Kitabı oxu: «Super drauf»
Altern heißt „sich selbst über sich selbst klar zu werden“
Diesen Ausspruch der berühmten französischen Schriftstellerin, Philosophin und engagierten Feministin Simone Lucie Ernestine Marie Bertrand de Beauvoir (1908-1986) will ich zu Beginn allen älter werdenden/alternden Mitmenschen ins Stammbuch schreiben als unverrückbaren Leitsatz.
Altern/älter werden bei bestmöglicher Gesundheit, Vitalität und Fitness setzt voraus und fordert von jedem von uns einmal sich selbst so zu akzeptieren wie man ist und dann ‚sein Paket an Eigen-Leistungen‘ – das inkludiert Untersuchungen und (Behandlungs-) Maßnahmen – konsequent zu schultern.
Dazu noch ein Zitat.
„Man muss auf anständige Weise verstehen,
älter, vielleicht alt zu werden,
um die Chance zu wahren, jung zu bleiben!“
[Theodor Heuss – 1884-1963 – deutscher Journalist, Publizist, Politik-
Wissenschaftler – Mitgestalter des Grundgesetzes der Bundesrepublik
Deutschland – 1. Bundespräsident]
Das impliziert, dass eine Jede und ein Jeder von uns die unabdingbare Verpflichtung hat, ihr/sein persönliches Altwerden in Ruhe und mit Überlegung anzugehen und nicht der ‚goldenen Kuh‘ namens „Zeitgeist“ und „In-Anti-Aging“ nachzulaufen.
Passen Sie auf sich auf!
Dr. med. Hanspeter Hemgesberg
Dieses Buch Super Drauf – Vital, Fit und Gesund in‘s und im Alter will Sie - als aktiven Menschen ab und in der Lebensmitte und auch darüber hinaus, allgemein an der eigenen Gesundheit Interessierten und ganz besonders aber auch alle biologisch-naturheilkundlich (und besonders ganzheitlich) orientierte Therapeuten - informieren und beraten.
Alle Angaben sind nach bestem Wissen zusammengestellt.
Jedoch kann eine Verbindlichkeit aus ihnen nicht hergeleitet werden.
Super Drauf!
Vital, Fit und Gesund in‘s und im Alter
Verfasser:
Dr. med. Hanspeter Hemgesberg
Wissenschaftliche Recherche
Andrea + Claudia + Sandra Hemgesberg
Redaktionelle Mitarbeit und Lektorat
Rosemarie Hemgesberg
© Copyright 2021
Für das vorgestellte originäre Ganzheitliche Multi-Modale Gesundheits- und Gesunderhaltungs-/Präventions-Konzept und die Benennungen und Slogans liegen ausschließlich bei Dr. med. Hanspeter Hemgesberg.
Nutzung - auch auszugs- und teilweise - in Wort, Schrift und allen elektronischen (auch den zukünftigen) Elektronischen Kommunikationssystemen und in irgendein-er sonstigen Form (Fotokopie, Mikrofilm und andere Dokumentations- & Archivier-ungsverfahren) sowie die Weitergabe an Dritte und/oder die Vervielfältigung und sonstige Verbreitung ist verboten und strafbewehrt!
Gerichtsstand: jeweiliger Wohnort Dr. med. Hanspeter Hemgesberg, z.z. Miesbach/Obb
© Copyright 2021
für die Gestaltung des Covers liegt bei Andrea Hemgesberg, Miesbach.
Die missbräuchliche Verwendung ist strafbewehrt!
Gerichtsstand: jeweiliger Wohnort Andrea Hemgesberg
Hinweis:
Bei der farblichen Gestaltung des Covers und der Übernahme des Äskulap-Stabes sowie der Abbildungen im Buchtext handelt es sich um „Lizenz-freie“ Bilder.
ISBN 978-3-7380-3227-7
Vor dem eigentlichen Beginn
Vorwort zur Neuauflage
Sechs Jahre sind seit der Erstauflage dieses Buchs „Super Drauf!“ – Vital, Fit und gesund in’s und im Alter vergangen.
Wie man so schön sagt „reichlich Wasser ist den Rhein hinauf und die Donau hinunter geflossen“, will heißen:
In der Gesundheitsvorsorge für ein gesundes Alter hat sich einiges geändert und wie ich meine, gottseidank weg vom Nachhecheln, was Ergänzungspräparate und immer ‚neue‘ Gesundheitsmaßnahmen angeht und hin zu eigenverantwortlichen und individuellen Maßnahmen zur Gesunderhaltung, Stabilisierung auf allen Ebenen – Körper, Seele, Geist – und ich füge hinzu soziale Einbindung.
Ich nenne diese die „vier Säulen zum glücklich Älterwerden und Altsein!“
Diesen ‚Veränderungen‘ wird in der Neuauflage Rechnung getragen.
Ich wünsche Ihnen allen
bestmögliche Gesundheit, Vitalität und Fitness
und psychische wie mentale Stabilität
und somit ein glückliches und harmonisches Älterwerden und Altsein.
Miesbach im Frühherbst 2021
Dr. med. Hanspeter Hemgesberg
Mit auf den Weg: Ein Gedicht
Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns schützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbrauch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden. ...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Hermann Karl Hesse, Pseudonym Emil Sinclair
[1877-1962; deutsch-schweizerischer Schriftsteller, Dichter und Maler]
Hinweis
Wichtige Fachbegriffe bzw. Fremdwörter - sowohl der (natur-) wissenschaftlichen (Schul-)Medizin wie insbesondere der biologisch-naturheilkundlichen Medizin - in diesem Buch sind gekennzeichnet mit einem (●).
Im Glossar werden diese Begriffe unter
Lexikon:
Fachbegriffe von „A“ bis „Z“
bzw.:
was Begriffe der biologischen Medizin angeht, unter
„Fachbegriffe
Biologische Medizin“
in alphabetischer Reihenfolge erklärt/erläutert.
Ihr
Dr. med. Hanspeter Hemgesberg
Ein „Schmunzeln“ zu Beginn
Das Alter hat zwei große Vorteile:
„Die Zähne tun nicht mehr weh und man hört nicht mehr all das dumme Zeug, das ringsum gesagt wird.“
George Bernard Shaw
[1856-1950; irischer Schriftsteller]
„Ur-Traum“ der Menschheit
Ewige Jugend und Schönheit und vor allem aber Gesundheit und Leistungsvermögen - mit einem Wort:
Unbegrenzte und unerschöpfliche Energie, Vitalität und Fitness mit grenzenloser Lebensqualität.
Quasi als Selbstgänger, als immerwährendes perpetuum mobile - das ist die „ewig-uralte und gleichzeitig utopische Wunschvorstellung“ der Menschheit seit deren Existenz.
Oder ganz einfach: Paradiesische Zustände - wie auch immer der Garten Eden ausgesehen haben mag -!
Schön, fit, vital und sexy und dazu noch bis ins höchstmögliche Alter:
auf diesen einfachen Nenner lässt sich das Streben bringen, das eigene Alter aufzuhalten!
Jedoch und wie immer und überall:
Kein Licht ohne Schatten!
[oder „wo Licht ist, da ist auch immer Schatten“!* das ist ein ehernes Naturgesetzt]
Mit dem Eintritt des homo sapiens auf unserer Erde war es bereits aus und vorbei mit dem schönen und unbekümmerten Leben im Garten Eden.
Immer schon hat es geheißen, heißt es derzeit und wird es auch in naher und ferner Zukunft noch so heißen:
Leben und zugleich auch Überleben und (leider aber auch) Sterben!
Mit unserer Geburt heißt das auch Kampf um die bestmögliche Gesundheit und Vitalität und am liebsten natürlich wollen wir alle erreichen:
Ein sehr hohes Alter bei allerbester Gesundheit,
größtmöglicher Mobilität und Aktivität
auf alle Ebenen unseres Organismus -
und (aller-)höchster Lebensqualität !
Nur Zyniker werden den Alterungsprozess als „Krankheit“ bezeichnen.
Wobei hier es zuerst einmal zu deklinieren gilt, was und wie „Alter“ zu beurteilen bzw. einzurubrizieren ist?
Zu einer früheren Zeit - also der „Zeit vor dem Jugendwahn-Irrsinn“ - teilte man das Alter in drei Stufen - nach einem meiner verehrten homöopathischen Lehrmeister Dr. Willibald Gawlik (1919- 2003) - ein: die erste vom 56. bis 63. Lebensjahr, die zweite vom 63. bis 70. und die dritte vom 70. bis zum 80. Lebensjahr.
Alles darüber hinaus war einheitlich Greisenalter.
Nur - so sehe ich es jedenfalls -:
Das mit dem Jugendwahn das ist so eine Sache für und an sich!
Alles scheint sich auszurichten, zu orientieren und auch unterzuordnen dem Slogan
„Einzig Jugend heißt leben“!
Ohne Waschbrettbauch („Six-Pack“), Ganzkörperbronzebräunung, Gel im Kurzhaar, Tattoos, Pearcing und wiegendem Gang aus der Hüfte heraus ist „Mann nur ein halber Mann“!
Und „Frau nur eine halbe Frau“, ohne Silikon-gestylten Busen, aufgehübschte/aufgespritzte Lippen, modulierten Po, Botulinum-geglätteten Fältchen usw. …
Macht das wirklich „Leben“ und besonders „Gesundes Leben“ und „gesundes, vitales Altwerden“ aus?
Hat der ältere und älter werdende und auch und bes. der alte Mensch keine Lebensberechtigung?
Da muss man ja regelrecht Angst bekommen oder gar in Endzeit-Panik geraten, in nicht zu ferner Zeit selbst alt zu werden oder der Definition nach, es schon und auch evtl. schon längst zu sein!
Ich denke:
Heute sieht das erfreulicherweise vielmals ganz anders aus (vgl. eingangs):
Die hoch-betagten Mitmenschen sind keine Seltenheit, sondern zunehmende Alltäglichkeit!
Entscheidend ist heute nicht das „Altwerden an sich“, sondern vielmehr das „vital und aktiv Altwerden“ und noch wichtiger: das „vital und fit im Alter bleiben und sein“! Und zwar körperlich, seelisch und geistig.
Und ich füge hinzu:
„Auch sozial eingebunden und aktiv“
Zumindest sollte es so sein!
Allerdings - das muss der Realität und Fairness wegen - zugestanden sein, dass eine gewisse Korrelation zwischen „Alter + Gesundheits-Störungen“ besteht, da mit zunehmendem Alter das Risiko steigt, Gesundheitsstörungen zu entwickeln.
Das ist nun mal Fakt, ob man will oder nicht.
Wenn das nur so einfach wäre, das mit dem Traum von „ewiger Jugend und so ...“.
Wenn es quasi mit einem Fingerschnipsen oder einem Hokuspokus und Simsalabim sich gerade herbeizaubern ließe oder, wenn eine gute und gnädige Fee für jeden von uns drei Wünsche parat hätte, ja, wenn ...
Doch das Leben ist nun einmal kein Märchen, keine Fata Morgana und auch kein Science-Fiction-Roman.
Unser Leben heißt von der allerersten Sekunde bis zur allerletzten: „Kampf“ und „Einsatz“ und auch „Akzeptanz“ und immer aber „Einsicht in die Realitäten und das Machbare“ und ein „Sich-Arrangieren“ mit den Lebensumständen.
Und ganz besonders:
Jeder von uns - der eine braucht dafür etwas weniger an Eigenleistungen zu erbringen und die andere dafür etwas mehr und ein dritter vielleicht sogar sehr viel mehr - hat es selbst in der Hand, aus seinem Leben und besonders seinem Alter das „bestmögliche“ zu machen.
Nur nutzt es da herzlich wenig, den Pawlow’schen Hunden gleich, immer wieder den allerneuesten - das sind dann immer wieder und so lange bis ein neueres Mittelchen auf den Markt geworfen wird - „Wunderdrogen“ hinterher zu hecheln.
Die Gefährdung ist zugegeben recht groß und die Verführung noch größer, denn diese PR-mäßig prächtig aufgemotzten und aufgebrezelten „Lifestyle-Drugs“ oder „Lifestyle-Products“ suggerieren ja so infantil und infam, dass sich der uralte Menschheitswunschtraum nunmehr realisieren lassen würde; Sie wissen schon, den von „ewiger Jugend und ...“.
Es ist unstrittige Tatsache, dass dank der Segnungen der modernen Medizin - besonders der „High-Tech-Medizin“ und in dieser Sparte sicherlich und in den nächsten Jahren noch weit bedeutender die Genforschung und Gentherapie und nicht zuletzt evtl. auch die Stammzell-Therapie - die Menschen und besonders in unseren Hochindustrie-Nationen immer älter werden.
So ist bei uns in Deutschland die mittlere Lebenserwartung innerhalb der letzten 4-5 Jahrzehnte um fast 7-8 Jahre angestiegen.
Frauen dürfen so eine Alter von 82-84 Jahren und Männer eines von ca. 76-79 erwarten.
Im Jahre 2008 lebten unter uns fast 5000 Personen, die älter als 100 waren und immerhin erlebten sogar fast 150 Personen das Alter von 110 Jahren.
Der (ur-)alte Menschheitstraum also doch vor der (baldigen) Verwirklichung?
Wenn man den Verfechtern einer „globalen und generellen Hormon-Ersatz-Therapie“ für Mann und Frau glauben mag - ich sehe dieses Thema wesentlich differenzierter und hinsichtlich der Anwendung auch mit großen Ein- und Beschränkungen -, dann garantieren Hormon-Dauergaben ein sehr langes und insbesondere vitales und erfülltes Leben!
Wer’s so ein- und blauäugig sehen mag, der muss dann aber auch bereit sein, die unweigerlich zu zahlende Zeche - hier besonders die „gesundheitliche“ - zu zahlen.
Mir jedenfalls ist dieser Preis zu hoch!
Zumindest in dieser undifferenzierten Sicht und Handlungsweise!
Bei sehr vielen „Anti-Aging-Therapeuten“ jedenfalls stand und steht leider noch immer die „Alters-Prävention“ - denn nichts anderes sollte unter dem Terminus ‚Anti-Aging’ verstanden werden - ganz unter dem Einfluss des vielmals überreichlichen und generellen - und leider vielmals auch unkontrollierten! -„Hormon-Dopings“!
Hochaktuell wie brisant ist ein neuer „Therapie-Ansatz und -Weg“, der in der letzten Zeit von einigen Fachleuten beschritten - zumindest auf einigen Therapiefeldern [u.a. zur Verbesserung der Durchblutung des alternden Herzens, zur Rekonstruktion des knöchernen Beckenbodens, in der Krebs-Bekämpfung usw. …].
Primarius Prof. Dr. Johannes Huber (geb. 1946; Arzt und Theologe – von 1992-2004 Leiter der klinischen Abteilung für Endokrinologie und Reproduktionsmediziner Uni Wien bzw. ab 2004 Leiter der Medizinischen Uni Wien) nahm zu diesem Thema bereits 2003 in einem vielbeachteten Interview (veröffentlicht unter: „Zukunftstrends der Anti-Aging-Medizin“ in: Anti-Aging-news 03/2003) Stellung. U.a. wie folgt:
…“Ein enormes Potenzial birgt die Stammzellen-Medizin in sich. Wir wissen, dass adulte Stammzellen in der Lage sind, Gewebe zu regenerieren und zu erneuern. (Anmerkung des Autors: Das ist unstrittiger und wissenschaftlich vielfach belegter Fakt). Fakt ist aber auch, dass diese Fähigkeit mit dem Alter nachlässt, wodurch sich die Seniszenz (Vergreisung) beschleunigt. Die medizinische Forschung erkennt zunehmend, nach welchen Gesetzen Stammzellen erhalten bleiben beziehungsweise sich erneuern, und versucht natürlich, diese Erkenntnisse auch zur Alters-Prävention einzusetzen. Sollte dies gelingen, wäre es ohne weiteres vorstellbar, die altersbedingte Erschöpfung von Organen zu umgehen. Zweifellos wäre dies ein Meilenstein in der Anti-Aging-Medizin bzw. der „Healthy-Aging-Medizin!“ … und weiter noch:
…“Aufgrund dieser Erkenntnisse ist es verständlich, dass man sich bemüht, die Reparaturvorgänge im Alter zu aktivieren!“ …
Wenngleich sicherlich diese Therapie noch Zukunftsmusik ist, so sollte man - neben dem reinen therapeutischen Nutzen - heute bereits intensiv diskutieren sich dann stellende Fragen zur Ethik und Moral aber auch allgemeine gesellschaftliche Probleme.
Bereits 1698 schrieb Jonathan Swift (1667-1745; irischer Dichter und Satiriker; er schrieb unter zahlreichen Pseudonymen - sein berühmtestes Werk lautete in der dt. Übersetzung „Gullivers Reisen“):
„Alle wollen länger leben,
aber niemand will alt sein!“
Was das Lebensalter angeht, könnte man da schon fast zustimmen.
Nur:
Was nutzt das höchste Alter, das längste Leben, wenn nicht gleichzeitig auch die Lebensqualität ge- und erhalten werden kann, wenn die Mobilität nicht mehr vorhanden, wenn Gebrechen und Leiden das Leben fast unerträglich machen oder noch (zumindest aus meiner Sicht) psychische Krankheiten den Lebenswert deutlich verringern oder gar, wenn neuro-mentale ‚Schäden‘ dem Leben eine andere Struktur geben und nicht zuletzt, wenn soziale Bindungen in Brüche gehen?
Wir müssen - ob wir nun wollen oder nicht - von Raum zu Raum in unserem Lebensgebäude - wie der eingangs zitierte Hermann Hesse dies so trefflich in Gedichtform fasste - gehen.
Nur:
Auf das „wie“ und auf das „wie wir es tun wollen“ kommt es an.
Dies hat jeder von uns in der eigenen Hand.
Das aber heißt - was noch näher beschrieben wird -, recht- und frühzeitig und vor allem auch konsequent sich um die eigene Gesundheit kümmern und einen eigenen Beitrag leisten.
Stets nach der alten Medizinerweisheit:
„Vorsorge ist immer besser als Nachsorge!“
Im Umkehrschluss also:
„Vorsorge ist zumeist und zugleich die beste Nachsorge!“
Daraus ist dann zu schlussfolgern und zugleich zu postulieren:
Ziel der (seriösen) „Anti-Aging-Medizin - ich spreche lieber von einer „Healthy- bzw. Pro-Aging-Medizin“ - ist es oder sollte es sein, weniger eine verlängerte Lebensspanne (Lebenszeit) zu erreichen.
Ziel ist es oder sollte es sein, ein Mehr an Lebensqualität zu gewinnen und abzusichern!
„Lifestyle“ ja - aber nicht um jeden Preis!
Der Preis ist heiß (hoch)...
... und oftmals entschieden zu heiß (hoch)!
Will heißen:
So wichtig das alles ist, was wir heute neu- und moderndeutsch mit dem US-amerikanischen In-Begriff „Lifestyle“ um- und beschreiben, so dürfen wir dabei allerdings und immer vier wichtige Tatsachen und Fakten nicht vergessen und außer Acht lassen:
Nicht unkontrolliert und unkritisch jeder neuen „Wunderdroge“ und jeder „Lifestyle-Aktion“ nachrennen und quasi an sich selbst „ausprobieren“.
Vielmals setzt dann später das „Sich-wundern“ (im geringeren Schadensfall) oder auch sein „Blaues Wunder erleben“ (wenn der Schaden beträchtlich ist) ein, wenn sich Nebenwirkungen und vielleicht sogar gesundheitliche Schäden (und nicht selten irreparable noch dazu) einstellen.
Aus dem „Wunder“ ist dann ein „Alptraum mit einem bösen Erwachen“ geworden.
Und:
Die Zeche zahlen nur Sie und Sie und...
Nicht jede Aktion, Aktivität, nicht jede Lifestyle-Drug ist für Sie, für Ihr jeweiliges Alter, Ihren aktuellen Gesundheits- und Belastungszustand geeignet; einige sogar ganz sicher nachhaltig schädlich!
Denken Sie bitte daran:
„Was für die/den eine/-n sinnvoll, richtig und gut, muss nicht so für alle sein!“
Lassen Sie sich Zeit, prüfen und hinterfragen Sie kritisch und besprechen Sie sich mit Ihrem Therapeuten (nur: der sollte/müsste dann von und in diesen ‚Dingen‘ auch qualifizierte Kenntnisse haben und nicht nur diese Maßnahmen als sogen. „IGeL“-Privateinnahmequelle betrachten! - honi soit, qui mal y pense (ein Schelm, der Böses dabei denkt!)) und fallen Sie bitte nicht auf den uralten „Bauernfängertrick“ der Werbung und Medien, bes. Der ‚Regenbogenpresse‘, den ‚bunten Blättern‘ (bes. auch im Internet) herein, die einzusuggerieren suchen (immer nach demselben Strickmuster, der uralten Masche: mit jungen und schönen und immens vitalen und fitten Menschen als Blickfang), dass gerade und nur dieses Produkt, diese Methode oder diese Aktion und keine andere sonst Ihnen Gesundheit usw. bis ins höchste Alter garantiert!
Nebenbei und ganz bewusst:
Wenn dann noch Wörter auftauchen wie „garantiert“, „sicher“ oder auch „absolut ohne Risiko“, dann müssen/sollten bei Ihnen sämtliche Alarmglocken schrillen!
Zuletzt noch:
Mit dem einfachen Schlucken von Pillen, dem Auftragen von Wässerchen, Tinkturen und Salben usw. kann es doch nicht sich schon wie von selbst erledigt und sichergestellt haben, das mit unserer Gesundheit und Vitalität für immer und allezeit!
Womit wir schon wieder beim Träumen angelangt wären. Da braucht es schon viel mehr und vor allem eines: Ihre eigene Aktivität!
Dies vor allem und einzig aus dem Grunde, dass aus dem Bemühen um bestmögliche Lebensqualität im Alter nicht wird ein „Spiel mit dem Feuer“, ein zuletzt dann „unkalkulierbares und oft nicht mehr beherrschbares Risiko mit irreparablen Schäden!“
Daher bereits an dieser Stelle meine herzliche Bitte:
Super Drauf!
Vital, Fit und Gesund in’s und im Alter
aber möglichst „ohne“ [Gesundheits-]Risiko!
Unabdingbare und unverzichtbare Paradigmen sind dabei allerdings ein fester Wille, eine stabile (Selbst-)Disziplin und ein hohes Maß an Eigen-Aktivitäten [von der Abhärtung über die regelmäßige Bewegung bis hin zur Ernährung und dem Genussmittel-Konsum] durch den älter werdenden und alten Menschen selbst und für all die anderen Maßnahmen braucht es einen erfahrenen und ganzheitlich denkenden und handelnden Therapeuten.
Über allem und als Leitgedanke müssen/sollte als unerschütterliche Leitsätze stehen:
1. Primum Nihil nocere
[zurück geht dieser Satz wahrscheinlich auf Hippokrates von Kos bzw. dessen Schule – mehrheitlich zugesprochen wird er Claudio Aquaviva (1543-1615), dem 5. Generalsuperior der Jesuiten]
Heißt/bedeutet:
Zuallererst nicht (noch mehr) schaden!
So z.B. durch bestgemeinte und auch anerkannte Therapien.
2. Cui bono?
[dieser Ausspruch geht zurück auf den römischen Politiker, Anwalt und Philosoph und einen der berühmtesten Redner Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)]
Heißt/bedeutet:
Wer ist der Nutznießer.
In der Medizin: Wem hilfts?
[die Antwort muss/sollte stets sein: „Dem Kranken“]
Für den Therapeuten sollte daher gelten: stets abzuwägen, ob die und jene Untersuchung wirklich erforderlich ist und, ob die oder jene Behandlung letztlich Sinn macht und dem Kranken weiterhilft.
3. Fortiter in re, suaviter in modo
[dieser Ausspruch geht ebenfalls zurück auf Claudio Aquaviva. – übersetzen kann man mit einmal: Kraftvoll, in der Aktion, sanft in der Art oder mit Stark in der Sache, aber schonend in der Vorgehensweise]
4. Et respice finem
vollständig: Quidquid agis, prudenter agas et respice finem
übersetzt: Was auch immer du tust, tue es klug und bedenke das Ziel
[den Ursprung hat dieser Ausspruch in der Fabel ‚Zwei Frösche‘ des altgriech. (Fabel-)Dichters Äsop]
Heißt/bedeutet:
In der Medizin: keine therapeutischen ‚Schnellschüsse‘ und auch kein ‚Ausprobieren (zumal simultan) einiger bis vieler Behandlungs-Methoden und -Verfahren und zahlreicher Arzneien‘ (Polypragmasie).
Zuletzt noch: Stets muss/sollte sich der Behandlung hinterfragen nach dem
4. Benefit
d.h. nach dem Nutzen und somit Vorteil der diagnostischen und bes. therapeutischen Maßnahmen für den älter werdenden bzw. alten Menschen]
Dies dann mit dem Ziel Vital, Fit und Gesund in’s und im Alter:
Gesünder leben
Länger jung bleiben
Vital und fit sein und bleiben!
Und noch einmal:
Alter ist keine Krankheit!
Alter kann und braucht somit auch nicht
- mit welchen Mitteln auch immer - „geheilt“ werden!
Gesundheit für’s & im Alter: Kein „perpetuum mobile“ ...
Wenn es doch so wäre und sein könnte und möchte, das mit unserem Leben in Gesundheit und Vitalität und in ungetrübter Freude und dies bis zu wahrhaftigem biblischem Alter (obwohl - dies sei anzumerken erlaubt -, die damals Lebenden wahrlich als halbe Jünglinge bereits das Leben beendet haben) und am liebsten als ‚Selbstläufer’, also ohne weitere Maßnahmen und für alle Zeiten gleichmäßig laufendes
perpetuum mobile.
Einmal angestoßen, wird für alle Zeiten nichts mehr benötigt und:
Das Leben läuft und läuft und...
(unbegrenzt lange, störungs- und wartungsfrei und vor allem ohne Siechtum!)
Dass dies (leider) nicht so der Fall ist, das wissen wir alle aus tagtäglichen Eigenerfahrungen.
Seit dem ‚Sündenfall von Adam + Eva‘ und der Vertreibung aus dem Paradiese - das bedeutet ja nichts anderes (ins Profane übersetzt), als seit Menschheitsbeginn! - ist unsere Lebensspanne endlich, also zeitlich begrenzt.
Mit unserer Geburt haben wir uns mit Beschwerden, Befindlichkeitsstörungen und kleineren und größeren Malaisen und auch ernsten Krankheiten herumzuschlagen.
Und bereits mit unserer Geburt ist unser Tod festgelegt.
Darüber müssen/sollen wir uns alle ‚klar‘ werden!
Jedem von uns ist bereits die Stabilität unseres Organismus, unsere „Struktur“ mit in die Wiege gelegt. Das machen unsere Gene aus!
… „Von den Genen her sind wir Menschen mindestens für ein Alter von 120-130 Jahren geschaffen!“ ..., so Prof. Dr. Konrad M. Kohler [auf vitOrgan-Krebstherapie-Tagung, München, 04/2002 - Zentrum für Regenerationsbiologie und Regenerative Medizin Tübingen]; und weiter: ...
… „dass wir unser genetisch gegebenes Potential (noch) nicht erreichen, dafür ist eine Vielzahl von Komponenten maßgeblich, wie z.B. aus der „Verschleiß-Theorie“ des Alterns hervorgeht. Diese führt vorzeitige und/oder schneller ablaufende Alterungsprozesse zurück auf u.a. chronische Fehl- und Überlastungen von Organstrukturen, chronische Schädigungen durch ‚Zellgifte’ aus der Umwelt und chronische Noxen in Form von Fehlernährung, mangelnder Bewegung und Stress!“ ...
(Ende Zitat)
Ergo:
Auch der Robusteste hat seine „Achillesferse“, seine Schwachstelle. Diese gilt es zu finden und dann so versteckt zu halten wie möglich.
Solange Achilles - der sagenhafte Held aus Homer’s „Ilias“ und Held der Griechen im Trojanischen Krieg, er wurde von Paris an seiner einzig verwundbaren Stelle, der „Achillesferse“ getroffen und getötet - diese Schwachstelle bedeckt halten konnte, war er unverwundbar; mit dem Entdecken war sein Leben verwirkt.
So drastisch und grausam ist das mit unserem Leben nur - und gottseidank! - sehr selten. Zumeist bleiben uns Chancen zur Abwendung und zumindest zur (Teil-) Reparatur.
Machtlos sind wir allerdings - einheitlich, ob arm, ob reich - gegen das Alter und Älterwerden.
Was aber noch lange nicht heißt, nicht heißen muss und darf, dass wir keine Möglichkeiten und Chancen hätten - nein, nicht das Älterwerden zu stoppen! -, den Alterungs-Prozess so zu gestalten, dass wir auch im Alter noch vital sind voller Energie und Lebensfreude.
Das „Alter“ und das „Altern“ [= Älterwerden] hat heute einen anderen Stellenwert als früher.
Eigentlich ist die gesellschaftliche „neue Wertschätzung des Alters bzw. des älteren/alten Menschen“ nichts anderes als eine zunehmende Rückbesinnung auf die ‚ureigentliche Rolle’ in früheren Zeiten, also in Zeiten der sogen. ‚verbundenen Kultur’, welche erst verdrängt worden war mit zunehmender Industrialisierung und Technisierung durch die sogen. ‚disjunktive Kultur’, - wie dies treffend Prof. Leopold Rosenmayr (Familien-, Jugend- und Altersforscher - emeritierter Prof. für Soziologie und Sozialphilosophie, Uni Wien) in einem Fachartikel 2001 (Z. Gerontol Geriat) beschrieb -. Mit dem einen aber wesentlichen Unterschied:
Der aktiven Alters-Gesundheits-Vorsorge!
Kurzum:
Super Drauf!
Vital, Fit und Gesund in’s und im Alter
In jeder Hinsicht:
Körperlich (physisch), kognitiv (neuro-mental/geistig)
und
seelisch (psychisch),
sowie
sozial.
Das soll so sein und das ist auch gut so!
Dies wünsche ich Ihnen ganz besonders und aufrichtig.
Ad multos annos!
(lat.: auf viele Jahre)
Und vor allem „gesunde“ und „vitale“; kurzum „lebenswerte“ und voller Lebensfreude!
„Grundlagen“
Alter: Mehr als Jahreszahlen
Alter ist mehr als die nackte Angabe von Lebensjahren.
Hier ist zu unterscheiden zwischen „alt sein an Jahren“, „alt sein in der Funktion des gesamten Organismus“ und „sich alt fühlen“.
Alle drei können dabei ganz gewaltig unterschiedlich und verschieden sein und meilenweit voneinander entfernt liegen!
Nicht zu vergessen:
Alter bezeichnet auch eine Lebensphase und insbesondere eine Lebenseinstellung, Lebenshaltung und Lebensgestaltung!
Abstrakt und „technisch“ gesprochen:
Die Zeitspanne des Bestehens, von der Geburt (eigentlich müsste es ja heißen von der Zeugung und der allerersten Zellteilung an) bis zum Tode, also eine individuell unterschiedlich lange Lebens (zeit)spanne.
Und ebenso abstrakt:
Mit diesem Wort wird dann insbesondere noch der letzte Lebens-Abschnitt des Menschen bezeichnet; besonders die Zeit jenseits des 6. Lebensjahrzehntes.
Wenn man sich die Werbung so betrachtet und auch sieht, wie die TV-Anstalten ältere Schauspielerinnen und Schauspieler radikal von den Besetzungslisten streichen und wie - von heute auf gestern - beliebte TV-Sendungen (nicht nur bei Senioren) aus dem Programm gekippt werden, weil für die Werbebranche nicht attraktiv, dann ist diese „Deathline“ für die Definition „Alter“ inzwischen fast schon auf die Jahre ab 40-45 herunter geschraubt worden!
Ganz schön schrecklich dieser Jugendlichkeitswahn
und zwar um (fast) jeden Preis!
Eine arglistige und vorsätzliche Täuschung zudem und drittens noch der Aufbau und Unterhalt einer Scheinwelt und dies alles dann - zwar hübsch verpackt - wird für viele Menschen zur Fixidee, zur Manie - übrigens, auch eine Art von „perpetuum mobile“ - den Lemmingen gleich, stürzt sich zuerst die Schicki-Micki-Schickeria in diesen Jugendlichkeitswahn und dann alle die, die sich für „IN“ halten und halten müssen!
Alt sein und alt werden setzt aber unbedingt Würde und auch Ehrfurcht vor dem Leben an sich und allgemein und dem Älter- bzw. Alt-werden insbesondere voraus.
Und einen bewussten Umgang mit dem eigenen Leben!
Unter und mit dieser inneren und seelisch-geistigen Einstellung ist dann auch das Alter, das Älter- und Alt-werden und auch das Alt-sein kein grausames Schicksal, sondern Erfüllung und auch ein gutes Stück Lebens-Qualität, eben: Normalität!
(und es bleibt auch richtig, auch wenn sehr viele „sich am Anti-Aging eine goldene Nase verdienen!“)
Wichtig ist für einen jeden von uns, dass wir nicht einen „Tanz ums goldene Kalb“ - genannt Jugend und Schönheit - und um jeden Preis vollführen, sondern, dass wir - dies muss so früh wie möglich beginnen und nicht erst handeln, wenn z.B. das Rentenalter erreicht ist - einerseits das Älterwerden als die natürlichste Sache der Welt betrachten und, dass wir außerdem andererseits und parallel dazu schon früh die Weichen stellen, dass wir auch im Alter uns ein Höchstmaß an individueller Fitness, Wellness, Aktivität, Elan und Energie, an (bestmöglicher) Gesundheit und somit an Lebensfreude und Lebensqualität erhalten (können).
All dies kann aber nur bedeuten, dass wir - die eine mehr, der andere weniger - den biologischen Prozessen in jeder unserer Lebensstufen und besonders denen mit zunehmendem Alter Rechnung tragen und uns selbst auch bemühen, das jeweils Bestmögliche daraus und für die eigene Zukunft zu machen bzw. machen zu wollen.
Das setzt aber erst einmal Information und dann Wissen (Kenntnisse) voraus. Ganz besonders, um die wichtigen biologischen Abläufe, die den Eintritt in das „Alter“ bedeuten bzw. zumindest signalisieren, nämlich die so genannten Wechseljahre. Dazu noch ganz generell die biologischen „Mechanismen des Alterns“.
Bevor wir nunmehr darüber sprechen, ganz generell als Motto für das Alter und Altern:
Älter-werden und Alt-sein heißt...
...in jedem Alter
aktiv und vital zu sein und zu bleiben!
Dies setzt aber stets und unabdingbar voraus, ...
... die eigenen „Altersrisiken“ + das eigene
„Biologische Alter“ (zu) kennen!
Gene: verantwortlich für das „Älter- und Alt-werden“?
Liegt das „Geheimnis eines langen Lebens“ in unseren Genen?
Was ist „dran“ an der These, dass „gute Gene“ verantwortlich sind für einmal ein langes Leben und zweitens ein (relativ) gesundes dazu?
Sind es vielleicht doch die Gene, die den Unterschied ausmachen?
Seit Jahren untersuchen diese Zusammenhänge Forscher weltweit. Einmal, ob sich solche „Alters-Gene“ [Definition Gene s. Glossar (●)] nachweisen lassen und dann aber auch, ob nicht „Gen-Mutationen“ (●) für den Ab- und Verlauf des Alterungsprozesses verantwortlich sind (sein können)?
Fakt ist:
Ganz unabhängig von unseren Genen spielen für den Alterungs-Prozess die eigene Lebensweise (Bewegung, Ernährung, Genussmittel) und etliche Umweltfaktoren (Klima, Schadstoffe usw.) eine wichtige wie gewichtige Rolle. Denn diese Faktoren sind nicht unwesentlich beteiligt bzw. verantwortlich für „mutierte Gen-Bausteine“ und somit für chemische Veränderungen in den Zellen mit dem Ergebnis „Zell-Alterung“!
Gene enthalten den ‚Bauplan‘ für Eiweiße (Eiweißkörper/Proteine).
Mit zunehmendem Alter (älterwerden) nehmen einerseits die Veränderungen von Gen-Bausteinen (= Gen-Mutationen) zu und andererseits beeinflussen chemische Anhängsel an diesen Bausteinen, wie aktiv Gene abgelesen werden. Und auch diese ‚chemischen Muster‘ verändern sich beim Alterungsprozess.
Zudem:
1.a Mit zunehmendem Alter kommt es zu ‚Verkürzung der
Chromosomen‘ und zwar an deren Endstücken (Telomere - vgl. „Acht-Alters-Theorien“: 7. Theorie der nachlassenden Reproduktion - vgl. übernächstes Kapitel). Mit einer jeden Zellteilung verkürzen sich die Chromosomen-Endstücke. Die Telomere wirken als „Schutzkappen“ für die Chromosomen. Fehlen sie, dann folgt unweigerlich:
Die Zellen hören auf sich zu teilen und sie sterben ab!
2. Simultan zum genannten Prozess machen die Mitochondrien (●) (vgl. „Acht-Alters-Theorien“: 6. Mitochondrien-Theorie - vgl. übernächstes Kapitel) - sie sind die Energielieferanten („Kraftwerke“) für alle Zellen (mit einem Zellkern)! - mit zunehmendem Alter „schlapp“ und können sogar gänzlich ausfallen; auch dies mit der Folge:
Die Zellen sterben ab!
3. Als weiteres kommt hinzu ein „gestörter Stoffwechsel“:
Insulin und Insulin-ähnliche Wachstumsfaktoren beeinflussen den Stoffwechsel nahezu jeder Zelle. Mutierte Sensoren stören nachhaltig die Signale für die Zelle. Eine von vielen Folgen ist Diabetes mellitus Typ-2.
4. Zuletzt:
Mit zunehmendem Alter nimmt die Anzahl jener Zellen zu, die in den „Ruhezustand“ (Seneszenz) verfallen und dann zumeist absterben. Mit der Folge:
Die Erneuerungs-Kraft und -Fähigkeit von Gewebe ist (bis zu hochgradig) beeinträchtigt!
D.h.: Gealterte Zellen!
Nun zur Forschung zurück:
Der renommierte ‚Altersforscher‘ Prof. Dr. Stefan Schreiber (Internist - Uni Kiel - Institut für Molekular-Biologie) - er „entdeckte“ u.a. eines der wesentlichen Gene, deren Mutation die Autoimmunkrankheit ‚M. Crohn‘ (eine CED = Chron. Entzündliche Darmkrankheit) auslöst und in seinem Team wurde auch das „Alters-Gen FOXO3A“ (s.u.) entdeckt - teilte zum Stand der Forschung mit:
… „Wir kennen drei Langlebigkeits-Gene. Zwei sind besonders interessant: Einmal ein Gen, das die DNA besser repariert und eins, das den Energie-Haushalt der Zellen besser steuern hilft.“ …
Und er fügte hinzu:
… „Allerdings macht die Genetik nur 20 bis 40 Prozent aus. Mit der Lebensführung können wir sowohl die Genetik zunichtemachen als auch schlechte Genetik überwinden. Besonders gefährlich sei das Rauchen. Es sei eines der stärksten Umweltgifte, die wir kennen, und verkürzt die Lebens-Erwartung um 10 bis 15 Jahre." …
Forscher haben Gen-Sequenzen ‚gefunden‘, die assoziiert sind mit einem langen Leben:
Fast jeder siebte Mensch verfügt über die Gene für langes Leben, schätzen die Bostoner Genetiker Paola Sebastiani (Biostatistikerin) und Thomas Perls (Director Newe England Centenarian Study – Prof. of Medicine, Boston Universitary School of MedicineI.
Doch nur jeder Hundertste wird tatsächlich so alt.
Dass die anderen genetisch Begünstigten früher sterben, könne an ihrer Ernährung, Bewegungs- oder Schlafmangel, Alkohol, Zigaretten oder einem Unfall liegen und/oder an einer gravierenden Krankheit.
Das o.gen. Forscherteam identifizierte 150 Erbgutmerkmale, die relativ fitte 100-Jährige von ihren Mitmenschen unterscheiden.
Auf der Suche nach den entscheidenden Anlagen durchsuchte das Team in Boston das Erbgut von 1055 Hundertjährigen und 1267 Kontrollpersonen. Die „Hundertjährigen“ waren im Alter zwischen 95 und 119 Jahren und nach Worten von Sebastiani und Perls oft noch überraschend fit.
Fazit:
Je mehr der 150 maßgeblichen Gen-Varianten sie in ihrem Genom () hatten, desto länger lebten sie bei relativ guter Gesundheit.
Mit den genetischen Markern können Sebastiani, Perls und Kollegen die Anlage zur Langlebigkeit mit 77-prozentiger Treffsicherheit ermitteln.
„Methusalem-Gen“
Die Suche nach einem entsprechenden „Methusalem-Gen“ beim Menschen scheint endlich gelungen.
Wissenschaftler der Kieler Forschungsgruppe (Quelle: Hamburger Abendblatt vom 01.10.2009) „Gesundes Altern“ haben ein Gen entdeckt, das für ein langes Leben mitverantwortlich ist. Das Team hatte dabei DNA-Proben von Hundertjährigen mit denen jüngerer Deutscher verglichen.
Das „Methusalem-Gen FOXO3A“ schützt die Zellen vor oxidativem Stress und steuert indirekt die Wirkung von Insulin, das für den Abbau von Zucker verantwortlich ist und positiv auf den Stoffwechsel wirkt.
Eine Variation in dem Gen trete auffällig oft bei sehr alten Menschen über 100 Jahren auf und beeinflusse vermutlich weltweit positiv die Lebenserwartung, berichten die Forscher um Prof. Dr. Stefan Schreiber (Molekularbiologe, Genetiker – einer der drei Direktoren am Institut für Molekularbiologie, Uni Kiel).
Dieser Befund sei von besonderer Bedeutung, weil Japaner und Europäer genetisch relativ unterschiedlich sind, erläuterte die Leiterin der Kieler Forschungsgruppe „Gesundes Altern“, Prof. Almut Nebel (Medizinische Systembiologie und Molekulare Medizin, Uni Kiel - Leiterin der Forschungsgruppe „Gesundes Altern“]:
… „Jetzt können wir davon ausgehen, dass dieses Gen für das Erreichen eines hohen Alters wahrscheinlich weltweit eine Rolle spielt.“
Das könnte auch erklären, warum Träger dieses Gens von Diabetes oder Schlaganfall verschont bleiben. Dennoch meinen die Forscher, dass es nur zu einem Drittel von den Genen abhängt, ob wir sehr alt werden. Noch größeren Einfluss habe, ob wir uns ausgewogen ernähren, uns genug bewegen und wie wir mit Alkohol und Nikotin umgehen.
Menschen mit bestimmten Varianten eines einzelnen Gens sehen im Schnitt knapp zwei Jahre älter aus als ihre Altersgenossen. Forscher um Prof. Dr. Manfred Kayser (Erasmus MC University Medical Center in Rotterdam) gehen davon aus, dass der DNA-Abschnitt Melano-Cortin-Rezeptor-1/MC1R (d.i. ein transmembraner G-Protein-gekoppelter Rezeptor. MCR1 wird in den Melanozyten exprimiert und kontrolliert sowohl die Haarfarbe als auch die Haut-Pigmentierung) beeinflusst, ob ein Gesicht jung oder alt wirkt.
Fazit der Forscher:
Der Jungbrunnen liegt u.a. tief in uns selbst!
Wie alt wir werden, hängt auch von uns selbst ab.
Die Gene steuern nur etwa 30 Prozent bei.
Kinder, deren Eltern beide sehr alt wurden, können von einer ähnlich hohen Lebenserwartung ausgehen. Aber nur, wenn sie etwas für ihre Gesundheit tun:
Die Bewohner der japanischen Insel Okinawa nehmen nur ein Drittel der Kalorien zu sich, die ihre Landsleute verspeisen.
Folge:
Der Anteil der 100-Jährigen ist 40mal so hoch wie sonst in Japan, wo die Menschen ohnehin sehr alt werden.
Fazit:
Allein durch eine zurückhaltende Ernährung, Bewegung und Verzicht auf Zigaretten lassen sich bis zu zwölf Lebensjahre gewinnen.
Neu:
Fadenwurm bildet ein Enzym, das Leben verlängert
Biogenetiker und Molekularbiologen der Universität Freiburg haben in dem winzigen Fadenwurm Caenorhabditis elegans ein gesuchtes Schlüsselgen entdeckt, das die Alterung steuert. Das Gen bilde ein Enzym, das normalerweise die Aktivierung lebensverlängernder Gene verhindere, teilte die Universität mit. Die Molekulargenetiker zeigten den Angaben zufolge, dass Veränderungen des Enzyms, entweder durch Mutation des Gens oder unter dem Einfluss von Stress und chemischen Substanzen, diese Blockade aufheben.
Dadurch wurde die Alterung des Wurms um über zwei Drittel verlangsamt, wie die Wissenschaftler Maren Hertweck und Prof. Dr. Ralf Baumeister [Bioinformatiker und Molekulargenetiker Uni Freiburg - Direktor des ZBSA (Zentrum für Biosystemanalyse) und Leiter eines interdisziplinären Forschungsteams, das mit interdisziplinären Methoden Alterung und Alters-abhängige Krankheiten - u.a. Parkinson, Alzheimer - erforscht] berichteten.
Baumeister sagte, Caenorhabditis elegans lebe normalerweise nur etwa 14 Tage und zeige im letzten Drittel seines Lebens typische Alters-Erscheinungen.
Die Würmer, in denen das Enzym SGK-1 (Serum- und Glucocorticoid-regulierten Kinase 1 oder SGK1) manipuliert worden sei, seien dagegen auch nach zwei Wochen noch agil wie junge Tiere gewesen.
Die genetische Kontrolle der Alterung funktioniert vermutlich in allen Tieren gleich, wie inzwischen durch Experimente in Fruchtfliegen und in der Maus bestätigt werden konnte.
„Auch der Mensch besitzt ein Gen für SGK-1, mehr als 75 Prozent der Aminosäure-Bausteine in den entscheidenden Bereichen des Proteins sind identisch."
Dieses Gen kodiert für eine Serin/Threonin-Proteinkinase, die eine wichtige Rolle bei der zellulären Stressantwort spielt. Diese Kinase aktiviert bestimmte Kalium-, Natrium- und Chlorid-Kanäle, was auf eine Beteiligung an der Regulation von Prozessen wie Zellüberleben, neuronale Erregbarkeit und renale Natriumausscheidung hindeutet.
Vieles spricht dafür, dass es ähnlich funktioniert wie das Wurm-Gen", sagte Baumeister.
Und noch:
US-Forscher haben ein weiteres Gen gefunden.
Es bremst die Produktion des schädlichen Cholesterins LDL, so Wissenschaftler der Harvard- und der Boston-Universität sowie des Unternehmens Elixier Pharmaceuticals.
Der Immunologe und Altersforscher Prof. Dr. Claudio Franceschi (emeritierter Professor für Immunologie an der Universität Bologna/Italien – Leiter Labor für „System-Medizin für gesundes Altern“) will das Geheimnis der Hundertjährigen in Italien lüften, denn in Italien gibt es mit 7.000 Hundertjährigen mehr Hochbetagte als anderswo in Europa.
Er und sein Team konnten in der Erbsubstanz der Hundertjährigen zehn Gene nachweisen, die offenbar mit einem langen und gesunden Leben in Zusammenhang stehen.
Zur Gruppe der Hundertjährigen gehören in Norditalien allerdings viermal mehr Frauen als Männer.
Die Untersuchung bewies aber auch, dass der Anteil der hochbetagten Frauen abnimmt, je weiter man in den Süden kommt.
So beträgt das Verhältnis in Mittelitalien 3:1, in Süditalien 2:1 und auf der Insel Sardinien gar nur noch 1:1.
Die Altersforscher gehen davon aus, dass für die Langlebigkeit der Männer die Genetik wichtiger ist als für die Frauen.
Wie auch immer:
Eine enorme Zukunftsperspektive für die „Anti-Aging-Medizin, besser: „Pro-Aging-Medizin“ stellt die Gentechnik dar (Als Gen-Technik bezeichnet man Methoden und Verfahren der Biotechnologie, die auf den Kenntnissen der Molekularbiologie und Genetik aufbauen und gezielte Eingriffe in das Erbgut und damit in die biochemischen Steuerungsvorgänge von Lebewesen bzw. viraler Genome ermöglichen)
Altern und Lebenserwartung
Fakt ist und unstrittig und im Ausmaß zunehmend:
Die Lebenserwartung der Deutschen steigt.
Dies sagen die nackten Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden.
Heute geborene Mädchen können mit einer Lebenserwartung von ca. 82,9 Jahren rechnen, Jungen mit ca. 78,8 Jahren. Die Deutschen werden immer älter und immer mehr ältere und alte Menschen leben in Deutschland und wollen „Ihr Leben“ auch genießen (können)!
!Aktuell!
Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt nach den Ergebnissen der Sterbetafel 2018/2020 für neugeborene Mädchen aktuell 83,4 Jahre und für neugeborene Jungen 78,6 Jahre. (Meldung vom 09.07.2021)

(Quelle Welt®, Axel-Springer-Verlag)
Immer wieder wird von einem „Süd-Nord-“ und auch von einem „Ost-West-Gefälle“ hinsichtlich der Lebenserwartung in Deutschland gesprochen.
Demnach werden Männer in den alten Bundesländern und dort in den südlichen Bundesländern älter als ihre Geschlechtsgenossen im übrigen Teil der Republik.
Bei Frauen ist das Verteilungsmuster uneinheitlich mit der kleinen Ausnahme, dass Frauen im Süden etwas älter werden als sonst in Deutschland.
Aber:
Dies sind allgemeine Daten und schließen nicht aus, dass auch sonst irgendwo in Deutschland - z.B. im nord-östlichen Zipfel - die Menschen nicht 100 Jahre und älter werden können und werden.
Nicht wegzuleugnen und es macht auch keinen Sinn, sich nicht den Realitäten zu stellen.
Wir - zumindest in den sogen. Industrienationen rund um den Globus und somit wir alle hier in Mitteleuropa - werden von Generation zu Generation älter.
Aber:
Sind wir im Alter auch gesünder?
Können wir mit entsprechender Energie und voller Vitalität und Elan auch dieses „Mehr an Lebenszeit“ auch nicht nur erleben, sondern und vielmehr auch bewusst „leben“ und auf höchst-möglichem Niveau und voller Lebensfreude und -qualität genießen?
Das heißt dann aber und mit aller Konsequenz:
Was können - nein: müss(t)en - wir „dafür“ tun?
Das Motto muss lauten:
Gehen Sie los - Packen Sie sich an!
Die Körper-Uhren
Bevor wir uns mit Ein- und Auswirkungen von Hormonen und Vital-Stoffen auf unsere Gesundheit, unser Wohlergehen und besonders auf den Verlauf der Alterungsprozesse beschäftigen (können), halte ich es für unverzichtbar, dass wir uns befassen mit den …
„Körper-Uhren“
Gesichertes medizinisches Wissen ist (Quelle: Prof. Dr. Charlotte Helfrich-Förster und Kollegen - Neurobiologin und Genetikerin, Uni Würzburg -: „The MAP-Kinase p38 is Part of Drosophilia melanogaster’s Circadian Clock“ - PLOS genetics, 2014 - die Untersuchungen waren erfolgt an der Taufliege Drosophilia melanogaster, weil viele derer Gehirn- und Nervenfunktionen denen des Menschen sehr ähnlich sind und hieraus zitiere ich): …
… „Zwei Phänomene takten im Wesentlichen das Leben sämtlicher Organismen: Einmal der „ewige Tag-Nacht-Rhythmus“ und zweitens das „Auftreten plötzlicher Ereignisse“.
Um darauf reagieren zu können, haben Lebewesen spezielle Mechanismen entwickelt und dies mit einer überraschenden Gemeinsamkeit.
Der unablässige Tag-Nacht-Rhythmus und das unvorhergesehene Auftreten plötzlicher Ereignisse:
Zwischen beiden Polen spielt sich das Leben so gut wie aller Organismen ab - vom Einzeller bis zum Menschen -. Beide erfordern ganz unterschiedliche Antworten. Im Laufe der Evolution haben sich die erforderlichen unterschiedlichen Reaktionsmuster mit den dazu gehörigen genetischen Grundlagen entwickelt. …
So bereiten auf der einen Seite die sogen. „Inneren Uhren“ den Organismus auf die regelmäßig wiederkehrenden Erfordernisse des Alltags vor. Auf der anderen springt ein „Stress-System“ immer dann an, wenn eine schnell Reaktion auf ein unerwartetes Ereignis erforderlich ist.
Fakt ist:
„Starker Stress stört den Tag-Nacht-Rhythmus!“
Neben den Unterschieden besitzen die beiden Systeme auch Gemeinsamkeiten, die sie miteinander verbinden; d.h.: zu unterschiedlichen Tageszeiten erfolgen ganz unterschiedliche Reaktionen auf Stress.
Andererseits bringt Stress den Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander und stört den Schlaf.
Den Wissenschaftlern der Uni Würzburg ist es gelungen, eines der verbindenden Elementen zwischen den beiden Polen zu identifizieren: Es handelt sich dabei um ein spezielles Enzym - die Mitogen-aktivierte Proteinkinase p38 -. Sie spielt in beiden Signalwegen eine wichtige Rolle.
… Länger schon war bekannt, dass p38 eine wichtige Komponente der „Immun- und Stress-Signalwege“ ist. Neu ist, dass das Enzym wichtiger Bestandteil der „zentralen Inneren Uhr“ ist und fort wichtige Funktionen hat.
Weiter:
p38 ist in den Zellen besonders aktiv, wenn es dunkel ist und im Hellen ist es inaktiv!
Und:
p38 nimmt auch Einfluss auf abendliche Aktivität.
Diese Ergebnisse - so die Wissenschaftler - lassen den Schluss zu, dass p38 eine wichtige Komponente der Inneren Uhr ist.
Die Wissenschaftler - hierbei in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Thomas Raabe (Molekulare Genetik - Uni Würzburg Medizinische Strahlenkunde und Zellforschung) - konnte nachgewiesen werden, dass p38 das „Innere-Uhren-Protein Period“ reguliert und somit die Geschwindigkeit der regelmäßigen molekularen Veränderungen direkt beeinflusst. Dies kann erklären, warum Aktivitäten nach hinten verschoben werden können und sich der Circadiane (24-Stunden) Rhythmus auf 25 Stunden verlängert. Da Stress ebenso zur Aktivierung von p38 führt, wird durch Stress ebenfalls die innere Uhr verstellt. Folgerung:
Die MAP-Kinase p38 verbindet somit das „Stress-System“ mit der „Inneren Uhr“!
(Ende Zitate)
Es ist jetzt ist es an der Zeit, von den beiden „Inneren Körper-Uhren“ zu sprechen.
Doch zuerst und zunächst einmal sollen wichtige Anmerkungen zur Chronobiologie gemacht werden, also dem für einen jeden von uns individuellem „Rhythmus des Lebens“.
Zunächst zur Definition:
Chronobiologie ist die Lehre von der Veränderung des Körpers mit den Tages- und Jahreszeiten. Die relativ junge Wissenschaft beschäftigt sich mit Erscheinungen wie Frühjahrsmüdigkeit und Winterdepressionen. Einige Medikamente sollen besser wirken, wenn sie zu bestimmten Tageszeiten eingenommen werden. Zur Chronobiologie gehört auch der Bio-Rhythmus (s.u.).
Fakt ist:
Alles Leben in unserem Universum ist abhängig von Zyklen, Perioden und damit einem lebensbestimmenden Rhythmus.
Der gewaltigste, uns bekannte, Zyklus ist Ebbe und Flut. Ob Makro- oder Mikro-Kosmos, alles ist der Ordnung unterworfen, die wir ‚die Zeit‘ nennen.
„Alles was lebt, tickt im Takt kosmischer Bio-Uhren.
Alle Funktionen des Menschen unterliegen einem Rhythmus, der sich aus der Anpassung an die vier Zeitprogramme entwickelt hat:
Tages- und Jahreszeiten sowie Mondphasen und Gezeiten.“, so der Pionier der Chronobiologie Prof. Jürgen Walther Ludwig Aschoff (Biologe und Verhaltenspsychologe - verst.1998 - zusammen mit C. Pittendring und E. Bünning = Begründer der Chronobiologie).
Chronobiologie steht für „Lebenszeiten-Lehre“.
Dieser Forschungsbereich ist noch recht jung. Eben erst wird begonnen, die vielfältigen biologischen Zeitstrukturen zu verstehen.
Denn alles - ob Konzentration, Potenz, Wach- und Schlafphasen, Hormon-Spiegel oder Körpertemperatur, Fortpflanzung oder Wachstum, ja sogar Geschicklichkeit und Kreativität - unterliegt der Zeit oder genauer gesagt: einem exakten Rhythmus.
Mit Hilfe von unterschiedlichsten mathematischen Verfahren analysieren Chronobiologen eine Unzahl von inneren Uhren, nach biologischen, biochemischen, psychologischen und bio-physikalischen Gesichtspunkten, aber auch nach Funktionen und Prozessen.
Mittlerweile sind bei uns Menschen mehr als 100 verschiedene Rhythmen von unterschiedlicher Dauer bekannt.
Sie werden nach „Perioden“ bestimmt - Zeiten, in denen sie regelmäßig wiederkehren -. Womit und wobei wir schon beim „Bio-Rhythmus“ - besser: den verschiedenen Rhythmen - wären.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckten der Wiener Psychologe Hermann Swoboda (1873-1963) und der Berliner Sanitätsrat Dr. Wilhelm Fliess (1858-1928 - er war ein enger Freund von Siegmund Freud) anhand von Krankengeschichten ihrer Patienten scheinbar übereinstimmende und wiederkehrende Zyklen: Bio-Rhythmen.
Die wichtigsten Rhythmen sind:
● Der Ultradiane Rhythmus
Dieser wiederholt sich in weniger als 24 Stunden.
Er gilt für die Ausschüttung einiger Hormone, aber auch für die Zahl der Herzschläge und der Atemzüge.
● Der circadiane Rhythmus
Er umfasst mit ca. 24 Stunden einen Tag und eine Nacht.
Jede Zelle des Körpers folgt diesem wichtigsten Rhythmus.
Er bestimmt das ganze Leben und ist mittlerweile am besten erforscht.
● Der circaseptane Rhythmus
Er hat eine Dauer von ungefähr 7 Tagen, was in etwa der Zeit entspricht, die circadiane Rhythmen benötigen, um sich neu einzustellen.
Somit tritt z.B. Jetlag innerhalb der ersten 7 Tage nach einer Zeit-Verschiebung auf. Nach Transplantationen führt er zu Krisenzeiten, in denen die Gefahr der Abstoßung besonders groß ist. Auch im Verlauf chronischer Erkrankungen wie Asthma zeigt sich diese Rhythmik.
● Der circatrigintane Rhythmus
Dieser umfasst etwa 30 Tage.
Bekanntestes Beispiel ist der weibliche Zyklus, aber auch die menschliche Haut erneuert sich genau in diesem Zeitraum von Grund auf.
● Der circannuale Rhythmus
Er erstreckt sich über ein Jahr.
Er hat Einfluss auf die Anzahl der Samenzellen des Mannes, die Fruchtbarkeit der Frau und die Anfälligkeit für Krankheiten. Sogar auf die Reaktionsfähigkeit beim Autofahren hat er Auswirkungen.
Zurück zur Chronobiologie und damit zu den unterschiedlichen „Uhren des und im Menschen“.
Biologische Rhythmen sind Grundlage und Bestandteil aller Lebensvorgänge. In biologischen Systemen existiert eine Hierarchie solcher Rhythmen, die als gekoppelte Regelprozesse den Zustand des Systems charakterisieren.
Der Mensch wird im 24-Stunden-Rhythmus von einer Inneren Uhr gelenkt. Für das Stellen dieser Uhr sind viele Gene verantwortlich.
Wissenschaftler der University of California (publiziert in „Nature“) haben jetzt den chemischen Schalter identifiziert, der den genetischen Mechanismus kontrolliert, durch den die innere Uhr der Menschen reguliert wird.
Obwohl an diesem Vorgang viele Gene beteiligt sind, wird der gesamte Mechanismus von einer einzelnen Aminosäure kontrolliert.
Die Forscher hoffen, dass diese Entdeckung zu wirksameren Medikamenten führen wird, um Schlafstörungen und ähnliche Erkrankungen bzw. Störungen zu behandeln.
Da der auslösende Mechanismus so einzigartig sei, scheine er ein perfektes Ziel für regulierende Eingriffe zu sein, erklärt der leitende Wissenschaftler Prof. Paolo Sassone-Corsi [Molekularbiologe - UC Irvine Zentrum für Epigenetik, circadiane Uhr, Chromatin-Remodeling und Zell-Stoffwechsel (CEM)].
Die innere Uhr des Menschen ist ein höchst empfindlicher Mechanismus, der Veränderungen in der Umwelt voraussehen kann und eine ganze Reihe von Körperfunktionen reguliert. Die Bandbreite reicht dabei von den Schlafmustern über den Stoffwechsel bis hin zum Verhalten. Es wird davon ausgegangen, dass die ‚innere Uhr‘ bis zu 15 Prozent aller menschlichen Gene kontrolliert.
Eine Störung dieses inneren Rhythmus kann die menschliche Gesundheit beeinflussen.
Zusammenhänge zu Schlaflosigkeit, Depressionen, Herz-Erkrankungen, Krebs und neurodegenerativen Erkrankungen wurden von der medizinischen Wissenschaft bereits hergestellt.
Als erster zeigte Sassone-Corsi, dass das Produkt des Uhren-Gens CLOCK den Histon-Code von Zellen umbaut, indem es als Histon-Acetyl-Transferase Acetylgruppen an Histone anlagert. Damit fand er die entscheidende Schnittstelle zwischen zweien der spannendsten Wissenschaften unserer Zeit: der Chronobiologie und der Epigenetik.
Die „Master-Gene“ CLOCK (Cicadian-Locomotor-Ausgabenzyklen Kaput - d.i. ein Gen für einen basischen Helix-Loop-Helix - PAS-Transkriptionsfaktor mit Beeinflussung der Periode des circadianen Rhythmus – die Forschung zeigt, dass CLOCK-Gen eine wichtige Rolle als Aktivator von nachgeschalteten Elementen in dem für die Erzeugung circadianer Rhythmen entscheidenden Signalweg spielt) und sein Partner BMAL1 (= Kernuhr-Gen Bmal1 – es bildet mit Clock einen Heterodimer. – Ubiquitäre Expression im erwachsenen Thymus und Dickdarm und auch noch in anderen Geweben. - Zwei unterschiedliche Signalwege steuern das Verstellen der zirkadianen Uhr durch Licht. Ohne Lichtexposition wandern zu Beginn der Nacht große Mengen an PER/CRY-Komplexen zurück in das Zytoplasma und inhibieren dort ihre eigene Neusynthese durch CLOCK und BMAL1 (C/B). Im Verlaufe der Nacht werden diese Komplexe durch das Proteasom abgebaut, sodass zu Beginn des nächsten Tages CLOCK und BMAL1 wieder aktiv werden und die Produktion von neuer Per- und Cry-mRNA stimulieren)
kontrollieren die innere Uhr des Menschen als „Transkriptions-Faktoren“.
Eine aktuelle Studie (Jerome S. Menet, Stefan Pescatore & Michael Rosbash)
hat nachgewiesen, dass eine einzelne Aminosäure eines von BMAL1 produzierten Proteins eine Veränderung durchmacht, die eine Kette von genetischen Ereignissen auslöst, die mit dem Stellen der inneren Uhr zusammenhängen.
Ist diese Veränderung in irgendeiner Weise beeinträchtigt, kann der Schaltermechanismus aus dem Gleichgewicht geraten und damit das ganze System gefährden.
Derzeit werden Antikörper getestet, die auf die Aktivität dieser Aminosäure abzielen.
Laut dem Schlafexperten Neil Stanley (Norwich University Hospital) wurden bisher 89 verschiedene Schlafstörungen klassifiziert.
Alle derzeit zur Verfügung stehenden Medikamente zielen derzeit auf den Neurotransmitter GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) ab.
Fazit:
Es scheint so, als dass der „Schalter für die innere Uhr“ der Menschen entdeckt wäre!
Sie haben es sicher schon mehrfach gehört, dass der eine Mensch zu den „Lerchen“ gezählt wird und der andere zu den „Eulen“.
Was hat das zu bedeuten?
In jeder Körperzelle tickt eine eigene Uhr - und jede hat ihren eigenen Takt. Sie alle müssen auf einen 24-Stunden-Rhythmus koordiniert werden. Seit Jahrmillionen bestimmt der Wechsel von Tag und Nacht unsere biologische Uhr. Dieser Tag-Nacht-Rhythmus synchronisiert unsere innere Uhr auf die Umwelt, denn der circadiane Tagesrhythmus ist genetisch fixiert, also in unseren Erbanlagen festgelegt.
Drei Gene wurden bislang gefunden, die die Körperfunktionen zeitlich ordnen.
Die inneren Uhren ticken von Mensch zu Mensch leicht unterschiedlich und bestimmen individuell deren Alltag. Am frühen Morgen könnte der Unterschied nicht größer sein. Während der eine schon bei den ersten Sonnenstrahlen hurtig sein Bett verlässt, um vor Vitalität strotzend den neuen Tag zu begrüßen, graut dem anderen ob solcher Aktivität, und er rollt sich zur Seite, um genüsslich noch eine Runde zu schlafen.
Der Unterschied liegt nicht im ‚Fleiß‘ oder der ‚Faulheit‘, sondern ausschließlich in den Genen, die unseren Biorhythmus vorgeben.
Bei den sogen. ‚Langschläfern‘ beginnt der Tagesrhythmus einfach etwas später. Daran können sie wenig verändern, denn alles verläuft nach einem inneren, genetisch festgelegten Zeitprogramm. Obgleich Menschen sich chronobiologisch voneinander unterscheiden, liegt die Abweichung, auch in extremsten Fällen, bei nur um die 20 Prozent (d.h. ca. plus/minus 2,5 Stunden in 24 Std.). Daher lassen sich durchaus allgemein gültige Schlüsse über den 24-Stunden-Rhythmus anstellen.
Die zentrale innere Uhr gibt einen 24 Stunden Ablauf vor. Sie sitzt über der Kreuzung des Sehnervs im Gehirn. Diese innere Uhr empfängt Signale von spezialisierten Sinneszellen im Auge, die auf Tageslicht reagieren. Sie synchronisiert Millionen kleiner Uhren.
Denn jedes Organ und sogar jede Zelle besitzt einen eigenen Taktgeber. Von diesem Zusammenspiel hängt es ab, wann wir morgens wach und aktiv werden. So fängt einige Stunden, bevor wir natürlicherweise erwachen, der Blutdruck an zu steigen, ebenso die Körpertemperatur und die Atemfrequenz. Wachmacherstoffe wie Hormone und Neurotransmitter werden vermehrt ausgeschüttet, das Gehirn wird aktiviert. Im weiteren Tagesverlauf koordiniert die innere Uhr zum Beispiel Konzentrationsvermögen, Verdauung oder Entgiftung durch die Leber.
Heißt:
Ein Leben gegen die innere Uhr kann also erhebliche negative Folgen für die Gesundheit haben.
Aber das Wissen um die innere Uhr kann auch vielen kranken Menschen helfen.
Noch besser wäre es wahrscheinlich, wenn die individuelle Uhr Taktgeber für die Behandlung wäre. Denn zwischen Früh- und Spät-Typ können im Extremfall zwölf Stunden liegen. Doch bisher konnte die Chronotyp-Bestimmung nur aufwändig und wenig präzise über Fragebögen oder durch Beobachtungen im Schlaflabor ermittelt werden. Der Chronomediziner Priv.-Doz. Dr. Dieter Kunz (Facharzt für Psychiatrie und Somnologie) setzt daher große Hoffnungen in einen neu entwickelten Bluttest, der eine solche individualisierte Behandlung ermöglichen kann und deutlich genauer ist. Ein internationales Team von Wissenschaftlern, darunter Prof. Achim Kramer von der Charité in Berlin, bestimmte hierfür die Aktivität von 20.000 Genen im Tagesverlauf und identifizierte zwölf Gene, die zuverlässig die individuelle innere Uhrzeit anzeigen. Das bedeutet, dass nicht nur Früh- von Normal- oder Spättypen identifizierbar sind, sondern die exakte innere Uhrzeit festgestellt werden kann.
Besonders relevant für Menschen ist die „zeit-gerechte“ Einnahme von Medikamenten:
So ist beispielsweise die Wirkung von Medikamenten davon abhängig, zu welcher Uhrzeit sie eingenommen werden. Wer konkret weiß, wann der Körper auf Hochtouren arbeitet, und dann entsprechend Medikamente einnimmt, kann einerseits unerwünschte Nebenwirkungen vermeiden und andererseits die Wirkung optimieren.
Der „24-Stunden-Rhythmus“ des Menschen
06 Uhr
Das Herz schlägt schneller und der Organismus startet durch!
07-09 Uhr
Gipfelsturm unserer Hormone! Allen Arbeitsregeln zum Trotz: die beste Zeit für sexuelle Aktivität.
08-10 Uhr
Niedriger Schmerzpegel!, daher ideale Zeit für schmerzhafte Eingriffe(z.B. Zahnarzt).
10-12 Uhr
Topfit und hellwach!
Knifflige Denkprozesse fallen leicht. Daher die ideale Zeitspanne für Geschäftstermine + Prüfungen. Auch unser Kurzzeitgedächtnis arbeitet hervorragend.
Hirnfunktionen insgesamt am leistungsfähigsten!
12 Uhr
Mittagszeit = Essenszeit!
Nicht nur aus gewohnter Tradition, denn zwischen 12-14 Uhr produziert der Magen viel Magensäure und die Verdauung funktioniert besonders gut. Auch wenn wir nichts gegessen haben, kommt dann das
13-14 Uhr
Mittag-Tief!
Beste Zeit, um etwas auszuruhen, ein „Kurz-Nickerchen“ von 10-30 min ist daher „gesund“
15-16 Uhr
Neuer geistiger und körperlicher Aufschwung.
Idealer Zeitpunkt für die Lern-Phase, denn das Langzeitgedächtnis speichert jetzt am besten.
Das Schmerz-Empfinden erreicht allerdings seinen absoluten Tiefstand.
Der Zahnarzt kann warten!
17-18 Uhr
Das zweite Hoch.
Die manuelle Geschicklichkeit ist am Gipfelpunkt angelangt, bes. Zeit für manuelle Arbeit.
18-21 Uhr
Zeit zur Erholung und Entspannung.
Unsere Sinne wie Geruch und Geschmack sind geschärft.
21-23 Uhr
Zeit, um ins Bett zu gehen.
Andererseits - hier scheiden sich die „Geister“ -. Der Magen begibt sich zur Ruhe - und die sollte man ihm auch gönnen!
23-01 Uhr
Das absolute Kreativitäts-Hoch.
Wer jetzt aktiv ist, kann mit dem „Stoff, aus dem die Träume sind“ denken, erfinden, schreiben, komponieren …
01 Uhr
Die Traumzeit!
02 Uhr
Alle Systeme stoppen, sind im Regenerations-Modus.
Nur Haut und Leber arbeiten auf Hochtouren.
03-04 Uhr
Der Tiefpunkt und die intensivste Schlafphase.
Aber gleichzeitig der Wendepunkt. Aber: kritische Zeit für Lungenkranke!
05 Uhr
Die Nierentätigkeit ist auf ihrem Tiefpunkt angelangt.
06 Uhr
Das Herz schlägt wieder schneller.
Der Organismus startet von Neuem durch …
Seit Jahrmillionen bestimmt der Wechsel von Tag und Nacht unsere biologische Uhr.
Und (auch das schon immer):
Innerer und äußerer Wecker stimmen nicht immer überein!
Abweichend von der „Inneren Uhr“ mit deren 24-Stunden-Rhythmus hat die „Gen-Uhr“ einen 25-Stunden-Rhythmus.
Versuche des Max-Planck-Institutes für Verhaltensphysiologie brachten erstaunliche Ergebnisse zu Tage.
Freiwillige begaben sich in unterirdische Isolierkammern fernab jeder zeitlichen Wahrnehmung und ohne Kommunikationsmittel, die eine Verbindung zur Außenwelt ermöglicht hätten. Während dieser vierwöchigen Testdauer wurden regelmäßig Schwankungen der Körpertemperatur, der Einschlafzeiten und des allgemeinen Befindens aufgezeichnet.
Die Ergebnisse überraschten:
Der circadiane Rhythmus der Versuchspersonen verlängerte sich auf etwas mehr als 25 Stunden.
Der exakte Grund für diese Abweichungen ist zwar noch nicht gänzlich bekannt, aber eines ist vollkommen klar:
Die genetische Uhr hat ihren eigenen Rhythmus und lässt sich weder durch den Wechsel von Tag und Nacht und schon gar nicht durch das Zeitmaß unserer Zivilisation beeinflussen.
Welche Bedeutung diese Erkenntnisse für unsere technisierte Welt haben, kann anhand von zwei signifikanten Beispielen veranschaulicht werden.
Die fortschreitende Automatisierung der Industrie verlangt Arbeitszeiten rund um die Uhr.
Die Schichtarbeit wird jedoch nicht von einer Umstellung der inneren Uhr begleitet, so dass eine zunehmende Anzahl von Erwerbstätigen gegen ihren biologischen Rhythmus lebt. Die internationalen Vernetzungen führen zu deutlich mehr Flügen über viele Zeitzonen hinweg. Der bekannte Jetlag ist die Folge. Der Organismus braucht für eine Stunde Zeitverschiebung einen Tag, um wieder synchron mit dem Tag-Nacht-Wechsel am neuen Ort zu laufen.
All dies muss langfristig zu chronischen Erkrankungen führen:
Schlafstörungen, Energielosigkeit, Verstimmungen bis hin zu schweren Depressionen sind die Folgen.
An dieser Stelle soll kurz gesprochen werden zu und über „schwerwiegenden Synchronisations-Störungen“.
Während der gesunde menschliche Organismus in die kosmischen Rhythmen eingebunden ist, treten bei verschiedensten Erkrankungen Störungen dieser Synchronisation auf. Bei bestimmten Formen von Depression wurden Synchronisationsstörungen der Circadian-Rhythmik aufgedeckt.
Bei Krebserkrankungen konnten Frequenzabweichungen der circadianen Temperatur-Rhythmik im erkrankten Gebiet festgestellt werden. Selbst Schlafstörungen sind als Störungen der biologischen Tagesrhythmik zu sehen.
Daher beschäftigen sich immer mehr Mediziner mit einer relativ neuen Forschungsrichtung - der Chronomedizin.
Chronomedizin ist, wenn der Zeit eine besondere Bedeutung in der medizinischen Therapie zukommt. [2017 gab es für die Beschreibung dieses grundlegenden Mechanismus der inneren Uhr den Medizin-Nobelpreis – er ging an die amerikanischen Genetiker Jeffrey C. Hall]
Sprechen wir über und zu weiteren „Uhren in uns“:
Die eine, die sogen. „Altersuhr“, wird in Gang gehalten von der Aktivität der Zirbeldrüse (Glandula pinealis). Mit zunehmendem Alter zeigt diese Altersuhr zunehmende Gangungenauigkeiten und sie bleibt auch immer wieder einmal kürzer oder länger - mit zunehmendem Alter immer länger und öfter - stehen. Dies ist dadurch bedingt, dass die Pineozyten [d.s. die hormonproduzierenden Zellen der Zirbeldrüse (es handelt sich dabei um aktive Parenchymzellen mit sehr enger Verknüpfung mit nervalem Gewebe); sie bilden ja nicht nur Melatonin + Serotonin, sondern hier werden auch synthetisiert Epithalamin, TRH, Prolaktin und Vasopressin] degenerieren und zu Grunde gehen.
Gleichzeitig beginnt aber auch unsere zweite Uhr, der sogen. „suprachiasmatische Kern“ [d.i. eine Zellregion oberhalb der Sehnerven-Kreuzung („Chiasma“), hier werden die Lichtsignale von der Netzhaut der Augen an die Zirbeldrüse weitergeleitet] Zellen zu verlieren und Einwirkungen auf die Zirbeldrüse einzubüßen.
Die Folgen sind:
Die gesamte Steuerung des Hormon-Systems - richtiger: der Hormon-Systeme oder Hormon-Verbände - wird unregelmäßig und zeigt nach und nach (und immer stärkere) Fehlfunktionen.
Gleichzeitig können sich Schlafstörungen bemerkbar machen, die Empfindlichkeit gegen Hitze und Kälte nimmt zu, Verdauungsfunktionen und auch Harnausscheidung nehmen ab, das Immunabwehrsystem wird leistungsschwächer und damit wird unser Organismus anfälliger gegenüber Angriffen von außen - so z.B. Infektionskeimen, Allergenen und auch Karzinogenen -.
Fazit:
Die Alterung ist in vollem Gange!
Prof. Dr. Walter Pierpaoli (Spezialgebiet: Neuro-Immun-Modulation - renommierter „Melatonin-Forscher“ und Spezialist für die Zirbeldrüse) bezeichnet dieses Nachlassen der Melatonin-Produktion (dies muss aber immer auch im Verbund mit anderen Hormonen gesehen werden) und somit des Verlaufes des Alterungsprozesses treffend mit: ... „dem Dirigenten geht der Saft aus!“
Wichtig:
Seit etwa sechzig Jahren ist bekannt, dass Lebensvorgänge in Tages-, Mond-Phasen oder jahresperiodischen Zyklen schwingen.
Die innere Uhr beeinflusst jedoch nicht nur den gesunden Organismus, sie steuert auch Erkrankungen und letztlich auch „Alterungsprozesse“!
Zuletzt noch - als Vorab zur „Therapie“ -:
Es ist also kein „Werbegag“ oder gar eine „Menschen-Verdummung“, wenn - soweit das möglich ist - therapeutische Maßnahmen, also die Einnahme von sowohl chemisch-definierten wie biologischen Arzneimitteln zur Therapie bei bestehenden Krankheiten wie auch die Anwendung von Ergänzungsmitteln zur Gesundheits- und Vitalitäts-Vorsorge erfolgt i.S.d. „Chronobiologie“!
Zu vergegenwärtigen ist, dass jede Zelle unseres Körpers folgt einem individuellen inneren Rhythmus; d.h. Leistung und Regeneration und Ruhe und Reaktion lösen einander ab.
Dabei regulieren äußerliche = externe und körpereigene = interne ‚Zeit- und Taktgeber‘ die geistigen, körperlichen und seelischen Funktionen.
Das ist auch die Erklärung, warum die Wirkung von Arznei- und Ergänzungsmitteln abhängig ist insbesondere von der Tageszeit der Einnahme!
Medikamenten-Einnahme nach der Tageszeit
(Quelle: DocCheck News)
Ob ein Arzneimittel vor, zum oder nach dem Essen eingenommen werden muss, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Der Resorptionsort, Magen oder Dünndarm, spielt ebenso eine Rolle wie die Löslichkeit des Arzneistoffes und die Zusammensetzung der Nahrung.
Fettreiche, grobe oder heiße Mahlzeiten verzögern die Magenpassage besonders stark. Arzneimittel wie beispielsweise Betablocker werden aufgrund der verzögerten Magenentleerung bei der Einnahme nach dem Essen schlechter aufgenommen, als wenn sie nüchtern eingenommen werden. Bei Betablockern spielt auch noch die Löslichkeit eine Rolle.
Lipophile (fettlösliche) Betablocker wie Metoprolol und Propranolol werden nahezu vollständig und rasch aufgenommen; hydrophile Betablocker wie Atenolol hingegen nur unvollständig (> 50%). Gleichzeitige Nahrungszufuhr kann daher bei „fettigen“ Betablockern die Aufnahmerate steigern, wobei die Rate bei wasserliebenden verringert ist.
Nahrungsfette regen die Gallensaftproduktion an. Gallensäuren fördern die Löslichkeit schwerlöslicher Arzneimittel. Auch das schwerlösliche Kalium-sparende Diuretikum Spironolacton wird in Folge verbesserter Löslichkeit bei gleichzeitiger Nahrungsmittelaufnahme rascher und vollständiger aufgenommen.
Säure bestimmt Löslichkeitszeitpunkt
Der pH-Wert des Magen-Darm-Saftes bestimmt ebenfalls die Resorption von Arzneistoffen. Die verzögerte und gleichmäßige Freisetzung eines Arzneistoffes aus oralen Retardzubereitungen wird überwiegend durch den pH-Wert-abhängigen Auflösungsprozess der verwendeten Hilfsmittel gewährleistet. In den ersten 60 bis 90 Minuten der Nahrungsaufnahme kommt es zur Erhöhung des pH-Wertes im Magen von nüchtern 1,6 auf Werte zwischen 3 und 6. Ein derartiger Anstieg des pH-Wertes kann die Freisetzung eines Arzneistoffes aus einer magensaftresistenten Darreichungsform beeinträchtigen.
Magensaftresistente Arzneiformen sollen den Magen unversehrt passieren und sich erst im Dünndarm auflösen und dort resorbiert werden.
Magensaftresistente Tabletten verlassen bei Nüchterneinnahme spätestens nach zwei Stunden den Magen. Wird anstelle von (Leitungs-)Wasser ein nährstoffhaltiges Getränk wie Saft, Limonade oder Milch getrunken, verlängert sich der Passagevorgang um Stunden. Bei Einnahme nach dem Essen kann dieses bis zu 11 Stunden dauern.
Dieses hätte zur Folge, dass sich das Arzneimittel über längere Zeit in einem weniger sauren Nahrungsbrei befindet und angegriffen oder zerstört wird.
Große Bindung – großer Abstand
Kinetisch besonders kritisch sind zudem Substanzen mit einer großen Plasmaproteinbindung. Der gebundene Arzneistoff wird zwar transportiert, wirkt aber nur in freier Form. So ein Kandidat ist beispielsweise das Schilddrüsenhormon L-Thyroxin. Seine Bindung an Transportproteine beträgt über 99 Prozent, damit ist es Spitzenreiter unter den Arzneistoffen.
Die Einnahme sollte 30 bis 60 Minuten vor der ersten Nahrungsaufnahme des Tages erfolgen, denn die Bioverfügbarkeit liegt im nüchternen Zustand bei circa 75-85 Prozent. Diese kann bei gleichzeitiger Aufnahme von Nahrung um bis zu 35 Prozent reduziert werden. Außerdem sollten die Tabletten nicht mit Mineralwasser, sondern nur mit Leitungswasser geschluckt werden. Der Anteil an Calcium und Magnesiumionen reicht aus, um die Wirkung zu vermindern.
Einnahme-Empfehlung
(Quelle: Professor Dr. Walter E. Haefeli und Arwa Hassan, Universität Heidelberg)
● vor dem Essen:
Atenolol, Celiprolol, Eisenpräparate, L-Dopa, Tetracycline, Gyrasehemmer,
Metoclopramid, L-Thyroxin, Diclofenac
● zu einer fetthaltigen Mahlzeit:
Carbamazepin, Phenytoin, Metoprolol, Propranolol, Griseofulvin,
Spironolacton
● am Abend einzunehmen:
Simvastatin, Cimetidin, Rabeprazol, Carboplatin, Quinapril, Indometacin,
Atorvastatin, Isradipin, Valsartan, Telmisartan, Olmesartan, Ranitidin, ACE-Hemmer
● vor dem Schlafengehen einzunehmen:
Acetylsalicylsäure (ASS), Valsartan, Telmisartan, Olmesartan, Ramipril,
Theophyllin, Beta-2-Sympathomimetika,
● am Morgen einzunehmen:
Amlodipin, Perindopril, Omeprazol, Pantoprazol, ACE-Hemmer
● am sehr frühen Morgen einzunehmen:
Kortikosteroide (bei Langzeiteinnahme z.B. morgens 2/3 der Ds, gegen 15 Uhr das restliche 1/3), Metamizol.
Chronologisches versus Biologisches Alter
Viel und oft wird in den letzten Jahren über evtl. bestehende Unterschiede zwischen „chonologischem“ und „biologischem“ Alter.
Chronologisch bedeutet: in der richtigen Reihenfolge, zeitlich geordnet.
Chronologisches Alter:
Das Alter eines Individuums als reine Zeitangabe – heißt: Anzahl der Jahre und Tage ab der Geburt. Dies kann z.B. mittels Kalender ermittelt werden.
Biologisches Alter:
Das Alter eines Individuums gemessen am körperlichen und geistigen Entwicklungs- bzw. Verfallszustand. Also: Grad an physischer, mentaler, kognitiver und emotionaler Reife des Menschen.
Als biologisches Alter bezeichnet man die Summe aus kalendarischem Alter und körperlichen wie seelischen Einflüssen.
„Man ist so alt, wie man sich fühlt".
Stimmt fast, denn nicht nur Ihr Geburtsdatum bestimmt, wie alt Sie sind.
Wie alt Sie wirklich sind, hängt von der Beschaffenheit Ihrer Blutgefäße ab.
[Hinweis:
Im Internet können Sie einen Test „Biologisches Alter“ machen]
Merke:
Das Biologische Alter ist im Gegensatz zum chronologischen Alter beeinflussbar:
„30 Prozent sind genetisch vorgegeben, 70 Prozent bestimmt der Lebensstil“.
Auch wenn es trivial scheint, lautet die Formel: gesund zu leben, hält jung.
Biologie des „Alterns bzw. des Älterwerdens“
Nun endlich zum eigentlichen Thema:
Seien Sie unbesorgt, ich will und werde unter dieser Überschrift nun nicht ausholen zu einem reinen fachwissenschaftlichen Vortrag!
Dennoch ist es für das Verständnis des Älterwerdens und somit auch der gegensteuernden Möglichkeiten des „Super Drauf“ [Vital, Fit und Gesund in’s und im Alter] - wenn Sie so mögen: „Anti-Aging“ (wie es ja leider und in meinen Augen absolut falsch heißt; hier kann und darf es doch nicht „gegen Altwerden“ gehen, sondern einzig um ein „gesundes Altern“; also treffender - wenn schon englisch, dann - „Healthy-Aging“ oder auch „Pro-Aging“) unverzichtbar, dass Sie über die wichtigsten Prozesse und Vorgänge in und mit Ihrem Körper und zwar auf und in allen seinen drei Ebenen, nämlich von „Körper + Seele + Geist“ - Bescheid wissen, also über die Lebens-Vorgänge schlechthin.
Zuerst einmal möchte ich mich mit den biologischen Alterungsvorgängen und zwar ganz allgemein befassen.
Da kommt mir spontan zuerst ein Gedicht aus dem Jahre 1834 des schwäbischen Dichters, Naturlyrikers und Juristen Karl Friedrich Hartmann Mayer (1786-1870) in den Sinn:
Kind und Greis
Es scheint der Unschuld Glorie
Durch’s gold‘ne Knabenhaar.
Gott gebe, sie durchschimmerte
Es immer sonnig klar!
Wie froh das Kind den Greis umhüpft Des Silberhaare lind Bald legt, bald sparsam wieder lüpft Ein sanfter Herbsteswind!
Kind, stehst du einst der Glorie bar Auf deinem Weg zur Gruft, So flattre dir durch’s dünne Haar Doch noch der Hoffnung Luft!
Lassen Sie mich beginnen mit einer unausweichlichen Frau wie Mann (be-)treffenden Tatsache:
Der biologische Alterungsprozess verläuft in nahezu sämtlichen Organen nach einem programmierten zeitlichen Schema ab.
Die Maximalfunktion ist bei beiden Geschlechtern mit 18-25 Jahren erreicht, nimmt dann konstant ab und führt bei Unterschreiten der „disability threshold“ [so viel wie „kritische Leistungsgrenze“] zur Krankheit.
Dieser Prozess ist entsprechend individuell chronologisch zeit-entsprechend, akzeleriert [= gefördert/beschleunigt] (aA) oder retardiert [= verlangsamt/gebremst] (rA).
Fakt:
Mit der Abnahme der Vitalität steigt die Wahrscheinlichkeit für alters-relevante Erkrankungen, so u.a. die im Alter vermehrt bestehenden bzw. eintretenden sogen. Volkskrankheiten.
Also:
In den Zellen, den Zellverbänden, Geweben und Organen wie über die besonders wichtigen hormonellen Veränderungen - die „Wechseljahre“ -, die Veränderungen im Haushalt von Mineralstoffen, Spurenelementen, Enzymen und Coenzymen und des gesamten „intermediären“ Stoffwechsels, also des sogen. „Inneren Milieus“.
Dazu über Gesundheitsprobleme bzw. gesundheitliche Risiken - denken Sie hier nur einmal an die Osteoporose und zunehmenden Elastizitätsverlust (bei gleichzeitiger Minderung der Durchlässigkeit) der Gefäßwände, dem (zeitweisen und/oder teilweisen) Nachlassen der Hirnleistungsfähigkeiten und auch der psychischen Verfassung und Stabilität -; weiter zu wissen, dass die Haut nicht mehr so glatt und elastisch ist; und ebenso wichtig: das gesamte Immunabwehrsystem zeigt erste und auch deutlichere Verschleißerscheinungen und zuletzt noch wird unser Körper nicht mehr so gut fertig mit den (permanenten) Belastungen durch Umweltgifte, Schadstoffe, Freie (Sauerstoff-)Radikale (Oxidativer Stress) und die Aufnahmefähigkeit und Verwertungsleistungen für wichtige „Vitalstoffe“ (Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine und vitamin-ähnliche Wirkstoffe, für Enzyme und Coenzyme und auch die wichtigen Aminosäuren) wird stetig geringer usw. - und und und ...
Wichtig vor allem zu wissen, dass diese „natürlichen biologischen Prozesse beim Älterwerden und im Alter“ nicht gleichbedeutend sind mit „Krankheiten“, es aber durch diese inneren Veränderungen bei gleichzeitigen sonstigen Faktoren (Bewegungsarmut, verminderte Abhärtung, falsche Ernährung, Stress u.a.m.) leicht(er als sonst) anfangs zu Störungen, dann zu Fehlfunktionen und zuletzt zu Krankheiten kommen kann und vielmals auch kommen wird!
Doch gehen wir der Reihe nach vor.
Fünf Gründe gilt es zu kennen und zu verstehen
für das „Altern“ und „Älterwerden“
Grund 1
Rückgang der Hormone
[d.h.: viele Hormone werden vermindert gebildet, stehen quasi auf „Sparflamme“!]
Grund 2
Dauerschädigung des Organismus durch den schädigenden Einfluss der sogen. „Freien Radikale“ oder „Sauerstoff-Radikale“ bzw. „Oxidativer Stress“
Grund 3
Nachlassen der körpereigenen Immunabwehr(-Systeme)
Grund 4
Sogen. „Verzuckerung“ der Zellmembranen
Grund 5
Schädigung an den Chromosomen
[bzw. an Chromosomen-Teilen; z.B. v.a. durch „Mutationen (u.a. UV- und sonstige Strahlen, Röntgen, usw.)]
Mit zunehmendem Lebensalter - und, um es schon an dieser frühen Stelle und sehr deutlich zu sagen: das heißt nicht, erst mit 60 Jahren aufwärts; sondern schon einige Zeit vor dem Beginn der Wechseljahre und die können schon mit 35 Jahren beginnen! - kommt es faktisch und praktisch in (fast) allen Organen, Geweben und Zellen unseres Körpers - dies ist ein natürlicher Zustand - zu fortschreitenden und zunehmenden Alterungs-, Verschleiß-, Aufbrauch- und Abbau-Prozessen.
Bevor wir noch etwas näher in diese Materie einsteigen, sollten wir uns zunächst mit den biologischen Alterungsprozessen auseinandersetzen und dabei zu sprechen kommen über die bisher bestehenden „Acht Alters-Theorien“.
Die verschiedenen Theorien des Alterns ergeben sich aus unterschiedlichen biomedizinischen Forschungen.
1. Die Abnutzungs- und Verschleiß-Theorie
oder
Das Mechanische Alterungs-Modell
Abnutzung und Verschleiß sind für den Alterungsprozess der Menschen verantwortlich.
Nach der Theorie des Amerikaners Prof. Raymond Pearl (1879-1940 - theoretischer Biologe und Genetiker - nach ihm ist der „Pearl-Index“ benannt {= Maß für die Zuverlässigkeit von „Empfängnis-Verhütungs-Methoden“}: Er gibt an, wie hoch der Anteil sexuell aktiver Frauen ist, die trotz Verwendung einer bestimmten Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres schwanger werden. Je niedriger der Pearl-Index ist, desto sicherer ist die Methode) führen Aktivität der Organe und jeder Lebensvorgang des Körpers zur Abnutzung und einem Verschleiß, der sich im Laufe der Lebensalter immer mehr bemerkbar macht. Dabei hat die Lebensweise eine positive oder negative Auswirkung auf das Voranschreiten von Verschleiß und Abnutzung.
Also:
Je intensiver das Leben, desto schneller sind die körperlichen Folgen sichtbar.
Körpereigene Reparatursysteme, die in jungen Jahren einwandfrei funktionieren, lassen im Alter nach und sorgen so nach außen sichtbar für Falten, Altersflecken, graue Haare und Gefäß-Ablagerungen.
Unausweichliche Folge ist der Tod.
In einem Zustand mangelnder Regeneration geht mehr Substanz verloren, als wieder aufgebaut werden kann. So kommt es zu einem permanenten, mit zunehmendem Alter immer schwerwiegenderem Verlust von funktionellen Strukturen.
Auslöser eines solchen katabolen Zustands können sein:
chronische Irritationen, unausweichlicher Gewebeverschleiß sowie unvermeidbare Einwirkungen der Umwelt.
2. Die Hormon-Theorie
oder
Die Neuro-endokrine Theorie
Seit langem ist bekannt, dass mit dem Alter die Konzentration bestimmter Hormone im Blut-Serum abnimmt. Am eklatantesten zeigt sich dieser Effekt bei den weiblichen Geschlechtshormonen, die bei Frauen in den Wechseljahren innerhalb weniger Jahre fast völlig versiegen. In den letzten Jahren verdichten sich die Erkenntnisse, dass es ein Äquivalent zum weiblichen Klimakterium auch beim Mann gibt (Klimakterium virile, Andropause, PADAM; s.d.). Allerdings erfolgt hier das Absinken der Geschlechtshormone weniger dramatisch und die Fertilität bleibt länger bzw. noch sehr lange erhalten.
Das von den meisten Gynäkologen und Endokrinologen empfohlene Vorgehen im Klimakterium besteht in der Substitution der fehlenden Hormone (Hormone Replacement Therapy, HRT - auf Deutsch: HET = Hormon-Ersatz-Therapie).
Hierdurch werden nicht nur subjektive psycho-vegetative Beschwerden während der Wechseljahre effektiv beseitigt, sondern es wird auch organischen Hormon-Mangelerkrankungen wie der Osteoporose, der Arteriosklerose oder dem Morbus Alzheimer vorgebeugt. Schauen wir uns die Erkrankungen an, auf die eine Östrogensubstitution präventiv wirkt, so sehen wir, dass es sich dabei um klassische, alters-assoziierte Erkrankungen handelt.
Genau an diesem Punkt setzt die neuroendokrine Theorie ein.
Ihre These lautet:
Nicht weil wir altern sinken die Hormonspiegel, sondern weil die Hormonspiegel sinken altern wir!
Die entsprechende Therapie besteht demnach in dem „Konzept der erweiterten Hormonsubstitution“, also dem Ersatz aller mit dem Alter absinkenden Hormone. Hierzu gehören nicht nur die Östrogene und Gestagene der Frau, sondern auch deren Androgene.
Korrespondierend wird beim Mann nicht nur das fehlende Androgen substituiert, sondern gegebenenfalls auch ein Östrogenmangel ausgeglichen.
Es sind aber nicht nur die Geschlechtshormone, die altersbedingt vermindert sezerniert werden.
Auch das Nebennierenrindenhormon DHEA (Dehydroepiandrosteron = das am häufigsten vorkommende Steroidhormon im menschl. Organismus), das Zirbeldrüsen-Hormon Melatonin oder das Hypophysenvorderlappen-Hormon Somatotropin (Human Growth Hormone, HGH) gehören zu jenen Hormonen, deren Konzentration im Serum mit dem Alter deutlich absinkt.
Die biologische Funktion des Melatonins liegt im Wesentlichen in der Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Eventuell ist es nicht so sehr die hormonelle Wirkung des Melatonins als viel mehr sein ausgeprägt anti-oxidativer Effekt, der hier zum Tragen kommt.
Als „Pro-Aging-Königshormon“ …
… wird von vielen, vor allem amerikanischen Autoren, das Wachstumshormon (HGH) angesehen.
In der Tat weist das Hormon des HVL eine deutliche Sekretionsabnahme mit zunehmendem Lebensalter auf. Die Anfang der 1990er Jahre publizierten Arbeiten von Rudman et al zeigten eine eklatante Verbesserung bio-medizinischer Altersmarker bei HGH substituierten Männern. Gut dokumentiert ist inzwischen ein positiver Effekt des Wachstumshormons auf die Body-Composition (Abnahme von Fett, Zunahme von Muskelmasse) sowie eine Erhöhung der Knochendichte.
Eine Substitution erscheint bei einem Mangel von HGH also durchaus indiziert. Fraglich ist, ob die Substitution lediglich die alters-entsprechenden HGH-Spiegel wieder herstellen sollte oder die Spiegel von chronologisch jüngeren Personen zu erreichen versucht, in der Vorstellung, hierdurch „die biologische Uhr zurückzudrehen“.
Insbesondere bei dem letzten Ansatz erscheint Vorsicht geboten. Zum einen ist das Krebsrisiko unter einer HGH-Therapie nicht vollständig geklärt, zum anderen treten bei HGH - im Gegensatz zu DHEA und Melatonin - bereits bei geringer Überdosierung unerwünschte Nebenwirkungen auf. Hierzu gehören Wasser-Einlagerungen, Gelenkschmerzen, Störung des Glukosehaushaltes und das Karpal-Tunnel-Syndrom. Ein nicht zu unterschätzendes Therapie-Hindernis ist schließlich auch die Tatsache, dass die Substanz sehr teuer ist und täglich subkutan injiziert werden muss.
Allerdings sind in den letzten Jahren auch oral einzunehmende HCG-Präparate auf den Markt gekommen, z.B. als Trinkampullen.
Neben der Substitution von HGH kann man aber auch versuchen, die körpereigene HGH-Sekretion zu stimulieren. Vielen Therapeuten gilt dieser Ansatz als der wesentlich physiologischere und gesundheitlich gesehen sicherer. Eine Möglichkeit, die Hypophyse zu einer vermehrten Ausschüttung von HGH zu bewegen, besteht etwa in dem von Huber, Wien, propagierten Dinner Cancelling Konzept (das Abendessen ausfallen lassen):
Das ist nicht nur ein Mittel zur Kalorienzufuhr-Beschränkung. Die dadurch ausgelöste nächtliche Hypoglykämie stellt den stärksten körpereigenen Reiz für die Hypophyse dar, die frühmorgendliche Ausschüttung von Wachstumshormon zu erhöhen.
Auch dieses Beispiel zeigt erneut den engen Zusammenhang zwischen Diätetik und Endokrinologie.
Fakt ist:
Der permanente Abfall vieler Hormone führt zu Kapazitäts- und Funktionsverlust vieler Körpersysteme, wir „welken und schrumpfen“ - psychisch, geistig (kognitiv/neuro-mental) und körperlich -.
Niedrige Hormonspiegel gelten heute als Ursache vieler alters-bedingter Krankheiten und des Alterns schlechthin.
3. Die Theorie der Freien (Sauerstoff-)Radikale
oder
Die Theorie des Oxidativen Stresses
Für die Abwehrfunktionen von Krankheitserregern und Fremd-Substanzen sowie für Regelprozesse verwendet der Organismus hoch-reaktive Verbindungen von Sauerstoff und Stickstoff.
Neben diesen Schutzfunktionen können die hoch-reaktiven Verbindungen aber auch körpereigenes Gewebe angreifen (zum Thema „Freie Radikale/Oxidativer Stress vgl. eigenes Kapitel).
Beim Ungleichgewicht zwischen dem Entstehen von Sauerstoff-Radikalen und der Produktion von Antioxidantien kommt es zum Oxidativen Stress.
Dieser zerstört Zellmembranen, Proteine und vor allem die DNS im Zellkern und die DNS in den Mitochondrien. Besonders letztere sind vom Oxidativen Stress besonders betroffen, da dort die größte Menge an Sauerstoffradikalen entsteht.
Dadurch wird der Mensch älter.
Die Theorie der freien Radikale wurde 1954 von dem US-amerikan. Wissenschaftler Denham Harman (Bio-Gerontologe - Universität von Nebraska) aufgestellt.
Im Falle einer Störung der Proteinstrukturen treten Fehlleistungen auf: Die Oxidation der Fettfraktion LDL führt zur Arterienverkalkung.
Die Membran- und Enzymstörungen in den Mitochondrien führen zu einer verminderten Stoffwechselleistung. Die Schädigung der DNS führt zu weiteren „Fehlerkatastrophen“. Diese werden für die mit zunehmendem Alter häufiger auftretenden Krebserkrankungen verantwortlich gemacht.
Als oxidative Substanzen greifen die freien Radikale unterschiedliche Zellstrukturen an. Zu den bevorzugten Zielorten gehören die Lipide.
So werden z.B. die lipidreichen Zellmembranen durch Oxidation in ihrer Integration geschädigt und ihrer Permeabilität verändert. Dies kann bis zum Zellzerfall führen.
Auch das Cholesterin ist ein bevorzugter Angriffspunkt freier Radikaler. Inzwischen wissen wir, dass es fast ausschließlich die oxidierte Form des LDL-Cholesterins ist, die sich in der Gefäßwand anreichert und so zu einer Arteriosklerose führt. Freie Radikale schädigen aber auch Proteine innerhalb und außerhalb von Zellen, darunter auch viele Enzyme, die durch Oxidation an ihren katalytischen Zentren inaktiviert werden. Schließlich können freie Radikale auch durch direkte Angriffe auf die Chromosomen Mutationen auslösen und wirken somit als Karzinogene.
Eine nachlassende Teilungsfähigkeit von wichtigen Zellsystemen, gestörte Eiweißstrukturen vor allem in den Enzymen und eine abnehmende mitochondriale Energie führen letztlich zu einer mangelnden Heilungs- und Erneuerungsfähigkeit. Dies tritt überall dort auf, wo chronischer Verschleiß und Umwelteinflüsse nicht vermeidbar sind.
Eine sich aus der Freie-Radikale-Theorie ableitende Therapieoption besteht in der hochdosierten Zufuhr sogen. Antioxidantien (Radikalen-Fänger). Hierzu zählt das Vitamin C, das hauptsächlich mit freien Radikalen im Zytoplasma reagiert, sowie die Vitamine A (korrekter: das beta-Carotin als Vorstufe zum Vit. A) und E, die als fettlösliche Vitamine vor allem Membran-schützend wirken.
Aber:
Hochdosierte Vitamin-Präparate dürfen jedoch niemals der Ersatz für eine gesunde und ausgewogene Ernährung sein. Sie sollen sie allenfalls ergänzen.
Antioxidativ wirken nämlich nicht nur die Vitamine A, C, D und E, sondern auch eine Vielzahl von Sekundären Pflanzenstoffen (SPS) – hier insbes. Anthocyanidine und Oligomere Proanthocyanidine/OPC und die Bioperine/Piperine – und weitere natürliche Wirkstoffe.
Einige dieser Substanzen wie Carotinoide oder Flavonoide können inzwischen zwar ebenfalls als Supplemente zugeführt werden. Die Gesamtzahl Sekundärer Pflanzenstoffe wird jedoch auf über 30.000 geschätzt, von denen viele nicht einmal in Ansätzen untersucht sind.
Antioxidative Wirkung ist inzwischen aber auch bekannt von den Mineralstoffen und Spurenelementen Selen, Zink, Molybdän, Mangan, Kupfer, den Aminosäuren L-Methionin, L-Cystein und Taurin, alpha Liponsäure, I3C (Indol-3-Carbinol) sowie als unverzichtbare „Energie-Lieferanten“ Coenzym Q10 (Ubichinon) und L-Carnitin.
Eine obst- und gemüsereiche Grundversorgung (five a day) sichert eine möglichst breit angelegte Zufuhr dieser protektiven Substanzen.
4. Die Hayflick Theorie
Die Hayflick-Theorie ist nach dem US-amerikan. Gerontologen Leonard Hayflick (University of California, San Francisco - er war federführend auf dem Gebiet der Zellteilung) benannt. Der Wissenschaftler gilt als Pionier der modernen Altersforschung. So entdeckte er bereits 1962 - gemeinsam mit dem US-amerikanischen Genetiker Paul S. Moorhead -:
„Bindegewebszellen, sogen. Fibroblasten (), haben eine begrenzte Lebensdauer“.
1962 war diese Entdeckung revolutionär:
Denn damit wurde die bis dahin gültige Annahme, dass normale menschliche Fibroblasten unbegrenzt teilungsfähig seien, widerlegt.
Die Wissenschaftler wiesen nach, dass sich menschliche Zellen etwa 50 Mal während ihrer Lebensdauer geteilt hatten, bevor sie nach einer mehr oder weniger langen „post-mitotischen Phase“ abstarben.
Das heißt:
Alle Lebensvorgänge haben eine begrenzte Dauer.
5. Glucose- und Alterungs-Theorie
oder
Advanced Glycosylation Endproducts-Theory (AGE)
Anthony Cerami, (Picower-Institut für Medizinische Forschung in Manhasset, New York) wies die Beteiligung von Glucose (Zuckermoleküle) am Zell-Alterungsprozess nach.
Der Wissenschaftler erforschte, dass sich Glucose mit Proteinen bindet. Bei diesen Verbindungen kommt es zu zufälligen Bindungen an beliebigen Stellen.
Das Problem:
Durch die Verbindung zweier unterschiedlicher Stoffe entsteht die Schiff’sche Base [benannt nach dem dt. Chemiker Hugo Schiff = Bezeichnung für organische Verbindungen, die aus der Kondensation von Aldehyden, Ketonen oder chemisch vergleichbaren Carbonylverbindungen mit primären Aminen hervorgehen. In der Natur kommen Schiff’sche Basen in einigen biologischen Prozessen vor. So verbindet sich beispielsweise der Aldehyd 11-cis-Retinal mit der Aminosäure Lysin zu einer Schiff’schen Base, nämlich zum Protein Opsin. Ein weiteres Molekül 11-cis-Retinal liefert mit Opsin das Lichtrezeptor-Protein Rhodopsin. Dieses auch als Sehpigment bezeichnete Protein ist für den Sehprozess wichtig und ebenfalls eine Schiff’sche Base. Außerdem findet man Schiff’sche Basen in Prozessen des Metabolismus von Aminosäuren oder Carbonyl-Verbindungen], die allerdings instabil ist und dann übergeht in eine stabile Verbindung, das sogen. Amadori-Produkt.
Dieses Produkt ist jedoch nicht unproblematisch:
Das Amadori-Produkt kann neue Strukturen bilden, die irreversible Verbindungen mit anderen Molekülen eingehen, sogen. AGE‘s (AGE = advanced glycosylation endproducts). Schließlich sind diese Moleküle in der Lage, Querverbindungen zu anderen Molekülen zu bilden.
Trifft diese Theorie zu, dann muss davon ausgegangen werden, dass Diabetiker mit hohen Blutzuckerspiegeln besonders viele AGE-Produkte ausbilden und daher vorzeitig altern!
Fakt ist, dass viele Komplikationen im Rahmen eines Diabetes mellitus zu interpretieren sind als „Zeichen einer vorzeitigen Organ- und Gewebe-Alterung“, so u.a. die diabetische Mikroangiopathie, Nephropathie und Retinopathie (und zusätzlich gehäuftes Vorkommen eines grauen Stars = Katarakt!).
Immer im Vergleich zu einem Nicht-Diabetiker.
Im Umkehrschluss heißt das dann aber auch:
Niederige Zuckerwerte sind der Grund für einen bei Nicht-Diabetikern später einsetzenden und langsamer verlaufenden Alterungsprozess.
Dieser Sachverhalt trägt mit dazu bei, ein Phänomen zu erklären (vom Wasserfloh bis zum Rhesusaffen tier-experimentell eindeutig belegt):
Eine systematische Kalorien-Restriktion wirkt signifikant lebens-verlängernd.
Wohl keine der bisher propagierten Anti-Aging-Maßnahmen ist in ihrer Wirkung so gut dokumentiert, wie die Einschränkung der Nahrungszufuhr.
Allerdings stößt das Konzept „Länger leben bei und durch karge Kost“ nur bei einer eher asketisch gestimmten Minderheit der Bevölkerung auf ungeteilte Zustimmung. Andere, die sich von der Anti-Aging-Medizin nicht nur eine Steigerung ihrer Lebenserwartung sondern auch eine Verbesserung ihrer Lebensqualität versprechen, stehen diesem Ansatz eher reserviert gegenüber.
Geforscht wird allerdings bereits an Alternativen.
Erfolgversprechend scheint dabei die Substanz Aminoguanidin. Das zur Stoffklasse der Hydrazine gehörende Molekül (= ein Derivat des Guanidins) reagiert mit Amadori-Produkten. Es bindet sich an deren Carbonyl-Gruppen und verhindert dadurch, dass sich aus dem Amadori-Produkt Endprodukte fortgeschrittener Glykosylation bilden. So wird sie bei der Behandlung von Folgeschäden von Diabetes mellitus (Hemmung von advanced glycation endproducts, der NO-Synthase bzw. der Glykolisierung) eingesetzt.
6. Die Mitochondrien-Theorie
Der Einfluss der freien Radikale auf den Alterungsprozess gilt inzwischen als gut belegt.
Freie Radikale/FR entstehen durch schädigende Außeneinflüsse, in allererster Linie aber als Abfallprodukte der körpereigenen Energie-Gewinnung. Zunehmend in den Fokus des Interesses geraten damit jene Zellorganellen, in denen sich die Energiegewinnung abspielt: Die Mitochondrien (●).
Mitochondrien waren einst offensichtlich selbständige Kleinstlebewesen, die im Laufe der Evolution in die Zelle inkorporiert wurden und dort hauptsächlich für die Energiegewinnung genutzt werden. Dies erklärt die Tatsache, dass Mitochondrien als einzige Zellorganellen über eine eigene DNA verfügen.
Die Energiegewinnung durch die Mitochondrien erfolgt im Rahmen der sogen. Atmungskette.
Im Zuge der einzelnen Etappen der Atmungskette pumpt das Mitochondrium Protonen auf die Außenseite der Innenmembranen.
Das so entstehende elektrische und chemische Gefälle ermöglicht es der ATP-Synthetase - einem weiteren, quasi als Turbine dienendem Proteinkomplex - aus Adenosin-Diphosphat (ADP) energiereiches Adenosin-Triphosphat (ATP) herzustellen.
ATP ist gleichsam die „körpereigene Universalwährung“ für Energie.
Die Mitochondrien sind aber nicht nur die wichtigste Produktionsstelle für die Entstehung von freien Radikalen, sondern auch eine der maßgeblichen und empfindlichsten Zielorte für deren zerstörerische Wirkung.
Freie Radikale schädigen die Mitochondrien-Membran, vor allem aber die mitochondriale DNA.
Auf das Vorhandensein einer eigenen Mitochondrien-DNA habe ich bereits an früherer Stelle hingewiesen. Sie kodiert für gut ein Dutzend Proteine, die für die Funktion dieser Organellen und damit für die Energiegewinnung von Bedeutung sind.
Die Mitochondrien-DNA ist aber besonders anfällig für oxidative Schäden.
Während die chromosomale Kern-DNA über eine ganze Reihe von Enzym-Systemen verfügt, welche in der Lage sind, oxidierte DNA-Fragmente herauszuschneiden und zu ersetzen, besitzt die Mitochondrien-DNA keine solchen Reparaturenzyme. Auch fehlen ihr Histone (basische Kernproteine) (●), die das genetische Material abschirmen.
Oxidative Schäden wirken sich an den Mitochondrien also besonders dramatisch aus.
Es entsteht ein Teufelskreis:
Geschädigte Mitochondrien produzieren zunehmend weniger ATP, gleichzeitig setzen sie vermehrt freie Radikale als Abfallprodukte frei, die ihrerseits die Mitochondrien weiter schädigen.
Der Zelle steht damit zunehmend weniger Energie zur Verfügung, gleichzeitig kumulieren die durch freie Radikale induzierten Schäden:
Gewebe und Organe altern. Altern beginnt demnach mit einer zunehmenden Funktionseinbuße der Mitochondrien.
Im Sinne einer „mitochondrialen Medizin“ besteht ein weiterer Ansatz der Healthy-Aging-Medizin daher in dem gezielten Schutz dieser Zellorganellen. Propagiert wird unter anderem die Supplementierung jenes Coenzyms, das sich im Rahmen der Atmungskette als besondere Schwachstelle erwiesen hat: Das Ubichinon.
Ubichinon - auch als „Co-Enzym Q10“ bekannt - ist das zentrale Bindeglied in der Atmungskette der Mitochondrien und der bisher wirksamste bekannte Radikalen-Fänger in der Zellmembran. Da die körpereigene Ubichinon-Bio-Synthese mit steigendem Alter abnimmt, eine erhöhte Zufuhr über die Nahrung aber nur schwer zu bewerkstelligen ist, empfiehlt sich die Supplementierung der Substanz in Form von Mono- oder Kombinations-Präparaten (vgl. später Therapie)
7. Theorie der nachlassenden Reproduktion
Die Bedeutung des Telomerase-Gens
[Die Telomere sind die natürlichen einzelsträngigen Chromosomenenden - die „Endkappen“ - linearer Chromosomen. Sie sind für die Stabilität von Chromosomen wesentliche Strukturelemente der DNA. Sie besitzen einen hohen Guanin- und Thymin-Anteil, der hoch-repetitiv (oft wiederholt) ist. Bei allen Wirbeltieren findet man z.B. die Nukleotid-Sequenz TTAGGG mehr als 3000mal wiederholt. Für den Stabilisierungseffekt ist auch die gefaltete Sekundärstruktur der Telomere wichtig. Zudem sind in einigen Organismen die Telomere ein Verankerungspunkt an die Zellkernwand]
[Telomerase ist ein Enzym des Zellkerns, welches aus einem Protein-(TERT) und einem langen RNA-Anteil (TR) besteht. Dieses Enzym stellt die Endstücke der Chromosomen, die sog. Telomere, wieder her. Die Enzymaktivität der Telomerase lässt sich durch die TRAP-Methode feststellen]
Der Theorie liegt folgende Beobachtung zugrunde:
Bestimmte Zellen wie etwa die Fibroblasten, können sich in einer Kultur nur etwa 50mal teilen; dann verlieren sie die Fähigkeit zur Zellteilung.
Bei der Zellteilung wird das Telomer bei der Verteilung der Chromosomen auf die Tochterzellen von dem Apparat der Nukleoli als Anknüpfungspunkt verwendet.
Bei jeder Zellteilung verliert das Telomer einen Teil seiner Länge.
Wenn der letzte Telomerabschnitt verbraucht ist, kann keine weitere Verteilung der Chromosomen stattfinden.
Untersuchungen an Fibroblasten haben ergeben, dass ihre Verdopplungshäufigkeit umgekehrt proportional zum Alter der Spender und Spenderinnen steht, denen die Fibroblasten entnommen werden.
Das Enzym Telomerase ist in der Lage, das Telomer nach der Zellteilung wieder zu verlängern. Allerdings verfügen nicht alle Zellen über diese Fähigkeit.
Aber:
Der Einsatz dieses Enzyms zu Pro-Aging-Zwecken erscheint zurzeit jedoch nicht sinnvoll, da durch die Telomerase auch der Apoptose-Mechanismus von Tumorzellen [Apoptose = eine Form des Zelltods = ‚Selbstmord-Programm‘ einzelner biologischer Zellen] (●) inaktiviert wird und daher ein Telomeraseeinsatz karzinogene Wirkung haben kann.
Telomerase
Bleiben wir noch einen Augenblick bei der „Telomerase“, plakativ vielfach auch genannt, das „Unsterblichkeits-Enzym“!
Zellbiologen des Medical Centers in Dallas, USA, haben ein Enzym entdeckt, das den Alterungsprozess stoppen kann: die Telomerase.
Der Mensch altert und stirbt, weil sich die menschlichen Zellen nicht unbegrenzt erneuern. Im Zellkern befinden sich die Chromosomen, die die Instruktionen für alle Lebensprozesse gespeichert haben. Am Ende der Chromosomen sitzen die Telomere. Sie enthalten zwar keine genetische Codierung, aber sie überwachen, wie oft sich eine Zelle teilt. Bei jeder Zellteilung entsteht ein bestimmtes Enzym, die Telomerase. Dieses Enzym löst die Telomere nach und nach von den Chromosomen ab. Wenn alle Telomere „verbraucht“ sind, kann die Zelle sich nicht mehr teilen und stirbt.
Den amerikanischen Zellbiologen Prof. Dr. Woodring Wright und Dr. Jerry Shay (Alters- und Krebs-Forscher am Harold C. Simmons Comprehensive Cancer Center der UT Southwestern, Medical Center) ist es erstmals gelungen, das Enzym Telomerase künstlich herzustellen und die Zellen damit vor dem Verlust der Telomere und vor dem Absterben zu schützen. Im Reagenzglas gelang es, die Chromosomen-Enden mit den genetischen Informationen künstlich zu verlängern. Alternde Zellen sollen durch eine Übertragung dieses „Unsterblichkeits-Enzyms“ verjüngt werden.
Die Forscher gehen davon aus, dass man schon in 20-30 Jahren in der Lage sein könnte, die menschliche Lebensspanne zu manipulieren.
Noch ein Wort zum Thema der Telomeren:
„Steckt ein ‚Healthy-Aging‘-Stoff im Meeresfisch?“,
das ist der Titel einer neuen Studie - Untersuchung der Einwirkung von Omega-3-Fettsäuren auf die Telomeren (s. später unter Fettsäuren/EPA) -. Und es scheint so zu sein, dass ein hoher Blutspiegel ein Schutz vor zu schneller Verkürzung der Telomeren zu sein scheint. …
8. Modell der „Fehlerkatastrophe“
Das Modell bezieht sich auf unser genetisches Material (DNA/DNS ()).
Durch Brüche, Störungen, Umwelteinflüsse oder grundlegende Fehler bei der Zellteilung kann es zu kleinen Veränderungen und minimalen spontanen Mutationen des genetischen Materials kommen.
Aufgrund der nachlassenden Effektivität der Reparatursysteme im Laufe der Zeit, können die regelmäßig auftretenden Störungen des genetischen Materials immer schlechter behoben werden.
So bedingte Veränderungen des Genoms (●) führen z.B. zu immer häufiger werdenden spontanen Fehlern bei der Proteinsynthese. Vor allem bei den Enzymen des Stoffwechsels kann es zu einer nachlassenden Stoffwechselleistung, zu Substanzverlusten sowie einer reduzierten Erneuerungsfähigkeit kommen.
Von derartigen „Fehlerkatastrophen“ sind auch die abbauenden Enzyme betroffen. So kommt es, dass sich in der Zelle zunehmend „Müll“ anhäuft. Histologen beobachten so unter dem Mikroskop z.B. Anhäufungen von Fett, Eisen und anderen Abbauprodukten, wie etwa Lipofuscin oder Siderin.
Da jede Substanz über eine natürliche Halbwertzeit verfügt, sind von dieser nachlassenden Enzymleistungsfähigkeit vor allem Substanzen mit kurzer Halbwertzeit betroffen. Hierzu zählen unter anderem die kurzlebigen Überträgerstoffe des Nervensystems, Hormone und Vermittlerstoffe des Immunsystems.
Fehler im genetischen System können zu Krebs oder Wachstums-Störungen führen. Ferner führt die nachlassende Synthese von Regelsubstanzen wie Hormonen, Neurotransmittern/Botenstoffen im Immunsystem zu einer nachlassenden Regulations- und Abwehr-Funktion des Organismus.
Folgen sind:
Defizite in vielen Organen, mangelnde Kompensationsfähigkeit, geschwächtes Immunsystem, reduzierte hormonelle Regulationsfähigkeit, verlangsamte Anpassung, Regeneration und Rekonvaleszenz.
Von den Alterungs-Theorien zu realen Einflüssen auf einen jeden Alterungsprozess.
Den normalen Verschleiß- und Alterungsprozessen im Körper ist jeder Mensch im Laufe seines Lebens ausgesetzt.
Allerdings gibt es eine Reihe von äußeren Faktoren, die den natürlichen Alterungsprozess beschleunigen. Diese begünstigen die vermehrte Produktion von freien Radikalen, die in großen Mengen Körperzellen nachhaltig schädigen.
Folge:
Der Körper ist in erster Linie mit der Bekämpfung der zu zahlreichen freien Radikale beschäftigt und vernachlässigt seine natürlichen Regenerationsvorgänge.
Zu den äußeren Faktoren, die den Alterungsprozess vorantreiben, gehören zu wenig Schlaf, Bewegungsmangel, fetthaltige und vitamin-arme Ernährung, Nikotin, Alkohol und auch ein hektisches Leben - also Stress.
In der kurzen Zusammenfassung:
1. Freie (Sauerstoff-)Radikale
Freie Radikale entstehen bei allen Stoffwechselprozessen im Körper, aber auch durch äußere Einflüsse wie UV-Licht, körperliche Belastung, Nitrat, Tabak und Alkohol. Es sind aggressive Sauerstoff-Atome, die auf der Suche nach ihrem fehlenden Elektron andere Stoffe, Zellmembrane, Chromosomen oder Gewebe im Körper zerstören. In kleinen Mengen stellen freie Radikale kein Problem für den menschlichen Organismus dar, da dieser über ein zweckmäßiges System verfügt, um diese aggressiven Radikale unschädlich zu machen. In größeren Mengen ist das Reparatur-System des Körpers jedoch überlastet.
Die Folge:
Zellen sterben ab oder verändern sich so, dass Krankheiten entstehen (vgl. auch eigenes Kapitel hierzu) (können).
2. Bewegungsmangel
Sport/körperliche Aktivität stärkt das Immunsystem.
Zudem:
Ein trainierter Organismus ist leistungsfähiger und zwar auf allen Ebenen.
Wer rastet, der rostet.
Diese Lebensweisheit drückt ohne Umschweife am besten aus, was nicht nur für ältere Menschen gilt.
Bewegungsmangel wirkt ungünstig auf den Stoffwechsel und beschleunigt den körperlichen Verfall.
Mangelnde körperliche Bewegung ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Krankheiten.
Eine unschöne Folge:
Menschen, die sich nur wenig oder gar nicht bewegen, sehen oft älter aus als sie sind. Dagegen haben sich Menschen, die fit sind, gleichzeitig ein „dickes Fell“ zugelegt gegen negative äußere Einflüsse wie Stress. Wer regelmäßig trainiert - am besten in einer Ausdauersportart - fordert seinen Körper und bringt viele Körperfunktionen in einen ausgeglichenen Zustand. Sport stärkt das Immunsystem. Ein trainierter Körper arbeitet besser, das heißt, er muss weniger Energie aufwenden, um das gleiche zu erreichen wie ein untrainierter Körper. Durch den reduzierten Energieverbrauch entstehen weniger schädigende Stoffwechselprodukte im Körper. Aber:
Ein Zuviel an körperlicher Aktivität - bes. ein regelmäßiges ‚Überpowern‘ - bewirkt nicht selten das Gegenteil.
Der Körper muss seine Stoffwechselaktivität erhöhen, produziert mehr freie Radikale.
Die Folge:
Der Alterungsprozeß wird beschleunigt.
Deshalb:
Bewegung ja, aber immer in Maßen dafür aber regelmäßig!
3. Übergewicht/Fehlernährung
„Der Mensch ist, was er isst“.
Dieser Ausspruch des deutschen Dichters Ludwig Feuerbach (1804-1872) drückt treffend aus, was heute wissenschaftlich erwiesen ist:
Eine vollwertige und schadstoffarme Ernährung sorgt für einen energie-geladenen Körper, der den Ansprüchen des alltäglichen Lebens standhalten kann, ohne sofort mit Ermüdungserscheinungen kämpfen zu müssen.
Über die Nahrung nimmt der Mensch die lebensnotwendigen Substanzen wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente auf. Sie ermöglichen einen normalen Stoffwechsel.
Aber:
Enthält die Nahrung keine ausgewogene Balance zwischen diesen Substanzen, kann auch der Stoffwechsel nicht mehr reibungslos funktionieren.
Folge:
Ermüdungserscheinungen - Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Lebensfreude sind beeinträchtigt. Kombiniert mit zu wenig Bewegung nimmt der Körper schnell an Gewicht zu und Übergewicht mit allen gesundheitlichen Folgeproblemen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Diabetes und Gelenksbeschwerden droht.
4. Nikotin(konsum)
Noch immer rauchen viel zu viele Millionen Menschen in Deutschland.
Dabei ist allgemein bekannt, dass die Inhaltsstoffe von Tabak zahlreiche unerwünschte Nebenwirkungen haben:
Rauchen erhöht die Krankheitshäufigkeit und das Krankheits-Risiko!
Raucher sind 30 bis 40% öfter krank als Nichtraucher. Rauchen erhöht den Blutdruck und ist für zahlreiche Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich. Frauen sind besonders anfällig für die negativen Auswirkungen durch das Rauchen: Bereits ab der dritten Zigarette pro Tag verdoppelt sich das Herzinfarktrisiko bei Frauen und sie kommen früher in die Wechseljahre als Nichtraucherinnen.
Aber:
Rauchen ist nicht nur stark gesundheitsschädigend und insbesondere krebserregend, sondern lässt uns auch schneller altern.
Durch regelmäßiges Rauchen wird die Haut schlechter durchblutet und altert somit rascher.
Vorsicht:
Passivrauchen ist ebenso ungesund.
5. Alkohol(konsum)
Nichts gegen ein Gläschen Wein oder auch ein kleines Bier geelegentlich.
Aber zu viel und regelmäßig Alkohol ist Stress pur für die Zellen.
Der Abbau von Alkohol fordert einen erhöhten Energieeinsatz vom Körper. Dabei entstehen, wie bei allen Stoffwechselvorgängen im Körper, schädliche Zwischenprodukte - die freien Radikale -. Übermäßiger Alkoholgenuss schädigt Leber und Mitochondrien. Mitochondrien sind spezielle Zellorganellen, die in jeder Muskelzelle vorhanden sind. Sie verbrennen die Nährstoffe und erzeugen somit Energie, um Bewegungen durchzuführen - ein ähnlicher Vorgang wie das Verbrennen von Benzin in einem Motor; sie werden daher auch vielfach als „Kraftwerke unserer Zellen“ bezeichnet!
Bei Alkohol-Konsum und bes. bei chronischem und/oder überhöhtem konzentrieren sie den körperlichen Aktivitäten auf die Reparatur der Schäden und können so nicht ihre reguläre Stoffwechselaktivität ausführen. Das beschleunigt den Altersprozess und erhöht das Risiko, an altersbedingten Leiden zu erkranken.
6. Sonne
Sonne macht glücklich und schön.
Aber:
Zuviel des Guten wirkt schädlich.
Besonders schädigend sind zu viele intensive Sonnenstrahlen für die Haut. Sie beschleunigen die Hautalterung, es entstehen Falten und braune Pigmentflecken, sogen. Altersflecken. Zudem ist der Körper nach einem zu langen Sonnenbad mit der Reparatur der geschädigten Zellen beschäftigt. Bei den Reparaturvorgängen entstehen erneut und vermehrt schädigende Abfallprodukte - die freien Radikale -. Die normalen Regenerationsprozesse des Körpers werden in dieser Zeit vernachlässigt.
Und:
Nicht alle durch das lange Sonnenbad geschädigten Zellen lassen sich reparieren!
Sie sterben ab oder lösen - im schlimmsten Fall - gefährlichen Hautkrebs aus.
7. Stress
Auch der alltägliche Stress (●) ist nicht ohne Risiko.
Stress kann krankmachen - und macht es auch definitiv! - und nachweislich die Lebenserwartung verkürzen.
Und:
Stress stört unsere Innere Uhr(en)!
[bitte weiterer Infos hierzu nachlesen im nächsten Kapitel]
Bei Stress werden die Stresshormone Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet.
Die Folge:
Die Muskeln können sich nicht entspannen, Pulsfrequenz und Blutdruck bleiben erhöht.
Dauerhaft hat dieser Zustand in Kombination mit der falschen Ernährung nachhaltige Folgen für die Gesundheit: Fette und Zucker-haltige Nahrung werden unter Stress nur schlecht in Energie umgewandelt und stattdessen in den körpereigenen Depots verstaut.
Ein Ergebnis dieses ungesunden Lebensstils ist schließlich nicht zu übersehen: Übergewicht. Auf Dauer kann dies ein Auslöser für ernsthafte Erkrankungen sein, z.B. des Herz-Kreislauf-Systems.
Aber nicht nur die sogen. „Stress-Hormone“ geraten aus den Fugen. Wissenschaftlich gesichert ist heute, dass Stress - zumal der sogen. Distress (●) - zu nachhaltigen Schieflagen mit Dysfunktionen und Dysregulationen im Hormonverbundsystem „Hypothalamus, Hypophysen-Vorderlappen, Schilddrüse, Nebennierenrinde, Gonaden“ - der sogen. „Hormonellen Stress-Achse“ führt.
Dies dann wiederum mit einer beschleunigten Zellalterung!
Im Gegenzug soll aber auch eine Positivum hinsichtlich einer Optimierung von Alterungsprozessen - neben regelmäßiger Bewegung/ körperlichen Aktivitäten mit Abhärtung, „gesunder“ Ernährung und kontrolliertem Umgang mit Genussmitteln - hier festgehalten sein; das sind die
8. Antioxidantien
Heute ist unstrittig:
Antioxidantien (Radikalenfänger) haben einen positiven Einfluss auf den Alterungsprozeß!
Sie bekämpfen freie Radikale, die Körperzellen nachhaltig schädigen und so für Alterungsprozesse und Krankheiten sorgen.
Antioxidantien schützen die Körperzellen, indem sie die schädliche Wirkung freier Radikaler verhindern. Sie können sogar bestimmten Arten von Krebs vorbeugen, da sie die Bildung von krebserregenden Substanzen im Körper blockieren. Die wichtigsten Radikalenfänger sind die Vitamine C, D, E und beta-Carotin, Vitalstoffe wie Selen, Zink, Kupfer, Molybdän, Mangan, ferner reduziertes Glutathion und die Aminosäuren L-Cystein, L-Methionin und Taurin; dazu zahlreiche Sekundäre Pflanzenstoffe (SPS) [hierunter besonders die Bio-Flavonoide und dabei die OPC’s (Oligomere Proanthocyanidine) und die Resveratrole, sowie die Piperine im Schwarzen Pfeffer]; dazu alpha-Liponsäure sowie I3C (Indol-3-Carbinol; hat Schutzwirkung vor DNA-Zerstörung) und dazu als unverzichtbare Energie-Quellen: L-Carnitin und Ubiquinon/Coenzym Q10.
Eine antioxidative Ernährung wirkt den Schädigungen entgegen, die freie Radikale den Körperzellen zufügen. Unsere Nahrung enthält jedoch nur selten ausreichend Antioxidantien, um einen optimalen Schutz zu gewährleisten. Daher können Nahrungsergänzungsmittel in vielen Fällen sinnvoll sein.
Besonders ältere/älter-werdende Menschen, Sportler und chronisch Kranke haben einen größeren Antioxidantien-Mangel bzw. -Bedarf.
Aber auch fettreiche und einseitige Ernährung, Stress, Rauchen, Alkohol, Sonneneinstrahlung, körperliche Anstrengung und Umwelt-Belastungen/-Gifte erhöhen den Bedarf an Radikalfängern.
Fakt ist aber allemal:
Dies alles sind natürliche Alter(ung)sprozesse, aber …
keine Krankheiten!
Dies zeigt sich insbesondere auch - vielmals recht gravierend - in den Tätigkeiten (bzw. den verminderten) der verschiedenen Hormondrüsen und hormonellen Systemen - den sogen. „Hormon-Achsen“ - unseres Organismus. Eine der wichtigsten Aufgaben dieser Hormonsysteme ist es, sämtliche Zell-, Organ- und Gewebe-Funktionen nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern dies noch in einem ständigen Fließgleichgewicht von „Verbrauch + Angebot“, der „Homöostase“ = „Stady state“ (●) was auch heißt, dass - gerade in den Zeiten der Wechseljahre und des Älterwerdens - diese Hormonproduktion sogar angeheizt und hochgefahren werden muss (müsste).
Zur schnellen Information:
Folgende Funktionen sind gestört bzw. laufen vermindert ab:
● Stoffwechselprozesse
● Verdauungssystem
● Säure-Basen-Haushalt
● Entgiftungsfunktionen
●Energie-Haushalt
● Durchblutung bzw. Elastizität und Permeabilität der Gefäße
● Hormonsystem(e)
● Gehirnleistungen
● Muskelmasse und -funktionen
● Hautfunktion
● Immunabwehr-System(e)
Dabei darf natürlich nicht übersehen werden, dass alle diese Prozesse, Mechanismen und Funktionen sehr eng und vielfachst mit- und untereinander verzahnt sind, also wie beim Uhrwerk „Rädchen-in-Rädchen“ ablaufen. Fehler und zwar sogen. „hausgemachte“ (Ernährung, Genussmittel, Bewegung, Abhärtung, Stress, Lebensrhythmus usw.) und „fremd-verschuldete“ (Schadstoffe, Gifte, Smog, Krankheiten, Operationen, Medikamente usw.) - weit überwiegend handelt es sich um einen Aufschaukel-Summationseffekt! - potenzieren sich dann letztlich zum Gesamt(schadens)ausmaß.
Zur schnellen Information noch in knappen Form die ...
„Hitliste“
der klassischen und alters-assoziierten Krankheiten
Arteriosklerose
Arthrosen
Lungen-Emphysem [Blählunge]
Diabetes mellitus (Typ-2)
Abbau von Muskelmasse [Sarkopenie]
Alterskrebs-Erkrankungen
Prostataleiden
Hirnfunktionsstörungen und Demenzielle Syndrome
Altersstar-Krankheit (grüner und grauer Star) und Makula-Degeneration
Schwerhörigkeit
Mit zunehmendem Alter steigen die gesundheitlichen Risiken - u.a. Herz-Kreislauf-Gefäße, Atemwege und Verdauungsorgane, Stoffwechsel und Nieren - beträchtlich an.
Und nicht zuletzt für eine Krebs-Erkrankung!
In der Übersicht:
Daran sterben die Deutschen...
● Herz-Kreislauf-Gefäß-Erkrankungen ca. 49,5%
[u.a. Herzinfarkt und Schlaganfall, Embolien]
● Krebserkrankungen/Leukämien ca. 27,6%
● Unfall mit Todesfolge ca. 4,0%
● alle sonstigen Ursachen ca. 18,9%
Alter bzw. älter werden und Altsein ist (s. auch o. gen. Anmerkungen) ist hinsichtlich von „Verschleiß“ heute klar definiert durch gesicherte Parameter:
Die „11 Parameter“ zur Definition von
Vitalität und Biologischem Alter
Ausgangssituation:
Es ist eine unumstößliche Tatsache, dass Menschen unterschiedlich schnell und intensiv altern.
Während die einen jünger erscheinen, wirken andere älter als ihr tatsächliches chronologisches/chronobiologisches Alter.
Während einerseits Gene die Unterschiede des menschlichen Alters bestimmen, ist es andererseits bekannt, dass äußere Einflüsse auch eine entscheidende Rolle spielen.
1. Anthropomorphie des Körpers
[Anthropomorphismus bedeutet das Zuschreiben menschlicher Eigenschaften gegenüber Tieren, Göttern, Naturgewalten und Ähnlichem (Vermenschlichung)]
Sowohl BMI (Body-Mass-Index) als auch Taillenumfang wie WRH (Waist-Hipp-Ratio/Taillen-Hüft-Quotient) bei Frauen und Männern nehmen altersabhängig langsam zu.
2. Körperkomposition
Mit zunehmendem Alter Wechsel von Muskel- zur Fettmasse und zunehmende Dehydratation (Austrocknung).
3. Kreislauf-Parameter
Blutdruck und Puls steigen kontinuierlich an bedingt durch Verminderung der Herzauswurfleistung in Ruhe durch Anstieg des Rechtsherz-Drucks, Erhöhung des Flusswiderstandes und eine höhere Katecholamin-Antwort (●). Der „Herz-Index“ (●) verschlechtert sich, ebenso der reale Durchfluss und die periphere Durchblutung.
4. Nierenfunktion
Glomerulosklerose und Verdickung der Basalmembran bedingen eine abfallende ‚Kreatinin-Clearance’ (●) vom 40. Lebensjahr an. Es droht die Gefahr einer chronischen Nieren-Insuffizienz.
5. Knochenmasse
Anstieg von Parathormon, abfallende Konzentration der aktiven Vit.-D-Form und verminderte Aufnahme von Calcium sowie höhere Osteoklasten-Aktivität (auf Grund abfallender Östradiol-, Testosteron und DHEA-Synthese) be-dingen eine Minderung der Knochenmasse und Veränderungen an der Mikrostruktur der Knochenbälkchen.
6. Haut-Tophik
Faltenbildung, Hautatrophie, Sebostase, verlangsamtes Wachstum der Nägel, Verlängerung der Wundheilung um ca. bis 20% pro Lebensdekade sind typische Parameter.
7. Lungenfunktion
Bedingt durch Verminderung von Muskelkraft, Abnahme der Lungen-Elastizität und Rückgang des Einatemvolumens verändern sich die Lungenwerte.
8. Muskelfunktion + Muskelmasse
Abnahme von Muskel-Eiweiß, Mitochondrien, Rückgang wichtiger muskulo-anaboler Faktoren wie Wachstumshormon, Testosteron, DHEA, führen zu einer Minderung von Geschwindigkeit und Kraft + der Muskelmasse mit gleichzeitigem Umbau zu Fettmasse. Ferner vermindertes Ansprechen der Muskulatur auch Acetylcholin und elektrische Reize.
9. Zentralnervensystem-Parameter
Verlust von Neurotransmittern und Degeneration von Neuronen und Axonen bedingen eine nachlassende Gehirnfunktion.
10. Endokrine (hormonelle) Veränderungen
Es finden sich mit zunehmendem Alter generelle Hormon-Synthese-Minderungen (einschl. der sogen. ‚Biogenen Aminen’ (●)): FSH (Frau), LH (Mann); Testosteron gesamt und frei, SHBG (Sexual-Hormon-Bindendes-Globulin), Östradiol, DHEAS, Cortisol, IGF-1 (Insulin-like-Growth-Factor) und dessen Bindungsprotein ‚IGF-BP3’, Insulin, Melatonin.
11. Allgemeine Gesundheits-Risiken
Fettstoffwechsel, Diabetes Typ-2, Herz- und Gefäßerkrankungen, Lungen-Krankheiten, Stoffwechselerkrankungen, Nierenleiden, Gerinnungs-Störungen, Immundefizite, Infektanfälligkeit, Mangel an Vitalstoffen, Krebserkrankung u.a.m…
[Quelle: Anti-Aging news; Heft 02/2002]
Heute gibt es acht Erklärungsansätze und -modelle, warum wir eigentlich altern (vgl. vorne).
Als am wissenschaftlich gesichertsten gelten dabei die „Theorie der Freien Radikale“ und die „Hormon-Theorie“.
Mit zunehmender Bedeutung die „Theorie der nachlassenden Re-Produktion“ (Gen-Theorie/Telomerase-Modell).
Aber auch die anderen Theorien haben in Teilen berechtigte Ansätze zur Erklärung der Alterungsprozesse.
Zum Thema zurück:
Schritt-für-Schritt und Punkt-für-Punkt will ich Ihnen in knapper Form (mit so wenig ‚Fachchinesisch’ wie möglich) diese wichtigen Veränderungen erklären; denn nur und einzig auf diesem „Wissensfundament“ kann dann überhaupt erst die Wichtigkeit des
„Vital, Fit und Gesund in’s und im Alter“
erkannt werden und die Bedeutung und auch Notwendigkeit solcher gegensteuernden Maßnahmen eingesehen und verstanden werden!
Bereits an dieser Stelle:
Machen Sie für Sich das Beste
bzw. das jeweils Bestmögliche daraus!
Bei allem, das SIE tun oder tun sollten bzw. eigentlich müssten:
Das heißt in aller Konsequenz immer für Jedermann/-frau:
Heute ist...
…der 1. Tag - vom Rest Ihres Lebens -:
Nutzen Sie „ihn“!
Also:
Mit Elan und Ausdauer und mit Herz und Verstand
aktiv gegensteuern und das nur einmalige Kapital,
die „Lebenszeit“, nutzen!
Lebenszeit ist das „einmalige Kapital“, das uns bereits mit der Zeugung mit auf den Lebensweg gegeben wurde. Niemand von uns ist in der Lage, das ‚Volumen dieses Kapitals‘ zu benennen. Das Einzige, was wir wissen ist, dass dieses Kapital von Tag-zu-Tag stetig und unaufhaltsam weniger wird.
Dieses ‚Nichtwissen‘ über die uns noch verbliebene und verbleibende darf uns aber nicht in Angst und Schrecken und in tiefe Resignation versetzen, sondern und vielmehr muss es für alle heißen - jeder nach seinen Möglichkeiten - die Chance zu ergreifen und „einen aktiven Beitrag für eine bestmögliche Gesundheit“ zu leisten und somit für sich abzusichern die optimale Lebensqualität und Lebensfreude!
Von Hormonen ... und den „Wechseljahren“
Das gesamte Hormon-Verbundsystem - mit den einzelnen Hormon-Drüsen bzw. Hormonsynthese-Orten und allen Hormon-Achsen - ist mit steigendem Alter insgesamt im Umbruch; einmal mehr die eine „Hormon-Schiene“ oder das andere „Hormon-Verbundsystem“ oder dann wieder nur ein einiges Organ.
Fakt und Resultat ist immer wieder:
Das gesamte Hormonsystem ist nicht nur im Umbruch, sondern vielmals aus dem Takt!
Die wichtigsten - so beschreiben es die Kollegen Prof. Dr. Armin Heufelder (Internist, Endokrinologe, Präventivmediziner, München) und Priv.-Doz. Dr. med., Dipl.-Chem. Wilfried P. Bieger (Spezialgebiete: Patho-Physiologie und spezielle Labordiagnostik - insbes. Neuroendokrinologie -, München) in Ihrem Skript „Endokrinologie des Alter(n)s“ bereits im Januar 1999 zutreffend -, dem Alterungsprozeß unterworfenen Hormon-Systeme umfassen einmal die „somatotrope Achse“, dann die „gonadotrope Achse“, ferner die „Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse“ und zudem die „Knochen-Vitamin D-Calcium-Phosphor-Achse“, die „Schilddrüse und Neben-Schilddrüse“ und die „Insulin-Bildung und -Wirkung“.
Dies sind sozusagen die ‚klassischen Hormonsysteme‘.
Hinzu kommen noch die ‚nicht-klassischen Hormonsysteme‘ wie die Zirbeldrüse (Pinealorgan), die Haut und ihre Anhangsgebilde (Haarwurzeln, Haare, Schweißdrüsen) und nicht zu vergessen das „Herz-Kreislauf-Gefäß-System“ und ganz wichtig auch die „antioxidalen Schutzsysteme“ und die „DNA-RNA-Schutzsysteme“ unseres Organismus.
Bevor wir uns eingehender mit den wichtigen hormonellen Veränderungen auseinandersetzen, noch einmal zurück zu wichtigen molekularen und zellulären Mechanismen beim Älterwerden bzw. Altern.
Neben den nachlassenden Hormonwirkungen sind - wie oben bereits kurz angedeutet - noch weitere Faktoren von Bedeutung für den Ablauf des Alterungsprozesses. Auch dieses muss hier bereits festgehalten sein:
„Alt ist nicht gleich Alt“!
Was nichts anderes heißen soll als:
„Altsein heißt nicht (immer und unbedingt):
Sich alt fühlen!“
So finden sich bei vielen älteren Menschen in deren Innenleben Funktionen und Zustände, wie man sie eigentlich bei wesentlich jüngeren Personen erwartet (und erwarten kann) und umgekehrt finden sich schon bei Menschen in jüngeren und mittleren Altersstufen solche Aufbrauch- und Verschleißerscheinungen, die man eigentlich erst viele Jahre später erwarten sollte!
Zum einen sicherlich individuell den „Genen“ zuzuschreiben, zum anderen aber auch und besonders der Lebensweise.
Wichtige „Beschleuniger“ für den Alterungsprozeß sind unzählige Schadstoffe und Gifte, von außen - also in unserer Umwelt - auf uns einwirkend und dann aber auch die Heerschar von innen stammender Schad- und Schlackenstoffe, von Abbauprodukten und nicht zuletzt auch von Stoffwechselgiften (hier sollten Sie zuerst einmal an das gestörte gesamte Verdauungssystem - vom Mund bis zum Darmausgang und dazu die an der Verdauung beteiligten Drüsen und Organe - denken) und außerdem die fehlerhafte bis falsche Ernährung, der vielmals übermäßige und unkontrollierte Umgang mit Genussmitteln jeder Couleur und zudem die zunehmende Bewegungsarmut.
Ihnen allen ist die Endauswirkung als Summationseffekt gemeinsam:
Unser Organismus wird mit „Säuren“ nachgerade überflutet und traktiert, unsere Entgiftungs- und Entschlackungssysteme - die im Alter per se im Leistungsvermögen nachlassen - werden immer weiter und stärker überfordert und gleichzeitig schwächer.
Das gilt ebenso für unser gesamtes Immunabwehrsystem - eigentlich sind es ja mehrere Systeme: die eigentlichen Immunorgane, das Darm-assoziierte Immunsystem (GALT), das psychische und das neuro-mentale Immunsystem - und auch und besonders im Hinblick auf die Abwehr von Freien Radikalen/Oxidativem Stress. Gerade diese verfügen über schädigende und schädliche Wirkungen auf die Zell-Membranen, die Mitochondrien (d.s. spezifische Zellorganellen, in denen das genetische Material enthalten ist) und dies führt dann zu Schädigungen der Erbsubstanz und dann - wenn auch noch die entsprechenden Reparaturmechanismen nicht mehr voll funktionstüchtig sind - letztlich zu Mutationen von Zellen (Mutation = Veränderungen des genetischen Materials; betroffen sein können sowohl somatische Zellen oder auch Keimzellen).
Folgen hiervon können u.a. sein, die Entstehung von Krebs, aber auch ein sehr schneller Alterungsprozeß ganz allgemein.
Alle diese Prozesse und dazu die schädigende Wirkung der „freien Sauerstoffradikalen“ (= reaktive Sauerstoffverbindungen) - dies im Zusammenspiel z.B. mit den nicht ausreichend entsorgten Schlackenstoffen und Stoffwechselendprodukten - führen zu einem schnelleren Alterungsprozess (und weiteren gesundheitlichen Schädigungen und Risiken) und sogar zu einem unaufhaltsamem und vielmals regelrecht vorprogrammiertem „Zelltod“ oder dem
„Zell- und Organ-Super-GAU“!
Dieses „Vorwort“ erklärt dann auch schon, warum es so wichtig ist - und dies so frühzeitig wie notwendig und so umfassend wie möglich -, für das Älterwerden und Altern selbst aktiv zu werden und dies kann sich nicht auf die Einnahme von einem oder mehrerer „Mittel“ beschränken, so wichtig die auch immer - aber immer nur als „Teil des Ganzen“! - sind.
Bleibt mir nur die Definition des Fachwortes „Hormon(e)“:
Hormone sind Signal- und Boten-Moleküle, die der Regulation der verschiedenen Körperfunktionen dienen. Sie können von hormon-bildenden Zellen in das umliegende Gewebe (parakrine Sekretion) oder in die Blutgefäße abgegeben werden (endokrine Sekretion).
Nun zur Wirkung (hier ganz generell):
Die Wirkung von Hormonen entsteht durch ihre Bindung an Rezeptoren, die sich entweder in der Membran oder im Zytoplasma der Zelle befinden. Nach Interaktion mit dem Zielmolekül wird danach innerhalb der Zelle eine Signalkaskade unter Einbeziehung verschiedener weiterer Botenstoffe, sog. Intrazellulär-Transmitter, z.B. Second und Third Messenger, ausgelöst.
Die Hormonausschüttung unterliegt teils komplizierten Regulations-Mechanismen auf molekularer Ebene, die in komplexe Regelkreise eingebettet und nicht selten in Form einer antagonistischen Redundanz organisiert sind. Hormone haben eine zeitliche begrenzte Wirkung (Halbwertszeit) z.B. durch Abbau in Zielgeweben.
Die Bildung von Hormonen:
Der menschliche Körper ist in der Lage, Hormone in einzelnen, verstreut (disseminiert) liegenden Zellen oder in Hormon-bildenden Geweben, den endokrinen Drüsen, zu bilden.
Zu diesen Drüsen gehören:
a) Hirnanhangdrüse (Hypophyse)
b) Schilddrüse (Glandula Thyreoidea)
c) Neben- oder Beischilddrüse(n) (Glandulae Parathyreoideae)
d) Nebennieren (Glandulae suprarenales)
e) Bauchspeicheldrüse (Pancreas)
f) Hoden (Testes) (Mann) bzw. Eierstock (Ovar) (Frau)
Aber auch viele andere Gewebe, etwa des Herzens und des Gastro-Intestinal-Traktes sind in der Lage, Hormone (z.B. Brain natriuretic Peptide/Natriuretisches Peptid/BNP, Atriales Natriuretisches Peptid/ANP und Inkretine) zu sezernieren, die dann teilweise auch als Gewebshormone dienen.
Hormone in der raschen Übersicht:
1. Eicosanoide
[= Gewebemediatoren (Lokal-Hormone), die an einer Reihe von physiologischen und pathologischen Prozessen beteiligt sind. Dazu gehören Blutgerinnung, Vasodilatation, Entzündungsregulation sowie eine Reihe anderer Prozesse]
Dazu zählen: Leukotriene, Prostaglandine, Prostazykline, Thromboxane
2. Glycoproteinhormone
[= Peptidhormone, deren Proteinketten Heteroglykan-Reste enthalten. Letztere bestehen insbesondere aus den Zuckern Fruktose, Fucose, Galaktose, Mannose, Galactosamin, Glucosamin und Sialinsäure. – Alle Glykoprotein-Hormone sind glandotrope Hormone, die ihrerseits die Aktivität anderer endokrine Drüsen steuern. Die Beta-Untereinheit bindet dafür an einen hormonspezifischen heptahelikalen G-Protein-gekoppelten Rezeptor, der dann auf dem Wege über Cyclo-AMP als Second Messenger die jeweilige Wirkung auslöst]
Dazu zählen: FSH (Follikel-Stimulierendes Hormon), beta-HCG (Humanes Chorion-Gonadotropin), HMG (Humanes Menopausen-Gonadotropin), LH (Luteinisierendes Hormon), Thyreostimulin (TSH 2), Thyrotropin (TSH 1)
3. Katecholamine
[= „Aminosäuren-Derivate = Gruppe der biogenen Amine Noradrenalin und Dopamin (primäre Katecholamine) sowie Adrenalin und deren Derivate (sekundäre Katecholamine).
Die Biosynthese der Katecholamine findet in den Nebennieren, im Zentralen Nervensystem (u.a. Substantia nigra) und in den Varikositäten der post-ganglionären sympathischen Fasern statt. Ausgangssubstanz ist die Aminosäure Tyrosin. Sie wird zunächst durch das Enzym Tyrosinhydroxylase zu Levodopa umgewandelt. Im nächsten Schritt entsteht aus Dopa mithilfe der Aromatische-L-Aminosäure-Decarboxylase (AADC) Dopamin. In einem weiteren Schritt kann Dopamin mit Hilfe der Dopaminhydroxylase zu Noradrenalin hydroxyliert werden. Die Phenylethanolamin-N-Methyltransferase (PNMTase) katalysiert den optionalen letzten Schritt, die Methylierung von Noradrenalin zu Adrenalin * Der Abbau von Katecholaminen wird über das Enzym Monoaminooxidase (MAO) reguliert. Die Ausscheidung der aus dem Nebennierenmark und aus dem Nervensystem freigesetzten Katecholamine erfolgt zu etwa 1% renal. 80–85% der Katecholamine werden als Vanillinmandelsäure, etwa 15% als Metanephrine ausgeschieden]
Dazu zählen: Adrenalin, Noradrenalin + Dopamin, sowie Metanephrin und Nor-Metanephrin = natürlich vorkommende Katecholamine + als synthetische (= chemisch definierte) Katecholamine: Isoprenalin, Dobutamin, Dopexamin.
4. Weitere Aminosäuren-Derivat-Hormone
[außer den bereits genannten Katecholaminen zählen in diese Gruppe a) die Schilddrüsen-Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) sowie die Jodo-Thyronine, die Jodo-Thyro-Acetate + die Thyronamine, dann b) Serotonin und Melatonin, ferner c) als „Peptid-Hormone“ Adiponectin, Antidiuretisches Hormon (ADH, Vasopressin), Adrenomedullin, Agouti-Related-Peptide (AGRP), Angiotensin II, Atriales Natriuretisches Peptid (ANP), Bombesin, Calcitonin, Cholezystokinin (CCK), Amphetamin-Reguliertes Transkript (CART), Cortico-Releasing-Hormone (CRH), Enteroglucagon, Erythropoetin (EPO), Fibroblasten-Wachstums-Faktoren (FGF), Gastrin, Ghrelin, Growth-Hormone-Releasing Hormone (GHRH), Gastro-Inhibitorisches Peptid (GIP), Glucagon, Gonadotropin Releasing Hormone (GnRH), Hepcidin, Human Growth Hormone (HGH, GH, STH), Homeostatic Thymus Hormone (HTH), Insulin-like-Growth-Factor (IGF) 1 + 2, Inhibin, Insulin, Leptin, Melanin-Concentrating-Hormone (MCH), Melatonin, Neuropeptid Y (NPY), Motilin, Natriuretisches Peptid Typ B (BNP) und C (CNP), Neurotensin, Parathormon (PTH), Omentin, Osteocalcin, Oxytoxin, Pankreatisches Polypeptid (PP), Perptid YY (PYY), Prolactin (PRL), Pro-Opio-Melanocortin-Derivate {alpha-MSH, beta-MSH, gamma-MSH, CLIP, Endorphine, Enkephaline, Corticvotropin (ACTH), LPH}, Relaxin, Resistin, Sekretin, Somatostatin, Substanz P, Thymosine {Thymosin-alpha-1 + -beta-4}, Thymulin, Thyreo-Releasing-Hormone (TRH), Vaso-Aktives Intestinal-Peptid (VIP), Vaspin, Visfatin; ferner d) Steroid-Hormone: Aldosteron, Androstendion, Corticosteron, Cortisol, Dehydrotestosteron (DHT), Dehydro-Androsteron (DHEA), Östradiol (E2, E3), Progesteron, Testosteron, dann e) steroid-ähnliche Hormone: 1,25-Dihydroxycholecalciferol, Cholecalciferol; weiter f) sonstige Hormone: Zytokine und weitere ‚Lokal-Hormone‘ und zuletzt g) hormon-ähnliche Substanzen wie Renin.
{dies lediglich zur Information gedacht}
Nun ist es aber nicht einfach so, dass irgendein Hormon mit seiner Wirkung - quasi im Selbstauftrag bzw. Alleingang - schalten und walten kann nach eigenem Gusto.
Weit gefehlt.
Dafür zuständig sind die sogen. Rückkoppelungsmechanismen oder „Feedback-Mechanismen“.
Unter Rückkoppelung (dies gilt ganz generell und nicht nur für Hormone und Hormonsysteme) [engl. feedback] sind Mechanismen zu verstehen, bei denen ein Teil der Ausgangsgröße direkt oder in modifizierter Form auf den Eingang des Systems zurückgeführt wird.
An einem Beispiel soll auch der „Feedback-Mechanismus“ oder auch Rückkoppelungs-Mechanismus der Hormone skizziert sein. Und als Beispiel für eine „hormonelle Regulation“:
Der „Feedback-Mechanismus“
am Beispiel der Glukokortikoide der Nebennierenrinde
Hormone werden selber entweder …
1. durch Regelkreise (Rückkopplung, feedbacksystem; in der hypothalamisch-hypophysären-thyreotrophen Achse zum Beispiel unterdrückt das Endprodukt Schilddrüsenhormon [Trijodthyronin] die Bildung des TRH im Hypothalamus und des Thyreotropins aus der Hypophyse) gesteuert.
Die Freisetzung der meisten Hormone wird durch negative Rückkopplungen gesteuert, wie beispielsweise die der Glukokortikoide der Nebennierenrinde. Der Hypothalamus setzt das Corticotropin-Releasing-Hormone (CRH) frei, das in der Hypophyse die Freisetzung des Adrenocorticotrophen Hormons (ACTH) stimuliert. Dieses stimuliert in der Nebennierenrinde die Bildung und Freisetzung von Kortisol und anderen Glukokortikoiden. Über das Blutsystem in das Gehirn und dort in die Hypophyse gebracht unterdrückt Kortisol andererseits die Bildung und Freisetzung von CRH und ACTH, wodurch die Kortisol-Bildung wieder aussetzt bzw. die weitere Bildung (Synthese) blockiert wird.
Oder
2. Durch das autonome Nervensystem
Sowie
3. Durch nicht-hormonelle chemische Botenstoffe wie zum Beispiel die Kalzium- oder die Glukose-Konzentration im Blut …
reguliert.
Ein weiterer Regelkreis ist der der Schilddrüse, der „Thyreotrope Regelkreis“.
Nebenbei:
Regelkreise sind nicht einzig beschränkt auf das Hormonsystem. Ein Beispiel aus der psychischen Ebene ist so der Regelkreis - hier spricht man von „Anpassung“ - „Angst und Stress“!
An dieser Stelle wird es Zeit, dass wir uns etwas eingehender mit „Hormonen“ beschäftigen.
Nicht speziell-spezifisch, also „en detail“, sondern allgemein und generell, also „en bloc“.
Was ist unter „Hormon“ zu verstehen?
Zuerst einmal steht „Hormon“ für einen biochemischen Prozess. Der Name ‚Hormon‘ stammt aus dem Griech. Und bedeutet ‚antreiben‘.
Hormone sind chemische Substanzen, die in unserem Körper Abläufe anregen und steuern. Sie beeinflussen so unterschiedliche Prozesse wie das Wachstum, die Fortpflanzung und die Entwicklung der sexuellen Merkmale. Hormone werden von bestimmten Drüsen produziert und verteilen sich im ganzen Körper. Bereits winzige Mengen eines Hormons können starke Reaktionen auslösen. Ist die körpereigene Produktion eines Hormons zu gering oder erhöht, spricht man von hormonellen Störungen. Diese können beispielsweise die Schilddrüse oder Bauchspeicheldrüse betreffen.
Hormone übermitteln innerhalb eines Lebewesens Informationen von einem Organ zum anderen oder von einem Gewebe zum anderen, ähnlich wie es auch Nerven tun. Im Vergleich erreichen die durch Nerven vermittelten Informationen sehr schnell ihr Zielorgan, während der Informationsfluss durch Hormone vergleichsweise langsam von statten geht. Dabei sind die Zeiträume von der Hormonausschüttung bis zur Hormonwirkung je nach Hormon sehr unterschiedlich, einige Hormone wirken sehr schnell (z.B. Adrenalin), während die Wirkung von anderen Hormonen wie z.B. Steroidhormonen erst nach Stunden einsetzt.
Hormone werden von speziellen hormonproduzierenden Zellen gebildet: Diese finden sich in Drüsen, in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), der Zirbeldrüse, der Schilddrüse, der Nebenniere, den Langerhans’schen Inselzellen der Bauchspeicheldrüse. Einige Hormone werden auch von Nervenzellen gebildet, diese nennt man Neurohormone oder Neuro-Peptide oder Neuro-Transmitter oder auch Nerven-Botenstoffe. Hormone des Magen/Darm-Traktes finden sich verteilt in den Krypten. Zudem werden in der Leber Vorstufen des Angiotensins gebildet. Geschlechts-Hormone werden von spezialisierten Zellen der weiblichen oder männlichen Geschlechtsorgane gebildet: Theca- und Granulosa-Zellen bei der Frau und Leydig-Zellen beim Mann.
Charakteristisch für die hormonproduzierenden Zellen sind Enzyme, die nur in diesen Zellen vorkommen. Die Freisetzung der Hormone ist individuell für jedes Hormon geregelt. Häufig werden Hormone in der Zelle gespeichert und nach Stimulation durch einen Freisetzungsstimulus freigesetzt. Die Freisetzungsstimuli können Freisetzungshormone (Releasing-Hormone) sein, Liberine (●).
Zurück zu den Hormonen:
Es handelt sich dabei um „physiologische“ (= zum normalen Funktionieren erforderliche) Wirkstoffe, die zumeist in anatomisch abgegrenzten und speziellen Strukturen des Organismus - den sogen. „endokrinen Organen“ - produziert werden und die über das Blut oder den Lymphweg die eigentlichen Erfolgs- oder Wirkorgane erreichen und die bereits in sehr geringer Konzentration deren Stoffwechsel in typischer = charakteristischer = hormonspezifischer Weise beeinflussen. Hormone stellen somit „Botenstoffe“ dar.
Nach biochemischen Kriterien unterscheidet man im menschlichen Organismus zwischen:
Steroid-Hormone
Dazu gehören die Östrogene, Gestagene, Androgene, die Gluko- und Mineralo-Kortikoide, das Colecalciferol [= das natürliche Vitamin D3!] und dessen Abkömmlinge.
Die Biosynthese [= die körpereigene Bildung] wird vom „Hypothalamus-Hypophysen-System“ kontrolliert, wobei sowohl eine positive (= der „Hohlweg-Effekt“ - s. unten) als auch negative Rückkoppelung zu beachten ist. Die Wirkung der Steroidhormone wird an den Erfolgs- = Ziel-Organen über „Hormonrezeptoren“ (d.s. Relais- oder Koppelungsstellen) vermittelt. In der Leber werden diese Hormone zunächst „inaktiviert“ und in eine wasserlösliche Form überführt; die Ausscheidung erfolgt zu 30-60% über die Nieren, weitere 10% über den Darm und der Rest wird über den „Leber-Darm-Kreislauf“ (daher ist es und gerade im zunehmenden Alter so wichtig, dass der gesamte Verdauungstrakt möglichst optimal funktioniert, dazu später mehr) rückresorbiert; bleibt also erhalten.
„Hohlweg-Effekt“
[nach dem Berliner Endokrinologen W. Hohlweg: = ein ‚Rebound-Effekt‘, einer durch Östrogen-Stoß provozierbarer Freisetzung von LH (= Luteinisierendes Hormon), die auf Rückkoppelung beruht und die durch das Hypophysen-Zwischenhirn-System ausgelöst und von Ovulation (= Eisprung) und Gelbkörperbildung gefolgt wird.]
Polypeptid- oder Proteo-Hormone
Dazu gehören die im Hypothalamus (= zentralnervöse Region als Teil des Zwischenhirns) gebildeten „Releasing-Hormone“ (s.u.), Oxytocin (Oxytoxin), Vasopressin (= Antidiuretisches Hormon ADH); die in der Hypophyse gebildeten Hormone - im HVL (Hypophysenvorderlappen) sechs Proteo-Hormone und zwar die Gonadotropine „Follikel-Stimulierendes Hormon FSH“ und „Luteinisierendes Hormon LH“, das „Thyreotrope Hormon TSH“ (vgl. bei Schilddrüse, unten), das „Adrenocorticotrope Hormon ACTH“, das „Wachstumshormon STH = HGH“ und „Prolaktin“.
Mit Ausnahme von Prolaktin und STH/HGH handelt es sich dabei um Hormone, welche die Funktion anderer (= untergeordneter) endokriner Organe regeln. Die Regulation der Hormonausschüttung erfolgt über Releasing-Hormone.
Dann das Hormon des HZL (Hypophysenzwischenlappen; ist beim Menschen nur in geringen Resten angelegt), das „Melanozyten-Stimulierende-Hormon MSH“.
Weiter die Hormone des HHL (Hypophysenhinterlappen): im HHL werden die in der Hypophyse gebildeten Hormone Oxytoxin und Vasopressin (oder auch ADH = AntiDiuretisches Hormon) an Polypeptide gebunden und gespeichert und situationsgerecht ausgeschüttet.
Dann die beiden Hormone der Bauchspeicheldrüse, das „Insulin“ und das „Glukagon“ (vgl. Stoffwechsel später unten) und die beiden in der Nebenschilddrüse (Glandulae parathyreoideae) gebildeten Hormone, das „Parathormon“ und das „Calcitonin“.
Außerdem gehören hierzu die allermeisten sogen. „Gewebs-Hormone“ (d.i. die veraltete Bezeichnung für Hormone, welche nicht in Hormondrüsen, sondern in Körpergeweben gebildet werden), so z.B. das Erythropoeitin (EPO; z.Z. als „Blutdoping“ im Hochleistungssport in den Schlagzeilen), dann das Histamin, Bradykinin, Kallikrein und vor allem auch das „Serotonin“ [s. später unten].
Amine oder Biogene Amine
D.s. von Aminosäuren (AS) (vgl. später dazu mehr) abgeleitete Hormone. Biogene Amine sind primäre Amine, die im Stoffwechsel (von Mikro-Organismen, Pflanzen, Tieren und Menschen) durch enzymatische Decarboxylierung von Aminosäuren entstehen. Auf Grund der vorhandenen Aminogruppe reagieren biogene Amine ähnlich wie Ammoniak als Protonenakzeptoren basisch. Biogene Amine sind häufig Synthesevorstufen von Alkaloiden oder Hormonen. Sie dienen auch als Bausteine für die Synthese von Coenzymen, Vitaminen und Phospholipiden. Einige freie biogene Amine entfalten selbst physiologische Wirkungen (Neurotransmitter).
Viele Biogene Amine haben pharmakologische Wirkungen oder sind Teile von Coenzymen oder sogen. Hormon-Vorstufen (so z.B. für Serotonin, Melatonin; s. später unten). Hierzu zählen auch die Katecholamine (Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin) und nicht zu übersehen, die Schilddrüsenhormone (s. später unten).
Von Bedeutung sind u.a. auch die folgenden Biogenen Amine: beta-Alanin (Bestandteil des immens wichtigen Coenzym A = CoA und Vorstufe des Vit. Pantothensäure), GABA (Gamma-Amino-Buttersäure = wichtiger Neuro-Transmitter und wichtig zur Bildung von Glutaminsäure), u.a.m….
Mediatoren-Hormone
D.s. von ungesättigten Fettsäuren abgeleitete Hormone bzw. hormon-ähnliche Substanzen. Wichtige Vertreter sind die Prostaglandine (PG) und die Leukotriene (LT):
Beides sind immens wichtige sogen. „Entzündungs-Mediatoren“. Es handelt sich also um körpereigene Substanzen, welche eine Entzündungsreaktion des Körpers einleiten, bewirken oder aufrechterhalten. Neben den beiden o. gen. gehören noch dazu: Histamin (●), Serotonin, Bradykinin, die sogen. Substanz P (●), die Komplementfaktoren (●) und die Zytokine (●).
Die von Entzündungs-Mediatoren vermittelten Effekte schließen insbesondere Wirkungen auf Zellen des Immunsystems, wie chemotaktische Rekrutierung von Leukozyten, Zellproliferation und Degranulation von Mastzellen und basophilen Granulozyten, ein. Darüber hinaus können sie Wirkungen auf Blutgefäße (z. B. Dilatation und Permeabilitätserhöhung), verbunden mit Ödembildung, zeigen.
Alleine aus dieser kurzen und vereinfachten Darstellung, ergibt sich die wichtige Bedeutung der Hormone für den Menschen und sein Wohlbefinden und die Gesundheit ganz generell und dies natürlich dann noch bedeutsamer im Alterungsprozess.
Mit zunehmendem Alter gilt uneingeschränkt für alle Menschen hinsichtlich der „Aktivität“ unserer Hormone (bzw. deren Biosynthese im Organismus) und ganz unabhängig von bestehenden Krankheiten:
Die Hormone „kochen auf Sparflamme“!
Wenden wir uns nun den einzelnen „Hormonsystemen“ - ich spreche von Hormon-Verbundsystemen und noch lieber von „Hormon-Achsen“ - zu:
Das „Somatotrope Verbundsystem“
W as ist darunter zu verstehen?
Was ist das „Somatotrope Hormon-Verbundsystem“?
Darunter sind all jene Hormone zu verstehen, welche den Körper direkt und unmittelbar beeinflussen.
Es handelt sich um das Wachstumshormon HGH (Human Groth Hormone oder auch STH = SomatoTropes Hormon = Somatotropin) und das IGF-1 (dies ist eine Form des Hormons Somatomedin = Insulin-like Growth Factor = IGF).
Das HGH/STH ist ein Proteo-Hormon und es wird in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildet (im Tiefschlaf!) - und zwar im HVL (= Hypophysenvorderlappen) - und es wird ins Blut ausgeschüttet durch (ebenfalls hypothalamisches Releasing-Hormon = Freisetzungshormon) GRF (Growth Hormone Releasing Factor), während das Hormon Somatostasin INN (= somatotropin release inhibiting hormone = SIH) die Bildung und Freisetzung von HGH/STH hemmt.
Wichtige Regelfunktionen des HGH/STH sind u.a. als direkte Wirkungen die Stimulation der IGF-1-Bildung und der Eiweiß-Bildung (Proteinsynthese), der Lipolyse (= der Spaltung von Fetten) und Hyperglycämie (Steigerung der Zuckerausschüttung ins Blut über einen Normwert hinaus).
Die meisten Wirkungen werden allerdings als indirekte Wirkungen durch die IGF’s vermittelt. Diese IGF’s werden unter Einfluß von HGH vorwiegend in der Leber gebildet. Außerdem besteht zwischen dem HGH einerseits und den (gonadotropen) Hormonen Östradiol und Progesteron eine positive Korrelation (Wechselwirkung) und auch zwischen HGH und dem männlichen Testosteron besteht eine solche Korrelation.
IGF-1 wird hauptsächlich in der Leber synthetisiert unter dem Einfluss von Insulin und von HGH. Von dort aus Freisetzung ins Blut und Transport, gebunden an bestimmte Eiweißverbindungen - v.a. an IGF-BP3 (Bindungs Protein 3). Am Erfolgsort wird es freigesetzt und das freie IGF-1 stimuliert/aktiviert den intrazellulären „Fett- und Zuckerstoffwechsel“ und dadurch wird Energie bereitgestellt.
Mit steigendem Lebensalter nimmt die Blutkonzentration von HGH und auch von IGF stetig ab.
Die Gründe hierfür sind komplexer Natur. Im Zwischenhirn (Diencephalon) - dem Hypothalamus (s.u.) - lässt die Freisetzung von Somatotropin nach, sowie die von Adrenalin und Noradrenalin (beides sind Katecholamine und sog. Neurotransmitter) und gleichzeitig steigt die Bildung von Somatostasin (INN, s.o.). Aber auch der altersbedingte (und somit „normale“) Abfall von Östradiol, Progesteron, Testosteron und DHEA (= Dehydroepiandrosteron) trägt zum Abfall von zuerst von HGH und dann von IGF bei.
Allgemein bekannt ist heute, dass ein Mangel an HGH/STH auch im Erwachsenenalter situations-adäquat substituiert werden sollte.
Symptome für einen Mangel an STH beim Erwachsenen sind u.a.: Abnahme der fettfreien Muskel- und der Knochenmasse; Zunahme von Fetteinlagerung im Bauchraum, Rückgang von Kraft + Ausdauer, dünne, trockene Haut, Anstieg des Cholesterins und Zunahme kardio-vasculärer Erkrankungen [Herz-Kreislauf-Gefäßerkrankungen].
Warum aber sind HGH und IGF für den Menschen ganz generell und besonders im Alter so wichtig?
Beide besitzen sie „anabole“ (d.h. für eine positive Stickstoffbilanz im Stoffwechsel sorgende und Wachstumsprozesse beschleunigende) Wirkungen und zudem „funktionserhaltende“ Wirkungen. Es handelt sich somit um anabole und funktionserhaltende Hormone und sie sind von zentraler Bedeutung für praktisch sämtliche Organe und Gewebe.
Sie regen die Wachstums-, Aufbau- und Regenerationsprozesse (u.a. die Eiweißbildung, den Transport von Aminosäuren) an, sie unterstützen die Bildung und Unversehrtheit von Muskel- und Sehnengewebe, sie verbessern die Qualität der Grundsubstanz („Matrix“) von Knochen- und Knorpel-Gewebe, sie zeichnen sich aus durch fett-abbauende Wirkung (wirken also einer übermäßigen Fetteinlagerung im Körper entgegen) und dazu regen sie das Immunsystem (IS) (●) an zur Bildung vieler Abwehrmechanismen - so u.a. der Aktivität der natürlichen Killer-Zellen und der Antikörperbildung -. Sie bewirken eine „Glättung“ der Haut sowie eine Knochenstärkung und - last not least - sie bewirken eine Senkung des Blutdrucks.
Aber:
Bereits ab einem Alter von rund 10 Jahren lässt die Eigensynthese der Wachstumshormone nach; mit 25 Jahren beträgt die Bildung nur noch knapp 20% (gegenüber dem Gipfel mit 5 Jahren) und die Kurve verläuft dann fast als Gerade ab dem 35. Lebensjahr mit ca. 10%!
Keine Wirkung ohne Nebenwirkung!
IGF-1 ist unmittelbarer und direkter Gegenspieler des für den Zuckerstoffwechsel unverzichtbaren Hormons der Pankreas, des Insulin. Ein Zuviel von IGF führt somit zu Hyperinsulinismus und auch zur Insulinresistenz (●); für Diabetiker mit fatalen Folgen! Außerdem hat IGF eine salz- und wasser-zurückhaltende Wirkung; ein Zuviel ist besonders für Hypertoniker (Hochdruck-Kranke) und Menschen mit Nieren-Ausscheidungsstörungen und besonders auch für Menschen mit Drucksteigerung im Auge (Grüner Star = Glaukom) gefährlich. Außerdem kann es bei einem Zuviel an IGF - bei bestehender genetischer Veranlagung und auch bei bereits bestehenden Tumor-Vorstadien - zum Wachstum von bösartigen Tumoren (bes. von Prostata-, Dickdarm- und Brust-Karzinomen) kommen!
Fazit:
Eine Behandlung mit HGH und IGF [z.B. mit „Saizen“] sollte nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und nur bei entsprechend diagnostisch-gesicherter Indikation vorgenommen werden!
Niemals aber ist meiner Meinung nach eine solche „Therapie“ geeignet, als „Blind-Therapie“ und generell durchgeführt zu werden!
Und stets sollte eine solche „Hormon-Therapie“ ausschließlich von hierin erfahrenen und qualifizierten Ärzten durchgeführt werden!
Vor einer solchen Therapie ist es unverzichtbar nachzuprüfen und abzuklären, ob nicht andere Hormondefizite bestehen, welche ähnliche Beschwerden hervorrufen (können) - wie IGF und/oder HGH -, so ein Mangel an Östrogenen, Androgenen (Testosteron und DHEA) oder an Schilddrüsenhormonen. Werden diese nämlich ausgeglichen, dann kommt es vielmals zu einem spontanen Anstieg von HGH und IGF-1.
Noch eines sollten Sie verinnerlichen:
Ihre eigene Fitness, Ihre körperliche Verfassung hinsichtlich von Abhärtung und Trainingszustand ist eine gute Voraussetzung für ein Ansteigen von HGH und IGF-1 auch und besonders im Älterwerden!
Auch sollten Sie wissen:
Die ständige und ausreichende Präsenz von Aminosäuren (AS) (●) - hier ganz besonders von Ornithin, Arginin, Lysin - ist für einen adäquaten HGH-Spiegel unverzichtbar; denn diese AS heben primär den HGH-Spiegel an und sekundär (über das HGH) den von IGF-1.
Aber immer muss gelten:
Nur dann HGH und/oder IGF-1 ersetzen, wenn wirklich der Bedarf durch entsprechende Untersuchungen (HGH, IGF-1 und Quotient von IGF-1/HGH; Messungen im Serum; und ggfls. Messung des HGH unter körperlich-reproduzierbarer Belastung, so z.B. im Rahmen eines Belastungs-EKG oder einer Ergometrie) gesichert ist und immer nur solange therapieren, bis Normwerte erreicht sind und dies dann auch stets unter Verlaufs-Kontrollen!
Das „Hypophysen-Hypothalamus-Verbundsystem“[HH]
Obgleich die in diesem Verbundsystem synthetisierten (gebildeten) und bedarfsgerecht dann ausgeschütteten Hormone in den nachgehenden Teilkapiteln eingehend besprochen werden, so muss dennoch dieses HH-Verbundsystem zuvor wegen seiner überaus großen Bedeutung zumindest in Überbegriffen und Stichworten erwähnt werden.
Beim HH-Verbundsystem handelt es sich um …
… das oberste und zentrale Steuerungs- und Regelsystem
unseres gesamten Organismus!
Das HH-System stellt die Verbindungen zwischen dem ZNS (Zentral Nerven-System) und dem gesamten Endokrinum (d.s. alle hormonbildenden Drüsen und Gewebe in unserem Organismus) dar.
Im Hypothalamus (HT) - es handelt sich hierbei um einen unterhalb des Thalamus (= d.i. die größte graue Kernmasse des Zwischenhirns, auch als Sehhügel bezeichnet) gelegene zentral-nervöse Region des Zwischenhirns - finden sich dem VNS (Vegetativen Nervensystem) übergeordnete Zentren, welche die wichtigsten Regulationsvorgänge des Organismus koordinieren und steuern, so: Wärmeregulation, Wach-Schlaf-Rhythmus, Blutdruckregulation, Atmungsregulation, Nahrungsaufnahme (besser: Hunger- + Sättigungszentrum), Fett-Stoffwechsel, Wasserhaushalt, Schweißsekretion und Sexual-Funktionen.
Die im HT gebildeten Hormone stelle ich in der Besprechung der folgenden Verbundsysteme vor.
Die Hypophyse (HP) - Hirnanhangdrüse - liegt geschützt in der Sella turcica („Türkensattel“) der knöchernen Schädelbasis. Sie ist über den Hypophysenstiel direkt mit dem Hypothalamus verbunden. Dadurch stellen Hypothalamus und Hypophyse strukturell eine funktionelle Einheit dar. Die HP besteht aus 3 Lappen: dem Vorder-, Zwischen- und Hinterlappen (HVL, HZL, HHL; vgl. in den beiden nächsten Verbundsystemen).
Die HP ist eine Hormondrüse, der eine zentrale übergeordnete Rolle bei der Regulation des neuro-endokrinen Systems im Körper zukommt.
Hormone des Hypophysenvorderlappens
(HVL - Adenohypophyse)
Unterschieden werden Hormone, die direkt auf ihre Zielorgane einwirken (nicht-glandotrope Hormone), und solche, welche die Hormon-Produktion nachgelagerter endokriner Drüsen stimulieren (glandotrope Hormone).
Direkt auf ihre Zielorgane wirken das Wachstumshormon Somatotropin (STH) sowie Prolactin.
Bei den glandotropen Hormonen werden die auf die Keimdrüsen (Gonaden) wirkenden gonadotropen Hormone: follikel-stimulierendes Hormon (FSH) und Luteinisierendes Hormon (LH) sowie die nichtgonadotropen Hormone, nämlich das die Neben-Nierenrinde stimulierende Adrenocorticotrope Hormon (ACTH) und das die Schilddrüse stimulierende Thyroidea-Stimulierendes Hormon (TSH) unterschieden. Durch Prozessierung eines größeren Vorläufer-Peptides, des Pro-Opiomelanocortins, entstehen neben dem ACTH zudem Melanotropin (MSH), beta-Endorphin und met-Enkephalin. Die Hormonproduktion der Hypophyse wird mittels Liberinen und Statinen durch den Hypothalamus geregelt.
Eine Erklärung:
Endorphine
= Kurzform von „Endogene Morphine“; d.s. vom Körper selbst produzierte Morphine, die schmerzlindernd bzw. schmerzunterdrückend (analgetisch) wirken. Endorphine werden unter anderem in der Hypophyse und im Hypothalamus produziert.
Das Endorphin-System wird zum einen in Notfallsituationen aktiviert: das ist der Grund, warum manche schwer verletzten Menschen zunächst keine Schmerzen verspüren. Andererseits werden die E. auch bei positiven Erlebnissen ausgeschüttet, was ihnen den leicht irreführenden Namen „Glückshormone“ eingebracht hat. Chemisch gesehen handelt es sich bei den E. um kleine Neuropeptide, die an Opiatrezeptoren binden. Nachgewiesen wurden sie zuerst von schottischen Forschern im Jahre 1975 im Gehirn von Schweinen. Man unterscheidet:
● Alpha-Endorphin
● Beta-Endorphin
● Gamma-Endorphin
Weiter mit dem Text:
Hormone des Hypophysenhinterlappens
(HHL - Neurohypophyse)
Bei den Hormonen, die im Hypophysenhinterlappen gespeichert und ausgeschüttet werden, handelt es sich um das Oxytocin sowie das Antidiuretische Hormon (ADH). ADH wird im Nucleus supra-opticus (Kerngebiet, das sich oberhalb des Sehnervens befindet), Oxytocin im Nucleus paraventricularis (= ein Kerngebiet im Hypothalamus), des Hypothalamus gebildet.
Nach dieser Vorinformation, nunmehr zu den Hormon-Verbund-Systemen, zu HHG und HHN:
Das „Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Verbundsystem“ [HHG]
Wahrlich fast schon ein „Zungenbrecher“; es handelt sich dabei um das Hormonnetzwerk zwischen Hypothalamus (= die zentralnervöse Region im Zwischenhirn), Hypophyse (Hirnanhangdrüse; über den Hypophysenstiel direkt mit dem Hypothalamus verbunden) und Gonaden (= Keimdrüsen; also Eierstöcke und Hoden).
Etwas allgemeinverständlicher kurz zu beschreiben - hier mit auf das Älterwerden und Altern gerichtetem Blick - mit:
Frauen und Männer in den Wechseljahren
Die Wechseljahre - der Fachausdruck lautet „Klimakterium“ - stellen einen kritischen Punkt im menschlichen Leben dar (dies ist die wörtliche Übersetzung des aus dem Griechischen stammenden Begriffes). Eine Zeitspanne - mal etwas länger und mal etwas kürzer, mal etwas früher einsetzend, mal etwas später - des Überganges und der hormonellen Umstellungen.
Bekannt - und bis vor etwa 2 Jahrzehnten - und damit explizit gemeint, die Frauen in den Wechseljahren. Und erst seit dieser Zeit auch nicht mehr nur belächelt, die - vielmals wesentlich heftiger verlaufende - Zeit der Wechseljahre der Männer.
Die Frau in den Wechseljahren
Da es sich hierbei zumeist um ein mehrschichtiges hormonelles Problem handelt, wird es auch mit MESDAF - Multiple Endokrine Störungen der Älterwerdenden Frau - bezeichnet.
Kurz und griffiger bezeichnet mit „Klimax“ oder „Menopause“.
Was heißt das?
Das ist die Übergangsphase von der vollen Geschlechtsreife der Frau in das Senium der Frau.
Sichtbares Zeichen ist das definitive Ausbleiben der Monatsblutung. Doch vielmals beginnen die Wechseljahre der Frau bereits schon einige Jahre vor dem Ausbleiben der Regelblutung und dem Einsetzen der typischen „klimakterischen Beschwerden“ - Ängste, Kopfschmerzen, Durchblutungsstörungen, Spannungsgefühl, Schwindel, Reizbarkeit, Nervosität, Schlafstörungen, Schweißausbrüche, Hitze-Wallungen, depressive Verstimmungen und weiteren vielfältigen und nicht (immer) eindeutig zuordenbaren Symptomen wie Vergesslichkeit, Überlastungsgefühl, funktionellen = vegetativen Beschwerden (Herz-Kreislauf, Rücken, Kopfschmerzen, Schwindel usw.) aber auch trockene Haut, rissige Schleimhäute, brüchige Nägel, stumpfes Haar mit vermehrtem Haarausfall, trockene und brennende Augen und auch „müdes Auge“ und dazu ein Nachlassen der Libido -.
Diese Beschwerden und Veränderungen treten oft schon im Alter von 42-45 Jahren auf und nicht selten sogar deutlich früher und auch schon Mitte der Dreißiger-Jahre. Allesamt sind sie die Boten der sich anbahnenden Wechseljahre. Diesen Zeitraum bezeichnen die Mediziner als Prämenopause. Alle sind sie bedingt durch das „Nach-und-Nach-Nachlassen und Verlöschen“ der zyklischen Eierstocks-Funktionen. In den Ovarien (Eierstöcken) kommt es in dieser Zeit zum Verlust von heranreifenden Follikeln und insgesamt zu einem fibrotischen (bindegewebsartigen) und degenerativen Umbau und oftmals zu unregelmäßigen Periodenzyklen und dies einhergehend mit einer zunehmenden Leistungsschwäche (Insuffizienz) des Corpus-luteum („Gelbkörper“; = C.-l.) und dazu (direkt proportional) ein Absinken des Hormons Progesteron (= das im C.-l. gebildete Gelbkörperhormon und wichtigstes natürliches Gestagen) und gleichzeitig kommt es zum Anstieg des Follikel-Stimulierenden Hormons FSH (= Follitropin; gebildet im HVL = Hypophysenvorderlappen). Die Ausschüttung des FSH wird gesteuert durch FSH-RH (= Follikel-Stimulierendes Hormon-Releasing-Hormon).
In der Zeitspanne zwischen dem 45. bis zum 52. Lebensjahr setzen dann als Hinweise auf die Menopause Zyklusunregelmäßigkeiten ein bzw. ein Ausbleiben der Periodenblutungen und dazu die schon zuvor beschriebenen Symptome. In dieser Phase sinkt der Östrogen-Spiegel immer weiter ab und FSH und der des Luteinisierenden Hormons LH steigen permanent an. Und - so ist es fast immer - mit Einsetzen der Menopause kommt es dann zu einem absoluten Tiefststand (= Defizit) an Östrogen und Progesteron.
Was aber heißt das für Frauen in und nach den Wechseljahren?
Alle Frauen sollten heute unbedingt die vielfältigen Chancen und Möglichkeiten einer individuell anpassbaren Hormonsubstitution nutzen. Alle, ausgenommen Frauen, bei denen schwerwiegende Gründe - so z.B. Neigung zu Thrombosen/Embolien und bes. ein hormon-abhängiges Brust-Karzinom - usw. gegen eine solche Therapie sprechen!
Aber:
Stets in individueller und bedarfs-angepasster Dosierung und immer in zeitlicher Begrenzung und unverzichtbaren regelmäßigen (fach)ärztlichen Untersuchungen und Kontrollen!
Unter einer solchen Therapie - die Anwendungsmöglichkeiten sind groß - von oralen Medikamenten über die „Hormonpflaster, die Einführung von Ovula, Salben und Cremes bis hin zu Injektions-Präparaten (diese auch als Depot-Spritzen) und neben den chemisch-synthetischen Mitteln eignen sich unter bestimmten Bedingungen auch biologische Mittel [insbesondere Phytoöstrogene und Wirkstoffe der Organ-Therapie] - wird nachhaltig das körperliche wie das seelisch-geistige Wohlbefinden gesteigert und die typischen Wechseljahre-Beschwerden deutlich verbessert bis gänzlich behoben. Was aber noch weit wichtiger, den „altersbedingten Gesundheitsrisiken“ - vom Herzinfarkt über den Schlaganfall, die Parkinson’sche Krankheit oder auch die Alzheimer-Demenz und andere zerebrale Abbauprozesse, dann die besonders oft bei Frauen anzutreffende Osteoporose bis hin zum Eierstocks- und/oder Gebärmutter-Karzinom - dann auch noch die „altersbedingten Organfehlfunktionen“ - wie Veränderungen von Haut, Schleimhäuten , Haaren und Nägeln, an Augen, Gelenken, Muskeln, Sehnen und Bindegewebe, an Blase und Harnröhre und bes. auch das dann oft auftretende Übergewicht (Adipositas) - kann hierdurch wirkungsvoll vorgebeugt werden!
Was nun die Therapie mit diesen Hormonen angeht, so muss hier unterschieden werden zwischen Frauen mit und ohne Gebärmutter (Uterus).
Bei Frauen mit vorhandener Gebärmutter sollte die Gabe von Hormonen als Kombination von „Östrogen + Gestagen“ erfolgen. Dabei ist sowohl eine zyklische (in der Prämenopause und der sehr frühen Postmenopause) wie eine kontinuierliche (in der späteren Postmenopause) Anwendung möglich.
Frauen ohne Gebärmutter (also nach operativer Entfernung) können entweder mit Östrogenen als Monotherapie behandelt werden oder es ist auch hier eine kombinierte Östrogen-Gestagen-Therapie möglich.
Hierbei ist hinsichtlich der Gestagene die Gabe von „natürlichem Progesteron“ von Vorteil - denn diese zeichnen sich zudem aus durch eine leichte ausschwemmende Wirkung und sie bewirken einen die Psyche stabilisierenden und antidepressiven Effekt -.
Fazit:
Für eine (wie auch immer sich darstellende) Therapie mit Hormonen - i.S.e. HET (Hormon-Ersatz-Therapie) - muss immer gelten und vom Therapeuten verinnerlicht sein und werden:
Unbedingt den Benefit für die Frauen unter Berücksichtigung „Risiko-Gewinn/Nutzen“ ausloten und immer nur solange therapieren wie erforderlich und stets vor, sowie während und auch nach der Therapie entsprechende Diagnostik und Untersuchungen.
Ein Wort zur unerlässlichen Diagnostik - dies einmal, um Defizite festzustellen (zu diagnostizieren) und dann, um die Therapie zu überwachen -:
Die Östrogene [oder auch heute international üblich „Estrogene“] - Östron, Östradiol und Östriol und die weiteren Hormone Androstendion, Progesteron, Testosteron, Luteinisierendes Hormon LH, Follikel-Stimulierendes Hormon FSH und Pregnenolon und auch DHAES (Dehydroepiandrosteron-Sulfat) sind im Blut (Serum) zu untersuchen. Daneben besteht aber auch die Möglichkeit, die Steroid-Hormone im Speichel und/oder im Urin zu untersuchen.
Dazu muss aber auch gewusst sein, dass die weiblichen Sexual-Hormone - sie steuern den Menstruationszyklus der Frau und für Männer wichtig für Fertilität (Fruchtbarkeit) und Knochen-Aufbau - eine spezifische Kurve hinsichtlich der Eigenbildung im Organismus durchlaufen und zwar: bei der Geburt als „Start-ins-Leben-Wert“ machen sie ca. 40% aus, erreichen mit der Geschlechtsreife (ca. 12.-14. Lebensjahr) das Maximum von fast 100% und halten diesen Spitzenwert konstant über die gesamte Zeit der Periode und noch oftmals darüber hinaus bis zum 50. und 55. Lebensjahr und dann fallen sie steil ab bis zum 60. Lebensjahr auf ca. 20% und dieser Wert wird wiederum recht konstant gehalten bis ins hohe Alter.
Was Sie sonst noch über Östrogen(e) wissen sollten:
Sinkt mit den Wechseljahren der Östrogengehalt, dann wird auch weniger Tränenflüssigkeit produziert. Daher leiden viele Frauen - aber auch Männer - mit zunehmendem Alter unter dem sogen. „Trockenen Auge“ [„Sicca-Syndrom“ der Augen]; v.a. mit Brennen und Schmerzen.
Ergo:
Bei Beschwerden i.S.e. „Trockenen Auges“ auch an das Vorliegen eines Östrogen-Mangels denken!
Ebenso sorgen die Östrogene dafür, dass die Zellen der Harnblase gut durchblutet werden und bleiben und weniger anfällig sind für Krankheitskeime.
Weiter:
Ein wichtiges Indiz für einen Mangel an Östrogenen (bzw. für ein Ungleichgewicht zwischen Östrogenen. und Testosteron) ist der „Damenbart“ bzw. auch „männlicher Haarwuchs“ bei Frauen. Östrogen bindet Wasser im Gewebe und sorgt für die Bildung von Kollagen, welches die Haut elastischer und stabiler macht. Bei Östrogen-Mangel kommt es schneller zu Faltenbildungen. Östrogen fördert das Haarwachstum bei Frauen und zwar dort, wo sie für das weibliche Geschlecht normal sind. Östrogene schützen Frauen bis zu den Wechseljahren vor Herzinfarkt. Unter Östrogen-Gabe kann im Alter das Herzinfarkt-Risiko deutlich gesenkt werden. Östrogene sind ein potenter Schutz gegenüber der Osteoporose.
Fazit:
Bei und gegen alle diese Beschwerden und Gesundheitsrisiken
helfen Östrogene wirkungsvoll!
Wie lange sollten Hormone substituiert (ergänzt) werden?
Eine allgemein gültige Regel gibt es nicht.
Eine obere Altersbeschränkung gibt es allerdings auch nicht.
Als Faustregel mag gelten:
Eine Ergänzung über 10-15 Jahre ist sinnvoll!
Aber nur dann, wenn erforderlich!
Neben den hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren bei Frauen durch die fortschreitende Ovar-Insuffizienz („Ovaropause“) kommt es aber noch zu weiteren hormonellen Dysregulationen.
Dies sind solche, die als Folge der einsetzenden „Adrenopause“ (= Nachlassen der Bildung von Adrenalin und der anderen Katecholamine) und der „Somatopause“ (= Nachlassen der Bildung von somatotropen Hormonen, s.o.) auftreten.
Das bedeutet - stets individuell und situationsangepasst und bedarfsgerecht - den Ausgleich eines Mangels an Testosteron (jawohl: Testosteron und auch für und bei Frauen!), von DHEA, Wachstumshormonen HGH und IGF-1 und von Melatonin, von Vitamin D3 und auch von Serotonin (dazu später mehr).
Der Mann in den Wechseljahren
Umschreiben kann man die dann einsetzenden hormonellen Verschiebungen mit PADAM - Partieller Androgenmangel des Älter-werdenden Mannes -.
Die Wechseljahre des Mannes werden auch genannt Klimakterium virile oder kurz „Andropause“.
Ähnlich wie bei der Frau, so kommt auch der Mann - im Mittel jenseits des 45. Lebensjahres und auch hier mal früher, mal später, mal intensiver, mal beschwerdeärmer - in die Wechseljahre. Der Beginn verschiebt sich immer weiter in jüngere Jahrgänge, sicherlich auch (mit)bedingt durch Stress, Hektik, Leistungsdruck, Arbeitsplatzängste, Halten des Lebensstandards, Schadstoffe usw...
In aller Regel stellen sich die Wechseljahre-Beschwerden und die Wechseljahre an sich beim Mann etwas weniger abrupt und dafür aber fein-gestalteter (= subtiler) als bei der Frau dar.
Zumeist werden die Symptome der sich anzeigenden Andropause entweder heruntergespielt oder verkannt oder nicht richtig eingeordnet, wie z.B. Nachlassen von Kraft, körperlicher Leistungsfähigkeit (u.a. bedingt durch Abbau von Muskelmasse!), schwindendes Durchsetzungsvermögen, nachlassende Ausdauer im Beruf und zunehmende Dauer der benötigten Erholungspausen aber auch Mutlosigkeit, abnehmendes Selbstvertrauen und auch depressive Stimmungsschwankungen und weiter noch Infekt-Anfälligkeit, Merkfähigkeitsstörungen, Erinnerungsdefizite und besonders auch Nachlassen von Libido und noch mehr der Potenz.
Die Gefahr, die eigentliche Ursachen aller dieser Symptome und Befindlichkeitsstörungen und auch Defizite nicht recht- und frühzeitig zu erkennen (dann auch erst richtig behandeln zu können), ist deshalb so groß, weil einmal die Beschwerden als normaler Alterungsbefund abgetan werden oder zurückgeführt werden auf Stress/Distress im Beruf und privat oder einfach auf einen allgemeinen Überforderungszustand.
In diesem Zusammenhang darf zudem nicht übersehen werden, dass auch beim Mann mit zunehmendem Alter das Osteoporose-Risiko ansteigt; auch darf nicht verkannt werden, dass die Blutbildungsfähigkeit stetig nachlässt.
Frauen wenden sich in aller Regel wegen der Wechseljahre-Beschwerden an ihren Frauenarzt und der ist auch die kompetente Ansprechstelle. Männer haben es hierzulande schwerer; so werden etliche Arztpraxen durchlaufen - vom Hausarzt über den Urologen oder auch den Hautarzt - und vielmals dann resigniert aufgegeben. Der „Hormonspezialist“, der Endokrinologe wäre hier die richtige Adresse!
Nur:
Wer weiß das schon und zudem ist diese Fachdisziplin leider immer noch nur spärlich zu finden und zumal auf dem flachen Lande. Erfreulicherweise nimmt die Zahl der Spezialisten für die Männer, der „Männer-Ärzte“, der „Andrologen“ immer mehr zu!
Lassen Sie mich zurückkommen zum PADAM-Syndrom (s.o.).
Dieser Mangel ist nicht so selten, wie allgemein - leider auch von Fachleuten - angenommen. Der partielle Androgen-Mangel bedeutet, dass beim Mann in den Wechseljahren die Blutspiegel von Testosteron und von Luteinisierendem Hormon (jawohl: LH beim Mann! - man sollte es korrekter mit ICSH = Intestinal Cell Stimulating Hormone bezeichnen; gebildet im HVL = Hypophysenvorderlappen und somit ein hypophysäres Gonadotropin).
LH/ICSH regt die Leydig-Zwischenzellen des Hodens zur Androgen-Bildung an. Testosteron seinerseits ist das stärkste natürlich vorkommende Androgen und für die Entwicklung des männlichen Wesens von ausschlaggebender Bedeutung. Es stellt die wichtigste Bildungs- und Transportform der Androgene (Androgene = Sammelbegriff für die männlichen Sexualhormone und gebildet beim Mann in den Leydig-Zellen des Hodens und für Mann und Frau in geringen Mengen in der Nebennierenrinde und bei schwangeren Frauen zudem in der Plazenta); die Bildung von Testosteron wird vom Hormon LH bzw. ISCH gesteuert. Der Abbau erfolgt zu 80% in der Leber und daneben noch in der Prostata und in der Haut. Die Ausscheidung erfolgt über die Nieren. Neben dem Testosteron sind noch zu nennen dessen Metabolite (= Zwischen-Produkte im intermediären Stoffwechsel), so Dihydrotestosteron, Androstendion und Androsteron.
Im Blut liegen diese zu 98% gebunden an Transportproteine vor, die übrigen 2% in freier Form.
Diese 2% sind von besonderer Bedeutung, denn einzig das freie Testosteron ist biologisch aktiv!
Der Abfall des freien = aktiven Testosterons geht direkt proportional einher mit dem zunehmenden Alter.
Dem PADAM beim Manne liegt wahrscheinlich eine Erschöpfung im Bereich von Hypophyse und Hypothalamus zugrunde. Dieser Androgenmangel wird noch verstärkt durch das Vorliegen weiterer Krankheiten oder unter der Behandlung mit bestimmten Medikamenten.
Wichtig zu wissen:
Der Stoff, …
aus dem die Männer sind!
Testosteron ist im und für das Leben eines Mannes immens wichtig. Die wichtigsten „Einflüsse“ auf Körper, Geist und Seele (in Kurzform) sind:
1. Gehirn
Testosteron hilft bei der Konzentration und beim Erinnerungsvermögen
2. Stimme
Testosteron lässt die Stimme in der Pubertät tiefer werden.
3. Haare
Testosteron regt den Bartwuchs und das Wachstum von Haaren auf der Brust und dem Geschlechtsteil wachsen
4. Fett(einlagerungen)
Testosteron hilft bei der Fettverbrennung
5. Muskeln
Testosteron hilft beim Muskelaufbau
6. Knochen
Testosteron erhöht die Knochen-Dichte und die Knochen-Festigkeit
7. Knochenmark
Testosteron regt im roten Knochenmark die (Neu-)Bildung und das Wachstum von Stammzellen an
8. Libido
Testosteron stärkt die Potenz und steigert die Lust auf Sex. Zudem löst Testosteron die Bildung der männlichen Sexualorgane aus.
Wie schon für die Wachstumshormone beschrieben, so hat die Biosynthese von Testosteron ihr Maximum bis zum 10. Lebensjahr und fällt dann rapide und steil ab auf knapp 10% in einem Alter von 20-25 Jahren auf ca. 20% und danach langsam weiter absinkend auf etwa 5% ab 45 Jahren! Ähnlich der Tagesrhythmik beim Cortisol (d.i. ein wichtiges Hormon der Nebennierenrinde), unterliegt auch Testosteron diesen Tagesschwankungen; das Ausscheidungs-Maximum (somit höchste Serumwerte) finden sich morgens ca. 8,00 Uhr mit Tiefstwerten abends. Was aber nicht heißt, dass jeder niedrige Testosteron-Spiegel unabdingbar eine Therapie zur Folge haben muss. Aber umgekehrt lohnt es sich oftmals - natürlich nur bei den typischen Beschwerden und Symptomen - auch bei grenzwertigem Testosteron, zeitlich begrenzt Testosteron zu ergänzen.
Die Gabe von Testosteron - auch dieses „Hormon für den Mann“ steht in mehreren Darreichungsformen zur Verfügung, so als Kapsel, „Hormonpflaster“ (Transdermales Pflaster zum Aufkleben auf die Haut), als Injektionsampulle und als Depot-Spritze und daneben auch noch als Tablette oder den Testosteron-Spray und zuletzt noch Cremes/Gel und Lotio; dazu neben der chemisch-synthetischen Herstellung auch als Homöopathikum - korrekter: „homöopathisiertes humanes Testosteron“ (z.B. Testosteronum = Testosteronpropionat von Staufen-Pharma) - kann und sollte aber niemals „mit der Gießkanne“ und für jeden älter werdenden Mann ganz generell erfolgen!
Wann sollte mit Testosteron substituiert werden?
Immer dann, wenn die entsprechenden Beschwerden und Symptome vorliegen und sich auf Grund von Untersuchungen erniedrigte oder auch grenzwertige Spiegel nachweisen lassen. Wichtig sind dabei Kontrollen und nicht nur der Testosteron-Werte.
Zur Vermeidung unerwünschter Nebenwirkungen - Prostata-Vergrößerung, Veränderung der Blutfette, Leberfunktionsstörungen und Störungen im Gallenfluß und eine Hemmung der Spermien-Bildung - müssen entsprechende Untersuchungen regelmäßig durchgeführt werden.
Wird Testosteron bei Frauen angewendet, so kann es zur Virilisierung („Vermännlichung“) kommen und auch zu irreversiblen Stimmbandschädigungen („raue männliche Stimme“).
Auch Wechselwirkungen mit Blutgerinnungs-Hemmmitteln (Antikoagulanzien; die vielmals nach Herzinfarkt, Thrombose, Embolien usw. erforderlich sind) gilt es zu beachten:
Unter Testosteron wird deren Wirkung verstärkt!
!Absolut verboten!
Testosteron-Therapie beim Prostata-Carcinom!
[Nebenbei:
Gleiche „Richtlinien“ sollten beachtet und bedacht sein bei der Einnahme jedweder Art von „Anabolika“!]
Sehr wirkungsvoll ist die - vielmals reicht eine kurzzeitige Ergänzung völlig aus - Gabe von Testosteron wegen seiner günstigen Auswirkungen auf das Allgemeinbefinden, die körperliche und geistig-seelische Leistungsfähigkeit und die Gesundheit ganz allgemein bzw. das Wohlbefinden. Unter Testosteron nehmen Muskelmasse und Kraft wieder zu; Müdigkeit, Schlappheit, Schwäche und auch mangelndes/nachlassendes Interesse und Gleichgültigkeit nehmen rapide ab, die Lebensfreude, Vitalität und Lebensqualität nehmen zu. Aber auch Stimmungslage, Gedächtnisfunktionen, die mentale Kraft, das Selbstbewusstsein und die Durchsetzungsfähigkeit im Alltagsleben erreichen wieder (bzw. nahezu) den früheren Stand.
Ferner zieht die Testosteron-Therapie weitere günstige Effekte nach sich, so insbesondere für das gerade in der Andropause so anfällige Herz-Kreislauf-Gefäßsystem (mit den hohen Quoten an Herzinfarkten und Hirnschlägen).
Wirkungen von Testosteron sind u.a. Senkung des Lipoprotein A [Lp(a)], Steigerung der Fibrinolyse [= Fibrinspaltung; d.i. die Bezeichnung für die körpereigene Auflösung eines Blutgerinnsels (Thrombus) durch das Enzym Plasmin. Dabei spaltet Plasmin die Fibrinpolymere, welche den Thrombus zusammen halten, in kleine Fibrinabbauprodukte, und der Thrombus zerfällt] -. Unter Testosteron wird die Blut-(neu)bildung verbessert und auch noch die Qualität der Knochensubstanz (wichtig wegen Osteoporose), der Elastizität und Geschmeidigkeit der Haut und auch der Haarqualität.
Nicht zu übergehen, weil ja gerade in der Andropause so signifikant:
Testosteron wirkt sich positiv (vielmals segensreich!) aus auf das Sexualleben durch Verbesserung von Libido und Potenz!
Ganz generell:
Testosteron ist unser „Power-Hormon“ (Kraft-Ausdauer-Hormon)!
Ferner noch:
In der Andropause legen sich viele Männer einen stattlichen „Bauch“ zu, bedingt durch die vermehrte Fetteinlagerung bei gleichzeitig vermehrtem Vorhandensein von Leptin in diesem Fettgewebe. Dieses Fettgewebe „schmilzt“ unter Testosteron, allerdings nur in Verbindung mit reichlicher und regelmäßiger körperlicher Aktivität und entsprechender gesunder wie bedarfsgerechter Ernährung.
Neben der „Andropause“ - also dem Nachlassen der Bildung von Androgenen (s.o.) - muss beim Mann auch noch die „Somatopause“ (s.o., Frau) mit betrachtet und beachtet werden.
Neuere Untersuchungen und Forschungen weisen darauf hin, dass beim „Mann in den Wechseljahren“ häufig auch (noch) ein Mangel an Östrogenen (jawohl: „Östrogene“ und hier von „Östradiol“) vorliegen kann und vielmals auch vorliegt. Eine mögliche Ursache kann in einem Defekt eines wichtigen Enyzms ‚Aromatase‘ gelegen sein.
Nicht selten findet sich zwar ein normaler Testosteron- aber ein deutlich erniedrigter Östradiol-Spiegel. Ein Mangel an Östrogen(en) beim Mann treibt insbesondere die Risiken für Herzinfarkt, Schlaganfall und Hirnleistungsdefekte, Osteoporose und rasch fortschreitende Alterungsprozesse mit entsprechenden Funktions-Einbußen in die Höhe.
Ferner - auch dies ist wie schon bei den Frauen zuvor - besteht parallel zum Mangel an Testosteron und Östradiol und mit zunehmendem Alter immer stärker bzw. ausgeprägter ein Mangel an Wachstumshormonen HGH und IGF-1 und daneben noch an Vitamin D3 und an Melatonin, Serotonin und DHEA und an etlichen Mineral-Stoffen, Spurenelementen, Aminosäuren, Enzymen + Coenzymen, Vitaminen und vitaminähnlichen Wirkstoffen und auch an Energie-Lieferanten.
Doch dazu ein eigenes Kapitel.
Zum Abschluss (nochmals) ein Wort zur Diagnostik.
Was das Testosteron anbelangt, so habe ich vorangehend bereits die Untersuchungen benannt. Ich rate immer - zum und neben dem Gesamt-Testosteron - zur simultanen Mitbestimmung des „freien“ oder „aktiven“ Testosterons und auch des „gebundenen“ Testosterons (im Blut, aber auch im Speichel und auch als Tageswert im 24-Stunden-Sammelurin). Noch aussagekräftiger ist die Durchführung als sogen. „Tagesprofil“ (mit Untersuchungen 8-12-22 Uhr); so erhält der Therapeut die aktuelle „circadiane Testosteron-Rhythmik“.
Ich halte es für wichtig und richtig, auch den Spiegel des Östradiols + des Androstendions zu bestimmen und außerdem Messungen für DHEA (vgl. bei Frauen) und HGH und IGF-1 sowie Pregnenolon und ggfls. für Melatonin usw. vorzunehmen. Und evtl. auch für Serotonin und Vitamin D3.
Hinweis:
Weitergehende Angaben zum wichtigen Thema der „Diagnostik“ finden Sie später in einem eigenen Kapitel!
Das „Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Verbundsystem“ [HHN]
Während sowohl im „Somatotropen Verbundsystem“ wie auch dem „Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Verbundsystem“ mit zunehmendem Alter deutliche bis gravierende Veränderungen - sprich: Nachlassen der Hormon-Sekretionsleistungen! - bei allen Menschen als Regelfall auftreten, so sind die Grundfunktionen, die Reaktionsfähigkeit und auch die Funktionsreserve des „Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Verbundsystems“ (HHN) auch mit steigendem Alter nur geringen Veränderungen unterworfen! Diese Konstanz der Organtätigkeit und aller Funktionen zeigt eindeutig die besondere Bedeutung und Wichtigkeit dieser HHN-Funktionen für die Leistungsfähigkeit und somit auch für die Lebens- und Überlebensfähigkeit ganz allgemein und gerade und speziell für den Alterungsprozess und das höhere Lebensalter. Dennoch lassen sich mit zunehmendem Alter - und das beginnt ebenfalls mit den „Wechseljahren“ und zwar unisono für beide Geschlechter - Funktionsveränderungen in diesem HHN feststellen.
Zuvor aber noch einige erklärende Anmerkungen zur Bedeutung der Nebennieren (NN) - Glandulae suprarenales -.
Es handelt sich dabei um eine paarige endokrine (hormon-produzierende) Drüse; die NN liegt dabei von Fettgewebe umgeben dem oberen Nierenpol auf. Morphologisch (= bzgl. der Gewebestruktur) und auch funktionell sind zu unterscheiden die Nebennierenrinde (NNR) und das darunter gelegene Nebennierenmark (NNM).
Zu den Funktionen der NN.
Zuerst zu denen der NNR (Nebennierenrinde):
Hier werden mehr als 40 (!) verschiedene Steroide (Steroid-Hormone) synthetisiert; dabei werden drei Gruppen differenziert:
1. die Mineralokortikoide (z.B. Aldosteron),
2. die Glukokortikoide (z.B. Cortisol) und
3. die Sexualhormone (z.B. Androgene, s.o.).
Wichtige Krankheiten bedingt durch Minderleistung (Unterfunktion) der NNR (= Insuffizienz) sind u.a. die Addison'sche Krankheit oder das Sheehan-Syndrom. Krankheiten infolge einer Überproduktion oder Überfunktion sind u.a. das Cushing-Syndrom, das Conn-Syndrom oder bedingt durch Androgen-Überfunktion, das AGS (Adreno-Genitale-Syndrom).
Zur Funktion des NNM (Nebennierenmark):
Dies ist die Bildungsstätte für die Katecholamine (●) - Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin -.
Zurück zur Bedeutung des HHN-Verbundsystems.
Auffallend ist - hierüber liegen etliche wissenschaftliche Untersuchungen vor -, dass es zu einer mit den Jahren zunehmenden Überempfindlichkeit des HHN gegenüber „Stress“ (körperlichem wie geistig-seelischem) kommt und dies mit der Folge, dass es zu einer gesteigerten bis überschießenden Biosynthese und Ausschüttung von Glukokortikoiden kommt.
Auffälligerweise treten mit dem Älterwerden und Altern immer mehr und weitere Organ- und Gewebsveränderungen zu Tage bzw. in den Vordergrund, welche in der Medizin als typische Nebenwirkungen von Glukokortikoiden bekannt sind, so u.a. Osteoporose, Abbau von Muskelmasse (bis hin zur Atrophie, zum Verkümmern, dem sog. „Muskel-Schwund“), gleichzeitig aber Zunahme der viszeralen (= die Eingeweide betreffend) Verfettung, arteriellem Bluthochdruck, zunehmenden Immunabwehr-Defiziten, dazu noch Abbauprozesse im ZNS (Zentral-Nerven-System) (●) und neuro-mentale bzw. psychische oder psychiatrische Veränderungen und auch noch eine Insulin-Resistenz (IR) (●) mit entsprechenden Störungen im Blutzucker-Stoffwechsel.
Ein Wort zur Diagnostik:
Cortisol kann sowohl im Blut (Serum) wie im Speichel wie auch im Urin gemessen werden. Am aussagefähigsten sind dabei Mehrfach-Bestimmungen als sogen. „Tagesrhythmik-Profil“.
Ich empfehle dazu - dies erspart mehrfache Blutentnahmen über den Tag! - Tagesprofile im Speichel und zur Erfassung der Cortisol-Ausscheidung noch die Bestimmung von Cortisol im 24-Stunden-Sammelurin.
Von besonderer Aussagekraft ist der sogen. „Adrenale Stress-Index“ [ASI] (●): Dies ist die Auswertung des „Cortisol-Tagesrhythmik-Profils“ im Speichel bei zusätzlicher Messung des „DHEA-Morgenwertes“ und diesen ebenfalls im Speichel.
So wichtig und richtig auch immer eine Cortisol-Therapie ist und sein kann, …
… so dürfen dabei aber nicht die Nebenwirkungen außer Acht gelassen werden und bleiben, so die Steroid-Akne, verzögerte Wundheilung, Osteoporose, Muskelschwäche, Glaukom/Katarakt, psychische Auffälligkeiten, Magenbeschwerden und Magen-Darm-Geschwüre, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Fetteinlagerungen bis zur Fettsucht, Diabetes mellitus (Corticoid-Diabetes), Ödeme, NNR-Schwäche, Hypertonie, erhöhtes Thromboserisiko und auch Störungen in der Sekretion der Sexualhormone.
Fakt:
Eine [jede] Corticoid-Therapie gehört stets und ausschließlich in die Hände von erfahrenen Ärzten!
Das „Schilddrüsen-Nebenschilddrüsen-Verbundsystem“
Die Funktion der Schilddrüse - Glandula thyreoidea - weist mit zunehmendem Alter eine ganze Reihe von Besonderheiten und Funktionsveränderungen auf.
Zuerst aber einige Angaben zu diesem endokrinen Organ. Die Schilddrüse (SD) liegt am Hals unterhalb des Kehlkopfes und sie umfasst die Luftröhre halbkreisförmig und hat die Form eines Schmetterlings.
Nun zur Funktion und Tätigkeit.
Die SD ist verantwortlich für den aktiven Transport von anorganischem Jodid (allgemein in der Bevölkerung als „Jod“ bezeichnet) aus dem Blut bzw. dem EZR (ExtraZellular-Raum) in die Zelle (= Iodination), ferner für die Oxidation von Jodid (oder auch Iodid) zu elementarem Jod durch ein spezielles Enzym und dies in Gegenwart von Wasserstoff-Peroxid (H2O2) (= Iodisation), weiter für die Jodierung von Thyrosin-Resten (Thyrosin ist eine Aminosäure, s.u.) des Thyreoglobulins - die dann unter weiteren biochemischen Prozessen letztlich kondensiert werden zu den beiden SD-Hormonen, nämlich dem „Trijodthyronin“ = T3 und dem „Thyroxin“ = T4 -.
Dabei kommt dem Regelkreis „TSH-T3-T4“ eine ganz besondere Bedeutung zu. So produziert die SD unter dem steuernden Einfluss von TSH (= Thyreoidea-Stimulierendes-Hormon = Thyreotropin; d.i. ein Proteo-Hormon gebildet im Hypophysenvorderlappen; s.d.) - somit liegt hier eine weitere Hormonachse vor, das „Schilddrüsen-Hypophysen-Verbundsystem“ - TSH steigert die Jodaufnahme, den Jodeinbau in das Thyreoglobulin [= ein in der SD gebildetes Glukoprotein] und die gesamte Hormon-Biosynthese, vermehrt die SD-Hormone und dies führt dann gleichzeitig zu einer erhöhten Konzentration von T3 und T4 im Blut.
In Abhängigkeit von T3 - dieses Hormon ist Richt- oder Regelgröße für die hormonelle SD-Funktion nach dem Prinzip der „negativen Rückkoppelung“ - erfolgt dann im Hypothalamus (also auch hier ein „Verbund“) die Synthese und Sekretion von TRH (Thyreotropine-Releasing-Hormone, was seinerseits die Freisetzung von TSH stimuliert und evtl. auch von Prolaktin aus dem HVL). T3 liegt zu 0,4% und T4 sogar nur zu 0,04% als freies und somit biologisch aktives Hormon im Blut vor; der große Rest liegt an Eiweißkörper gebunden vor. An den Erfolgsorganen (Leber, Niere, Muskel) kann das T4 durch Enzyme in das wesentlich schneller wirkende und 3-8x so wirksame T3 umgewandelt werden (= Konversion).
Kurz noch zu den Wirkungen der SD-Hormone:
Von besonderer Bedeutung ist der „kalorigene Effekt“ - d.h. über die Steigerung des Sauerstoffverbrauchs in den Geweben und einen erhöhten Grundumsatz nehmen die SD-Hormone Wirkung auf den Stoffwechsel der Kohlenhydrate, Eiweiße und der Fette (lipolytische Wirkung bei gleichzeitiger Senkung der Blutfette und des Cholesterin-Spiegels) dazu wachstumsfördernde Wirkung, die Regulation der Katecholamine (Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin).
Zu Veränderungen im Alter bzw. während des Alterungsprozesses:
Aufgrund des stetigen Nachlassens der Jod-Pumpe sinkt auch die Fähigkeit der SD, Jodid aufzunehmen und so die notwendigen Bausteine für die SD-Hormone präsent zu haben. Somit sinken im Alter die Freisetzungsraten für T4 und geringer auch für T3; gleichzeitig auch die TSH-Freisetzungsrate. So nehmen im Alter - wenn auch vielmals ohne deutliche Ausprägung - die Schilddrüsen-Funktionsstörungen - sowohl der „Alters-Hypothyreose“ (Unterfunktion) wie auch der „Alters-Hyperthyreose“ (Überfunktion) zu. Diese Befunde werden noch verstärkt durch mehrere Faktoren, so z.B. die nicht ausreichende Jodid-Aufnahme (aus Nahrung bzw. jodiertem Speisesalz), aber auch die negativen Einwirkungen von Röntgen-Kontrastmitteln, Medikamenten (auch Homöopathika und Spagyrika!) und zudem besonders noch Autoimmunprozesse der SD.
So finden sich bei „Alters-Hypothyreosen“ oftmals Beschwerden, die einer Herzinsuffizienz sehr ähnlich sind, aber auch Verstopfung, Müdigkeit, Mattigkeit, Kraftlosigkeit, allgemeiner körperlicher und geistiger Abbau und auch Depressionen und Verwirrtheitszustände und auch stärkerer Anstieg des Cholesterins.
Hingegen finden sich bei den „Alters-Hyperthyreosen“ besonders Gewichtszunahmen (ohne Änderung der Lebensweise) und oft bei gleichzeitiger Appetitlosigkeit, dann Herzbeschwerden - Herzrasen, Herzflimmern, Angina pectoris, Atemnot bei Belastung - und weiter zunehmender Tremor (Zittrigkeit) und Knochenbrüchigkeit bei Osteoporose.
In der Schilddrüse wird aber noch ein weiteres Hormon gebildet, das Calcitonin (CT; auch genannt Thyreocalcitonin) und zwar in den sog. C-Zellen der SD.
Es ist der unmittelbare Gegenspieler zum Hormon der Nebenschilddrüsen, dem Parathormon.
Nähere Angaben zu diesem Hormon daher bei der Nebenschilddrüse (s.u.).
Daher ist es mit zunehmendem Alter dann auch wichtig - und besonders dann, wenn Beschwerden und Symptome an eine „maskierte SD-Funktionsstörung“ denken lassen sollten -, eine entsprechende Diagnostik vorzunehmen.
Das heißt als sog. Suchteste (Screenings): TSH basal und bei pathologischen Befund dann noch freies T3 und freies T4 und besonders in sog. „Jodmangelgebieten“ noch den Wert für Jodid und dies alles als Blutuntersuchung.
Unabdingbar ist:
Die Behandlung mit Schilddrüsen-Hormonen gehört einzig in die Hand des Arztes!
Jetzt zur Nebenschilddrüse (NSD) - Glandulae parathyreoideae -.
Auch hier zuerst einige Anmerkungen.
Korrekt muss es heißen, den vier Nebenschilddrüsen; denn es handelt sich um je 2xpaarig angelegte endokrine Organe, auch Epithelkörperchen oder Beischilddrüse genannt. Sie liegen - zu je 2 auf beiden Seiten - der SD von hinten an. Es lassen sich bei den NSD drei Zelltypen unterscheiden. Die NSD ist/sind lebenswichtig!
In den Hauptzellen der NSD wird das Hormon Parathormon (PTH = parathyroid hormone), synthetisiert und freigesetzt. Die Freisetzung des PTH ist dabei abhängig von der Blut-Calcium-Konzentration. So steigern niedrige Ca-Spiegel die Freisetzung und erhöhte bremsen sie ab. Das PTH hat folgende Angriffspunkte und Stoffwechsel-Wirkungen:
1. am knöchernen Skelett
dort bewirkt es eine Steigerung des Knochenabbaus und somit eine Freisetzung von Calcium (Ca),
2. an der Niere
hier bewirkt es eine Hemmung der Phosphat-Aufnahme bei gleichzeitiger Erhöhung der Ca-Resorption!
3. weiter an der Niere
nunmehr begünstigt es die Umwandlung von Vorstufen zum wichtigen Vitamin D3 (Colecalciferol) und somit wird die Ca-Resorption aus dem Darm (aus der Nahrung) verbessert.
Dies hat zur Folge, dass es zu einem Anstieg der Ca- und einem Absinken der Phosphat-Konzentration im Blut kommt bei gleichzeitiger Zunahme der Aktivität der Serum-Phosphatase. Diese Vorgänge sind für den gesamten Knochen-Stoffwechsel von immenser Bedeutung (vgl. Osteoporose).
Wie schon unter der SD erwähnt, ist der direkte Gegenspieler (Antagonist) des Parathormons (PTH) das Calcitonin (CT) aus der SD. CT senkt den Ca-Spiegel. Beide regulieren so den gesamten Ca-Haushalt, wobei das Parathormon die Grob- und das CT die Feineinstellung bewirkt. Außerdem senkt CT den Phosphat-Spiegel und es bewirkt zudem einen „analgetischen Effekt“ (= schmerzstillend/-mildernd).
Der Angriffspunkt von CT ist altersabhängig. Im zunehmendem Alter bewirkt es den Ca-Einbau in die Knochenmatrix und somit hat es besondere Bedeutung bei Abbauprozessen der Knochensubstanz - so z.B. bei der Osteoporose -.
Neben den Schädigungen der Knochenstruktur kann sich ein Mangel von CT in gelegentlichem Hitzegefühl und in Magen-Darm-Störungen äußern.
Außer den schon genannten Fehlfunktionen beim PTH muss aber noch an eine weitere Auswirkung - und die wiederum mit besonderer Bedeutung im Alter - gedacht werden, nämlich:
Besonders in der Osteoporose-Prophylaxe aber auch in der Minderung des Ausmaßes und des Fortschreitens einer evtl. bestehenden Osteoporose ist es daher wichtig, rechtzeitig auch mit in die Untersuchungen die Messungen von Parathormon (PTH) und Calcitonin (CT) einzubeziehen. Dabei das PTH als intaktes PTH im Plasma und CT im Serum. Und dazu natürlich auch noch Vit. D3 (dazu später). Auf diese Weise werden aussagefähige Daten ermittelt (und nur auf diese Weise)!
Unabdingbar auch hier:
Jede Therapie mit Parathormon gehört in die Hand eines Arztes!
Veränderungen bei/von weiteren Hormonen im Alter
Der größte Teil der Hormone mit Bedeutung für das Alter, das Älterwerden, den gesamten Ablauf des Alterungsprozesses ist besprochen.
Dennoch sind auch die noch verbliebenen nicht ohne Bedeutung. Dies sind insbesondere das Colecalciferol und dazu noch die Biogenen Amine.
Mit Colecalciferol (oder auch Cholecalciferol) soll der Anfang gemacht werden.
Bekannter unter dem Namen Vitamin D3.
Wie auch die beiden anderen D-Vitamine, so entsteht Colecalciferol aus den entsprechenden Vorstufen durch UV-Bestrahlung (daher ist gerade bei der Osteoporose bzw. der diesbezüglichen Vorsorge ein regelmäßiger Aufenthalt im Freien und in der Sonne so wichtig!). Eine dieser Vorstufen - das 7-Dehydrosterol - kann im menschlichen Organismus aus Cholesterin synthetisiert werden. Dies ist auch der Grund, warum die D-Vitamine eigentlich nicht als Vitamin bezeichnet werden sollten, sondern vielmehr als das, was sie wirklich sind: Steroid-Hormone (vgl. zu Beginn dieses Gesamtkapitels)!
So wird auch die Synthese des Colecalciferols (vgl. Nebenniere) vom „Hypothalamus-Hypophysen-Verbundsystem“ (s.v.) kontrolliert!
Nun zur Wirkung:
Die Calciferole wirken einem Absinken des Blut-Calcium-Spiegels entgegen und dies auf zweifache Weise: einmal, indem sie Calcium-Resorption im Darm steigern - und dazu noch: die Bildung des Calcium-spezifischen Transporteiweißes in der Darmschleimhaut findet nur in Gegenwart von Calciferol statt! - und ferner, durch Calcium-Mobilisierung aus der Knochensubstanz (Knochenmatrix). Oftmals - auch dies ist im zunehmendem Alter nicht selten anzutreffen - besteht im Alter ein Mangel an Calciferolen (ernährungs-bedingt und durch Mangel an Sonneneinwirkung noch verstärkt und durch letzteren kommt es zu einer verminderten Aktivierung in Haut, Leber, Nieren), was dann wiederum eine verminderte Calcium-Aufnahme nach sich zieht.
Bei älteren Menschen kommt es oftmals zu einer Konstellation von sekundärem Parathormon-Überschuss (Hyperparathyreoidismus), vergesellschaftet mit Mangel an körperlichem Training und körperlichen Aktivitäten, dem Leiden an verschiedenen und auch chronischen Krankheiten und vor allem und dazu noch den Hormonmangelzuständen der Menopause (Frauen) bzw. Andropause (Männer) und auch der Nebenwirkungen von Medikamenten (z.B. Glukokortikoide). Aus alledem resultiert dann eine hohe Gefährdung für einen fortschreitenden Abbau von Knochensubstanz (bis hin zur Osteopenie oder Osteoporose). Durch diesen Knochenmatrix-Abbau - oder richtiger, die gesteigerte Osteoklasten-Aktivität - kommt es zu einem übergroßen Anfluten von Calcium und somit der Gefahr, dass dieses Zuviel an Ca in den Nierentubuli (Nierenkelchen) ausgefällt wird und zu einer schwerwiegenden Nierenstörung, der Nephrokalzinose, führt.
Bezüglich der Diagnostik sollte stets im Serum das Vitamin D3 als „25-OH-D3“ - hier sind jahreszeitliche Wertschwankungen zwischen Sommer + Winter zu beachten - und das „1,25(OH)2 D3“ gemessen werden.
Hinsichtlich der Einnahme von Colecalciferol gilt es zu wissen, dass Vitamin D3 ein sogen. Risiko-Vitamin ist.
Eine mögliche Überdosierung zeigt sich in Schwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall. Dazu kommen dann die Beschwerden bei längerer Überdosierung, bedingt durch Entkalkungsprozeße an den Knochen und Nierenschädigung aber auch an Herz, Lunge und der Hornhaut.
Unverzichtbar:
Es sollte - auch nicht zur Prophylaxe - nie eine sogen. „Selbst-Medikation“ mit Cholecalciferolen [Vitamin D3] vorgenommen werden.
Bleiben die Biogenen Amine.
(vgl. Ausführungen vorne im Text unter „Hormone“)
In Kurzform nochmals in der Zusammenfassung:
Mit diesem Begriff werden „basische Moleküle“ bezeichnet, die eine (= Monoamin) bzw. mehrere (= Polyamine) Aminogruppen als funktionelle Gruppen tragen. Sie kommen unter physiologischen (= normalen) Bedingungen im Organismus vor und haben vielfältige Funktionen; sie wirken als „Neurotransmitter“, „Co-Faktoren“ und/oder als „Hormone“.
Für den Menschen wichtige Biogene Amine sind:
Katecholamine (= Neurotransmitter bzw. Hormone des Nebennierenmarks) - Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin -, L-Carnitin (= Transporter für Fettsäuren durch die Membran der Mitochondrien), Melatonin (= Hormon der Epiphyse/ Zirbeldrüse), Histamin (= Gewebshormon und Neurotransmitter, gebildet in Nervenzellen + Mastzellen), Spermin + Spermidin (= geruchs-bestimmende Bestandteile des Ejakulats/Samenflüssigkeit = Wachstumsfaktoren im Samen und in Zellen) und ferner die sogen. Fäulnisbasen - sie entstehen beim bakteriellen Abbau von Aminosäuren - wie Cadaverin (= Abbau-Produkt der Aminosäure L-Lysin) und Putresin (= Abbau-Produkt der Aminosäure L-Ornithin).
Zu unterscheiden sind endogene und exogene Biogene Amine.
Die Ausschüttung erfolgt lokal oder über das Blutsystem.
Die exogenen Amine werden direkt aus der Nahrung im Darm resorbiert. Alkohol kann die Resorptionsrate erhöhen. Die Diaminoxidase (DAO) wie auch die Monoaminoxidase (MAO) bauen neben weiteren Enzymen biogene Amine ab und verhindern so eine übermäßige Resorption bzw. ein Übermaß im Gewebe. Bei sensiblen Menschen sind dementsprechend DAO, MAO oder auch andere Enzyme nicht ausreichend vorhanden oder auch gehemmt. DAO-Hemmer wie auch MAO-Hemmer sind z. B. in Medikamenten zur Behandlung von Depressionen oder in Muskatnüssen enthalten. Ebenso wirken einige biogene Amine als Inhibitoren von Enzymen (z.B. hemmt Tyramin die DAO und damit den Abbau von Histamin). Darüber hinaus wird der Abbau biogener Amine ggfls. auch ab einer bestimmten Menge von Abbaumetaboliten via Feedback gehemmt. Auch eine kombinierte Einnahme von biogenen Aminen und Stoffen, die die Resorption steigern (z.B. Alkohol) oder verlangsamen kann zu einer allergischen oder pseudo-allergischen Reaktion (i.S.v. „Nahrungsmittel-Unverträglichkeit“) führen.
DHEA + HGH + Pregnenolon: Die „Vitalisierungs-Hormone“
Wie Ebbe und Flut, so kommt es mit (schöner) Regelmäßigkeit auch zu und über diese Hormone zu kontrovers diskutierten - ein Teil der Wissenschaftler und Mediziner ist absolut „pro“, der andere Teil ebenso engagiert „contra“ - Anwendungsmöglichkeiten und Wirkungsweisen von DHEA und HGH und PREGNENOLON.
Die Besprechung der Hormone mit wichtiger Einflussnahme auf unseren Organismus und speziell dann für den Ab- und Verlauf des Alterungsvorganges wäre unvollständig, würde ich hier nicht zumindest kurz auch auf diese drei Hormone zu sprechen kommen.
Lassen Sie mich beginnen mit DHEA - dieses Kürzel steht für „DeHydro-EpiAndrosteron“ (= trans-Dehydroandrosteron) -. 1934 wurde das Hormon vom großen deutschen Biochemiker und Nobelpreisträger (1939), Prof. Dr. Adolf Butenand, entdeckt.
Es handelt sich beim DHEA um ein androgenes Hormon der Nebennierenrinde (NNR; vgl. auch vorne) mit einer schwachen anabolen Wirkung (androgenes Hormon = männliches Sexualhormon; anabol = von den Androgenen abgeleitete Hormone, welche durch Erzielung einer positiven Stickstoffbilanz im Stoffwechsel Wachstumsprozesse beschleunigen; viel auch angewendet zum Muskelaufbau und zur allgemeinen Kräftigung und generell zur Regulierung des Aufbaustoffwechsels).
DHEA wird im Organismus (in der NNR) selbst synthetisiert und zwar ausgehend vom Cholesterin (!) über Pregnenolon, dann Hydroxi-Pregnenolon zum DHEA.
Gleichzeitig aber ist DHEA eine Wirksubstanz, aus der unser Körper andere Hormone synthetisieren (herstellen) kann; so z.B. Testosteron und Östrogene. DHEA ist eine essenzielle (lebensnotwendige) Komponente für viele physiologische (normale) Funktionen des Organismus. DHEA zirkuliert im Körper überwiegend als wasserlösliche Form, die als DHEA-S (DHEA-Sulfat) bezeichnet wird.
Beim DHEA handelt es sich um ein für die Östrogen-Synthese der feto-plazentaren Einheit wichtiges „Steroid-Hormon“ und wird daher auch genannt als „The Mother Hormone“ (= Die Mutter der Hormone).
Hinweis:
DHEA ist unverzichtbare Vorstufe für die Bildung aller Androgene!
(vgl. im Text unter „Wechseljahre für den Mann“)
DHEA wird sowohl vom weiblichen Organismus (wenn auch in deutlich geringerer Konzentration) als auch vom männlichen synthetisiert.
Mit Beginn der „Wechseljahre“ kommt es auch beim DHEA zu einem deutlichen Rückgang der Produktion um mehr als die Hälfte bei Männern und sogar fast gänzlich bei Frauen und mit einem Alter um die 70 Jahre erlischt die Bildung gänzlich.
Bei Erkrankungen der Nebenniere - und speziell der Nebennieren-Rinde wie Addison’sche Krankheit und NNR-Insuffizienz - und auch bedingt durch eine längere Behandlung mit Kortikoiden (z.B. infolge eines entzündlichen chronischen Rheumatismus) kommt es ebenfalls zu einem auffälligen Abfall von DHEA im Blut bzw. einer eingeschränkten Produktion in der NNR.
DHEA steht im umgekehrten Verhältnis zur Produktion von ‚Stress-Hormonen’.
Stress hat erwiesenermaßen einen stark-negativen Einfluss auf das Immunsystem. Untersuchungen haben bestätigt, dass eine der Hauptfunktionen von DHEA die Aufrechterhaltung eines starken, leistungsfähigen (= „jugendlichen“) Immunsystems ist und zwar durch Gegenreaktion (= gesteigerte Biosynthese) auf die Stress-Hormone.
DHEA bringt unser Immunsystem regelrecht auf „Touren + Trab“: Es erhöht nämlich die Synthese von Immunzellen, fördert zugleich die Ausschüttung von Abwehrstoffen und stärkt außerdem den Widerstand gegen Krankheitskeime (Erreger).
Außerdem:
DHEA verbessert die Verarbeitung von Informationen im Gehirn und steigert insgesamt die Gedächtnisleistung(en).
DHEA kann die Reproduktion neuer Gehirnzellen um fast 30% steigern (Studie der Uni Wisconsin/USA - publiziert: National Academy of Science, 2003).
Nebenbei:
PREGNENOLON (s.u.) optimiert diese DHEA-Wirkung noch, indem Pregnenolon die Konzentration(sfähigkeit) verbessert und zudem die „geistige Ermüdbarkeit“ vertreibt und die Merkfähigkeit erhöht.
DHEA steigert - im Verbund mit HGH - die Muskelmasse und schmilzt Fett-Depots im Körper und auch besonders in den Blut-Gefäßen. Beide wirken somit als regelrechter „Arteriosklerose-Schutzfaktor“ für Herz und Gefäße! Zudem verhindern sie gleichzeitig Kalk-Ab- und -Einlagerungen in den Gefäßen.
Auch für Haut und Bindegewebe ist DHEA wichtig:
Es mobilisiert den Wachstumsfaktor IGF-1 (s. dort). IGF-1 seinerseits fördert die Regeneration der Haut und kurbelt zudem die Bildung von Kollagen an mit der Folge: die Haut wird straffer (= jugendlicher!) und Falten ‚verschwinden’.
„DHEA wird zu Recht bezeichnet als das „Wellness-Hormon“ („Wohlfühl-Hormon“)!
Nebenbei:
DHEA wirkt ähnlich wie STH; es macht „munter“, lässt (im Rahmen eines Gesamtprogrammes) die „Kilos purzeln“ und gilt als potenter „Herzinfarkt-Schutz“!
Nun zum HGH - der wissenschaftliche Name lautet „Human Growth Hormone“; wird auch bezeichnet als STH (Somatotropes Hormon) -.
HGH ist auch bekannt als Wachstumshormon. Schon zu Beginn meiner Darlegungen zu den Hormonen (vgl. im Kapitel „Von Hormonen und den Wechseljahren“ im Teilkapitel „Das somatotrope Verbundsystem“) habe ich wichtige Fakten zu diesem für jeden Menschen - gleich, welchen Alters besonders für den Ablauf des Alterungsprozesses - so sehr bedeutenden Hormons dargelegt und dabei auch die unmittelbare Einflussnahme hinsichtlich der Synthese des IGF-1 („Insulin-like Growth Factor“) erläutert.
Zur Erinnerung:
HGH wird als artspezifisches Proteohormon im Vorderlappen der Hirnanhangdrüse (Hypophysenvorderlappen, HVL) synthetisiert.
Weiter:
Unser menschlicher Organismus fährt die Bildung dieser Wachstumshormone mit zunehmendem Alter immer weiter und stärker herunter.
In knapper Form noch einmal zusammengefasst die Wirkungen von HGH:
Es bewirkt einen Muskelaufbau und parallel dazu eine Stabilisierung der Knochenmatrix und auch von Organgewebe; gleichzeitig wird Fettgewebe abgebaut; die Haut wird dadurch elastisch und fest und behält ihr glatte Oberfläche - HGH wirkt also gegen z.B. Cellulitis und Falten - und insgesamt wird auch die Wirbelsäule verfestigt. Alles Wirkungen, die besonders mit zunehmendem Alter und im Alter gefragt sind. Ganz besonders auch dann, wenn der Organismus selbst nicht mehr oder nicht mehr ausreichend in der Lage ist, dieses Hormon selbst zu bilden und freizusetzen!
HGH stimuliert die Teilung von Knorpelzellen mit der Wirkung z.B., dass in den Gelenken der geschädigte Knorpel stabilisiert wird - dadurch einer Arthrose gegengesteuert wird bzw. bestehende Arthrosen im Fortschreiten abgebremst werden und letztlich Schmerzen verringert werden -.
Bleibt noch das dritte natürliche Hormon, das Pregnenolon (1934 erstmals separiert und 1943 im Tierversuch erstmals extrahiert, danach wieder weitgehend in Vergessenheit geraten * erst seit 1995 wieder intensive Forschung). Es handelt sich dabei um ein ‚gemeinsames Zwischenprodukt’ in der Biosynthese aller Steroid-Hormone! Vom Pregnenolon ausgehend dann in der einen Schiene als Endprodukt das Cortisol und in der 2. das Aldosteron. Pregnenolon wird weit überwiegend in den Nebennieren, dann aber auch noch im Gehirn, in der Leber, der Haut, den Hoden bzw. den Eierstöcken gebildet. Im Organismus kann Pregnenolon unmittelbar genutzt werden oder aber weiter-synthetisiert werden zu den genannten Steroid-Hormonen oder auch umgewandelt werden in DHEA.
Im menschlichen Körper werden mehr als 150 Steroidhormone aus Pregnenolon produziert. Interessant ist, dass Pregnenolon bei Männern überwiegend zu Testosteron und bei Frauen in Östrogene „umgebaut“ wird.
Mit zunehmendem Alter lässt die Eigenproduktion von Pregnenolon nach und dadurch ist notabene auch eine verminderte Bildung der von ausreichender Synthese des Pregnenolon abhängigen Hormone usw. die Folge.
Pregnenolon wird inzwischen erfolgreich (als Teil einer ganzheitlichen Behandlung) eingesetzt bei:
Erkrankungen im Rheumatischen Formenkreis (entzündlich wie degenerativ) und es gilt insbesondere als potente Wirksubstanz, um diversen ‚Alterserkrankungen’ vorzubeugen!
Aber:
Pregnenolon hat eine besondere Bedeutung für die Gesamtfunktion unseres Gehirns [z.B. hinsichtlich Erkrankungen - und bes. bzgl. der Schwere - an Depressionen, Ängsten, Neurosen, M. Parkinson, Multipler Sklerose, M. Alzheimer & sonstige Demenzerkrankungen, Epilepsie und dem allgemeinen Nachlassen der kognitiven Hirnleistungen (=Gedächtnis-Funktionen)] und dies besonders mit zunehmendem Alter.
Pregnenolon verbessert die visuelle + akustische Wahrnehmung und hilft bei Erschöpfungszuständen (physisch wie psychisch).
Dabei wirkt Pregnenolon im Gehirn als GABA-Antagonist (GABA = Gamma-Amino-Butric-Acidum - Antagonist = Gegenspieler * Diazepame und einige Sedativa = Beruhigungsmittel und Antidepressiva wirken als GABA-Agonisten, d.h.: die GABA-Rezeptoren werden stimuliert, was zur Minderung der Hirnaktivitäten führt!); d.h.: Pregnenolon bewirkt erhöhte Aufmerksamkeit und Steigerung der Gehirnaktivitäten.
Ferner hat Pregnenolon einen stimulierenden Effekt auf die NMDA-Rezeptoren (N-Methyl-D-Aspartat); diese spielen eine wichtige Rolle in der Regulierung der Funktion der Neuronen im Gehirn, welche das Lern- und Erinnerungsvermögen beeinflussen.
Fakt ist:
Pregnenolon ist das derzeit potenteste Mittel zur Verbesserung der Gehirnfunktionen!
(Quelle: Dr. Flood, Geriatric Research Education and Clinical Center, St. Louis, USA)
„Pregnenolon: „Das Gedächtnis-Hormon“
Zurück zum Thema:
„Jungbrunnen hin – Risiko her“!
Nicht zu leugnen:
Eine Behandlung mit Hormonen - dies beziehe ich nicht nur und einzig auf DHEA und besonders HGH - ist mit Risiken behaftet, zumindest (nicht selten) mit Nebenwirkungen.
Bei HGH ist dies insbesondere das erhöhte Risiko, an einem bösartigen Tumor oder einer Form der Leukämie zu erkranken! Auch die Gefahr für einen Herzinfarkt steigt deutlich! Weiter sind hier zu nennen: Diabetes mellitus, Herzrhythmusstörungen und auch Gelenkentzündungen (Arthritis).
Auch hier gilt - wie generell bei einer jeden Hormon-Therapie ganz allgemein -:
Die Behandlung mit Hormonen gehört ausschließlich in die Hand eines erfahrenen und entsprechend ausgebildeten Arztes!
Eine Behandlung mit Hormonen hat sich ausschließlich zu richten (und zu halten) an bestehenden und diagnostisch gesicherten Befunden!
Jede Hormontherapie ist kein Dauerbrenner und keine Einheits-Standard-Therapie, sondern sie muss individuell, ausgerichtet auf die Befunde und in den allermeisten Fällen zeitlich begrenzt zur Anwendung kommen!
Bei jeder Hormonbehandlung gilt es Risiken (und Nebenwirkungen und sogar Kontraindikationen) mit dem Nutzen (dem Wirkeffekt) kritisch abzuwägen!
Warum stelle ich Ihnen dann alle diese Hormone vor, wenn eine Einnahme dieser potenten Wirkstoffe bzw. eine Injektionsbehandlung nur für wenige ältere und alte Menschen in Frage kommt, kommen kann und darf/sollte?
Es gibt - gottseidank - inzwischen Lösungswege, welche für alle Menschen praktikabel und wirksam sind, zumindest für die allermeisten.
Merken Sie sich hier nur schon einmal den Namen „Organ-Therapie (OT)“.
Die Möglichkeiten und Chancen dieser modifizierten und speziellen „Zell(ular)-Therapie“ - werde ich später eingehend vorstellen/besprechen.
Ich persönlich halte jedenfalls diese Präparate - neben weiteren und stets im Rahmen eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes - für wirkungsvoll und dazu für ausgesprochen und langjährig erwiesen risikoarm!
Zuerst aber gilt es noch - nach diesem umfangreichen, weil so wichtigen, Kapitel über die Hormone und die Hormon-Verbundsysteme - weitere Veränderungen unseres Organismus mit zunehmendem Alter bzw. im Alter selbst unter die Lupe zu nehmen.
Soviel und soweit vorerst zum Thema „Hormone“ und speziell mit den bestehenden Veränderungen mit zunehmendem Alter und somit der Bedeutung für das (gesunde) Älterwerden und den Verlauf des gesamten Alterungsprozesses.
Nach Besprechung der unverzichtbaren Aminosäuren (folgendes Teilkapitel) kommen wir allerdings nochmals zurück zu „Hormonen“, dann in Form der Biogenen Aminen.
Aminosäuren: (lebens-) wichtige Bausteine!
Wie wichtig und zugleich unersetzlich Aminosäuren (AS) für unseren gesamten Organismus sind, werde ich Ihnen im nachfolgenden Kapitel u.a. an den Beispielen der wichtigen Wirkstoffe gegen ein allzu rasches Altern mit all seinen Beschwerden - wie z.B. Serotonin und Melatonin - aufzeigen und darlegen. Doch gehen wir langsam und der Reihe nach vor.
Was sind Aminosäuren und welche Bedeutung haben sie?
Aminosäuren (AS) stellen die einfachsten Bausteine der Eiweiße (Proteine) dar.
[Eiweiße sind hochkomplexe Moleküle - Polymere, die durch Aneinanderreihung von AS aufgebaut sind. Um es einfacher darzustellen, sind die einzelnen AS, die an sich schon Moleküle sind, als Kugeln dargestellt:
AS bestehen aus etwa 20 Atomen und von den etwas mehr als 20 verschiedenen AS kommen fast alle in den meisten Proteinen vor. Aus diesen Bausteinen lässt sich eine sehr große Anzahl an Molekülen kombinieren. Wenn man beim Lotto (6 aus 49) 6 verschiedene Zahlen ankreuzen will, so gibt es dafür etwa 14 Millionen Möglichkeiten. Deswegen ist es so unwahrscheinlich, dass man gewinnt. Bei den Eiweißen (Proteinen) kann man rein theoretisch zwischen 50 und 10.000 Aminosäuren aneinander reihen (theoretisch auch ein und dieselbe Aminosäure beliebig oft wiederholen). Hier gibt es also noch wesentlich mehr Möglichkeiten als beim Lottospiel!
Die Andersartigkeit der jeweiligen Proteinstruktur hat eine zentrale Bedeutung für ihre biologische Funktion.
Aus einer fast unendlich großen Anzahl möglicher Proteinmoleküle hat die Natur jeweils eins mit einer besonderen Form für eine bestimmte Aufgabe gewählt. Die Form der Proteine ist also für die jeweilige biologische Funktion verantwortlich.]
Zu unterscheiden sind (in Kurzfassung) folgende „Protein-Typen“ mit deren wichtigsten Funktionen und Vorkommen:
Protein-Typen: Funktion, Vorkommen
Struktur-Proteine
Glycoproteine in der Zellmembran von Eucyten [d.s. Zellen, bestehend aus Zellmembran, Zellleib, Zellkern - ausgenommen die ‚Erythrozyten‘, die kernlos sind - und ggfls. Zellwand] - Vorkommen: als ‚Keratin‘ in den Haaren und ‚Kollagen‘ im Bindegewebe;
● Kontraktile Proteine
‚Actin‘ und ‚Myosin‘ in den Eucyten bes. der Muskelzelle;
● Speicher-Proteine
‚Phytoferritin‘ als Eisenspeicher in Proplastiden;
● Transport-Proteine
‚Serumalbumin‘ zum Fettsäuretransport im Blut, Sauerstofftransport durch ‚Haemoglobin‘ durch ‚Myoglobin‘ im Muskel;
● Schutz-Proteine
‚Antikörper‘ zur Bindung/Eliminierung körperfremder Substanzen, ‚Fibrinogen‘ als Vorstufe zur Blutgerinnung;
● Proteo-Hormone
‚Insulin‘ als Regulator des Zuckerstoffwechsels, ‚ACTH‘ zur Steuerung der Nebennierenrinde;
● Toxine
‚Ektotoxine‘ als bakterielle Ausscheidungen, z.B. Tetanus- und Diphtherie-Erreger
● Enzyme
Biokatalysatoren, welche Reaktionen im Organismus beschleunigen: ‚Oxidoreduktasen‘ übertragen bei der biolog. Oxidation und Reduktion Wasserstoff oder Elektronen - ‚Transferasen‘ übertragen Molekülgruppen - ‚Hydrolasen‘ katalysieren hydrolytische Spaltungen - ‚Lyasen‘ spalten Molekülgruppen ab (sogen. Eliminierungs-Reaktion) - ‚Isomerasen‘ dienen innermolekularen Umlagerungen - ‚Ligasen‘ knüpfen neue Bindungen unter gleichzeitiger ATP-Spaltung.
Chemisch betrachtet handelt es sich bei den AS um Carbonsäuren (d.s. organische Verbindungen mit einer oder mehreren Carboxyl-Gruppen), bei denen ein Wasserstoff („H“) durch eine Aminogruppe („NH2“) ersetzt ist. Die im „Eiweißstoffwechsel“ wichtigen AS sind fast alle sog. „alpha-AS“ und „L-AS“.
Zwei AS bilden durch Peptidbindung ein Dipeptid, drei ein Tripeptid usw., mehr als 10 ein Polypeptid und über 100 AS ein Protein (Eiweißkörper). Im menschlichen Organismus sind bis heute 25 AS bekannt, davon sind 8 für den Erwachsenen [dazu noch eine 9. AS und die allerdings in Abhängigkeit vom Vorhandensein von Phenylalanin] und weitere 2 für Säuglinge und Kleinkinder essenziell (= lebensnotwendig; sie müssen stets ausreichend von außen zugeführt werden, da sie vom menschl. Organismus selbst nicht synthetisiert werden können! - nebenbei: dies gilt nicht nur für diese 8-10 AS, sondern auch für bestimmte Vitamine, ungesättigte Fettsäuren, Mineralstoffe und Spurenelemente!). Alle AS werden eingeteilt - je nach ihrer chemischen Struktur - in aliphatische AS, aromatische AS und hetero-zyklische AS.
Für den Organismus des erwachsenen Menschen sind - wie gesagt - 8 bzw. 9 dieser AS lebensnotwendig [= „essenziell“] und zwar:
Isoleucin + Leucin + Lysin + Methionin + Phenylalanin + Threonin + Tryptophan + Tyrosin + Valin.
Von den übrigen 17 AS, die also für den Erwachsenen primär nicht-essenziell [= nicht „lebensnotwendig“] sind, sollen hier - wegen derer Bedeutung - noch genannt sein:
Arginin + Asparagin/Asparaginsäure + Glutaminsäure/ Glutamin + Ornithin + Taurin.
Diesen 9 essenziellen und den 5 nicht-essenziellen AS wollen wir uns nun kurz zuwenden.
Zuvor noch:
Gerade beim Älterwerden und ganz besonders auch im Alter - und ganz besonders stark ausgeprägt, wenn zusätzlich noch und chronische Krankheiten vorliegen wie z.B. Diabetes mellitus - geraten etliche der wichtigen AS in Schieflage und mit ihnen dann unweigerlich der gesamte Stoffwechsel.
Daher halte ich es für wichtig, naschgehend eine kurze Beschreibung zu und über diese Aminosäuren festzuhalten.
Fakt ist:
Aminosäuren (AS) sind lebenswichtige und lebensnotwendige „Körper-Bausteine“.
Zuerst die essenziellen Aminosäuren:
Isoleucin (Ile) und L-Leucin (Leu)
Der mittlere Tagesbedarf an Leucin eines Erwachsenen beträgt ca. 2,2 g; der Minimalbedarf beträgt etwa 1,1 g und die Werte für Isoleucin liegen im Mittel bei 1,4 g bzw. minimal bei 0,7 g tgl. Der Abbau von Leucin verläuft in mehreren Phasen - wozu reichlich Energiebedarf erforderlich ist und zwar als ATP [Adenosintriphosphat] - bis zuletzt zum für unseren Organismus so bedeutenden „Acetyl-CoA“ (= Acetyl-Coenzym-A). Dieses Acetyl-CoA nimmt im gesamten intermediären Stoffwechsel „die zentrale Stellung“ ein und von ganz besonderer Bedeutung hierbei im Fettstoffwechsel, den Steroidhormonen, den Purinen und Porphyrinen. Iso-Leucin seinerseits wird abgebaut über den Fettsäure-Stoffwechselweg.
L-Lysin (Lys)
Hier beträgt der mittlere Tagesbedarf ca.1,5 g; minimal aber 0,8 g. Lysin ist besonders wichtig - und dort auch bes. reichlich vorkommend - im Myosin (= das „Muskeleiweiß“) und im Kollagen! Auch beim Abbau von Lys entsteht das oben schon genannte Acetyl-Co-A. Außerdem ist Lys ein unverzichtbarer (Ausgangs-) Bestandteil des so wichtigen Energie-Lieferanten „L-Carnitin“ (Zwitterstellung zwischen Aminosäure und Vitaminen). Ein Derivat von Lys bzw. ein „Biogenes Amin“ ist das Kadaverin und dieses hat biologische Bedeutung als bakterielles Abbauprodukt! Lys hat eine ausgeprägte anti-virale Wirkung und optimiert die Funktionen des Immunsystems. Lys fördert die Kalzium-Aufnahme im Darm und mindert das Arteriosklerose-Risiko durch Senkung des schädigenden Lipoprotein-a (Lp a).
L-Methionin (Met)
Der mittlere Tagesbedarf an Met beträgt etwa 1,6-2,0 g; die Minimalzufuhr 1,1 g tgl.! Met stellt mit den wichtigsten physiologischen Lieferanten von Methylgruppen - so u.a., für die Biosynthese von Cholin, Kreatin, von Taurin und Cystein und von Schwefel für den Eiweißaufbau -! Met ist von großer Bedeutung für eine optimale Funktion der Leber. Met ist erforderlich bei der Synthese (Aufbau) von Myelin-Scheiden und weiter zur Bildung von Adrenalin + Noradrenalin. SAM (= S-Adenosyl-Methionin) ist eine Schlüsselsubstanz des gesamten „Nerven-Stoffwechsels“. Ferner ist Met ebenfalls Bestandteil des „L-Carnitin“ (s.o.) und hat zudem positive (= schützende) Wirkung bei M. Parkinson und bei Depressionen. Met hat zahlreiche Effekte auf das Immunsystem. Als schwefelhaltige AS trägt Met zur Entgiftung von Schwermetallen bei und wirkt „antioxidativ“ (als „Radikalenfänger“!). Durch seine harnsäuernde Wirkung hemmt als Baktereinwachstum; Met senkt erhöhte Histamin-Spiegel und wirkt anti-allergisch. Met ist zu ca. 80% durch die L-Cystein (d.i. eine schwefelhaltige aliphatische AS) ersetzbar.
L-Tyrosin (Tyr)
Der mittlere Tagesbedarf ist u.a. abhängig vom Angebot (der Aufnahme) der AS Phenylalanin (s.o.). Wie Phenylalanin, so handelt es sich bei Tyr ebenfalls um eine aromatische Aminosäure, die in der Natur z.B. reichlich vorkommt im Mutterkorn (Secale cornutum). Tyr ist ein wichtiger Proteinbaustein und besonders für das Skleroprotein „Keratin“ (Grundsubstanz für Haare und Nägel). Daneben ist Tyr ein zentraler intermediärer Metabolit u.a. für die Schilddrüsenhormone, die Melanine (d.s. dunkle Pigmentfarbstoffe und haben Bedeutung für die Farbe von Haut & Haaren und der Iris und sind bei Mangel mit verantwortlich für ein zu frühes und zu rasches Ergrauen) und besonders für die Katecholamine (Catecholamine, Catechine). Tyr ist Vorstufe für die wichtigen Biogenen Amine, die Katecholamine: Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin. Und noch für ein 4. Biogenes Amin, das Tyramin - und dieses wirkt blutdruck-steigernd -.
L-Tryptophan (Trp)
Beim Trp beträgt die tgl. Mindestaufnahme ca. 0,25 g und der mittlere Tagesbedarf ca. 0,6 g. Aus Trp entstehen im Darm bei der Eiweißfäulnis Skatol und Indol (daher auch bezeichnet als Indolalanin). „Tryptophan“ ist für den menschlichen Organismus in vielfacher Weise unersetzlich. Ausgenommen von Insulin und Kollagen kommt sie in allen Proteinen vor und von ihr leiten sich einige wichtige biologisch aktive Substanzen ab; so die beiden „Biogenen Amine oder Gewebshormone“ Serotonin + Melatonin. Weiter noch ein weiteres Biogenes Amin, nämlich das „Tryptamin“ (Wirkstoff ähnlich dem Serotonin; wird als Neurotransmitter angesehen) und auch das „Kynurenin“ hat Bedeutung als Biogenes Amin. Auch dies hat wichtige Bedeutung: Trp ist am Stoffwechsel der Vitamine B1, B2, B6 und von Nicotinsäureamid (Vit. B3) beteiligt. Unter Trp-Mangel kommt es zu einem Eiweißmangel im Organismus, aber auch Magen- & Darm-Geschwüre treten dann vermehrt auf. Außerdem wichtig: bei einer Trp-Stoffwechselstörung können Krampfanfälle - wahrscheinlich infolge des dann herrschenden Serotonin-Mangels! - auftreten.
Nun die nicht-essenziellen Aminosäuren:
L-Arginin (Arg)
Bei Arg handelt es sich um eine essenzielle Aminosäure für Kinder und um eine nicht-essenzielle AS bei Erwachsenen. Arg ist beteiligt an der Synthese von Harnstoff. Arg hat wichtige Schutzfunktion gegen Alterungsprozesse und bei De-menzerkrankungen und Hirnabbau; zugleich ist Arg wichtiger ‚Neurotransmitter‘ im peripheren Nervensystem. Arg ist eine der wichtigsten AS für das Immunsystem - bes. pos. Einwirkung auf die ‚zelluläre = zell-vermittelte Immunabwehr’ (durch Vergrößerung der Thymusdrüse, Verstärkung der Kapazität der Killerzellen = NK-Zellen, Anregung der Ausschüttung der Interleukine 1+2 [Il-1*Il-2] + Verzögerung von Tumorwachstum). Arg wirkt zytotoxisch, antimikrobiell und regt die Funktion der neutrophilen Granulozyten an.
L-Asparagin (Asn) und L-Asparaginsäure (Asp)
Bei beiden handelt es sich um saure aliphatische AS (Asp) und deren Amide. Asp (= Aminobernsteinsäure) hat wichtige Bedeutung im „Harnstoff-Zyklus“ - wird auch „Ornithin-Zyklus“ genannt (= Regelkreis der Harnstoff-Synthese) - und ist besonders wichtig zur Entgiftung des im Eiweißstoffwechsel entstehenden Ammoniaks (NH3) in den Mitochondrien der Leberzellen und den Hirnzellen, indem das Ammoniak mit Kohlendioxid (CO2) in Harnstoff überführt wird. Bei Asn handelt es sich um das Amid der Asp mit gleicher Bedeutung. Asn ist außerdem wichtig bei Erschöpfungszu-ständen. Von großer Bedeutung - und besonders mit zunehmendem Alter wegen der reduzierten Konzentration - ist das Biogene Amin der Asparaginsäure, das „Beta-Alanin“ und zwar als wichtiger Baustein des unersetzlichen Co Enzym-A („CoA“).
L-Glutamin ( Gln) und L-Glutaminsäure (Glu)
Glu ist eine saure aliphatische AS und Gln das Amid der Glu. Die Synthese der Glu erfolgt in Leber, Nieren, Lunge und Gehirn. Gln und Glu haben wichtige Bedeutung als Vorstufe der Biosynthese der AS L-Ornithin (s.u.), L-Prolin und L-Hydroxyprolin und vor allem aber auch des insbesondere im Alter so wichtigen Vitamins Folsäure. Daneben kommt Glu außerdem im „Glutathion“ - d.i. ein wichtiges Tripeptid aus Cystein + Glutaminsäure + Glykokoll mit der Funktion als Coenzym -. Glu fördert die Synthese des wichtigsten zellulären Antioxidanzien-Systems, des Glutathions. Abgebaut werden Glu und Gln im „Zitronensäure-Zyklus“. Ein von Glu bzw. Gln abgeleitetes Biogenes Amin, die „Gamma-Amino-Buttersäure“ (GABA), ist ein wichtiger Gehirnbotenstoff; dies ist übrigens auch der Grund, warum lern- oder konzentrationsschwachen Schülern schon seit vielen Jahren Glutamin verordnet wurde. Gleiches gilt für die Hirnfunktionsstörungen mit zunehmendem Alter! Ferner ist bei physischem Stress ein Mehrbedarf an Gln erforderlich; zudem ist Gln ein unverzichtbares ‚Energiesubstrat‘ der Immunzellen. Nebenbei: ausreichendes Vorliegen von Gln verringert das Verlangen nach Alkohol! Glu ist der wichtigste exzitatorische Neurotransmitter im Zentralnervensystem (ZNS). Glu ist mit das ‚wichtigste Energiesubstrat’ für alle Zellen mit hoher Teilungsrate (z.B. die Immunzellen wie Enterozyten im Darm bzw. Lymphozyten); Glu greift zudem regulierend auf den Säure-Basen-Haushalt (SBH; s.u.) ein und hat auch noch anabole Wirkung.
L-Ornithin (Orn)
Orn ist eine schwefelhaltige aliphatische AS. Sie ist an der Harnstoffbildung beteiligt. Orn kommt als AS nicht in Proteinen vor. Zwei immens wichtige Biogene Amine sind Decarboxilierungsprodukte von Orn, nämlich „Spermidin“ und „Spermin“. Beide haben eine hervorragende Bedeutung in der Synthese der DNA und der RNA und außerdem in der Zellproliferation. „Spermin“ ist ein in der Prostata gebildetes Polyamin in den Spermien; es wirkt struktur-stabilisierend auf die DNA. „Spermidin“ stellt die Vorstufe des Spermins dar. Orn selbst ist von wichtiger Bedeutung bei der „Eiweißfäule“ - dem im Dickdarm stattfindenden bakteriell-enzymatischem Abbauprozess von nicht resorbierten Aminosäuren! und aus diesen Abbauprodukten entstehen dann u.a. die Biogenen Amine -. Ganz besonders ist eine ausreichende Versorgung mit Orn im zunehmenden Alter und auch bei Übergewicht und Leberfunktions-störungen von Wichtigkeit.
Eine wichtige Erkenntnis zu und über Spermidin:
Spermidin - Jungbrunnen für unsere Zellen!?
Im TV und in der Bild(zeitung) vom 16.11.2009 zu sehen, hören + lesen:
Ewig jung durch Sperma - was sich wie ein Traum anhört, kann schon bald Wirklichkeit werden. Denn zwei Grazer Wissenschaftler [die beiden Forscher Frank Madeo und Tobias Eisenberg von der Karl-Franzens-Universität in Graz hatten für ihr Projekt 29 Forscher aus sechs Ländern an elf Universitäten koordiniert. Die Ergebnisse wurden am 16.11.2009, im internationalen Fachjournal „Nature Cell Biology“ veröffentlicht] haben möglicherweise einen Schlüssel gegen das Altern gefunden - und das ausgerechnet in der männlichen Samenflüssigkeit!
Das Ergebnis:
Spermidin kommt in großen Mengen in der männlichen Samenflüssigkeit (Sperma) vor. Es hilft, geschädigte Zellen zu reparieren und so den Alterungsprozess zu bremsen.
Dafür geht das Spermidin in den Zellkern und programmiert ihn auf jugendlich.
Fazit:
Die Substanz Spermidin hält den Alterungsprozess von Zellen auf und kann so offenbar das Leben verlängern!
Eisenberg ist optimistisch:
„Es könnte sein, dass wir den heiligen Gral der Altersforschung gefunden haben.“
Befassen wir uns etwas gründlicher mit diesem Wirkstoff in der männlichen Samenflüssigkeit:
Spermidin (Monoaminopropylputrescin) ein Zwischenprodukt bei der Bildung von Spermin aus Putrescin und decarboxyliertem S-Adenosylmethionin.
Spermidin kommt im ganzen Körper vor und hilft wachsenden Zellen bei der Produktion von Nukleinsäure und Protein.
Die Menge von Spermidin im Körper erhöht sich bei einer Beschleunigung des Stoffwechsels. Bei einer Verlangsamung des Stoffwechsels erniedrigt sich die Produktion von Spermidin. Natürliche Umstände, die den Spermidin-Wert steigen lassen, sind Wachstum, Schwangerschaft, Reparatur von Muskelzellen nach starker körperlicher/sportlicher Anstrengung und Regenerierung der roten Blutkörperchen nach Blutverlust bzw. -armut oder nach längeren Höhen-Aufenthalten. Diverse Krankheiten werden ebenfalls durch erhöhte Spermidinwerte signalisiert, z. B. chronische Entzündungen der Gelenke („Rheuma“), der Leber (Hepatitis), des Darmes (Colitis) und der Haut (Ekzeme, Psoriasis).
Biochemische und physiologische Wirkung: inhibiert neuronale NO-Synthase (nNOS, ein Enzym welches Stickstoffmonoxid (NO) synthetisiert); bindet und präzipitiert DNA und stimuliert die Aktivität der T4-Polynukleotidkinase.
Spermidin ist in unterschiedlichem Umfang in allen Körperzellen vorhanden, seine Konzentration nimmt aber während des Alterns kontinuierlich ab.
Bislang war aber nur bekannt, dass er eine wichtige Funktion beim Zellwachstum spielt.
Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten von Eisenberg und Madeo können auch für die klinische Forschung wichtig sein, zum Beispiel bei Alterserkrankungen wie Alzheimer und Parkinson.
Übrigens:
Spermidin kommt auch in Nahrungsmitteln, wie Grapefruits, Weizenkeimen und Sojabohnen vor.
Wichtig:
Es gibt aber auch Lebensmittel, die das Sperma fit machen.
Der Grund: Sie haben besonders viel Folsäure, diese macht die Erbgut-Träger gesünder und senkt damit das Risiko, kranke Kinder zu zeugen, wie Wissenschaftler der University of California herausgefunden haben. Hier Lebensmittel mit besonders viel Folsäure: Leber, Weizenkeimen, Spinat, Sojabohnen, Feldsalat, Grünkohl, Erdnüssen, Kichererbsen …
Noch einmal und ganz bewusst zurück zu den Aminosäuren, respektive einer einzigen Aminosäure, nämlich: L-Ornithin (Orn) (s.o.):
L-Ornithin ist Ausgangssubstanz zur körpereigenen Bildung von Spermidin!
Nach diesem wichtigen Exkurs zurück zum eigentlichen Thema:
Aber auch die anderen (nicht-essenziellen) AS haben wichtige Bedeutung und Funktion.
So z.B. wird aus der AS „Serin“ das Biogene Amin „Ethanolamin“ synthetisiert - mit wichtiger Funktion für die Bildung der Phosphatide (= Phospholipoide) - oder die AS „Histidin“ zur Bildung des Biogenen Amins „Histamin“ - unverzichtbar als Feuerwehr bei allergischen Reaktionen, bei Gewebszerstörung, Entzündungen -; von L-Tyrosin leitet sich das Biogene Amin „Tyramin“ ab - es wirkt blutdruck-steigernd und anregend auf die gesamte glatte Muskulatur (z.B. Verdauungstrakt) - usw. -.
Ebenfalls Hormone bzw. Gewebshormone sind die Abbauprodukte der AS „Tryptophan“, so insbesondere das Serotonin und das Melatonin (vgl. später) - mit diesen beiden BA werde ich mich nachgehend noch eingehender befassen -. Hier nur soviel: beide BA finden sich bei zunehmendem Alter in erniedrigten Konzentrationen!
Ein wichtiges BA ist das Histamin; es leitet sich ab von der AS (Aminosäure) „Histidin“. Es ist ebenfalls ein Gewebshormon. Histamin ist eine wichtige Mediator-Substanz; die Freisetzung erfolgt durch verschiedene endogene wie auch exogene Auslöser, so z.B. durch das Immunglobulin E (IgE) z.B. bei Allergien, auch bei Verbrennungen, Entzündungen und auch als Nebenwirkung von Medikamenten.
Die beiden Abbauprodukte der AS „Ornithin“, das Spermidin und das Spermin (vgl. auch Angaben oben) haben wichtige Bedeutung für die Proliferation von Zellen und zur Synthese der DNS (DesoxyNucleinSäure - engl. DNA (●)) und der RNS (Ribonucleinsäure * engl. RNA (●)) -.
Wichtig:
DNA + RNA sind Träger der Erbanlagen!
Auch die AS „Ornithin“ - somit die beiden Biogenen Amine - findet sich mit/in zunehmendem Alter und besonders noch bei Leber-Funktionsstörungen vermindert im Blut.
Krankheiten und zwar ganz allgemein und besonders chronische, eine gestörte Verdauung, Dysbiosen und Defekte in der Darm-Schleimhaut, dann aber insbesondere auch eine nicht ausreichende Versorgung mit Aminosäuren und zumal den 8 (9) essenziellen - und dies ist bei vielen Menschen und nicht nur den Senioren fast schon der Normalfall; hier ist insbesondere an Fast food, Junk Food usw. zu denken - führt zumeist schleichend zu einer Unterversorgung. Das heißt es, so früh als möglich und so konsequent wie erforderlich gegenzusteuern und dies kann dann aber auch heißen, dass zeitweise von außen nachgeholfen werden muss, sprich: sub-stituiert werden muss (sollte) und hierbei hat sich ein kurmäßige Anwendung als wirkungsvoll herausgestellt.
Daher ist eine sinn- und wirkungsvolle „Healthy-/Pro-Aging-Intervention“ stets auch eine bedarfsgerechte Versorgung mit diesen Aminosäuren!
Auf einen Nenner gebracht:
Aminosäuren – unverzichtbare Lebensbausteine !
Aminosäuren – der Stoff, aus dem das Leben ist !
Mehrfach bereits ist der Name „Biogene Amine“ gefallen. Es ist nunmehr an der Zeit, dass wir uns etwas intensiver mit diesen lebenswichtigen und daher unverzichtbaren Wirkstoffen befassen (vgl. auch Ausführungen vorne): …
Biogene Amine: „Botenstoffe“ für die Gesundheit
Alle Welt spricht von und in aller Munde sind die beiden „Hormone“ Melatonin und Serotonin. Weniger bekannt ist, dass es sich dabei um „Biogene Amine“ handelt.
Biogene Amine (BA) - oder auch Botenstoffe oder Gewebs-Hormone - sind die Abbau- und Umbauprodukte von Aminosäuren (s. vorheriges Kapitel), die Stickstoff enthalten. Diese Stoffe können durch die Einwirkungen von Enzymen oder Mikroorganismen entstehen, auch die Bildung durch chemische Reaktionen ist möglich. In vielen verschiedenen Lebensmitteln kann es durch Reaktionen zur Bildung biogener Amine kommen.
Die Stoffe können schwere Intoxikationen (= Vergiftungen) auslösen und sind eine Vorstufe der Nitrosamine.
In unserem Organismus sind viele Biogene Amine für spezifische Reaktionen verantwortlich, z.B. Histamin für Allergien, Serotonin u.a. für das Glücksgefühl. Einige Drogen haben Einwirkung auf die Rückresorption dieser Amine und verursachen schwere Intoxikationen. Daran kann man erkennen, dass das Schwarz-Weiß-Sehen nicht immer funktioniert.
Südfrüchte, Tomaten, Walnüsse, Himbeeren, Pflaumen und Spinat enthalten viele biogene Amine. Aber auch im Käse und Sauerkraut sind die Stoffe enthalten. Eine höhere Konzentration wird in verdorbenen Fisch oder Fleisch gefunden.
Biogene Amine kommen schließlich durch mikrobiellen Verderb und mikrobielle Verarbeitung (Fermentation) sowie das Zusetzen von Enzympräparaten in kleinen wie auch großen Mengen in Lebensmitteln vor. Fermentierte Nahrungsmittel, wie Hart- und Schnittkäse, Sauerkraut oder Wein, können besonders hohe Amin-Konzentrationen enthalten, wobei Histamin und Tyramin mengenmäßig im Vordergrund stehen. Personen mit einer nicht-immunologisch vermittelten Hypersensitivität auf biogene Amine fehlt das für den Amin-Abbau nötige Enzym beziehungsweise weisen einen Enzymdefekt auf. Da biogene Amine vaso- oder psychoaktiv sind, lösen bei sehr empfindlichen Menschen - individuelle Reizschwelle - schon niedrige Amin-Konzentrationen in Nahrungsmitteln Beschwerden aus.
Sowohl spezielle Erkrankungen (vor allem Funktionsstörungen der Darmschleimhaut oder der Leber mit negativer Auswirkung auf die Aminooxidase-Aktivität) als auch Arzneimittel können die Reizschwelle beeinflussen. Das erklärt, warum die Reaktionen auf aminreiche Lebensmittel unterschiedlich stark sind. Insbesondere können Medikamente und psychische Faktoren (beispielsweise Stress) zu Additionseffekten führen.
Hypersensitivität auf Biogene Amine - Häufigkeit
Insbesondere weisen Patienten mit chronischer Urtikaria und mit - auch wechselnden - Nahrungsmittelunverträglichkeiten häufig eine Unverträglichkeit auf Histamin aufgrund eines Defekts der Diamin-Oxidase [DAO] auf.
Hypersensitivität auf Biogene Amine - Symptome
Asthma bronchiale mit zunehmender Atemnot - Chronische Kopfschmerzen auch als Migräne-Anfälle - Chronische Urtikaria, häufig mit Quaddeln und starken Juckreiz einhergehend - Gastro-Intestinale Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit/Erbrechen.
Zurück zu den ‚Biogenen Aminen‘:
Die Biogenen Amine (BA) stellen eine besondere Klasse von Stoffen dar, welche allesamt im Stoffwechsel durch Decarboxlierung (d.i. eine Abspalt-Reaktion bewirkt durch spezielle Enzyme) von Aminosäuren (AS; s.o.) oder deren Derivate entstehen. Aufgrund der vorhandenen Aminogruppe reagieren Biogene Amine ähnlich wie Ammoniak als Protonenakzeptoren basisch. Biogene Amine sind häufig Synthesevorstufen von Alkaloiden oder Hormonen. Sie dienen auch als Bausteine für die Synthese von Coenzymen, Vitaminen und Phospholipiden. Einige freie biogene Amine entfalten selbst physiologische Wirkungen (Neurotransmitter).
Nachstehend einige wichtige „Biogene Amine“ (BA), deren Herkunft (aus der Aminosäure = AS) und deren Vorkommen und Bedeutung:
Biogene Amine (BA)
[BA: aus AS und Vorkommen/Bedeutung]
beta-Alanin
Asparaginsäure = Bestandteil von Coenzym A = Vorstufe Vit. Pantothensäure
Gamma-Amino-Buttersäure (GABA)
Glutaminsäure = Vorkommen im Gehirn; = „Neurotransmitter“
Cadaverin
Lysin = Ribosomen, Bakterien
Dopamin
DOPA = „Neurotransmitter“, Vorstufe der Catecholamine Noradrenalin +
Adrenalin, Alkaloid-Vorstufe
Ethanolamin
Serin = Phosphatide, Vorstufe für Hormone, „Neurotransmitter“
Histamin
Histidin = „Gewebshormon“
Putrescin
Ornithin = Ribosomen, Bakterien, Vorstufe für Polyamine
Serotonin
5-HTP = „Neurotransmitter“, Vorstufe von Melatonin
Tryptamin
Tryptophan = bewirkt Kontraktion der glatten Muskulatur
Tyramin
Tyrosin = bewirkt Kontraktion der glatten Muskulatur
Noradrenalin
DOPA = „Neurotransmitter“, Catecholamin, bewirkt Verengung der Gefäße und Blutdruck-Steigerung
Dazu noch einige wenige Ergänzungen:
Dopamin (= ein Katecholamin und Vorstufe von Noradrenalin und Adrenalin), Noradrenalin (= Norepinephrin INN = im Nebennierenmark NNM und im gesamten sympathischen Nervensystem gebildetes Hormon; es steigert den Blutdruck durch Erhöhung des peripheren Gefäßwiderstandes und senkt zugleich die Pulsfrequenz) und Adrenalin (= Epinephrin; ebenfalls ein Katecholamin und Neurotransmitter; ge-bildet im NNM und Paraganglien des Sympathikus und dem chromaffinen Gewebe; steigert die Pulsfrequenz und den systolischen Blutdruck, vergrößert das Herzminutenvolumen, vermindert die Darmperistaltik, macht die Bronchien weiter, bewirkt eine Pupillenerweiterung und steigert den Grundumsatz durch Förderung des O2-Verbrauches und - neben anderen - bewirkt es eine vermehrte Lipolyse [= Fettabbau]).
Diese drei Biogenen Amine (BA) sind Gewebshormone bzw. Neurotransmitter!
Physiologische Bedeutung biogener Amine beim Menschen
Es wird zwischen endogenen und exogenen Biogenen Aminen unterschieden.
Endogene Amine werden in vielen verschiedenen Geweben produziert (z. B.: Adrenalin im Nebennierenmark oder Histamin in Leber und Mastzellen). Die Ausschüttung erfolgt lokal oder über das Blutsystem. Exogene Amine werden direkt aus der Nahrung im Darm resorbiert. Alkohol kann die Resorptionsrate erhöhen.
Die Monoaminoxidase (MAO) baut biogene Amine ab und verhindert eine übermäßige Resorption. Sensitive Menschen sind dementsprechend diejenigen, bei denen die MAO nicht ausreichend vorhanden oder gehemmt ist. MAO-Hemmer sind z.B. in Medikamenten zur Behandlung von Depressionen oder in Muskatnüssen enthalten. Auch eine kombinierte Einnahme von Biogenen Aminen und Stoffen, die die Resorption steigern (Alkohol) oder verlangsamen kann zu einer allergischen Reaktion führen.
Nach diesem Exkurs wieder zurück zu „speziellen Hormonen“: …
Serotonin: Das „Glückshormon“!
Serotonin ist - wie oben ausgeführt - ein Hormon bzw. ein Gewebshormon. Unser Körper bildet es von der essenziellen (= lebensnotwendigen!) Aminosäure „L-Tryptophan“.
Serotonin ist somit ebenfalls lebensnotwendig!
Beim Biogenen Amin „Serotonin“ handelt es sich um einen Neurotransmitter, also um einen Nervenbotenstoff. Es kommt vor in speziellen Zellen der Darmschleimhaut (daher ist ein gesunder Darm so wichtig!), den Thrombozyten (Blutblättchen) und im ZNS - hier reichlich im Hypothalamus als oberster Leit-/Steuerungsstelle des gesamten Hormon-Systems! -. Ausgeschieden wird es über den Harn.
Nun zu den Wirkungen:
Serotonin bewirkt eine Engstellung der kleinsten Arterien (Arteriolen) von Lunge und Niere bei gleichzeitiger Weitstellung der Arteriolen der Skelettmuskulatur ; es wirkt einmal die Erregung der glatten Muskulatur (z.B. Magen-Darm-Trakt, Harnblase) fördernd und zweitens auch hemmend, am Herzen steigert es die Schlagkraft und die Kontraktionskraft (= pos. inotrop) und es steigert die Herzschlag-Frequenz (= pos. chronotrop). Serotonin ist stets mit dabei, wenn wichtige Körperfunktionen reguliert werden. Beim Lernen und generell beim Wahrnehmen von äußeren Einflüssen soll es ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.
Immens wichtig und zumal beim Älterwerden:
Serotonin beeinflusst unmittelbar und direkt unser Wohlbefinden! Das bedeutet, wir fühlen uns glücklich, zufrieden und ausgeglichen.
Mit zunehmendem Alter - besonders auch vermehrt noch bei unausgewogener Ernährung mit einem Mangel an essenziellen AS - fehlt unserem Organismus die wichtiges AS „Tryptophan“ und somit auch Serotonin (und dazu dann auch das Melatonin; s.u.).
Und das hat Folgen:
Der Mensch „verkraftet“ Belastungen nicht mehr so leicht, wird mit dem Stress nicht mehr so gut fertig, wirkt insgesamt unzufrieden und auch antriebslos und lustlos. Vielmals gesellen sich noch Schlafstörungen und besonders auch depressive Verstimmungen und Stimmungslagen hinzu.
Diese Befindlichkeitsstörungen und Beschwerden werden vielmals als „typische Beschwerden des Alters“ angesehen oder als Überlastungszustand oder einfach auch nur, dass der älterem Mensch einfach mit sich nicht mehr zu Recht kommt. Nur in den (aller)seltensten Fällen wird die Ursache u.a. in einer verminderten Konzentration des Hormons „Serotonin“ gesucht.
Zurück noch einmal zu Wirkungen und Auswirkungen von Serotonin.
Sie alle sind inzwischen vielmals wissenschaftlich eindeutig belegt und nachgewiesen.
Leider aber immer noch nicht in der Medizin mit dem richtigen Stellenwert bedacht. Und dies, obgleich die reine Aminosäure „Tryptophan“ als Arzneimittel gerade bei „seelisch-geistiger Disharmonie“ als wirksam anerkannt und verordnet wird!
In den Nervenzellen wird Tryptophan umgebaut zu „5 HTP“ [5-Hydroxy-Tryptophan]; dies ist eine sehr wichtige Substanz für die physiologische [= normale] Funktion von Gehirn und Nerven. Von besonderer Bedeutung ist, dass 5 HTP die ‚Blut-Hirn-Schranke’ (●) [im Gegensatz zum Serotonin!] passieren kann und somit letztlich dem Gehirn mehr Serotonin zur Verfügung gestellt werden kann! Im Gehirn wird 5 HTP weiter umgewandelt zu 5-HT = Serotonin!
Neben den oben bereits genannten Wirkungen und besonders Heilwirkungen von Serotonin möchte ich hier nur noch wenige - aber immens wichtige - Wirkungen anführen, die zudem eindrucksvoll aufzeigen, zu welchen Krankheiten ein Serotonin-Mangel generell und besonders im Alterungsprozess bzw. beim Älterwerden führt, zumindest führen kann:
Zuerst einmal ist hier ein universeller und allgemeiner Mangel an Kraft, Kraftreserven und an Dauer der Belastbarkeit genannt sein, kurzum ein Energie-Defizit! Diesen Mangel gleicht Serotonin wirkungsvoll und nachhaltig aus; Serotonin ist eine wichtige Energie-Quelle, wie dies Helmut Isert in seinem Buch „Energiequelle Serotonin“ darlegt. Dieser Mangel an Energie, Kraft und Kraftdauer ist ein echtes Problem für viele Mitmenschen beim Älterwerden & im Alter.
Nicht wenige ältere und alte Menschen beklagen zunehmende Verdauungsprobleme, vielmals auch einhergehend mit Appetitmangel.
Auch hier vermag Serotonin viel zu bewirken und auszugleichen; dies beschreiben Timothy Gaginella [„Serotonin and Gastrointestinal Function“] und Carol Hart [„Secrets of Serotonin: The Natural Plan for Mood Enhance-ment, Appetite Control and Higher Energy“] eindrucksvoll.
Viele Mitmenschen leiden mit zunehmendem Alter an/unter Angst-Zuständen, unter Zwängen und Depressionen und insgesamt unter Störungen, Fehlfunktionen und auch Defiziten in der gesamten Ge-hirnfunktion und besonders an einem Mangel an Hirn- + Nerven-Botenstoffen (Neurotransmittern). Unter der Einnahme von Serotonin kommt es auch hier zu einer deutlichen (Ver-)Besserung, wenn nicht sogar zu einem völligen Ausgleich bzw. einer Normalisierung. Diese wichtigen Wirkungen von Serotonin sind Thema der Bücher von Siegfried Kasper [„Depression, Angst und Zwang“] , von Roger D. Master [„Neurotransmitter Revolution: Serotonin“] und auch von J Othniel Seiden [„The Serotonin Connection: The Exciting New Approach to Overcoming Depression“].
Und weiter:
5-HT/Serotonin wirkt antidepressiv; im Prinzip wie die chemisch-synthetischen Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer [SSRI] - nur mit deutlich geringeren Nebenwirkungen -!
Fakt ist:
Dies alles vermag Serotonin auszugleichen und somit den älter werdenden Menschen ein „Mehr an Energie, Vitalität und Leistungsvermögen“ zu erhalten. Dies führt dann zu einem „Mehr an Lebensfreude und Lebensqualität“.
Also:
„Serotonin, das ‚Glücks-Hormon‘ - oder auf neudeutsch:
Das „Happy-Hormon“ -!
Pulsuz fraqment bitdi.