Kitabı oxu: «Mit dem biest verpartnert»

Şrift:

Mit dem Biest verpartnert
Interstellare Bräute® Programm: Band 6
Grace Goodwin


Inhalt

Willkommensgeschenk!

Interstellare Bräute® Programm

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Willkommensgeschenk!

Interstellare Bräute® Programm

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Über Die Autorin

Mit dem biest verpartnert Copyright © 2020 durch Grace Goodwin

Interstellar Brides® ist ein eingetragenes Markenzeichen

von KSA Publishing Consultants Inc.

Alle Rechte vorbehalten. Dieses Buch darf ohne ausdrückliche schriftliche Erlaubnis des Autors weder ganz noch teilweise in jedweder Form und durch jedwede Mittel elektronisch, digital oder mechanisch reproduziert oder übermittelt werden, einschließlich durch Fotokopie, Aufzeichnung, Scannen oder über jegliche Form von Datenspeicherungs- und -abrufsystem.

Coverdesign: Copyright 2020 durch Grace Goodwin, Autor

Bildnachweis: Deposit Photos: ralwel, Improvisor

Anmerkung des Verlags:

Dieses Buch ist für volljährige Leser geschrieben. Das Buch kann eindeutige sexuelle Inhalte enthalten. In diesem Buch vorkommende sexuelle Aktivitäten sind reine Fantasien, geschrieben für erwachsene Leser, und die Aktivitäten oder Risiken, an denen die fiktiven Figuren im Rahmen der Geschichte teilnehmen, werden vom Autor und vom Verlag weder unterstützt noch ermutigt.

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Interstellare Bräute® Programm

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1


Sarah, Abfertigungszentrum für interstellare Bräute, Erde

Mein Rücken presste gegen eine glatte, feste Oberfläche. An meiner Vorderseite befand sich eine ebenso harte Fläche, aber sie fühlte sich heiß an, als ich mit den Händen über sie strich. Ich spürte einen Herzschlag unter der schweißgebadeten Haut, ich hörte das lustvolle Grollen in seiner Brust. Seine Zähne gruben sich zärtlich in meinen unteren Halsbereich, sie waren scharf und ich spürte einen leichten Schmerz. Meine Oberschenkel wurden von einem Knie auseinander geschoben und meine Zehenspitzen berührten kaum noch den Boden. In dieser vorzüglichen Weise war ich festgenagelt, und zwar zwischen einem sehr großen, begierigen Mann und einer Wand.

Hände glitten über meine Taille und weiter nach oben auf meine Brüste, um an meinen harten Brustwarzen zu zupfen. Seine kunstfertigen Berührungen ließen meinen Körper dahinschmelzen und ich war erleichtert, die stützende Wand hinter mir zu wissen, als er mich beschützend fest hielt. Seine Hände wanderten höher, sie packten meine Arme, bis er meine Handgelenke mit seiner mächtigen, starken Hand über meinem Kopf zusammenhielt. Ich war ihm wahrhaftig ausgeliefert. Es kümmerte mich nicht. Ich hätte mich wehren sollen, denn eine grobe Behandlung gefiel mir überhaupt nicht, aber das hier … gütiger Gott, war etwas anderes.

Ich wurde richtig gut gegen eine Wand gefickt.

Ich wollte keine Kontrolle über die Situation haben, nicht wissen, was als Nächstes kommen würde. Was auch immer er mit mir anstellen würde, ich wollte mehr. Er war wild, ungebändigt und aggressiv. Sein Schwanz presste heiß gegen meinen Innenschenkel.

“Bitte,” flehte ich.

“Deine feuchte Muschi tröpfelt auf mein Bein.”

Ich konnte spüren, dass ich feucht war, mein Kitzler pochte und die Innenwände meiner Muschi verkrampften sich in freudiger Erwartung.

“Möchtest du von meinem Schwanz gefüllt werden?”

“Ja,” ich schrie und tippte mit dem Kopf gegen die harte Oberfläche hinter mir.

“Vorhin wolltest du dich niemals unterwerfen.”

“Doch. Doch,” keuchte ich, die Situation widersprach vollkommen meinem Wesen. Niemals würde ich mich irgendwem unterwerfen. Ich war eigenständig und verteidigte mich mit Händen und Fäusten oder mit meiner spitzen Zunge. Niemand hatte mir zu sagen, was ich zu tun hatte. Ich hatte genug davon mit meiner Familie und ich würde mich nie mehr herumkommandieren lassen. Aber dieser Mann … ihm würde ich alles geben, selbst meinen Gehorsam.

“Wirst du mir gehorchen?” Seine Stimme war rau und tief, ihr Klang eine Mischung aus Dominanz und Erregung.

“Das werde ich, aber bitte, bitte, fick mich.”

“Ah, ich liebe es, diese Worte von dir zu hören. Dir ist aber klar, dass du meine Bestie besänftigen musst, mein Fieber. Ich werde dich nicht nur einmal ficken. Ich werde dich immer wider ficken, hart und derbe, genau wie du es brauchst. Ich werde dich so oft kommen lassen, dass du dich an keinen anderen Namen außer dem Meinen erinnern wirst.”

Daraufhin stöhnte ich. “Tu es. Nimm mich.” Seine Worte waren dermaßen versaut, ich hätte entsetzt sein müssen, stattdessen aber machten sie mich nur noch heißer. “Stopf mich voll. Ich werde dein Fieber besänftigen. Ich bin die Einzige, die das kann.”

Ich hatte keine Ahnung, was ich da sagte, aber ich spürte, dass es die Wahrheit war. Ich war die Einzige, die die angespannte Raserei in ihm mildern konnte. Ich spürte, wie sie hinter seinen zärtlichen Berührungen und hinter seinen weichen Lippen lauerte. Beim Ficken konnte er seine Wut herauslassen und es war mein Job, meine Aufgabe, ihm dabei zu helfen. Es war nicht so, dass es eine Last sein würde; ich wollte verzweifelt von ihm gefickt werden. Vielleicht war auch ich diesem Fieber erlegen.

Als wäre ich ein Federgewicht hielt er mich gegen die Wand gepresst, mein Rücken wölbte sich unter seinem festen Griff, mit dem er meine Handgelenke packte, meine Brüste schoben sich willig nach vorne, während ich mich näher an ihn heran machte, damit er mich endlich ausfüllen würde.

“Leg deine Beine um mich. Öffne dich, gib mir, was ich will. Gib es mir.” Zärtlich biss er meine Schulter und ich wimmerte vor Bedürftigkeit, als seine massive Brust gegen meine empfindlichen Brustwarzen rieb und er sein Knie weiter nach oben schob und mich zwang, ihn zu reiten. Mit einem erbarmungslosen Übergriff ging er auf meinen verletzlichen Kitzler los, damit ich die Beherrschung verlieren würde.

Ich stützte mich auf ihm ab, hob die Beine hoch und hob mich ihm entgegen, bis ich die Spitze seines dicken Schwanzes an meinem Eingang spürte. Sobald er sich befand, wo ich ihn haben wollte, verschränkte ich meine Knöchel über der Kurve seines muskulösen Hinterns und machte mich daran, ihn enger an mich heranzuziehen und mich auf ihm aufzuspießen. Aber er war zu groß, zu übermächtig und ich stöhnte vor lauter Frustration.

“Sag es, Liebes, sag es, wenn ich dich mit meinem Schwanz fülle. Sag meinen Namen. Sag, wessen Schwanz dich füllt. Sag den Namen des einzigen Mannes, dem du dich unterwerfen wirst. Sag es.”

Sein Schwanz drang in mich ein, er spreizte meine Schamlippen weit auseinander und öffnete mich. Ich spürte, wie fest er war, wie heiß. Ich konnte den moschusartigen Duft meiner eigenen Erregung riechen, den Geruch von Sex. Sein Mund saugte an der empfindlichen Haut an meinem Hals. Ich spürte die stählerne Macht seines Griffes, gegen die Wand gepresst hielt er mich an Ort und Stelle und ließ mir keine Chance der Übermacht seines drängenden Körpers zu entkommen. Ich spürte seine mächtige Größe, als ich meine Schenkel um ihn schlang. Ich spürte die Bewegungen seiner Pomuskeln, als er in mich hineinstieß.

Ich warf den Kopf zurück und schrie seinen Namen, den Namen, der für mich alles bedeutete.

“Miss Mills.”

Die Stimme klang weich, fast schüchtern und es war nicht seine Stimme. Ich ignorierte sie und dachte daran, wie sein Schwanz sich in mir anfühlte. Nie zuvor war ich so gründlich gedehnt worden und das leichte Brennen vermischte sich mit lustvoller Wonne, als seine breite Eichel über die empfindlichsten Stellen in meinem Inneren glitt.

“Miss Mills.”

Ich spürte eine Hand auf meiner Schulter. Sie war kalt, klein. Es handelte sich nicht um seine Hand, denn in meinem Traum befanden sich seine Hände jetzt auf meinem Arsch. Sie drückten und massierten mich fest, während er tief in mich eindrang und mich gegen die Wand nagelte.

Erschrocken wachte ich auf und befreite meinen Arm aus dem klammernden Griff eines Fremden. Ich blinzelte einige Male und erkannte die Frau vor mir als Aufseherin Morda wieder. Es handelte sich nicht um den Mann aus dem Traum. Oh Gott, es war ein Traum.

Ich starrte sie an und schnappte nach Luft.

Sie war echt. Aufseherin Morda befand sich mit mir in diesem Raum. Ich wurde nicht von einem dominanten Mann mit einem riesigen Schwanz gefickt, der mir herausfordernde Worte ins Ohr flüsterte. Wie eine gespannte Katze starrte sie mich an und vielleicht war es der Ausdruck auf meinem Gesicht, der sie einen Schritt zurücktreten ließ. Wie konnte sie es wagen diesen Traum zu unterbrechen? Der beste Sex, den ich je hatte kam nicht einmal ansatzweise an das heran. Heilige Scheiße, war das ein geiler Traum. Nie zuvor wurde ich dermaßen zusammengeballert und gegen eine Wand gefickt, aber jetzt wollte ich genau das. Meine Muschi zog sich weiter zusammen und erinnerte sich sehr gut daran, wie dieser Schwanz sich angefühlt hatte. Meine Finger juckten und sehnten sich danach, seine Schultern noch einmal zu packen. Ich wollte meine Beine um seine Hüften schlingen und meine Fersen in seinen Hintern bohren.

Es war reiner Wahnsinn, ein Sextraum. Und jetzt saß ich hier. Himmel, die Szene glich fast einer Demütigung, wäre sie nicht so real gewesen. Nein, es war demütigend, denn eigentlich sollte ich für den Einsatz an der Front abgefertigt werden, nicht für einen Job als Pornostar. Ich dachte, die Abfertigung wäre so etwas wie eine medizinische Untersuchung, ein Verhütungsimplantat und vielleicht eine psychologische Untersuchung. Ich war zwar schon vorher beim Militär gewesen, nicht aber im Weltraum. Wie anders konnte das nur sein? Was hatte die Koalition nur für Abfertigungsmethoden, um mich einen pornografischen Traum durchleben zu lassen? Machten sie das, weil ich eine Frau war? Wollten sie damit sicherstellen, dass ich mich nicht auf einen männlichen Soldaten stürzen würde? Es war lächerlich, aber warum sonst würden sie mich in diese heiße Traumwelt schicken?

“Was?” raunte ich, immer noch wütend darüber, einem derartigen Vergnügen entrissen zu werden und es war mir peinlich, dass sie mich in diesem verletzlichen Moment ertappt hatte.

Sie wich zurück, offensichtlich war sie die ruppige Art neuer Rekruten nicht gewohnt. Merkwürdig, schließlich hatte sie jeden Tag damit zu tun. Dass sie neu hier im Abfertigungszentrum war, das hatte sie erwähnt, wie neu genau aber, das war nicht klar. Wenn ich Pech hatte, dann war das wohl ihr erster Tag.

“Es tut mir leid, dass ich sie gestört habe.” Ihre Stimme klang zurückhaltend. Sie erinnerte mich an eine Maus. Sie hatte glanzloses, braunes Haar, es war lang und gerade. Keinerlei Make-up, in ihrer Uniform wirkte sie blass und farblos. “Ihr Testvorgang ist abgeschlossen.”

Stirnrunzelnd blickte ich an mir herab. In dem mit einem roten Logo bestickten, kratzigen Krankenhauskittel kam ich mir vor wie beim Arzt. Der Stuhl, auf dem ich saß erinnerte mich an einen Zahnarztstuhl, mit den Handfesseln als unerfreuliches Detail. Ich zerrte daran und testete ihre Stärke, aber sie gaben nicht nach. Ich saß in der Falle. Ein Gefühl, das mir überhaupt nicht gefiel. Ich musste wieder an diesen Traum denken, als er meine Hände über meinem Kopf festhielt, aber das, das hatte mir gefallen. Sehr sogar. Was ich nicht mochte war, dass ich mich ihm offiziell unterwerfen sollte, mich ihm überlassen sollte. Das ergab keinen Sinn, denn ich hasste es zutiefst, irgendjemandem die Kontrolle zu überlassen. Wenn ich mit Freunden ausging, dann saß ich am Steuer. Ich organisierte die Geburtstagsfeiern. Ich erledigte die Einkäufe für meine Familie. Ich hatte meinen Vater und drei Brüder und alle waren sie rechthaberisch. Obwohl ich dazu erzogen wurde, genauso herumkommandierend zu sein wie sie, ließen sie sich nie von mir etwas sagen. Sie verspotteten mich, ärgerten mich und verschreckten jeden Typen, der auch nur im Entferntesten an mir interessiert war. Sie waren dem Militär beigetreten und ich folgte ihnen. Genau wie sie sehnte ich mich nach Kontrolle.

Jetzt, mit diesen verflixten Fesseln kam ich mir wie eine Gefangene vor. Ich war festgenagelt, konnte nicht entkommen. Mit funkelnden Augen blickte ich die Aufseherin an.

Ihre Schultern erschlafften und sie machte sich klein.

“Mein Test ist abgeschlossen? Wollen sie gar nicht wissen, ob ich mit Schusswaffen umgehen kann? Mein Verhalten im Nahkampf? Meine Pilotenkenntnisse?”

Sie befeuchtete ihre Lippen und räusperte sich. “Ihre … ähm … Fähigkeiten sind beeindruckend, sicherlich, aber sie sind nicht Bestandteil des Testvorgangs, den sie gerade beendet haben, also … nein.”

Meine Kampfkünste waren überragend, ich hatte jahrelange Übung darin, wahrscheinlich mehr als die meisten Rekruten der Koalition. Ich ging davon aus, dass alle Tests über Simulationen wie die, die ich eben durchlaufen hatte, durchgeführt wurden, was sehr merkwürdig war, aber vielleicht leichter durchzuführen war, als wenn die Soldaten sich auf dem Übungsplatz oder in einem echten Flugzeug beweisen mussten. War der erotische Traum etwa ein neuartiger Test? Ich war keine Nymphomanin, aber wenn er mir zusagte, dann würde ich einen heißen Typen auch nicht abblitzen lassen. Mir war natürlich klar, dass das Schlafzimmer nichts mit dem Schlachtfeld gemeinsam hatte. Warum interessierten sie sich für meine sexuellen Vorlieben? Glaubten sie, eine Menschenfrau würde einem extrem geilen Alien nicht widerstehen können? Zum Teufel, ich hatte mein ganzes Leben von heißen Alphamännern umgeben zugebracht. Ihnen zu widerstehen war nicht das Problem.

Oder wollten sie beweisen, dass mit mir etwas nicht in Ordnung war, dass ich einen eifrigen, gut bestückten Typen dazu gebracht hatte, mich zu dominieren und gegen eine Wand zu nageln? Er hatte mich zu nichts gezwungen. Ich hatte keine Angst vor ihm. Ich hatte mich nach ihm gesehnt. Ich hatte ihn angebettelt. Es hatte keine Feuerwerke gegeben, außer man würde den Moment zählen, an dem er tief in mich hineinstieß und ich fast gekommen wäre. Meine Bauchmuskeln verkrampften sich erneut und die Bildhaftigkeit des Traumes führte dazu, dass ich mich danach sehnte, dass dieser riesige Mann mich mit seinem heißen Samen füllte.

Diesmal musste ich mich räuspern.

Ein forsches Klopfen an der Tür ließ die Aufseherin auf ihren gummibesohlten Hacken kehrt machen.

Eine Frau in identischer Uniform trat herein, jedoch trug sie diese sehr viel selbstbewusster und mit einer sachkundigen Ausstrahlung.

“Miss Mills, mein Name ist Aufseherin Egara. Wie ich sehe haben sie den Test abgeschlossen.” Die Aufseherin Egara hatte dunkelbraunes Haar, graue Augen und die Haltung und Figur einer Tänzerin. Ihre Schultern waren gerade, ihr Körper war fit und aufrecht. Alles an ihr schrie gebildet, selbstsicher, kultiviert. Das genaue Gegenteil von der Gegend, in der ich aufgewachsen war. Die Aufseherin blickte auf ihr Tablet. Ihr Kopfnicken hätte bedeuten müssen, dass sie zufrieden war, aber ihr Ausdruck war wohldurchdacht und gab nichts preis.

Ich wünschte mir etwas weniger Zurückhaltung ihrerseits und spürte, wie sich mein Gesicht zu einer wütenden Grimasse verzog. “Gibt es einen Grund, warum ich an diesen Stuhl gefesselt bin?”

Das letzte woran ich mich erinnern konnte war, dass ich dem kleinen Mäuschen gegenüber saß—sie kauerte jetzt neben der selbstbewussten Ober-Aufseherin—und eine kleine Pille aus ihrer Hand nahm. Mit einem Pappbecher voll Wasser spülte ich sie herunter. Unter dem Kittel war ich nackt—auf der harten Plastikfläche konnte ich meinen nackten Hintern spüren—und ich war gefesselt. Wenn ich überhaupt irgendetwas Besonderes anhaben sollte, dann nicht diesen lächerlichen Krankenhauskittel, sondern eine Kampfuniform für meinen Einsatz als Koalitionskämpfer.

Die Aufseherin schaute mich an und lächelte überzeugend. Alles an ihr wirkte professionell, ganz im Gegensatz zu der Maus.

“Einige Frauen reagieren sehr stark auf den Testvorgang. Die Fesseln dienen ihrer eigenen Sicherheit.”

“Dann macht es ihnen nichts aus, sie jetzt zu entfernen?”

Die Armfesseln ließen mich langsam die Beherrschung verlieren. Im Falle einer Bedrohung könnte ich den Angreifer mit den Füßen treten, meine Beine waren schließlich frei. Sicher würden sie ein blaues Auge abbekommen, wenn ich mein Bein hochreißen würde.

“Nicht, bis wir fertig sind. Mit dem Protokoll,” fügte sie hinzu, als ob das von Bedeutung wäre.

Sie setzte sich an den Tisch, die Maus schlüpfte auf einen Stuhl an ihrer Seite.

“Um fortzufahren haben wir einige standardgemäße Fragen an sie, Miss Mills.”

Ich verkniff mir das Augenrollen, denn ich wusste, dass das Militär pedantischen Wert auf Papierkram und Organisation legte. Dass eine Militärorganisation mit über zweihundert Mitgliedsplaneten mir einige Hürden in den Weg legen würde, hätte mich nicht überraschen dürfen. Meinem Eintritt in die US-Armee war ein tagelanger Papierkrieg vorausgegangen und das war in einem kleinen Land, auf einem kleinen blauen Planeten von hunderten dieser Art. Verdammt, ich sollte mich glücklich schätzen, wenn die Koalitionsabfertigung der Aliens nicht ganze zwei Monate dauern würde.

“In Ordnung,” antwortete ich, um die Sache schnell hinter mich zu bringen. Ich musste meinen Bruder finden und die Zeit war knapp. Jede Sekunde länger, die ich auf der Erde verbrachte, war für meinen durchgeknallten, aufwieglerischen Bruder eine weitere Gelegenheit, etwas Dummes zu tun und dabei getötet zu werden.

“Ihr Name ist Sarah Mills, richtig?”

“Ja.”

“Sie sind ledig.”

“Ja.”

“Keine Kinder?”

Jetzt verdrehte ich doch die Augen. Wenn ich Kinder hätte, dann würde ich mich nicht freiwillig für den Militärdienst im Weltraum melden, um dort die furchteinflößenden Hive zu bekämpfen. Ich stand davor, die gepunktete Linie unter einer Zwei-Jahres-Verpflichtung zu unterschreiben und nie im Leben würde ich meine Kinder zurücklassen. Nicht einmal, um das Versprechen an meinen Vater an dessen Sterbebett einzulösen.

“Nein. Ich habe keine Kinder.”

“Sehr gut. Sie wurden dem Planeten Atlan zugeteilt.”

Ich runzelte die Stirn. “Das ist nicht einmal in der Nähe der Front.” Ich wusste, wo die Kämpfe stattfanden, schließlich waren meine beiden Brüder John und Chris da draußen im Weltall ums Leben gekommen und mein jüngster Bruder Seth befand sich immer noch im Einsatz.

“Das ist richtig.” Sie blickte über meine Schulter und hatte den vagen Gesichtsausdruck einer Person, die angespannt nachdachte. “Falls ich mich nicht irre, dann liegt Atlan etwa drei Lichtjahre vom nächsten Außenposten der Hive entfernt.”

“Warum also werde ich dorthin geschickt?”

Jetzt runzelte die Aufseherin die Stirn, konzentriert starrte sie auf mein Gesicht. “Weil ihr ausgewählter Partner von dort stammt.”

Mein Mund stand offen und ich starrte die Frau an. Meine Augen waren dermaßen schockiert, es fühlte sich an, als würden sie jeden Moment aus meinem Schädel herausplatzen. “Mein Partner? Wieso würde ich einen Partner wollen?”

2


Sarah

Mein überraschter Tonfall und unverhohlen schockierter Gesichtsausdruck befremdete die Aufseherin offensichtlich. Sie blickte kurz zur Maus herüber, dann zurück zu mir. “Nun, ähm … sie befinden sich hier im Test- und Abfertigungszentrum des Programms für interstellare Bräute. Manchmal dauert es eine Weile, bis die Frauen sich von den Tests erholen und wachen ein bisschen … verwirrt auf. Allerdings hat bisher keine Frau vergessen, warum sie hier ist. Ihre Fragen sind sehr beunruhigend. Miss Mills, geht es ihnen gut?” Sie wendete sich der Maus zu. “Rufen sie unten an. Ich glaube, sie braucht einen zweiten Gehirnscan.”

“Ich brauche keinen Scan.” Ich setzte mich auf und zerrte an den Fesseln, konnte mich aber nicht bewegen. Meine Bemühungen hatten zur Folge, dass die beiden Frauen kerzengerade auf ihren Stühlen saßen, während ich weiter ausführte: “Mir geht’s gut. Ich denke, sie—” ich öffnete meine Faust und deutete auf die Maus, die sich jetzt auf die Lippe biss und an der Tischkante festkrallte, “—hat einen schweren Fehler gemacht.”

Die Aufseherin Egara ließ unerschütterlich ihre Finger über das Tablet gleiten. Eine Minute verstrich, dann eine weitere. Sie schaute zu mir hoch. “Sie sind Sarah Mills und sie haben sich freiwillig als Braut beim Programm für interstellare Bräute gemeldet.”

Daraufhin musste ich lachen. Wahrscheinlich war es doch gut, dass ich festgeschnallt war. “Auf keinen Fall. Ich bin die Letzte, die einen Partner braucht. Ich bin mit drei Brüdern und einem gluckenhaften Vater aufgewachsen und alle haben sich ständig in meine Privatangelegenheiten eingemischt. Sie waren unglaublich bestimmend und haben jeden Typen davongejagt, der auch nur an Sex mit mir dachte.” Natürlich hatte ich gelernt, einige Sachen und darunter auch Männer für mich zu behalten. Was meine Familie nicht wusste, darüber konnte sie sich auch nicht aufregen. “Wozu in aller Welt würde ich einen Partner brauchen?”

“Er würde nicht von der Erde sein,” piepste die Maus hervor.

Aufseherin Egara riss den Kopf herum und funkelte die Maus an, ich war ziemlich beeindruckt. Nicht viele Zivilistenfrauen hatten den Blick, der buchstäblich töten konnte drauf. Die Aufseherin allerdings war ein Profi.

“Warum sind sie dann hier?” Die Aufseherin wandte sich wieder mir zu, ihr Kopf neigte sich zur Seite, als wäre ich ein Puzzle, das sie zusammensetzen wollte.

“Ich muss mich fragen, was genau ‘hier’ bedeuten soll, aber ich habe mich freiwillig für das Koalitionskämpferkontingent der Erde gemeldet.”

“Aber sie sind eine Frau,” entgegnete die Maus mit aufgerissenen Augen.

Als ich antwortete, blickte ich an mir herab. Ich war kräftig und nicht dünn. Meine Knochen waren schwer und ich hatte fast so viele Stunden wie die meisten Kerle in meiner Einheit im Kraftraum zugebracht. Trotz des endlosen Krafttrainings hatte ich noch meine Kurven, mit vollen Lippen und üppigen Brüsten und es war unmöglich, mich mit einem Typen zu verwechseln. “Ja, meine Brüder haben mich mit großem Vergnügen immer wieder darauf hingewiesen.”

Ich musste an sie denken, zwei waren jetzt tot und der dritte kämpfte im Weltall gegen die Hive. Ihre Stänkereien hatte ich damals gehasst, aber jetzt, da John und Chris tot waren würde ich alles geben—also auch eigenhändig die Hive bekämpfen—, damit Seth mich noch einmal ärgern würde. Seth war immer noch irgendwo da draußen. Und ich würde ihn finden und nach Hause holen. So hatte mein Vater es gewollt und ich musste ihm auf dem Sterbebett mein Wort geben.

“Es gibt aber keine Frauen, die sich freiwillig gemeldet haben.” Die Maus zappelte nervös, ihr linkes Knie hüpfte auf und ab wie ein Sprungbrett.

“Das stimmt nicht,” entgegnete die Aufseherin, ihre Stimme klang spröde und verärgert. “Heute ist ihr zweiter Tag und daher wissen sie über viele Dinge noch nicht Bescheid. Es gab schon Frauen, die sich freiwillig für den Kampf gegen die Hive gemeldet haben, nur nicht viele. Miss Mills, ich glaube, eine Entschuldigung wäre jetzt angebracht.”

“Danke.” Meine Schultern fielen erleichtert herunter und ich konnte wieder durchatmen. Ich wollte und benötigte keinen Partner. Ich wollte nicht nach Atlan gehen. Ich musste die Kreaturen, die meine beiden Brüder getötet hatten ausschalten. Mein Vater würde sich im Grabe umdrehen, würde ich vor diesem Krieg davonrennen und so tun, als wäre ich ein schwaches, verängstigtes Frauchen, das einen starken Mann nötig hatte, um sie zu beschützen. Das war nicht das, wozu er mich erzogen hatte. Mein Vater und meine Brüder hatten sichergestellt, dass ich mich um mich selbst kümmern konnte, sie erwarteten mehr von mir. “Wann werde ich die Erde verlassen? Ich bin bereit, gegen die Hive zu kämpfen.”

Den meisten rational denkenden Frauen musste ich wie eine Geisteskranke vorkommen. Wer würde schon eine perfekte Partie ausschlagen, einen starken Partner, dessen absolute Ergebenheit bis ans Lebensende andauern würde, der mir Kinder und ein Zuhause schenken und der mich mit seinem Leben beschützen würde?

Nun, das war wohl ich.

“Sie wurden Atlan zugeteilt,” stellte sie klar. “Der Test wurde abgeschlossen. Ihrem psychologischen Profil nach und basierend auf den Tests des Verpartnerungsprogramms wird unter den verfügbaren Männern auf Atlan ein Partner für sie ausgewählt. Auf diesem Planeten laufen die Dinge ein bisschen anders—”

“Nein. Aber—” ich wollte ihr ins Wort fallen, aber sie war noch nicht fertig.

Sie seufzte und erhob die Hand, um mir Einhalt zu gebieten. “Sie werden ohne ihr Einverständnis vom Planeten transportiert. Ich nehme an, dass sie nicht zustimmen.”

“Nein. Das werde ich nicht,” antwortete ich bestimmt. “Ich brauche keinen Alien-Mann oder … Partner, der mir sagt, was ich zu tun habe.”

“Sie werden die nächsten zwei Jahre einem Kommandanten unterstehen, der ihnen sagen wird, was sie zu tun haben; höchstwahrscheinlich einem Mann,” entgegnete die Maus.

Damit hatte sie nicht ganz Unrecht, aber das würde ich ihr nicht zugestehen. Außerdem war da ein gewaltiger Unterschied zwischen einem Partner, der mich den Gesetzen der Koalition nach für den Rest meines Lebens herumkommandieren durfte und einem befehlshabenden Offizier, der in zwei Jahren aus meinem Leben verschwunden sein würde. “Ich werde alles tun, um meinen Bruder zu finden. Mein einziger Bruder, der den Kampf gegen die Hive überlebt hat. Ich habe meinem Vater mein Wort gegeben und nichts wird mich davon abhalten, es einzulösen.”

Beide Frauen machten große Augen, wahrscheinlich überraschte sie meine Unnachgiebigkeit. Ich meinte es ernst. Ich wollte Seth finden und so viele Hive-Kreaturen wie möglich auslöschen, schließlich hatten sie mir John und Chris genommen. Meinen Vater hatten die Hive zwar nicht direkt umgebracht, aber die Trauer über den Tod meiner Brüder hat sicherlich zu seinem Ableben beigetragen.

“Sehr gut,” antwortete darauf die Aufseherin, sie wischte mit dem Finger über ihr Tablet und löste so meine Fesseln. “Da sie nicht einwilligen, eine Braut zu werden, können sie zum Testzentrum der interstellaren Kampftruppe gehen und dort mit ihrer Abfertigung beginnen, damit sie eingeschworen werden können.”

Ich rieb mir die Handgelenke, als ich ihr antwortete. “Das hier war also reine Zeitverschwendung? Ich muss dort nochmal von vorne anfangen?”

Sie seufzte. “Ich fürchte ja. Ich bedaure.”

“Das ist in Ordnung für mich, so lange sich die Sache mit dem Partner damit erledigt.” Jetzt, als ich den Grund für den Sextraum kannte, fühlte ich mich besser. Einen Moment lang hatte ich mich gefragt, ob in meinem Unterbewusstsein eine unterdrückte, perverse Nymphe schlummerte, von der ich keine Ahnung hatte. Ich war erleichtert, dass es nicht an mir lag. Es war nicht meine Schuld, dass diese sexuellen Bilder auf mich eingeprasselt waren.

Ich rutschte vom Stuhl und meine nackten Füße landeten auf dem kalten Fußboden. Meine Beine zitterten, aber ich weigerte mich, über den Grund dafür nachzudenken. Warum verschreckte mich der Gedanke an einen gebieterischen Partner mehr als die Vorstellung, ein paar gnadenlose, unmenschliche Cyborgs zu bekämpfen?

Nun, zuerst einmal war es so, dass ich einem Cyborg die Birne wegknallen und mich anschließend davonmachen konnte, sollte er mir auf die Nerven gehen. Aber ein Partner? Der würde mich auf die Palme bringen und ich würde für den Rest meines Lebens mit ihm festsitzen, wie ein brodelnder Vulkan, der nie ausbrechen kann … Und Gott weiß, ich hatte einiges an Temperament. Meine Launen hatten mich mehr als einmal in Schwierigkeiten gebracht. Aber sie hatten mir auch das Leben gerettet. Seth riss gerne seine Witze darüber, er sagte, ich würde unsterblich enden, weil ich einfach zu stur war, um zu verrecken.

“Ich werde sie begleiten, damit sie diesmal tatsächlich auch am richtigen Ort ankommen.” Die Aufseherin sprach zu mir, aber ihr Blick richtete sich auf die Maus. “Und um sicher zu gehen, dass alle Protokolle genau befolgt wurden.”

Ich lächelte die Maus an. “Seien sie nicht zu hart mit ihr,” antwortete ich. “Sie ist neu. Und ich hatte einen unglaublichen Traum.”

Verdammt, das hatte ich. Sollte der Typ, dem ich zugeteilt wurde, auch nur annähernd diesem riesigen, aggressiven Liebhaber aus dem Traum ähneln … der bloße Gedanke daran ließ meine Nippel hart werden.

Die Aufseherin zog eine Augenbraue hoch. “Es ist noch nicht zu spät, Miss Mills. Das war kein Traum, sondern die exakte Erfahrung einer anderen Braut während der Verpartnerungszeremonie mit einem Atlanen.”

“Die exakte Erfahrung?”

Die Aufseherin errötete, ihre Wangen liefen leuchtend pink an, während ich versuchte zu verstehen, was genau das bedeuten sollte.

“Ja. Bei der Abfertigung wird die Braut von uns mit einem Neuro-Implantat versehen. Die Koalitionskämpfer erhalten dasselbe Implantat.” Sie tippte mit dem Finger gegen die verknöcherte Wulst an ihrem Schädel, genau über ihrer Schläfe. “Das Implantat hilft ihnen, alle Sprachen der Interstellaren Koalition zu erlernen.”

“Ich werde mich also mit jedem unterhalten können?”

“Ja. Aber das ist noch nicht alles.” Ihr Blick schweifte ab, dann sah sich mich erneut an. “Wenn eine Braut von ihrem Partner beansprucht wird, dann werden ihre Sinneseindrücke, was sie sieht, hört und … fühlt,” die Aufseherin räusperte sich, “aufgezeichnet und später dazu verwendet, die zukünftigen Bräute bei ihrer Abfertigung mental zu stimulieren damit geprüft werden kann, ob sie zu den Männern und Bräuchen des jeweiligen Planeten passen.”

Heilige Scheiße. “Das war also kein Traum? Ich habe die Erinnerungen einer Anderen durchlebt? Das ist wirklich passiert?”

Die Aufseherin lächelte. “Oh ja. Genau so, wie sie es erlebt haben.”

“Eine andere Frau hat das erlebt?”

“Ja.”

Wow. Ich hatte keine Ahnung, was ich mit dieser Information anfangen sollte. Bedeutete das, dass alle Männer auf Atlan so dominant wie der Typ aus dem Traum waren? Er sprach von einem Fieber, einer Wut, die nur ich—die Frau in dem Traum—besänftigen konnte. Sollte das heißen, dass er geil auf sie war? Wenn es sich im Traum so anfühlte, dann konnte ich mir nur ausmalen, wie unglaublich es sich in der Realität anfühlen musste. Himmel, dieser Mann war anders als alle Männer von der Erde. Dieser Traum war lustvoller als jede tatsächliche sexuelle Erfahrung, die ich je gemacht hatte.

Aber es blieb ein Traum, zumindest für mich. Ich sollte nicht länger darüber nachdenken. Es war ein Missgeschick. Ich würde für die Koalition kämpfen. Ich würde Seth ausfindig machen. Ich hatte keine Zeit, mich von meinen fleischlichen Begierden ablenken zu lassen. Es war pure, besinnungslose Lust. Ich sinnierte darüber, wie ich die Cyborgs umbringen würde und trotzdem, meine Nippel blieben hart. Das war vollkommen unakzeptabel. Die Pflicht kam zuerst. Meine aufgestaute Libido würde warten müssen, bis mein Bruder sicher wieder zu Hause war. Ich musste ihn finden und an seiner Seite unsere Dienstzeit absolvieren. Danach konnten wir zurück nach Hause.

Ich blickte hoch, die Aufseherin musterte mich genau. “Miss Mills, noch können sie es sich anders überlegen. Sie werden mit einem Krieger vom Planeten Atlan verpartnert. Er wird komplett ihnen gehören, ihre psychologischen Profile und Vorlieben werden perfekt aufeinander abgestimmt. Er wird ihnen absolut ergeben und in jeder Hinsicht perfekt für sie sein.”

Ich erinnerte mich an den festen Hüftstoß des Mannes, wie ich stöhnte und mich gegen die Wand presste, als er mich mit seinem Schwanz nahm. Gewollt zu werden war eine starke Verlockung und das Gefühl, derartig begehrt und hemmungslos durchgefickt zu werden erfüllte mich mit Sehnsucht. Ich hätte es haben können. Ich hätte einen dieser großen, ruppigen Liebhaber ganz für mich alleine—

Nein. Auf keinen Fall. Ich würde nicht zulassen, dass meine Hormone mich in eine Vollidiotin verwandelten. Ich hatte einen Plan, eine Aufgabe. Ich musste Seth finden. Ich brauchte keinen heißen Typen mit einem riesigen Schwanz, der mich allein mit seinem festen, tiefen Hüftstoß kommen lassen würde. Ich seufzte. Brauchen? Nein. Aber wollen …

Verdammt. Ich musste mich zusammenreißen! Die Pflicht kam zuerst. Ich würde nicht schwach werden. Einen Bruder hatte ich übrig. Einen.

“Ich will keinen Partner. Ich muss nur zur Front, um dort mit meinem Bruder zusammen zu kämpfen. Ich habe meinem Vater versprochen, auf ihn aufzupassen und ihn heil wieder nach Hause zu bringen.”

Sie seufzte und war offenbar enttäuscht. “Wie sie wünschen.”


Dax, Schlachtschiff Brekk, Sektor 592, Frontlinie

“Findet diesem Soldaten eine Frau und verpartnert ihn,” brüllte mein befehlshabender Offizier und schob mich durch die Tür der Krankenstation unseres Schlachtschiffs, der Brekk.

Die gesamte Mitarbeiterschaft drehte sich um, als der dröhnende Befehl auf den festen, sterilen Oberflächen der Untersuchungstische und glatten Glasbildschirme, die fast jeden Zentimeter der Wände bedeckten widerhallte. Auf den schimmernden Oberflächen war ein endloser Strom an medizinischen Daten, Bioscans und Testergebnissen von Patienten sichtbar.

Ein Mann in grauer Uniform, wie sie bei den Helfern auf der Krankenstation üblich war, preschte nach vorne. “Dafür müssen wir einen Termin vereinbaren—”

“Sofort!” brüllte Kommandant Deek. “Oder der Atlane wird ausrasten und dieses Schiff zertrümmern.”

Der Krankenoffizier sprang beiseite und nickte, als eine Ärztin herbeikam, um den Fall zu übernehmen. Sie trug die formelle, grüne Uniform einer Ärztin gehobenen Rangs, aber sie war klein und zierlich und mir auf keinen Fall gewachsen, sollte die Zerstörungswut, die sich in mir aufbaute losbrechen. Mit Rücksicht auf die zierliche Frau gelang es mir, meine Wut zu unterdrücken, und zum Glück hatte ich nicht den riesigen Prillon-Doktor, den ich auf der anderen Seite der Krankenstation erspähte, vor mir stehen. Meine Reaktion der Frau gegenüber sprach Bände. Kommandant Deek hatte Recht. Ich brauchte eine Partnerin, um die Bestie in mir zu beruhigen. Das hieß nicht, dass mir diese Vorstellung gefiel.

“Das kann warten,” brummte ich und es missfiel mir, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Das tiefe Grollen meiner Stimme war ein weiteres Indiz dafür, dass ich kurz davor stand, die Kontrolle zu verlieren. Seit Wochen verspürte ich das Verlangen nach einer Partnerin, hatte es aber ignoriert. Ständig gab es eine weitere Schlacht, einen weiteren Außenposten der Hive, den es zu zerstören galt. Ich hatte einen Job zu erledigen und mein Körper ließ mich nicht mehr meine Arbeit machen. Stattdessen waren mein Schwanz und mein Verstand von einer einzigen Sache besessen: dem Bedürfnis, mich zu paaren, zu brunften, mir die Augen aus dem Kopf zu vögeln. Um die Bestie zu bändigen, brauchte ich eine Partnerin oder die Bestie würde mich vereinnahmen, bis ich zu einem stumpfsinnigen Tier werden würde. Und jetzt wusste so ziemlich jeder auf diesem Raumschiff, wie verzweifelt ich flachgelegt werden musste. Du fickst oder du gehst drauf. So lief es für die Männer von Atlan. Wir waren viel zu mächtig, als dass man uns einfach Amok laufen lassen konnte. Wenn ich mich nicht bald mit jemandem paaren würde, dann wären die anderen Krieger von Atlan dazu gezwungen, mich zu exekutieren und das war ihr gutes Recht.

All das wusste ich und trotzdem hatte ich wahrhaftig geglaubt, dass ich das Paarungsfieber noch ein paar Wochen lang unterdrücken könnte. Dann würde ich wieder Zuhause sein. Meine Dienstzeit in der Koalitionsarmee wäre beendet. Ich könnte mir eine Frau von meinem Heimatplaneten nehmen. Ich wäre ein siegreicher Heimkehrer und die cleversten, hübschesten und begehrenswertesten Frauen würden sich um mich reißen. Wenn ich es nur bis dahin schaffen könnte.

“Wenn du mir von deinem Paarungsfieber erzählt hättest, dann hätte ich unsere Leute nicht so erschrecken müssen,” entgegnete er und ließ dabei meine Schulter los.

“Das hat nichts mit meinem Verhalten beim letzten Angriff zu tun. Ich habe mich unter Kontrolle.”

“Du bist direkt in die Schusslinie gestürmt und hast eigenhändig ein ganzes Geschwader der Hive zerstückelt. Die letzten beiden hast du nicht einfach erschossen. Nein, deine Bestie mussten ihnen den Kopf von den Schultern reißen.” Er verschränkte die Arme und hielt mir eine Standpauke. “Ich bin kein nichtsahnender Kommandant vom Planeten Trion. Ich bin selber Atlane. Ich kenne die Anzeichen, Dax. Deine Bestie hat dich heute fast das Leben gekostet. Es ist höchste Zeit.”

Ich starrte auf meine Handflächen. Ich war genauso gefährlich wie jeder andere Atlane auch, außer dass ich nie zuvor von einer solch todbringenden Rage überkommen wurde. Die Atlaner wurden im Kampf gefürchtet, sie waren kühl und berechnend und sehr mächtig. Kein Atlanischer Krieger—zumindest frei vom Paarungsfieber—würde einen Krieger der Hive—oder drei davon—mit bloßen Händen in Stücke reißen. Diese Vorgehensweise würde man als ineffiziente Energieverschwendung betrachten. Aber heute, als ich meine Feinde erblickte, verspürte ich ein unkontrollierbares Bedürfnis … diesen primitiven Trieb, sie zu zerfetzen. Und das tat ich.

Mir war zwar aufgefallen, wie mein Hass die letzten paar Wochen ständig angewachsen war, aber ich hatte mich geweigert, das als ein Symptom des Paarungsfiebers anzusehen. Ich war bereits zwei Jahre über dem Alter, wenn das Paarungsfieber die meisten Männer heimsucht und hatte einfach versucht, diese ganze Angelegenheit zu verdrängen.

“Du solltest mir zur heutigen Tötungsbilanz gratulieren, statt mich mit einem Alien zu verpartnern.”

Er drängte mich in Richtung der Ärztin und einen anderen Mitarbeiter, der bereits einen Testapparat für mich bereit hielt. Kommandant Deek bedankte sich bei ihr und als sie sich entfernte, um sich ihren weiteren Patienten zuzuwenden, schubste er mich auf einen Stuhl. “Sobald du verpartnert wurdest und ich dich wegen deiner Raserei nicht mehr hinrichten lassen muss, werde ich dir auch gratulieren.” Sein anschließendes Grinsen hatte ich erwartet. Es war das zufriedene Grinsen nach einem gemeinsamen Sieg. “Ich muss zugeben, es fällt mir nicht leicht dich gehen zu lassen.”

Männer mit Paarungsfieber wurden umgehend aus dem Dienst entlassen und zurück nach Atlan geschickt, um sich dort eine Partnerin zu nehmen. Seine Verpflichtung im Kampf gegen die Hive war vorbei. Seine neue Aufgabe bestand jetzt darin, sich fortzupflanzen und seine Partnerin den Gelüsten der Bestie nach zu begatten, bis sie sein Kind in sich trug.

Kam es für mich infrage, mich in den Ruhestand zu begeben und eine Familie groß zu ziehen, solange es noch aktive Außenposten der Hive zu bekriegen gab? Nein. Ich hatte nicht die Absicht. Ich gehörte an die Front, um dem Feind dort den Kopf abzureißen und meine Leute zu beschützen. Ich brauchte keine Partnerin und wünschte mir auch keine Kinder. Ich war mit meinem Leben zufrieden. Hier draußen war ich ein Krieger mit einer Aufgabe. Was sollte ich bloß mit einer Partnerin anfangen? Ihr wie ein liebestrunkener Jüngling hinterher rennen, meinen Schwanz streicheln und wertvolle Zeit damit verschwenden, einer Alien-Frau die Furcht vor meiner Bestie zu nehmen? Wie sollte ich das überhaupt fertigbringen?

Wenn ein Atlane zur Bestie wurde, dann wurden seine Muskeln fast doppelt groß, seine Zähne verlängerten sich zu Raubzähnen und er konnte fast nicht mehr sprechen. Was sollte eine Alien-Frau mit einem durchgedrehten Atlanen anfangen?

Ich musste nach Hause zurückkehren und eine Atlanerin für mich finden, eine Frau, die keine Angst vor mir haben würde. Eine, die keine Angst hatte, dass mein enormer Schwanz sie auseinanderreißen würde, die mein Bedürfnis nach totaler Inbesitznahme ihres Körpers nicht fürchtete, die ich mit meiner Masse bedecken und durchficken konnte, bis sie besinnungslos zusammenbrach. Jeder Widerstand verärgerte die Bestie in mir. Während der Brunft oder im Paarungsfieber würde ich drastisch auf jede Art weiblicher Rebellion oder Ungehorsam reagieren. Eine Atlanerin würde mit meinem Bedürfnis nach absoluter Kontrolle bestens zurechtkommen, sie würde feucht werden, wenn ich sie anknurrte und würde eifrig ihre Beine auseinanderspreizen, um meinen gierigen Schwanz willkommen zu heißen. Sie wüsste, dass ihr weicher Körper und ihre nasse Muschi mich schließlich besänftigen würden. Vielleicht würde sie mir sogar gestatten, mit dem Kopf auf ihren weichen Oberschenkeln einzuschlafen, mit meinem Gesicht neben ihrer süß duftenden Muschi, während ich davon träumte, sie erneut zu ficken.

Aber eine Alien-Frau? Was würde die nur erwarten? Einen schöngeistigen Mann, der ihr Liebeserklärungen schrieb und ihr funkelnde Geschenke machte? Nein. Auf Atlan war es eine Liebeserklärung, wenn man die Hände einer Frau über ihrem Kopf fesselte und sie gegen eine Wand fickte. Ein Atlanischer Krieger machte seiner Braut das größte Geschenk, wenn er sie festband und so lange ihre Muschi leckte, bis sie vor lauter Orgasmen kreischte und darum flehte, endlich gefickt zu werden. Die Fantasien ließen meinen Schwanz anschwellen und ich versuchte, durch Zurechtrücken meinen Zustand vor Kommandant Deek zu verbergen. Ich warf ihm einen kurzen Blick zu, sah seine hochgezogene Augenbraue und gab mich geschlagen. Paarungsfieber. Ich konnte es einfach nicht lassen, ständig an Sex zu denken.

“Lass mich nach Hause gehen. Ich kann mir selber eine Partnerin suchen,” entgegnete ich, als ich mich auf den Untersuchungsstuhl fallen ließ. Es war ein Liegestuhl, also lehnte ich mich zurück, verschränkte die Arme über meiner Taille und starrte mit verbissenem Kiefer an die Metalldecke.

“Dir bleibt nicht genug Zeit, um die formale Brautwerbung auf Atlan zu überstehen. Das kann Monate dauern.” Er nahm auf einem Stuhl am Ende des Tisches Platz und blickte mich unverfroren an. “Falls du nicht verpartnert wirst, dann wirst du in einer Woche tot sein. Du hast keine Zeit, um eine vornehme Atlanerin zu umwerben und dich als ein begehrenswerter Partner zu platzieren. Dein Fieber verlangt nach einer besonderen Lösung und Eile.”

Ungläubig schaute ich ihn an und zog eine Augenbraue hoch. “Zu umwerben? Und wer hat irgendetwas von einer vornehmen Partie gesagt?” Unter diesen Umständen hätte ich mich auch mit einer Prostituierten in den Randgebieten zufriedengegeben, solange ihre Haut zart und ihre Muschi feucht war.

Er rollte mit den Augen. Kein Krieger kehrte nach Atlan zurück, um sich mit irgendetwas Geringerem als einer Frau aus der Oberschicht zu begnügen. Krieger waren auf Atlan heiß begehrte Partner, denn sie waren wohlhabend, einflussreich und respektiert. Die verfügbaren Frauen und deren Väter würden von mir das traditionelle Umwerben erwarten, würde ich jetzt heimkehren. Ich war ein Bodenkommandant, ein Kriegsfürst, der für mehrere tausend Infanteristen und Angriffsgeschwader verantwortlich war. Ich war kein einfacher Soldat, der nach einem Jahr mit leeren Händen zurück nach Hause kehrte. Der Senat von Atlan würde mich bei meiner Rückkehr mit Reichtum, einem Grundstück und einem Titel belohnen.

Der Kommandant hatte Recht. Selbst wenn ich noch heute nach Hause transportiert werden würde, ich müsste monatelang auf eine offizielle Verpartnerung warten. Für Formalitäten blieb mir keine Zeit mehr. Ich hatte keine Zeit, eine zarte Atlanerin zu umwerben. Ich brauchte es schnell und schmutzig. Ich brauchte eine Frau, die ich an Ort und Stelle besteigen, ficken und unterwerfen konnte, eine Frau, die mich vor dem Abgrund rettete. Eine, die genauso zart, gleichmütig, liebenswürdig und fruchtbar war wie die vornehmsten Damen auf Atlan. Eine Frau, die meine Bestie im Zaum halten und meine Wut besänftigen konnte.

Als er bemerkte, dass ich in Gedanken abschweifte, klopfte er mir auf die Schulter. “Hör zu, Dax. Du wirst dir nur einmal eine Partnerin nehmen und du musst es richtig machen. Auch wenn du mit einer Außerirdischen verpartnert wirst.”

Die Idee, eine Partnerin tatsächlich zu mögen, dazu noch eine Alien-Partnerin, erschien mir äußerst unwahrscheinlich. Aber es musste ja nicht gleich Liebe sein. Ich musste sie nur ficken. Also nicht nur ficken. Ich benötigte zudem eine Bindung, um die Bestie in mir zu befriedigen, die sich nach Berührungen sehnte. Mein Körper benötigte die wohltuenden Berührungen einer weiblichen Hand. Das sollte machbar sein.

“In Ordnung. Bringen wir es hinter uns,” beschloss ich.

Gekrümmte Fesseln legten sich um meine Handgelenke und fixierten mich an Ort und Stelle. Die Zwangsbehandlung ließ meine innere Bestie toben, aber ich hatte mich unter Kontrolle. Gerade so. Mir war klar, dass das der schnellste Weg war eine Partnerin zu finden und darauf konzentrierte ich mich, bis die Bestie in mir sich wieder beruhigte und wachsam abwartete.

Der Krankenoffizier befestigte ein paar Sonden an meinen Schläfen und drückte auf dem Bildschirm an der Wand hinter mir alle möglichen Knöpfe. Ich ignorierte ihn komplett. Ich wollte keine schrittweise Untersuchung oder Erläuterung. Ich wollte die Angelegenheit schleunigst erledigt wissen.

“Der Testvorgang ist nicht schmerzhaft, Kriegsfürst Dax,” erläuterte der Krankenoffizier, er blickte zum Bildschirm und nicht zu mir. “Bei der Verpartnerung werden viele Faktoren berücksichtigt, darunter die physische Kompatibilität, Persönlichkeit, Aussehen, sexuelle Bedürfnisse, unterdrückte Fantasien, Sexualtrieb, die genetische Wahrscheinlichkeit für lebende Nachkommen—”

“Fangen sie an, aber ohne das Gequatsche.”

Der Mann hielt die Klappe. Kommandant Deek führte zwar die Kampfgruppe des Planeten Atlan, doch ich war ebenfalls ein rechtmäßiger Anführer und jeder wusste das. Anscheinend auch die Mitarbeiter der Krankenstation.

Der Mann blickte kurz zu Kommandant Deek, der entschlossen nickte.

“Gut. Schließen Sie ihre Augen …”


Als ich die Augen aufmachte, zeichnete sich Kommandant Deeks Silhouette über mir ab. Er runzelte verbissen die Stirn und ich fragte mich, wie lange es bei ihm noch bis zum Paarungsfieber dauern würde. “Vielleicht solltest du auf dem Untersuchungstisch liegen.”

“Nein,” knurrte er und blickte auf den Krankenoffizier hinter mir. “War die Verpartnerung erfolgreich? Oder muss ich den Kriegsfürsten Dax mit dem nächsten Transport nach Hause schicken?”

Ich blinzelte und versuchte mich zu erinnern, was zum Teufel gerade mit mir geschehen war. An viel konnte ich mich nicht erinnern, außer an die bedürftigen Schreie einer Frau und das Vergnügen, meinen Schwanz tief in eine warme, feuchte …

“Fertig. Die Verpartnerung war erfolgreich.” Die Stimme ertönte von meiner Seite und ich musste mich nicht umwenden, um zu wissen, dass es derselbe Krankenoffizier von vorhin war, der mich zuvor mit seinem Geschwätz irritiert hatte. Diesmal aber verlangte ich nach einer Erklärung.

“Sind sie sicher, dass der Test abgeschlossen wurde?” raunte ich. “Ich kann mich an überhaupt nichts erinnern.”

Nichts war passiert, außer dass ich jetzt ein paar verschwommene Erinnerungen im Hinterkopf hatte und einen schmerzhaft harten Schwanz, der verzweifelt meiner gepanzerten Hose entkommen wollte. Ich war direkt vom Schlachtfeld auf die Krankenstation befördert worden, und die feste Verschalung meines Kampfanzuges machte meine Erektion unglaublich schmerzhaft. Da meine Hände gefesselt waren, konnte ich meinen Schwanz noch nicht einmal in eine weniger qualvolle Position bringen.

Der Krankenoffizier trat näher und stellte sich neben mich, damit ich ihn sehen konnte. Seine Stimme klang leicht gelangweilt und routiniert. “Sie wurden in eine Art Trance versetzt. Erinnern sie sich an irgendetwas davon?”

“Nicht viel. Nur schemenhaft. Die Erinnerungen sind undeutlich.” Ich schloss die Augen. Ich erinnerte mich daran, wie ich eine Frau festhielt, an ihre Lustschreie und meine mächtigen Hüftstöße, als die Bestie sich das nahm, was ihr gehörte.

“Schemenhaft? Deswegen ist dein Schwanz härter als meine Ionenpistole?” wollte der Kommandant wissen.

“Die meisten Männer erinnern sich kaum an die Abfertigung. Ihr höheres Aggressionspotenzial bei einer rituellen Paarung hat die Tendenz, die Erfahrung zu verschleiern.”

Ich wollte das verstehen, was er nicht formuliert hatte. “Und die Frauen? Sie durchlaufen denselben Vorgang?”

Er nickte enthusiastisch und entfernte die Sonden von meinen Schläfen. “Oh, ja. Aber die Bräute können sich meistens an alle Einzelheiten erinnern.” Er räusperte sich. “Bis in die kleinsten Empfindungen.”

Kommandant Deek lachte. “Soso, die Männer spritzen ab und machen sich davon und die Frauen erinnern sich an alle Einzelheiten, damit sie es uns später vorhalten können.” Fest klopfte er mir auf die Schulter. “So sind die Frauen.”

“Das ist ein durchgängiges Ergebnis beim Testen,” kommentierte der Mann, “und kein allgemeines Urteil über Frauen.”

Ich schloss die Augen, seufzte und ignorierte das lustvolle Pulsieren in meinem Schwanz. Wenn meine Partnerin jetzt hier wäre und ich wüsste, dass sie mir gehörte, dann würde ich vom Untersuchungsstuhl springen, ihr die Kleider vom Leib reißen. Sie aufspießen, während ich sie mit meiner ganzen Wucht auf dem harten Fußboden festnagelte und sie so viele Orgasmen hatte, dass sie mich anflehen würde, endlich von ihr abzulassen.

Ich stellte mir ihren perfekten, runden Arsch vor und ihre von Sperma triefende Muschi, während sie auf allen vieren vor mir davon krabbelte. Ihre weichen, runden Schenkel, die im Vergleich zum beruhigenden, grünen Fußboden der Krankenstation blass aussehen mussten. Ich würde sie ein Stück weit entkommen lassen, sie glauben lassen, dass ich mit ihr fertig sei und dann würde ich sie packen, auf den Rücken drehen und ihre Beine über meine Schultern werfen und sie erneut durchficken, und zwar mit dem Daumen auf ihren Kitzler gepresst, damit sie meinen Namen sang. Jedem, der nicht von Atlan kam, musste das barbarisch vorkommen. Wir aber gaben unseren Partnerinnen genau das, was sie brauchten, und ihnen musste eingebläut werden, zu wem sie gehörten.

Mein Schwanz pulsierte und ich knurrte. Ich wollte sie finden, sie ficken. Jetzt, als ich wusste, dass sie irgendwo da draußen und für mich bereit war, rumorte die Bestie in mir umso stärker. Sie wollte endlich freikommen und sich nehmen, was ihr gehörte.

Ich stand näher am Abgrund als mir bewusst war. Mit außerordentlicher Willenskraft bezwang ich meine Triebe und konzentrierte mich auf die Unterhaltung zwischen dem Krankenoffizier und Kommandant Deek.

“… es ist oft ein Zeichen der … Kompatibilität, bevor der Transport der Braut beginnt.”

“Dann fangt mit dem Transport an,” knurrte ich. “Ich bin soweit.”

Der Assistent der Ärztin machte sich an einem Wandbildschirm nahe meines Fußendes an die Arbeit, sein Blick wanderte fieberhaft von einem Objekt zum anderen, während seine Finger über die Steuerung glitten. “Oh, ähm … ja. Nun, also.”

Ich neigte den Kopf und blickte zu ihm nach oben. Er war ein hochgewachsener Krieger, zwar nicht so groß wie ein Atlane oder Prillon-Kämpfer, aber auch nicht gerade klein. Er war viel zu geschwätzig, wie es bei den meisten Mitarbeitern der Krankenstation der Fall war, jetzt aber palaverte er nicht, sondern flüsterte aus irgendeinem Grund. Hier saß ich also, an einem Stuhl gefesselt, hin- und hergerissen zwischen meinem Drang, meine Partnerin zu ficken und einen Hive-Soldaten in Stücke zu reißen. Und er tastete auf dem Bedienfeld herum, als hätte er es nie zuvor in den Händen gehabt. Seine Unfähigkeit machte es nicht gerade leichter für mich, die Kontrolle zu behalten.

“Ich hole den Doktor.” Der Mann verschwand, ehe einer von uns beiden irgendwelche Fragen stellen konnte. Innerhalb von Sekunden kam er mit der zierlichen Ärztin zurück, ihre dunkelgrüne Uniform hob ihre üppigen Rundungen hervor. Ich aber war zu weit abgedriftet, als dass ich ihr Wissen oder ihre Erfahrung würdigen konnte, oder die Tatsache, dass sie höchstwahrscheinlich einen höheren Dienstgrad innehatte. Alles was ich sah, war eine Frau, die durchgevögelt werden musste.

“Ich bin Doktor Rone. Mir wurde eben mitgeteilt, dass es mit ihrem Match ein kleines Problem gibt.”

Meine Hände ballten sich zu Fäusten und ich zerrte an den engen Fesseln. Die Bestie in mir tobte, diese Neuigkeit gefiel ihr überhaupt nicht. “Was für ein Problem?” Meine Stimme war abgehackt und messerscharf.

Die Ärztin räusperte sich und blickte auf die Datenmengen hinab, die sich über ihr tragbares Tablet ergossen. “Kriegsfürst Dax, ihre ausgewählte Partnerin ist eine Menschenfrau von einem Planeten namens Erde. Ihr Name ist Sarah Mills. Sie ist siebenundzwanzig Jahre alt, fruchtbar und sie erfüllt alle Anforderungen, um als Braut für die Koalition abgefertigt zu werden, außer einer.”

Sarah Mills. Sarah Mills gehörte mir. Ich schaute auf den kleinen Bildschirm, um einen Blick auf meine Partnerin zu werfen. “Ich möchte sie gerne sehen.”

Die Ärztin zuckte mit den Achseln, als wäre es ihr gleichgültig und hielt mir das Tablet vor die Nase, damit ich die dunkelhaarige Schönheit auf dem Bildschirm betrachten konnte. Sie war atemberaubend und elegant, mit feinen Zügen, geschwungenen Augenbrauen und einem kräftigen Kiefer, der raffinierter war als bei einer Frau vom Planeten Atlan. Ihr langes, dunkles Haar war gewellt und ruhte etwa unter ihren Schultern. Ihr rosafarbener Mund schien bereit, geküsst zu werden … oder gefickt zu werden. Mein steifer Schwanz zuckte, als ich mir vorstellte, wie sie mich in den Mund nahm. Beinahe wäre ich an Ort und Stelle auf dem Untersuchungsstuhl gekommen. Der Anblick ihrer intensiven, dunklen Augen machte es fast unmöglich, mein Paarungsfieber im Griff zu behalten. Sie gehörte mir und ich wollte sie jetzt. Jetzt sofort. “Wo ist sie?”

Die Ärztin wandte den Blick ab und trat zurück, das Tablet hielt sie schützend vor ihre Taille, als sie mit einem fragenden Blick an Kommandant Deek um Erlaubnis gesuchte, sprechen zu dürfen.

Was zum Teufel war mit meiner Partnerin los?

“Wo. Ist. Sie?” Ich brüllte die Frage hervor und alle Augen der Krankenstation blickten neugierig in unsere Richtung. Ich verkrampfte mich, als der Prillon-Doktor zu uns gelaufen kam und ich war bereit, mir den Weg aus der Krankenstation frei zu kämpfen. Meine kleine Ärztin wiegelte ab, anscheinend ging sie davon aus, dass ich keinen Schaden anrichten würde, obwohl ich bereit war, dieses Raumschiff auseinander zu nehmen, sollte sie mir nicht antworten.

Kommandant Deek rieb sich die Augen und schüttelte den Kopf. Wir beide wussten, dass das nichts Gutes bedeuten konnte. “Doktor, sagen sie es uns einfach.”

Die kleine Ärztin blieb gefasst, was bemerkenswert war, denn meine Wut und Frustration versetzten eine ganze Wand an Bio-Monitoren und Messgeräten in helle Aufruhr. “Ich fürchte, sie wurde neu zugeteilt—in eine Kampfeinheit.”

3


Dax

“Neu zugeordnet?” Was? Wie konnte aus einer ausgewählten Partnerin plötzlich etwas anderes werden? Die Auswahlprotokolle waren präzise und wurden seit hunderten Jahren verwendet. Sobald ein Treffer erzielt wurde, konnte nichts mehr daran geändert werden, es sei denn die Frau fand ihren Partner nicht akzeptabel und verlangte nach einem anderen Partner. Selbst dann wurde durch das psychologische Profil im Auswahlprozess sichergestellt, dass sie einem Partner vom selben Planeten zugeteilt wurde.

“Wie ist das möglich?” fragte Kommandant Deek.

“Sie wurden einer Frau von der Erde zugeteilt.” Die Ärztin prüfte die Fakten auf ihrem Tablet und wischte ein paar Mal mit den Fingern darüber, ehe sie sich wieder mir zuwandte. “Als sie den Abfertigungsprozess durchlief, waren die Daten von Kriegsfürst Dax noch nicht im System. Und da die Erde es den Frauen dort gestattet auch in den Kampfeinheiten zu dienen, hat sie sich dazu entschieden, einer aktiven Kampfeinheit zugewiesen zu werden.”

“Was genau soll das heißen?” Ich befürchtete, dass ich die Antwort darauf bereits kannte und spürte, wie meine Wut immer größer wurde. Welche Vollidioten erlaubten es ihren schwachen, zart besaiteten Frauen in den Kampf einzutreten? “Wo ist sie?”

Die Ärztin blickte mich mitleidig an und die Bestie in mir tobte. “Sie ist im Sektor 437, sie hat das Kommando über ihre eigene Aufklärungseinheit in der Kampftruppe Karter.”

“Meine Partnerin hat mir einen Korb gegeben, um an der Front gegen die Hive zu kämpfen?”

Mein Getobe ließ den Stuhl unter mir erbeben und ich musste mich beruhigen, sonst würde ich die Krankenstation kurz und klein schlagen und wäre damit der Hinrichtung einen Schritt näher. Sektor 437 war ein bekannter Brennpunkt für Aktivitäten der Hive und das seit mindestens achtzehn Monaten. Das hieß jede Sekunde, die ich hier in diesem Stuhl herumlungerte war meine Braut in Gefahr. Die Fesseln konnten das Monster in mir nicht zur Vernunft bringen. Ich hätte erwartet, dass meine Partnerin zu einer strategischen Einheit gewechselt wäre, oder vielleicht auf eines der Verteidigungsschiffe, die zivile Raumkreuzer durch relativ sichere Flugzonen begleiteten. Niemals aber hätte ich erwartet, dass sie am aktiven Kampf teilnimmt, dem Feind von Angesicht zu Angesicht gegenübertritt! Nicht in einem der gefährlichsten Sektoren der gesamten Koalitionsfront.

Etwas zur Ruhe gekommen wiederholte ich meine Frage mit einem leisen Knurren. “Sie hat mich abgelehnt?”

Wie konnte eine Frau von der Erde es wagen, mich abzulehnen und stattdessen ihr Leben zu riskieren? Wusste sie etwa nicht, dass sie einem Atlanischen Kriegsfürsten zugeteilt wurde? Mir zugeteilt zu werden war eine Ehre, um die sich viele vornehme Atlanerinnen streiten würden. Und doch, diese Frau von der Erde wollte mich nicht?

“Sie hat sie nicht persönlich abgelehnt. Sie wusste nicht, wem sie zugeteilt wurde. Genau genommen wurde sie vor einigen Monaten abgefertigt. Anscheinend gab es im Abfertigungszentrum für Bräute auf der Erde eine Verwechslung. Es hat sich herausgestellt, dass sie niemals eingewilligt hatte, eine Braut zu werden, also durfte sie aus dem Programm ausscheiden und zu den Koalitionskämpfern überwechseln.”

Ich sah rot. Heiße Rage und Ärger schossen durch mein Blut. Ein Heulen entwich meinen Lungen, ich verkrampfte mich, zerrte an den Fesseln und durchbrach sie mühelos. Die Ärztin und ihr Assistent schreckten zurück und alle im Raum Anwesenden gerieten in Aufruhr.

“Zum Teufel, Dax. Du musst dich beruhigen. Beruhig dich!” brüllte Kommandant Deek.

Ich stand auf, zog an den Drähten, die immer noch an meinen Schläfen klebten und ballte die Hände zu Fäusten. Ich war vollkommen außer Atem, als hätte ich eine ganze Brigade der Hive bekämpft.

“Finden Sie eine andere Partnerin.” Der Kommandant Deek streckte eine Hand in meine Richtung aus, seine Größe und mein Respekt für ihn waren das Einzige, was mich beisammen hielt, als die Ärztin mit dem Kopf schüttelte.

“Das kann ich nicht. So funktioniert das nicht. Ich weiß nicht, warum sie nicht aus dem System gelöscht wurde, nachdem sie der Kampftruppe zugeteilt wurde. Ich arbeite nicht für die Einheit, welche die Bräute abfertigt. Ich verfüge weder über die Befugnis noch die Fähigkeit, um eine Verpartnerung zu annullieren oder eine neue Braut auszuwählen. Wir nehmen die Bräute hier nur in Empfang; wir fertigen sie aber nicht ab. Ich werde aufgrund dieses Problems bei ihrer Abfertigung auf der Erde eine offizielle Untersuchung einleiten müssen.”

Die Ärztin verschränkte die Arme und funkelte mich an, als wäre ein tobender Atlane nichts Ungewöhnliches auf ihrer Krankenstation. Entweder das, oder die Frau war zu übermütig. Als ich sie genauer betrachtete fiel mir auf, dass sie meiner Partnerin gar nicht so unähnlich sah.

“Sie sehen genau wie meine Partnerin aus.”

Die Ärztin reichte mir ihre Hand. “Melissa Rone, aus New York.” Als ich bloß auf ihre ausgestreckte Hand starrte, ließ sie sie wieder fallen. “Ich komme auch von der Erde. Mein Primärpartner ist ein Prillon-Captain.”

Ich wollte jeder lebenden Person im Raum den Kopf abreißen und sie reichte mir ihre Hand? War sie leichtsinnig oder einfältig, diese Erdenfrau mit langen, dunklen Haaren und dunklen Augen, genau wie meine Partnerin? “Kennen sie meine Partnerin?”

“Nein. Ich komme aus New York, sie stammt aus Miami. Mein Vater stammte aus Korea und sie sieht aus, als hätte sie griechische oder vielleicht italienische Wurzeln. Wir sind allerdings auf demselben Kontinent aufgewachsen.”

“Damit kann ich nichts anfangen.”

“Finden sie ihm eine andere Frau. Er kann nicht zwei Jahre lang warten, bis ihre Dienstzeit vorüber ist.”

Ich hatte Kommandant Deek vollkommen vergessen, während ich die Frau musterte. Aber jetzt stand er an meiner Seite, zwei Atlanische Krieger, die sich über einer kleinen, kurvigen Frau auftürmten. Sie spitze ihre Lippen und ich wusste, dass mir nicht gefallen würde, was sie zu sagen hatte.

“Es gibt keine andere Partnerin. Sie ist die Einzige für ihn. Das System wird keine passenden Alternativen bereitstellen, dazu muss sie erst das Match akzeptieren, die Probezeit von dreißig Tagen durchlaufen und danach einen anderen Partner anfordern. Oder sie wird aus dem System gelöscht.”

Gelöscht hieß soviel wie tot. Im Kampf getötet.

Die Ärztin lächelte und schenkte mir einen wissenden Blick. “Wenn Sie sie allerdings zu fassen bekommen, dann kann ich mir vorstellen, dass sie Ihnen nach den dreißig Tagen nicht den Laufpass geben wird.”

Ich stellte mir vor, wie sie von ihren beiden Prillon-Kriegern geteilt wurde, wie sie darum bettelte, genommen zu werden und lächelte zurück. Vielleicht könnte eine Frau von der Erde ja mit mir zurechtkommen, sollte meine Partnerin genauso unerschrocken wie diese Alien-Frau sein. Ich musste meine Partnerin ausfindig machen. Ich musste sie ficken. Ich wollte sie jetzt gleich, mit einem unverschämten Lächeln auf dem Gesicht und einer feuchten Muschi, die auf mich wartete.

Die Ärztin war noch nicht fertig; “Ich könnte sie tausendmal testen, aber das Ergebnis würde identisch ausfallen. Das System würde exakt dasselbe Resultat hergeben. Sie ist ihre einzige Partnerin.”

Die Hand meines Kommandanten hielt mich davon ab, die Einrichtung zu zertrümmern. “Doktor Rone, dieser Atlane ist offensichtlich dem Paarungsfieber erlegen und ihm bleibt keine Zeit, um auf seinen Heimatplaneten zu reisen und einen Ersatz zu finden.”

Mein Körper vibrierte mit dem Drang, etwas zu zerstören, auf etwas einzuprügeln und die Ärztin beobachtete mich mit einer Intensität in ihren Augen, die mich verstörte. Es war. als könne sie direkt in meine Seele blicken. Der Kommandant redete weiter, während sie schwieg.

“Er braucht seine Partnerin, um das Fieber zu besänftigen, um seine kaum übersehbare … Intensität zu lindern. Transportieren Sie ihn sofort zu ihrer Stellung. Er muss sie beanspruchen oder er wird sterben.”

Die Ärztin schaute zu mir und dann zum Kommandanten. “Es ist gegen die Vorschriften, einen Atlanenkrieger mit Paarungsfieber in eine andere Kampftruppe zu transportieren. Sie könnten ein ganzes Geschwader auslöschen, bevor Sie getötet werden.”

Meiner Brust entwich ein bedrohliches Knurren und ich trat einen Schritt an sie heran. “Schicken Sie mich zu ihr. Sie gehört mir.”

Die Ärztin fing tatsächlich an zu kichern. “Nein, tut sie nicht. Sie gehört zur Kampftruppe Karter, und zwar für die nächsten …” sie warf einen kurzen Blick auf ihr Tablet und blickte dann wieder zu mir, “… zweiundzwanzig Monate.”

Kommandant Deek trat an mich heran und schob mich zurück, einmal, dann ein zweites Mal. Er war genauso groß wie ich und ein Schwergewicht im Vergleich zur Ärztin. Er war auch einer der Wenigen denen ich es gestattete, mich herum zu schubsen ohne ihn zu töten. Insbesondere jetzt, als ich gegen meine tödliche Wut ankämpfte und wusste, dass meine Partnerin in Gefahr war.

“Es gibt noch einen anderen Weg, einen Trick, um sie zur Braut zu nehmen.”

Er schnauzte die Frau hinter seinem Rücken an. “Hören Sie auf damit ihn zu quälen und sagen Sie ihm, was er tun soll.”

Sie nickte. “Kommandant Deek, ich habe keine Angst vor ein paar großen, mürrischen Männern.” Mitleidig zog sie eine Augenbraue hoch, bevor sie mich aus meiner Misere befreite. “Den Vorgaben der Koalition nach kann sie sofort wieder ins Bräute-Programm transferiert werden, sollte sie einwilligen, Ihre Partnerin zu werden. Sie würde umgehend von ihrer militärischen Verpflichtung entbunden werden.”

Endlich hatte die Frau etwas Sinnvolles zu sagen. Würde ich der Tradition des Planeten Atlan folgen, dann würde mein Paarungsfieber meinen Militärdienst beenden. Meine Partnerin könnte dasselbe erreichen, wenn sie sich für das Bräute-Programm melden würde.

“Gut. Schicken Sie mich zu ihr. Sofort.”

Ich war nicht froh darüber, wie sich die Dinge entwickelt hatten, aber ich konnte meine Partnerin immer noch für mich beanspruchen. Es würde mir nicht schwerfallen, in ihren Sektor zu reisen und nebenbei ein paar Hive auszulöschen, während ich meine Partnerin dort abholte. Anschließend würde ich sie für ihre Waghalsigkeit bestrafen.

“Haben sie ihre exakte Position?”, wollte ich wissen und starrte die Ärztin quer über die Schulter meines Kommandanten an. Ich fragte mich, ob sie mich anlügen würde und war erleichtert, als es nicht so war.

“Ja.”

Alle Bürger der Koalition wurden zu jeder Zeit überwacht.

“Transportieren Sie mich zu ihr. Sofort.”

“Sie werden Ihre Handschellen benötigen.” Der Assistent kam herbei und reichte mir die Handschellen. Dann überlegte er es sich anders und reichte sie der Ärztin, bevor er sich wieder davonmachte. Es waren Paarungshandschellen, das Letzte, was ich jetzt umlegen wollte. Abgesehen davon, dass es ein äußerliches—und unverkennbares—Zeichen dafür war, dass ein Atlane eine Partnerin hatte, halfen die Handschellen dabei, sich eng an die neue Partnerin zu binden, denn sie gewährleisteten einen engen Kontakt mit der Auserwählten. Sobald ich ihr die Handschellen angelegt hatte, würde sie sich nicht weiter als hundert Schritte von mir entfernen können bis das Fieber abgeklungen war.

Bis vor einer Stunde fürchtete ich diese dämlichen Handfesseln. Ich war nie interessiert daran, selber eine Partnerin zu nehmen oder in irgendeiner Weise von dieser Technologie kontrolliert zu werden. Jetzt war alles anders geworden. Hatten sie irgendetwas mit mir angestellt, als ich geschlafen hatte? Warum wollte ich jetzt verzweifelt diese eine Frau ausfindig machen, sie außer Gefahr bringen und ihren Arsch glutrot anlaufen lassen, damit sie verstand, wer für ihre Sicherheit zuständig war … und so vieles mehr?

Ich griff nach den Handschellen und legte sie an. Sie bestanden aus einem dicken, goldenen Band aus den tiefsten Minen von Atlan und hatten an der Innenseite ein dünnes Sensorenband, das meinen Körper berührte. Sie überwachten ununterbrochen meinen körperlichen Zustand und gestatteten es, mit den Atlanischen Institutionen für den Transport, Wareneinkauf, Titeltransfer und allen anderen für das Leben mit einer Partnerin relevanten Systemen zu kommunizieren, sollte ich mich dazu entscheiden, sie nach dem Abklingen des Paarungsfiebers weiterhin zu tragen. Wichtiger noch, sie verschafften dem Paarungsfieber eine gewisse Linderung, denn die Handschellen anzulegen war ein Beweis dafür, dass ich eine Braut hatte. Wahrscheinlich war ich der einzige Atlane in der Geschichte des Planeten, der seine Partnerin an der Front ausfindig machen musste, wo sie gegen die Hive kämpfte.

Schon vor ihrer Ankunft auf Atlan würde sie zur Legende werden. Unsere Frauen zogen nicht in den Krieg. Niemals.

Dieser Gedanke machte mich stutzig. Mit was für einer Art von Frau würde ich mich einlassen? Der Gedanke an eine Kriegerbraut hätte mich verschrecken müssen; stattdessen aber stellte ich sie mir in der Hitze des Gefechts und mit feurigen Augen vor, mit einem wütenden Angriffsschrei, der dem Geräusch sehr nahe kam, das sie von sich geben würde, wenn sie auf meinem Schwanz reitend vor Lust nur so schreien würde. Ich wollte ihre unerschrockene Leidenschaft und ihre Wut auf mich gerichtet wissen, damit ich sie niederdrücken konnte und sie sich um Erlösung bettelnd in meinen Händen wandte und aufbäumte.

Verdammt. Mein Schwanz war steinhart und es gefiel ihm überhaupt nicht, in meiner Kampfmontur eingesperrt zu bleiben.

Ich befestigte eine Handschelle an meinem linken Handgelenk, dann legte ich sie auf der rechten Seite an, damit sie sicher verschlossen waren. Die Verpartnerung war vollzogen, meine Braut war identifiziert worden. Es gab kein Zurück mehr. Ich würde so lange wie möglich kämpfen und dann meine Partnerin nach Hause schaffen. Auf Atlan würde ich alt und fett werden, mit einer hübschen und gut gefickten Frau an meiner Seite. Ich spürte die Behaglichkeit der Bänder, spürte die Schwere und Endgültigkeit meiner Entscheidung und ließ das Gewicht wie einen Mantel auf meine Schultern sinken. Ich atmete tief durch, dann ein zweites Mal und grunzte, als die Handschellen sich schlossen.

Die Ärztin reichte mir das passende, kleinere Paar Handschellen für meine Braut und ich schnallte sie an meinem Gürtel fest. Sie musste die Handschellen nur anlegen und wäre sofort vom Militärdienst befreit. Die Fesseln waren für ihren Kommandanten ein offensichtliches Zeichen, dass sie verpartnert wurde, ein Symbol dafür, dass sie zu mir gehörte. Sie einfach nur zu nehmen, würde keine dauerhafte Bindung formen—nur, wenn ich sie mit losgelassener Bestie ficken würde und wir beide dabei unsere Handschellen trugen, könnte das geschehen—und das Wissen, dass sie auf mich wartete, mich brauchte und in exakt diesem Augenblick unter Beschuss stehen könnte, ließ mich darauf brennen, sie für mich zu beanspruchen.

“Entsenden Sie mich jetzt, bevor ich dieses Schiff auseinander nehme.”

Als Soldatin war meine Partnerin ständig in Gefahr. Ich stolzierte zum Transporter auf der anderen Seite der Krankenstation hinüber und ließ mein Genick von Seite zu Seite krachen, während ich darauf wartete, dass ein Transportoffizier die Koordinaten ins Haupttransportsystem eingab. Normalerweise konnte nur organische Masse im Transportsystem befördert werden, wenn es aber an die Front ging, kam die Sicherheit an erster Stelle. Panzerung und Waffen waren erlaubt. Ich tätschelte meine Ionenpistole und prüfte das Messer an der anderen Seite. Alles klar.

“Mach’s gut, Dax.”

“Ich komme wieder.” Kommandant Deek schaute mich überrascht an, dann blickte er in Richtung der Ärztin. “Es gibt keinen Grund, nach Hause zu gehen. Sobald meine Braut in Sicherheit ist und das Fieber abklingt, werde ich mich mit ihr auf dem Schlachtschiff Brekk einrichten und weiter kämpfen, so wie die Prillon-Krieger es machen.”

Eine Frau vom Planeten Atlan würde einem solchen Leben niemals zustimmen, einem Dasein mitten im Krieg, aber ich war nicht bereit, den Kampf gegen die Hive aufzugeben und meiner Partnerin würde ich keine andere Wahl lassen. Sie würde sich dann um die Kinder kümmern oder zusammen mit den anderen Frauen der Kampfgruppe irgendeine andere, ungefährliche Aufgabe übernehmen. Und ich? Nachts würde ich sie ficken und tagsüber würde ich die Hive zusammenballern. Es würde einfach perfekt werden, sobald ich sie gefunden und in die Unterwürfigkeit gefickt hätte, sobald ich das brodelnde Paarungsfieber in meinen Adern weggefickt hätte.


Sarah Mills, Sektor 437, Aufklärungseinheit 7—Rückeroberung von Frachter 927-4 aus den Fängen der Hive

Ich starrte durch das Zielfernrohr meines Ionengewehrs und beobachtete, wie neun Späher der Hive mit maschinenartiger Präzision durch den Waffenraum schlichen. Die Hive hatten den Koalitionsfrachter vor zwei Stunden angegriffen und übernommen. Der Notruf der Crew spielte sich unaufhörlich in meinem Kopf ab, wie eine kaputte Schallplatte. Während der Einsatzbesprechung konnten wir die Todesschreie des Piloten hören. Die acht Koalitionssoldaten, die zu diesem kleinen Frachter gehörten waren entweder tot oder wurden zu einer Integrationseinheit auf einem Außenposten der Hive transportiert. Wir konnten sie nicht retten, aber wir konnten die Hive davon abhalten, an die Waffenvorräte und Rohstoffe zu gelangen.

Ich hob meinen Blick vom Zielfernrohr der Ionenpistole, die auf das obere Deck des Waffenraumes zielte. Ich machte meinen Leuten mit zwei Fingern ein Zeichen, damit das zwölf Mann starke Team drei Gruppen bildete, sich leise verteilte und den Feind von oben umzingeln konnte, um die Cyborgs schließlich wie Fliegen auszulöschen. Zwölf Mal hatten wir das im vergangenen Monat so gemacht und mein Team verteilte sich geräuschlos und mit entsicherten Waffen auf dem oberen Deck des Raumes.

Ein Monat der Einarbeitung war nötig, um auf den Kampf gegen die Hive vorbereitet zu sein. Alle Rekruten von der Erde, die zu den Kampfeinheiten entsendet wurden, mussten ihre vorherige Militärerfahrung nachweisen—im Militär auf der Erde. Es war egal, für welches Land sie vorher gekämpft hatten, aber sie benötigten umfangreiches taktisches und physisches Training, um im Kampf gegen die Hive bestehen zu können. In der Koalitionsflotte gab es keine Hausfrauen oder Autowaschgehilfen. Das beruhigte mich, denn ich war seit acht Jahren in der Armee. Ich wollte nicht von einem Neuling in den Arsch geschossen werden. Und ich wollte auch nicht ums Leben kommen, weil irgendein unerfahrener Frischling beim Anblick der silbernen Cyborg-Soldaten in Panik geriet.

Die Hive ließen die alten Terminator Filme wie schlechte Science-Fiction aus den 1950ern aussehen. Diese Roboter reagierten langsam und waren mehr Maschine als Mensch.

Die Hive waren sehr viel gefährlicher; sie waren schnittig und schnell, sie trugen keine klobigen Metallteile und stapften auch nicht in eisernen Moonboots herum. Nein, sie waren flink, hochintelligent und würden, wenn sie denn normale Kleider anhätten, als biologische Kreaturen durchgehen – sofern man den silbrigen Glanz in ihren Augen und auf ihrer Haut nicht bemerken würde.

Hive-Cyborgs, die aus gefangenen Prillon-Kriegern fabriziert wurden, waren die schlimmsten, die ich je gesehen hatte. Sie waren groß, bösartig und fast unbezwingbar; mehrere Schüsse waren notwendig, um sie zu erledigen.

Aber diese riesigen Mistkerle vom Planeten Prillon kämpften auch an unserer Seite. Gott sei Dank.

Still sah ich zu wie die Aufklärungseinheit Nummer 4, die Einheit meines Bruders Seth, auf dem unteren Deck in Stellung ging und unsere Position spiegelte, damit keiner der Hive-Soldaten in den unteren Korridoren verschwinden konnte, sobald wir sie oben auseinander nehmen würden. Trotz der schweren Panzerung konnte ich meinen Bruder mühelos an seinen Bewegungen erkennen. Seit wir das Laufen gelernt hatten, waren wir gemeinsam in den Wäldern umhergeschlichen und ich beobachtete voller Beklemmung, wie er einem Hive-Soldaten, der den Lagerbestand zu scannen schien, gefährlich nahe kam.

Seth hielt inne, er verschwand zwischen den Schatten hinter dem Späher und ich atmete zum ersten Mal seit einigen Momenten wieder aus.

Ich hatte acht Wochen benötigt, um meinen Bruder ausfindig zu machen. Einen Monat davon hatte ich im Training zugebracht, unsere Posten wurden aufgrund vorheriger militärischer Erfahrung vergeben. Soldaten von der Erde wurden auf Raumschiffe in der gesamten Galaxie entsendet, um gegen die Hive zu kämpfen. Es hatte mir nicht geschadet, dass ich zusätzlich zu meinem Militärdienst achtzehn Jahre lang mit meinen Brüdern und mit meinem Vater in den Sümpfen Floridas trainiert hatte. Sie hatten mir Selbstverteidigung und andere Fertigkeiten beigebracht, die ich nie für nützlich gehalten hatte—bis ich es mit den Hive zu tun bekam. Ich konnte besser schießen als die Meisten. Im Kampf war ich gemeiner als die Anderen. Verdammt, selbst als Pilotin war ich besser als andere. Sowohl von den Koalitionstruppen als auch den Hive wurde ich routinemäßig unterschätzt. Da ich die einzige Frau in meiner Aufklärungseinheit war, hatten die Männer geglaubt, ich würde vor Angst weinend zusammenbrechen, aber ich hatte mein Können mehr als unter Beweis gestellt.

Zum Teufel, als wir schließlich zur Front kamen—also vor vier Wochen?—hatten drei meiner Mitstreiter bereits einen Nervenzusammenbruch und mussten noch vor unserem allerersten Kampfeinsatz nach Hause geschickt werden. Es mit den Hive aufzunehmen war mit nichts zu vergleichen, was irgendeiner von uns auf der Erde erlebt hatte und sechs Rekruten meiner ersten Einheit wurden bei ihrem ersten Gefecht getötet. Das halbe Team. Tot.

Keiner meiner Männer stellte mich jetzt infrage, denn nicht nur hatte ich die anderen fünf allein mit meiner Treffsicherheit gerettet, wir hatten außerdem den Frachter von zwölf Hive-Spähern zurückerobert, das Schiff gerettet und ich hatte das Team nach Hause geflogen. Jedenfalls das, was vom Team übrig war. Meine Analyse- und Kampfstrategien waren den befehlshabenden Offizieren nicht entgangen. An meinem zweiten Tag wurde ich befördert und jetzt führte ich mein eigenes Team, genau wie mein Bruder. Einheit 7 und Einheit 4. Sarah und Seth. Wenn möglich, absolvierten wir unsere Einsätze zusammen, denn Seth und ich wollten immer ein Auge aufeinander behalten.

Ich hielt meine dunkle, handschuhbedeckte Faust nach oben, meine Hand blieb geschlossen, bis der letzte meiner Männer in Stellung ging. Als ich die Faust öffnete, fing ich an, von fünf zu zählen und das Ende des Countdowns signalisierte den Beginn unseres Angriffs. Wenn alles gut ging, dann würde es in weniger als einer Minute vorbei sein.

Falls nicht—nun, darüber wollte ich lieber nicht nachdenken.

Seth hob ebenfalls eine Hand hoch, er machte seinem Team dasselbe Signal, aber seine Leute befanden sich außer meiner Sichtweite.

Wir waren bereit.

Kleine Geschwader wie dieses bestanden fast ausschließlich aus Menschen von der Erde. Wir waren klein, hinterhältig und konnten uns in enge Räumlichkeiten zwängen, die für die massigen Prillonen, Atlanen und andere Krieger nicht zugänglich waren. Wir Menschen waren auch zerbrechlicher und nicht so gut in der Lage, den Bodenkampf auf einem der unwirtlicheren Planeten zu überstehen. Mir war es bei weitem lieber, herumzuschleichen und die Hive auf einem übersichtlichen Frachter zu töten, anstatt zwei-Meter-fünfzig großen Hünen auf dem Boden gegenüber zu stehen.

Nein, Menschen wurden überwiegend zu den Aufklärungseinheiten geschickt; kleine, strategische Truppen, die in die Hochrisikozonen am Rande von Kampfhandlungen geschleust wurden. Dort konnten wir uns entweder mit anderen Einheiten zusammenschließen, um eine größere Kampftruppe zu bilden, die sich gewöhnlich hinter feindlichen Linien befand, oder wir absolvierten Missionen wie diese, wo wir uns anpirschten und uns das zurücknahmen, was uns gehörte.

Mein Bruder blickte zu mir nach oben und schenkte mir ein breites Lächeln. Mein Herz versetzte mir einen schmerzhaften Stich in meiner Brust. Ich hatte ihn vermisst. Sein dunkles Haar hatte die gleiche Farbe wie mein Haar und er trug einen militärischen Kurzhaarschnitt. Ich hatte die Größe unseres Vaters geerbt, Seth aber war einen halben Kopf größer als ich. Er sah fit und erholt aus. Abgesehen von der Anspannung auf seinem Gesicht, der ständigen Wachsamkeit, die einem beim Militär eingeschärft wurde, sah er genauso aus wie jenem Tag, an dem er sich zusammen mit Chris und John freiwillig für das Kampfbataillon gemeldet hatte.

Pulsuz fraqment bitdi.

11,39 ₼