Kitabı oxu: «Unsere 6 Dimensionale Welt»

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(1) Die sechsdimensionale Welt – eine allegorische Darstellung.

Rechts: der physikalische Raum; die Zeit verläuft von unten nach oben, links: der imaginäre Raum der Ideen. Menschen (z. B. Plato, da Vinci, Kopernikus, Newton, Planck, Lee und Yang) sehen und erkennen das Räumliche. Einstein blickt nach unten und erkennt die Zeit als Anteil der Welt; Heim sieht nach links; er erkennt die 5. und 6. Dimension als zur Welt gehörend. In der Ideenwelt befinden sich geistige (janusköpfige) Wesen, die besonders mit altägyptischen Priestern die dreidimensionale Welt beeinflussten.

Bildnachweis: gemalt von Illobrand v. Ludwiger: „Die 6-dimensionale Welt“


© Verlag KOMPLETT-MEDIA GmbH

2012, München/Grünwald

www.der-wissens-verlag.de

ISBN: 978-3-8312-0390-1

Lektorat: Alvo von Alvensleben, Freiburg

Veronika Mayer, München

Design Cover: Heike Collip, Pfronten

Satz: Pinsker Druck und Medien, Mainburg

Dieses Werk sowie alle darin enthaltenen einzelnen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Verlages. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung.

eBook-Herstellung und Auslieferung:

HEROLD Auslieferung Service GmbH

www.herold-va.de

Illobrand von Ludwiger

UNSERE 6 DIMENSIONALE WELT

WISSENSCHAFTSVERSTÄNDNIS VON MAGIE, MYSTIK UND ALCHEMIE

Inhaltsverzeichnis

I. Magie als Herausforderung der Wissenschaft

1. Wissenschaft und die unverstandenen psycho-physischen Wechselwirkungen, demonstriert am Fall Uri Geller

2. Das magische Weltbild in vorindustriellen Gesellschaften

3. Wie Schamanen, Medien und Magier ihr Wissen begründen

4. Magische Bewirkungen durch Fernsuggestionen

5. Belege für die Wirkungen echter Magie

6. Angeborene, erworbene und von Transpersonen verliehene magische Fähigkeiten

(1) Magier, die mit ihrer Gabe geboren werden

(2) Magier, die ihre Fähigkeiten erlernt haben

(3) Magier, die von einer außerpersönlichen Instanz geleitet werden

7. Afrikanische und indische Magie

(1) Zauberpraktiken in Afrika

(2) Zauberei in Südamerika

(3) Magische Riten in Indien, Tibet und in der Mongolei

II. Systeme der Ritualmagie

1. Die abendländische Magie – Theorie und Praxis

2. Die jüdische Kabbala als Grundlage von Mystik und Magie

3. Die Magie des Abramelin von Worms

4. Das System der Henochischen Magie von Dr. John Dee

5. Große Magier (Levi, Crowley, Bardon)

III. Systeme der praktischen Magie

1. Die Sigillen-Magie nach Austin Osman Spare

2. Die Chaos-Magie von Pete Carroll

IV. Psychologische Wirkungsweise magischer Manipulationen

V. Magie als Möglichkeit 6-dimensionaler Wesen

1. Bewusstseinsmodelle (Leib-Seele-Problem)

2. Die Dimensionen der 6-dimensionalen Welt

3. Die Syntrometrie

4. Ideen-Komplexe – Aktivitäten (x5, x6) – als Ursache der „Vitalenergie“ (Prana, Od..)

(1) Definitionen geistiger Prozesse

(2) Definitionen in der Syntrometrie (der Synthese physikalischer und geistiger Vorgänge)

(3) Paranormales Geschehen in der 6-dimensionalen Syntrometrie

VI. Mystik

1. Christliche Mystik

2. Jüdische Mystik

3. Der Sufismus

4. Dao – die chinesische Mystik

5. Zen-Buddhismus

VII. Alchemie als Gegensatz zur Chemie

1. Belege für die Realität historischer Transmutationen

2. Das philosophische Weltbild der königlichen Kunst

3. Die Herstellung des „philosophischen Steins“

4. Deutung des alchemistischen Prozesses im 6-dimensionalen Weltbild

Literatur

Personenregister

Sachregister

I. Magie als Herausforderung der Wissenschaft
1. Wissenschaft und die unverstandenen psycho-physischen Wechselwirkungen, demonstriert am Fall Uri Geller

In den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erschütterte ein junger Israeli, namens Uri Geller, die theoretischen Grundmauern der Wissenschaft als er behauptete, Gesetze der Physik allein durch seinen Willen aus den Angeln heben zu können, was er dann auch in vierzehn der renommiertesten wissenschaftlichen Instituten der Welt (beispielsweise im Stanford Research Institute, SRI) unter Beweis stellte. (Nature 1974) Wissenschaftler, die dies verfolgten, waren entsetzt. Im wissenschaftlichen Weltbild ist es ausgeschlossen, dass der menschliche Geist irgendeinen Einfluss auf physikalische Prozesse ausüben kann. Für die weltweit millionenfach bezeugten Beeinflussungen materieller Objekte durch den quirligen Entertainer, der nachgewiesenermaßen auch Gedanken anderer lesen konnte, gab es keine rationale Erklärung.

Glücklicherweise kamen der Wissenschaft in ihrer Notsituation Gralsritter der reinen Lehre zu Hilfe, professionelle Leute-Täuscher, wie der Bühnenzauberer James Randi, die einige dieser Phänomene als Tricks erklären konnten. Geller wurde sogar als „Betrüger“ diffamiert, weil er zu behaupten wagte, dass er bei seinen Vorstellungen keine der üblichen Bühnentricks verwende. Diese Freiheit zur Denunziation ist bei Skeptikern üblich. Man versucht, durch Rufmord am Verursacher, die Phänomene aus der Welt zu schaffen.

Andreas Hergovich, der die paranormal erzeugten und mit physikalischen Messapparaturen registrierten Phänomene als Glaubensprozesse in seinem Buch „Der Glaube an PSI – Die Psychologie paranormaler Überzeugungen“ (2001) erklären möchte – als wäre das Ablesen von Messinstrumenten eine Glaubenssache – nennt Geller gleich fünfmal einen Betrüger (Seiten 138, 140, 143, 148) und einmal einen Schwindler (Seite 139), freilich ohne auch nur ein einziges Mal eine Quelle für einen nachgewiesenen Betrug anzugeben!

Hergovich behauptet auch, dass Geller „alles versucht“ hätte, „um Skeptiker bzw. Zauberkünstler von seinen Darbietungen fernzuhalten“. Das ist aber nicht die Wahrheit, wie ein Blick in die Literatur zeigt. Immerhin haben mindestens acht Bühnenzauberer bzw. Straßenmagier, darunter drei Mitglieder der Society of American Magicians, zu Protokoll gegeben, dass Geller nicht mit normalen Tricks arbeitet. Die Angriffe und Unterstellungen kommen nur von Trickkünstlern, die Geller nicht persönlich getestet haben, sondern ihre Urteile „von weitem“ abgegeben haben.

Dass Geller den „Scharlatan, Lügner, Dieb und gemeinen Fälscher“ Randi (Randi über Randi), zitiert in Margolis (1998), S.191) nicht zu Tests eingeladen hat, ist nach allen den Beschimpfungen durch Mr. Zwinge (alias „Randi“) allzu verständlich. Randi wurde immer dann geholt, wenn Forschungsinstitute etwas zu merkwürdige Anomalien entdeckt hatten. So hat Randi 1988 „nachgewiesen“, dass die Wissenschaftler an einem Pariser Forschungsinstitut ihre Experimente (Davenas et al. 1988) „betrügerisch“ vorgenommen hätten (Maddox, Randi, Steward 1988). Jede Richtigstellung durch den Forschungsleiter Benveniste im Wissenschaftsmagazin Nature wurde vom Herausgeber Maddox untersagt. (Schiff 1997). Zum ersten Mal hatte ein professioneller Leutetäuscher eine Gruppe seriös arbeitender Wissenschaftler als Betrüger denunziert.

Der wissenschaftliche Mainstream duldete das, weil es gegen eine Entdeckung auf dem Gebiet der homöopathischen Vorgänge ging, die von vornherein als „unwissenschaftlich“ deklariert wurde und wird.

Auch die wissenschaftlichen Parapsychologen hat Geller verwirrt. Denn nach allen Erfahrungen gilt die Timmsche „Unwahrscheinlichkeitsregel“, nach welcher hohe stabile PSI-Leistungen der allgemeinen Erfahrung widersprechen und den Verdacht auf Betrug nahe legen (Timm 1981). Gellers paranormale Leistungen waren einfach zu gut, so gut, wie sie nur ein professioneller Bühnenzauberer hervorbringen kann!

Die meisten Wissenschaftler, die Geller in ihren Labors untersuchten, nahmen daher auch die Hilfe von Bühnenmagiern in Anspruch. Die Anwendung eines Tricks oder Betrug wurde Geller niemals nachgewiesen! Weil die Trickkünstler jedoch die meisten von Geller öffentlich zur Schau gestellten Darbietungen (Verbiegen von Gegenständen, Gedankenlesen, blindes Autofahren u.a.m.) mittels Tricks nachahmen können, wird behauptet (Kurtz 1985), so und nicht anders hätte es Geller ebenfalls angestellt, ohne dass man sich von der Richtigkeit dieser Annahme wirklich überzeugt hätte.

Daher findet man in der Literatur die Behauptung, Geller verwende Tricks, bei neun Bühnenmagiern, die Geller nur auf Videos gesehen, aber ihn nicht selbst überprüft haben: Eytan Ayalon aus Israel (Christopher 1975), James Randi, USA (Randi 1972/82), Roni Schachnaey, Israel (Puharich 1975), Guy Bavli, USA, und Ian Rowland und David Berglas, England (Margolis 1999), G. Majax, Paris und D. Marx & A. Kammann (Hergovich 2001) sowie Don Coolican, London (Christopher 1975).

Einzig Don Coolican, der den „Biegetrick“ Gellers öffentlich „entlarvte“, suchte Geller auf, um seine Theorie des Löffelbiegens mit Geller zu überprüfen. (Dazu musste Geller sich bis auf die Unterhose entkleiden, sich abduschen und an Körperöffnungen untersuchen lassen. Sodann sollte er die mitgebrachten Objekte mit Gedankenkraft physikalisch beeinflussen, was auch gelang). Unter diesen Bedingungen hätte das kein professioneller Trickkünstler zustande gebracht. Seither war Coolican von der Echtheit des „Geller-Effekts“ überzeugt, wie auch andere zunächst skeptische Zauberkünstler, die mit Geller experimentiert haben: Leo Leslie aus Dänemark, der Geller 16 mal testete, David Blain und Ben Robinson, USA (Margolis 1999), Artur Zorka, Abb Dickson und William E. Cox, USA (Panati 1976).

William Cox lernte ich anlässlich der Parascience Conference 1977 in London kennen, wo er uns berichtete, dass Geller Dinge zustande brachte, die nicht mit Tricks bewirkt werden können. Übrigens war Russell Targ, der Geller am Stanford Research Institute untersuchte, ebenfalls Amateurzauberer. Er wusste, worauf man bei den Experimenten zu achten hatte. Man sollte meinen, dass das Urteil der Zauberkünstler, die mit Geller persönlich experimentiert hatten, jeden überzeugen müsste, dass Geller keine Tricks anwendet. Doch weil zu viel auf dem Spiel steht, glaubt die Öffentlichkeit und der wissenschaftliche Mainstream eher den Zauberkünstlern, die Vermutungen äußern, als den Untersuchern, weil deren Behauptungen in das Weltbild passen.

In einer feindlichen Atmosphäre gelang Geller nichts Außergewöhnliches (beispielsweise bei Jonny Carson in einer NBC Tonight-Show 1975), was die Skeptiker vermuten ließ, dass die strengen Kontrollen Schuld daran waren, dass er „seine Tricks“ nicht ausspielen konnte. Die Parapsychologen, die wissen, dass paranormale Leistungen auch durch die Psyche der Teilnehmenden mit beeinflusst werden, sehen dies geradezu als eine Bestätigung von Gellers Gabe an.

Randi nutzte diese Kenntnis aus, um Geller 10.000 $ anzubieten, wenn er seine „angebliche“ Fähigkeit vor ihm demonstrieren würde, wohl wissend, dass seine Anwesenheit jeden paranormalen Effekt erstickt.

Dieses Missverständnis bei vielen Wissenschaftlern zieht sich durch die gesamte Geschichte der Parapsychologie: Skeptiker fordern strenge Kontrollen, unter denen erfahrungsgemäß gerade keine Phänomene produziert werden können. Es gibt ein Unschärfeprinzip, wonach das Produkt aus Phänomenstärke und Kontrollbedingung eine Konstante bilden. Der Wert diese Konstante richtet sich nach dem Grad des Wohlwollens aller Teilnehmer.

Uri Geller hatte niemals vor, sich in wissenschaftlichen Instituten untersuchen zu lassen. Er wollte, wie er sagte, nur Geld machen und berühmt werden. (Geller 1975) Ob man ihm seine paranormale Begabung glaubte oder nicht, spielte für ihn keine Rolle. Wissenschaftler beurteilen Gellers Verhalten allerdings anders. Prof. Taylor vom Kings College der Universität London, der ein begeisterter Verteidiger der Geller-Phänomene gewesen war (Taylor 1975), wurde einer seiner Feinde, weil er sich nicht nochmals in seinem Institut untersuchen lassen wollte. Gellers Verhalten wird verständlich, wenn man weiß, dass er sich im Jahre 1974 in 14 Instituten untersuchen ließ, die ihm seine Auslagen für Anreise und Unterkunft nicht immer bezahlten und ihre Untersuchungsergebnisse für sich behielten. Erst im Jahre 1976 wurden deren Untersuchungen in den „Geller Papers – Scientific Observations on the Paranormal Powers of Uri Geller“ (Panati 1976) veröffentlicht. Wie der Titel bereits erkennen lässt, bestätigt dieses Buch die paranormalen Fähigkeiten Gellers. Kaum jemand kümmert sich allerdings um die Meinung der Wissenschaftler. Wenn es um Anomalien in der Wissenschaft geht, glaubt man viel lieber den professionellen Täuschern als den Wissenschaftlern.

Um einmal vorzuführen, welche Institute Geller damals eingeladen hatten und durch wen er untersucht wurde, sollen sie kurz genannt werden (Panati 1976):

Stanford Research Institute (SRI), 8 Wochen 1973: Dr. H. Puthoff & Dr. R. Targ

Naval Surface Weapon Center, Silver Spring, Maryland; 1974: Dr. Eldon Byrd

Kent State University, Ohio, 1974: Dr. Wilbur Franklin

Lawrence Livermore Laboratory, California; 1974: Dr. Ronald S. Hawk

University of California, Los Angeles; 1974: Prof. Thelma Moss

Western Kentucky University, Bowling Green, 1974: Dr. Thomas P. Coohill

Birkbeck College, University of London, 1974: Prof. J. Hasted & Prof. D. Bohm

Kings College, University of London, 1975: Prof. John G. Taylor

Cambridge University; 1975: Dr. Ted Bastin

Institute for Parapsychology, Durham, NC; 1974: William E. Cox

Occult Investigators Committee, Atlanta GA; 1974: Artur Zorka

New Horizons Research Foundation, Toronto, Kanada; 1975: Dr. A.R.G. Owen

Institute of Noetic Sciences, Palo Alto, CA; 1974: Dr. B. O’Regan

South African Institute for Parapsychology, Johannesburg; 1974: Dr. E. A. Price

Inst. f. Grenzg. d. Psych. u. Psychohygiene, Freiburg, 1976: Prof. Hans Bender & Prof. Hans Betz



(2) Im Jahre 1973 wurde Uri Geller von mehreren Instituten (hier in den INSERM Telemetrie Laboratorien in Suresnes, Frankreich) mit allen zur Verfügung stehenden Kontrollinstrumenten getestet und verursachte auch dann noch paranormale Effekte. Kein professioneller Zauberkünstler kann unter solchen Bedingungen „Tricks“ zeigen, um den „Geller-Effekt“ nachzuahmen.

Bildnachweis: Margolis, J., 1998: Uri Geller – Magician or Mystic? S. 117; New York: Welcome Rain Publishers

Die lauten Vermutungen und Unterstellungen durch professionelle Zauberkünstler der Skeptiker-Vereinigung SCICOP über „Gellers Tricks“ konnten das physikalische Weltbild wieder etwas zurechtrücken. Das unter Mitwirkung großer Zeitschriften wie dem Time Magazine, in dem der Leser-Täuscher Leon Jarov das Buch von Randi „The Magic of Uri Geller“ (1974) vorstellte, als einen „vernichtenden Schlag gegen die Pseudowissenschaft Parapsychologie“ überhaupt. Jarov hatte zwar die Ergebnisse der Untersuchungen von Wissenschaftlern über den Wundermann nicht gelesen, war sich jedoch seiner Verantwortung gegenüber den Lesern bewusst, dem irrationalen Glauben einen Riegel vorschieben zu müssen. Denn dieser führe, so argumentierte er, zu Faschismus und Holocaust!

Martin Gardner, Berufszweifler und Mitglied der Skeptikervereinigung CSICOP, begründete die Ablehnung Gellers in „Scientific American“ folgendermaßen: „Der Glaube an den Okkultismus schafft ein Klima für Demagogen. Ich denke, genau das ist in Nazi-Deutschland passiert, bevor Hitler an die Macht kam.“ Und Stefan Kanfer pflichtete Gardner in der Märzausgabe 1974 der Time bei: „Das Stanford Research Institute (SRI) gehört zerbombt, denn es hat paranormale Forschungen angestellt. Genau so begann der Faschismus.“

Der Soziologe O‘Keefe meint: „Der Enthusiasmus der Wissenschaftler kühlte sich ab, als Behauptungen publik wurden, dass einige der involvierten Wissenschaftler auch Scientologen waren (Wilhelm 1976), und dass das Institut [gemeint ist das SRI] für seinen „this-gun-for-hire“-Think Tank bekannt ist, das „blackmoney“-Forschungsaufträge erhält.“

Ein einziger, Dr. Hal Puthoff, war tatsächlich eine kurze Zeit bei den Scientologen gewesen und wieder ausgetreten. Er ist als fähiger Physiker und Leiter des Institute for Advanced Studies in Austin, Texas, international bekannt. Am SRI wurden auch Experimente mit Remote Viewing durchgeführt, was nichts Ehrenrühriges ist. Die Arbeiten der anderen Institute erwähnt O‘Keefe mit keiner Silbe! Dies kennzeichnet die Vorgehensweise der Skeptiker recht deutlich.

Die Wissenschaftler am SRI halten Videofilme, welche einige unglaubliche Phänomene mit Geller bestätigen (Materialisation einer Stoppuhr), wohlweislich unter Verschluss, „um nicht vom Campus vertrieben zu werden“ (wie mir Hal Puthoff 1997 erklärte). Denn der Wissenschaft geht es nicht in erster Linie um Wahrheit, sondern um Gewissheit. Dazu gehört das theoretische Verständnis einer Sachlage. Diese ist natürlich bei paranormalen Fakten zurzeit nicht gegeben.

In der ersten Ausgabe der CSICOP-Zeitschrift The Skeptical Inquirer fragte sich dessen Herausgeber: „Sind wir im Begriff, von den wissenschaftlichen Grundvorstellungen der Rationalität, der leidenschaftslosen Untersuchung anhand der Beweismittel und seriöser Experimente abzurücken, die unsere moderne Zivilisation zu dem gemacht haben, was sie ist?“

Den SRI-Forschern wurde damit unseriöses Experimentieren unterstellt. Dabei wollten die Wissenschaftler im SRI zunächst nur die Fakten mit wissenschaftlichen Methoden feststellen, aber keinesfalls das Phänomen selbst gleich wissenschaftlich untersuchen. Dies ist nach dem Kanon der Wissenschaft auch gar nicht möglich. Wissenschaftliche Experimente mit Phänomenen müssen nicht nur wiederholbar, sondern auch objektivierbar sein, also von jedem Menschen gleich ausgeführt oder erzeugt werden können und gleiche Ergebnisse liefern.

Alle paranormalen Phänomene hängen aber von den Fähigkeiten eines Subjektes ab, was der Wissenschaftlichkeitsforderung widerspricht. Es gibt zwar auch eine Geisteswissenschaft. In ihr wird jedoch der physikalische Bereich nicht beeinflusst und Experimente werden sowieso nicht gemacht. Bei Phänomenen, die psychosomatisch oder paranormal sind, wo scheinbar Geist auf Materie einwirkt, wird der rein geisteswissenschaftliche Bereich verlassen.

Bei paranormalen Phänomenen kann es sich – sollten deren Fakten einwandfrei erwiesen sein – nur um „Kunst“ handeln und nicht um wissenschaftliche Fakten, so wie Produkte von Künstlern beispielsweise im optischen oder akustischen Bereich (Malerei, Musik) immer nur einen subjektiven Wert haben, obwohl sie im Physikalischen wirken.

Der „Geller-Effekt“ (Geller & Playfair 1986) ist inzwischen vergessen. Doch es ist zu erwarten (bzw. zu befürchten), dass demnächst ein „next Uri Geller“ auftaucht, der unsere rationale Weltvorstellung wiederum durcheinander würfeln wird! Tatsächlich gibt es heute viele Kinder überall in der Welt, die ebenfalls in der Lage sind, Metallstäbe – selbst hinter Glasscheiben (!) – allein durch ihren Willen zu verbiegen. Die Ergebnisse der Untersuchungen am Birkbeck College in London durch Prof. Hasted (1981) werden allerdings von der Presse nicht mehr wahr- oder ernstgenommen. Das paranormale Metallbiegen ist seither kein sehr seltenes Phänomen mehr. Aber es wird, wie bei PSI-Gegnern üblich, als Zaubertrick bezeichnet oder absichtlich übersehen.

Uri Geller hat übrigens mit paranormaler Gold- und Öl-Suche Millionen verdient und taucht gelegentlich in Fernseh-Shows mit albernen Darbietungen auf, um sein unstillbares Geltungsbedürfnis zu befriedigen. Er will tatsächlich nur einfach Geld machen und berühmt bleiben. Was die Wissenschaft und Trickkünstler von ihm halten, interessiert ihn nicht.

Inzwischen sind begabte echte Magier bekannt geworden, die weit wirkmächtigere Begabungen besitzen als Geller. Nur war Geller derjenige, der seine Fähigkeiten immer wieder öffentlich demonstriert hat. Kaum jemandem in Europa ist der Name Thomas Green Couthinho bekannt. Der 1946 geborene Brasilianer wurde unter streng kontrollierten Laborbedingungen vom Präsidenten der Parapsychologischen Vereinigung Brasiliens, Dr. Mario Machado und von dessen Frau, der Physikerin Dr. Gloria Machado, sowie dem Physiker Dr. Vaz Carvalho untersucht.

Couthinho kann nicht nur Metalle verbiegen, sondern er verwandelt die Materialien auch noch allein durch seinen Willen (beispielsweise einen Baumwollgürtel in einen metallischen). Er lässt Gegenstände schweben, lädt Batterien ohne Anschluss ans Stromnetz auf und lässt Gegenstände in Früchten verschwinden. Beispielsweise hat er unter Kontrollbedingungen eine Münze in einer Zitrone verschwinden lassen, ohne eine Öffnung des Eindringens zu hinterlassen, die dann auf natürlichem Weg von Institutsangehörigen wieder heraus geholt wurde. Er verwandelte eine Orangenschale in eine Münze, zwei Streichhölzer in Nägel und ein Stück Karotte in eine Olive. Dr. Carvalho bestätigt, dass er gesehen hätte, wie Couthinho eine gewöhnliche Münze in der Hand seiner Frau in eine Goldmünze verwandelt hatte usw. (Esotera 1979)

Der Sanitätskaufmann Claus Rahn aus Bremerhaven verbiegt und bewegt Gegenstände, ohne sie zu berühren. Allerdings sind seine Fähigkeiten nicht so zuverlässig abrufbar wie bei Geller. Rahn wurde 1976 vom Freiburger Institut für Parapsychologie und im physikalischen Institut der Universität München untersucht, worüber der Spiegel am 12.07.1976 positiv berichtete. Gegenstände hinter der Glaswand einer Vitrine begannen unter seiner gedanklichen Wirkung zu rotieren, Löffel hüpften vom Labortisch usw. Der professionelle Zauberkünstler Robert Mayr bestätigte schriftlich, dass er „bei der PK-Bewegung des Löffels keinerlei Täuschung und Betrug feststellen konnte“ und „das Treffen mit Rahn gibt mir keine Veranlassung, den Besitz seiner PK-Kräfte in Frage zu stellen.“ (Crevoisier 2012)

Es gibt keine Theorie, die Gellers oder Couthinhos Phänomene zulassen würde. Nach einem eisernen Grundsatz, der Einstein zugeschrieben wird, bestimmt die Theorie, was beobachtet werden kann. Dieser Grundsatz wäre vollkommen richtig, wenn wir bereits alle Phänomene beobachtet hätten, und wenn die Wissenschaft schon alles erklärt hätte, was allgemeines Wissen ist, beispielsweise Bewusstsein, Kugelblitze, runde Irrlichter – von paranormalen Erscheinungen ganz zu schweigen.

Für diese Beobachtungen gibt es jedoch keine Theorie; trotzdem existieren sie. Wissenschaft kann daher nicht für alles zuständig sein, was existiert. Für qualitative Belange im menschlichen Leben, Gefühle, Liebe, Hoffnung, will sie das auch gar nicht sein. Anders verhält es sich, wenn physikalische Wirkungen keine physikalische Ursache haben, sondern von der menschlichen Psyche auszugehen scheinen. Sollen Beobachtungen physikalischer Wirkungen, für die es keine physikalischen Ursachen zu geben scheint, und die scheinbar von der menschlichen Psyche ausgehen, verworfen werden, weil eine Theorie fehlt? Man sollte es wie Galilei halten, der alle Beobachtungen für wichtiger hielt als die sie erklärenden Theorien. Denn Fakten gehören zur Wirklichkeit, Theorien sichern nur deren Kausalitätszusammenhänge ab.

Wenn die zur Zeit noch unverstandenen Phänomene ernstgenommen werden, bedeutet das nicht, dass auch das magische Weltbild mit all seinem Aberglauben übernommen werden soll, sondern nur Berichte über Wirkungen als Ergebnis von magischen Handlungen, die als Fakten gesammelt eine Phänomenologie der Eigenschaften liefern, und uns zur Erweiterung des wissenschaftlichen Weltbildes zwingen könnten. Mit der pragmatischen Entwicklung der Phänomenologie wird versucht, die wesentlichen und unterliegenden Strukturen oder Konstituenten zu ermitteln, welche die Art der Erfahrungen charakterisieren.

Skeptiker unterstellen einem pragmatischen Wissenschaftler, der paranormale Phänomene vorurteilsfrei studiert, dass er auch gleich ein „magisches Weltbild“ vertreten würde (Zunse 1985). Sie schließen von sich auf andere, nämlich, dass sie keine anormalen Phänomene akzeptieren, weil sie in ihrem weltanschaulich gebundenen scientistischen Modell nicht vorkommen dürfen. Skeptiker sind theoriegeleitet, pragmatische Wissenschaftler Phänomen-orientiert.

Paranormale Phänomene, behauptet James McClenon, seien „Phänomene mit niedrigem ontologischen Status“, sie hätten eine relativ niedrige Realität. Außerdem würden sie einige der metaphysischen Fundamente der Wissenschaft verletzen (McClenon 1982). Na und? Die Entdeckung des Atomkernzerfalls hatte seinerzeit auch wissenschaftliche Fundamente ins Wanken gebracht. Nach McClenon sollte man solche Phänomene, nach guter alter Tradition menschlichen Verhaltens, einfach vergessen.

Neue physikalische Phänomene seien anders zu bewerten als neue paraphysikalische, meinen viele Wissenschaftler. Darin äußert sich eine metaphysische Angst, meint der Psychiater Stanislaw Grof:

Sie „beruht auf der Tatsache, dass solche Erfahrungen grundsätzliche Glaubenssätze über die Natur der Wirklichkeit in Frage stellen und untergraben. Wenn die Grundannahmen, die unser tägliches Handeln bestimmen, bedroht werden, ist es meist sehr viel leichter, die Existenz der Wahrnehmung zu leugnen, als dem zu vertrauen, was wir erlebt haben und es anzunehmen. Wenn wir uns also entscheiden müssen, ob wir eine neue Weltsicht annehmen oder unsere Ängste beschwichtigen wollen, wählen wir oft letzteres.“

(Grof & Bennett 1997)

Wir wollen versuchen, die wirklich auftretenden, nachweisbaren Prozesse in „abergläubischen Handlungen“ herauszufiltern, um nicht „das Kind mit dem Bade“ auszuschütten.

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Janr və etiketlər

Yaş həddi:
0+
Litresdə buraxılış tarixi:
30 iyul 2025
Həcm:
479 səh. 50 illustrasiyalar
ISBN:
9783831257171
Müəllif hüququ sahibi:
Bookwire
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