Kitabı oxu: «Memoiren eines Barons II»

Şrift:

Gustav Schilling

Memoiren eines Barons II

Die Denkwürdigkeiten

eines vornehmen Herrn

Saga

Memoiren eines Barons IICopyright © 1987, 2019 Gustav Schilling und Verlag All rights reserved ISBN: 9788711717141

1. Ebook-Auflage, 2019

Format: EPUB 2.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für andere als persönliche Nutzung ist nur nach

Absprache mit dem Verlag gestattet.

Es ist gewiß nicht meine Absicht, Sie mit einer ausgedehnten Geschichte meiner akademischen Jahre zu unterhalten. Ich möchte Sie auch nicht mit ausführlichen Berichten über meine Reisen langweilen. Ich werde Ihnen nur mein Temperament schildern.

Ich habe meine Zeit nicht vergeudet, und ich kann ehrlich feststellen, daß ich unter der Führung meines getreuen Balthasar mehr Wissen und Erfahrung gesammelt habe, als man normalerweise von einer Person meines Standes erwarten kann.

Über Italien, Frankreich und England gibt es unzählige Reisebeschreibungen, deshalb werde ich nichts davon erwähnen, obgleich ich genügend Informationen besitze, um mehrere Bände zu füllen. Immerhin habe ich viel Zeit in den drei Hauptstädten verbracht. Ich möchte Sie mit kleineren Abenteuern unterhalten, und ich hoffe, daß meine Schilderungen Ihnen gefallen.

1

Ich war bereits seit über anderthalb Jahren auf der Akademie, hatte aber noch keine Bekanntschaft machen können. Die wenigen Gelegenheiten, die sich boten, gefielen mir nicht. Andere Bekanntschaften, auf die ich Wert gelegt hätte, waren mit unlösbaren Schwierigkeiten verbunden.

Ich begann ein Gefühl des Unbehagens zu verspüren. Mir fiel auf, daß ich immer weniger Appetit hatte, ruhelos, mürrisch und gereizt wurde.

Als Balthasar dies bemerkte, fragte er freundlich, was mit mir los sei.

„Allerhand, aber ich weiß nicht, was!“

„Armer Mann! Wirst du nicht manchmal von innerer Unruhe geplagt, von Erregung und beschleunigtem Herzschlag?“

„Aber, ja! Du beschreibst das, als ob du selber darunter littest.“

„Und dann weißt du noch immer nicht, was mit dir los ist? Ich glaube nicht, daß du dein Herz jemals gründlich erforscht hast! Findest du nicht Erleichterung, wenn ein hübsches Mädchen dir zulächelt?“

„Wirklich, lieber Freund, das vermisse ich am meisten! In meinem Herzen gibt es eine große Leere, ungestilltes Verlangen! Kannst du spüren, wie heftig es schlägt?“

„Ich kann sehen, wie leidenschaftlich deine Augen funkeln! Sie verraten mir alles, was ich wissen muß. Warum machst du nicht ein paar Bekanntschaften? Ich glaube ...“ Er brach ab und fuhr fort: „Sieh doch mal zu dem Fenster dort hinauf! Ich müßte deinen Zustand schon sehr falsch einschätzen, wenn du an der da oben nicht interessiert wärst!“

„Ich bin keineswegs ganz uninteressiert, und sie hat auch klar genug zu verstehen gegeben, daß ich ihr gefalle, nur ... ich bleibe bei ihrem Anblick kalt, mich zieht es nicht besonders zu ihr hin ... ich ... ach, ich kann einfach nicht mit Worten ausdrücken, was ich empfinde.“

„Ich gebe zu, daß es eine ziemlich leere Sache ist, wenn man sich ohne leidenschaftliche Zuneigung mit einem Frauenzimmer einläßt. Ich bin jedoch überrascht. Ein junger Mann deines Alters ist doch leicht zu entflammen ... allein durch den Anblick jeder einigermaßen erträglichen weiblichen Figur! Oder bist du etwa schon so verwöhnt?“

„Woher soll ich das wissen? Komm, laß uns ein bißchen ausfahren.“

Ich hatte keine Ahnung, wohin ich fahren wollte. Ich empfand einen eigenartigen Schmerz, der meinen ganzen Körper durchzog. Ich fühlte mich so elend, daß ich am liebsten einen Streit mit den Schlafzimmergardinen angefangen hätte.

„Fahren Sie, wohin Sie wollen“, sagte ich zum Kutscher, „Hauptsache, daß es weit genug ist“, und bestieg die Kutsche.

Von Balthasars unterhaltsamen Geschichten hörte ich nicht viel, und auf seine Fragen gab ich nur mehr oder minder halbherzige Antworten.

An einer Wegstation hielten wir an und lernten einen bekannten Schauspieler und drei seiner Kolleginnen kennen.

„Hör zu, lieber Junge“, flüsterte Balthasar mir zu. „Hier könnten wir uns ein bißchen amüsieren! Sieh mal, diese drei Mädchen sehen wirklich gar nicht übel aus! Welches möchtest du denn am liebsten haben?“ „Im Moment ... gar keins“, war meine Antwort.

„Wir bestellten ein paar Flaschen Wein und luden die Schauspielertruppe ein, unsere Gäste zu sein. Zunächst lehnten sie höflich ab, nahmen aber nach einigem Hin und her unsere Einladung doch an.

Das erfreute Verhalten einer kleinen Frau trug dazu bei, daß ich mich etwas wohler fühlte. Da sie mir erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken schien, setzte ich mich schließlich neben sie. Mir fiel auf, daß ihr dies offenbar ganz lieb war.

Unsere Hände berührten sich. Ich drückte ihre Hand, und sie drückte zurück. Sie stand auf und ging zum Fenster hinüber.

„Wollen Sie mich verlassen, schöne Frau?“

„Weil ich mir wünsche, hier mit Ihnen allein zu sein. “ „Das ist sehr schmeichelhaft für mich.“

Ich schlang meinen Arm um ihren Nacken und drückte einen leidenschaftlichen Kuß auf ihre grell geschminkten Lippen.

Sie sah mich an.

„Möchten Sie vielleicht mit mir in den Garten gehen? Ich kann von hier aus sehen, wie die Sonne ein hübsches Muster durch das Laub der Bäume zeichnet.“ Sie bot mir ihren Arm, und wir gingen hinaus.

Ich spürte, wie ein gewisses Feuer in mir zu brennen begann. Es verbesserte meine Stimmung beachtlich. Schon lange hatte ich mich nicht so wohlgefühlt.

Das Reden ging immer leichter, und allmählich begann ich, mich wirklich zu freuen. Ich wurde auf eine Laube am Ende des Gartens aufmerksam und lenkte unsere Schritte dorthin. Eine hölzerne Bank und ein Steintisch waren das einzige Mobiliar. Ich lehnte mich gegen den Tisch, umarmte meine kleine Eva innig und küßte sie auf die Stirn. Dabei sah ich ihre ungewöhnlich schönen Brüste.

„Schöne Frau, möchten Sie mich sehr glücklich machen und mir erlauben, Sie heimzufahren?“

„Wenn Sie das in bezug auf die anderen irgendwie bewerkstelligen könnten, wäre ich mehr als glücklich“, antwortete sie. „Wir sind nämlich zu Fuß.“

Ich setzte mich auf die Bank und zog sie auf den Schoß. Dann begann ich mit leidenschaftlichem Zungenspiel. Das schien ihr Freude zu bereiten. Mir wurde warm dabei, und mein Verlangen begann den Kopf zu heben.

„Ihr Gesicht ist ja auf einmal rot geworden! “ sagte sie verwundert.

Ich schob meine Hand unter ihren Rock.

Sie hielt mich fest und lächelte.

„Sollte ich jetzt keusch sein?“ fragte sie.

„Glauben Sie, daß dies für unsere Leidenschaft gut wäre?“

„Wenn Sie nicht so charmant wären ... ich weiß nicht, warum ich mich so sehr zu Ihnen hingezogen fühle.“ Es gelang mir, mit der Hand bis zum Rosenbusch vorzustoßen. Ich glaube, ich hatte noch niemals einen hübscheren und kleineren entdeckt. Die kleine Liebesgrotte war fest und eng, Beweis genug, daß sie nur wenige Besucher dort eingelassen hatte.

Ich verlor beinah die ruhige Überlegung.

„Es fällt mir ungemein schwer, mich noch länger zurückzuhalten, schöne Frau.“

„Hier ist es doch sehr ungemütlich. Könnten Sie nicht noch ein bißchen warten? Immerhin wollen Sie mich ja nach Hause begleiten. In diesem Moment ist mir zumute, als ob mir das sehr gefiele.“

Ich stand auf und empfand einen ziemlich schmerzhaften Druck.

„Sie tun mir schrecklich leid, schöner Mann!“

Sie lehnte sich an den Tisch und sah mich aus Augen an, die an eine Gazelle erinnerten. Ich war nicht länger imstande, mich zurückzuhalten. Ich setzte die kleine Frau auf den Tisch, hob ihren Rock hoch, trat zwischen die gespreizten Oberschenkel, befreite meinen Schwanz und ließ ihn in all seiner steifen Herrlichkeit herausschauen.

„Was läßt Sie glauben, daß ich Ihrer plötzlichen Leidenschaft nachgebe?“ fragte sie.

Ich stellte ihre Füße auf die Bank, zog sie noch dichter an mich heran, bis mein Schaft sich unmittelbar am Eingang ihrer Grotte befand. Meine Lanze war größer und angeschwollener, als ich je erlebte.

Und die Kleine seufzte, als mein Amor einzudringen begann.

Nach ein paar einleitenden Bewegungen verrieten mir ihre feuchten Augen die Lust, die ihr der Gast bereitete, den sie soeben empfing. Bald begannen ihre Lippen zu zittern, ihr Atem kam nur noch stockend aus ihrem bebenden Mund.

„Du dringst zu stark vor ... ich kann’s nicht mehr aushalten ... bitte ... bitte ... nicht mehr ... nicht ... ah ... mehr ... aah ... nicht mehr ... aaah ... nicht ... ah ... mehr ... mehr ... mehr ...!!!“

Sie wurde immer schwächer, während ich immer stärker wurde.

Aber plötzlich stieß sie mich heftig zurück.

Wir leerten beinah zugleich den Becher der Leidenschaft, was uns unglaubliche Lust bereitete.

„Diese Stellung war neu für mich“, sagte sie. „Und jetzt schäme ich mich beinah, weil ich es Ihnen so leicht gemacht habe. Sollten meine Freundinnen je herausbekommen, wie leicht ich herumzukriegen bin ... ich glaube, so nennt man das wohl, nicht wahr? – ... dann ... dann würde ich es immer und ewig zu hören bekommen!“

„Warum denn das, schöne Frau?“

„Ach, tu’ doch nicht so unschuldig, lieber Mann! Es gibt nur wenige, die sich mit einer solchen Gunstbezeigung von mir brüsten können ... und selbst die wenigen haben lang und heiß darum werben müssen! Und wenn ich hier nicht etwas spürte ... “, sie nahm meine Hand und drückte sie auf ihr Herz. „... dann könnte nichts mich dazu verleiten! Ich genieße meine Lust viel zu sehr, um sie leichtfertig zu vertändeln! Das möchte ich dir jetzt und hier nur noch gesagt haben. Was soeben geschehen ist, gibt dir kein Recht auf gewisse Privilegien, wann immer du daran denken solltest!“

Sie sagte es sehr stolz, das ließ sie noch hübscher erscheinen, zumal es bei ihr absolut natürlich wirkte. Balthasar begegnete uns. Er warf einen Blick auf mich, dann küßte er Madame die Hand und sagte: „Ich danke Ihnen, schöne Frau, weil Sie wieder Leben in die traurigen Augen meines Freundes gebracht haben.“

Sie meinte spöttisch: „Wenn ich etwas zum Glück Ihres Freundes beitragen konnte, dann sollte er selber sich bei mir bedanken und nicht sein Freund.“ Balthasar war zu überrascht, um zu erröten. Er wußte nicht, was er hätte sagen sollen.

Wir kehrten zu unserer übrigen Gesellschaft zurück. Madame Zertha, so hieß sie, fuhr mit mir in meiner Kutsche nach Hause.

*

Ich hielt bei Madame Zerthas Heim an. Sie bereitete ein leichtes Abendesssen zu und unterhielt mich sehr angenehm. Ich bat sie um die Erlaubnis, die Nacht bei ihr verbringen zu dürfen.

„Wenn ich dir das gestatte, wirst du Grund zum Bedauern haben, erwiderte sie lächelnd. „Beherzige lieber meinen Rat, sei mit den paar Stunden zufrieden, dann wird ...“

„Ich ... und es bedauern?“ rief ich. „Wie bemerkenswert ... “

„Bemerkenswert ... in der Tat! Aber eben nur, weil du mich nicht kennst. Nun gut, ich will dir diese Nacht gewähren, doch ich versichere dir im voraus, daß du freiwillig von hier wirst fortgehen wollen!“

Das konnte ich nicht verstehen.

Ich war ihr beim Entkleiden behilflich. Überrascht stellte ich fest, daß eine Frau ihrer Art so schöne Brüste haben konnte, so fest und stramm, daß sie einem sechzehnjährigen Mädchen zur Ehre gereicht hätten. Ich hinderte sie daran, ein Nachtgewand anzuziehen. Ich lockerte ihren seidenen Unterrock, der ihre hübsehen Beine nur zur Hälfte verbarg.

Sie flüchtete unter die Bettdecke.

Ich bettelte, aber sie blieb zugedeckt.

„Zieh deine Sachen aus!“ forderte sie mich auf. „Dann werde ich dich zu mir nehmen. Aber was immer deine neugierigen Augen auch zu sehen wünschen ... sie werden es nicht zu sehen bekommen!“ „Willst du mir das Vergnügen verweigern, deinen fabelhaften Körper zu bewundern?“

„Wenn du in meinen Armen Lust finden willst, wäre es natürlich töricht, dies zu verweigern, zumal ich mich dir ja bereits einmal hingegeben habe. Aber es verstößt grundsätzlich gegen meinen guten Geschmack. Tue also, was du glaubst, tun zu müssen, aber nicht mehr!“

Ich zog mich rasch aus und ging zu ihr ins Bett. Meine Hände hatten alle Freiheit, aber die kleine Frau gestattete mir nicht, wenigstens einmal einen Blick auf ihre herrlichen Halbkugeln zu werfen.

Ich muß zugeben, daß ich sehr enttäuscht war, weil meine Neugier nicht befriedigt wurde, zumal ich bereits durch Tasten festgestellt hatte, daß ihr hübscher kleiner Rosenbusch mit der allerschönsten Wolle bis hinauf zum Nabel bedeckt war. So etwas hatte ich bisher noch niemals ertasten können.

„Und nun komm!“ forderte sie mich auf. „Lasse deine Neugier durch Ekstase ersetzen.“

Sie umarmte mich und zog mich auf sich.

„Aber laß deinen kleinen Jungen diesmal bitte etwas vorsichtiger sein“, sagte sie. „Sonst wirst du mir erhebliche Schmerzen bereiten.“

Ich befolgte ihre Anweisungen und drang sehr langsam und vorsichtig in sie ein.

„Stop! Nicht tiefer!“

Ich aber empfand derartig exquisite Gefühle, daß ich schon bald all meine Zurückhaltung vergaß.

„Oh ... oh ... das tut aber weh!“

Ihre kleine Hand umklammerte meinen Schaft, um ihn daran zu hindern, noch weiter einzudringen.

„Ja ... so ist’s schon besser! Und jetzt ... aufhören!“ Ihr Atem zitterte.

Je stärker ihr Schmerz wurde, desto fester umklammerte sie meine Stange, die dann zweifellos die stärkere Entladung erlebte.

Jetzt drohte sie den Verstand zu verlieren. Sie ließ meine Lanze los.

„Oh ... ich werde sterben!“

Danach konnte sie nicht mehr sprechen.

Ich drang tiefer und immer tiefer ein. Je mehr sich ihre Liebesgrotte öffnete, desto weiter stieß ich vor.

Sie zuckte heftig zusammen. Ihr Körper verkrampfte sich. Mein Pfahl war gefangen. Ich steckte ungemein tief in ihr. Mein Lustinstrument war vollends in ihr verschwunden.

Wie entzückend!

„Und jetzt, mein lieber Mann, laß uns etwas ausruhen, bis die freundliche Morgensonne unsere Augen öffnet.“

Aber ich hatte die Absicht, der Göttin Venus noch ein weiteres Opfer zu bringen.

Sie lehnte entschieden ab.

Ich bettelte und flehte. Ich zeigte ihr das Zeichen meiner intensiven Leidenschaft. Vergeblich! Es hatte alles keinen Zweck!

„Wenn du noch einmal versuchst, in mich einzudringen, werden wir Feinde werden“, drohte sie und drehte sich auf die andere Seite.

Ich brauche meinen Lesern wohl nicht zu erklären, daß es für mich unglaublich schwierig war, teilnahmslos neben einem so schönen und charmanten Geschöpf zu liegen.

Also erneuerte ich meine Versuche, wurde ungestümer und leidenschaftlicher.

Ihr Widerstand reizte mich.

Ich fürchte, daß ich allmählich anfing, ein bißchen Gewalt anzuwenden, was sie so wütend machte, daß sie mich heftig zurückstieß.

Das wiederum machte mich wild. Ich verlor die klare Besinnung und drängte sie unter mich.

Sie preßte die Schenkel fest zusammen.

Ich wurde noch rüder und rammte ihr meinen Lustpfahl gewaltsam zwischen die Beine. Dann packte ich ihren Po, begann fieberhaft zu arbeiten und überflutete den weichen Rosenbusch mit meinem Balsam. Danach sackte ich schlaff zusammen.

Die kleine Frau stieß mich höchst unsanft aus dem Bett.

„Du bist ein grober, ungehobelter Klotz!“ schimpfte sie. „Und du wirst mich niemals wiedersehen, wenn du mir noch einen einzigen Gefallen tun willst, dann befreie mich von deiner Gegenwart!“

Ich wäre auch ohne diese ausdrückliche Aufforderung gegangen.

Es ist schon ein höchst merkwürdiges Gefühl, auf solche Weise von einer Frau behandelt zu werden. Eine Mischung aus Ärger und Bitterkeit, aus Zorn und Furcht, aus Sorge und Groll, aber auch aus der Hoffnung, siegreich zu sein. Bitten, Vorwürfe, Anschuldigungen, Drohungen fliegen hin und her, bis schließlich, wenn alles gesagt ist, stille Verzweiflung und Resignation eintritt. Man rafft seine Sachen zusammen, zieht sich schleunigst an und geht hinaus.

Hätten meine Leser wohl vermutet, daß sich Madame Zertha, als ich im Garten mit ihr zusammengewesen war, als ein so bemerkenswert kapriziöses Geschöpf herausstellen würde?

2

Eines Abends bekam ich Bescheid, daß ich einhunderttausend Gulden in einer Lotterie von Den Haag gewonnen hatte. In tiefes Nachdenken versunken, ging ich eine der geschäftigen Hauptstraßen hinauf und hinab. Ich dachte darüber nach, wie das Glück doch manchen Leuten zulächelt, die absolut nichts tun, um es auf sich aufmerksam zu machen, während Tausende und aber Tausende alles tun, was nur in ihrer Macht steht, um das Glück zu zwingen, das sich aber immer wieder von ihnen abwendet.

Gegen elf Uhr beschloß ich, nach Hause zu gehen. Ich bog in eine kleine Nebenstraße ein. Dabei fiel mir auf, daß mir ein weibliches Wesen folgte.

„Entschuldigen Sie, mein Herr ... aber sind Sie nicht der Baron von Sowieso?“

„Soweit ich weiß, ja.“

„Meine Herrin läßt anfragen, ob Sie wohl so freundlich wären, ein paar Worte mit ihr zu wechseln ...“ „Und wer ist Ihre Herrin?“

„Ich bin nicht befugt, Ihnen das zu sagen, aber ich bin sicher, daß Sie es selber herausfinden könnten.“

„Nun, das sieht ja sehr nach Abenteuer aus. Ja, ich glaube, ich werde Ihrer Herrin den Gefallen tun.“

„Nur noch eins ... Sie werden mir im Dunkeln folgen müssen ... und Sie werden sehr viele Stufen hinaufsteigen müssen, Sie können mit meiner Herrin auch nur im Dunkeln reden, denn wenn mein Herr erfährt ... oh, dann sei Gott meiner armen Seele gnädig!“

„Lassen Sie uns gehen, liebes Mädchen. Ich bin sehr neugierig.“

Ich folgte ihr durchs Haus, über einen langen, schmalen Korridor und zwei Treppen hinauf.

„Halten Sie an, ich muß erst mal Luft holen.“

Neugier, Unsicherheit und auch ein bißchen Angst hatten ihre Finger um meine Kehle gekrallt. Ich stand auch ein wenig tiefer als meine reizende Führerin, und so schlang ich wie unabsichtlich einen Arm um ihre Taille und schickte meine andere Hand unter den Röcken des hübschen Mädchens auf Entdeckungsreise. Ich küßte sie.

„Pffff ...!“ machte sie. „Wissen Sie denn nicht, daß Madame auf Sie wartet?“

„Aber sagen Sie mir, liebes Mädchen ... was ist der Zweck meines Besuches?“

„Geduld, mein Herr, Geduld! Puh ... tun Sie das nicht! Mein Herr ist ein wirklich hitzköpfiger, alter Geizkragen, und er erwartet seine Frau jede Nacht in seinem Bett ... spätestens um Mitternacht.“

Wir stiegen noch eine Treppe hinauf und schlichen auf Zehenspitzen über einen anderen Korridor. Schließlich kamen wir in einem großen, dunklen Vorzimmer an.

„Setzen Sie sich hier hin“, forderte mich meine liebe Führerin auf. Sie rückte für mich einen tiefen Sessel zurecht und schob mir ein Kissen unter die Füße. „Warten Sie, aber wenn Sie hören, daß die Tür des großen Zimmers geöffnet wird, müssen Sie schnell aufstehen und sich in dem Schrank dort verstecken. Ich glaube zwar nicht, daß es nötig sein wird, aber bei meinem Herrn kann man niemals wissen, was er von einem Moment zum anderen tun wird.“

Sie ging ins Nebenzimmer, das nur sehr schwach erhellt war. Bald darauf stand eine schöne Gestalt in der Türöffnung.

Ich stand auf.

„Bitte, stehen Sie nicht auf! Bleiben Sie, wo Sie sind“, rief die schöne Gestalt leise und machte die Tür hinter sich zu.

„Aber ... meine schöne Dame! Verdiene ich denn nicht das Vergnügen, Sie bei Licht bewundern zu dürfen?“

„Sollte mein Mann in diesem Raum hier Licht entdecken, würde er sofort herkommen.“

„Haben Sie denn hier kein anderes Zimmer ...?“

„In Gegenwart meiner Dienerin? Außerdem besteht die Möglichkeit, daß die Bewohner der Dachwohnungen in der Nachbarschaft gaffen und hereinblikken könnten. Mein lieber Baron, ich habe absolut sichere Vorbereitungen getroffen. Doch zuvor beantworten Sie mir bitte eine Frage: Was halten Sie von meinem Benehmen?“

„Ich glaube, daß die schöne Dame mir etwas sehr Wichtiges zu sagen haben wird.“

Ich tastete im Dunkeln herum, bis ich einen weichen Körper zu fassen bekam, der nur sehr spärlich und dünn bekleidet war. Ich setzte ihn auf meinen Schoß. Sie schauerte zusammen.

„Ich hoffe doch, daß ich mein Vertrauen in einen vornehm gesonnenen Edelmann gesetzt habe. Ich liebe Sie! Die Dunkelheit macht mir das Geständnis leicht. Ich habe dagegen angekämpft, aber statt dieses wahnwitzige Verlangen nach Ihnen auslöschen zu können, sehen Sie ja nun selber, was dabei herausgekommen ist.“

Ich drückte sie noch etwas fester an mich und küßte die Lippen, die so nobel von mir gesprochen hatten. Sie waren heiß und feucht und schmeckten nach purer Leidenschaft.

„Bitte gestatten Sie mir meine Torheit, mein lieber Baron. Wenigstens für heute nacht. Ich verspreche Ihnen, daß ich alles versuchen werde, Ihre Wünsche so bald wie möglich zu erfüllen.“

Meine Hände befühlten einen Busen, der voll und frisch war wie eine Rose, die im Morgentau aufblüht. Ihre Schenkel waren fest und etwas groß, die Hüften weich und rund. Die Haut fühlte sich seidig und glatt wie feinster Marmor an. Ihr Liebesbusch, der Eingang zu ihrer Grotte der Leidenschaft ... oh, meine Fantasie war ein wunderbarer Maler!

Sie küßte leidenschaftlich, und ihre Hände streichelten federleicht. Tiefe Seufzer entquollen ihrem Busen. Sie umarmte mich immer fester und wurde mit jedem Atemzug leidenschaftlicher.

„Oh, Frau ... geschaffen für die Liebe! Und so ein ungelegener, unbequemer Ort!“

„Bei weitem nicht so unbequem, wie Sie vielleicht glauben.“

Die hohe Lehne des Sessels kippte plötzlich nach hinten. Sowie ich es bemerkte, stand ich auf und bereitete mich auf den bevorstehenden Kampf vor. Ich bettete sie hin. Sie glühte am ganzen Körper. Aus ihrem schweren Atem und aus ihren Bewegungen glaubte ich schließen zu können, daß sich die Säfte der Leidenschaft bereits sammelten. Ich behielt auch beinahe recht, denn als ich sie behutsam bestieg und mir einen Weg zu ihrer Liebesgrotte bahnte, konnte ich spüren, wie diese bereits überfloß. Das machte mich leidenschaftlich, und ich trieb mein Lustinstrument sofort hinein. Nie zuvor war es so willkommen geheißen worden. Der Altar schluckte gnädig das ihm dargebrachte Opfer.

Meine Geliebte umarmte mich stürmisch und preßte ihre Lippen auf meinen Mund. Jede ihrer Bewegungen wurde von schweren, keuchenden Atemzügen begleitet, die sich wie tiefe Seufzer anhörten.

Meine Fantasie erwies sich als ungemein fruchtbar und hilfreich. Ich befürchtete, meine ständig ansteigende Leidenschaft nicht mehr lange zügeln zu können.

„Oh ... wie du anschwillst ... ooh ...!!!“

„Halte mich ganz fest, meine Liebe!“

„Hebe dich ein bißchen an ... ein ganz kleines bißchen!“

Ich drang bis zur Wurzel ein, und der Balsam des Lebens spritzte wie ein Strahl heraus und verursachte die entzückendsten Gefühle.

„Oh ... es brennt durch meine Adern ... ah ... was für ein köstliches Gefühl!“

Sie bewegte sich unbeherrscht.

Mir fielen Konvulsionen tief in ihrem Inneren auf. Ihr Atem zitterte und bebte. Leise gurrende Laute entrangen sich zögernd ihrer Kehle.

Nachdem sie sich wieder etwas erholt hatte, sagte sie: „Das muß das wahre Entzücken der Liebe sein! Hab’ Erbarmen mit mir, mein lieber Baron! Seit nunmehr drei Jahren schläft ab und zu ein alter Mann mit mir, und ich kann versuchen, was ich will, ich schaffe nicht mehr, als ihn lauwarm zu machen. Und was am schlimmsten ist ... es passiert manchmal, daß er leidenschaftliche Gefühle bei mir auslöst, die aber sofort wieder von seinem kalten Körper erstickt werden! Pscht ... da kommt er! Du weißt ja, was du nun zu tun hast!“

Die Tür am Ende des Korridors wurde geöffnet. Meine unbekannte Schöne verschwand in ihr Zimmer. Ich versteckte mich im großen Wandschrank.

„Aber warum denn heute abend schon so früh, mein Lieber?“ hörte ich sie fragen.

„Ich bin schläfrig“, murmelte der alte Mann und schlurfte hinter ihr her ins Zimmer.

Kurz darauf erschien das Dienstmädchen mit einem Licht und öffnete die Schranktür.

„Oh ... was für ein wunderschöner Anblick!“ sagte sie lächelnd. „Sie werden ein Weilchen bei mir bleiben müssen, bis die andere Dienerschaft schläft.“ „Aber wie haben Sie denn glauben können, mein schönes Kind, daß ich Sie verlassen würde? Natürlich werde ich bei Ihnen bleiben!“

„Und was würde Madame dazu sagen?“

„Das werden Sie herausfinden, wenn Sie es ihr sagen.“

„Ich werde es ihr einfach nicht sagen.“

„Oh, nein, mein lieber Herr! Ich nehme nicht gern die Knochen, die andere Leute von ihrer Mahlzeit übriglassen!“

„Aber ich mag Sie doch, mein liebes Mädchen! Ich möchte bei Ihnen bleiben. Wo ist Ihr Schlafzimmer?“ Sie machte eine Tür auf, und siehe da, es war tatsächlich ihr Schlafzimmer. Ich nahm das Mädchen am Arm, führte sie hinein und schloß die Tür hinter uns ab.

„Ich glaube fast, daß Sie es ernst meinen!“

„Aber natürlich, mein liebes Mädchen.“

Ich nahm ihr das Licht aus der Hand und stellte es auf den Tisch. Dann zog ich sie zu mir aufs Bett.

„Oh ... puh! Lassen Sie mich los!“

Nachdem sie sich ein ganz klein wenig gewehrt hatte, trug sie nur noch ein dünnes Hemdchen.

„Du siehst also jetzt, wie ernst ich es meine!“

Und in Sekundenschnelle stand ich splitternackt vor ihr.

Sie schlug verschämt beide Hände vors Gesicht, vergaß aber vollkommen, sich zu wehren, als ich ihr Hemd auszog. Plötzlich brach sie in meinen Armen zusammen und schmiegte sich zitternd an mich, als wollte sie sich verstecken.

Doch jeder Muskel ihres zitternden Körpers verriet Leidenschaft. Das lockige Haar um ihr Liebesnest herum war rabenschwarz, und die Lippen geöffnet, wie ich es noch nie gesehen hatte. Ich drückte ihr meinen Stab in die Hand.

Sie stieß einen langen und sehr tiefen Seufzer aus. „Nun ...? Möchtest du, daß ich dich jetzt wieder verlasse?“

„Ihr Scherz kommt zum falschen Zeitpunkt, mein Herr!“

„Da hast du recht. Komm her, überzeuge dich selber davon, ob du nur die übriggebliebenen Knochen einer Mahlzeit bekommen wirst!“

Das Mädchen, es hieß Dorothea, wußte sofort, was es zu tun hatte. Kaum hatte sich Dorothea in Position gebracht, da schlang sie auch schon ihr rechtes Bein über meine Hüfte und kam jedem meiner Stöße sehr geschickt entgegen, was viel Erfahrung verriet. „Bitte ... oh ... bitte, verkürze mein Vergnügen nicht! Ah ... ja ... aber ... bitte, nicht so schnell bewegen!“ Ich blieb ganz ruhig und ließ sie alle Arbeit verrichten, bis ich bemerkte, daß sich ihre Erregung zu fieberhafter Höhe steigerte. Dann erst begann ich, kräftig in sie einzudringen und mit aller Macht ihren Liebesacker zu pflügen.

Sie machte die Augen zu, warf sich herum und stöhnte vor Lust.

„Es ... ah ... das ... bringt ... mich ... um ... oh ... ooh ... aaah ...!!!“

Eins, zwei, drei ... und schon floß die Grube ihrer Leidenschaft über.

„Nun, Dorothea? War es nur ein klägliches Dessert?“

„Oh ... puh ...!“

„Und was wird Madame sagen?“

„Das kümmert mich nicht. Warum hat sie mich hören lassen, wie nett es für sie gewesen ist? Sonst hättest du mich bestimmt nicht so bereitwillig und eifrig gefunden!“

„Im Ernst, mein liebes Mädchen? Nun, ich werde sehen, ob ich deine Ehrlichkeit damit belohnen kann, daß ich versuchen werde, es noch einmal zu tun ... und diesmal sogar noch besser!“

Dorothea hatte keinen Grund, sich über mich zu beklagen.

In dieser Nacht ging ich erst gegen drei Uhr nach Hause.

Die Nacht, die ich mit meiner schönen Dame im Dunklen verbracht hatte, war sehr dazu angetan, meine Stimmung zu heben. Gelegentlich war ich allerdings etwas unzufrieden, weil ich so gar nichts mehr von ihr hörte. In jeder Nacht ging ich an ihrem Haus vorbei, bekam aber nie die Chance, es noch einmal zu betreten.

Ich hatte diskret Erkundigungen über sie eingezogen. Ich wollte wissen, wer in diesem großen, alten Haus wohnte, um den Namen der mysteriösen Schönen herauszufinden. Aber es nutzte mir gar nichts. Ich bekam nur heraus, daß dieses Haus von drei gebrechlichen, alten Männern bewohnt werde. Jeder von ihnen sollte mit einer jungen und sehr schönen Frau Zusammenleben. Offenbar war es das Schicksal dieses Hauses, junge Frauen zu quälen, ganz zu schweigen von ihren jungen, ritterlichen Verehrern.

Gewiß, man bemitleidet oft diese armen Nonnen, die angeblich von ihren eigenen Leidenschaften verzehrt werden, aber ich persönlich bin ganz entschieden der Meinung, daß junge, schöne Ehefrauen, die gezwungen sind, neben alten, impotenten Männern zu liegen, noch viel mehr zu bemitleiden sind.

Eines Tages fuhr ich ganz allein zu einer benachbarten Ortschaft, die ich bislang noch nie besucht hatte. Dort lernte ich eine Gruppe alter Herren und Matronen kennen, die beim Kaffeeklatsch saßen.

Welch wunderschöne Gesellschaft! dachte ich bitter. Traurigen Herzens setzte ich mich ganz allein an einen Tisch und bestellte eine Tasse Schokolade.

Dann kam eine Frau herein. Sie trug ein hellgrünes Reitkostüm. Offenbar gehörte sie zu dieser Gesellschaft, denn jemand sprach sie mit ,Tochter‘ an.

Sie war schlank wie eine Pinie und etwas größer als Frauen meist sind. Ihr üppiger, stolzer Busen, das leichte Lächeln auf den Lippen, und aschblondes Haar zu dunkelblauen Augen entflammten mich auf der Stelle.

Der Jagdanzug schien für sie wie geschaffen. Sie machte darin eine prächtige Figur. Der dunkle Samthut warf leichte Schatten auf ihr Engelsgesicht. Ich war zur Salzsäule erstarrt.

Wie konnte ich es anstellen, mit dieser atemberaubend schönen Frau ins Gespräch zu kommen? Würde ich jemals Erfolg damit haben? Aber ich mußte unbedingt mit ihr reden! So schön! Etwas Schöneres hatte ich mein Lebtag noch nicht gesehen!

Tausend Pläne blitzten durch mein Hirn. Ich wagte kaum, sie noch einmal verstohlen anzusehen, weil der Aberglaube, mein Augenlicht dadurch zu verlieren, mir in den Sinn kam.

Wie konnte ich jemanden in dieser Gesellschaft kennenlernen?

Aber wie immer, wenn einem das Glück hold ist, muß man sich auch in Geduld üben. Es stellte sich nämlich heraus, daß all mein Planen überflüssig war. Einer der alten Herren kam auf mich zu.

Pulsuz fraqment bitdi.

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