eingerichtet. Die ganze Basis musste sich entweder auf die Herausforderung einlassen oder zustimmen, dich in Ruhe zu lassen. Tane, der Atlane, steht zwei zu eins in den Wetten. Er ist der Favorit auf den Sieg.“

„WAS?“, brüllte ich. Ich hob den Vorschlaghammer hoch und schlug den letzten überhängenden Mauerbrocken mit mehr Kraft als notwendig herunter. Er brach nicht nur herunter, sondern flog ins Nebenzimmer und landete auf Kristins Esstisch, wo er eine Beule in der Metalloberfläche hinterließ. „Der Gouverneur hat dem zugestimmt?“ Ich würde diesen Prillonen umbringen. Ich würde Rachel um Vergebung bitten müssen, nachdem ich ihn erledigt hatte, aber das hier war zu viel.

„Das glaube ich nicht—“

Gut so. Ich würde ihn also nicht umbringen müssen.

„—und Rachel und ich haben gerade erst davon erfahren. Sie ist schon unterwegs hierher. Sie musste jemanden schicken, um Maxim zu holen. Er ist in einer der Minen, und die Kommunikationsgeräte funktionieren dort nicht. Ich bin zuerst zu deinem Quartier. Als ich dich dort nicht fand, kam ich hierher.“

„Ich glaub es nicht. Das ist doch barbarisch.“ Und verletzend. Und falsch. Wie konnten sie es wagen, zu entscheiden, wessen Eigentum ich werden sollte? Mit wem ich Sex haben musste? Und ohne mich überhaupt zu fragen? Wo waren wir? Im Jahr 1500?

Die Blumen hatten nicht funktioniert, also hatte Captain Marz einfach beschlossen, den Rest der Basis zu einem Turnier herauszufordern und mich als Hauptpreis zu auszulosen? Und wer waren die anderen Idioten, die dem zugestimmt hatten?

Die ganze Basis, wie es schien.

Was, wenn ich beschloss, dass ich einen anderen wollte? Einen Erdenmann? Einen Jäger, wie Kjel. Aber einen Prillonen? Nein. Die ganze Gedankenverschmelzung über die Kragen war mir unheimlich. Und zwei Gefährten? Oder drei, so wie es die Vikens anscheinend taten? Äh, nein danke. Ein Mann war mir genug. Besonders, wenn er groß und verwegen war und wie Makarios aussah.

Ach du Scheiße. Das würde ich nicht zulassen. Auf. Keinen. Fall. „Sie kämpfen in der Arena? In diesem Moment? In genau dieser Sekunde?“

„Kommt schon. Das ist doch ziemlich scharf, oder? Die stärksten und heißesten Männer kämpfen um dich?“ Ihre Hand wanderte an ihren Hals, und ihre Fingerspitzen strichen über den grünen Kragen dort—das äußere Anzeichen dafür, dass sie einem Prillonen zugeordnet war—mit Lust in ihren Augen. Ihre Gefährten waren unglaublich. Das konnte ich nicht abstreiten. Aber sie waren einander zugeordnet worden. Ausgewählt.

Sie hatten sich ihr nicht aufgezwängt, nachdem sie die anderen Jungs im Pausenhof verprügelt hatten.

„Nein, ist es nicht. Ich bin kein Preis, den man gewinnen kann. Ich bin kein Besitzstück. Scheiße, auf keinen Fall“, fauchte ich. Meine arme Mutter würde über meine Wortwahl nicht gerade begeistert sein. Aber das war mir sowas von egal. Irgendwann zwischen der Zeit, als ich als kleines Mädchen mit Puppen gespielt und für meinen Papa gebacken hatte, und jetzt, war der Drang, andere Menschen glücklich zu machen, aus meinem Wesen verschwunden. Vielleicht waren es die Cyborg-Teile. Vielleicht waren es die vielen Jahre in einem harten Krieg, wo ich Leute sterben sah, die mir zu viel bedeutet hatten. Irgendwo da drin hatte ich die Fähigkeit verloren, mir Blödsinn gefallen zu lassen. Und das hier lag weit über meiner Toleranzgrenze.

Kristin hob das Kinn. „Dann geh und mach was dagegen.“ Sie blickte sich in ihrem Wohnzimmer um, das ich definitiv zerstört hatte. „Geh und vermöble ein paar scharfe Aliens, bevor die Decke über uns zusammenbricht. Ich flehe dich an.“

Ich rieb meine Hände aneinander und grinste. Ich war stark. Stärker als die Männer, die mich zu ihrem Hauptpreis erklärten. „Gute Idee.“

Ich stapfte an ihr vorbei, mit langen Schritten, und arbeitete mich den Korridor entlang ins Freie. Wie aus der Ferne hörte ich sie in ihr Kommunikationsgerät sprechen, während wir unterwegs waren. „Rachel, komm in die Arena. Gwen braucht mehr Schützenhilfe.“ Sie folgte mir, was in Ordnung war. Da keiner ihrer Gefährten an mir interessiert war, würden sie sich nicht in der Arena aufhalten und meinen Zorn erleiden müssen.

Schützenhilfe? Das war eine nette Geste, aber es war ja nicht gerade so, als würden Kristin und Rachel wirklich als Verstärkung dienen können. Niemand konnte mich verstärken. Ich war nun unzerstörbar, nach meiner Zeit beim Hive. Stärker als beinahe jeder Mann auf dem Planeten. Schneller als selbst der Everis-Jäger Kjel. Die dachten vielleicht, dass sie mich gewinnen konnten, aber da irrten sie sich. Gewaltig. Und wenn ich ein paar Schädel einschlagen musste, um das zu beweisen, dann würde ich das tun. Ein für alle Mal.


Zehn Minuten später fühlte ich mich kein bisschen besser. Wenn ich den Vorschlaghammer bei mir gehabt hätte, hätte ich sogar noch die Tribünen um die Arena herum in Trümmer gehauen. „Warum will keiner von euch gegen mich antreten?“, schrie ich.

Ich keuchte schwer, nicht, weil ich davon erschöpft war, die Männer in der Arena umherzuwerfen, sondern weil ich sauer war. So voller Zorn, dass ich kaum geradeaus gucken konnte. Mein Blutdruck war hoch, meine heiße Lebenskraft schoss mir durch den Körper wie das Hämmern des Basses bei einem Rave. Aber der Cyborg-Teil von mir spürte rein gar nichts. Ich konnte perfekt sehen. Mein Körper surrte vor Energie. Es war mein Kopf, der sich in Aufruhr befand, mein Herz, das zerbrach.

Und ich hatte nicht mehr daran geglaubt, dass noch Stücke übrig waren, die groß genug waren, um zu zerbrechen. Ich hatte mich geirrt.

„Wir wollen dir nicht wehtun“, sagte ein tapferer Mann.

„Wir werden nicht gegen ein weibliches Wesen kämpfen.“ Das war Tane. Der Atlane. Freund von Makarios. Er schien anständig genug zu sein, aber nichts würde die Tatsache ändern können, dass ich ihn einfach nicht wollte. Ich wollte keinen dieser übereifrigen Alpha-Männchen. Die Tatsache, dass sie glaubten, ich wäre wie ein Hauptpreis, den man gewinnen konnte, eliminierte sie in meinen Augen automatisch.

Wenn sie auch nur auf ein Wort geachtet hätten, das ich in den letzten paar Wochen gesprochen hatte, dann hätten sie das gewusst.

Aber andererseits, hier ging es nicht um mich. Hier ging es um sie. Wer war der Größte? Der Stärkste? Wer hatte Muskeln über Muskeln und besaß die Frechheit, mir zu sagen, wem ich meinen Körper zu überlassen hatte?

Ich blickte mit zusammengekniffenen Augen auf Tane. „Ach, ihr kämpft um mich wie ein Haufen kleiner Jungs um ein neues Spielzeug? Ihr wollt mich ficken, mich zur Gefährtin machen, aber gegen mich kämpfen wollt ihr nicht?“ Ich würde sterben, bevor ich mich jetzt noch von einem von ihnen anfassen ließe. Und ich war mir ziemlich sicher, dass diese Einstellung in meinen Augen zu sehen war, als ich zu dem Atlanen sprach. Er wich vor mir zurück, als hätte ich ihm wehgetan, dann nickte er und verneigte sich leicht.

Zu spät, du Kotzbrocken.

„Du bist eine ausgesprochen begehrenswerte Frau. Wir erweisen dir mit dieser Schlacht um das Recht, dich zu umwerben, eine Ehre.“

Es war unfassbar, wie unterschiedlich die Sitten auf anderen Planeten waren. Wir waren hier nicht auf der Erde. Ich bemühte mich, mit diesem Wissen meine Wut im Zaum zu halten. Er glaubte, dass sie hier zuvorkommend waren, ritterlich. Respektvoll.

„Und ich habe dabei nichts zu melden? Keine Mitsprache dabei, ob ich kämpfen darf oder nicht? Oder wen ich ficken darf? Oder wen ich zum Gefährten will? Überhaupt kein Mitspracherecht? Weil der Gewinner von dem hier“—ich wies mit dem Finger im Kreis der vier Übriggebliebenen herum—„repräsentiert, wie ihr hier eure Frauen behandelt? Keine Wahl. Kein Begehren. Nicht mal eine Unterhaltung beim Abendessen? Direkt übergehen zum Besitz ihres Körpers, und sie hat dabei nichts mitzureden?“ Meine Stimme war leise, kalt. Ich ließ mich von den Cyborg-Teilen ruhig halten und hoffte, dass ich mehr wie eine Maschine klang und weniger wie die Romantikerin mit dem gebrochenen Herzen, die in meinem Inneren langsam verblutete. Jetzt war ich nicht mehr nur ein Freak, der nie wieder nach Hause auf die Erde durfte. Jetzt war ich nichts weiter als ein Stück Fleisch, um das man kämpfte.

„Meine Dame—“

Ich wirbelte herum und blickte auf den Mann, der mich so genannt hatte. „Nenn mich nicht—“

„Es reicht!“ Die Stimme des Gouverneurs schnitt mir das Wort ab. Gouverneur Maxim Rone schritt mit der Haltung eines Mannes herein, der es gewohnt war, dass man ihm gehorchte. Rachel ging neben ihm her, musste beinahe joggen, um mit den zornigen Schritten ihres Gefährten mitzuhalten, mit denen er vom Rand der Arena in die Mitte lief. Er trug die bequeme Kleidung einer Person, die mehr Zeit in Besprechungen verbrachte als auf dem Schlachtfeld, und der kupferfarbene Kragen um seinen Hals passte genau zu dem, den Rachel trug. Die Verbindung zwischen ihnen reizte mich im Moment nur noch mehr. Maxim saß vielleicht derzeit hinterm Schreibtisch, aber er war dennoch ein Prillon-Krieger mit vielen Jahren Kampferfahrung. Er war nicht zu unterschätzen, weithin respektiert und zu seinem Posten als Herrscher von Basis 3 gewählt worden. Die anderen Männer ordneten sich seinen Entscheidungen unter.

Aber ich war kein Mann. Und ich gehörte nicht auf diesen Planeten.

Ich funkelte Rachel an.

„Ich hätte nur noch zehn Minuten gebraucht, um sie alle fertig zu machen.“

Sie lächelte, zuckte mit den Schultern und blickte mich scheu an. „Ich wollte nicht, dass dir etwas passiert.“

Ich verdrehte die Augen darüber, wie unwahrscheinlich das war, aber blieb ruhig.

„Die Männer haben Ihnen großen Respekt dadurch erwiesen, dass sie verweigerten, Sie zu bekämpfen.“ Unglücklicherweise war Maxims Stimme weithin gut zu hören, denn die anderen Männer, die um die Arena herum saßen, stapften bei seinen Worten zustimmend auf und klatschten. Der Gouverneur verschränkte die Arme und starrte auf mich hinunter. Er war groß, über 2,10m groß, und seine kupferfarbene Haut, die dunklen Haare und braunen Augen erinnerten mich an einen Reeses Peanut Butter Cup. Das würde ich ihm natürlich nie direkt sagen. Oder Rachel. Und er war im Moment auch nicht gerade zuckersüß.

Gott, ich vermisste Schokolade.

„Ich bin stärker als sie alle. Ich bin Soldatin, ein Mitglied der Koalitionsflotte“, entgegnete ich. „Ich habe ebenso viele Kämpfe miterlebt wie jeder anwesende Mann, oder sogar noch mehr.“

Er nickte entschieden. „Sie sind all das, aber Sie sind dennoch weiblich. Wir verletzen keine Frauen hier, nicht einmal zum Sport. Wenn Sie kämpfen, dann kämpfen Sie gegen Ihre Feinde. Wir sind nicht Ihre Feinde. Sie verlangen von diesen Männern, dass sie sich und ihre Familien entehren, indem sie gegen Sie zum Kampf antreten.“

Ich blickte zu Tane. Der Atlane sah schon wieder selbstzufrieden aus, was mein Feuer nur schürte. „Das ist eine derartige Doppelmoral.“

„Das ist es ganz und gar nicht. Sie kommen von der Erde und sind nicht vertraut mit den Sitten der atlanischen, prillonischen und trionischen Männer. Und den Sitten von anderen Planeten. Frauen sind heilig. Hochangesehen. Einer Frau oder einem Kind Schaden zuzufügen bedeutet, alles zu verraten, wofür wir kämpfen, alles, für dessen Schutz wir immer noch unsere Opfer bringen.“

„Warum bin ich hier diejenige, die Schimpfe bekommt?“ Ich schwenkte die Arme herum, während ich sprach. „Die hier sind es doch, die es sich in ihren Neandertaler-Schädel gesetzt haben, dass der Letzte, der übrig bleibt, mich geschenkt bekommt.“

Alle anwesenden Männer nickten, und schienen nicht im Geringsten geknickt. Blutig, verschwitzt und mit zerrissener Kleidung, aber sie standen für ihre Taten gerade.

„Die Idee war nicht schlecht.“

„Machen Sie verdammt noch mal Witze?“, rief ich, völlig aufgelöst. Ich raufte mir die Haare, lief im Kreis herum. Ich konnte nicht kämpfen. Also was konnte ich tun? Ich saß auf diesem Planeten fest. Im Käfig wie ein wildes Tier.

„Sie lassen sich gehen, Leutnant.“

„Ich gehe nirgendwohin, Gouverneur, ich sitze im Käfig. In der Falle.“ Ich lief weiter, bis ich fast Zehenspitze an Zehenspitze vor ihm stand und blickte hoch, weit hoch in seine Augen. Die Resignation, die ich dort sah, ließ mein Herz panisch klopfen. Er würde gleich etwas tun, was mir ganz und gar nicht gefallen würde. Ich konnte es in den ruhigen reuevollen Augen sehen, es in dem tiefen Seufzen hören, das aus seiner Brust grollte. „Nein. Nicht das. Lassen Sie mich doch einfach auf irgendeine Mission gehen. Lassen Sie mich auf einen Haufen Hive los, anstatt auf diese Kerle“, sagte ich und deutete auf die vier, die um mich gekämpft hatten, aber sich weigerten, gegen mich zu kämpfen.

Der Gouverneur schüttelte langsam den Kopf. „Ich kann jemanden, der so kurz davor steht, die Beherrschung zu verlieren, nicht auf eine Mission schicken. Ich gebe zwar zu, dass es nicht die ideale Lösung war, dass diese Männer es auf sich genommen haben, über Ihr Schicksal zu entscheiden, aber sie lagen nicht falsch. Sie brauchen einen Gefährten.“

„Ich kämpfe bis zum Tod, bevor ich mich darauf einlasse.“

„Und ich werde Sie in die Zelle stecken, bis Sie sich beruhigt haben.“ Er streckte die Finger hoch und legte sie mir fast an die Lippen, als ich noch einmal Luft holte, um zu widersprechen. Der Schock über diese Beinahe-Berührung ließ mich innehalten, und er fuhr fort. „Es geht nicht nur um Sie, sondern auch um die Männer. Sie sind beinahe rasend vor Begehren, Sie in Besitz zu nehmen. Die Basis reibt sich auf, lange Jahre harter Arbeit und Disziplin lösen sich an den Bruchstellen auf, und alles nur wegen einer gefährtenlosen Frau. Die erste und einzige Mission, auf die ich Sie geschickt habe, endete in einer Katastrophe. Vergessen Sie denn so schnell?“

„Nein.“ Ich hatte keinen einzigen Moment dieses Fiaskos vergessen. Zwei Prillon-Krieger hatten beschlossen, dass sie mich in Besitz nehmen würden, während wir unterwegs waren. Der Atlane und zwei weitere Prillon-Krieger auf der Mission weigerten sich, zuzulassen, dass sie mir zu nahe traten. Ein riesiger Kampf brach aus, der Atlane ging in Biest-Modus und zerstörte zwei kleine Kreuzer im Hangar, bevor genug Männer zur Stelle waren, um den Kampf aufzulösen. Und all das hatte nichts mit dem eigentlichen Kampf zu tun, in den wir geschickt worden waren. „Befehlen Sie ihnen doch einfach, dass sie mich in Ruhe lassen sollen.“

„Sie sind keine Menschen, Gwendolyn. Sie können nicht von ihnen erwarten, dass sie sich so verhalten, wie es Menschenmänner auf der Erde tun würden. Sie sind Koalitionskrieger, und sie verlieren die Beherrschung bei dem Gedanken daran, dass Sie gefährtenlos und schutzlos auf der Basis herummarschieren. Es widerstrebt unserer Natur zutiefst. Ich werde es nicht länger dulden. Das kann ich nicht.“ Den letzten Satz fügte er mit endgültigem Nachdruck hinzu.

„Also werden Sie sie einfach so um mich kämpfen lassen? Und alles geht an den Gewinner?“, fragte ich, fassungslos.

Bei dem Gedanken drehte sich mir der Magen um. Bei allen vier Männern handelte es sich zwar um gutaussehende, beeindruckende Prachtexemplare, aber keinen von ihnen würde ich je in Erwägung ziehen. Und er stand in der Tribüne. Mein Blick kreuzte sich mit dem von Mak, dem heißen, schweigsamen Atlanen, als ich ihn in der Menge erblickte. Und ein Blick reichte aus, um meine Nippel hart weren zu lassen, meine Pussy vor gieriger Vorfreude darauf, gefickt zu werden, zucken zu lassen. Von ihm. Oh ja, er war ganz intensiv, ganz Alien. Verdammt, das war jeder hier auf der Kolonie, aber Mak hatte etwas an sich, das ihn anders machte, das mich scharf machte.

„Absolut nicht“, sagte der Gouverneur. „Ich habe von meiner Gefährtin viel gelernt.“ Er wandte sich zu Rachel, die lächelte und an seine Seite trat. Er hob den Arm, sodass sie sich an seine Seite schmiegen konnte, dann legte er ihn um ihre Schultern, und seine Finger streichelten sie geistesabwesend. „Sie werden einen Gefährten auswählen. Es gibt keinen Mann hier, der Sie verweigern würde.“

Die Menge jubelte zustimmend, und ich fühlte mich wie ein Insekt unter der Lupe. Jedes männliche Auge in der Menge war nun ausschließlich auf mich gerichtet. Rief mir entgegen. Lockte mich mit Muskelschau oder feurigen Blicken. Guter Gott. Der Gouverneur hatte gerade ein Monster freigesetzt.

„Also gut, in Ordnung. Ich suche mir meinen Gefährten selber aus.“ Ich nickte knapp, erleichtert. „Gut. Wenn es sonst nichts gibt, dann gehe ich mal.“

Als ich einen Schritt auf das Tor zu machte, das ich aufgestoßen hatte, rief er aus: „Sie werden Ihren Gefährten jetzt gleich auswählen. Hier und jetzt. Bevor Sie die Arena verlassen.“

Ich erstarrte, dann wirbelte ich auf dem Absatz herum. „Jetzt gleich?“

„Jetzt gleich“, wiederholte er. „Sie brauchen einen Gefährten, müssen in Besitz genommen und markiert werden, damit der Rest der Männer weiß, wem Sie gehören—“

„Wem ich gehöre?“, sagte ich, aber er fuhr fort, als hätte er nichts gehört.

„—und nicht länger den Drang verspüren, im Speisesaal zu kämpfen, im Außenhof oder hier in der Arena.“

„Ist das Ihr Ernst?“

Er nickte entschieden. „Absolut. Wählen Sie einen Gefährten, oder es wird einer für Sie gewählt.“

„Gut so. Tu, was der Gouverneur dir sagt. Dann hast du vielleicht genug zu tun, und musst unser Privatquartier nicht mehr auseinander nehmen“, warf Tyran ein, der inzwischen neben Kristin stand. Sie verdrehte die Augen über ihren Gefährten und zwinkerte mir zu.

„Jetzt gleich“, sagte der Gouverneur noch einmal in Ausübung seiner Autorität, und nutzte das Beispiel meiner Zerstörung des Wohnbereichs von jemand anderem als weitere Begründung für seine Eile. Er hob die Hand, um die Menge zum Schweigen zu bringen, und die Lautstärke wechselte in wenigen Sekunden von Kampfgetümmel zu Bibliothekatmosphäre, während mich jeder anwesende Mann mit Hoffnung in den Augen anblickte.

Ich warf einen kurzen Blick in die Tribüne hoch. Fand Makarios. Wandte den Blick wieder ab.

Jeder anwesende Mann, außer einem.

Verdammt. Makarios machte ein mürrisches Gesicht, die Arme vor der Brust verschränkt, seine Miene steinern und unentzifferbar. Er hätte genauso gut Farbe beim Trocknen zusehen können. „Aber—“

„Sobald Sie einen Gefährten haben, werden Sie nicht länger die Ursache für so viel Unruhe sein. Sie werden wieder in den aktiven Einsatz gesteckt und dürfen auf Missionen ausrücken“, fügte er hinzu.

Ich biss mir bei dieser Aussage in die Lippe. Das verdammte Zuckerbrot.

Ich senkte den Kopf und blickte ihn durch die Wimpern hindurch an. Also gut, ich biss an. „Lassen Sie mich das ein für alle Mal klarstellen. Ich suche mir einen Gefährten, und dann kann ich wieder auf Missionen gehen und sogar den Hive bekämpfen.“

„Das ist korrekt.“

Er hätte das nicht gesagt, wenn es nicht stimmen würde. Er war der Gouverneur, zum Teufel. Und er hatte es vor einem ganzen Haufen Leute laut ausgesprochen. Vor Zeugen. Jetzt konnte er das nicht wieder zurücknehmen.

Ich konnte nicht einen Tag länger hier auf der Kolonie bleiben, festsitzen. Die Gelegenheit war zu groß. Ich brauchte nur einen Gefährten. Was machte es schon? Wir konnten ficken und Spaß haben, und dann konnte ich auf Missionen gehen. Mein eigenes Ding tun. Keine Bindung, nur ein wenig Vergnügung. Jeder einzelne dieser Kerle würde gut im Bett sein. Aber nur einer machte mich scharf darauf, mich dorthin zu beeilen. Und zwar gleich.

Noch besser, es war weithin bekannt, dass er überhaupt keine Gefährtin wollte. Ich konnte es nicht brauchen, mich von einem überfürsorglichen, besitzergreifenden Alpha-Männchen rumkommandieren lassen zu müssen, der meinte, ich gehörte ihm. Ich brauchte Freiheit und eine heiße Runde auf der Matratze.

Ich weigerte mich, in die Tribüne hoch zu blicken, konzentrierte mich auf den einen, der mich scharf machte, der mir die Zeit zwischen Missionen mit Orgasmen füllen konnte. Der Gedanke daran...und der Gedanke an Maks Händen an mir, seinen Schwanz in mir, ließ mich vor Lust verbrennen.

Seine Augen, hell und durchdringend, würden in meine blicken, während er in mich stieß. Seine Haut war gebräunt, sein Kiefer scharfkantig. Sein Haar etwas zu lang für einen Militär-Schnitt, was ihn von den anderen abhob. Selbst in der standardmäßigen Koalitions-Uniform stach er aus der Menge hervor. Größer als die anderen Atlanen, war er ein schweigsamer, grimmiger Riese, und ich wollte ihn ergründen und herausfinden, wie er war. Was ihn scharf machte. Was ihn auflodern ließ.

Nichts an ihm machte deutlich, ob er nun allen Gerüchten zum Trotz vom Koalitions-Militär war, oder überhaupt ein Kämpfer. Aber ich glaubte den Gerüchten. Und diejenigen, die sich damit auskannten, sagten, dass er ein Rebell und Schmuggler von Rogue 5 war. Dass er Gesetze genauso leichtherzig brach wie Schädel. Dass sein Ehrenkodex und seine Loyalität seiner Legion gehörten, auf dem zugehörigen besiedelten Teil des Rebellenmondes über dem Planeten Hyperion. Dass er anders war. Einzigartig. Alleine in der Galaxis. Der einzige seiner Art.

Genau wie ich.

Ich stemmte meine Hände in die Hüften. Heißer Sex. Ohne Bindung. Wir würden beide bekommen, was wir wollten. „In Ordnung.“

Der Gouverneur zog eine Braue hoch. „So einfach geht das? Ich hätte Ihnen schon vor Tagen ein Ultimatum setzen sollen. Dann wäre diese Basis nicht derartig in Aufruhr geraten.“

Ich spitzte die Lippen, nicht erfreut darüber, dass er mir die gesamte Schuld daran gab, dass die Dinge hier ein wenig verrückt spielten. Es lag schließlich nicht an mir, dass die Männer hier sich wie Höhlenmenschen aufführten.

„Kämpfer, ihr habt in der Arena freiwillig um diese Frau gekämpft. Stimmt ihr nun zu, dass sie sich selbst einen Gefährten wählen kann?“

Die vier Männer plusterten sich auf und hoben das Kinn. Sie nickten und stimmten bereitwillig zu. Zweifellos hatte jeder einzelne von ihnen die Gewissheit, dass ich ihn wählen würde.

„Wen wählen Sie, Gwendolyn Fernandez von der Erde? Ihre Wahl wird nicht angefochten werden, Ihre Antwort ist endgültig. Bitte nennen Sie den Namen und Herkunftsplaneten des Kriegers, sodass kein Missverständnis aufkommt. Wen erklären Sie zu Ihrem Gefährten?“

Das war nicht gerade die Art gewesen, auf die ich einen Kerl finden wollte, aber die Vorzüge waren zu gut, um darauf zu verzichten. Ein großer Schwanz, der an einem scharfen Kerl hing, und meine Freiheit? Ich würde auf Missionen gehen können, für eine Weile von diesem Planeten weg kommen. Der Gouverneur war großzügig. Wenn ich nicht zustimmte, musste ich annehmen, dass er mir die Entscheidung abnehmen würde. Ich würde innerhalb der nächsten Stunde jemandem zugewiesen werden, jemandem, den höchstwahrscheinlich er für mich aussuchen würde. Es ging nun nur noch darum, ob ich mein eigenes Schicksal bestimmen würde, oder die Entscheidung jemand anderem überließ.

Die ganze Situation war unfair, aber so war das Leben auf der Kolonie nun mal. Kacke und danach noch mehr Kacke. Die Männer hier waren noch schlimmer dran als ich, wenn ich ganz ehrlich war. Ich hatte die Wahl unter hunderten sexy, männlichen, begierigen Kerlen. Und sie hatten nur die Hoffnung, dass sie einer Interstellaren Braut zugewiesen werden würden, und das passierte nur, wenn das System, die Tests, ein passendes Gegenstück fanden. Hoffnung auf eine Braut... und mich.

Ich blickte die vier Männer vor mir an, dann in die Tribüne hoch. Zu ihm. Ich hob die Hand und zeigte auf ihn, holte tief Luft, um meine Nerven zu beruhigen. Ich hatte keine Ahnung, wie das ablaufen würde, ob er erfreut sein würde oder entsetzt. Ob er interessiert war oder mich dafür hassen würde, ihn in eine Falle zu sperren. Aber ich wusste zwei Dinge. Erstens, dass ich wollte, dass sein Körper in meinen stieß. Ich wollte ihn berühren. Ihn riechen. Ich wollte ganz intensiven Hautkontakt.

Und zweitens? Wenn die Gerüchte stimmten, und daran glaubte ich, dann wollte Mak keine Gefährtin. Er wollte genauso wenig auf diesem Planeten sein wie ich. Wir beide saßen in der Falle. Wir waren beide Gefangene. Wir konnten Spaß haben und einander für unsere eigenen Zwecke benutzen.

Unter all den Männern hier war er der einzige, der mir geben konnte, was ich wirklich wollte... heißen Sex ohne Bindung. Außerdem, wenn ich die Wahl hatte, würde ich das nehmen, was mein verräterischer Körper begehrte. „Ich wähle Makarios Kronos von Rogue 5.“

Niemand sprach. Stille herrschte in der Arena und der gesamten Tribüne rundherum. Langsam erhob er sich.

Unsere Blicke kreuzten sich.

Verschmolzen.

Ich vergaß, zu atmen.

Um uns herum regte sich niemand. Niemand machte einen Mucks, während es in meinen Ohren pochte wie eine Basstrommel. Ein Schlag.

Zwei.

Dann brach die Hölle los.

3


Mak, Die Kolonie, Arena

Was zum Teufel war passiert?

Jeder Prillon-Krieger auf der Tribüne kletterte von seinem Sitz und stellte sich hinter Captain Marz auf. Wenn Marz beschloss, darum zu kämpfen, würde das unschön werden.

Der Trion-Mann grinste, verneigte sich vor mir, dann vor Gwen, und marschierte seelenruhig aus der Arena, durch das große Tor, das Gwen vorhin aufgestoßen hatte.

Unser Freund Tane blickte zu mir hoch, als hätte ich ihn gerade mit einem Ionen-Blaster in den Rücken geschossen, aber er regte sich nicht. Auch jeder andere Atlane auf der Tribüne saß wie ein regloser Felsbrocken da und wartete ab, was ich tun würde. Wartete auf einen Aufruf, für mein Recht zu kämpfen, die Frau für mich zu beanspruchen. Es gab nicht viele Atlanen auf der Kolonie. Die meisten überlebten die Bemühungen des Hive nicht, sie in Monster zu verwandeln. Aber es gab zumindest ein Dutzend hier in der Arena, einschließlich Bruan, Tane und mir selbst.

Wir könnten den Prillonen da unten einen heftigen Kampf liefern, wenn jeder anwesende Atlane hier in Biestmodus ging. Es würde ein blutiges, verschwitztes Kampfgetümmel werden. Atlanen und Prillonen waren gleichermaßen ausgehungert nach einem guten Kampf. Angespannt wie Schlangen kurz vor dem Zubeißen. Niemand würde sterben, aber jeder würde bluten. Und das alles wegen der schwarzhaarigen Verführerin, die sich gerade ein Monster als Gefährten ausgesucht hatte. Die anderen Männer hier waren bei weitem ehrenhafter als ich. Würdiger. Das würde ich nicht abstreiten. Ich war von Beruf Schmuggler, und als Hobby Pirat. Ich suchte mir meine Schlachten und meine Loyalitäten selber aus. Und ich gehörte nicht zur Koalition. Ich sollte nicht einmal hier sein.

Scheiße. Was für ein Schlamassel.

„Scheiße, Mak, was soll das?“, zischte Bruan und drehte sich zu mir herum. „Du?“

Jeder in der Arena starrte mich inzwischen an, aber niemand sonst sprach ein Wort. Alle warteten ab, was ich tun würde.

Bruans Augen standen weit offen, und sein gesamter Körper war angespannt. Als hätte die Antwort der Soldatin ihn betäubt.

Tja, mein Freund konnte sich da verdammt noch mal hinten anstellen, denn ich bezweifelte stark, dass irgendwer erstaunter war als ich.

Gwen hatte mich gewählt.

Mich.

MICH.

Heilige Scheiße.

Mein Herz pochte, und ich fragte mich, ob ich sie richtig gehört hatte. Aber das hatte ich, denn Bruan hatte dasselbe gehört. Jeder hier hatte sie meinen Namen rufen gehört. Selbst der Gouverneur, der mich mit selbstzufriedenem Gesicht und verschränkten Armen genau wie alle anderen beobachtete. Der Bastard wusste, dass ich nicht Nein sagen konnte. Nicht Nein sagen würde. Sie hatte mir ein Wunder angeboten, einen Weg runter von diesem Scheiß-Planeten. Und die Blicke? Ich ignorierte sie alle. Ich hatte nur Augen für Gwen, denn sie hatte ihren Blick nicht von mir abgewendet, seit sie meinen Namen gerufen hatte.

Meinen Namen. Für den Bruchteil einer Sekunde fühlte ich mich...wie etwas Besonderes. Erwünscht. Begehrt, wenn ich mir ihren hungrigen Blick so ansah. Unter ihrem protzigen Gehabe und der Intensität ihres Blickes sah ich ein Sehnen. Rohe, ungefilterte Lust. Ein Bedürfnis nach etwas, von dem sie wollte, dass ich es ihr gab. Nicht die vier Männer, die um sie gekämpft hatten. Nicht irgendwer sonst auf der Tribüne. Verdammt, nicht mal Bruan.

Sondern ich.

Ich knurrte instinktiv, bevor ich den Impuls unterdrücken konnte. Meine Giftzähne fuhren in meinem Mund aus, hungrig danach, sie zu markieren, mit meinem Samen zu füllen, sie für immer zu meinem Eigentum zu machen. Aber das war die animalische Seite meines Wesens. Urinstinkt. Ich war mehr als nur ein Hyperion-Monster. Ich war ein Mann mit einem Verstand, und einem eisern geschmiedeten Willen.

Ich konnte sie nehmen. Sie ficken. Und das von den Göttern verdammte Gift in meinem Biss von ihr fernhalten. Ich würde nicht schwach werden. Ich würde mich dem Drang nicht hingeben, sie in Besitz zu nehmen.

Ich bezweifelte sogar gründlich, dass sie überhaupt in Besitz genommen werden wollte. Nicht dauerhaft. Ich wusste, dass sie den Bedingungen des Gouverneurs nur aus dem Grund zugestimmt hatte, weil sie von diesem Planeten runter wollte. Auf Missionen gehen und sich nützlich fühlen. Bedeutend. Geschätzt.

Wir waren gleich, sie und ich. Ich hörte es in ihrer Stimme, als sie mit dem Gouverneur diskutiert hatte, ihn darum angefleht hatte, sie von diesem Felsbrocken weg zu lassen, darum angefleht, den Hive bekämpfen zu dürfen. Ins Weltall hinaus zu ziehen. Aus diesem Käfig raus.

Ich war langsam aufgestanden, als sie meinen Namen gerufen hatte, und hatte ihren Blick gehalten. Ich sah zu, wie sie ihre Aufmerksamkeit über jeden Zentimeter von mir wandern ließ, mit ganz offensichtlichem Hunger. Aber der Moment der freudigen Überraschung war vorüber. Klarheit senkte sich wie das schärfste Schwert. Warum ich? Warum verdammt würde sie mich wählen? Ich kam von Rogue 5, ausgerechnet. Und war noch dazu halber Forsianer. Ich war der letzte Mann in dieser Arena, den sie wählen sollte.

Und vielleicht war genau das der Grund, warum sie es getan hatte.

Vor ihrer Verkündung hatte ich gedacht, dass nur eine Handvoll Krieger auf dem Planeten von meiner wahren Herkunft wussten. Ich nahm an, dass sie mich alle für einen Atlanen hielten.

Ich hatte mich geirrt. Sie wusste, dass ich kein Atlane war. Wusste, dass ich von Rogue 5 stammte.

Was wusste sie sonst noch?

Kannte sie die Wahrheit über mich? Über meinen Biss? Wusste sie, dass ich sie nie völlig in Besitz nehmen können würde?

Wenn sie das wusste, dann war es nicht verrückt von ihr gewesen, mich zu wählen, sondern ein kalkuliertes Risiko. Niemand sonst auf dem Planeten würde ihr die Freiheit gestatten, von der ich vermutete, dass sie sie brauchte. Nein. Diese Einfaltspinsel würden sie in ihre Hände bekommen, ihre Schwänze in sie stecken und sich in besitzergreifende, überfürsorgliche, herrische Gefährten verwandeln. Sie würden sie zur Zucht wollen und sie ansonsten sicher in ihren Käfig sperren. Einen goldenen Käfig, sicherlich, aber doch nichts anderes als ein Gefängnis.

Ich wollte keine Gefährtin. Ich wollte einen guten Fick und mehr Freiheit. Es schien, als wünschte sie das Gleiche. Was mir gut passte. So, wie sie die Krieger da unten wie Spielzeug in der Gegend rumgeschleudert hatte, konnte ich mir vorstellen, dass ich meine ganze Mischlings-Kraft einsetzen müssen würde, um sie im Bett vollständig zu zähmen.

Mein Schwanz stellte sich der Herausforderung.

Ihr Blick senkte sich auf die ausgesprochen große, deutlich sichtbare Beule in meiner Hose. Und als sie nichts weiter tat als die Hände in die Hüften zu stemmen und ihre dunklen Augen zusammenzukneifen, als würde sie mir sagen wollen, ich sollte es wagen, Nein zu sagen, da wusste ich, dass sie nicht vorhatte, sich umstimmen zu lassen. Und dieses Wagnis? Es ließ meinen Schwanz triefen und meine Eier schmerzen. Sie war die widerspenstigste Frau, die mir in der gesamten Galaxis je begegnet war, egal welcher Rasse. Es brachte mich nur dazu, sie mir über die Schulter werfen und sie davontragen zu wollen, ins Bett werfen und dominieren. Oh, sie würde es hassen, sich zu unterwerfen, aber ich wusste, dass das Gefecht sie feucht machen würde. Denn was ich sehr wohl über sie wusste, war, dass sie leidenschaftlich war, ungehemmt. Wild. Ich freute mich darauf, ihr zu gestatten, all diese feminine Anspannung an mir auszulassen. Sie meinen Schwanz reiten zu lassen mit der gleichen Gründlichkeit, mit der sie auch alles andere tat. Mich von ihr benutzen zu lassen, um das zu besänftigen, was immer sie permanent so aufbrachte. Vielleicht brauchte sie nur einen Orgasmus oder zwei.

Oder fünf.

Oh, die würde ich ihr geben. Und mehr. Ich würde ihr so viele geben, so viel Lust bereiten, dass sie ein verschwitztes, gesättigtes Häufchen in meinem Bett sein würde. Ihr Kopf würde leer sein und ihr Körper befriedigt. Vollgetankt. Endlich zur Ruhe gekommen.

Langsam bewegte ich mich auf sie zu.

Bruan ließ mich vorbei, sodass ich mir meinen Weg zu den Stufen bahnen konnte, die in die staubige Arena hinunter führten, in der sie stand. Und wartete.

Die Kämpfer machten mir den Weg frei, bildeten eine Gasse. Wollten vielleicht sehen, ob Gwen mich hochheben und durch die Arena werfen würde, wie sie das mit dem Prillonen gemacht hatte.

Sie konnte es gerne versuchen. Ich hielt meinen Blick fest auf sie gerichtet, während ich ging. Ja, ich wollte dieses Feuer. Liebte es, dass es auf mich gerichtet war. Aber das hier war keine Zuordnung von der Sorte, wo ich sie für immer in Besitz nehmen würde. Nein, ich konnte nicht das haben, was der Gouverneur mit seiner Gefährtin Rachel hatte. Oder Tyran mit Kristin. Unmöglich. Mein Schwanz wollte sie ficken. Sich in ihrer engen Pussy entleeren. Sie markieren. Und meine Hyperion-Giftzähne? Ich spürte den Druck in meinem Zahnfleisch, als ich sie zwang, sich einzuziehen. Das Biest in mir wollte sie in den Hals beißen und zu meinem Eigentum machen. Dauerhaft.

Aber da ich Hyperione und Forsianer war, würden mein Schwanz und meine Giftzähne für eine wahre Besitznahme zusammenspielen müssen. Das war das Geheimnis, die Wahrheit, die niemand kannte. Nicht einmal die Ärzte, die mich versorgt hatten, als ich hier eintraf.

Ein Biss und der forsianische Paarungs-Schwanz in Kombination würden sie umbringen. Forsia-Frauen träumten von dem Tag, an dem sie den geschwollenen Schwanz ihres Gefährten mit dem Paarungs-Kopf tief in ihre Pussy aufnehmen konnten. Ein Forsia-Schwanz wurde auf der Heimatwelt mit einem Knüppel verglichen, der ihre Frauen bis zum Anschlag ausfüllte. Sobald eine Frau der offiziellen Besitznahme zustimmte, wurde der durchschnittliche Mann hart, und sein Schwanz schwoll an vor Begierde, sie zu füllen, zu ficken und mit seinem Samen zu markieren.

Aber ein Forsia-Schwanz veränderte sich mehr als andere. Er wuchs. Und wuchs. Der breite Kopf fächerte sich auf und verkeilte sich im Inneren, und es war unmöglich, ihn aus der engen Passage einer Frau zu ziehen, bevor die Besitznahme abgeschlossen war. Das Paar war verbunden, steckte ineinander fest, bis der innere Forsianer sich zufriedenstellend versichern konnte, dass die Frau ganz und gar ihm gehörte. Es brauchte stundenlanges Ficken, bis die Eier eines Forsianers von allem Samen entleert waren, der Schwanz endlich befriedigt war, die Lust sich aus seinem Körper verflüchtigt hatte, um zur normalen Größe zurückzukehren—was immer noch größer war als andere Rassen—und sich herausziehen zu können. Historisch gesehen war so sichergestellt, dass die Frau so voll mit Samen war, dass die Chancen einer Befruchtung beim ersten Mal groß waren. Eine angeborene und biologische Art, wie die forsianische Rasse ihren Weiterbestand sicherte.

Zu dem Zeitpunkt, an dem der Schwanz endlich herausgezogen werden konnte, war die Frau zweifelsohne gut gefickt und glücklich. Vor Wonne im Delirium. Oft sogar ohnmächtig. Aber die Besitznahme stand außer Frage. Kein Mann in der Galaxis konnte den Geruch und die Markierung einer Frau mit Gefährten verwechseln, egal welcher Rasse. Jeder würde wissen, dass sie jemandem gehörte, dass ihre Pussy ihrem Gefährten gehörte und niemandem sonst. Sie war danach für alle anderen ruiniert, durch die Lust, die sie darin fand, den geschwollenen Paarungs-Kopf zu reiten. Wenn eine Forsia-Frau erst mal in Besitz genommen war, würde sie nie wieder einen anderen begehren.

Als ich auf den festgestapften Erdboden hinunterstieg, wusste ich, dass Gwen mit einem forsianischen Paarungs-Schwanz fertig werden würde. Es würde eine große Freude sein, sie endlich mit meinem weit zu dehnen, und das alleine würde mir schon reichen.

Aber ich war nicht nur Forsianer. Scheiße, nein.

Wenn ich meinen Prügel von einem Schwanz in ihre Pussy pumpen würde, während zur gleichen Zeit meine Hyperion-Giftzähne tief und unbarmherzig in ihrer Schulter vergraben waren, dann würde sie das mit Gewissheit umbringen. Das kam immer wieder vor unter meiner seltenen Rasse. Die Tatsache, dass es nur noch so wenige von uns gab, und alle männlich, war Beweis dafür. Etwas in unserem Erbgut, die Mischung aus Hyperion- und Forsia-DNA, verwandelte den hyperionischen Lustbiss in ein seltenes und tödliches Gift.

Gwen würde sterben, falls ich sie biss. Es war eine Sache, sie um ihr Bewusstsein zu ficken. Mein männliches Ego konnte das verkraften. Aber ich würde sie nicht um ihr Leben ficken. So einen Fehler würde ich nicht überleben können. Und das war der Grund, warum ich alle Frauen gemieden hatte. Zu ihrem eigenen Schutz.

Aber jetzt hatte die einzige Frau, die ich je mit bewusster Absicht gemieden hatte, es irgendwie fertiggebracht, mich zu erwählen. Hatte jede Chance zerstört, die ich hatte, mich an meinen Plan zu halten. Sie vor mir zu retten. Denn obwohl wir ohne Unterbrechung ficken konnten, würde ich sie doch niemals wahrlich in Besitz nehmen können.

„Er stand nicht zur Auswahl. Es hätte einer von uns sein sollen“, sagte der wagemutige Prillone Captain Marz mit Nachdruck. Er verschränkte die Arme vor seiner breiten Brust, und hinter ihm standen drei Dutzend Prillon-Krieger in Fächer-Formation bereit, seinen Anspruch zu verteidigen.

Die Androhung zwang Gwen, den Blickkontakt mit mir zu unterbrechen und den Prillonen anzufunkeln. „Mir wurde befohlen, mir einen Gefährten zu erwählen. Die einzige Regel war, dass ich es sofort tun sollte.“

„Er hat bisher nicht das geringste Interesse an dir gezeigt“, fügte Tane hinzu.

Gwen kniff die Augen zusammen und verschränkte die Arme vor der Brust, den Prillonen nachäffend. Sie war um so vieles kleiner, wirkte winzig umgeben von den vier Männern, aber ich konnte nicht übersehen, wie ihre Brüste von dieser Bewegung hochgehoben wurden. Ihre Kleidung verbarg rein gar nichts von ihrer weiblichen Form, den Kurven, die die ständigen Streitereien quer durch Basis 3 verursacht hatten, seit sie hier eingetroffen war.

Tanes Worte waren wahr. Ich hatte alles in meiner Macht getan, um desinteressiert zu erscheinen. Wenn dieser Atlane nur wüsste, in welchem Ausmaß ich von ihr besessen war, wäre er schockiert. Ich hatte sie gemieden, um sie zu retten, und aus diesem Grund alleine.

Jetzt gehörte sie mir. Sie hatte mich erwählt, und das änderte alles.

Ich stand am Fuß der Sitzreihen, spannte die Beine an und sprang mit einem Satz quer durch die Arena, wo ich solide direkt vor Captain Marz und seinen Anhängern landete, die Knie gebeugt und ein Knurren in meiner Brust.

Der Prillone zuckte mit keiner Wimper, blieb standhaft, während ich mich zu meiner vollen Größe aufrichtete und auf seine über 2,10m hinunterblickte. Er war groß. Stark. Ein guter Kämpfer. Aber ich würde ihn zu Staub zermahlen, wenn er versuchte, sich dazwischen zu stellen.

„Sie gehört mir.“

„Bei allen Göttern, Mak.“ Tane stellte sich neben mich, zwei atlan-große Krieger in Kampfbereitschaft. Ich war dankbar für seine Unterstützung, und für die Stille, die sich über die Arena legte, als erst Bruan, dann jeder andere anwesende Atlane sich ebenfalls erhoben. Sie würden kämpfen, um meinen Anspruch zu verteidigen. Wenn Captain Marz nicht zurücktrat, würde es Blut geben, und zwar bald.

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11 noyabr 2025
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