Kitabı oxu: «Geschichten für Kinder über Autismus»

Şrift:


Die Autorin


Inez Maus ist Mutter eines autistischen Jungen und befasst sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Thema Autismus. Die promovierte Biochemikerin lebt in Berlin und arbeitet als selbstständige Autorin, Lektorin und Referentin zu autismusspezifischen Themen. Sie schreibt das Blog »Anguckallergie« (www.anguckallergie.info), auf dem sie Reflexionen und Begebenheiten, die ein Leben mit Autismus in der Familie mit sich bringt, festhält. Bei Kohlhammer sind bisher ihre Bücher »Geschwister von Kindern mit Autismus« und »Kompetenzmanual Autismus (KOMMA)« erschienen.

Kontaktadresse der Autorin: info@inez-maus.de

Inez Maus

Für meine drei Testhasen

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1. Auflage 2022

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-039504-6

E-Book-Formate:

pdf: ISBN 978-3-17-039505-3

epub: ISBN 978-3-17-039506-0

Inhalt

1  Vorwort

2  I Hintergrund, Aufbau und Einsatz des Vorlese- und Arbeitsbuches

3  1 Entstehungshintergrund

4  2 Aufbau des Vorlese- und Arbeitsbuches

5  2.1 Struktur des Buches

6  2.2 Das Besondere der Geschichtensammlung

7  3 Autismus – Erklärung und Aufklärung

8  3.1 Kurze Einführung in das Thema Autismus

9  3.2 Aufklärung von Kindern im Vor- und Grundschulalter über Autismus

10  4 Bedeutung von Geschichten für Kinder

11  4.1 Eine Geschichte über Märchen

12  4.2 Eine Geschichte über Geschichten

13  5 Unterschiede bei der Rezeption von Geschichten zwischen autistischen und nicht-autistischen Kindern

14  5.1 Künstlerische Gestaltung

15  5.2 Inhaltliche Gestaltung

16  5.3 Umgebungsbedingungen

17  5.4 Emotionale Reaktionen

18  6 Zielgruppen

19  7 Einsatzbereiche

20  II Geschichten zum Vorlesen und Selbstlesen

21  A Quercus / Das Wettkriechen

22  Geschichten und Märchen aus dem Dicken Buch der Regenwürmer

23  B Flugsi / Die faule Biene

24  C Zwicky / Die Napfschnecke

25  D Hugo / Ein anderer Hai

26  E Flavia / Die Maus auf dem Sesamkorn

27  F Kastania und Kastagnette / Ein Feenmärchen

28  G Mika / Der Hochzeitskäse

29  H Rina und Rudi / Die Hängematte der Giraffe

30  I Nimimi / Ein Bett für das Streifenhörnchen

31  J Bruno / Sieben Siebenschläfer

32  K Skia und Luna / Ein Freund zum Einschlafen

33  L Miabella / Die mutige Taube

34  M Hoppla / Der ständig schnuppernde Hase

35  N Susa, Rika und Mari / Die Erkundung der Welt

36  O Rob und Robin / Die ungleichen Burgbewohner

37  P Fafnir / Erlebnisse in der Schule

38  III Botschaften, Besonderheiten und Einsatz der Geschichten

39  8 Direkte und indirekte Botschaften der Geschichten

40  9 Erläuterung der autismusspezifischen Besonderheiten in den Geschichten

41  10 Hinweise zum Einsatz der Geschichten

42  10.1 Fragen zu den Geschichten

43  10.2 Spiele und Aktivitäten zu den Geschichten

44  A Quercus / Das Wettkriechen

45  B Flugsi / Die faule Biene

46  C Zwicky / Die Napfschnecke

47  D Hugo / Ein anderer Hai

48  E Flavia / Die Maus auf dem Sesamkorn

49  F Kastania und Kastagnette / Ein Feenmärchen

50  G Mika / Der Hochzeitskäse

51  H Rina und Rudi / Die Hängematte der Giraffe

52  I Nimimi / Ein Bett für das Streifenhörnchen

53  J Bruno / Sieben Siebenschläfer

54  K Skia und Luna / Ein Freund zum Einschlafen

55  L Miabella / Die mutige Taube

56  M Hoppla / Der ständig schnuppernde Hase

57  N Susa, Rika und Mari / Die Erkundung der Welt

58  O Rob und Robin / Die ungleichen Burgbewohner

59  P Fafnir / Erlebnisse in der Schule

60  IV Spiele und Aktivitäten für Kinder mit und ohne Autismus

61  11 Drinnen und Draußen

62  12 Bauwettbewerb

63  13 Geschichten mit Fehlern

64  14 Schatzsuche

65  15 Instrumentalgeschichten

66  16 Trio-Memory

67  Schlussbemerkung und Ausblick

68  Literatur

69  Anhang

Vorwort

Eines Tages untersuchten Merlin und Birkin den Dachboden. Der Dachboden war so staubig und so dunkel, dass man meinen konnte, dass es weder Sonne noch Mond gibt.

Benjamin (elf Jahre, aus dem Märchen »Das Buch des Bösen«)1

Mein Großvater besaß einen Schatz – einen Schatz, den ich als Kind während eines Sommerurlaubs in seinem Haus entdeckte. Der Dachboden, der den Schatz beherbergte, war weder besonders staubig noch sehr dunkel. Ein winzig kleines Fenster ließ erstaunlich viel Licht herein, sodass der hölzerne Rollladenschrank neben dem Fenster nicht übersehen werden konnte. In diesem befand sich der Schatz: alte Bücher, nicht wertvoll im herkömmlichen Sinne. Tagelang blätterte und las ich in der Jubiläumsausgabe von Auerbachs Kinder Kalender aus den 1930er-Jahren, in diversen Alben, herausgegeben vom Cigaretten-Bilderdienst, in Märchen und Geschichten.

Ein Buch, welches den Titel Die Silberne Brücke (Vogel-Voll, 1951) trug, erregte ungemein meine Aufmerksamkeit. Neben den typischen Protagonisten eines Märchens agierten in dieser Erzählung einige ungewöhnliche Figuren. Als Kind hatte es mich in den Bann gezogen, das Dicke Ende, die Liebegüte oder die Liebezeit in Form von Personen lesend zu erkunden und als Bild zu betrachten. Damals wusste ich noch nicht, was Visualisierung bedeutet und wozu diese gut sein könnte.

Damals wusste ich auch noch nicht, dass ich ein autistisches Kind haben werde. Ein autistisches Kind, welches nach sechs beinahe sprachlosen Jahren die Sprache mühsam erlernt und dabei u. a. große Schwierigkeiten mit Redewendungen wie das dicke Ende offenbart. Ein autistisches Kind, dem ich die Welt mit Bildern erkläre, wenn die Sprache zu verwirrend ist.

Später habe ich mich gefragt, wieso die Autorin auf die Idee gekommen war, Redewendungen zu personifizieren. Ihrem Kunstmärchen vorangestellt ist die Widmung »Für mein Kind Annemarie« (ebd., S. 5). Hatte sie vielleicht auch ein Kind, welches sich mit dem Verstehen bestimmter allgemeinsprachlicher Wendungen schwertat?

Benjamin, mein autistischer Sohn, tat sich nicht nur mit dem Erlernen der Sprache und dem Verstehen bestimmter sprachlicher Wendungen schwer, sondern später auch mit dem Annehmen von Märchen und Geschichten. Überall wimmelte es von Ungereimtheiten, Ungenauigkeiten, Unappetitlichkeiten oder uninteressanten Handlungssträngen – Dinge, die seine Geschwister meist nicht als störend empfanden.

Geschichten bieten Stoff zum Reden, sie lösen Gefühle aus, und sie vermögen die Welt zu erklären. Dies gilt gleichermaßen für autistische und nicht-autistische Kinder, jedoch nicht immer in gleicher Weise. Um zu verhindern, dass gemeinsames Erleben von Geschichten durch den Autismus von Benjamin in unserer Familie unmöglich ist, schrieb ich für meine Kinder Geschichten – Geschichten, in denen sich alle meine Kinder wiederfinden konnten und die sich durch die Anwesenheit von Gereimtheiten (stimmige Zusammenhänge), Genauigkeiten sowie Appetitlichkeiten (Beschreibungen, die keinen Ekel erregen) auszeichneten. Diese Geschichten sowie von mir entwickelte Spiele und konzipierte Arbeitsmaterialien testeten meine Kinder ausgiebig. Einiges davon wird inzwischen mit Erfolg in Familien, die ich begleite, eingesetzt.

Im Grundschulalter begann Benjamin damit, selbst Märchen und Geschichten zu schreiben. Jene entpuppten sich nicht nur als interessant und spannend, sondern – wie das Eingangszitat zeigt – auf eine ungewöhnliche und erhellende Art auch als stimmig. Sonne und Mond werden hier in konsequenter Logik gleichzeitig als nicht verfügbare Lichtquellen aufgezählt. Üblicherweise findet das Mondlicht – entweder vorhanden oder fehlend – nur Erwähnung, wenn es sich um nächtliche Geschehnisse handelt.

Geschichten, die Erlebnisse aus dem Alltag und Vorlieben oder Besonderheiten der Kinder mit Autismus in eine fiktive Welt transportieren, eignen sich besonders gut, um Kindern im Vor- und Grundschulalter das nahezubringen, was Autismus ganz konkret für sie selbst, in ihrer Familie, in der Kindergartengruppe oder im Klassenverband bedeutet. Derartige Geschichten schaffen für die Kinder eine eigene kleine Welt, die es ihnen erlaubt, spielerisch Verständnis, Toleranz und Möglichkeiten zur Interaktion zu erproben und zu erlernen.

Eine derartige Geschichte, die sowohl autistische als auch nicht-autistische Kinder anspricht, wurde von mir in mein Buch Geschwister von Kindern mit Autismus (Maus, 2017) eingebaut. Eine Aufschlüsselung der auf verschiedenen Ebenen transportierten Botschaften ergänzt die Geschichte. Nachfragen von Lesern des Buches und Veranstaltungsteilnehmern, ob es weitere Geschichten wie Kastania und Kastagnette (ebd., S. 59 f.) gibt, ließen das vorliegende Buch entstehen.

Dieses Buch bietet Familienmitgliedern, Angehörigen und beruflich mit Kindern im Vor- und Grundschulalter in Beziehung stehenden Personen in der Praxis erprobte Geschichten für das Erklären von autismusspezifischen Besonderheiten. Es zeigt familiären und professionellen Bezugspersonen von autistischen und nicht-autistischen Kindern weiterhin auf, welche Botschaften die Geschichten vermitteln, wie die Geschichten zum Einsatz kommen können und welche weiterführenden Aktivitäten möglich sind. Die Geschichten im Buch – das Herzstück – freuen sich auf Kinder mit und ohne Autismus im späten Kindergarten- und im Grundschulalter.

Meinen drei Testhasen danke ich dafür, dass sie jede meiner Geschichten mit ihrer kindlichen Unvoreingenommenheit einer Prüfung unterzogen. Ihre Prüfung erfolgte so gründlich, dass sich mein jüngster, inzwischen erwachsener Sohn bei der Nachricht über die Realisierung des vorliegenden Buches sofort an mehrere Geschichten erinnerte. Die Formulierung Testhase – ein »Synonym« für das Wort Versuchskaninchen – stammt von meinem autistischen Sohn und entstand aufgrund seines visuellen Denkens (vgl. Maus, 2017, S. 144 ff.). Ebenso danke ich meinem Mann, der mir auch bei diesem Vorhaben den nötigen Freiraum zum Schreiben geschaffen hat.

Frau Katharina Reichert-Scarborough bin ich nicht nur für die wunderbaren Illustrationen zu meinen Geschichten dankbar, sondern auch für die sehr emotionalen Momente, die ihre Zeichnungen bei den Mitgliedern meiner Familie bewirkten.

Den Mitarbeitern des W. Kohlhammer Verlages gilt mein Dank dafür, dass sie dieses ungewöhnliche Projekt ermöglicht haben. Insbesondere danke ich Frau Annika Grupp und Frau Kathrin Kastl für die erneute bereichernde Zusammenarbeit.

Zu guter Letzt sei erwähnt, dass ich dem Lesefluss zuliebe die verschiedenen Personen- oder Berufsgruppen im generischen Maskulinum benutze. Erzieherinnen, Lehrerinnen und alle Vertreterinnen weiterer Professionen fühlen sich bitte hier ebenfalls angesprochen. Weibliche Familienmitglieder wie Mütter und Schwestern sind in diesem Fall privilegiert, da die deutsche Sprache für sie bereits eigene Bezeichnungen bereithält. Wer sich in dem überkommenen binären Geschlechtersystem nicht wiederfindet, möge sich bitte nicht vom Lesen des Buches abhalten lassen.

Berlin, im April 2021

Inez Maus

www.anguckallergie.info

1 (Maus, 2014, S. 187)

I Hintergrund, Aufbau und Einsatz des Vorlese- und Arbeitsbuches

Warum fallen schwangere Fledermäuse beim Fliegen nicht herunter?

Benjamin

Die Frage wird in diesem Buch nicht beantwortet, obwohl es eine Geschichte gibt, in der eine Fledermaus agiert. Die Frage ist aber typisch für unseren Alltag mit einem autistischen Grundschulkind. Sie offenbart Interessen und Neigungen – das Interesse an naturwissenschaftlichen Fakten und die Liebe zur Tierwelt. Beides ist in die Geschichten, die sich in diesem Buch versammelt haben, eingeflossen, denn beides war der Schlüssel, um Benjamin an Geschichten heranzuführen. Es war der Schlüssel, um ihm und seinen Geschwistern Autismus näherzubringen, um Probleme zu besprechen, um Selbstvertrauen aufzubauen und um Spaß zu haben. Genau diese Ziele verfolgen die Geschichten im Buch immer noch, wenn sie nun von anderen Kindern rezipiert werden.

Das vorliegende Buch verbindet ein Geschichtenbuch zum Vorlesen mit einem Arbeitsbuch. Die als Arbeitsbuch bezeichneten Teile des Buches richten sich an familiäre und professionelle erwachsene Bezugspersonen. Sie liefern diesen das Hintergrundwissen zum Gebrauch des Geschichtenbuches und eine Vielzahl an Ideen für Spiele und Aktivitäten, die sich aus den Geschichten ergeben oder ableiten lassen.

Jede Geschichte beschäftigt sich mit bestimmten Aspekten, die mit der Diagnose Autismus assoziiert werden. Somit vermag einerseits eine individuelle Zusammenstellung mehrerer Geschichten Teile der Persönlichkeit eines autistischen Kindes abzubilden. Andererseits können sich auch Kinder ohne Autismus in den Geschichten wiederfinden – entweder als weitere Akteure der Geschichte, als Verbündete des Protagonisten oder als Träger bestimmter Merkmale, denn einige Symptome, die bei Autismus beobachtet werden, finden sich isoliert auch in der Allgemeinbevölkerung. So wird sich ein Kind mit Wahrnehmungsbesonderheiten in einer Geschichte, die dies thematisiert, wiedererkennen und sofort eine Verbindung zum autistischen Kind aufbauen. Die Geschichten helfen, Gemeinsamkeiten wie bspw. gleiche Interessen zu finden und somit ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu entwickeln.

Die Geschichten im Buch haben sich das Ziel gesetzt, autistische und nicht-autistische Kinder einander näherzubringen und gemeinsame Aktivitäten anzubahnen. Dieses Näherkommen sowie das Finden von Berührungspunkten und das Entdecken von Gemeinsamkeiten entspricht dem inklusiven Gedanken unserer Gesellschaft und stellt die Weichen dafür, dass die älter werdenden Kinder gelebte Inklusion praktizieren, weil es für sie selbstverständlich ist, so zu handeln.

1 Entstehungshintergrund

Entstanden ist das Buch – wie im Vorwort erwähnt – aufgrund von Feedbacks zu der bereits publizierten Geschichte Kastania und Kastagnette und aufgrund von Nachfragen nach weiteren Geschichten. Leserbriefe, von denen ich zwei Auszüge exemplarisch hier wiedergeben möchte, beflügelten meine Idee, die Geschichten zu veröffentlichen.

Lesermeinung: »Ihre Kurzgeschichte fand ich richtig gut gelungen mit der kleinen Waldfee und der Maus. […] Sie hat mich richtig berührt im Herzen und ich konnte mir Ihre Familie noch besser vorstellen. Ansonsten denke ich, dass man es generell auf den Umgang mit Andersartigkeit in welcher Form auch immer beziehen kann.«

Lesermeinung: »Die Geschichte ist ganz wunderbar verfasst. Sie ist originell (habe ich so noch nicht gehört), gut geschrieben, und ich vermute, gerade weil Sie sie für Ihre Kinder geschrieben haben, kommt etwas Persönliches rüber. Mit der Literatur, sollte sie gut sein, gibt man immer viel von sich preis. Tut man es nicht, ist die Literatur nicht gut. […] Ihre Geschichte funktioniert für mich literarisch und pädagogisch.«

Ein Prozess wurde in Gang gesetzt, der bei mir nicht nur Tatendrang auslöste, sondern auch Fragen aufwarf. Meine Gefühle und Gedanken dazu fasste ich im Jahr 2019 in einer E-Mail-Antwort folgendermaßen zusammen (Auszug): »Ich werde inzwischen bei Veranstaltungen zum Geschwister-Thema regelmäßig gefragt, ob ich noch weitere derartige Geschichten geschrieben habe, was ich wahrheitsgemäß bejahe. Dann kommt sofort der Wunsch oder auch die Forderung, dass ich diese Geschichten als Buch herausbringen soll. Ich weiß, dass Geschichten für eine so spezielle Zielgruppe nicht auf dem Markt existieren und dringend benötigt werden, aber im Moment habe ich keine Zeit dafür. Ich bin mir auch noch nicht sicher, ob ich das wirklich möchte, weil sie doch sehr privat sind. Es ist etwas anderes, ob man Geschichten, die man für seine Kinder geschrieben hat, veröffentlicht, oder ob man sich Geschichten für Kinder (die man zumindest beim Schreiben nicht kennt) ausdenkt. Allerdings weiß ich bei meinen Geschichten, dass sie funktionieren, weil sie ja schon erprobt sind.«

Im selben Jahr wurde dieser Prozess durch eine unerwartete Begegnung auf der Leipziger Buchmesse beschleunigt. Nach einem Gespräch mit dem Kinder- und Bilderbuchautor Helmut Spanner – dessen Bücher Benjamin als Kind liebte – war ich sicher, dass »ich das wirklich möchte«. Herr Spanner empfahl mir sogleich eine Illustratorin, wodurch die wunderbare Zusammenarbeit mit Frau Reichert-Scarborough zustande kam.

Nun war ich mir zwar sicher, dass »ich das wirklich möchte«, aber ich war zu Beginn unschlüssig, welche Geschichten Eingang in das Buch finden werden. Letztendlich half mir meine Familie bei der Entscheidungsfindung.

Meine Geschichten haben unterschiedliche Entstehungshintergründe, die sich i. d. R. in den Erzählungen widerspiegeln. An einigen Beispielen möchte ich das verdeutlichen:

• Manche Geschichten wie bspw. Miabella ( Kap. II-L) beruhen auf tatsächlichen Erlebnissen. Die Geschichte mit Miabella gibt es in zwei Varianten – eine Geschichte für Stadtkinder und eine Geschichte für Landkinder, welche sich im Buch befindet.

• Auch besondere Ereignisse oder Erfahrungen in der Schule führten dazu, dass diese Erlebnisse in Geschichten verarbeitet wurden. Dies ist bspw. in den Geschichten mit Flavia ( Kap. II-E) und Quercus ( Kap. II-A) der Fall.

• Es existieren nicht nur Parallelgeschichten für Stadt- und Landkinder, sondern auch für Mädchen und Jungen. Mit Susa, Rika und Mari ( Kap. II-N) fiel die Wahl der Geschichte für das Buch auf die Variante für/mit Mädchen.

• Andere Geschichten entstanden als Antwort auf Fragen, ähnlich der am Kapitelbeginn zitierten Frage. Als Beispiel sei hier die Geschichte mit Mika ( Kap. II-G) genannt.

• Hugo ( Kap. II-D) verdankt seine Existenz einer Äußerung meines jüngsten Sohnes. Als er im Alter von vier Jahren zum ersten Mal einen Hai sah, rief er aus: »Ein Hai! Ein Hai! Ich habe Angst! Ich will einen anderen Hai sehen!« (Maus, 2013, S. 255). Hinter der Glasscheibe drehte nur ein Katzenhai seine Runden im Becken des Aquariums.

• Auch Zeichnungen meiner Kinder dienten als Inspiration für Erzählungen. Drei dieser Geschichten haben Eingang in das Buch gefunden. Zwicky ( Kap. II-C), Rina aus der Geschichte mit Rina und Rudi ( Kap. II-H) und Luna aus der Geschichte mit Skia und Luna ( Kap. II-K) bringen ihre Urbilder mit.

Genauso unterschiedlich wie die Entstehungshintergründe der Geschichten sind auch die Quelldaten, die für dieses Buch als Ausgangsmaterial dienten. Geschichten, die für bestimmte Anlässe wie Geburtstage von mir geschrieben wurden, liegen in einer ausformulierten Fassung vor. Spontan im Alltag erzählte Geschichten habe ich meist am Abend des Tages in Stichpunkten oder Skizzen festgehalten. Die dritte Möglichkeit, um Geschichten vor der Vergänglichkeit zu retten, bestand in Audioaufnahmen während des Erzählens. Die Geschichten wurden oft erzählt oder vorgelesen und somit änderten sich einige im Laufe der Zeit, da meine Kinder sich mit Ideen aktiv in die Geschichtenrunden einbrachten.

71,06 ₼
Yaş həddi:
0+
Litresdə buraxılış tarixi:
18 dekabr 2025
Həcm:
329 səh. 49 illustrasiyalar
ISBN:
9783170395060
Müəllif hüququ sahibi:
Bookwire
Yükləmə formatı:

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