Kitabı oxu: «Seine unschuldige Partnerin»
Seine unschuldige Partnerin
Interstellare Bräute Programm: Die Jungfrauen - 3
Grace Goodwin

Inhalt
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Epilog
Willkommensgeschenk!
Interstellare Bräute® Programm
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Über Die Autorin
Seine unschuldige Partnerin: Copyright © 2019 Grace Goodwin
Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieses Buches darf in irgendeiner Form oder mit irgendwelchen Mittel ohne die ausdrückliche schriftliche Erlaubnis des Autors elektronisch, digital oder maschinell reproduziert oder übertragen werden, einschließlich, aber nicht beschränkt auf, Fotokopieren, Aufzeichnen, Scannen oder unter Verwendung diverser Datenspeicherungs- und Datenabrufsysteme.
Herausgegeben von Grace Goodwin / KSA Publishing Consultants, Inc.
Goodwin, Grace
His Virgin Mate
Coverdesign: KSA Publishing Consultants, Inc.
Bild/Fotonachweis: CanStockPhoto: konradbak; fotolia.com- Romolo Tavani
Anmerkung des Herausgebers:
Dieses Buch wurde ausschließlich für erwachsene Leser geschrieben. Den Hintern versohlen und andere sexuelle Aktivitäten, die in diesem Buch vorkommen, sind reine Fantasien, die für Erwachsene bestimmt sind und werden weder vom Autor noch vom Herausgeber befürwortet oder unterstützt.
1

Alexis Lopez, Zentrum für interstellare Bräute, Miami
Finger strichen sanft über meine Wange. Federleicht und behutsam. Trotzdem konnte ich Hornhaut spüren und der heftige Kontrast jagte mir einen Schauer über den Rücken. Ich konnte ihn nicht sehen, aber ich kannte ihn. Ich spürte mehr als nur seine Berührung. Ich spürte sein Verlangen, seine Lust. Wie das möglich war? Keine Ahnung. Es ergab keinen Sinn, aber ich wollte nicht darüber nachdenken. Ich wollte ihn einfach nur spüren.
“Kalt?” fragte seine düstere Stimme.
Ich schüttelte den Kopf. Mir war heiß. Meine Brüste waren schwer und empfindlich. Meine Pussy zuckte und pochte vor Verlangen, vor Not … mit einer kostbaren Empfindung, die ich noch nie gespürt hatte. Lust.
Auf meiner Hüfte machte sich eine merkwürdige Hitze breit und irgendwie verband sie mich mit diesem Fremden. Ich wusste nicht, wer er war, aber ich kannte dieses Mal. Es brannte und schickte Stromschläge durch mein Blut direkt bis in meinen Kitzler, und zwar mit einer Wucht, die ich mir nie hätte vorstellen können.
Nein. Es war falsch. Ich hatte zwar ein Geburtsmal, aber nicht an der Hüfte. Ich befeuchtete meine plötzlich so trockenen Lippen und fragte mich, wie es sich wohl anfühlen würde, sollte er mein Geburtsmal berühren. Meines war an der …
“Nicht, Liebling.” Sein Finger wanderte an meine Unterlippe und rieb hin und her. “Wenn du dir so die Lippen leckst, dann kann ich nur noch daran denken, wie du mir einen bläst.”
In meiner Mitte flackerte Hitze auf und ich winselte. Vage Erinnerungen taten sich in mir auf, aber ich konnte sie nicht wirklich abrufen. Irgendwoher kannte ich diesen Mann, seinen Duft, sein Aroma. Ich verzehrte mich nach ihm und ich hatte nie irgendeinen Mann gewollt.
Nichts davon ergab Sinn, aber dieser Traum durfte nicht aufhören. Niemals. Ich hatte mich schon immer gefragt, was in all den anderen Mädchen vorging, worüber sie so vergnüglich kicherten. Und dann hatten sie ein anderes Gesprächsthema gefunden. Ich, die schräge Außenseiterin. Die Zuwendungen der männlichen Zunft hatten mich noch nie interessiert, nie war mir das Herz höher gerutscht, wenn ich einen Typen angesehen hatte und schon gar nicht einen Fremden. Ich hatte mich damit abgefunden, dass ich seltsam war, ein kalter Fisch. Defekt. Jetzt aber, mit ihm? Mein Körper war vor Lust regelrecht aufgelebt. Vor sinnlicher Not. Ich konnte an nichts anderes mehr denken, als ihn zu schmecken, ihn zu spüren. Irgendwie wusste ich, dass er mich gleich nehmen würde. Er würde mich ficken und mich für immer erobern. Und ich wollte es, und zwar so heftig, dass ich nur noch ihn wahrnahm. Seinen Duft. Seine Stimme. Die rauen, schwieligen Fingerspitzen, die immer noch über meine Lippe strichen.
“Liebling, willst du meinen Schwanz nochmal kosten?”
Liebling? Was? Einen Moment lang war ich verwirrt, aber dieses neue Ich, diese Traumgestalt, wollte ihn. Jetzt gleich. Also gab ich mich dem Moment hin; meine Neugierde war einfach stärker. Ich war noch nie mit einem Mann zusammen gewesen. Ich wollte wissen, wie es sich anfühlte, wenn er in mir war. Dieser Mann. Er war für mich bestimmt. Und seine Versprechungen klangen so verheißungsvoll.
Über Schwänze wusste ich Bescheid. Ich war zwar noch Jungfrau, aber ich war nicht blöde. Allerdings wusste ich nicht genau, was er damit anstellen würde. Ich wusste nicht, wie er sich in mir anfühlen würde, oder wie er schmecken würde. Blowjobs waren schon immer ein heißes Thema gewesen. In der Oberstufe haben die Mädels sogar im Schulbus welche gegeben. Ich? Niemals. Ich war an keinem meiner Mitschüler interessiert gewesen und schon gar nicht an ihren Bleistiftschwänzen.
Er aber? Das Wasser lief mir im Mund zusammen, so sehr wollte ich ihn kosten, sein dickes, schweres Gewicht auf meiner Zunge spüren.
Dann glitt sein Finger davon und wurde von seinen Lippen ersetzt. Er küsste mich! Aber nicht so wie Bobby Jenkins in der zehnten Klasse. Wir drückten uns nicht hinter der Turnhalle herum. Dieser Junge hatte keine Zahnspange.
Nein, er war kein Junge. Er war ein Mann. Mit einer Hand an meinem Nacken hielt er mich genau so, wie er mich haben wollte und sein Mund war fest und entschlossen. Er schob seine Zunge in meinen Mund und es war so gut. Er leckte meine Mundhöhle mit langsamen, saftigen Zügen und es war unglaublich. So fühlte es sich also an? Hitze breitete sich in meinen Adern aus, wie süßer, zähflüssiger Zuckerrübensirup.
“Bist du je von einem Mann geküsst worden?” fragte er und seine Lippen strichen über meine, dann an meinem Kiefer entlang. Ich schüttelte den Kopf in seinem festen Griff. “Was hast du sonst so probiert, Liebling? Wer hat diese zarte Haut berührt? Dich hier geküsst?” Seine Lippen strichen über mein Schlüsselbein und ich schmolz nur so dahin, seine Lippen sollten tiefer wandern, zu meinen Nippeln. Vielleicht sogar noch tiefer. Ich hatte noch nie einen Mund auf mir gespürt, jedenfalls nicht da unten.
Gott, ich hatte überhaupt nichts ausprobiert. Was für eine Lachnummer ich sein musste. “Niemand. Niemand sonst. Noch nie.” Ich würgte das Geständnis hervor und wartete auf sein Gelächter oder seine hochgezogene Augenbraue. Wer würde das heutzutage schon glauben? Eine einundzwanzigjährige Frau, die immer noch Jungfrau war. Wenn ich das zuhause zugäbe, würden sich alle nur kaputt lachen.
Ich schluckte, dann winselte ich erneut, als er meine Ohrmuschel streifte und zärtlich an meinem Ohrläppchen knabberte. Seine Hände glitten über meinen unteren Rücken und umpackten meinen Arsch, sein Daumen strich über das empfindliche Mal an meiner Hüfte. Fast wurden meine Beine schwach, als Schockwellen des Verlangens mich erzittern ließen. Ich war vollkommen nackt und seine raue Kleidung rieb meine empfindliche Haut wie Sandpapier. Meine Nippel stellten sich auf und ich stöhnte, dann legte ich den Kopf in den Nacken, um ihm den Zugang zu meinem Hals zu erleichtern. Auch das hatte ich noch nie gemacht, aber diesem Mann, der mich seinen ‘Liebling’ nannte, würde ich alles geben. Alles.
“Ich habe nie irgendjemanden gewollt.” Traurig, aber wahr. Ich hatte mich noch nie so gefühlt. Hitzig und feucht und voller Sehnsucht.
“Gut,” flüsterte er. “Du gehörst mir und ich werde dich nicht teilen.”
Alles klar. Ich schloss meine Augen und befühlte ihn, ich wollte meine Hände in seinem Haar vergraben und ihn näher an mich ziehen. Aber so sehr ich es auch versuchte, ich konnte ihn nicht fassen. Es war, als ob er verblasste, als ob meine Hände ins Leere griffen.
Er ließ mich los und mir wurde kalt. Ich war allein.
“Komm zurück,” flehte ich.
“Bist du noch Jungfrau?” fragte er. Er berührte mich zwar nicht länger, jedoch konnte ich das Verlangen in seiner Stimme hören. Und ich hatte das bewirkt. Ich!
“Ja.” Ich nickte und mein Haar fiel über meine Wange. Ich hörte Tränen in meiner Stimme, keine traurigen, wütenden Tränen, sondern Tränen der Liebe und des Glücks und diese Tränen waren so überwältigend, dass es fast schon wehtat. Irgendwie kannte ich ihn. Ich wusste, dass er mir gehörte. Irgendwie wusste ich, dass er mich liebte, wirklich. Die Tränen waren wie mein Herz, das sich über meine Wangen in mein Gesicht ausschüttete.
“Soll ich dein Erster sein?” Ich konnte ihn nicht mehr sehen, aber seine Stimme flüsterte mir von hinten ins Ohr.
“Ja.”
“Akzeptierst du meinen Anspruch an dich? Und wirst du mich im Gegenzug zu deinem Partner machen? Für immer?”
“Ja,” bekräftigte ich. Ich kannte ihn zwar nicht, aber dieser Körper kannte ihn. Ich kam mir vor wie irgendjemand anderes, jemand, der magisch und mächtig war und sich nicht davor fürchtete im Bett zu versagen. Wenn ein einziger Kuss von ihm sich dermaßen gut anfühlte, wie würde es erst werden, wenn er mich ernsthaft anfasste? Wie würde es sich anfühlen, wenn sein fester, heißer Körper, seine Haut, gegen meinen presste? Wenn sein Schwanz in mir steckte? Wenn er mich mit seinem Mund eroberte, während er langsam in mich hineinstieß, während er sich Zeit ließ und unsere Hände sich ineinander verschlangen.
Mein Geist wurde mit allen möglichen romantischen Bildern überschwemmt und ich wusste, dass er sie alle verwirklichen würde. Er war der Richtige. Er würde mich glücklich machen. So glücklich.
“Träum von mir.” Seine Stimme verblasste zu kaum mehr als einem Flüstern und ich wollte sie festhalten, aber der Traum schlüpfte mir durch die Finger wie Wasser.
Träum von mir.
Ich öffnete die Augen und blickte mich blinzelnd um. Es dauerte ein paar Momente, ehe ich mich wieder gesammelt hatte, ehe mir klar wurde, dass nichts davon real gewesen war. Der Mann. Der Kuss. Nichts.
Meine Wangen waren feucht und mir wurde klar, dass ich wirklich geweint hatte. Jetzt schienen die Tränen einen guten Grund zu haben. Verlust. Ich fühlte mich bedürftig. Leer. Zurück in meinem kalten, stillen Dasein, das bis jetzt niemand durchdringen konnte. Niemand außer ihm.
Ich war im Zentrum für interstellare Bräute. Das Testzimmer war klein und zweckdienlich und ähnelte eher einem Untersuchungszimmer beim Arzt, als einer hochmodernen Matchmaking-Einrichtung des Weltraumzeitalters. Der Raum brachte meine Erinnerungen zurück. Meine Handgelenke waren an den Metalllehnen einer Art Zahnarztstuhl fixiert.
Die Fesseln störten mich jetzt. Ich hatte gehört, dass weibliche Strafgefangene sich freiwillig als Braut melden konnten. Vielleicht waren die Fesseln ja notwendig, schließlich handelte es sich dabei um Kriminelle. Vielleicht hatte es Fluchtversuche gegeben. Vielleicht waren sie einfach nur gewalttätig oder gemeingefährlich und das Bräutezentrum wollte daher keine Risiken eingehen.
Aber ich war keine Kriminelle. Ich? Ich hatte nicht einmal ein Päckchen Kaugummi im Eckladen mitgehen lassen, wie meine bekloppten Freunde in der Unterstufe. Ich hatte bei keiner Prüfung gemogelt oder meine Mutter angeschwindelt. Ich war öde und traurig und armselig und so einsam, dass ich kaum noch klarkam. Die Aufseherin hatte gesagt, die Handfesseln wären zu meiner Sicherheit. Als sie mich festgeschnallt hatte, hatte ich mich gefragt, wie riskant der Testvorgang wohl war. Dann aber hatte sie sich mit einem Lächeln auf den Lippen entfernt und mit dem Finger über ein Tablet gewischt. Das war alles, woran ich mich erinnern konnte.
Der Traum war ganz und gar nicht gefährlich. Gefährlich vielleicht für meine Unschuld. Meine Eierstöcke waren jetzt definitiv aufgewacht.
Ich lungerte auf dem gebogenen Sitz, würde aber nirgendwo hingehen. Der Stuhl war gekrümmt und nach hinten gewinkelt, als ob ich gleich eine Füllung bekommen würde. Nicht, um mit einem Alien verpartnert zu werden.
“Alexis, alles in Ordnung?”
Die Aufseherin trug zum Glück ihren Namen an der Uniform. Eine Gedächtnisstütze. Egara. Sie war ziemlich nett, besonders, da das Programm für interstellare Bräute als durch und durch geradlinig und effizient galt. Sogar ein bisschen militärisch. Sie aber hatte mich beruhigt und mich in meiner Entscheidung bekräftigt. Die Fernsehwerbung zeigte glückliche Frauen, die mit Aliens auf fremden Planeten lebten. Ihre verliebte Ausstrahlung—und dieses offensichtlich gut gefickte Strahlen auf ihren Gesichtern—hatte mich aufhorchen lassen, aber ich hatte nichts unternommen. Bis jetzt. Bis ich absolut nichts mehr zu verlieren hatte.
Jetzt war ich soweit. Mein Vater war tot, meine Mutter war bereits vor zwei Jahren gestorben und bei Rosie, meinem Golden Retriever wurde eine Woche nach dem Tod meines Vaters Knochenkrebs festgestellt und ich hatte schließlich auch sie verloren. Mein Hund war seit meinem elften Geburtstag meine beste Freundin und sie hatte sich mehr Geheule und schreckliche Popmusik angehört, als irgendein anderes Tier. Sie war nicht von meiner Seite gewichen, hatte Zuhause in meinem Bett geschlafen und mir an Vaters Bett Gesellschaft geleistet, als sonst niemand für mich da war.
Ich liebte diesen Hund. Meine Eltern liebte ich auch. Aber sie alle waren jetzt tot. Alles war fort, außer das große Haus, in dem ich es einfach nicht mehr aushielt. Der Hof war riesig, das Haus ein Ungetüm mit vier Schlafzimmern und ich wollte es auf keinen Fall behalten. Die Bilder an den Wänden, die Möbel, die Gerüche …
Es fühlte sich an, wie in einem Schrein für meine toten Eltern zu wohnen und ich konnte das einfach nicht mehr. Also hatte ich es verkauft und das Geld dem Baby meiner Cousine gespendet, dann hatte ich ein Auto gemietet und war nach Miami gefahren. Von Denver aus drei Tage. Ich hatte kaum geschlafen und noch weniger gegessen.
Ich fühlte mich leer. Vollkommen leer. Bis jetzt. Bis zu diesem Traum. Und die Tränen wollten gar nicht mehr versiegen, wie ein leckender Wasserhahn. Dieser Mann hatte meine Gefühle aufleben lassen. Seinetwegen verspürte ich Verlangen. Hunger. Lust. Das Mädchen aus dem Traum war so anders als ich. Sie war voller Liebe und Hoffnung und ihre Lebensfreude sprudelte wie ein Brausebonbon unter ihrer Zunge.
Genau das wollte ich. Ich wollte mich so fühlen wie sie.
“Miss Lopez? Hören Sie mich?”
Ich blinzelte die Aufseherin an und verscheuchte die Spinnenweben aus meinen Gedanken. Diese Gedanken gehörten der Vergangenheit an, jener komplizierten, verworrenen, schmerzhaften Vergangenheit, die ich hinter mir lassen würde. Heute noch. Jetzt gleich.
“Ja, alles in Ordnung. Das ging aber schnell.” Es kam mir vor, als ob ich mich vor einer Minute erst mit dem tristen, mit dem Logo des Bräuteprogramms bedruckten Krankenhauskittel auf den Stuhl gesetzt hatte.
“Ja, in der Tat,” erwiderte sie. Ich hörte die Verwunderung in ihrer Stimme und plötzlich wurde mir ganz flau im Magen.
Kein Typ in der Welt hatte auch nur ein Zehntel von dem bewirkt, was mir in diesem Traum widerfahren war. Für keinen Mann auf der Erde war ich je heiß geworden. Niemals. Vor ungefähr einem Jahr war ich sogar zur Ärztin gegangen und hatte meinen Hormonspiegel testen lassen, aber sie hatte nur lächelnd auf meinen Bluttest geschaut und mir versichert, dass alles normal war. Sie hatte gesagt, dass alles in Ordnung war. Ich war kerngesund.
Sie hatte mir sogar achselzuckend empfohlen, dass ich stattdessen besser zum Psychologen gehen sollte. Dann wollte sie mich über meinen Vater und meine Verwandten ausfragen und ich hatte sie abgewimmelt und war sofort abgehauen.
In meinem Leben gab es solche Geheimnisse nicht. Und selbst wenn; ich hatte Freundinnen, die Missbrauch und Vergewaltigung erlebt hatten, aber ihnen erging es nicht wie mir. Sie hatten ihre Vergangenheit aufgearbeitet und einen Weg gefunden, um Beziehungen zu führen. Sie wollten es zumindest versuchen.
Ich aber? Auf keinen Fall. Irgendetwas stimmte nicht mit mir. Letztes Jahr hatte Hank mich als frigide bezeichnet, nachdem ich seine Annäherungsversuche zurückgewiesen hatte. Klar, er war zudringlich geworden und hatte nach Knoblauch gestunken. Robert hatte mich als prüde beschimpft, nachdem ich ihm nach unserem zweiten Date keinen blasen wollte; als Gegenleistung, wie er gesagt hatte, weil er mich zum Abendessen eingeladen hatte. Zweimal.
Ich hatte ihn vor meiner Wohnung mit dem Schwanz auf seinem Schoß in seinem Auto sitzen lassen. Nachdem ich die gewölbte, aderige Eichel erblickt hatte, musste ich mich fragen, warum irgendeine Frau sich das Ding in den Mund stecken würde. Selbst jetzt erschauderte ich bei dem Gedanken.
Mit jedem kühlen, feuchten Kuss, den ich je empfangen hatte, von Will Travers Schmatzer auf die Wange in der fünften Klasse bis zum ersten Zungenkuss hinter der Tribüne in der Zehnten, hatte ich mich nur schlampig gefühlt.
Ich war anders. Männer fanden mich offensichtlich nicht attraktiv und mein Kitzler musste irgendwie beschädigt sein. Wenn es um Männer ging, spürte ich rein gar nichts. Ich hatte mich sogar gefragt, ob ich nicht lesbisch wäre. Nach dem Zwischenfall mit Roberts Schwanz hatte ich mir einen Monat lang Frauen angeschaut, ich hatte sie studiert und mich gefragt, ob ihre Körper mich irgendwie anmachen könnten. Ich hatte Meg, eine lesbische Bekannte gefragt wie man merkt, ob man tatsächlich anders rum ist. Sie meinte nur, dass wenn ich nicht direkt in die Büsche abtauchen wollte, ich wahrscheinlich auch nicht auf Frauen stand.
Sie hatte mich sogar geküsst, weil ich sie darum gebeten hatte. Und ich hatte nichts gespürt. Nichts.
Da der Gedanke daran eine andere Frau da unten zu küssen sich in etwa so wohlig anfühlte, wie mir auf dem Parkplatz Roberts Schwanz in den Mund zu stecken, war ich also auch keine Lesbe. Was irgendwie scheiße war. Mir war völlig egal, in wen ich mich verlieben würde, ich wollte einfach nur lieben. Ich wollte Verlangen spüren. Ich hatte meine Eltern geliebt, aber das war nicht dasselbe. Ich hatte meinen Hund geliebt. In der Schule hatte ich Freunde gehabt, die mir wirklich am Herzen lagen. Süße Katzenbilder und Hundewelpen und Babys ließen mein Herz höher schlagen. Mein Herz funktionierte also prächtig.
Da ich aber nicht auf Frauen stand und kein Mann mich je antörnen und zum Keuchen bringen konnte, wie ich es im Fernsehen gesehen hatte, hatte ich schließlich aufgegeben. Ich hatte mich einfach zusammengerissen und auf die Arbeit konzentriert. Ich war zur Schule gegangen und hatte eine Ausbildung zur Köchin gemacht, denn Essen war das einzige, was mich begeistern konnte. Die Aromen, die Texturen, die Überraschungen, die über meine Zunge rollten, wenn ich Gewürze oder Zutaten auf unerwartete Weise miteinander kombinierte. Die letzten drei Jahre hatte ich in der Gourmet-Kochschule im Stadtzentrum verbracht und so viel gelernt, wie ich nur konnte.
Ich war ein herausragender Lehrling, hatte aber das Gefühl, das Leben würde in einer verqueren und grausamen Posse an mir vorbeiziehen. Nachdem die Pflege von erst einem und dann dem zweiten kranken Elternteil mich niedergeschlagen hatte, musste ich feststellen, dass ich mich am Ende des Tages nach dem Unterricht doppelt so einsam fühlte wie am Morgen. Die anderen Leute dort arbeiteten in echten Restaurantküchen, sie konnten sich schon beweisen, während ich jede Minute der Ausbildung in meinen straffen Tagesablauf quetschen musste.
Irgendwann schließlich musste ich die Schule aufgeben und mich um meinen Vater kümmern. Eine Krankenschwester oder eine Pflegeeinrichtung konnten wir uns einfach nicht leisten. Und ich konnte es einfach nicht ertragen, dass er in einer solchen Einrichtung dahin vegetieren würde, während ich sautierte Pilze und Cremesoße für reiche Touristen zubereitete.
Also kümmerte ich mich um meinen Vater und dachte mit jedem Tag mehr an die Werbung vom Programm für interstellare Bräute. Sie versicherten, dass ihr Match-Making zu neunundneunzig Prozent erfolgreich war. Das war beachtlich, denn die Scheidungsraten für reguläre Ehen auf der Erde betrugen immerhin fünfzig Prozent.
Neunundneunzig Prozent hörte sich verdammt gut an. Und wenn ich nicht länger mit Typen wie Robert ausgehen musste und garantiert einen Typen abbekommen würde, der perfekt zu mir passte, dann war ich Feuer und Flamme. Zum Teufel, ich hatte nichts zu verlieren.
Selbst, wenn es sich bei diesem Typen um einen Alien handelte.
“Hmm.” Aufseherin Egara ging neben mir auf und ab, ihr dunkelbraunes Haar war zu einem Dutt hochgesteckt und sie war voll und ganz auf das Tablet in ihrer Hand konzentriert. Sie wirkte nicht länger zufrieden. Nein, sie sah beunruhigt aus.
Vielleicht war ich ja tatsächlich hinüber. Vielleicht funktionierte ihr System bei Mädels wie mir nicht; dummen, verängstigten Jungfrauen, die keine Ahnung hatten, was sie mit einem Mann anfangen sollten und schon gar nicht mit einem Alien.
Seltsamerweise trocknete dieser Gedanke sofort meine Tränen. Mit Kummer und Einsamkeit konnte ich leben. Falsche Hoffnung aber schmerzte so viel mehr.
“Es hat nicht geklappt, oder? Sie konnten kein Match für mich finden.” Ich seufzte und versuchte, die Enttäuschung in meiner Stimme zu verschleiern. “Ich wusste es.”
“Sie wussten was?” erkundigte sie sich.
“Dass ich nicht normal bin, dass es bei mir definitiv nicht hinhaut, wenn es um Männer geht.”
Die Aufseherin lächelte etwas bedrückt. Oh ja, ich war erbärmlich. “Oh, nein Alexis. Verzeihung, aber mir ist nicht aufgefallen, dass Sie sich Sorgen machen. Ich hätte es Ihnen gleich sagen sollen. Sie haben ein Match.”
Mein Herz setzte einen Schlag aus und ich riss die Augen auf. “Ein Match? Wirklich?”
Da draußen gab es jemanden für mich? Jemanden, der jetzt gerade auf mich wartete?
“Wirklich,” bestätigte sie und strahlte.
“Wer?” Ich war ganz außer Atem und aufgeregt, aber ich konnte nicht anders. Heute in diesem Traum war ich das erste Mal von einem Typen angetörnt worden. Und ich hatte keine Ahnung, wer er war oder wo er steckte.
Ein Fingerwisch über ihr Tablet und die Handfesseln zogen sich zurück. Ich setzte mich auf und rieb meine Handgelenke, obwohl der Griff nicht wirklich straff gewesen war.
“Alle Bräute werden zuerst einem Planeten zugeordnet, dann einem Partner. In Ihrem Fall ist das recht spannend, Ihrem genetischen Profil nach wurden sie Everis zugeteilt.” Ihr gewiefter Blick wanderte über mich. “Wie es aussieht, haben Sie die spezifischen Anforderungen für diesen Planeten erfüllt.”
“Oh? Welche Anforderungen?”
Sie neigte den Kopf zur Seite und warf mir einen prüfenden Blick zu. “Zeigen Sie mir bitte ihre Handfläche.”
Ich wusste nicht, welche sie meinte, also drehte ich beide Hände nach oben, damit sie sie betrachten konnte.
Sie runzelte die Stirn. “Merkwürdig.”
2

Lexi
Ich blickte auf meine Handflächen. “Was ist merkwürdig?”
“Alle Everianer werden mit einem Mal auf der Handfläche geboren.”
Mehr sagte sie nicht, sondern blickte mich einfach nur an. “Um Everis zugeordnet zu werden, müssen Sie ein Geburtsmal haben. Haben Sie irgendwo an Ihrem Körper ein ungewöhnliches Mal? Ein großes Muttermal, das alle in ihrer Familie haben?”
Heilige Scheiße. “Ja.” Reflexartig hob ich meine Arme und wickelte sie um meine Brust, um das Mal dort zu verbergen. “Warum?”
Ihr Blick folgte meiner Armbewegung, aber sie lächelte. “Vor langer Zeit haben Everianische Abenteurer viele Welten kolonisiert. Einige Ihrer Vorfahren haben es bis hierher geschafft, bis zur Erde.”
“Und? Was hat das mit mir zu tun?”
Die Aufseherin machte ein freundliches Gesicht, ihre Worte aber brachten mich völlig durcheinander. “Die Nachkommen dieser Everianer tragen das Geburtsmal, das Sie gerade verstecken wollen. Ihre Vorfahren machen Sie zur potenziellen Partnerin eines Everianischen Jägers. Ihr genetisches Profil allein hätte Sie bereits nach Everis geschickt. Und das Abfertigungsprotokoll hat Ihre psychologische Kompatibilität bestätigt.”
“Was?” Wollte sie damit sagen, dass ich ein Alien war? “Ich komme aus Denver. Meine Familie stammt aus Vera Cruz. Meine Abuela lebt immer noch in Mexiko. Ich bin kein Alien. Ich bin zur Eastern Highschool gegangen. Ich wurde in Denver geboren.”
“Liebes, aber natürlich sind Sie kein Alien.” Sie wedelte mit der Hand durch die Luft und deutete auf den Stuhl, auf dem ich immer noch saß und die Computer und Bildschirme, die an der Wand angebracht waren. “Sie sind nur der Nachkomme von einem.” Sie blickte auf ihr Tablet. “Ihrem genetischen Profil nach sind Sie zu siebzehn Prozent Everianerin und dreiundachtzig Prozent menschlich.” Sie lächelte stolz, wie eine Mutter, die mit den Schulleistungen ihres Kindes prahlte. “Auch nach tausenden Jahren ist die Everianische DNA überaus robust.”
“Was? Wenn Sie bereits wussten, dass ich eine Art Alien bin, warum musste ich dann überhaupt den Test durchlaufen?”
“Ihr genetisches Profil hat den Planeten Everis an die Spitze Ihrer Wahrscheinlichkeitsmatrix gesetzt. Der Test, den Sie soeben absolviert haben, verwendet jedoch viele Variablen, um Ihre bewussten und unbewussten Wünsche und Bedürfnisse an einen Partner zu definieren. Darauf basierend werden nach und nach die möglichen Planeten entfernt, bis nur noch ein Planet übrigbleibt. Am Ende des Tests wird die sexuelle Kompatibilität analysiert und schließlich wird Ihrem Stammhirn eine aufgezeichnete Paarungszeremonie zugeführt, um das Ergebnis zu überprüfen.”
Ich bemühte mich ihre komplexe Sprache zu entziffern. “Sie meinen, ich habe mir gerade ein Sextape von Everis angesehen? Es geträumt?”
Sie nickte und nahm am Tisch gegenüber Platz, dann schlug sie die Beine übereinander, als ob wir beim Kaffeekränzchen wären. “Technisch betrachtet hat ihr Körper sinnliche Daten durchlebt, die von der neuralen Prozessionseinheit einer anderen Braut aufgezeichnet wurden. Aber wenn sie es als Traum bezeichnen möchten, dann ja.”
“Aber ich habe gar nicht von Sex geträumt,” konterte ich und errötete sogleich. Ich konnte mir nur ausmalen, wie sich ein echter Sextraum anfühlen musste. Ein mentaler Porno. “Woher wissen sie, dass ich kompatibel bin, wenn ich gar nicht von Sex geträumt habe?”
“Vielleicht haben Sie nicht von Geschlechtsverkehr geträumt.” Sie zog eine Augenbraue hoch und ich kam mir vor, als ob sie direkt in meine Seele blickte. “Aber Sie haben Verlangen gespürt, oder? Erregung? Lust? Eine Sehnsucht, so heftig, dass Ihr gesamter Körper vor Verlangen erbebt ist?”
Jetzt wurde ich knallrot. Am ganzen Leib. Ich konnte ihr nicht in die Augen blicken. Gott, woher wusste sie das?
“Sie sind noch Jungfrau, oder?” fragte sie.
Ich biss meine Lippe und nickte, denn ich schämte mich zu sehr, um ihr die Wahrheit zu sagen. Nämlich, dass ich keine freiwillige Jungfrau war, sondern dass ich irgendwie verkorkst war. Dann fiel mir wieder ein, dass ich in einem Kittel herumsaß und unter der dünnen Baumwolle völlig nackt war. Außerdem erinnerte ich mich daran, dass sie meine geheimsten Gedanken erforscht hatte.
“Sie brauchen sich nicht zu schämen. Auf Everis werden jungfräuliche Partnerinnen besonders verehrt. Ihr Partner wird erfreut sein und Sie schleunigst für sich erobern wollen.”
Ich zupfte am Saum meines Kittels herum. “Aber sollte mein Partner denn nicht wissen, dass ich … frigide bin?”
Der Aufseherin klappte die Kinnlade runter, dann schloss sie den Mund und redete weiter. “Wenn man Ihnen das gesagt hat, dann waren die Männer, mit denen Sie ausgegangen sind, offensichtlich allesamt Arschlöcher.”
Bei ihrer Wortwahl musste ich prusten. Sie sah in ihrer Uniform so korrekt und spröde aus und redete über Männer, als wären wir beste Freundinnen, die in meiner Lieblingsbar ein paar Tequilas schlürften. Ich fühlte mich sofort besser.
“Miss Lopez, ich bin kein Arzt.”
“Sie können mich Lexi nennen.”
“Lexi, ist Ihnen je in den Sinn gekommen, dass Sie für andere Männer frigide waren, weil diese nicht zu Ihnen gepasst haben? Weil es keine Everianer waren?”
Ich überlegte. Und überlegte. War das möglich? Hatte mein Körper auf einen Alien gewartet? Hatten diese siebzehn Prozent in meiner DNA bewirkt, dass ich einfach nicht auf menschliche Männer stand?
Ein stechender Schmerz bohrte sich in meine Brust. Ah, da war sie wieder. Hoffnung. Vielleicht war ich gar nicht defekt. Vielleicht war ich einfach nur ein Alien, der mit Erdenmännern einfach nichts anfangen konnte. Der Gedanke ließ mich zusammenzucken. Was war schlimmer? Frigide zu sein? Oder kein echter Mensch zu sein? Und was war mit meinen Eltern?
Wenn einer von ihnen wie ich war, dann wunderte es mich kaum, dass ich ein Einzelkind war. Und als Kind haben sie mich auch nicht gerade aus dem Schlafzimmer verscheucht. Sie waren immer so liebevoll miteinander umgegangen. Aber Leidenschaft? Nee. Sie waren eher wie beste Freunde.
Plötzlich geriet mein gesamtes Leben aus den Fugen. Meine Mutter. Sie hatte dasselbe Geburtsmal wie ich, nur auf dem Rücken. Sie hatte mich spät zur Welt gebracht und war beinahe vierzig gewesen, als sie Vater geheiratet hatte. War es ihr genauso ergangen, hatte sie die Suche nach Leidenschaft auch aufgegeben?
Heilige Scheiße. Meine Mutter war auch halb außerirdisch?
Ehe ich das Ganze verdauen konnte, redete die Aufseherin weiter.
“Ihr Test war einer der kürzesten, die ich je durchgeführt habe. Das liegt daran, dass Sie sofort Everis zugeteilt wurden und aufgrund Ihrer sexuellen Erfahrung möchte das Protokoll verhindern, dass Sie eine genauere Vorstellung davon bekommen, was mit Ihrem Partner sexuell so alles laufen wird. Sie sind vollkommen in Ordnung. Ihr Match ist zu neunundneunzig Prozent perfekt.”
Sie beobachtete mich eindringlich und ich lächelte zaghaft. Genauere Vorstellung? Was sollte das heißen? Sollte ich etwa so tun, als ob ich keine Ahnung hatte, was Sache war? Dass ich noch nie einen Porno gesehen hatte? Nie versucht hatte in Stimmung zu kommen?
Trotzdem, neunundneunzig Prozent hörte sich echt großartig an.
“Okay.” Ich wusste nicht, was ich sonst sagen sollte. Ich hatte ein Match, da draußen gab es einen Typen für mich. Ein fast perfektes Match. Warum also sollte ich weiter mit ihr diskutieren. Mein neuer Partner würde sowieso bald herausfinden, ob ich nun sexuell behindert war oder nicht.
“Okay?” fragte sie nach. Ich nickte. “Großartig. Für die Akten, nennen Sie mir bitte Ihren Namen.”
Ich räusperte mich. “Alexis Lopez.”
“Sind Sie verheiratet?”
“Nein.”
“Haben Sie biologische Nachkommen?” Als ich ihr darauf einen komischen Blick zuwarf, redete sie weiter. “Ich weiß. Jungfrauen haben keine Kinder. Aber für die Akte muss ich Sie danach fragen. Sie sind ein besonderer Fall.”
“Nein. Ich bin keine Jungfrau Maria. Ich habe keine Kinder.”
“Akzeptieren Sie das Match, das Ihnen vom Abfertigungsprotokoll des Programms für interstellare Bräute zugeteilt wurde?”
Wollte ich die Erde verlassen und nach Everis gehen? Zu einem Mann, der mich so makellos unbefleckt haben wollte, wie frisch gefallener Schnee? Der mich dafür anbeten würde?
“Ja. Ich akzeptiere das Match.”
“Ausgezeichnet.” Die Aufseherin wischte einige Male mehr über ihr Tablet.
“Vielen Dank, Lexi. Mit Annahme des Matches sind Sie nicht länger eine Bürgerin der Erde. Sie sind jetzt eine Braut und an den Planeten Everis vergeben. Da Everis ein ungewöhnliches Protokoll voraussetzt, werden Sie nicht sofort transportiert. Sie werden zusammen mit zwei weiteren Frauen transportiert werden. Eine davon befindet sich meines Wissens nach noch im Test. Sobald sie alle soweit sind, können Sie Bekanntschaft schließen. Sobald Everis uns die Transportkoordinaten für den Prüfstein durchgegeben hat, kommen Sie hierher zurück für ihre Abfertigung.”
Sie stand auf und klemmte ihr Tablet unter den Arm.
“Folgen Sie mir bitte, damit wir die anderen treffen können.”

Ich folgte der Aufseherin durch einen kurzen, grell beleuchteten Korridor. Der Fliesenboden war kalt und am liebsten hätte ich mir ein Paar Latschen gewünscht. In einem Raum hörte ich gedämpfte Frauenstimmen und die Aufseherin öffnete ohne anzuklopfen die Tür.
“Hast du auch ein Muttermal?”
Ich hörte die Frage, als ich mir mit einer Hand auf dem Hintern den Kittel zuhielt und Aufseherin Egara ins Zimmer folgte. Der kleine Raum war eine Art Konferenzzimmer mit Tisch und Stühlen. Zwei Frauen in Kitteln wie meinem saßen beieinander und blickten zu mir auf.
“Da bist du!”
Beide standen sofort auf und kamen strahlend auf mich zu. Ihre herzliche Art und ihre leuchtenden Augen dämpften sofort meine Nervosität. Ihre Aufgeregtheit war leicht verblüffend, aber es war beruhigend zu sehen, dass sie sich nicht gerade vor Angst in die Hose machten.
“Ich bin Katie und das ist Dani.”
“Lexi.”
“Haben sie dich auch nach dem Muttermal gefragt?” wollte Katie wissen. Sie war groß und schlank, mit perfekten Brüsten und runden Hüften. Ihr langes braunes Haar reichte ihr halb über den Rücken und war kunstvoll zurechtgemacht. Ihr Make-up umrahmte perfekt ihre großen, dunkelbraunen Augen. Sie sah genauso aus wie all die Mädchen in der Schule, die sich immer über meine Figur lustig gemacht hatten, aber ihr Lächeln war freundlich und nicht hinterlistig.
Ich atmete aus und mir war gar nicht aufgefallen, dass ich den Atem angehalten hatte. “Ich bin also nicht die Einzige? Die Einzige, der man gesagt hat, dass wir alle Aliens sind?”
Beide lachten.
“Wir alle wurden Everis zugeteilt.” Dani nahm meine Hand und ging zu ihrem Stuhl zurück, damit ich mich zu ihr setzte. Mit ihrem gazellenhaften Look sah sie so ganz anders aus als Katie. Ihr Haar war überaus blond und zu einem Pferdeschwanz gebunden. Sie hatte etwas Anmutiges, wie eine Ballerina. Ihr Körper war dünn—mit schmalen Hüften und kleinen Brüsten—was den Eindruck nur noch bestärkte. Sie war klein und zierlich, ihr Blick aber war unerschrocken. Katie saß auf der anderen Seite und ich setzte mich dazu, mein dunklerer Teint, meine schwarzen Haare und meine Kurven machten uns alle einzigartig. Und wir waren zum Teil außerirdisch? Alle drei von uns?
“Seid ihr auch noch Jungfrau?” fragte ich. Ich wollte herausfinden, ob die mangelnde Libido nur mich betraf, oder ob es stimmte, was die Aufseherin angedeutet hatte. Was, wenn mein mangelndes Interesse an Männern tatsächlich auf meine Alien-DNA zurückging? Als die anderen beiden nickten, fiel mir tatsächlich ein Stein vom Herzen. “Also wart ihr nie verliebt? Ihr seid nie auf einen Typen abgefahren?”
“Also ich nicht.” Dani wandte den Blick ab und Katie wurde ganz rot.
“Ähm, nein. Jungfrauen, weit und breit nur Jungfrauen.” Katie klemmte sich ihr dunkelbraunes Haar hinters Ohr. “Ist das nicht ein bisschen seltsam? Drei Jungfrauen mit merkwürdigen Muttermalen, die auf einen fremden Planeten geschickt werden? Ich komme mir vor wie ein Jungfrauenopfer. Als ob sie uns eine nach der anderen in einen Vulkan werfen wollen oder so.” Ihr Lachen klang etwas krampfhaft und nicht wirklich vergnügt.
“Mein Match beträgt neunundneunzig Prozent,” verkündete ich stolz. “Vielleicht wollen sie mich opfern, aber der Typ gehört voll und ganz mir.”
Dani lächelte und rieb sich die Hände. “Gott, ich bin so nervös! Bei mir war die Übereinstimmung auch so hoch, was bedeutet …, dass es auf dem Planeten tatsächlich einen Typen gibt, der auf mich steht!”
Sogar ich fand sie attraktiv und dabei stand ich noch nicht einmal auf Frauen. Ich musste mich fragen, mit was für Typen sie wohl unterwegs gewesen war, um so abwertend über sich zu denken und dann wurde mir klar, dass ich genau wie sie war. Wir sahen uns kein bisschen ähnlich und doch hatten wir in der Vergangenheit mit denselben Problemen zu kämpfen. Männerproblemen. Und Selbstwertproblemen.
Katie schürzte die Lippen. “Mein Match hatte nur achtundneunzig Prozent.”
Dani rollte mit den Augen. “Wo kommt ihr her?”
“Denver, Colorado,” sprach ich.
“Ich komme aus Wooster, Ohio,” fügte Katie hinzu.
“Gainesville, Florida.” Dani grinste und ich konnte sie mir mühelos in Bikini und Sonnenbrille am Strand vorstellen. “Und alle gehen wir nach Everis. Zusammen. Wisst ihr, was das aus uns macht? Beste Freundinnen.”
Ich blickte die beiden an und erkannte mich sofort in ihnen wieder. Wir waren uns ziemlich ähnlich, vielleicht nicht im Wesen, aber wir alle waren mit Everianern verpartnert worden. Wir alle waren noch Jungfrau und wir würden zusammen transportiert werden. Wir würden die einzigen Freundinnen von der Erde darstellen; alles, was wir auf Everis haben würden. Wir mochten zwar aus verschiedenen Landesteilen kommen, aber wir alle stammten von der Erde. Ich würde sagen, das machte uns zu besten Freundinnen.
“Lasst uns einen Pakt schließen,” sprach Katie.
Dani fuhr sich durchs Haar. “Ja! Wir werden uns alles erzählen. Keine Geheimnisse. Nicht mal peinliche Sachen wie Sex und Orgasmen oder Toys. Was immer sie mit uns anstellen, wir müssen darüber reden. Okay? Wir haben nur noch uns, nicht wahr?”
“Abgesehen von unseren heißen Alien-Schmackos, die unsere Unschuld rauben wollen?” warf ich ein und grinste aufgeregt. Die Vorstellung, dieselbe Art von Verlangen zu verspüren wie eben im Abfertigungstraum ließ mein Herz einen Schlag aussetzen.
“Das sind Typen. Seid mir nicht böse, aber die zählen nicht. Nicht in dieser Sache. Wir Mädels müssen zusammenhalten,” konterte Dani.
“Wie die drei Musketiere,” fügte Katie hinzu.
“Na schön,” sprach ich. “Ich bin dabei, aber ich werde mir nicht den Daumen aufritzen oder in meine Hand spucken.”
Katie zuckte zusammen. “Nee. Eklig. Aber ja zum Pakt. Wir werden uns alles erzählen. Und ich meine alle Einzelheiten.”
“Alle Einzelheiten,” bekräftigte Dani.
Als Aufseherin Egara von ihrem Tablet aufblickte und uns zu sich rief, fassten wir uns an den Händen. “Einzelheiten,” bestätigte ich.
Im Korridor mussten wir voneinander Abschied nehmen, denn jede von uns kehrte für die finale Abfertigung in ein anderes Testzimmer zurück.
“Wird es wehtun?” wollte Katie von Aufseherin Egara wissen.
Die Aufseherin schüttelte den Kopf. “Nein. Sie werden abgefertigt und dann transportiert werden. Ehe Sie sich versehen, werden Sie sich alle drei am Prüfstein von Everis wiederfinden. Dort werden Sie ihre Partner treffen. Alles Gute, meine Damen.”
Ich blickte zu Katie und Dani und schenkte ihnen ein Lächeln. Das war’s.
Katie, die am unerschrockensten wirkte, winkte mir kurz zu und stürmte in den Testraum, ihr blanker Arsch war das Letzte, was wir von ihr sahen. Dani rollte mit den Augen und verschwand als Nächste. Ich stand neben Aufseherin Egara im stillen Korridor.
“Wenn Sie an meiner Stelle wären, würden Sie dann gehen?” fragte ich sie. Mir wurde klar, dass Katie und Dani aus reiner Nervosität so dahergeredet hatten. Um sich Mut zu machen. Ich konnte es ihnen nicht verübeln. Aber Aufseherin Egara war direkter.
“Nun, ich war mit einem Koalitionskrieger verpartnert.” Sie bog ins Testzimmer ab und ich folgte ihr. Jetzt war ich aber gespannt.
“Ach ja? Auf Everis?” fragte ich, als ich mich wieder in den Teststuhl setzte.
Sie schüttelte den Kopf, blickte jedoch weiter auf ihr Tablet. Einmal, zweimal schnippte sie mit dem Finger. Die Handfesseln umschlossen wieder meine Handgelenke.
“Nein. Prillon.”
Sie war nach Prillon Prime geschickt worden? Von dem Planeten und seinen großen—nein, riesigen—Kriegern hatte ich gehört. Und davon, wie sie mit einem zweiten Mann zusammen ihre Bräute beanspruchten. Sie hatte zwei Partner? Und trotzdem war sie hier auf der Erde? “Sie hatten zwei Männer?”
“Ja.”
Sie wollte nicht ins Detail gehen, aber meine Neugierde war einfach zu groß. Meine Mutter hätte sich bei meinen schlechten Manieren im Grabe umgedreht, aber ich konnte mich einfach nicht zurückhalten. “Was ist passiert? Warum sind Sie hier?”
“Meine Partner sind tot, Lexi,” seufzte sie. “Ich war damals ein besonderer Fall. Ob ich wieder gehen würde? Ob ich dasselbe tun würde, wenn ich zehn Jahre jünger wäre?”
Ich nickte. Ich betrachtete ihr Gesicht und suchte in ihren Augen nach einem Zeichen der Täuschung.
“Auf jeden Fall.”
Ich sah Trauer, aber keinerlei Bedauern und das beruhigte mich.
“Bereit?” fragte sie.
“Ja.” Ich atmete tief durch und ließ alles raus.
Sie drückte auf einen Knopf und hinter mir schob sich die Wand auf. Ich konnte nicht viel erkennen, aber aus dem Augenwinkel sah ich ein sanftes blaues Licht. Wie bei einer Achterbahnfahrt kippte der Stuhl nach hinten und glitt durch die Öffnung in der Wand in den kleinen Raum, der gerade genug Platz für meinen Stuhl zu bieten schien. Dann bewegte sich ein lautloser Roboterarm mit einer Nadel auf mich zu. Ich zuckte zusammen, als die Nadel meine Haut durchbohrte.
“Keine Angst. Sie bekommen jetzt Ihre NPU. Die neurale Prozessionseinheit wird hinter Ihrem Ohr implantiert, damit Sie die Sprachen der Koalition sprechen und verstehen können. Dann werden Sie vorbereitet und nach Everis transportiert.”
Der Stuhl senkte sich in ein warmes Wasserbad und das blaue Licht leuchtete immer stärker. Alle meine Ängste zerschmolzen wie ein Schneeball in der Sonne. Ich war unterwegs nach Everis und würde meinen ausgewählten Partner treffen und endlich—
“Ihre Abfertigung beginnt in drei … zwei … eins.”
3

Seniorjäger Vron, Planet Everis
Ich wollte nur noch zurück ins Bett. Schlafen und träumen. Von ihr. Sie war nahe; so nahe, dass mein Körper fast ununterbrochen erregt war. In den Wochen nach meiner Rückkehr vom Kampf gegen die Hive hatte ich mir nichts als Frieden gewünscht. Ich wollte dem Wind in den Bäumen lauschen und dem Wasser, das im Flussbett über Steine strömte. Ruhe und Einsamkeit.
Mit keinem von beiden wurde ich belohnt. Das Gebirgsanwesen, welches mir von meinem Bataillon nach unserer Rückkehr aus dem Krieg vermacht worden war, bot mehr als genug Platz für die Soldatengruppe, die jetzt die kalten Steingemäuer und Befestigungen besetzten. Unsere Aufgabe war es, die Region zu verwalten, Streitigkeiten zu schlichten und Gesetzesbrecher zu bestrafen. Wir waren jetzt Jäger. Wir schützten die Schwachen, bewahrten den Frieden und brachten diejenigen, die dumm genug waren, gegen die Everianischen Gesetze zu verstoßen, zur Gerechtigkeit.
Seit Beginn unserer Mission auf Feris 5 gab es viel zu tun. Wir waren fünfzig Mann, mit einer kleinen Armee aus Dienern und Arbeitern, die für unser Wohl sorgten. Der Prüfstein, also jene Festung, wohin alle ledigen Bräute transportiert wurden, befand sich mitten in meinem Territorium und alle paar Wochen, sobald eine neue Ladung potenzieller Partnerinnen eintraf, brachte ich mindestens zwanzig Männer aus den Bergen dorthin, um den Frieden zu sichern.
Markierte Partnerinnen waren eine Kostbarkeit und die Bräute, die zum Prüfstein transportiert wurden, waren bereit für ihre Eroberung. Allein. Nur vom Protokoll beschützt, sowie von der Ehre der Männer, die um ihre Gunst wetteiferten.
Mein Bett jedoch war leer. Seit Jahren schon war es leer geblieben und jede Nacht seit meiner Rückkehr und dem darauffolgenden Test wuchs meine innere Leere. Ich war es gewohnt allein zu sein. Ich war verdammt gut darin. Ein Umstand, der mich nie gestört hatte. Bis letzte Nacht, als ich den ersten Traum hatte.
Ich hatte von ihr geträumt. Meiner Partnerin. Meiner markierten Partnerin.
Ich konnte nur noch daran denken, dass sie von einem anderen Planeten hierher transportiert sein musste. Gestern, als mein eigenes Mal erwacht war. Es hatte gekribbelt und war ganz heiß geworden. Sie war eine der ausgewählten Bräute von einem anderen Planeten. Das war die einzig mögliche Erklärung.
Da mein Mal sich nicht in meiner Hand befand, hatte ich immer geglaubt, ich wäre irgendwie defekt und dass es kein passendes Match für mich gab. Nicht für mich. Dann aber war es ganz warm geworden, genau wie ich es von allen anderen Everianern gehört hatte, sobald sie ihre Partnerinnen getroffen hatten. Oh ja, es saß an einer äußerst ungewöhnlichen Stelle, aber es funktionierte!
Sie war am Prüfstein. Die Träume waren der Beweis. Ich kannte zwar nicht ihren Namen, aber ihr Geist berührte meinen. Ich würde sie finden. Sie verführen. Ich würde keine Gnade kennen, nicht in dieser Angelegenheit. Götter, ich hatte mich jahrelang nach ihr gesehnt. Der Kampf gegen die Hive war brutal und die Vorstellung von der perfekten Frau, von der Richtigen hatte mich durchhalten lassen. Weniger als hundert Everianer fanden ihre markierten Partnerinnen. Die meisten begnügten sich mit einem beschaulichen Leben mit einer beschaulichen Braut. Nicht alle Männer auf Everis konnten fühlen, wie das Feuer in ihren Malen zum Leben erweckt wurde. Aber ich hatte die Hoffnung nie aufgegeben. Die magere Wahrscheinlichkeit hatte mir einen Grund gegeben, um weiterzuleben, damit ich sie irgendwann finden könnte. Um sie für mich zu beanspruchen.
Und jetzt war es soweit. Sie war hier auf Everis. Am Prüfstein.
Ich würde nur dreißig Tage lang Zeit haben, um sie zu überzeugen. Sie mochte zwar meine markierte Partnerin sein, aber kein Gesetz oder Protokoll würde sie davon abhalten sich in dieser Zeit einen anderen Partner zu nehmen. Nichts konnte garantieren, dass sie sich für mich entscheiden würde.
Nichts, außer meinem Mund auf ihrer Pussy und meinem dicken Schwanz, der sie zum Kreischen brachte. Ich würde sie auf alle drei Arten nehmen müssen, um sie zu erobern. Ich würde sie vor Lust erbeben lassen, sie in meinen Duft und meine Berührungen hüllen, bis sie an niemand anderes mehr denken konnte, bis sie keinen anderen mehr wollte.
Mein Schwanz wurde steif und ich rutschte auf der Bank herum, wo ich neben meinem Kumpel Bryn Platz genommen hatte.
Bryn konnte normalerweise nie die Klappe halten, er war immer am Lachen oder Piesacken. Jetzt aber war er seltsam still, als wir unser Fleisch und Gemüse aufaßen. Seit unserer Rückkehr verspeisten wir nur noch Breet aus dem Norden und geröstete Vögel aus unserer Heimat. Die S-Gen-Anlagen auf den Koalitionsschiffen hatten zwar tausende Optionen für Lebensmittel, aber bei unzähligen Mitgliedsplaneten war es einfach unmöglich, jede erdenkliche Delikatesse von jeder Welt mit einzuprogrammieren. Stattdessen analysierten die Ingenieure die ernährungsphysiologischen Vorteile verbreiteter Speisen aus jeder Welt und stellten sicher, dass alle genug Auswahl hatten, um gesund zu bleiben. Ein oder zwei Leckerbissen waren alles, was uns erlaubt war. Jetzt aber waren wir wieder Zuhause und meine Männer und ich hielten das Küchenpersonal auf Trab, damit sie die simplen Köstlichkeiten aus unserer Kindheit für uns zubereiteten.
“Wann brechen wir zum Prüfstein auf?” wollte Bryn wissen und schwenkte sein dunkles Bier in seinem Glas.
“Bei Tagesanbruch.” Wir wurden zwar erst zum Abend erwartet, nämlich sobald die offizielle Brautschau beginnen würde, aber ich konnte nicht länger warten. Sie war da. Meine Partnerin. Ich konnte es nicht riskieren, noch einen Moment länger zu warten. Die Pflicht hielt uns noch eine Nacht hier, aber morgen würden wir losreiten. Ich würde die Nacht nicht verschwenden, nicht jetzt, als mein Geist ihren gefunden hatte. Ich konnte es kaum erwarten wieder in mein Zimmer zurückzukehren und in den nächsten gemeinsamen Traum mit ihr zu entgleiten.
Bryn nickte und schaffte die Reste seiner Mahlzeit zur Recyclingeinheit an der Wand. Ohne ein Wort zu sagen, verließ er den Speisesaal und verschwand.
Das Gespräch war vorbei. Wie seltsam er heute drauf war.
Nicht, dass mir das etwas ausmachte. In meinem Schlafzimmer erwartete mich bereits ein Schlaftrunk, um mühelos einzuschlafen. Heute Nacht, in meinen Träumen würde ich ihr nachstellen. Ich würde ihren Namen erfahren. Vielleicht sogar ihr Gesicht erblicken.
Um mich herum wurden emsig Gespräche geführt, als Jäger und andere Festungsbewohner kamen und gingen. Speisten, lachten, lebten.
Das hatte ich ganz vergessen. Zu leben. Ich hatte zu viel Zeit mit den Hive zugebracht, zu viel Zerstörung und Chaos gesehen. Ich hoffte, dass meine Partnerin mich aus der Dunkelheit, die mein Herz umhüllte, herausreißen würde. Vier Jahre des Krieges. Das klang zwar nicht besonders lang, aber scheinbar gewöhnte ich mich nur langsam ans zivile Leben zurück. Würde ich je wieder einen Schuss hören und nicht sofort nach Gefahr Ausschau halten? Einen Ast knacken hören, ohne gleich nach dem Feind zu suchen? Würde das Summen der Ventilatoren mich irgendwann nicht mehr verfolgen wie das konstante Wummern der Belüftungsanlage auf dem Schlachtschiff?
“Seniorjäger Vron, Sir. Es gibt Berichte von mehreren Zwischenfällen. Wir müssen Jäger entsenden, bevor wir zum Prüfstein aufbrechen.” Ein jüngerer Jäger wandte sich von der anderen Seite des Tisches an mich und ich nickte, um ihm zu verstehen zu geben, dass ich ihn gehört hatte. Die Nachtruhe würde warten müssen. Meine Partnerin würde warten müssen, auch wenn es das letzte Mal sein würde, dass die Pflicht meiner Partnerin vorging.
Morgen würde sie mir gehören.
“Ich bin gleich da.”
Er drehte um und stiefelte davon, Richtung Kommandoraum. Dort würden wir gleich die neuesten Einsätze durchgehen, von Hilferufen bis zur Aufklärung von Verbrechen, und ich würde für jede Aufgabe Männer bereitstellen.
Die Festungsgarden waren allesamt Elitejäger. Es handelte sich um eine verantwortungsvolle Aufgabe, die nur wenigen Everianischen Männern anvertraut wurde. Wir waren die kräftigsten, schnellsten und erfahrensten Jäger. Die meisten waren ausgebildete Soldaten, die in der Koalitionsflotte gedient hatten und dann diversen Festungen auf dem Planeten zugewiesen worden waren. Wir garantierten den Frieden und die Stabilität auf Everis. Ich betrachtete meine Rolle als ein Privileg, das ich mir nach Jahren im Kampf gegen die Hive verdient hatte. Ich nahm meine Aufgabe hier nicht auf die leichte Schulter. Meine Rolle war für die Stabilität und die Sicherheit unseres Volkes von entscheidender Bedeutung.
Dessen war ich mir bewusst. Zum ersten Mal aber reichte es nicht länger, von meinem Volk gebraucht zu werden.
Mein verfluchtes Herz wollte mehr. Ich wollte das, was ich im Traum gesehen hatte, was ich gehört, gerochen, gespürt hatte.
Ich wollte schleunigst in mein Quartier zurück, also ging ich zum Kommandoraum und wies rasch den Männern ihre Aufgaben zu. Eine starke Gruppe Männer würde hierbleiben und die Festung sichern und ich würde morgen früh meine besten und treuesten Jäger mit mir zum Prüfstein nehmen.
Und heute Nacht würde ich träumen.
Als meine Pflicht erledigt war, machte ich mich in mein Quartier auf und holte den Schlaftrunk, den ich zuvor besorgt hatte, aus dem Nachttisch. Ich trank ihn aus und legte mich sofort hin. Ich wollte sie wiedersehen. Sie berühren. Selbst, wenn es nur ein Traum war. Morgen würde er Realität werden.

Vron, Traumlandschaft
Ihr langes schwarzes Haar lag auf dem weißen Laken ausgebreitet und bot einen herrlichen Kontrast zum hellen Mondlicht. Dünne weiße Vorhänge wehten in der leichten Brise des geöffneten Fensters. Das Schlafzimmer war geräumig, mit einem Sofa, einem Tisch und zwei Stühlen zum Ruhen, Lesen oder Ficken. Auf einmal wollte ich sie über den Tisch beugen und sie so lange durchficken, bis sie um Erlösung betteln würde. Dann würde ich sie genau an der Tischkante platzieren, damit die harte Oberfläche mit jedem meiner Stöße ihren Kitzler reizen würde. Der Tisch würde nur so wackeln während ich sie nahm und sie vor Wonne nur so kreischte. Aber dieser primitive Drang würde warten müssen.
Ich würde sie der heiligen Reihenfolge nach nehmen, ein Loch nach dem anderen. Ich würde ihre Verwunderung sehen, wenn ich ihren Körper, ihren Geist zur Leidenschaft erweckte. Wenn ich jedes ihrer Löcher für mich beanspruchen würde. Zuerst würde sie weit den Mund aufmachen, um mich tief in ihren Rachen zu nehmen und meinen Samen zu schlucken. Dann ihr Arsch. Das würde eng werden und ihre liebliche Unterwerfung, sobald ich sie das erste Mal auf diese intimste Weise nahm, würde uns nur noch enger zusammenschweißen, während sie vor Lust nur so brüllen und buckeln würde. Zum Schluss würde ich ihre Pussy nehmen, würde ich spüren, wie ihre inneren Wände sich um meinen Schwanz kräuselten, ihn umschlossen. Ich würde zusehen, wie ihre Augen vor Erregung ganz glasig wurden und spüren, wie ihre Säfte meinen Schwanz befeuchteten. Dann würde ich sie abfüllen, ihren Schoß mit meinem Samen auskleiden und sie offiziell—und für immer—für mich erobern.
Ja.
Das große Bett in der Mitte war ganz in Weiß bezogen. Die dimme Beleuchtung bot gerade genug Helligkeit, um das hübsche Gesicht meiner schlafenden Partnerin zu studieren. Sie lag auf der Seite, ihre Arme waren angewinkelt und ihre Hände waren in einer unschuldigen wie auch verführerischen Geste unter ihr Kinn geklemmt, denn ihre Arme pressten ihre üppigen Brüste zusammen und formten ein verlockendes Dekolleté. Ich erkannte ihr Zimmer als eine der Suiten wieder, die am Prüfstein den neuen Bräuten zugeteilt wurden und verspürte eine gewisse Erleichterung.
Dort würde sie in Sicherheit sein, bis ich sie morgen finden würde. Solange sie nicht einen anderen wählte.
Mein Schwanz stellte sich auf und ich wollte mich zu ihr ins Bett legen, ich wollte mit den Fingern durch die glänzende Fülle ihres schwarzen Haares fahren und ihren Kopf für meinen Kuss festhalten, während ich sie ans sinnliche Vergnügen heranführte. Sie gehörte mir. Niemand anderes würde sie anrühren. Niemand, der sich nicht nach dem Tod sehnte. Ich würde sie nur noch davon überzeugen müssen, dass ich ihr markierter Partner war. Ihr Schicksal. Und perfekt für sie.
Ich trat an die Bettkante und legte mich neben sie. Ihr Fleisch roch nach frischen Frühlingsblumen und warmem Honig. Aber das hier war nur ein Traum. Mein Verstand würde alles zurechtbiegen, mich davon überzeugen, dass ich sie berührt, in den Armen gehalten und gekostet hatte, aber es würde alles nur gelogen sein; ein Streich meiner Vorstellung.
Alles Physische würde eine Illusion sein.
Ihre Worte aber würden real sein. Genau wie meine.
Ich lag auf der Seite und strich mit dem Daumen über ihre volle Unterlippe. Sie war so unglaublich zart. Ich konnte es kaum erwarten, bis dieser unschuldige Mund sich um meinen Schwanz schließen würde.
Ich zeichnete ihre Kurven nach, von der Schulter bis zur Hüfte. Dann legte ich meine Hand auf die Kurve ihre Taille und drückte sanft zu, um sie auf mich aufmerksam zu machen. Diese außergewöhnliche Frau gehörte mir. Meine einzig wahre Partnerin im gesamten Universum. Unsere Gedanken hatten sich miteinander verbunden, wie es nur unter markierten Partnern möglich war und ich wollte alles über sie erfahren. Was brachte sie zum Lachen? Was machte sie wütend? Ich wollte den süßen Nektar ihrer Pussy kosten, das Aroma ihrer Haut. Welche Geräusche würde sie von sich geben, sobald ich sie ficken würde? Wo wurde sie gerne berührt?
Ihre Lider zuckten und sie öffnete die Augen, dann keuchte sie lieblich, während ihr Herz unter ihren Rippen nur so raste.
“Du bist zurück.” Ihr sexy Flüstern ließ meinen Schwanz schmerzen und meine Hand schien einen eigenen Willen zu haben, denn sie strich von der Schulter zur Hüfte über ihre Kurven und dann wieder zurück. Wieder und wieder. Ich stellte sicher, dass ich dabei auch über die Seite ihrer Brust strich, dort, wo sich unter ihrem cremefarbenen Nachthemd ihr Mal verstecken musste. Der schimmernde Stoff haftete an jeder ihrer Kurven. Er war hübsch, ich aber wollte ihn ihr einfach nur vom Leib reißen. Ich musste sie sehen. Sie spüren. Sie erobern.
“Natürlich bin ich zurück. Du gehörst mir.”
Sie zitterte, aber ich wandte den Blick nicht mehr von ihr ab. “Das ist nur ein Traum. Du bist nicht real.”
Ich blickte ihr in die Augen und senkte meine Hand an ihre Brust, befühlte das zarte Gewicht. Als eine zärtliche Ermahnung drückte ich vorsichtig ihren harten Nippel. “Ich bin sehr real.”
4

Vron
Ich fasste um ihre zierliche Figur und zog sie an mich heran, bis ihre Hüften auf meine trafen. Ihr Keuchen versicherte mir, dass sie genau das spürte, was sie spüren sollte, nämlich meinen harten, willigen Schwanz, der nur darauf wartete sie zu erobern. Langsam senkten sich ihre Lider und ihr Körper schmiegte sich an meinen, während ihr Blick sich vor Lust verdunkelte.
Götter, sie war perfekt. So unschuldig und doch so sinnlich. Letzte Nacht, in unserem ersten Traum hatte sie mir gestanden, dass sie noch Jungfrau war. Unberührt. Das lustvolle Wesen ihres Körpers zu erwecken, würde mein größtes Vergnügen sein. Ich konnte es kaum erwarten, sie auf traditionelle Weise für mich zu beanspruchen, erst ihren Mund, dann ihren Arsch und schließlich, sobald sie mich akzeptiert hatte, ihre süße Pussy. Ich würde sie mit meinem Samen füllen und mein Kind in ihren Schoß pflanzen. Ich wollte sie schwer und voll mit meinem Samen sehen, ihr Körper reif und empfindlich. Ich hatte mich nach einer Partnerin und Kindern gesehnt, darauf gehofft, aber ich hatte nie wirklich geglaubt, dass mir dieses Glück zuteilwerden würde. So viele Jahre lang hatte ich mich der Ehre und der Pflicht verschrieben, war ich nur aufs Überleben fokussiert gewesen. Jetzt aber? Jetzt, als ich ihre dunklen Augen und ihr glänzend schwarzes Haar erblickte, wollte ich sie. Ich wollte alles.
“Sieh mich an.” Ich wollte sie testen, wollte ihr wahres Wesen kennenlernen. Würde sie meinen gebieterischen Ton willkommen heißen? Oder würde sie mich herausfordern?
Sie keuchte, biss ihre Lippe und ihre Hüften sprangen gegen meine. Aber sie öffnete die Augen und ihr dunkler Blick traf meinen. Was ich dort erblickte, brachte mich fast zum Höhepunkt. Verlangen. Vertrauen. Not.
Meine kleine Partnerin war genauso berührt wie ich. Den Göttern sei Dank.
Würde ich ihr zwischen die Beine greifen und ihre Pussy befühlen, dann würde sie sich vor lauter Begrüßungssaft ganz feucht anfühlen. Das wusste ich. Sie sehnte sich nach meiner Dominanz, meinem Machtbedürfnis. Die Gewissheit, dass sie sich so süß unterwerfen würde bewirkte, dass ich mir ein Knurren verkneifen musste.
“Sag mir deinen Namen, Kleines.”
Sie schüttelte den Kopf und verweigerte mir diese einfache Antwort. Ich beugte mich nach vorne und zog ihre Lippen an meinen Mund, ich knabberte und küsste sie, dann biss ich sanft zu, um sie zu tadeln. “Ich bin Vron. Sag mir deinen Namen.”
Das hier war nicht real. Götter, ich wusste, dass es nicht real war, aber nachdem ich sie gekostet hatte, wollte ich nicht mehr aufhören. Ich küsste mich von ihren Lippen über ihr Kinn bis zu ihrem Hals entlang. Dann tiefer. Sie drückte den Rücken durch, ihre Hüften pressten gegen meine und sie warf einladend den Kopf zur Seite, damit ich besser Zugang bekam.
“Vron.” Mein Name war ein gehauchtes Seufzen auf ihren Lippen und mein gesamter Körper reagierte darauf, als hätte sie eben meinen Schwanz gestreichelt.
Ich küsste ihren Hals, leckte, saugte und schmeckte sie. Dann arbeitete ich mich bis an ihr Ohr und fragte sie erneut. “Dein Name?”
Ihr Schweigen erregte und verleitete mich zugleich. Ich wollte keine nachgiebige, fügsame Partnerin. Ich wollte eine Frau mit Feuer, eine Partnerin, die voller Leidenschaft ihre Kinder beschützen würde. Eine, die der Welt die Augen auskratzen und sich im Bett trotzdem lieblich unterwerfen würde.
Ich rollte sie unter mich und nahm ihren Mund. Küsste sie. Eroberte sie. Mein Schwanz scheuerte gegen ihren Schritt, aber unsere Kleider und ihre innere Unschuld hinderten mich daran, sie mit meinem Schwanz zu füllen. Ich rieb meine harte Länge gegen ihre Mitte und ihr Geist erlaubte den Kontakt, sie war weder total überwältigt noch geschockt.
Als ich aber meine Hand auf ihre Hüfte senkte und den Saum ihres Nachthemds umfasste, um meine Finger in ihrer heißen, feuchten Pussy zu versenken, traf ich auf Widerstand, eine unsichtbare Schranke, die ich nicht passieren konnte.
Innerlich stöhnte ich. Ich konnte sie nicht anfassen. Noch nicht. Im Traum konnte ich nicht mehr mit ihr anstellen, als sie in der Wirklichkeit erfahren hatte. Und kein anderer Mann hatte je ihre süße Mitte angerührt, je ihre feuchte Hitze gekostet oder ihre Lustschreie gehört. Der Gedanke brachte mich fast um den Verstand und mein Beschützerinstinkt stieg wie eine Gezeitenwelle an, um mich in einem Stück zu verschlucken.
Diese Frau gehörte mir. Eigentlich wollte ich mich ehrenhaft geben und ihr die Wahl lassen. Aber jetzt, als ich sie gesehen, sie gekostet und ihren Geist berührt hatte, wusste ich, dass ich Himmel und Erde in Bewegung setzen würde, um sie zu behalten. Nichts würde mich davon abhalten, sie zu verführen und mir ihre Liebe zu verdienen.
Ihre Haut war zarter als die Haut eines Neugeborenen. Ihre Seufzer waren wie Musik in meinem geschundenen Herzen. Sie sträubte sich nicht gegen mich, nein, sie war einfach unschuldig und ihr Geist war nicht fähig, sich Lügen der Leidenschaft auszudenken.
Wieder küsste ich sie, bis ihr Körper vor Verlangen erzitterte und ihre Lunge unkontrolliert nach Luft schnappte.
“Dein Name, Liebling?”
“Ich bin nicht dein Liebling.”
“Bei den Göttern, du gehörst mir. Meine markierte Partnerin.” Ich packte ihre Hände, zog sie über ihren Kopf und nagelte sie fest, als ich meinen Mund an die Seite ihrer rechten Brust senkte. Dort musste sich ihr Mal befinden. Dessen war ich mir sicher, denn meines saß an derselben Stelle, an meiner Flanke auf meinen Rippen. Sie gehörte mir. Mit Nase, Mund und Kinn befühlte ich die Schwellung ihrer Brüste und rieb meinen Zweitagebart über ihr empfindliches Fleisch, ehe ich sie durch ihr seidiges Nachthemd hindurch küsste. “Du hast ein Geburtsmal, Liebling. Genau hier.”
Sie schnappte nach Luft und wollte mich abwehren, aber ich hielt weiter ihre Hände fest und rasch gab sie nach und schleuderte ihren Kopf seitwärts ins Kissen.
Ich küsste das Geburtsmal, dann zog ich mit den Zähnen ihr Nachthemd weg, damit ich ihre nackte Brust küssen konnte. Sie stöhnte, als meine Lippen ihre Haut berührten. Ein Feuersturm der Lust loderte zwischen uns auf, als ich ihr Geburtsmal küsste und saugte, jene heilige, magische Markierung, die uns miteinander verband. Die sie mein machte. Der Beweis. Ich konnte ihn sehen. Ihn spüren.
“Ich komme, Liebling. Warte auf mich. Wähle keinen anderen.”
Ich nahm ihren Nippel in den Mund und ihre Hüften buckelten, ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. “Vorsteherin Treva hat gesagt, morgen würden uns achtzig Männer zur Auswahl stehen. Sie sagte, ich kann mir jeden aussuchen, den ich will.”
Meine Zunge schnippte über ihren Nippel, bis sie aufschrie, dann hob ich den Kopf und küsste sie erneut, ehe ich darauf antwortete. “Ja. Dem Gesetz nach kannst du jeden Mann am Prüfstein wählen. Aber wir beide wissen, dass das nicht passieren wird.”
“Warum nicht?”
“Weil sie dir nicht das geben werden, was du willst, was du brauchst.”
Ihr Puls hämmerte wie wild und ich senkte den Kopf, um ihre Kehle zu küssen.
“Was brauche ich?”
“Meine Hand, die sich an deinem Haar vergreift, während ich deinen süßen Mund ficke. Meine lange, harte Zunge, wie sie deinen Kitzler bearbeitet, wie sie deine jungfräuliche Pussy füllt, bis du die Beine um meine Schultern schwingst und darum bettelst, dass ich nie mehr aufhöre. Bis ich dich für mich beansprucht habe. Bis du mich im Gegenzug für dich beanspruchst.”
Sie war jetzt am Keuchen, aber da war mehr. So viel mehr. Ich verlagerte die Hüften und rieb ihren Kitzler mit meiner harten Länge durch unsere Kleider hindurch und sie winselte nur so. Ich senkte den Kopf, damit meine warmen Lippen über ihr Ohr streiften, sobald ich fertig war.
“Du brauchst mich, um deinen Arsch zu dehnen, um dich hart und schnell zu nehmen, während ich deine Pussy mit meinen Fingern fülle und dich kommen lasse. Und nochmal. Du brauchst meinen Schwanz bis zu den Eiern in deiner Pussy drin, wie er dich gnadenlos durchfickt und immer wieder mit meinem Samen füllt, während du schreist und um Erleichterung bettelst.”
“Oh mein Gott.”
Sie buckelte unter mir, ihre Augen waren vor roher Lust ganz vernebelt. Meinetwegen.
Es war Zeit zu gehen. Ich wollte zwar mehr, konnte es ihr aber nicht geben. Ich hatte genug bewirkt, hatte sie genauso heiß und willig gemacht wie ich es war. Sie war jetzt angetörnt. Sie wollte mich. Sie mochte zwar andere Männer sehen, aber sie würde sich nur nach mir sehnen. Das hatte ich eben sichergestellt.
“Du gehörst mir, Liebling. Warte auf mich. Ich werde dich finden.”

Alexis, Planet Everis, Der Prüfstein
“Wie ihr wisst, findet heute das Treffen zwischen Männern und Bräuten am Prüfstein statt.” Vor uns stand die Frau, die wir alle nur als Vorsteherin Treva kannten. Wir waren zwölf Frauen, die übers Programm für interstellare Bräute dem Planeten Everis zugeordnet und hierher transportiert worden waren.
Sie sah genauso aus wie ein Mensch, bewegte sich aber mit einer Eleganz, sodass ich fast schon wie hypnotisiert hinschauen musste. Alle Everianer, die ich getroffen hatte, sahen wie Menschen aus, aber sie hatten irgendetwas Besonderes, etwas, das nach mehr schrie. Vorsteherin Treva sah zehn Jahre älter aus als Katie, Dani und ich und hatte eine selbstbewusste Haltung, die dem Rest von uns fehlte. Ihr Haar war dunkelbraun und hing sanft über ihre Schultern. Ihre Augen waren bernsteinfarben und warm, wie die Farbe von Whiskey. Sie war etwa so groß wie Katie, also auf der Erde knapp größer als der Durchschnitt. Ihre Uniform war ein dunkles Marineblau, mit silbernen Rangabzeichen am Arm. Ich kannte mich weder mit der politischen noch der militärischen Ordnung hier aus, aber sie und die anderen Vorsteher waren ziemlich weit oben in der Hackordnung. Kein einziger Everianer legte sich mit ihr an, egal ob Mann oder Frau. Ihre Haltung und ihr Selbstbewusstsein verunsicherten mich sogar ein bisschen und ich kam mir vor wie ein Kind, das im Sandkasten der Großen spielen wollte. So nervös, wie Katie und Dani herumfuchtelten, mussten sie sich genauso fühlen.
Wir befanden uns auf einer anderen Welt und warteten auf eine Horde Männer. Ich musste an zwölf unschuldige Lämmer denken, die gleich von einem Rudel Wölfe ausgeschnüffelt und gemustert wurden. Keine von uns kannte diesen Planeten und wir hatten keine Ahnung, wie die Partnerwahl hier lief.
Die Offizierin hatte uns allerdings berichtet, dass sie nach ihrer Dienstzeit im Kampf gegen die Hive getestet und verpartnert worden war. Sie sah glücklich aus. Ihre Uniform saß gestochen scharf und knapp, allerdings war sie recht entspannt. Wenn sie aber auch zwei Nächte hintereinander von einem Fremden geträumt haben würde, der ihr alle möglichen versauten Dinge zugeflüstert hatte, dann würde sie wohl nicht so kühl und beherrscht aussehen. Aber nein. Wenn sie bereits verpartnert war, dann würde ihr Mann nicht erst schmutzig daherreden, sondern er würde einfach zur Sache kommen.
Ich rutschte auf meinem Stuhl herum. Vron. Das war sein Name. Und er hatte mir die perversesten Sachen versprochen. Ausnahmsweise war ich aber nicht vom aufgegeilten Geschwafel eines Mannes angewidert. Diesmal wollte ich mehr davon hören. Nein, diesmal wollte ich alles ausprobieren.
Ich hatte andere Everianische Soldaten auf Patrouille gesehen—wenn man die hier so nannte—, aber sie alle waren überaus ernst. Wie der Geheimdienst, der den Präsidenten bewachte. Immer im Dienst, immer wachsam. Aber die einzige Gefahr hier schienen die übereifrigen Everianischen Männer zu sein. Vielleicht hatten sie uns nicht die ganze Wahrheit erzählt. Oder vielleicht waren wir in ihren Augen sehr viel wertvoller, als ich gedacht hätte.
Waren wir interstellare Bräute denn wirklich so begehrt? Ich blickte zu Katie rüber, sie biss ihre Lippe. Wir waren zusammen nach Everis transportiert und nebeneinander auf der Krankenstation aufgewacht. Nackt und nur mit einem Laken bedeckt, während die Ärzte mit merkwürdigen Stäben gewedelt und seltsame Untersuchungen angestellt hatten, um sicherzugehen, dass wir alle wohlauf waren. Als sie zufrieden waren, hatten sie uns hübsche Kleider überreicht und wir alle wurden angezogen und dann zu unseren Suiten geführt. Im Moment waren vier der Suiten belegt. Drei Bräute pro Apartment. Katie, Dani und ich hatten darum gebeten zusammen eine Suite zu beziehen, zu Ehren unseres Pakts. Also wohnten wir jetzt zusammen. Zwei Tage waren seitdem vergangen.
Wir drei waren uns nähergekommen, waren wirklich beste Freundinnen geworden. Wir gingen überall zusammen hin und hatten alle Einzelheiten über unser Leben auf der Erde miteinander ausgetauscht. Wir konnten zwar nicht das Gebäude verlassen, aber drinnen durften wir uns frei bewegen. Die Anlage war riesig, sie erinnerte mich an ein Berghotel mit Gästesuiten, Konferenzzimmern, Rundumservice und Fünf-Sterne-Restaurants. Es war einfach nur klasse. Nur wir Mädels—und die Garden, die aber kein Wort mit uns sprachen. Einer von ihnen allerdings, ein großer, gutaussehender Typ in blauer Uniform, hatte mich ständig beobachtet. Er war offensichtlich respektiert, einer der Offiziere oder so, aber er war nicht der Mann, den ich wollte.
Er war nicht Vron.
Keiner der achtzig potenziellen Partner war bis heute Morgen aufgekreuzt. Als sie dann schließlich doch eintrafen, hatten wir herausgefunden, dass die dunkelblauen Uniformen zur Everianischen Version der Offiziere gehörten, während alle anderen braune Uniformen trugen. Sie alle sahen wie Militärs aus, mit Protokollen und Rangabzeichen. Die Offiziere aber schienen alles im Griff zu haben und diese scheinbare Ordnung beruhigte mich.
Die vergangenen Stunden lang hatte ich nach diesen blauen Uniformen Ausschau gehalten und war erleichtert gewesen, wann immer ich sie wachsam in unserer Nähe erspäht hatte. Noch nie im Leben hatte ich dermaßen viele Leute angestarrt. Katie und Dani waren derselben Meinung; wir waren Frischfleisch. Die meisten von uns nickten ihnen im Vorbeigehen kurz zu, erwiderten ein Lächeln, wann immer es sich anbot. Keiner von ihnen wurde aufdringlich oder versuchte mit uns ins Gespräch zu kommen. Scheinbar war das noch nicht gestattet.
Dieser eine Mann aber, der blonde in Blau, starrte unentwegt. Und nicht auf uns drei, sondern nur auf mich. Zuerst hatte es mich nervös gemacht. Jetzt aber war ich nicht sicher, wie ich darauf reagieren sollte. Er schien sein Interesse an mir kein bisschen zu verstecken. Nein, er gab nicht einmal vor, höflich zu sein. Er starrte mich an, als ob er mir mit den Augen die Kleider ausziehen konnte. Als ob er etwas über mich wusste, das mir völlig entgangen war.
Und im Gegensatz dazu, wie ich mich in meinem Traum mit Vron gefühlt hatte, jagte dieser Mann mir kalte Schauer über den Rücken und machte meine Hände ganz zittrig. Und nicht auf die angenehme Art. Er war imposant. Groß. Stark. Und er blickte mich an wie eine Beute.
5

Lexi
Er war ziemlich gutaussehend. Helles Haar, ebenso helle Augen, kräftiger Kiefer, respekteinflößende Haltung. Zuerst fühlte ich mich geschmeichelt, denn es kam selten vor, dass mir ein Mann einen zweiten Blick zuwarf. Dieser aber? Er schaute gar nicht mehr weg. Seine Aufmerksamkeit hatte etwas Verstörendes, denn sein Blick war so düster, fast schon einschüchternd. Er versprühte keine Wärme. Er war nicht derjenige, den ich in meinen Träumen gesehen hatte. Das wusste ich einfach. Seine Aufmerksamkeit hätte mir schmeicheln sollen, aber sie gefiel mir nicht. Sie beunruhigte mich. Meine Freundinnen ebenso, denn jedes Mal, wenn er sich uns näherte, drängelten wir uns in die andere Richtung.
Wir alle waren unruhig. Alle zwölf von uns. Wir hätten uns endlos über die Geschehnisse austauschen können, aber bis zum offiziellen Start des Events, unserem ersten richtigen Treffen mit den Männern, konnten wir nur spekulieren, wie das alles ablaufen würde.
Zum Glück gab uns Vorsteherin Treva erstmal eine kleine Orientierung. Dani blickte mich an. Ich wusste, was sie dachte. Warum hat sie das nicht vor zwei Tagen gemacht?
Es war nicht nur die Ungewissheit, die uns alle quälte, sondern auch die Schlaflosigkeit. Die erste Nacht hatte ich mich unentwegt hin und her gewälzt, weil ich wieder und wieder vom selben Traum heimgesucht wurde, wie eine geile, kaputte Schallplatte. Ein Mann, der neben mir im Bett lag und der mich mit Fragen löcherte, mir ins Ohr flüsterte, mich küsste. Mich anfasste. Ich hatte den anderen nichts davon erzählt, denn ich dachte, dass es nur mir so erging, oder dass ich mich an den Testtraum von der Erde erinnerte.
Als wir aber alle nach einer weiteren unruhigen Nacht aufgewacht waren, wusste ich, dass ich nicht die Einzige war, die geträumt hatte. Nicht nur eine Nacht, sondern zwei. Wir alle waren beim Frühstück nervös, schweigsam. Wenn es Katie und Dani wie mir erging, dann dachten sie über den Mann aus ihren Träumen nach, was er alles getan hatte und vor allem wie sie sich dabei gefühlt hatten.
Gott, ich war im Traum stärker erregt als mit irgendeinem echten Mann auf der Erde. Hätte er weitergemacht, dann hätte ich es zugelassen. Mit einem Fremden. Am erschreckendsten und aufregendsten aber war, dass ich seinetwegen fast gekommen wäre. Ich war definitiv nicht asexuell, denn jede noch so kleine Geste seines Fingers hatte mich bereits erbeben lassen. Sein Kuss hatte meinen gesamten Körper in Flammen gesetzt. Nie hatte ich so etwas gespürt und ich wollte mehr davon.
Aber er hatte aufgehört. Mich nicht länger angefasst, mich auch nicht genommen und mit seinem Schwanz ausgefüllt. Nicht einmal in meinen Träumen wurde ich flachgelegt. Was ziemlich erbärmlich war.
“Wie ihr alle wisst, seid ihr Everis zugeordnet worden.” Die strenge Stimme der Vorsteherin riss mich aus meinen Gedanken. “Aber ihr wisst eventuell nicht, dass vor sechstausend Jahren Abenteurer von Everis in die Galaxie ausgezogen sind und neue Welten kolonisiert haben. Die Erde war eine von diesen Welten.”
Ich nickte. Aufseherin Egara hatte es mir bereits verklickert. Treva redete weiter.
“Euch ist gesagt worden, dass ihr Nachfahren dieser Kolonisten seid, Überlebende unserer Welt, die sich mit Menschen gepaart haben. Was ihr aber nicht wisst, ist die Bedeutung eures Geburtsmals und inwiefern es euch helfen kann, euren einzig wahren Partner zu finden.”
“Was?” Katie quietschte und ich verschränkte nur die Arme vor der Brust. Unsere bodenlangen Kleider waren allesamt wunderschön, aber dünn. Und unter dem prächtigen Farbenspiel waren wir völlig nackt.
Treva nickte. “Den Legenden nach hat ein Everianischer Jäger dank seiner Ehre und Tapferkeit dermaßen die Götter beglückt, dass sie ihm ein Geschenk gemacht haben. Eine perfekte Partnerin. Diesem Jäger, dem allerersten Jäger von Everis, wurde besondere Fähigkeiten geschenkt. Erhöhte Geschwindigkeit und Stärke. Ein unfehlbarer Jagdinstinkt. Ein scharfer Verstand und ein eiserner Willen. Dieser Jäger hat eine gewaltige Schlacht überlebt und sein Körper war mit den Spuren seines Kampfes gezeichnet.”
“Die Götter haben das gesehen und dem Jäger eine perfekte Partnerin versprochen, die extra für ihn erschaffen wurde. Ihre Gedanken würden sich miteinander verbinden. Ihre Körper würden sich in perfekter Harmonie vereinen. In ihren Armen würde er Trost und Frieden finden, wie mit keiner anderen.” Die Vorsteherin marschierte vor uns auf und ab, als ob wir Soldaten wären und sie unser Feldwebel, aber keine von uns rührte sich oder stellte Fragen. Ich kam mir vor wie ein Vorschulkind, dem man ein Märchen erzählte.
“Die Götter versprachen dem Jäger, dass er seine Partnerin dank einer besonderen Markierung erkennen würde, einer Markierung, die die Götter und die liebende Göttin persönlich in ihrer Handfläche platziert hatten, einer Markierung, die genauso aussah wie seine. Eine Markierung, die wie Feuer glühen würde, sobald er seiner Partnerin nahekam.”
“Heilige Scheiße.” Danis flüsterte zwar nur, ich aber hörte sie und dachte genau dasselbe. Obwohl, Aufseherin Egara hatte es merkwürdig gefunden, dass das Mal bei mir an einer anderen Stelle saß. Egal, ich würde mir nicht darüber den Kopf zerbrechen. Es wurde bereits wärmer und kribbelte, als ob es soeben aufgewacht war. Sofort dachte ich an Vron, an seinen Mund an meiner Brust. Daher wusste er also über mein Geburtsmal Bescheid? Hatte er eines an genau derselben Stelle? Brannte und kribbelte seines jetzt auch?
“Soll das heißen, dass ein Everianer mit genau demselben Geburtsmal wie ich mein wahrer Partner ist?” fragte Dani.
Ich lehnte mich gespannt nach vorne, denn die Antwort interessierte mich. Es hörte sich einfach unglaublich an, obwohl Vron mir in der Nacht zuvor genau dasselbe zugeflüstert hatte.
“Ja, Dani. Und nein.”
Ich blinzelte verwirrt. “Was soll diese Geschichte dann? Ich verstehe nicht.”
Treva blieb stehen und blickte uns an. Sie hielt die Hände hinter dem Rücken verschränkt und ihre Miene war gravierender als je zuvor. “Die Legende von der markierten Partnerin ist wahr, aber ein markiertes Match ist selten. Weniger als einer von hundert findet seine markierte Partnerin. Zuerst müsst ihr eine übersinnliche Verbindung etablieren, die bewirkt, dass ihr eure Träume miteinander teilt. Danach muss euer Jäger zu euch kommen. Er muss euch nachstellen, um sich zu beweisen, euch aufspüren, ganz egal wo in dieser Welt ihr euch befindet. Eine markierte Partnerin ist eine seltene und wunderbare Gabe.”
“Was, wenn er uns nicht findet?” fragte Dani. “Oder was, wenn er sie nicht will, nachdem er sie gefunden hat? Oder von ihr geträumt hat?”
Treva zuckte mit den Achseln. “Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass ihr auf Everis einen markierten Partner habt. Solltet ihr ihn aber treffen, dann werdet ihr es sofort wissen. Euer Mal wird aufwachen, es wird warm werden, heiß sogar. Und es wird prickeln.”
Katie blickte zu mir und nickte, als sie sich die Hand rieb. Dani drehte ihre Handfläche nach oben und starrte sie an. Sie hatte zwar nichts von heiß werden erwähnt, aber sie warf der Markierung dort einen seltsamen Blick zu, womöglich war sie überrascht.
“Ihr müsst von ihm träumen, eine Verbindung aufbauen, ehe er euch finden kann. Sollte sich euer markierter Partner hier in diesem Gebäude befinden, dann seid ihr jedoch nicht verpflichtet, euch für ihn zu entscheiden. Ihr könnt jeden Mann wählen, der sich hier eingefunden hat. Jeder von ihnen wird begeistert sein und euch als seine Partnerin akzeptieren, ob eure Markierung nun heiß wird oder nicht.”
Es gab also eine magische, mystische Verbindung zwischen markierten Partnern, aber fast niemand auf diesem Planeten konnte diesen perfekten Partner ausfindig machen.
Hörte sich ganz nach einer Datingwebsite an. Vollmundige Versprechungen, nicht so viele Ergebnisse.
Meine Markierung war schon mein gesamtes Leben dagewesen. Ich hatte sie für ein Muttermal gehalten. Da sie sich an meiner Brust befand, bekam sie niemand außer mir zu Gesicht. Aber bald schon … würde mein Partner sie sehen und noch einiges mehr. Vron wusste genau, wo sie war, er hatte die Markierung geküsst und mein Körper war dabei ganz heiß geworden, meine Nippel hatten sich aufgestellt und selbst jetzt noch war meine Pussy klitschnass. Genau, wie er es gesagt hatte.
Jetzt, nachdem ich hier angekommen war und zwei Nächte lang wild geträumt hatte, war ich total aufgeregt. Und nervös. Und geil wie Sau. Ja, ich. Die kurvige kleine Prinzessin war aufgegeilt, weil ein Typ warte auf mich zu ihr gesagt hatte.
“Jetzt, da ihr die Geschichte unserer Jäger und deren ausgewählten Bräute kennt …” Treva blickte jede Einzelne von uns kurz an. “Hat irgendjemand unter euch Schlafprobleme?”
Einem der Mädels klappte die Kinnlade runter, wahrscheinlich dachte sie, die Vorsteherin konnte Gedanken lesen. Offensichtlich hatte sie ihren Zimmergenossinnen nichts von ihren Träumen erzählt. Ein paar andere nickten. Zwei Mädels wirkten völlig perplex.
Dani, Katie und ich tauschten einen flüchtigen Blick miteinander aus. Wir alle wussten, was das hieß. Wir alle hatten geträumt.
“Warum habe ich nicht schon früher von ihm geträumt?” fragte Dani. Sie schien jede Menge Fragen zu haben und scheute sich nicht, diese auch auszusprechen. “Wenn ich einen Partner habe, warum habe ich dann nicht schon vor zwei Jahren von ihm geträumt?”
Treva lächelte wie eine zufriedene Grundschullehrerin. “Gute Frage. Die Antwort ist einfach. Es kommt auf die Entfernung an. Gemeinsame Träume treten nur auf, wenn ihr euch in einer gewissen Entfernung voneinander aufhaltet. Die Erde ist sieben Lichtjahre entfernt. Das ist zu weit weg, um eine Verbindung aufzubauen. Als ihr hier angekommen seid, wart ihr plötzlich euren Partnern näher und die Träume haben angefangen. Es mag sich zwar etwas verrückt anhören, aber eure Markierung ist nach eurer Ankunft aufgewacht, solange euer Partner ausreichend nahe ist.”
“Ich habe keine gemeinsamen Träume gehabt,” sprach eine zierliche Blondine mit besorgter Miene. Das Mädchen neben ihr nickte zustimmend.
Treva hob ihre Hand. “Das ist ganz normal, Schätzchen. Wie gesagt, eine markierte Verpartnerung kommt extrem selten vor. Du kannst jeden Mann hier auswählen oder du kannst dich entscheiden zu warten. Du kannst hier wohnen, der Prüfstein wird dich versorgen und beschützen, und zwar solange du willst. Dein Partner ist vielleicht gerade zu weit weg. Vielleicht ist er auf einem Schlachtschiff und kämpft gegen die Hive, oder er ist auf der anderen Seite des Planeten.”
“Na toll. Ich werde ihn also nie finden.” Das Mädchen sah verstört aus und ich konnte es ihr nicht übelnehmen. Die Gewissheit, dass ich bereits von Vron geträumt hatte, war in dieser Hinsicht echt beruhigend.
Treva ging auf sie zu und legte der jungen Braut die Hand auf die Schulter. “Die Events auf dem Prüfstein alle zwei Wochen haben sich auf Everis herumgesprochen, besonders jetzt, da weibliche, markierte Nachfahren auf der Erde entdeckt worden sind. Ihr gebt den Männern auf Everis, die ihre Partnerin erst noch finden müssen, Hoffnung. Sie werden kommen, das verspreche ich. Und falls sich kein markierter Partner findet, dann gibt es hier unzählige Jäger, die alles tun würden, um dich glücklich zu machen. Du kannst eine sehr erfolgreiche Verpartnerung haben, auch wenn der Mann deiner Wahl nicht dein markierter Partner sein sollte.”
“Was, wenn mir mein Partner nicht gefällt?” Katie war anscheinend die Spielverderberin unter uns, aber ich war trotzdem froh, dass sie nachfragte. In unseren gemeinsamen Träumen war mir mein Partner zwar äußerst sympathisch gewesen und ich konnte es kaum erwarten, ihn im echten Leben zu treffen, aber das musste nicht bedeuten, dass ich für immer mit ihm zusammen sein wollte. Ein Orgasmus war eine Sache. Für immer und ewig war eine andere. Was, wenn er ein Arschloch war? Gebieterisch? Arrogant? Gemein?
Pulsuz fraqment bitdi.