Kitabı oxu: «101 Dinge, die man über American Football wissen muss.»

Todd Gurley läuft vor einem Spiel der Los Angeles Rams aus dem Spielertunnel.
Jan Dafeld
101 Dinge die man über
American Football
wissen muss

Inhalt
Vorwort
1Das erste Footballspiel | Rutgers und Princeton erfinden eine neue Sportart
2Walter Camp | »The Father of Football«
3Die Gründung der NCAA | Der Aufstieg zum nationalen Sport
4Die College Bowl Games | Vom Tourismus-Spiel zum alles entscheidenden Finale
5Die Positionen der Offense | Quarterback, Offensive Tackle und Tight End
6Die Positionen der Defense | Edge Defender, Linebacker und Free Safety
7Die Gründung der NFL | Die ersten Schritte als Profisport
8Die Geschichte des Regelwerks | Ein Regelbuch im Wandel der Zeit
9Die Pro Football Hall of Fame | Die Halle für die größten Legenden des Spiels
10Der NFL Draft | Das Auswahlverfahren der größten Talente
11Die Heisman-Trophäe | Auszeichnung für den besten Collegespieler des Landes
12George Halas | Gründer, Spieler, Trainer, Legende
13George Preston Marshall | Pionier und Rassist
14»The Greatest Game ever played« | Das Spiel, das den Football-Boom in den USA auslöste
15Vince Lombardi | Der Namensgeber der Super-Bowl-Trophäe
16Der Zusammenschluss der NFL und der AFL | Wie Lamar Hunt einen Football-Konkurrenzkampf auslöste
17Super Bowl I | Die erste Ausgabe des großen Endspiels
18Jim Brown | Der wohl dominanteste Runner aller Zeiten
19Air Coryell | Wie ein College-Coach den Football fundamental veränderte
20Die West Coast Offense | Bill Walsh erschafft eine neue Art Offensiv-Football
21Don Shula | Mehr als 30 Jahre unter den Besten der NFL
22Die perfekte Saison | Als die Miami Dolphins ungeschlagen den Super Bowl gewannen
23Roger Staubach und die Hail Mary | Wie ein Quarterback einen bis dahin unbekannten Begriff prägte
24Der Steel Curtain | Die dominante Defense der Pittsburgh Steelers
25Der Supplemental Draft | Die Alternative zum NFL Draft
26The Miracle at the Meadowlands | Die Niederlage, die die Kneeldowns in der NFL etablierte
27Joe Montana | Der ultimative Sieger
28Der Streik 1982 | Als die NFL-Saison auf neun Spiele gekürzt werden musste
29The Catch | Der Moment, der die Ära der 49ers einläutete
30Ein Kicker als MVP | Mark Moseley wird zum wichtigsten Spieler der Liga gewählt
31Walter Payton | Großer Running Back, größerer Mensch?
Patrick Mahomes feiert einen Touchdown seiner Kansas City Chiefs.
32Monsters of Midway | Die dominante Saison der Bears 1985
33Donald Trump gegen die NFL | Als der spätere US-Präsident die Liga verklagte
34Lawrence Taylor | Der wohl dominanteste Verteidiger aller Zeiten
35John Elway | Champion als Spieler und als Manager
36Jerry Rice | Der größte Spieler aller Zeiten?
37O. J. Simpson | Ein ehemaliger Footballstar im vielleicht größten Mordprozess aller Zeiten
38Bo Jackson | Football- und Baseballstar zugleich
39Wide Right | Scott Norwood und die Buffalo Bills schreiben unfreiwillig NFL-Geschichte
40Barry Sanders | Maximal spektakulär – aber bis zuletzt ohne den großen Erfolg
41Deion Sanders | Cornerback, Returner und noch vieles mehr
42The Comeback | Als den Buffalo Bills die größte Aufholjagd aller Zeiten gelang
43Dan Marinos Fake Spike | Wie ein Trick den Miami Dolphins einen Sieg bescherte
44Jerry Jones | Der Besitzer des wertvollsten Teams der Welt
45Adam Vinatieri | Der Mann für die ganz großen Momente
46Brett Favre | Der größte Gunslinger in der Geschichte der NFL
47Jon Gruden | Raider, Super-Bowl-Sieger und dann wieder ein Raider
48Kurt Warner | Von der NFL Europe zum NFL MVP
49The Greatest Show on Turf | Die vielleicht spektakulärste Offense aller Zeiten
50The Music City Miracle | Der Spielzug, der die Buffalo Bills in eine tiefe Krise stürzte
51The Tackle | Als Kevin Dyson ein Yard zum Super-Bowl-Sieg fehlte
52Ray Lewis | Erst Straftäter, dann Held einer ganzen Stadt
53Peyton Manning | MVP-Rekordhalter und größter Brady-Rivale
54Bill Belichick | Der Begründer der Patriots-Dynastie
55Tom Brady | Der erfolgreichste Quarterback aller Zeiten
56Drew Brees | Der Passing-Rekordhalter schlechthin
57Nipplegate | Der wohl bekannteste Super-Bowl-Moment aller Zeiten
58Steve Gleasons Punt-Block | Ein Nobody erweckt eine Stadt wieder zum Leben
59Michael Vick | Wie einer der größten Superstars der NFL im Gefängnis landete
60JaMarcus Russell | Der wohl größte Draft-Bust aller Zeiten
61Randy Moss | Dominanter Receiver und schwieriger Charakter
62Der Helmet Catch | Wie David Tyree und Eli Manning die perfekte Saison der Patriots zerstörten
63Die Detroit Lions 2008 | Das wohl schlechteste Team aller Zeiten
64Aaron Rodgers | Jahrhunderttalent und Querkopf
65Sebastian Vollmer | Der beste Deutsche in der NFL
66Tim Tebow | Von heute auf morgen vom Publikumsliebling zum Bankdrücker
67Bountygate | Als die New Orleans Saints ihre Gegner absichtlich verletzen wollten
Larry Fitzgerald springt über den Tackling-Versuch eines Gegenspielers.
68Der Referee Lockout 2012 | Als die NFL neue Schiedsrichter anheuerte und dies umgehend bereute
69Der Butt Fumble | Der vielleicht bizarrste Fehler in der NFL aller Zeiten
70Aaron Hernandez | Ein Mörder inmitten der NFL
71CTE | Die große Gefahr, die Football birgt
72Der Blackout Bowl | Stromausfall im Super Bowl
73Der erste deutsche Touchdown | Markus Kuhn schreibt NFL-Geschichte
74Dez Bryants Non-Catch | Das NFC Divisional Game und die Catch-Regel
75Die Legion of Boom | Die beste Pass-Verteidigung aller Zeiten?
76Malcolm Butlers Interception | Hätten die Seahawks den Ball laufen sollen?
77Adrian Peterson | Der letzte Nicht-Quarterback als MVP
78Der Option Run | Als ein neuer Laufstil die NFL im Sturm zu erobern schien
79Die Run-Pass-Option | Die nächste Stufe der Option-Offense
80Colin Kaepernick | Wie politischer Protest einen Spieler seine Karriere kostete
8128-3 | Die größte Super-Bowl-Aufholjagd aller Zeiten
82The Minneapolis Miracle | Das wahrscheinlich größte Football-Wunder dieses Jahrtausends
83Das Philly Special | Ein Spielzug wird zum Symbol eines ganzen Teams
84Der NOLA No-Call | Wie eine Fehlentscheidung den NFC Champion bestimmte
85Andrew Luck | Viel zu früh zum Karriereende gezwungen
86Analytics | Revolutionieren Daten das Denken in der NFL?
87Green Bay Packers, Inc. | Der Sonderstatus der Packers in der NFL
88Lambeau Field | Das dienstälteste Stadion der NFL
89Soldier Field | Das älteste Stadion der NFL
90Arrowhead Stadium | Die lauteste Arena der Welt
91Mercedes-Benz Superdome | Zuhause von sieben Super Bowls
92Oakland-Alameda County Coliseum | Amerikas meistgehasstes Stadion?
93Werbung im Super Bowl | Der Platz der teuersten Werbespots der Welt
94Der Madden-Fluch | Jahr für Jahr schlägt ein Videospiel aufs Neue zu
95Frauen im Football | Mehr als nur Lingerie Football
96Die NFL Europe | Die europäische Liga der NFL
97NFL-Spiele in Europa | Die London Games und weitere Pläne
98Manni Burgsmüller | Vom Bundesligastar zum Kicker
99Rob Hart | Der barfüßige Kicker
100Die GFL | Die höchste deutsche Footballliga
101Der Football-Hype in Deutschland | Mitglieder- und Zuschauerzahlen schießen in die Höhe
Bildnachweis
Impressum
Vorwort

Es gibt viele Gründe, von American Football fasziniert zu sein: die pure Athletik der Sportler, die auf dem Spielfeld wie Naturgewalten aufeinandertreffen, die hochtaktische Komponente, die den Football stärker durchdrungen hat als nahezu jeden anderen Sport dieser Welt oder doch einfach das Drumherum, die Show, die jedes Spiel geradezu zwangsläufig mit sich bringt und viele der Zuschauer ebenso in ihren Bann zieht.
In den USA ist Football mittlerweile seit vielen, vielen Dekaden Nationalsport: Von Jonny Unitas über Jim Brown, Joe Montana, Lawrence Taylor und John Elway bis hin zu Peyton Manning und Tom Brady – Football brachte in den Vereinigten Staaten unzählige Helden und Legenden hervor. Doch auch hierzulande nimmt die Popularität von Football rasant zu. Längst sind die Zeiten als kleine Nischensportart vorbei. Der Super Bowl ruft auch in Deutschland mittlerweile zahlreiche Public-Viewing-Parties hervor, Freunde und Kollegen treffen sich regelmäßig, um Spiele ihres Lieblingsteams oder die Red-Zone-Konferenz zu verfolgen, auch die Zahl der aktiven Spieler wächst und wächst.
All dies ist Grund genug, um diesem faszinierenden Sport und seiner langen, ereignisreichen Geschichte mitsamt ihren Höhen und Tiefen ein eigenes Buch zu widmen: Welches Spiel verhalf Football erst zu seinem Status als US-amerikanischem Nationalsport? Welche Pioniere machten ihn zu dem Spiel, das er heute ist? Welche sind die größten Spieler aller Zeiten? Und welche Momente machten den Football im Besonderen aus?
All diese Fragen sollen auf den folgenden Seiten beantwortet werden. Frischgebackene Fans, die ihre Begeisterung für den Sport gerade erst entdeckt haben, sollen dabei ebenso ihre Freude haben, wie eingefleischte Experten, die womöglich dennoch das ein oder andere Neue erfahren und entdecken können.
Ich hoffe, dass dieses Buch diesem Anspruch gerecht werden kann und wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen!
Ihr Jan Dafeld
1 Das erste Footballspiel
Rutgers und Princeton erfinden eine Sportart
150 lange Jahre ist es her, dass sich die Universitäten von Rutgers und Princeton, damals noch bekannt als das College von New Jersey, zum ersten Football-Match in der Geschichte der Menschheit trafen – mit dem heute bekannten Sport hatte das Spiel damals allerdings noch wenig bis gar nichts gemeinsam. Tatsächlich durfte Rutgers’ William J. Leggett als Kapitän der Heimmannschaft die Regeln für das Spiel am 6. November 1869 vorschlagen und orientierte sich dabei stark an den bereits existierenden Fußballregularien: So spielten die Teams mit einem runden Ball und versuchten, diesen in das Tor der gegnerischen Mannschaft zu schießen, das Tragen oder Werfen des Balles war verboten. Einzig das physische Element des Spiels, bei dem damals nahezu jeder Körperkontakt erlaubt war, wies Gemeinsamkeiten zum heutigen Football auf. Letztlich setzte sich damals das schnellere und flinkere Rutgers-Team vor rund 100 Zuschauern mit 6:4 gegen seine physisch überlegenen Gegner aus Princeton durch.
Die Entwicklung in Richtung des heute bekannten Spiels erfolgte erst in den darauffolgenden Begegnungen: Im Rückspiel auf dem Campus von Princeton nahmen die Gastgeber beispielsweise bereits den Free Kick ins Regelwerk auf, der es einem Team erlaubte, den ersten geschossenen Ball der Gegner aus der Luft zu fangen, ohne dabei von einem Gegner angegangen werden zu dürfen. Eine Regel, die stark an den heute nach wie vor existenten Fair Catch erinnert. In den Folgejahren beteiligten sich mehr und mehr Schulen an den neu erfundenen Wettkämpfen. Bis zum ersten Spiel nach Regeln, die an die des heutigen Footballs erinnern, sollten allerdings noch einige Jahre vergehen. Die erste Begegnung mit elf Spielern pro Team, in dem der Ball nach vorne getragen werden durfte und ein Tackling des Ballträgers zu einer Spielunterbrechung führte, wurde erst am 4. Juni 1875 gespielt. Damals trafen die Universitäten von Tufts und Harvard aufeinander.
Diese Tafel auf dem Campus der Rutgers University erinnert an das erste Footballspiel.
2 Walter Camp
»The Father of Football«
Das erste Footballspiel mag bereits 1869 stattgefunden haben, doch die Sportart in der Form, wie wir sie heute kennen, wäre wohl nie Wirklichkeit geworden, wäre ein junger Mann Ende des 19. Jahrhunderts nicht auf diesen neuen Sport aufmerksam geworden. Sein Name: Walter Camp. Eine seiner ersten Begegnungen mit dem Football machte Camp 1875, als Harvard seinen größten Rivalen, die Universität von Yale, zu einem Match herausforderte. Harvard spielte damals unter anderen Regeln als die wenigen anderen Footballteams im Land, sodass sich die beiden Schulen auf einen Kompromiss des Regelwerks einigen mussten.
Camp, der im darauffolgenden Jahr sein Studium an der Yale-Universität beginnen sollte, war trotz der 0:4-Niederlage seiner Schule sofort fasziniert, seine Leidenschaft für den Football war geweckt. Er zählte zwar nie zu den dominantesten Spielern auf dem Feld – ein Harvard-Spieler fragte vor einem Spiel gegen Yale wenige Jahre später tatsächlich, ob »dieses Kind« auch wirklich mitspielen könne, ohne sich eine ernsthafte Verletzung zuzuziehen –, doch sein Einfluss auf die Entwicklung des Sports kann kaum überschätzt werden.

Der Erfinder der Downs
Camp engagierte sich aktiv in verschiedenen Regelausschüssen und ist verantwortlich für zahlreiche der Veränderungen, die schließlich zu dem Spiel führten, das heute noch gespielt wird. 1880 war es sein Vorschlag, der die Line of Scrimmage, die die Offensive und die Defensive voneinander trennt, im Spiel implementierte. Doch es dauerte weitere zwei Jahre, ehe Camps Ziel, das Spiel dadurch spannender und schneller zu machen, Wirklichkeit wurde. Bis dahin hatten einige Schulen die neue Line of Scrimmage als Sicherheit genutzt und den Ball in unzähligen, winzigen Schritten nach vorne bewegt, was das Spiel deutlich verlangsamte und in den Augen vieler Zuschauer langweilig werden ließ. Camps Antwort folgte 1882 mit der Einführung der Downs: Ab sofort hatten die Teams stets drei Versuche, um den Ball fünf Yards nach vorne zu bewegen. Gelang ihnen das nicht, wechselte der Ballbesitz und ging an den Gegner. Erst diese Neuerung löste Football von seinen Rugby-Ursprüngen und machte aus ihm den Sport, den wir heute kennen.
Darüber hinaus führte Camp die bis heute geltenden Spielfeldmaße ein, er entwarf die Yard-Markierungen auf dem Rasen und reduzierte die Anzahl der Spieler von 15 auf elf. Camp erfand obendrein den Snap vom Center zum Quarterback sowie die erste Formation im Football: eine Offensive Line aus sieben Mann mit vier Spielern dahinter, dem Quarterback und drei Running Backs. Auch die heute geltenden Punkteregelungen finden ihren Ursprung in Camps Ideen: Er legte diese damals auf vier Punkte für einen Touchdown (heute sechs Punkte), zwei Punkte für den Kick nach dem Touchdown (heute ein Punkt), fünf Punkte für Field Goals (heute drei Punkte) sowie zwei Punkte für einen Safety fest. Die letzte dieser Regeln hat bis heute Bestand.

Head Coach im Alter von nur 29 Jahren
Nach seinem Abschluss in Yale wurde Camp Head Coach des Footballteams der Universität und trainierte später auch noch am College von Stanford. Bereits zu dieser Zeit wurde sein Einfluss auf die Entwicklung des Spiels hoch geschätzt. Schon 1892, Camp war gerade mal 33 Jahre alt, verpasste ihm Caspar Whitney vom New Yorker Magazin Harper’s Weekly seinen Spitznamen, der sich bis heute gehalten hat: »The Father of Football«.
Fans bei einem Spiel von Harvard gegen Yale
3 Die Gründung der NCAA
Der Aufstieg zum nationalen Sport
Die von Camp angestoßenen Regeländerungen stießen schnell auf Begeisterung und sorgten in den USA für eine rasant ansteigende Popularität von Football. Zahlreiche große College-Rivalitäten, darunter beispielsweise das alljährliche Spiel von Army gegen Navy, gehen auf das späte 19. Jahrhundert zurück, 1888 gründete die Universität von Southern California zudem das erste Footballteam an der Westküste.
Dennoch litt der neue Sport unter einem enormen Problem: Er war schlicht zu brutal. Die bestehenden Regeln, die praktisch jede Art eines Tacklings erlaubten und oft zu massenhaften Zusammenstößen zwischen den rivalisierenden Mannschaften führten, stellten für jeden Spieler auf dem Spielfeld permanent eine ernsthafte Gefahr dar. Innerhalb von 15 Jahren verzeichneten die USA mehr als 300 Todesfälle als direkte Folge von Football, zahlreiche Schulen stellten ihren Spielbetrieb deshalb wieder ein. Als im Jahr 1905 19 weitere Tote hinzukamen, schaltete sich sogar der US-amerikanische Präsident ein: Theodore Roosevelt lud Vertreter von Schulen wie Harvard, Yale und Princeton ins Weiße Haus ein, um Änderungen am bestehenden Regelwerk zu diskutieren und die Anzahl der Todes- und Verletzungsfälle so zu reduzieren. Einige Berichte aus der Zeit mutmaßten sogar, dass der Republikaner damit drohte, Football gänzlich zu verbieten, sollten die Gefahren, die mit dem Spiel einhergingen, nicht verringert werden.
Zwei College-Teams im Jahr 1912

Der Vorwärts-Pass wird eingeführt
Roosevelts Intervention war von Erfolg gekrönt: Am 28. Dezember 1905 kamen Vertreter von 62 Schulen in New York zusammen, um Wege zu finden, ihren Sport sicherer zu machen. Die Teilnehmer des Treffens einigten sich schließlich auf die Gründung der Intercollegiate Athletic Association of the United States (IAAUS), die fortan über Regeländerungen im Sport entscheiden sollte und vier Jahre später in die bis heute bestehende National Collegiate Athletic Association (NCAA) umbenannt wurde. Tatsächlich diente die NCAA anfangs ausschließlich als Regelausschuss, erst ab 1921 richtete sie auch einige Wettbewerbe im Football und in weiteren Sportarten aus.
Die Änderungen des Football-Regelwerks ließen nicht lange auf sich warten und traten bereits im Frühjahr 1906 in Kraft. Die beiden wichtigsten Neuerungen: Ab sofort waren formierte Tacklings, bei denen Spieler sich beispielsweise bei ihren Nebenmännern unterhakten und einen Gegenspieler gemeinsam attackierten, verboten; zudem wurde erstmals der Pass nach vorne erlaubt, um das Spielgeschehen vertikal auseinander zu ziehen und so massenhafte Kollisionen zu vermeiden. Die neuen Regeln zeigten schnell Wirkung, die Schulen nahmen das Spiel wieder auf und die Popularität von Football wuchs erneut rasant. Besonders im Süden der USA stieß der Sport mehr und mehr auf Begeisterung, spätestens nach dem Sieg von Alabama im Rose Bowl 1926 stieg Football zum beliebtesten Sport des Südens auf. In den 1930er-Jahren legte das Spiel schließlich endgültig seinen regionalen Charakter ab. Gleich vier Städte riefen ihre eigenen Bowl Games nach dem Vorbild des Rose Bowls in Pasadena ins Leben: Der Orange Bowl in Miami, der Sugar Bowl in New Orleans, der Sun Bowl in El Paso sowie der Cotton Bowl in Arlington waren geboren.