Kitabı oxu: «IT- und Datenschutz-Compliance für Unternehmen»
IT- und Datenschutz-Compliance für Unternehmen
Leitlinien und Anwendungsfälle
Cloud, Social Media, Scrum, IoT, KI, Mobilitätsdaten
Herausgeber
Dr. Thomas A. Degen und Prof. Dr. Jochen Deister
Bearbeiter
Dr. Thomas A. Degen
Prof. Dr. Jochen Deister
Ulrich Emmert
Mathias Lang, LL.M.
Dr. Thomas Lapp
mit einem Geleitwort von Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Bonn
und einem Grußwort von Harald Klingelhöller, Vorstandsvorsitzender des Verbandes für Organisations- und Informationssysteme, Bonn
2. Auflage, 2022
Unter www.boorberg-plus.de/alias/IT-undDatenschutz-Compliance wird das vorliegende Handbuch aktuell gehalten. Hier finden sich insbesondere alle einschlägigen europäischen und deutschen Rechtsvorschriften.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek | Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.dnb.de abrufbar.
2. Auflage, 2022
Print-ISBN 978-3-415-05184-3
E-ISBN 978-3-415-07122-3
© 2009 Richard Boorberg Verlag
E-Book-Umsetzung: abavo GmbH, Buchloe
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlages. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Titelfoto: © ryhzi – stock.adobe.com
Richard Boorberg Verlag GmbH & Co KG | Scharrstraße 2 | 70563 Stuttgart
Stuttgart | München | Hannover | Berlin | Weimar | Dresden
www.boorberg.de
Inhalt
1 Cover
2 Titel
3 Impressum
4 Inhaltsverzeichnis
5 Vorwort der Herausgeber
6 Vorwort zur 1. Auflage
7 Geleitwort
8 Grußwort
9 Autorenverzeichnis
10 Abkürzungsverzeichnis
11 Literaturverzeichnis
12 1. Einführung in den gesamtgesellschaftlichen und regulatorischen Rahmen mit IT-Sicherheits- und Datenschutz-Management-Glossar 1.1 Ausgangs-/Praxisfall 1.2 Risikomatrix 1.3 Cyberkriminalität und Verhaltensbotschaften für die Praxis 1.4 Informatik-/IT-Security-Fachbegriffe und Marketing-Buzzwords 1.5 Kurzübersicht der Rechtsquellen und der regulatorischen Anforderungen 1.5.1 Datenschutzregulierung 1.5.2 Beweisrecht und elektronische Signaturen 1.5.3 Zahlungsverkehr 1.5.4 Digitalisierung, Aufbewahrung und Beweisrecht 1.6 Verantwortung der Geschäftsleitung 1.7 Verantwortung der IT-Leitung und IT-Sicherheitsabteilung 1.8 Verantwortung des Datenschutzbeauftragten 1.9 Verantwortung der Personalabteilungsleitung 1.10 Verantwortung der Finanz-/Buchhaltungsabteilungsleitung 1.11 Verantwortung der Revisionsabteilungsleitung 1.12 Verantwortung der Vertriebsabteilungsleitung 1.13 Verantwortung der Marketingabteilungsleitung 1.14 Verantwortung des Betriebsrats 1.15 IT-Sicherheits- und Datenschutz-Management-Glossar 1.16 Zum Ausgangs-/Praxisfall
13 2. IT-Sicherheit und Datenschutz 2.1 Ausgangs-/Praxisfall 2.2 Rechtsrahmen und Zuständigkeiten 2.2.1 Begriff der IT-Sicherheit 2.2.2 IT-Sicherheitsgesetz(e) und Gesetz zur Umsetzung der NIS-Richtlinie (EU) 2016/1148 2.2.3 DSGVO 2.2.4 Stand der Technik 2.2.5 Haftung und Sanktionen 2.2.6 Verantwortung 2.3 Praxishinweise 2.3.1 IT-Sicherheitsbeauftragter 2.3.2 Website – Sicherheitsüberprüfung 2.3.3 Datenverschlüsselung, Anonymisierung und Pseudonymisierung 2.3.4 Data protection by design und Data protection by default 2.3.5 DSFA 2.4 Gestalterische Empfehlungen und Compliance 2.4.1 Umsetzung – Stand der Technik 2.4.2 Zertifizierung? 2.4.3 Überwachung, Fehlerbeseitigung und Verbesserung 2.5 Zum Ausgangs-/Praxisfall
14 3. Cross-border Datentransfer 3.1 Ausgangs-/Praxisfall 3.2 Rechtsrahmen und Zuständigkeiten 3.3 Zulässigkeit der Verarbeitung im Ausland 3.4 Verarbeitung von Beschäftigtendaten in der DSGVO 3.5 Das Bundesdatenschutzgesetz 3.5.1 Weite Definition der Beschäftigten 3.5.2 Rechtfertigung der Verarbeitung 3.5.3 Anstellungsvertrag und Kollektivvereinbarung 3.5.4 Einwilligung 3.5.5 Besondere Kategorien von Daten 3.6 Weitere Regelungen 3.7 Zusammenfassung 3.8 Angemessenes Schutzniveau 3.8.1 Angemessenheitsbeschluss 3.8.2 Sicheres Drittland 3.8.3 Privacy Shield (bis 2020) 3.8.4 Datenübermittlung vorbehaltlich geeigneter Garantien 3.8.5 Verbindliche interne Datenschutzvorschriften 3.8.6 Standardvertrags- bzw. Datenschutzklauseln 3.8.7 Verantwortlicher an Verantwortlichen (C2C) 3.8.8 EUMC C2C 2001 3.8.9 EUMC C2C 2004 3.8.10 Verantwortlicher an Verarbeiter (C2P) 3.8.11 Verarbeiter an Verarbeiter (P2P) 3.8.12 Änderungen durch die DSGVO 3.8.13 Standarddatenschutzklauseln 3.8.14 (Neue) Anwendungsfälle 3.8.15 Aufbau / Modularität 3.8.16 Inhaltliche Änderungen 3.8.17 Umsetzungszeitraum 3.9 Sonderfall Brexit 3.10 Zusammenfassung 3.11 Änderung nach Redaktionsschluss
15 4. Digitalisierungsprojekte: Digitale Umstrukturierung im Unternehmen 4.1 Ausgangs-/Praxisfall 4.2 Rechtsrahmen und Zuständigkeiten 4.2.1 Einführung 4.2.2 Digitales Dokumenten-Management 4.2.3 Digitale Rechnungstellung und Buchhaltung 4.2.4 Outsourcing und Digitalisierung der Arbeitsplätze 4.2.5 Collaboration-Tools 4.2.6 Cloud Computing und Cloud-Server 4.2.7 Videokonferenzen 4.2.8. Zuständigkeiten 4.3 Praxishinweise 4.3.1 Richtlinien 4.3.2 BYOD oder firmeneigene Lösungen 4.3.3 Mobile Endgeräte 4.3.4 Collaboration-Tools 4.3.5 Videokonferenzen 4.3.6 Komplett-Lösungen 4.3.7 Datenschutz und Digitalisierung in der Pandemie 4.3.8 Lockerung von Rechtsvorschriften hinsichtlich der Pandemie 4.4. Gestalterische Empfehlungen und Compliance 4.4.1 Richtlinien zu Homeoffice 4.4.2 Betriebsvereinbarung 4.4.3 Arbeitsvertraglicher Zusatz Homeoffice 4.4.4 Kombilösung für Arbeitsvertrag und Betriebsvereinbarung 4.4.5 Richtlinie für Mobile Geräte 4.5 Zum Ausgangs-/Praxisfall
16 5. Digitalisierung, digitaler Vertrieb und E-Commerce-Projekte 5.1 Ausgangs-/Praxisfall 5.2 Rechtsrahmen und Zuständigkeiten 5.2.1 Formvorschriften/Schriftform 5.2.2 Sichere Kommunikation 5.2.3 Funktionen der Unterschrift 5.2.4 Gesetzliche Formvorschriften 5.2.5 Vertragliche Formvorschriften 5.2.6 Dokumentationspflichten 5.2.7 Hinderungsgründe gegen die Nutzung elektronischer Signaturen 5.3 Vertrauensdienste für elektronische Transaktion 5.3.1 Elektronische Signaturen 5.3.2 Fortgeschrittene elektronische Signaturen 5.3.3 Qualifizierte elektronische Signatur 5.3.4 Äquivalent zur eigenhändigen Unterschrift 5.3.5 Beweiswert qualifizierter elektronische Signaturen 5.3.6 Rechtswirkung und Beweiswert anderer elektronischer Signaturen 5.3.7 Fernsignaturen 5.3.8 Elektronisches Siegel 5.4 Praxishinweise 5.4.1 Digitalisierung bei formbedürftigen Rechtsgeschäften 5.4.2 Keine Weitergabe von PIN 5.4.3 Validierung 5.4.4 Archivierung 5.5 Gestalterische Empfehlungen und Compliance 5.5.1 Digitaler Workflow 5.5.2 Signatur ist keine Unterschrift 5.5.3 Akzeptanz
17 6. Web-Projekte: Website-Erstellung und Relaunch 6.1 Ausgangs-/Praxisfall 6.2 Rechtsrahmen und Zuständigkeiten 6.2.1 Einführung 6.2.2 Domainrecht 6.2.3 Designrecht 6.2.4 Impressumspflicht 6.2.5 Datenschutz 6.2.6 Urheberrecht (Texte, Bilder, Videos) 6.2.7 KUG-Recht am eigenen Bild, Verhältnis zum Datenschutz 6.2.8 E-Commerce 6.2.9 Wettbewerbsrecht 6.2.10 IT-SiG bzw. TTDSG 6.2.11 Verantwortlichkeit 6.3 Praxishinweise 6.3.1 Domainauswahl- und Registrierung 6.3.2 Designauswahl 6.3.3 Impressumsgestaltung 6.3.4 Datenschutzausgestaltung 6.3.5 Urheberrecht 6.3.6 Mitarbeiterbilder 6.3.7 E-Commerce 6.4 Gestalterische Empfehlungen und Compliance 6.4.1 Hinweispflichten zur Alternativen Streitbeilegung 6.4.2 Newsletter 6.4.3 Cookie-Banner oder Consent-Tool? 6.4.4 IT-SiG 6.4.5 Verantwortlichkeit 6.5 Zum Ausgangs-/Praxisfall
18 7. Social Media-Projekte: Arbeit und Social Media 7.1 Ausgangs-/Praxisfall 7.2 Rechtsrahmen und Zuständigkeiten 7.3 Praxishinweise 7.4 Gestalterische Empfehlungen und Compliance 7.4.1 Arbeitsvertrag (Zusatz) 7.4.2 Betriebsvereinbarung 7.4.3 Einwilligungserklärung 7.4.4 Social-Media-Manager Vertrag 7.4.5 Social-Media-Guidelines 7.5. Zum Ausgangs-/Praxisfall
19 8. Digitaler Vertrieb, Nachverfolgung, Services über IoT, Mobilität 8.1 Ausgangs-/Praxisfall 8.2 Rechtsrahmen und Zuständigkeiten 8.2.1 Einführung 8.2.2 Die Behandlung innovativer Technologien in der DSGVO 8.3 Praxishinweise 8.4 Gestalterische Empfehlungen und Compliance
20 9. Agile Projekte, Scrum, F&E & Datenschutz 9.1 Ausgangs-/Praxisfall 9.2 Rechtsrahmen und Zuständigkeiten 9.2.1 Grundsätzliche Hinweise zur Projektumsetzungen und Vertragsgestaltungen im IT-Business 9.2.2 Gestaltungsformen bei der Softwareüberlassung auf Dauer 9.2.3 Softwareüberlassung und Open Source-Produkte 9.2.4 Leistungsbeschreibung Teil 1 – „Was kann das Programm?“ 9.2.5 ASP und „Web Service“ 9.2.6 Vom Wasserfallmodell zu agilen Verfahrensmodellen wie KANBAN, Scrum, XP, Spiralmodell, MDA, RUP & Co. 9.2.7 Rechtsrahmen bei agiler Softwareentwicklung nach Scrum 9.2.8 Vertragsrechtliche Leistung (Teil 2) und Qualifizierung von agilen Projekten nach Scrum 9.3 IT- und Datenschutz-Compliance- und Gestaltungshinweise wegen erhöhter Projektrisiken bei agilen Methoden wie Scrum 9.4 Datenschutzrechtliche Besonderheiten bei Scrum 9.5 Zum Ausgangs-/Praxisfall 9.6 Annex: Agile Fehlervermeidung bei F&E- und Scrum-Projekten – Perspektivwechsel zu IT-Sachverständigen und Richtern
21 10. Cloud- und SaaS-Verträge 10.1 Ausgangs-/Praxisfall 10.2 Vorteile und Aufbau einer Cloud-Infrastruktur 10.3 Vertragliche Situation bei Cloudverträgen 10.3.1 Einflussmöglichkeiten der Vertragsgestaltung 10.3.2 Vertragstypen des Bürgerlichen Gesetzbuches 10.4 Gesetzliche Gewährleistung bei Cloud-Verträgen 10.5 Übersicht über die verschiedenen Gewährleistungsrechte 10.6 Vertragliche Regelungsbereiche 10.6.1 Wie viele Vertragsparteien gibt es und welche Leistungen übernehmen sie? 10.6.2 Welches nationale Recht gilt für welche Rechte und Pflichten? 10.6.3 Wer hat Zugriff auf welche Leistungen und welche Daten? 10.6.4 In welchem Land werden Leistungen erbracht und die Daten gespeichert? 10.6.5 Wie werden Änderungen im Bedarf umgesetzt und was geschieht bei Abweichungen in der Vertragserfüllung? 10.6.6 Wie wird die Vergütung für welche Leistungen berechnet? 10.6.7 Wie werden spezifische rechtliche Anforderungen und interne Vorgaben des Kunden umgesetzt? 10.6.8 Wie werden Störungen der Leistung rechtlich bewertet? 10.7 Regelungen in zugehörigen Service Level Agreements 10.7.1 Verfügbarkeit des Systems oder Dienstes in einem bestimmten Messzeitraum 10.7.2 Wartungszeiträume 10.7.3 Reaktionszeiten auf Mängelmitteilung 10.7.4 Umgehungs- oder Beseitigungszeiten bei Mängeln 10.7.5 Mindestleistungsdaten 10.7.6 Change Management und Bearbeitungszeiten 10.7.7 Datensicherheit 10.7.8 Migrationsleistungen bei Wechsel des Providers 10.7.9 Kündigungsfristen 10.7.10 Leistungen am Vertragsende 10.7.11 Konfliktregelungen 10.8 Internationaler Datenschutz bei Cloudsystemen 10.9 Empfehlungen zur Auswahl von Cloudsystemen Zum Ausgangs-/Praxisfall
22 11. Aspekte des Urheberrechts bei Medien-Projektumsetzungen mit fremden Texten, Bilder, Vorlagen, Kartenmaterial 11.1 Ausgangs-/Praxisfall 11.2 Hinweise zum Urheberrecht bei Nutzung von Vorlagen, Medien und Kartenmaterial 11.3 Nutzung und Verwertung fremder Vorlagen und Leistungen 11.4 Nutzung von Bildern 11.5 Kartenmaterial a. Openstreetmap b. Google Maps c. Geodatenviewer BW 11.6 Abbildungen von Personen 11.7 Nutzung von audiovisuellen Medien 11.8 Nutzung von Social Media 11.9 Verletzung fremder Markenrechte 11.10 Verletzung des Wettbewerbsrechts 11.11 Zum Ausgangs-/Praxisfall
23 12. IT-Beschaffung, Hardware- und Software-Einkauf 12.1 Ausgangs-/Praxisfall 12.2 Rechtsrahmen und Zuständigkeiten 12.3 Praxishinweise, technische, organisatorische Maßnahmen 12.4 Gestalterische Empfehlungen und Compliance 12.5 Lizenzrechtliche Besonderheiten bei der IT-Beschaffung 12.5.1 ERP-Software nebst Web- und Mobile App-Schnittstelle 12.5.2 Lizenzrecht in der Praxis: MS, SAP, Oracle 12.5.3 Indirekte Nutzung 12.5.4 Netweaver 12.5.5 Gestalterische Empfehlungen und Compliance 12.6 Besonderheiten im IT-Einkauf im Bauwesen mit Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Dokumenten 12.6.1 Building Information Modeling 12.6.2 Rechtsrahmen und Zuständigkeiten 12.6.3 Archivierungspflichten und Praxishinweise, technische, organisatorische Maßnahmen
24 13 IT-Konfliktmanagement 13.1 Ausgangs-/Praxisfall 13.2 Rechtsrahmen und Zuständigkeiten 13.2.1 Rechtsrahmen: Kaufvertrag oder Werkvertrag 13.2.2 Change Request 13.2.3 Exit 13.2.4 Eskalation 13.3 Praxishinweise 13.3.1 Change Request (CR) 13.3.2 Exit 13.3.3 Eskalation 13.4 Gestalterische Empfehlungen und Compliance 13.4.1 Change Request 13.4.2 Exit 13.4.3 Eskalationsklauseln 13.5 Zum Ausgangs-/Praxisfall
25 14 IT-Sicherheitsaspekte bei der elektronischen Kommunikation, Authentizität, Identität und Beweiswerterhaltung mit kryptographischen Verfahren 14.1 Ausgangs-/Praxisfall 14.2 Verschlüsselung und digitale Signaturen 14.3 Funktionsweise von 2-Schlüsselverfahren 14.4 Anwendung von Verschlüsselung im deutschen Rechtsverkehr 14.5 Beweiswerterhaltung mit Verkettung von Hashwerten und digitalen Signaturen 14.6 Beweiswerterhaltung bei ersetzendem Scannen 14.7 Zum Ausgangs-/Praxisfall
26 Abbildungsverzeichnis
27 Stichwortverzeichnis
Vorwort der Herausgeber
Seit Erscheinen der 1. Auflage im Jahr 2008 haben sich weitreichende Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft ergeben. Von der weiter steigenden Weltbevölkerung von gegenwärtig 7,8 Milliarden Menschen ist deutlich über die Hälfte online; nach Schätzungen der World Wide Web Foundation sollen 2020 ca. 54 % der Weltbevölkerung Zugang zum Internet haben. Gegenüber der 2008 angenommenen Schätzung der European Information Technology Observatory von 1,23 Milliarden Internetnutzern zeigt dies, dass nicht nur in den Industrienationen immer mehr ältere Menschen über 70 einerseits und Jugendliche und Kinder andererseits auf das Internet zugreifen, und zusammenfassend, dass der Siegeszug des Internets weitergeht.
Wer es sich 2008 leisten konnte, im gewerblichen Bereich als Händler, Hersteller oder Dienstleister ohne Internet und ohne Computer auszukommen, war schon damals eine Ausnahmeerscheinung. Heute ist operativer Vertrieb ohne Onlinemedien kaum mehr vorstellbar. Der stationäre Handel ist mit klassischen Filialgeschäften, soweit diese nicht zumindest einen Website- und Webshop-Anker als veritables Sicherheitskonzept haben, „weggespült“ und fast gänzlich aus den Großstädten verschwunden. Megaumsätze werden nur noch mit durchdachten Online-Vertriebssystemen und Handelsplattformen wie Amazon oder Alibaba gemacht.
Wir sind überzeugt, dass der sinnvolle Einsatz digitaler Vertriebssysteme und die digitale Transformation in Produkt- und Dienstleistungsbereichen Unternehmen zukunftssicher machen, sofern der Fokus gleichzeitig auf die zukunftssicheren Absatzbringer gerichtet bleibt. Feststellbar erscheint auch, dass nicht nur das Informations- und Kaufverhalten von Kunden, sondern auch globale Umwelt-/Klima- sowie Gesundheitsschutzumbrüche (wie z. B. die Coronapandemie) Unternehmen ohne „digitale Agenda“ ins Hintertreffen geraten lassen.
Die gesellschaftlichen und weltwirtschaftlichen Veränderungen führen dazu, dass alle operativ tätigen Unternehmen bei der nachhaltigen Planung von Online-Strategien hinreichenden personellen, sachlichen und finanziellen Background sicherstellen sollten. Denn nicht nur die Anbindung von Warenwirtschaftssystemen und ERP-Schnittstellen und Webdesign-Innovationen kostet Aufwand, sondern auch die Prüfung, welches Rechteregime einschlägig ist und wie die zu dokumentierende Regeltreue im Unternehmen gewährleistet wird. So gut wie alle Unternehmen sind den Regelungen des Datenschutzes unterworfen, die dem Schutz der informationellen Selbstbestimmung der Kunden und potentiellen Geschäftspartner und Mitarbeiter zu dienen bestimmt sind und bei Rechtsverletzungen kartellartige Sanktionen nachsichziehen können von bis zu 4 % des weltweiten Jahresumsatzes oder 20 Mio. EUR. Hinzu kommen Anforderungen aus der Informationstechnologie und IT-Security, d. h. spezifische Compliance-Herausforderungen, die vor die Klammer einer IT-Projektrealisierung zu ziehen sind. Informationssicherheitsmanagementsysteme, Datenschutzfolgeabschätzungen und Privacy by design und Privacy by default sollten insofern zum geschäftlichen Rüstzeug gehören.
Man muss sich immer wieder verdeutlichen, dass die zentralen Gegenstände, die mittels Internet weltüberspannend hin und her transferiert werden, Daten sind. Es handelt sich nicht nur um „durchlaufende Nullen und Einsen“ oder um bloße Sachdaten, sondern um personenbezogene Daten, weil diese überwiegend, Rückschlüsse auf eine identifizierbare Person erlauben. Deswegen sind Forderungen nach Online-Durchsuchungen, Vorratsdatenspeicherung, Geheimdienst-, Industriespionage- und Cybercrime-Aktivitäten ebenso „en vogue“ wie erklärlich und gefährlich. Die Forschungstrends mit KI, Robotern und Vernetzung von Mensch und Maschine stehen nicht mehr nur in den Sternen. Der Tech-Visionär Elon Musk entwickelt die Implementierung von Chips in das Gehirn für Menschen mit Rückenmarkverletzungen, damit diese wieder laufen können. Viele Projekte, die sich nach Captain Future-Szenarien anhören mögen und ggf. ethisch und rechtlich noch ungeklärt sind, stehen als Alphaversionen in den Startlöchern.
Bei jedem Technologieprojekt wird die Frage aufgeworfen, welche Schutzbereiche tangiert sind und wem die Daten gehören.
Europaweit ist meist der Anwendungsbereich – wegen des Marktortprinzips auch supranational – der Datenschutzgrundverordnung eröffnet. Im digitalen Koordinatensystem kommen weitere Gesetze und Compliance-Anforderungen hinzu.
Mit dem vorliegenden Handbuch zur IT- und Datenschutz-Compliance für Unternehmen wollen wir IT-Projekte und Leitlinien nach DSGVO an Hand von praxisrelevanten Use Cases vorstellen, wie etwa zu Digitalisierung, Cloud, Social Media, agiler Softwareentwicklung, Open Source, Mobilitätsdaten, KI.
Wir nehmen bewusst in Kauf, dass man von der 1. Auflage kaum noch etwas wiedererkennt. Es geht uns dabei nicht um das Überbordwerfen rechtsdogmatischer Erkenntnisse, sondern um die Anerkennung der immensen Dynamik und die Auseinandersetzung mit heute regelungsbedürftigen IT-Projektgegenständen wie Cloud, Srum, KI, IoT, neuronale Netze, Mobilitätsdaten u. v. m.
Unser Autorenteam setzt sich aus erfahrenen Praktikern aus der IT- und Datenschutzberatung zusammen.
Wir wenden uns an Entscheider in der Wirtschaft, vom Start-up und KMU bis zum Industrieunternehmen und Technologieführer. Wir plädieren für einen offenen und sachorientierten Umgang mit IT-Projekten, da diese wegen ihrer rechtstechnischen Komplexität stets in einer Risikomatrix zu sehen sein sollten. Dazu gehört ein vitaler Dialog des Managements mit den Fachabteilungen wie IT, IT-Security, Datenschutz, Produktion, F&E, HR, Finanzwesen, Revision, Vertrieb, Marketing, Mitarbeitervertretung/Betriebsrat und externen Beratern. Denn Dialogbereitschaft fördert Innovationskraft. Das ist bei dem branchentypischen PDCA-Zyklus im Datenschutzmanagement essentiell, aber in der Praxis alles andere als selbstverständlich.
Wie bei jedem Buch über komplexe Materien können auch hier nur exemplarische Teilbereiche angesprochen und abgebildet werden. Aufgrund der Schnittstellen zwischen Recht, Technologie und Management favorisieren wir in Abgrenzung zu traditionellen Rechtshandbüchern einen weniger juristischen Aufbau und Sprachstil als vielmehr die Perspektive der operativen Gestalter. Daher sind wir auch für jedwede Rückmeldung, Kritik und Anregung dankbar und bieten eine Dialogplattform an unter www.edv-navigator.de.
Unser Dank gilt insbesondere Rechtsanwältin Stefanie Assmann vom Richard Boorberg Verlag für Ihre Geduld und Ihre Unterstützung sowie unseren Ehefrauen Ortrud Deister und Daniela Degen-Rosenberg und unseren Kindern, die uns bei Trends und Apps schon längst voraus sind.
| Stuttgart, im September 2021 | Thomas A. Degen |
| Jochen Deister |