Kitabı oxu: «Jesus und die Kirchen»

Şrift:

Jesus
und die Kirchen

… just a closer walk with Jesus


Jona Jackson

Warum erscheint mein Buch im underDog-Verlag?

Es ist nicht leicht, einen Herausgeber für sein Erstlingswerk zu finden, Anfragen bei christlichen Verlagen blieben erfolglos. Meine Frau erinnerte sich an einen Zeitungsartikel über den underDog-Verlag, der denen eine Stimme gibt, die ein schweres Schicksal erlitten haben, die für Gerechtigkeit kämpfen, die niemals aufgeben. JESUS hat ein Herz für genau diese Menschen, ER selbst hatte einen schweren Weg zu gehen. Mit dem Verlagsleiter Olaf Junge kamen wir schnell auf einen gemeinsamen Nenner: Menschen stärken und unterstützen, die unter dem Machtmissbrauch großer Institutionen leiden; dieser findet sich leider nicht nur in Justiz, Staat und Medizin, sondern auch in Kirchen.

Jona Jackson

Jesus und die Kirchen

Was hat Jesus uns heute noch zu sagen?

ISBN 978-3-946289-06-7

© 2019 der vorliegenden Ausgabe: underDog Verlagshaus

www.underdog-verlag.de – info@underdog-verlag.de

© 2018 Jona Jackson (Kontakt siehe Seite 2)

Vervielfältigungen und Wiedergaben in allen technischen Varianten (optisch, gedruckt, digital usw.), ganz oder teilweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.

Zitieren in eigenen Werken ist im gesetzlichen Rahmen erlaubt, dazu gehört, es als Zitat zu kennzeichnen, es unverändert und sinnerhaltend wiederzugeben und die Quelle anzugeben.

Ich bete, dass ich hier im Einklang mit JHWH, dem einen GOTT, dem Vater und SEINEM Sohn, JESUS CHRISTUS und SEINEM Wort, der Bibel und SEINEM Heiligen Geist schreibe.

Denn ER ist der HERR über unser Wort.

Wo mir das nicht gelingt, bete ich, dass du, lieber Leser, verstehst, was JHWH, der eine GOTT, dir sagen möchte.

Denn ER ist der HERR über unser Verstehen.

Wo auch das nicht gelingt, bete ich, dass du im Herzen behältst, was JHWH, der eine GOTT, möchte, dass es dich leitet.

Denn ER ist der HERR über unsere Erinnerung.

AMEN

JHWH, zur Schreibweise des Namens Gottes: Siehe das Kapitel ‘Der Name des Höchsten’, Seite 20

Möge dich dieses Buch herausfordern, JHWH neu zu begegnen. In 2000 Jahren Kirchen- und Gemeindegeschichte haben wir uns weit von den Werten und der Wahrheit der Bibel entfernt. Wir sind in der Tradition verhaftet, wir halten vieles für wahr, was im krassen Widerspruch zur Bibel steht. Mag sein, dass ich hier manches Mal – wie man zu sagen pflegt – auf der anderen Seite vom Pferd falle. Wie sonst durchbrechen wir Schranken, die uns von JHWH fernhalten? Ich möchte dich einladen, dich und dein Denken infrage zu stellen. Deshalb wirst du am Ende der Kapitel Fragen finden, über die du nachdenken und mit anderen ins Gespräch kommen kannst. Fragen, die dich ermuntern, selbst in der Heiligen Schrift, der Bibel, nach der Wahrheit zu suchen.

Denn es geht nicht darum, ob ich recht habe, sondern darum, JESUS und dem wahren Sinn deines Lebens näherzukommen!

Die Bibel ist Sprengstoff. Möge dieses Buch eine Lunte sein.

Dank, Lizenzen, Copyright

Mein größter Dank gebührt unserem Schöpfer, dem einen Gott, dem Ewigen. SEIN Name ist JHWH, gepriesen sei SEIN Name, denn allein in SEINEM Namen ist Heil! Gepriesen sei SEIN Sohn JESUS CHRISTUS, der uns durch SEINEN Opfertod am Kreuz den Weg zum Vater in den Himmeln, zu JHWH, bereitet hat!

Gott, JHWH, hat mich mit Menschen beschenkt, ohne die dieses Buch niemals hätte entstehen können. Meine Frau Ulrike hat in Geduld zugehört, gebetet, Diskussionen ausgehalten, gelesen, korrigiert, mich versorgt, mir den Rücken frei gehalten, mich ermutigt und mir mit ihrer Liebe die Kraft gegeben, mich immer wieder hinzusetzen und an diesem Buch weiterzuarbeiten.


Auch die Randsymbole stammen aus ihrer Feder, eins davon siehst du hier. Diese Symbole kennzeichnen Bibelzitate, Anmerkungen usw. Was sie bedeuten, erkläre ich später.

Kolja, Kola und Antje waren meine ersten Zuhörer und haben interessiert, geduldig und ausdauernd diskutiert, gebetet und viel dazu beigetragen, dass die damals noch zarte Pflanze der Rückbesinnung auf das ursprüngliche Evangelium weiter wachsen und schließlich zu diesem Buch gedeihen konnte.

Doris, Stephan und Frau Dr. Lotte Husung haben als Lektoren dafür gesorgt, dass meine Schwäche, ‘dass’ von ‘das’ zu unterscheiden, nicht offensichtlich wird, sie haben unzählige Fehler gefunden, die den Lesern nun erspart bleiben. Viel wichtiger: Sie haben sich mit den herausfordernden Themen dieses Buches auseinandergesetzt und mitgeholfen, dass die Kost nicht zu schwer wird. Danke euch!

Frank, ein Freund, der meine Frau und mich schon lange in Gebet und Beratung begleitet, hat mir wichtige rechtliche Tipps zur Veröffentlichung dieses Buches gegeben, denn ich bin ein blutiger Anfänger, was das Schreiben von Büchern angeht. Er hat mir – durch seine innige Liebe zu JHWH – mehr Impulse für dieses Buch geschenkt, als ihm bewusst sein wird.

Mit Martina, Lisa und meiner Frau haben neun Menschen dieses Buch gelesen, daran gearbeitet und dafür gebetet. Wir haben erlebt, dass JESUS mitten unter uns war, weil wir uns in SEINEM Namen zusammengefunden haben. Alle haben mit den von JHWH geschenkten Gaben zu dem vorliegenden Ergebnis beigetragen. Danke euch, Danke unserem Vater in den Himmeln!

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Die zitierten Bibelübersetzungen sind unter Abkürzungen aufgeführt, danke den Übersetzern für ihre – teils lebenslange – Arbeit, die uns den Zugang zum Heiligen Wort Gottes in unserer deutschen Sprache schenkt.

Edmund H. Broadbent schrieb das Buch ‘The Pilgrim Church’ (TPC) und setzt sich darin mit der Geschichte der verfolgten Gemeinde JESU auseinander. Es ist nicht leicht zu lesen und die erste deutsche Übersetzung trug den Titel ‘Die Gemeinde Jesu in Knechtsgestalt’, welcher vielleicht nicht gerade förderlich für eine große Verbreitung dieses wertvollen Buches war; es ist mittlerweile unter dem Titel ‘2000 Jahre Gemeinde Jesu: Schmach und Segen christlicher Pilgerschaft’ neu erschienen. Die Lektüre ist lohnend! Das Buch ist ein lebendiges Zeugnis, dass JESUS zu seiner Gemeinde steht und die Pforten der Hölle die ´Ekklesia` nicht überwinden können.

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Ich danke Ksenia Erulevich, die den Font ‘Alice Regular’ designt hat, in dem der Fließtext dieses Buches, also auch dieser Absatz, gesetzt ist. Diese Schrift steht unter www.cyreal.org als OFL-Lizenz zur Verfügung. Die übrigen Schriftarten entstammen dem Standardangebot von ©Microsoft Windows und dürfen damit im Rahmen der EULA-Lizenz verwendet werden.

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Du hast Fragen oder Hinweise? Schreibe mir eine E-Mail an:

jj@smoland.de

Ich werde, im Rahmen meiner Möglichkeiten, antworten.

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Möge dieses Buch vielen Lesern zum Segen werden und dazu beitragen, dass viele Menschen zum Ewigen Leben errettet werden!

Sonderzeichen, Schriftmerkmale und Abkürzungen


‘…’ Anführungszeichen, Zitate im Fließtext, Verweise auf andere Teile des Buches und Begriffe mit einer besonderen Bedeutung
»…« doppelte Anführungszeichen, direkte Rede
´…` Begriffe in Akzentzeichen sind im Glossar, S. 409, erläutert, siehe auch das Kapitel ‘Zum Gebrauch dieses Buches’, S. 9


Was … Am Ende eines Kapitels stehen Fragen, zur eigenen Beschäftigung mit dem Thema oder für Gruppengespräche (siehe das Kapitel ‘Zum Gebrauch dieses Buches’, Seite 9)


Diese Schrift kennzeichnet Anmerkungen im Fließtext, als ganzer Absatz ist eine Anmerkung eingerückt und mit nebenstehendem Randsymbol gekennzeichnet


Abschnitte, die eng mit dem roten Faden dieses Buches verbunden sind, haben dieses Randsymbol und ggf. den Text: … just a closer walk with JESUS!


Kernsätze, wichtige Zusammenfassungen, besondere Hinweise zum Verständnis oder was mir wichtig ist, erhalten dieses Randsymbol


Anekdote, Bericht oder Illustration eines Sachverhaltes. Meistens etwas, was ich im Laufe meines Lebens gehört habe und wozu ich keine Quellenangabe machen kann.


Bibelzitate kennzeichne ich mit diesem Randsymbol und setze sie etwas größer und eingerückt, siehe auch das Kapitel ‘Zum Gebrauch dieses Buches’, Seite 9 »wörtliche Zitate JESU sind hervorgehoben« <…> vom Übersetzer zum Verständnis eingefügt

<AAA> Schlüssel hinter der Fundstelle eines Bibelzitates, kennzeichnet, wer · zu wem · mit welcher Absicht spricht/schreibt, s. das Kapitel ‘Prüfet alles’, S. 24 und den ‘Bibelzitatschlüssel’ zum Herausnehmen am Ende dieses Buches, Seite 439. b. w.

2. Buch K:V Bibelzitate, vor dem Doppelpunkt steht das Kapitel, nach dem Doppelpunkt der oder die Verse, Beispiele:


Markus 3:1 Buch Markus Kapitel 3 Vers 1
Lukas 4:5-7 Buch Lukas Kapitel 4 Verse 5 bis 7
Hiob 2:8ff Buch Hiob Kapitel 2 Verse 8 u. folgende
2. Petrus 1:1 2. Petrusbrief Kapitel 1 Vers 1

Ich bevorzuge den Doppelpunkt als Trennung zwischen Kapitel und Vers, weil er eine klare Unterscheidung ermöglicht. Beispiele: Buch 11:12 - 15:17 oder Aufzählungen 5:6, 7:9 und 9:25,27,32-35

Abkürzungen:


E2016 Einheitsübersetzung 2016
ELB Elberfelder Bibelübersetzung 1985
L1912 Lutherbibel 1912
L1984 Lutherbibel 1984
L2017 Lutherbibel 2017
MB Menge-Bibel, Hermann August Menge
NTR ‘Das Neue Testament / Eine leicht erweiterte Übersetzung …’, Manfred Roth, edition epitage © 2009
SCHL Schlachter 2000 Bibelübersetzung
VolxB Volx-Bibel 3.0, Martin Dreyer, volxbibel-verlag
TPC ‘The Pilgrim Church’, Edmund H. Broadbent, deutscher Titel alt: ‘Gemeinde Jesu in Knechtsgestalt’, Titel der Neuauflage: ‘2000 Jahre Gemeinde Jesu: …’
AA Anmerkung des Autors
AÜ Anmerkung des Bibel-Übersetzers
AT, NT Altes Testament, Neues Testament


Eine Zusammenfassung dieser Erklärungen findest du auf der Rückseite des Lesezeichens (‘Kennzeichnung von Bibelzitaten’, am Ende des Buches, Seite 439, zum Heraustrennen)

Inhaltsverzeichnis

Dank, Lizenzen, Copyright

Sonderzeichen, Schriftmerkmale und Abkürzungen

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Zum Gebrauch dieses Buches

Etwas über mich, meine Herkunft und was mir wichtig ist

Der Name des Höchsten

Prüfet alles

Teil 1 – Dein Herr, Jesus

Laufen lernen

Vom Rauchen: JHWH ist anders

Die Fischer am See und der reiche Jüngling

In welche Gruppen sind Menschen aus biblischer Sicht einzuteilen?

Gibt es eine ewige Hölle?

Das Gleichnis von den zehn Brautjungfern

Salomos Traum – Gehorsame Diener

Die Suche nach Bestimmung

Vom brennenden Dornbusch

Berufen zum gehorsamen Dienst

JHWHs Wegweisung in hässlichen Gewändern

Freud und Leid

Haus auf Sand: Worauf gründen wir unser Leben?

Heilsgewissheit oder vom Leben als gehorsamer Diener

Von Märtyrern, die singend in den Tod gehen

Siegreiches Leben

Womit beginnt ein Wunder?

Lass dir an meiner Gnade genügen

Was kostet ein Turm?

Der Silberschmied

Das Blut, das Kreuz und Wachstum

Teil 2 – Dein Nächster, Liebe

Ein JA für unseren Nächsten

Lernen, NEIN zu sagen - lernen, sich abzugrenzen

Wer ist mein Nächster?

JESU geringste Brüder

Dreckige Füße

Liebe oder Wahrheit

Gideon

Teil 3 – Deine Kirche, Wahrheit

Ekklesia, die Braut JESU und die Kirchen

Die ersten drei Jahrhunderte

Kaiser Konstantin und die Christen

Der Ölbaum

Theokratie: Wer ist wem in der Gemeinde JESU verantwortlich?

Umgang mit Geld in der örtlichen Versammlung

Vom Klingelbeutel

Umgang mit Bedürftigen

Interessenkonflikte oder davon, dass man nicht zwei Herren dienen kann

Sakramente

Demokratie oder Einmütigkeit

Revolution und Konterrevolution

Ausblick

Gruß von Ulrike

Anhang

Bausteine

Glossar

Lesezeichen: Bibelzitatschlüssel, Abkürzungen usw.

Einleitung

Zum Gebrauch dieses Buches

Wem die gesamte Einleitung zu lang ist, der darf gerne in Teil 1 des Buches ab Seite 39 mit dem Lesen beginnen! Möchtest du hingegen wissen,

•warum ich für Gott den Namen JHWH verwende,

•was dir die Dreibuchstabenkürzel bei den Bibelzitaten sagen,

•was die verschiedenen Schriftstile bedeuten,

•was ich mir bei den Gestaltungsmerkmalen gedacht habe,

•wer ein solches Buch schreibt und warum,

so findest du Antworten auf diese und mehr Fragen in dieser Einleitung. Du entscheidest also, ob du jetzt hier weiterliest oder mit dem Kapitel ‘Laufen lernen’ ab Seite 41 fortfährst …

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Dieses Buch passt eher nicht in die üblichen Raster, es ist kein Roman, keine Biographie, und im engeren Sinne auch kein Lehrbuch und kein Sachbuch. Am ehesten ist es ein Arbeitsbuch, das zum eigenen Lesen und zum besseren Verstehen der Bibel anleiten möge.

Warum dieses Buch? Ich selbst hielt lange alles für wahr, was von der Kanzel gepredigt wurde. Mehr und mehr fiel mir auf, dass sich die Christen gar nicht so einig darüber sind, was denn nun Wahrheit sei. Wie du in diesem Buch lesen wirst, sehe ich heute viele Dinge in Kirchen und Gemeinden kritisch. Aber: JHWH hat es mir geschenkt, das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten. So wie die Kritik wuchs, wuchs auch die Liebe zur Bibel und zur ´Ekklesia`, der Braut JESU, der wahren Gemeinde. Mein Wunsch ist, dass dieses Buch vielen hilft, die an den christlichen Verhaltensweisen und den Streitereien der Christen untereinander verzweifeln. Darf ich dich einladen, die Bibel neu zu entdecken?

Manchen mag die Freude und das Schöne am Leben als Christ hier zu kurz kommen. Darüber könnte ich hunderte Seiten schreiben. Aber darüber wird schon so viel gesagt. Manchen mögen praktische Tipps zu kurz kommen. Aber ich glaube, dass die Haltung, das Fundament wichtiger ist. Wer lernt, in JESU Fußstapfen zu laufen, IHM zu folgen, dem weist unser Kýrios JESUS die praktischen Wege.

(Kýrios: Siehe Glossar und das Kapitel ‘Der Name des Höchsten’, Seite 20) Wer sein selbstbestimmtes Leben weiterlebt, dem helfen die besten Praxistipps nichts. Ich konzentriere mich also auf unsere Beziehung zu JHWH und seinen Sohn, JESUS CHRISTUS, und auf das, was uns von einer innigeren Beziehung zu IHM fernhalten könnte.

Du lebst schon in einer guten Beziehung zu JESUS? Wunderbar! Vielleicht hilft dir mein Buch trotzdem, oder du verstehst besser, wo es bei anderen klemmt. Möge JHWH dich gebrauchen, sie zu lehren!

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Dieses Buch richtet sich vorrangig an die Menschen, die gemäß Johannes 3:16 an JESUS glauben, also darauf vertrauen, durch IHN zum Ewigen Leben errettet zu sein. Es ist für die, die eine Sehnsucht nach mehr haben, an die, die nach Erfüllung und nach einem Sinn für ihr Leben suchen. Dieses Buch richtet sich an die Hungrigen, die spüren, dass das noch nicht alles gewesen sein kann. Es richtet sich an die Schlafenden, denen erzählt wurde, dass mit Taufe und Konfirmation bzw. Kommunion alles erledigt sei. Dieses Buch richtet sich an die ´Suchenden`, die JESUS noch nicht kennen. Die einfach mehr darüber wissen wollen, warum dieser JESUS nach über 2000 Jahren nicht vergessen ist; die wissen wollen, ob und was uns dieser JESUS heute zu sagen hat. Es ist für alle, die davon hören möchten, was eine lebendige Beziehung zu JESUS ausmacht. Möge dieses Buch helfen zu erkennen, dass es mit der Beziehung zu JHWH, mit dem JESUS Nachfolgen, viel mehr auf sich hat, als in irgendeiner christlichen Organisation als Karteileiche vor sich hin zu vegetieren.


Apropos ‘christlich’: Was ist das? Ursprünglich bedeutete es: Zu JESUS CHRISTUS gehörig. Vieles, was heute als christlich bezeichnet wird, wird dem Anspruch des Gekreuzigten aber in keiner Weise gerecht …

Ich schreibe hier zu etlichen kontroversen Themen, wissend, dass ich nicht immer richtig liegen kann. Auch wenn ich mich mit vielen dieser Fragen lange beschäftigt habe, muss nicht zwangsläufig alles der Wahrheit entsprechen. Die ´Bibel` lehrt, dass all unsere Erkenntnis Stückwerk, also unvollkommen ist. Das gilt natürlich auch für mich ;-) Die ´Bibel` fordert jeden auf, selbst nach der Wahrheit zu suchen, z. B. in ELB (die Abkürzung verweist auf die zitierte Bibel-Übersetzung, siehe Abkürzungsverzeichnis am Anfang des Buches, Seite 3),

1. Thessalonicher 5:21, <IJG> (Dreibuchstabenkürzel, kennzeichnet, wer · zu wem · mit welcher Absicht spricht, siehe Hinweis weiter unten):


Prüft aber alles°, das Gute haltet fest!

(° alle Lehre und Predigt in der Versammlung)

Ich hoffe, dass mein Buch dich dazu einlädt, dass du selbst in der Bibel forschst, dass du prüfst und nicht kritiklos hinnimmst, was ich oder andere dir erzählen. Dann kann JHWH dich trotz meiner Fehler segnen, dir Gutes tun.

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Diejenigen, die nach Johannes 3:16 errettet sind (siehe ´Errettung` im Glossar) und damit Gottes Kinder sind, die sind eingepflanzt in den Ölbaum des Volkes JHWHs, also Angehörige dieses Volkes und damit selbst Geschwister der Juden (siehe Römer 11). JESUS war und ist Jude und kann ohne SEINE jüdische Herkunft und SEINEN jüdischen Bezug nicht wirklich verstanden werden. Wem das nicht bewusst ist, der möge das entsprechende Kapitel ‘Der Ölbaum’, S. 299, vorab lesen.

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Du wirst in diesem Buch vielleicht auf einige Dinge treffen, die dir fremd sind. Ich gebe hier einige Hinweise, um mein Buch besser zu verstehen.

Begriffe, die in ´Akzentzeichen` stehen, erläutere ich im Glossar, am Ende des Buches, Seite 409. Häufig verwenden ´Christen` (das Wort ‘Christen’ steht in Akzentzeichen, also siehe Glossar) Wörter, die eine ganze Erlebniswelt beinhalten oder anklingen lassen. Das bedeutet für die Nichteingeweihten, dass sie oft nicht nachvollziehen können, was der Christ eigentlich meint. Mancher mag das schon wie eine Geheimsprache empfinden, ironisch auch ´Sprache Kanaans` oder Kanaanäisch genannt. (Die Wörter ‘Sprache Kanaans’ stehen in Akzentzeichen, also siehe Glossar)

Einige Begriffe verwende ich in ihrer ursprünglichen Bedeutung, so z. B. das Wort Demut. Wenn du dir nicht sicher bist, wie ich ein Wort verwende, dann lohnt ein Blick ins Glossar. Mit dem Wort Demut verbinde ich eine positive Haltung, kein unterwürfiges Duckmäusertum. Um auf diese nicht typische Verwendung hinzuweisen, schreibe ich es in diesem Buch so: ´Demuth`. Das Wort ´Demuth` steht in Akzentzeichen, also findest du es im Glossar, ab Seite 409.

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Ich wünsche mir, dass sich alle Menschen auf Augenhöhe begegnen, Mächtige und Untergeordnete, Menschen verschiedener Herkunft und Hautfarbe, Frauen und Männer. Ich bemühe mich deshalb, wo immer möglich, allen Menschen und damit auch beiden Geschlechtern in meinem Schreibstil Raum zu geben. Was ich nicht mag, ist eine krampfhafte Erweiterung jeder Formulierung auf beide Geschlechter, da das Lesbarkeit und Sprachstil stört. Trotz allen Bemühens: Es ist eine Eigenart der Bibel und unserer deutschen Sprache, dass männliche Formulierungen häufig vorkommen. Wo sich das in meinem Buch niederschlägt, möchte ich es nicht als Geringschätzung des weiblichen Geschlechtes verstanden wissen.

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Quellenangaben und Verweise auf Webseiten geben keinen Hinweis darauf, dass ich mit der gesamten Quelle oder Website übereinstimme. Niemand wird mit allem übereinstimmen, was ich hier schreibe. Und so ist es auch umgekehrt: Da, wo ich etwas kritisch betrachte, heißt es nicht, dass dort alles schlecht sein muss. Und wo ich Gutes finde, muss nicht alles gut sein.

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Das deutsche Urheberrecht beschränkt auch die Wiedergabe von biblischen Texten. Völlig unbeschränkt dürfen nur Werke wiedergegeben werden, deren Autoren vor mehr als 70 Jahren verstorben sind. Neuere revidierte Fassungen, z. B. der Lutherbibel, sind dennoch nicht gemeinfrei, weil auch den Autoren der Überarbeitung ein Urheberrechtsschutz zusteht. Ich werde deshalb – wo meines Erachtens die Nähe zu den Grundtexten und die Verständlichkeit das zulassen – auch aus älteren und damit gemeinfreien Übersetzungen, z. B. der Menge-Bibel oder der Lutherbibel 1912 zitieren.


Du bist herzlich eingeladen, die Bibel in deiner bevorzugten Übersetzung zu lesen und zu vergleichen!

Bibelzitate sollten stets unter der Berücksichtigung betrachtet werden, wer · was · zu wem · mit welcher Absicht gesagt hat. Deshalb werde ich Bibelzitate in diesem Buch mit einem dreibuchstabigen Kürzel in spitzen Klammern versehen, so bedeutet z. B. <JSD>: JESUS führt mit den Schriftgelehrten eine Debatte. Eine ausführliche Darstellung dieser Kennzeichnung findest du unter ‘Prüfet alles’, S. 24. Am Ende des Buches gibt es eine übersichtliche Zusammenfassung dieses Schlüssels, man kann ihn sich dort herausnehmen und als Lesezeichen verwenden, S. 439. Dann hast du den Schlüssel zur Hand, wenn du ein solches Drei-Buchstaben-Kürzel in spitzen Klammern entziffern möchtest. Das soll nicht nur dazu dienen zu verstehen, wie ich den Bibeltext einordne. Ich hoffe, dass es dich anleitet, methodischer an das Verstehen der Bibel heranzugehen.

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Der rote Faden in diesem Buch ist das Wachsen in der direkten, unmittelbaren, eigenverantwortlichen und reifen Beziehung zu JESUS CHRISTUS. Den größten Gewinn, so hoffe ich, hat der Leser, der das ganze Buch liest. Dabei war aber mein Bestreben, die einzelnen Kapitel dieses Buches so zu gestalten, dass jedes für sich möglichst abgeschlossen ist. So möchte ich erreichen, dass auch die Beschäftigung mit einem einzelnen Kapitel sinnvoll ist. Daraus folgt, dass sich gewisse Wiederholungen nicht vermeiden lassen.

Ich habe Verweise eingefügt, falls ich ein anderes Kapitel für das Verständnis hilfreich ansehe. Im Anhang findest du zu jedem Kapitel eine Sammlung von Stichworten (‘Bausteine’, Seite 401). So kannst du gezielt nach einem Kapitel suchen oder, z. B. für einen Hauskreis, eine eigene Auswahl zusammenstellen.


Am Ende vieler Kapitel findest du einige Fragen. Mögen sie dir oder Gruppen, die sich mit den Themen beschäftigen, eine Hilfe zur Vertiefung sein und dazu dienen, sich mit der Wahrheit und Weisheit JHWHs zu befassen und so mehr und mehr zu Tätern des Wortes zu werden (Jakobus 1:22)!


… just a closer walk with JESUS!

Etwas über mich, meine Herkunft und was mir wichtig ist

Meine Mutter kam aus gutem Hause, mein Vater aus einfachen Verhältnissen, in gewissen Kreisen nennt man so etwas Mesalliance. Vorsichtig ausgedrückt: Die Großeltern mütterlicherseits waren mit der Wahl meiner Mutter nicht glücklich. Doch sie war ihrem Gatten stets eine treue Gefährtin, im guten und teils auch im schlechten Sinne. Das war ihre Überzeugung und diese hat meine Mutter stets mit Herzblut gelebt. Eine Überzeugung so zu leben, darin ist sie mir – über ihren Tod hinaus – bis heute ein Vorbild. Meines Vaters Vater war alkoholabhängig. Das zwang meine Großmutter dazu, Zeitungen auszutragen und putzen zu gehen, um die Familie mit dem Nötigsten zu versorgen. Eine behütete Kindheit war das für meinen Vater und seine Geschwister nicht. Zwei so verschiedene Menschen bekommt nur JHWH unter einen Hut: Meine Eltern waren für sich und gemeinsam leidenschaftliche Jünger JESU CHRISTI.

Wenn mein Vater etwas für richtig hielt, dann setzte er dieses mit aller Konsequenz um; das hat ihm nicht nur Freunde gemacht. Eine kleine Anekdote am Rande:


Ich war ein Kind, als mein Vater Leiter einer Jugendgruppe wurde. Damals machte man die Musik noch mit der Hand. Eine Gitarre reichte. Nein, sie reichte nicht, sie musste sein, denn es wurde viel gesungen. Leider konnte er nicht Gitarre spielen, also kaufte er sich eine und ein Lehrbuch dazu. Ich kenne niemand anderen, der ohne Lehrer und ohne sonderliche musikalische Begabung im Mannesalter in einer Woche leidlich gut Gitarre lernte. Er übte, zur Freude der Familie, mehr als 10 Stunden täglich. Auch blutende Finger, nicht an die Stahlsaiten gewöhnt, konnten ihn nicht aufhalten. Nylonsaiten kamen nicht infrage, zu leise für eine laute Jugendgruppe. Eine Entscheidung kompromisslos umsetzen? Wer wissen will, wie das geht, sollte meinen Vater fragen!

So hart, wie mein Vater zu sich selbst war, so hart war er oft auch zu anderen. Gefühle betrachtete er als oberflächlich und störend. Immer wieder bekam ich zu hören: »Ein Indianer kennt keinen Schmerz!« Aber meine Kindheit war voller Schmerzen. Und ich bin kein Indianer. Ständig gab es Konflikte, Strafen, endlose Diskussionen … Ich fühlte mich unverstanden und ungeliebt. Als Jugendlicher hasste ich meinen Vater. JHWH möge mir das, nein, JHWH hat mir das vergeben. Genau dafür ist JESUS ja gestorben. JHWH hat mir geschenkt, dass ich meinen Hass überwinden konnte. Und auch meine Wut und mein Unverständnis darüber, dass meine Mutter so viel – in falsch verstandener Unterordnung – geduldet und erduldet hat. Es hat mir sehr geholfen, dass sie sich eines Tages dafür bei mir entschuldigt hat. Auch meinen Vater habe ich schätzen und ehren gelernt. Er hat auch mir verziehen und mich gesegnet. Besonders die letzten zwei Jahre seines Lebens hatten wir ein geradezu herzliches Verhältnis. Ich habe gelernt, dass JHWH immer bei uns ist. ER erspart uns manches Leid und Unrecht nicht. Aber heute weiß ich, dass ich nie allein war. In der Rückschau sehe ich mehr und mehr, wie und wo überall JHWH mich bewahrt und getragen hat. ER hat mich durch schwierige Situationen geführt und mich gelehrt, wo falsche Glaubensansätze zu unguten Gefühlen und Handlungen leiten.

Und doch hatten meine Eltern etwas, was mich neugierig machte. Neugierig auf einen Glauben ohne Kompromisse. Es war schon sehr zwiespältig: Einerseits schreckte mich ihre Härte ab. – Andererseits war da etwas Faszinierendes. – Später habe ich verstanden, dass man anderen nicht einfach die eigene Überzeugung überstülpen darf, sondern dass wir, wie JESUS, allen mit Liebe und Verständnis begegnen sollen.

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Sich selbst – aus eigenem Willen und eigener Überzeugung – für eine kompromisslose Beziehung zu JHWH zu entscheiden und JESUS aus ganzem Herzen zu folgen, ist die schönste Sache auf dieser Welt. Es anderen abzuverlangen, ist schrecklich; siehe die Kreuzzüge und die vielen anderen großen und kleinen Glaubenskriege, angeblich im Namen Gottes geführt. Ich weiß nicht, wie der da oben uns aushält. Ja, JHWH liebt alle Menschen, auch die Hundertprozentigen, selbst wenn sie in der falschen Richtung unterwegs sind. Siehe Saul von Tarsus: Erst Verfolger der ersten ´Christen` und später als Paulus Verkünder des ´Evangeliums`. JESUS wird eher ein dahin schnaubendes Dampfross in die richtige Richtung lenken, als eine Couch-Potatoe in Bewegung bringen (Offenbarung 3:15f). JHWH liebt die Menschen, aber zu vielem, was wir für besonders toll halten, worauf wir so stolz sind, hat JHWH möglicherweise eine ganz andere Meinung. Eines aber ist sicher: JHWH hat ein Herz für die, die IHN suchen und die wachsen wollen. Unser Feind lauert in der unsichtbaren Welt, dafür und nur dafür hat uns JHWH eine Waffenrüstung verliehen (Epheser 6:10-18). – Für die sichtbare Welt, für deinen Nächsten, schenkt uns JHWH seine unermessliche Liebe.


Es ist wunderbar, dass uns diese Kraft, den Nächsten zu lieben, von Gott zufließt. Es fließt immer mehr, wenn wir es nicht für uns behalten, sondern weiterfließen lassen!

JESUS geht mit jedem seinen eigenen Weg. Und das ist gut so. JESUS ist ganz anders, als es uns viele Theologen und Prediger weismachen wollen. Sich JESUS kompromisslos hingeben: wunderbar! Andere dazu einladen: gut! Es von anderen zu verlangen: ein klares Nein!

Ich möchte dich einladen. Einladen, scheinbar Selbstverständliches infrage zu stellen. Deshalb schreibe ich dieses Buch. Prüfe selbst und behalte das Gute!

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Ich verurteile niemanden, JHWH helfe mir. Ich weiß, der Tag kommt, an dem JESUS nach der Art und Weise über mich urteilen wird, wie ich mit anderen umgegangen bin (so zu lesen im ‘Vater Unser’). Ich hoffe, dass ER mit mir gnädiger ist, als ich es mit manchem meiner Nächsten war und bin. Dieses Buch ist keine Verurteilung einzelner Personen. Wer das hier herauslesen möchte, dem sage ich ganz klar: »Nein!« Sowohl demjenigen, der sich verurteilt fühlt: »Nein, das ist nicht meine Absicht.« Als auch demjenigen ein klares Nein, der dieses Buch heranziehen möchte, andere zu verurteilen: »Das wäre ein Missbrauch dieses Buches!« – Du erkennst im Angesicht JHWHs, dass du für hier geschilderte Missstände verantwortlich bist? Das ist gut. Bitte JHWH um Klarheit, was du ändern kannst …

Ich sehe viele Missstände in den etablierten Kirchen und Gemeinden. Dürfen wir darüber reden? Oder ist das verboten, weil es als Verurteilung Einzelner missdeutet werden könnte? Auch dazu: »Nein!« Das hieße ja, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Das miteinander Reden ist die Voraussetzung, der Beginn für positive Veränderung. Prüfe selbst und behalte das Gute! Wenn uns die ´Ekklesia`, die Braut Christi, die wahre Gemeinde, am Herzen liegt, dann sind wir aufgefordert, unseren Beitrag zu leisten.

Habe ich die Weisheit mit Löffeln gefressen? Sicher nicht. Ich bin ein fehlbarer Mensch. Ich rechne mich lieber zu den untauglichen Knechten (Lukas 17:10) und überlasse es JESUS, so hoffe ich, nachsichtiger über mich zu urteilen. Betrachte dieses Buch nicht als der Weisheit letzter Schluss; nur JHWHs Wort, sowohl das geschriebene, als auch das gesprochene, ist unantastbar. Dieses Buch möge dich anregen, selbst zu denken und kritisch zu hinterfragen und auch dich selbst, deine Glaubenssätze und dein Handeln infrage zu stellen. Manches ist anders, als es scheint. Potemkinsche Dörfer, Fassaden und Scheinwelten lauern überall, auch und gerade in Kirchen und Gemeinden. Wir werden uns später damit eingehender beschäftigen, z. B. im Kapitel ‘Das Gleichnis von den zehn Brautjungfern’, Seite 72. Prüfe selbst und behalte das Gute!

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JHWHs Plan ist es gerade nicht, die Gesellschaft, die äußeren Verhältnisse zu ändern, noch nicht. ER möchte dich persönlich, dein Herz erreichen und zum Guten verändern. ER möchte, dass du Salz der Erde wirst. (Matthäus 5:13ff) Wenn JESUS so unsere Herzen erreicht, geschieht eine Revolution, die die Welt noch nicht gesehen hat. Nein, das muss ich anders formulieren: Diese Revolution ist schon längst, schon seit 2000 Jahren, im Gange. Wir würden schreiend davonlaufen, wenn JESUS nicht vor gut 2000 Jahren auf die Erde gekommen wäre. Wir hätten uns schon lange selbst ausgerottet, wenn SEIN Einfluss nicht schon so viel geändert hätte. Das geschieht oft im Verborgenen. Oft sind wir blind dafür. Und doch ist diese Welt ohne JHWHs guten Einfluss und Segen nicht vorstellbar. Die Frage ist: Gehörst du, gehöre ich dazu? Diese Revolution wird erst dann in vollem Umfang sichtbar werden, wenn die Stunde JHWHs dafür gekommen ist.


So sei auch du wie eine Prise Salz, die einen großen Suppentopf von einer faden Brühe in ein wohlschmeckendes Mahl verwandelt.

Wo und weil wir uns das so oft nicht von JHWH schenken lassen, werden wir nach JESU Wiederkunft sehen, was wir hier versäumt haben. Es liegt an uns, was davon schon jetzt Wirklichkeit wird.

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Will ich Kirchen und Gemeinden abschaffen, alle bezahlten kirchlichen Würdenträger in die Wüste schicken? Ein entschiedenes: Nein! JESUS selbst schafft weder Betonköpfe noch unsere steinernen Festungen einfach ab. Jedenfalls jetzt noch nicht. Vielmehr erreicht ER SEINE Ziele und verwirklicht SEINE Pläne um uns herum. Nach meiner Überzeugung lädt JESUS uns ein, uns von IHM von innen her verändern zu lassen. Und lässt uns darin scheitern, anderen Veränderungen von außen aufzuzwingen. Du allein entscheidest, ob JESUS seine Ziele mit dir oder um dich herum erreicht. ER möchte, dass jeder Einzelne lernt und sich positiv entwickelt. ER bezeugt gerade darin SEINE Gnade und Kraft. SEINE Liebe schafft die Voraussetzung und die Möglichkeit, dass wir wachsen und uns positiv entwickeln.

Will ich eine neue ´Konfession` oder ´Denomination` gründen? Auch dazu ein entschiedenes: Nein! Schon viel zu oft haben sich Kirchen gespalten, wurden neue Gemeinden gegründet. Wie sollen sich ´Suchende` da zurechtfinden? Sie stehen fassungslos und verwirrt vor einer streitenden und bis zur Unkenntlichkeit verunstalteten Christenheit. Ich wünsche mir, dass die Kinder JHWHs aus Gemeinden und Gemeindebünden, Kirchen und Konfessionen wieder aufeinander zugehen, sich auf ihre urchristlichen Werte besinnen. Und dass sie der Welt zeigen, dass die BRAUT JESU eine einzige unteilbare Gemeinde über alle Grenzen und Zeiten hinaus ist.

Unsere Strahlkraft liegt nicht in theologischen Überzeugungen, sondern allein in dem einen Namen des Messias, unseres Herrn: JESUS oder zutreffender unseres Kýrios Jahuschuah (siehe das Kapitel ‘Der Name des Höchsten’, Seite 20). Mein Wunsch ist, dass uns wieder bewusst wird, wer und was JESUS für uns sein möchte: Unser Herr, unser Leben, unser Sinn. SEIN Name sei gepriesen!

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Bin ich ein Träumer? Ist das nur eine Illusion? Ja! Jedenfalls solange wir uns von Verirrungen wie Kindertaufe und Sakramenten leiten lassen und solange wir lieber Stunden, Tage und Jahrhunderte über theologische Spitzfindigkeiten diskutieren.


Die Fragwürdigkeit von Sakramenten und Kindertaufe ist Thema im dritten Teil des Buches, insbesondere im Kapitel ‘Sakramente’, S. 372.

Und solange, wie wir uns herausnehmen, Obdachlose, Geschiedene, Alkoholiker, in Beruf oder Familie Gescheiterte, Homosexuelle und was weiß ich nicht noch alles auszugrenzen, anstatt ihnen in der Liebe JHWHs zu begegnen. JHWH baut sein Reich mit unvollkommenen und gescheiterten Menschen. Mit Mördern, Dieben, Huren, Ehebrechern … Es ist schon erstaunlich, wie schonungslos offen die Bibel über die Untaten der Leute berichtet, die JHWH dazu beruft, IHM zu dienen: als Prophetinnen, Könige, Apostel, Älteste, Mütter im Glauben, … Haben wir eigentlich überhaupt keine Angst mehr, dass genau wir es sind, die JESUS heute mit der Peitsche aus dem Tempel jagen würde? Dass genau wir die Pharisäer sind, die den Suchenden den Blick auf unseren rettenden Heiland versperren? Dass wir die Irrlehrer sind, die JESUS anprangert?

Es ist an der Zeit, zweitausendjährige Verkrustungen zu hinterfragen. Braucht die Gemeinde JESU steinerne Gebäude? Welchen Interessenkonflikten unterliegen bezahlte Geistliche? Kann man sich mit Spenden vom Missionsauftrag freikaufen? Wo liegen die Risiken, Älteste durch ein Wahlverfahren zu bestimmen? Ist der Klingelbeutel Segen oder nur Ausdruck mangelnden Gottvertrauens?

Bewerte dieses Buch nicht nach der Zahl meiner Irrtümer, sondern danach, ob es dich näher zu JESUS bringt. Lass uns gemeinsam nach JHWHs Wahrheit und Weisheit suchen.


… just a closer walk with JESUS!

Der Name des Höchsten

Ursprünglich war der Name Gottes, JHWH, über 2800 mal in der Bibel verzeichnet. Schon zu Zeiten des ´Alten Testamentes` kam die Meinung auf, dass der Name Gottes, JHWH, zu heilig sei, um ihn vollständig zu schreiben oder auszusprechen. So wurde dieser Name durch ‘Adonai’ (das bedeutet Herr) oder ‘Elohim’ (das bedeutet Gott) ersetzt. Dem folgten auch die Luther- und alle anderen gängigen deutschen Bibel-Übersetzungen. ‘Herr’ und ‘Gott’ sind aber Titel und keine Namen. Wer sollte bestimmen, wie Gott genannt wird, wenn nicht ER selbst? In L1912, 2. Mose 3:15, <GVG>, lesen wir:


Und Gott sprach weiter zu Mose: Also sollst du den Kindern Israel sagen: Der HERR, eurer Väter Gott, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name ewiglich, dabei soll man mein gedenken für und für.

Selbst hier wurde der Name des Höchsten durch ‘HERR’ ersetzt! Ursprünglich muss dort aber ‘JHWH’ gestanden haben, der Name des einen, einzigen Gottes. Anders ergibt der Folgesatz ‘Das ist mein Name …’ einfach keinen Sinn.


In vielen Übersetzungen des Alten Testamentes (z. B. Luther, Elberfelder) ist leicht erkennbar, wo ursprünglich der Name Gottes, JHWH, genannt wurde: Der Titel ‘Herr’ steht in Kapitälchen (HERR) oder in Großbuchstaben (HERR). Im Neuen Testament hingegen steht ‘Herr’ oder ‘HErr’ (mit einem oder zwei Großbuchstaben) für das griechische κύριοζ kýrios, welches (fast immer) JESUS CHRISTUS bezeichnet.


Wo ich in diesem Buch klar unterscheiden möchte, verwende ich: Adonai für HERR, wenn der eine Gott JHWH gemeint ist, und Kýrios für Herr, wenn sein Sohn JESUS CHRISTUS gemeint ist.


Noch eine Anmerkung: Dort, wo ich (aus Bibeln oder anderen Quellen) zitiere, halte ich mich an die Regeln des Zitierens und belasse es bei den jeweiligen Begriffen ‘Gott’ und ‘Herr’. Da, wo es mir sinnvoll erscheint, werde ich erklärende Anmerkungen einfügen.

Es ist völlig richtig, dass der Name des einen Schöpfergottes, JHWH, heilig ist, heiliger als wir es uns vorstellen können. Es ist auch richtig, dass ich nicht würdig bin, diesen Namen auszusprechen oder aufzuschreiben. Der Gehorsam zu Gott, zu JHWH, steht aber über diesen Bedenken! Gott selbst, JHWH, fordert: »… dabei soll man MEIN gedenken für und für.« Wie soll das geschehen, wenn wir SEINEN Namen nicht verwenden? Wie wir im nächsten Absatz sehen werden, hat die Vermeidung des Gottesnamens dazu geführt, dass wir nicht einmal mehr sicher wissen, wie JHWH auszusprechen ist, welch eine Tragik. Wie sollen wir so SEINER gedenken?

Warum gibt es keine Vokale in JHWH? Es ist eine Eigenart der hebräischen Schrift, die Vokale auszulassen, wiewohl sie beim Vorlesen mitgesprochen werden. Da dieser Name aber von den traditionellen Muttersprachlern des Hebräischen, den Juden, vermieden wird, ist die Kenntnis über die korrekte Aussprache verloren gegangen. Es gibt zwar Regeln für die Ergänzung der Vokale, dennoch gibt es verschiedene Ergebnisse wie Jahwe, Jehova, Jahuwah, … Deren Anhänger liefern sich einen nicht endenden Streit, wer nun recht habe.

Das reicht bis zu der Behauptung, dass man nicht Kind des einen Gottes JHWH sein könne, dass man das ´Ewige Leben` nicht haben könne, wenn man diesen Namen nicht richtig ausspricht. Ja, richtig, die Bibel sagt, dass (nur) im Namen Gottes Heil, also Errettung, zu finden ist. Daraus darf man aber nicht ableiten, dass diejenigen verloren gehen, die den Namen Gottes falsch – was auch immer das bedeuten mag – aussprechen, das lässt sich mit dem Gott, der sich als der Gott der Liebe bezeichnet, nicht vereinbaren. Es lässt sich auch nicht damit vereinbaren, dass wir nicht aus Werken gerecht° werden können, sondern dass der einzige Weg zum Heil, zur Errettung, JESUS CHRISTUS ist. Zur Gerechtigkeit Gottes gehört, dass jeder – ohne ein Theologiestudium – herausfinden kann, wie man errettet und ein Kind Gottes wird und somit das Ewige Leben hat. Die wesentlichen Informationen dazu finden sich in Johannes 3.

(°´Werkgerechtigkeit`, siehe Glossar am Ende des Buches, ab Seite 409)


Richtig ist, dass wir mit dem Namen Gottes respektvoll umgehen sollen, wir dürfen ihn nicht unnütz führen, wie es in den Zehn Geboten heißt. Falsch ist, dass die richtige Aussprache des Gottesnamens zwingende Voraussetzung zur Errettung ist.

Beim Schreiben ist es einfach, ich verwende das Tetragramm, also das Vierbuchstabenwort ohne Vokale, nämlich JHWH. Wenn ich Gottes Namen ausspreche, bevorzuge ich:

JaHuWaH

Dir bleibt, dich für deine bevorzugte Aussprache zu entscheiden.

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Auch zum Namen ‘Jesus’ gibt es verschiedene Meinungen. Es spricht einiges dafür, dass der Messias in seinem Volk, den Juden, und von seinen Jüngern nicht so genannt wurde. Es wird teils bezweifelt, dass der Name ‘Jesus’ jüdischen Ursprungs sei, und es wird bemängelt, dass er keine Bedeutung im Hebräischen habe. Wie oben beschrieben, ist eine Möglichkeit, den Namen des einen Gottes, das Tetragramm JHWH auszusprechen: JaHuWaH. Einige meinen nun, dass der richtige Name des Messias ‘Jahuschuah’ sei (Wenn du mehr darüber wissen willst, kannst du nach diesem Namen googeln). Anziehend an dieser Ansicht ist, dass bei diesen Lesarten der Name Gottes JHWH (ohne das im Hebräischen stimmlose ‘W’) im Namen SEINES Sohnes enthalten ist. Einige Schriftstellen in der ´Bibel` legen nahe, dass das genauso sein soll. Weiter kann dann der Name des Messias als ‘JHWH rettet’ gelesen werden. Das finde ich wirklich faszinierend. Ich habe deshalb lange mit mir gerungen, ob ich ‘Jahuschuah’ als Namen für den Messias verwende. Letztlich habe ich mich dagegen entschieden, wie man schon im Titel meines Buches lesen kann.

Warum? Es mag sein, dass der eine Gott JHWH SEINEM Sohn den Namen ‘Jahuschuah’ gegeben hat. Und ich mag Menschen, die eine unvorstellbare Arbeit investieren, um das herauszufinden und das zu belegen. Mit meinem Buch möchte ich einladen, dem Messias näherzukommen. Wenn dann dieses Näherkommen meine Leser zu der Ansicht führt, dass der Name des Messias ‘Jahuschuah’ ist, gut. Ich fürchte aber, dass sich nur wenige zum Lesen einladen lassen, wenn ich in meinem Buch den Messias nicht so nenne, wie ER in Millionen von Bibeln geschrieben steht und wie ER Milliarden von Menschen geläufig ist. Es mag sein, dass ‘Jesus’ eine Verunstaltung des Namens des Messias ist. Aber auch die ´Ekklesia`, die eine Gemeinde, die Braut des Messias ist bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet. In Epheser 5:27 steht nun, dass es dem Messias selbst vorbehalten ist, SEINE Braut von Runzeln und Flecken zu befreien. Auch deshalb sind meines Erachtens alle menschlichen Versuche, die zerstrittenen Kirchen wieder zusammenzuführen, von vornherein zum Scheitern verurteilt. Es gehört zu der Endzeit°, in der wir leben, dass die Wahrheit, dass JHWH und sein Sohn JESUS, immer schwieriger zu finden sind.


° Als Endzeit bezeichnen Christen die letzte Zeit vor dem Wiederkommen JESU, vor dem ´Jüngsten Gericht`, vor der Apokalypse. Wir wissen nicht genau, wann das geschehen wird, aber es erfüllen sich immer mehr und immer schneller die Anzeichen, die uns in der Bibel, besonders in der Offenbarung, dafür vorhergesagt sind.

Entscheide selbst: Möglicherweise ist es auch mit dem Namen des Messias so, dass es SEIN ureigenstes Vorrecht ist, SEINEN wahren Namen zu SEINER Zeit, höchst persönlich allen Menschen, der sichtbaren und der unsichtbaren Welt (wieder) bekannt zu machen. JESUS ist seinen Mitmenschen immer auf Augenhöhe begegnet, ER wurde uns vom Vater in den Himmeln gesandt, begibt sich auf unser Niveau, sodass IHN jeder verstehen kann. Das leitet mich, IHN in diesem Buch so zu nennen, wie wir es gewohnt sind. JESUS sagt in MB, Lukas 6:46, <JAK>:


»Was nennt ihr mich aber ‘Herr, Herr!’ und tut doch nicht, was ich <euch> sage?«

(spitze Klammern <…> zeigen an, dass der Übersetzer das Wort zum besseren Verständnis eingefügt hat.)

Ich verstehe es so: Wer IHM nicht gehorsam ist, den bringt der richtige Name auch nicht weiter. Was nützt es, wenn man sich immer nur mit theologischen Fragestellungen beschäftigt, wenn man seine ganze Zeit vor dem Computer hockt, wenn man in seiner Studierstube versauert? Verstehen und Erkenntnis ist kein Selbstzweck, es nützt nur dann, wenn es uns in Bewegung bringt. Es kommt darauf an, das zu tun, was uns JESUS sagt!


… just a closer walk with JESUS!

Prüfet alles

Bist du ein Theologe? Bin ich ein Theologe?

Ich habe nicht studiert, mich nie um einen akademischen Grad bemüht. Also wird man sagen, ich sei kein Theologe. Die meisten bezahlten Amtsträger in den etablierten Kirchen, also Pastoren, Pfarrer, Priester, Diakone usw. haben eine Universität, Bibelschule oder Ähnliches besucht. So gesehen bin ich Laie. Das sind aber menschliche Zuordnungen, die bei JHWH keine Rolle spielen. Du bist auch kein Theologe? Macht nichts. Dennoch bist du berufen, dich mit der ´Wahrheit` auseinanderzusetzen, dich mit SEINER Weisheit beschenken zu lassen und in der ´Erkenntnis` zu wachsen.

Was, so werden einige fragen, berechtigt mich also, dieses Buch zu schreiben? Ein Buch, das auch als Lehrbuch verstanden werden kann. Meine Absicht ist, Zeugnis darüber abzulegen, was der Stand meines Wissens und meiner Erkenntnis ist und was ich lernen durfte. Dabei ist mir schmerzlich bewusst, dass alle Erkenntnis von Menschen, all dein und mein Wissen Stückwerk ist. JHWH bezieht uns oft nur in kleinen Schritten in SEINE Sicht der Dinge ein. Die vollkommene ´Offenbarung` seiner Wahrheit bleibt uns hier auf der Erde vorenthalten. Das gilt für mich und für dich, völlig unabhängig davon, ob wir studiert haben oder nicht. Theologen können sachdienliche Helfer sein, die Bibel besser zu verstehen. Sie sind aber leider allzu häufig selbst in die Irre Geleitete, die ihren Verstand und ihre Denkgebäude nicht unter die Herrschaft JHWHs stellen. Kurz: Studieren schützt vor Irrtum nicht.

Auch ich kann irren, habe falsche Auffassungen und baue gerne Gedankengebäude. Dieses Buch wird manche Dinge enthalten, die im Lichte JHWHs keinen Bestand haben und die in SEINEM heiligen Feuer verbrennen müssen. Ich kann dich also nur bitten, der Aufforderung aus 1. Thessalonicher 5:21 zu folgen und auch in diesem Buch alles zu prüfen. Prüfe betend, ob und wo JHWH hier zu dir spricht und wo ich mit meinem Buch einen bescheidenen Beitrag dazu leisten darf, dass du in deiner Erkenntnis der Wahrheit wächst.

Darf man überhaupt ein Buch schreiben? Es birgt immer die Gefahr, dass man Falsches verbreitet. Ich möchte nicht zu einem der Irrlehrer werden, die einen Mühlstein um den Hals bekommen und im tiefsten Meer versenkt werden. Möge JHWH mich bewahren und mir vergeben, wo ich Dinge schreibe, die IHM nicht gefallen. Möge ER dich schützen und geleiten, wenn du dieses Buch liest.

Was will JESUS von uns? Worauf gründen wir unser Leben?

Ich habe die Hoffnung, dass viele dieses Buch lesen und wieder dazu ermuntert werden, eine ganz unmittelbare Beziehung zu JESUS zu suchen und sich der Tatsache bewusst werden, dass wir einen lebenswichtigen Auftrag haben.


Wir sind ganz sicher nicht dazu berufen, singend und betend in Kirchen und Gemeindehäusern herumzusitzen.

Wenn uns das Singen und Beten fähig macht, den uns von JHWH auferlegten Job zu tun, dann ist das gut. Wenn das Singen und Hören zum Selbstzweck wird, kann daran nur einer ein Interesse haben, nämlich JHWHs Widersacher, der Satan. Dazu später mehr.

Der Prüfstein für alle Lehre ist die Bibel. Die Bibel legt sich selbst aus. Das bedeutet, dass wir die Bibel besser verstehen können, wenn wir sie selbst fleißig studieren. Was an der einen Stelle unverständlich ist, wird oft an anderer Stelle erklärt. Bibelkommentare und Auslegungen sind manchmal vorteilhaft. Oft beschneiden sie aber auch das Wort JHWHs in SEINER Fülle. Ich nutze sie lieber, nachdem ich betend selbst über das Gelesene nachgedacht habe: »Lieber Vater in den Himmeln: Was möchtest DU mir hier und heute durch dieses, durch DEIN Wort sagen?« JHWHs Ansprache durch den Heiligen Geist offenbart uns häufig mehr als jeder gute Kommentar eines Gelehrten. JHWHs Wort, die Bibel, lebt und redet zu uns. Und das kann jeder erfahren, der betend und auf JHWH hörend dieses Buch der Bücher liest. Möge mein Buch eine Einladung sein, dass du selber wieder in der Bibel forschst. So kann JHWH sowohl das Gute als auch meine hier aufgeschriebenen Irrtümer nutzen, dich zu segnen …

Ich bin überzeugt, dass die ursprüngliche Bibel JHWHs Wort ist. ER hat Menschen eingeflüstert, eingegeben, inspiriert, was sie aufschreiben sollen. Diese Urschriften stehen uns heute leider nicht mehr zur Verfügung. Sie würden auch den meisten wenig nützen, weil wir Schrift und Sprache dieser ersten Aufzeichnungen nicht lesen und verstehen können. Wir sind auf Überlieferungen und Übersetzungen angewiesen. Oft und immer wieder wird behauptet, dass die uns heute zur Verfügung stehende Bibel nicht mehr authentisch ist, nicht mehr dem entspricht, was JHWH vor langer Zeit diktiert hat. Gemeint ist wohl, dass selbst wenn es einmal Schriften gab, die von JHWH eingegeben, inspiriert waren, bezweifelt werden müsse, dass die uns heute vorliegenden Ausgaben diesem Anspruch noch gerecht werden. Das Problem: Nimmt man alle – scheinbar wissenschaftlich fundierten – Kritiken der letzten Jahrzehnte zusammen, dann bleiben von der Bibel nur zwei Buchdeckel ohne eine einzige Seite darin übrig. Und selbst der Titel Bibel und erst recht der Titel JHWHs Wort kann in den Augen einiger Kritiker nicht bestehen. Wenn sich die Kritiker wenigstens einig wären, doch sie widersprechen sich gegenseitig auf das Heftigste. Oder sie widerrufen, was sie noch gestern als unumstößliche Tatsache verkauft haben.


Die Qumran-Funde geben ein eindrucksvolles Zeugnis, dass die überlieferte und übersetzte Bibel der Wahrheit viel, viel näher ist als alle Kritik an ihr.

Ich halte JHWHs Wort, so wie wir es heute vorfinden, für wahr. Daran halte ich fest. Ich bin mein ganzes Leben gut damit gefahren. Ich vertraue darauf, dass JHWH nicht nur bei der Eingebung, bei der Inspiration SEINES Wortes, gegenwärtig war. Ich glaube, dass ER auch bei der Zusammenstellung der Bücher, der Kapitel, aller Bestandteile SEINE Hand im Spiel hatte. Ich glaube, dass ER bei jeder Übersetzung darüber wacht, dass SEINE Wahrheit erhalten bleibt, dass SEINE Wahrheit dem ernsthaft Suchenden nicht verborgen bleibt.

Wie finden wir die Wahrheit?

Einzelne Bibelstellen, aus dem Zusammenhang gerissen, geben keinen Hinweis auf die Wahrheit. Ohne den Heiligen Geist, durch den JHWH die Bibel inspiriert hat, konnte sie nicht geschrieben werden. Ohne diese göttliche Inspiration, ohne SEINEN Heiligen Geist kann sie auch nicht verstanden werden. Wenn du also meinst, in meinem Buch falsche Aussagen zu finden, dann prüfe diese Aussagen betend und in der Schrift forschend. Du möchtest mir schreiben? Unter ‘Dank, Lizenzen, Copyright’, Seite 1, am Anfang dieses Buches findest du eine Möglichkeit. Ich lerne gerne dazu.

Ich bevorzuge ein direktes Herangehen an das Wort JHWHs, um es zu verstehen. Dabei stelle ich lieber das Verstehen-wollen hintan, als krampfhaft eine Bedeutung herauszulesen, die dann vielleicht mehr mit meinen Vorstellungen und meiner Denkweise zu tun hat als mit dem Willen JHWHs. Es ist immer besser, eine Textstelle unverstanden stehen zu lassen, als sie unbedingt deuten zu wollen.

Unser Verstand ist nicht geeignet, die ganze Wahrheit JHWHs zu erfassen. Man sollte sich vor Leuten hüten, die behaupten, die Bibel in ihrer ganzen Fülle zu verstehen. Unser Verstand mag reichen zu erkennen, dass wir JHWH brauchen, um zu leben. Und dass wir uns JHWH niemals nähern könnten, wenn JESUS nicht für uns gestorben wäre. Für so viel mehr reicht unser Verstand aber nicht …

Ist es nicht schmerzlich, zu erkennen, wie herzlich wenig wir von der Bibel erfassen können? Mich beunruhigt das inzwischen nicht mehr so sehr. Klar, gerne würde ich viel mehr verstehen. Mich beunruhigt heute mehr das, was ich verstehe. Denn dort sehe ich, wie wenig JHWHs Wort in meinem Leben gelebt ist; wie wenig ich von dem, was ich verstehe, in die Tat umsetze; wie oft ich mit meinem Hintern umschubse, was JESUS kurz vorher mit meinen Händen aufgebaut hat. Ich muss erkennen, dass ich letztlich nur ein untauglicher Knecht bin. Dennoch müssen wir uns Gedanken machen, wie wir uns dem Wort JHWHs nähern können. ´Erkenntnis` ist zwar kein Selbstzweck, doch ohne sie gibt es keine positive Veränderung.

Jeder von uns ist aufgerufen, sich selbst mit dem Wort JHWHs zu beschäftigen. Wir sind aufgefordert, die Lehren, die uns angeboten werden, zu prüfen. Es ist nicht die Aufgabe der Theologen, uns diese Verantwortung abzunehmen. Wenn Theologen uns an die Schrift heranführen und uns zu mündigen Kindern JHWHs erziehen, so seien sie gesegnet. Wenn sie sich aber zwischen uns und JESUS, zwischen uns und die Schrift stellen, so spricht die Bibel ein hartes Urteil über sie. Wie willst du dich vor falschen Lehrern und Irrlehren schützen, wenn du Menschen, und dazu gehören auch die Theologen, blind vertraust? Nur mündige Kinder JHWHs sind in der Lage, Lügen zu entlarven und der Wahrheit zu folgen; nur solche, die sich selbst betend mit der Schrift auseinandersetzen. Edmund H. Broadbent schreibt in seinem Buch ‘2000 Jahre Gemeinde Jesu: …’ (TPC):

»Die Schrift ist in sich nicht nur geschichtliche Wahrheit, sondern Gnadenmittel. Inhalt und Bedeutung der Schrift zu begreifen, erfordert nicht ein Fachstudium, sondern Glauben.« Und: »…, dass nicht einige, sondern alle Heiligen zu völliger Heiligung berufen sind.«

Wenn Broadbent hier von Heiligen spricht, so sind damit nicht sagenumwobene Sonderlinge im katholischen Sinne gemeint. Nach der Bibel sind alle heilig, das heißt zu JHWH gehörend, die an JESUS glauben und deshalb das Ewige Leben haben (Johannes 3:16). In diesem Buch verwende ich für Heilige in diesem Sinne den Begriff ´Errettete`. Heiligung geschieht nicht durch ´Sakramente`, sondern durch gelebte Kindschaft und durch die Erziehung durch unseren Vater in den Himmeln. Bezahlte Diener der Kirche können wertvolle Begleiter sein. Manches Mal sind sie aber auch ein Hindernis. Wir sind Kinder und nicht Enkel JHWHs (Billy Graham, Evangelist). Kurz gesagt, du bist aufgefordert, in der Schrift nach der Wahrheit zu suchen. Wenn ich dir mit diesem Buch Wegweiser sein darf, Hallelujah! Wenn dich mein Buch zum Widerspruch reizt und du anfängst, meine Meinung in der Schrift zu prüfen: Hallelujah! Wenn du dabei, geleitet vom Geist JHWHs, zu einer besseren als meiner hier dargelegten Erkenntnis kommst: Hallelujah! Möge uns unser Gott die Gelegenheit schenken, darüber zu reden. IHM allein sei alle Ehre!

Was kann uns helfen, die Bibel richtig zu verstehen?

Eine Meinung, insbesondere eine Lehrmeinung, darf nicht auf eine einzelne, isolierte Bibelstelle gegründet werden. Bemühe dich stets, einen Vers im Zusammenhang mit den Versen davor und danach, mit dem ganzen Kapitel, ja mit dem ganzen Buch, z. B. dem Johannes-Evangelium, zu sehen. Suche auch nach dem Zusammenhang mit Parallelstellen, also anderen Textstellen mit ähnlicher oder ergänzender Aussage. Eine gute Hilfe sind hier Bibeln, in denen solche Parallelstellen genannt werden. Zum themenbezogenen Studium der Bibel sind auch Themen- und Kettenangaben hilfreich, wie sie z. B. in der Scofield- oder Thomson-Bibel zu finden sind. Weiterhin empfiehlt es sich, verschiedene Übersetzungen zu vergleichen.

Dann ist es wichtig, zu beachten wer der Autor ist, der Urheber der Aussage ist. So weist Paulus einige Male darauf hin, wo er eine persönliche Meinung wiedergibt oder wo er im Auftrag JHWHs redet. Insbesondere Aussagen von JESUS haben einen hohen Stellenwert. In einigen englischen Übersetzungen sind die Aussagen JESU rot hervorgehoben. So sind die Worte JESU sicher und schnell vom Rest des Geschriebenen zu unterscheiden. (Die einzige mir bekannte deutsche Fassung mit dieser Hervorhebung ist leider vergriffen.)


Auch in diesem Buch werden Zitate aus der Bibel, die wörtliche Rede JESU wiedergeben, hervorgehoben. Wie das genau erfolgt, kannst du unter ‘Sonderzeichen, Schriftmerkmale und Abkürzungen’ ab Seite 3 dieses Buches nachlesen.

Ich werde Bibelzitate hier im Buch mit einem Drei-Buchstaben-Kürzel in spitzen Klammern kennzeichnen. An der ersten Stelle hinter der öffnenden spitzen Klammer findet sich die Bezeichnung für den Sprecher, den Autor:


G Gott, JHWH (s. ‘Der Name des Höchsten’, S. 20)
J JESUS CHRISTUS, Jahuschuah (s. S. 22)
I Inspiration; geschrieben von z. B. Paulus, durch den Geist Gottes eingegeben
M Mensch, der z. B. eine Frage stellt, JHWH lobt, oder die persönliche Meinung des Autors, z. B. Paulus
P Prophet, Botschaft im Auftrag JHWHs
Z Zitat, der Autor des biblischen Buches zitiert aus anderen Teilen der Bibel

Auch ist es nicht gleichgültig, zu wem gesprochen wird. Sind alle Menschen angesprochen? Oder nur das Volk JHWHs? Judenchristen oder Christen? Errettete oder auch die Suchenden? Die Schriftgelehrten? Nimmt man beispielsweise die Geschichte von dem Reichen und Lazarus (siehe das Kapitel ‘Gibt es eine ewige Hölle?’, Seite 67), so gerät man in unauflösliche Widersprüche, wenn man die Zielgruppe nicht berücksichtigt und/oder die Intention aus dem Blick verliert. Viele Aussagen der Bibel machen nur Sinn für die angesprochenen Menschen. Deshalb steht an zweiter Stelle des Kürzels in spitzen Klammern die Zielgruppe:


G JHWH, Gebet an JHWH gerichtet
H Herr = Kýrios, JESUS, Bitte an JESUS gerichtet
A alle Menschen 29
J Jünger/´gehorsame Diener`
K Kinder JHWHs/´Errettete` (Johannes 3:16)
M ´messianische Juden`, Judenchristen
S Schriftgelehrte, Theologen, Lehrer
V Volk Gottes, die Juden, Israel, der ´Ölbaum`

Außerdem ist die Intention der Aussage wichtig. Stellt JESUS in einer Debatte mit den Schriftgelehrten eine provozierende Frage oder schildert ER eine herausfordernde Geschichte? Schreibt der Autor eine Ermutigung oder eine Lehraussage? Ist es eine auf eine konkrete Situation bezogene Zurechtweisung oder eine Aussage zu einem größeren Ganzen? Eine Prophetie oder eine Warnung? An dritter Stelle des Kürzels in spitzen Klammern findet sich die Intention, die Absicht der Aussage:


A Allegorie, Gleichnis
B Gebet, Bitte
D Debatte, Hinterfragen der Meinung anderer
F Frage, z. B. an JESUS
G Gebot, Aufforderung, Ermahnung
H Aussage über JHWH, sein Wesen, seine Heiligkeit
K Kernaussage/Lehraussage, Antwort auf eine Frage
L Lob und Ehre, z. B. an JHWH gerichtet
M Prophetie (bezogen auf den Messias)
P Prophetie (für unsere Zukunft)
T Tatsachenbericht (tatsächliche Geschehnisse/Verhältnisse)
V Verheißung, Zuspruch, Segen
W Wunder, Krankenheilung

Gelegentlich hat ein Textabschnitt mehr als eine Intention, er beinhaltet z. B. eine Kernaussage und eine Verheißung. Ich hebe mit meiner Kennzeichnung dann die Absicht bzw. Intention hervor, auf die ich mich gerade beziehe.


Dieser Zitatschlüssel findet sich auch am Ende des Buches zum Herausnehmen, Seite 439. Verwendet man ihn als Lesezeichen, hat man ihn bei Bedarf zur Hand.

Mit <JSD> kennzeichne ich beispielsweise ein Zitat aus der Bibel so: JESUS führt mit den Schriftgelehrten eine Debatte, ER kritisiert ihre Lehre durch provokante Gedanken und Fragen. Eine solche Aussage eignet sich nicht, aus der Frage oder Hypothese eine Lehrmeinung abzuleiten. In den Synagogen ist es bis heute eine gute Tradition, das Wort JHWHs zu diskutieren, zu debattieren. Das geschieht auch kontrovers, d. h. streitend, sich auseinandersetzend, und dabei wird die Unannehmlichkeit des Streitens gerne in Kauf genommen. Denn als Lohn winkt die süße Frucht der ´Erkenntnis`. Diese Streit-Kultur ist uns leider im christlichen Brauchtum fast völlig abhanden gekommen. Diese gute Tradition ist auch deshalb verloren gegangen, weil uns von den Amtsträgern der Kirchen und Gemeinden vorgehalten wird, dass wir aufgrund mangelnder Bildung und Kenntnisse gar nicht in der Lage wären, uns gewinnbringend an solchen Debatten zu beteiligen. Mehr noch, über Jahrhunderte untersagten die Kirchen den Laien, die Bibel zu lesen oder gar zu besitzen. Ganz anders Paulus im 1. Thessalonicherbrief 5:21, <IJG>: Er fordert die Brüder (und Schwestern) in der Gemeinde auf, sich selbst mit dem Wort JHWHs auseinanderzusetzen.


Jede und jeder ist also aufgerufen, in der Schrift zu forschen und die Lehre und Verkündigung in der Gemeinde auf Übereinstimmung mit der Bibel zu überprüfen.

In dieser jüdischen Kultur, der Debatte in den Synagogen, ist es durchaus üblich, auch falsche Meinungen provozierend in den Raum zu stellen, um in der Diskussion darüber gemeinsam der Wahrheit der Heiligen Schrift und ihrem Autor, JHWH, näherzukommen.


Will man Gewinn daraus ziehen, muss man nach den Früchten dieser Debatte suchen. Das sind einerseits die Schärfung des Verstandes und das Wachsen der Erkenntnis bei den Teilnehmern. Andererseits ist es das – in der Debatte geläuterte – Verständnis eines Aspekts, einer Facette der göttlichen Wahrheit.

Die geäußerten Meinungen haben dabei kaum einen eigenen Wert, sie sind Mittel zum Zweck. Solche Äußerungen aus dem Zusammenhang zu reißen und ihnen eine von der Debatte unabhängige Aussage zuzuschreiben, wäre zerstörerisch. Aussagen JESU aus solchen Debatten mit den Schriftgelehrten zu isolieren und daraus Lehren ableiten zu wollen, führt in die Irre. Bei einer mit <JSD> gekennzeichneten Bibelstelle gilt es also, nach der falschen Haltung oder Lehre zu suchen, die JESUS bei den Schriftgelehrten anprangert. Der Gewinn liegt im Lernen und darin, sich nicht selbst dieser von JESUS kritisierten Verhaltensweise schuldig zu machen.


Dieses Buch soll dich motivieren, selbst in der Bibel zu forschen. Und es soll dich anleiten, nach neuen (oder den ganz alten, ursprünglichen?) Perspektiven für das Geschriebene zu suchen.

Ich betone: Beachtet man nicht, wer · zu wem · was und mit welcher Absicht gesagt hat, so wird man an den sich daraus ergebenden, scheinbaren Widersprüchen verzweifeln.

Und es ist keine (Über-)Interpretation, den Zusammenhang der Schriftstellen sowohl innerhalb der biblischen Beziehungen untereinander als auch mit dem kulturell-gesellschaftlichen Umfeld zu beachten. Uns bleibt z. B. die Welt der Gleichnisse weitgehend verschlossen, wenn wir uns nicht um ein Verstehen der orientalisch-jüdischen Kultur bemühen. Das Volk Israel ist im Orient beheimatet und JESUS ist in seiner irdischen Umgebung ein Jude. Nicht umsonst weist uns Matthäus genau das am Anfang seines Evangeliums durch den Stammbaum JESU ausführlich nach. JESUS konnte als Zwölfjähriger die Schriftgelehrten durch seine Weisheit und Gelehrsamkeit nur deshalb beeindrucken, weil ER sich – auch sprachlich – in der Welt der im Orient beheimateten Juden bewegte. Dazu gehört auch der bis heute anhaltende Brauch, in den Synagogen die Wahrheit des Wortes JHWHs in Debatten zu ergründen. Das belegen eindrucksvoll die zahlreichen Auseinandersetzungen JESU mit den Schriftgelehrten. Das Beispiel von Nikodemus zeigt, dass JESU Einladung an die Schriftgelehrten nicht vergeblich war.


Bibellesen spricht nicht nur unseren Verstand an, sondern es berührt auch unseren Geist, unsere Seele, unser Gefühl, unsere Erfahrung, unsere Wahrnehmung und unser ganzes Sein.

Ich mag diese Art, sich der Wahrheit der Heiligen Schrift zu nähern. Es ist erstrebenswert, dass das wieder viel mehr Raum in unseren Zusammenkünften einnimmt. Es ist eine unheilvolle Entwicklung, dass wir uns über weite Strecken damit zufriedengeben, es dem Pastor zu überlassen, uns die Schrift am Sonntag vorzukauen, statt uns selbst damit, auch konstruktiv streitend, auseinanderzusetzen.

Warum gibt es so viele verschiedene Übersetzungen?

In der Regel verfolgt der Übersetzer eine bestimmte Absicht. Leichte Lesbarkeit, Worttreue, Anpassung an die heutige Zeit … Bevor man eine Übersetzung in die Hände nimmt, sollte man sich damit beschäftigen, für welche Prägung sich der Übersetzer entschieden hat. Manche Übersetzung ist frei, auf Verständlichkeit und zeitgemäße Sprache ausgelegt. Eine solche Übersetzung erleichtert das flüssige Lesen langer Passagen oder der ganzen Bibel. Manche Übersetzungen geben den hebräischen oder griechischen Grundtext wortgetreu wieder, sind aber nur mühsam lesbar. Wenn man, wie ich, des Griechischen oder Hebräischen nicht mächtig ist, kann es lohnend sein, zum Studium mehrere verschiedene Übersetzungen zu vergleichen. Es gibt sogenannte interlineare Übersetzungen. Dort wird parallel zum Grundtext Wort für Wort die deutsche Übersetzung aufgeführt. Absolut nicht zum flüssigen Lesen geeignet, aber sie helfen Laien, sich dem Grundtext zu nähern.


Im Urtext sind wir den ersten Christen am nächsten, denn das ist das, was die Apostel aufgeschrieben haben. (Urtext: allererste Niederschrift; liegt weder für AT noch NT vor, Grundtexte kommen dem am nächsten: Hebräisch für das AT, Griechisch für das NT)

Zum einfachen Lesen eignen sich Übersetzungen wie die Gute Nachricht, Hoffnung für Alle oder die Volx-Bibel. Zum Studium sind aber eher wortgetreuere Übersetzungen wie z. B. die Elberfelder Bibel geeignet. Hier in diesem Buch werde ich vorwiegend aus ‘Eine leicht erweiterte Übersetzung des Neuen Testamentes’ (NTR) zitieren. Sie ist weitgehend konkordant, d. h. griechische Wörter (im gleichen Kontext) werden immer mit demselben deutschen Wort übersetzt, verschiedene griechische Begriffe werden auch in verschiedenen deutschen Wörtern wiedergegeben. Damit ist sie für nicht des Griechischen Kundige wie mich eine gute Hilfe, nahe am Grundtext zu sein. Diese Übersetzung ist dennoch gut lesbar.

Besonders bei leicht lesbaren Übertragungen, aber auch bei Übersetzungen bestimmter Glaubensgemeinschaften spricht man von tendenziösen Übersetzungen. Das bedeutet, dass der Übersetzer seine eigene Meinung (oder die seiner Glaubensgemeinschaft) hat einfließen lassen. Dessen sollte man sich gerade als Nichtstudierter immer bewusst sein. Besonders bei schwierigen Fragen sollte man deshalb immer mehrere Übersetzungen vergleichen, bevor man sich seine Meinung bildet. Besonders hilfreich ist es, wenn man auch eine andere Sprache versteht, z. B. Englisch, und somit eine solche Übersetzung hinzuziehen kann.

Wahrheit gibt es nur eine. Ansichten darüber viele.


Friedensreich Hundertwasser ist ein bekannter Künstler, der rechte Winkel und gleichförmige Fassaden verabscheute. Lässt man ein von ihm geschaffenes Haus von vier Betrachtern aus jeweils einer der Himmelsrichtungen beschreiben, so wird man den Berichten kaum entnehmen können, dass sie alle ein und dasselbe Haus beschreiben.

Manchmal ist es auch mit JHWHs Wahrheiten so. Wir können gerade mal eine Facette erfassen, jemand anderes sieht eine andere. Unsere Ansichten mögen sich unterscheiden, obwohl wir alle dieselbe göttliche Wahrheit betrachten.

Hält man einen Brillanten in seiner Hand und betrachtet ihn, so beginnt man ganz unwillkürlich, ihn zu drehen und aus verschiedenen Richtungen und Winkeln zu bewundern. Man lässt das Licht aus verschiedenen Winkeln auf ihn fallen und freut sich an dem Funkeln und dem Farbspiel. Es ist unmöglich, die ganze Pracht eines solchen Brillanten aus einem einzigen Blickwinkel, von einer einzigen festen Position aus zu erfassen.

Ähnlich ist es auch mit dem Zusammenspiel zwischen Auge und Gehirn: Das Auge hat nur ein relativ kleines Sehzentrum, das scharfes Sehen mit dem Erkennen vieler Farben ermöglicht. Der größere Bereich darum herum sieht nur wenig Farbe und Details. Hier nehmen wir im wesentlichen Bewegungen wahr, die unseren Blick unwillkürlich wandern lassen. Dass wir dennoch den Eindruck eines hochaufgelösten, scharfen und großen Gesamtbildes haben, liegt daran, dass unser Gehirn aus den unzähligen kleinen Teilbildern, die das Auge liefert, ein großes Ganzes zusammensetzt. Genau genommen hat also das, was wir als ganzes Bild wahrnehmen, mit dem, was unser Auge sieht, nicht viel zu tun. So wundert es nicht, dass Hirnforscher mehr und mehr nachweisen, wie wenig unsere Wahrnehmung und Erinnerung mit der Wirklichkeit zu tun haben.


Wir sind gut beraten, wenn wir uns bei der Wahrheitsfindung nicht nur auf uns selbst verlassen, sondern nach objektiven Maßstäben Ausschau halten und uns mit anderen austauschen.

Genauso sollten wir auch an die Bibel herangehen. So einfach das Evangelium, die Gute Nachricht vom Messias, selbst ist, so detailreich und vielfältig ist der Einblick, den uns die Heilige Schrift in die Weisheit JHWHs gewährt. Es ist nicht gut, hier eine Facette herauszugreifen, sie zur vollständigen und alleinigen Wahrheit zu erklären und gegen eine andere Facette desselben Brillanten zu stellen. Damit würden wir eine wichtige Eigenschaft der für uns nicht fassbaren Weisheit JHWHs, der göttlichen Wahrheit, verkennen: Wir können uns dieser Wahrheit eher durch ein Sowohl-als-auch als durch ein Entweder-oder nähern. Die meisten Streitereien unter Christen würden gar nicht erst entstehen, wenn wir nur begreifen würden, dass die Meinung des anderen eine Bereicherung und nicht ein Ärgernis ist. Die Wahrheit JHWHs ist klar und eindeutig, unsere Ansichten darüber sind es oft nicht.

Menschen sind verschieden, haben aber einen gemeinsamen Nenner.

Die vier Evangelien sind ein gutes Beispiel für den Reichtum an Facetten der biblischen Berichterstattung. Jeder der Autoren schreibt als Zeuge, was ihm in den Jahren mit JESUS besonders wichtig wurde, jeder setzt seinen Schwerpunkt. Vieles kann besser verstanden werden, wenn uns der jeweilige Schwerpunkt des Autors gegenwärtig ist. Da können einleitende Worte zu den Büchern in den sog. Studienbibeln helfen. Vieles, was vordergründig widersprüchlich scheint, lässt sich mit dieser Sicht als ergänzend verstehen. JHWH ist so vielschichtig, so unfassbar, dass ein einzelner Mensch immer nur einen kleinen Bruchteil der göttlichen Wahrheit erfassen kann. Wer behauptet, die ganze Wahrheit JHWHs begriffen zu haben, kann nur irren. Hüte dich davor!

Die Bibel, also die Niederschrift des Heiligen Wortes JHWHs, ist im orientalischen Kulturraum entstanden. Zu dieser orientalischen Kultur gehören einige Dinge, die uns eher fremd sind. Mehr Kenntnis darüber kann uns helfen, die Bibel besser zu verstehen. Mach dich auf die Suche nach dieser orientalischen Tradition. Ein guter Anfang kann die Beschäftigung mit den jüdischen Festen sein.

Werte wandeln sich – die Bedeutung der Worte auch!

Zweitausend Jahre Kirchengeschichte haben unser Verständnis der biblischen Begriffe geprägt. Das stetig wiederkehrende Aufsagen von Formeln, Dogmen und Bekenntnissen suggeriert, dass diese Wahrheit seien, selbst wenn sie im Widerspruch zur Bibel stehen. Wie viele nehmen gar nicht mehr wahr, dass die Kindertaufe ein Betrug ist? Wenn wir JESUS verstehen wollen, dann müssen wir unser Verständnis jedes einzelnen Begriffes auf den Prüfstand stellen. Sprache verändert sich fortwährend, sie passt sich den Lebensgewohnheiten und auch unserem Wissensstand an, das ist ganz normal. Das macht es aber manchmal schwer, Inhalt und Bedeutung der frühchristlichen Überlieferungen zu erfassen und zutreffend zu deuten.

Nur ein Beispiel: Der Begriff ´Sünde` wird heute in allen möglichen Deutungen verwendet: »So mit diesem wertvollen Stoff umzugehen, ist eine Sünde.« Oder: »Ich habe gestern gesündigt (zu viel Torte gegessen)!« Und: »Die kleinen Sünden bestraft der liebe Gott sofort, die großen später …«

Es ist ein eigentlich nicht zu bewältigender Berg an Arbeit, uns zu der ursprünglichen Bedeutung der Begriffe zurückzukämpfen. Doch wie sollen wir die Bibel, wie sollen wir JESUS verstehen, wenn wir die Begriffe völlig anders verwenden, als ER sie vor zweitausend Jahren gebraucht hat?

Glaube, Bekehrung, Taufe, Nachfolge, Gehorsam, Sünde, Erlösung, Buße, Beichte, Gottesdienst, Abendmahl, Priester, Bekenntnis usw. Das Verständnis all dieser und vieler weiterer Begriffe aus der Bibel ist oft bis zur Unkenntlichkeit verändert.


Ist dir bewusst, dass JESUS mit an IHN glauben meint, dass ER dein Leben auf den Kopf stellen will? Nichts wird so bleiben, wie es ist, wenn du wirklich an IHN glaubst!

Worte können eine unheilvolle Wirkung haben, sie lösen in unserem Hirn eine Vielzahl von Assoziationen aus, sie stoßen also eine ganze Bilderwelt von Erinnerungsfetzen an. Casablanca ist eigentlich nur der Name einer Stadt. Doch wer den Film gesehen hat, wird unweigerlich an Humphrey Bogart und Ingrid Bergman denken. Das, was uns beeindruckt, gräbt sich tief in die Windungen unseres Hirns. Leicht geschieht es, dass wir etwas für nicht mit der Bibel vereinbar halten, aber oft sind es gerade unsere christlichen Traditionen, die nicht mit der Wahrheit der Bibel in Einklang zu bringen sind.

Wenn wir nicht bereit sind, unser Verständnis christlicher Begriffe auf den Prüfstand zu stellen, dann werden wir uns mit der Wahrheit der Bibel schwertun. Letztlich ist es nicht unser Wissen, nicht unsere Bildung und nicht das Gelernte, das uns die Wahrheit erkennen lässt, sondern JHWH schenkt das durch SEINEN Heiligen Geist. Wissen und Wissenschaft kann nützlich sein, doch ohne SEINE Inspiration werden wir uns der göttlichen Wahrheit niemals nähern. Bevor du die Bibel liest: Bitte JHWH, dass ER dir mit SEINEM Geist hilft, dich zu leiten und dich verstehen zu lassen. Niemand kann dir die Heilige Schrift besser erklären als der Autor selbst.

Ja, JHWH unterscheidet glasklar zwischen Gut und Böse. ER kann das! Unser Urteilsvermögen ist leider kaum zur Wahrheitsfindung geeignet. Doch SEINE Weisheit, SEINE Wahrheit ist ein unsagbar kostbarer Schatz. Mehrere Meinungen dazu sind bereichernd.


Betrachte verschiedene Auffassungen deshalb lieber als ergänzende Teilaspekte. Unser Entweder-oder beschränkt JHWHs Vielfalt und Reichtum nur allzu oft.

Lass dich vielmehr durch fremde Ansichten, durch scheinbar falsche Meinungen herausfordern. Prüfe dein Verständnis der christlichen Begriffe. Das wird dich bereichern und inspirieren. Wenn wir – neugierig – unvoreingenommen – befreit vom Schutt der Traditionen – an die Bibel herangehen, dann wartet ein wunderbarer Schatz auf uns. Eine falsche Aussage reizt dich und bewegt dich, sie anhand der Heiligen Schrift zu prüfen? Hallelujah! Das ist besser als eine wahre Aussage, die dich gemütlich auf deinem Sofa sitzen lässt.


Was aus der letzten Predigt siehst du anders?

Was in diesem Kapitel erregt deinen Widerspruch?

Was findest du dazu in der Bibel?

Mit wem könntest du darüber sprechen?

Was war dein letzter Streit über eine biblische Aussage?

Teil 1

Laufen lernen

Weißt du noch, wie du laufen gelernt hast? Du hast ein Jahr in der Wiege gelegen und dann hast du dich erhoben, bist gelaufen und hast dich, weil es so gut funktionierte, zum Marathon angemeldet?


Bei mir war das anders. Ich bin eine Weile gekrabbelt. Die Perspektive hat mir wohl nicht so zugesagt. Meine Mutter berichtet, dass ich bald auf meinem Hintern durch die Wohnung gerutscht bin. Das gefiel mir so gut, dass ich eine ganze Zeit lang nicht bereit war, mich auf meine Beine zu stellen und die ersten Schritte zu versuchen. Irgendwann saß ich auf dem Topf. Beim Aufstehen hab ich mich dann in meiner Hose verheddert und bin über den Rand der Duschwanne gestürzt. Das hat mich auch nicht gerade motiviert, mehr Gebrauch von meinen Beinen zu machen. Als ich es dann doch versuchte, bin ich oft gefallen. Zerschundene Knie, Beulen am Kopf, blutige Nase, Gehirnerschütterung. Ich habe nicht viel ausgelassen, bis ich dann leidlich laufen konnte. Meine Lieblingsbeschäftigung ist es bis heute nicht. Dennoch schaffe ich es nun, auch ohne Auto Brötchen zu holen.

Ich finde es spannend zu beobachten, wie Kinder ihre ersten Schritte tun. Wie Abenteuerlust und Neugier auf die Möglichkeiten ihres eigenen Körpers sie antreibt, immer wieder aufzustehen. Wie oft fällt ein Kind, bis es einigermaßen laufen kann? Hunderte, tausende Male? Und was tun die Eltern, wenn das Kind fällt? Schreien sie ihr Kind an? »Du Blödmann, du wirst es nie lernen! Selbst schuld, dass du dir die Knie schon wieder aufgeschlagen hast!« Sicherlich nicht.

Unser ganzes Leben lang fallen wir, es gibt kein Lernen ohne Rückschläge. Wieso meinen wir eigentlich, dass wir bei JHWH immer alles sofort können müssten? Wieso glauben wir nur, dass ER mit uns nichts anfangen kann, wenn es unzählige Versuche braucht, bis wir vorankommen? Eine Mutter hebt ihr Kind auf, tröstet es, wischt die Tränen ab, pustet liebevoll auf die Schürfwunde. Sie hält es so lang im Arm, bis es sich beruhigt hat. Sie ermuntert es voller Liebe und Annahme, es wieder und wieder zu versuchen. Warum wollen wir es uns nicht erlauben, auch später durch Misserfolge zu lernen?

JHWH geht besser mit uns um als jede Mutter, als jeder Vater! Die Psalmen sind voll davon, wie fürsorglich unser Vater in den Himmeln ist. Wie eine Mutter, die uns in unendlicher Geduld beim Laufenlernen begleitet. Unsere Eltern bringen uns die Vision vom Laufen nahe, ja sie wollen vielleicht sogar die Begeisterung für den Laufsport in uns wecken. So ist es auch bei JHWH. ER möchte uns begeistern, unsere Fähigkeiten entwickeln, Visionen in uns entfachen. ER ist uns ein treuer Begleiter, viel mehr, als es je ein Mensch sein könnte. JHWH vereint alle guten Eigenschaften in sich, die wir brauchen. Manchmal wäre es gut, wenn wir mit Blick auf IHN an eine Mutter denken, die liebevoll mit uns umgeht, wenn wir gefallen sind. Die uns das Aua pustet und mit einem Pflaster versorgt. Die uns die Arme entgegenstreckt und uns ermuntert: »Steh auf! Gar nichts passiert, gleich noch mal! Komm in meine Arme!« JHWH hilft uns, immer wieder, so oft wir es brauchen. Doch wollen, das musst du selbst.

Vielleicht fordert dich dieses Buch an der einen oder anderen Stelle heraus. Vielleicht glaubst du, etwas von dem hier Geschriebenen nie in deinem Leben erreichen zu können. Dann erinnere dich an dieses Bild einer fürsorglichen Mutter und lass dich von JHWH aufrichten! ER möchte, dass du laufen lernst, dass du dich ganz auf IHN verlässt. Dass du zu IHM betest und auf IHN hörst. Lass dir Zeit beim Üben und Lernen. JHWH hat alle Zeit der Welt. Höre niemals auf zu lernen.

Zum Lernen gehören zerschundene Knie, die Furcht, das Ziel nicht zu erreichen, manchmal auch die Wut auf das eigene Versagen.


So wie ein Kind nicht ohne Schmerzen laufen lernt, so werden auch wir ohne schmerzliche Erfahrungen und ohne Anstrengungen keine reifen Kinder Gottes. Lernen tut so manches Mal weh.

Das weiß niemand besser als unsere Mutter, unser Vater in den Himmeln. ER selbst hat mit angesehen, wie SEIN Sohn JESUS CHRISTUS für uns am Kreuz gestorben ist! ER weiß, was Schmerzen sind. Deshalb ist ER der beste Tröster und Ermutiger, den wir uns wünschen können. ER erspart uns nicht alles Leiden auf unserem Weg, aber ER ist immer da, wenn wir uns – wie ein Kind auf den Schoß seiner Mutter – zu IHM flüchten (Psalm 18). Niemand tröstet besser als der, der SEINEN eigenen Sohn für uns gab: JHWH tröstet uns durch SEINEN Geist, besser als wir es uns vorstellen oder wünschen könnten.

JHWH lässt dir Zeit zum Lernen. Wie war das bei Mose? Mose war 40 Jahre Prinz am Hof des Pharao. Dann erschlug er einen Aufseher im Zorn. Und brachte weitere 40 Jahre in der Verbannung, in der Wüste zu. Mose war 80 Jahre, als JHWH ihn zum Führer seines Volkes machte. Ich bin überzeugt, dass es nicht einen einzigen Tag im Leben des Mose gab, den man hätte weglassen können. Jeder einzelne Tag in diesen 80 Jahren war notwendig, ihn auf die folgenden 40 Jahre der Wüstenwanderung, den Exodus, vorzubereiten. Hab also keine Angst, dass deine Entwicklung, dein Wachstum zu langsam sein könnte. JHWH rechnet Zeit anders als wir.


Es war einmal ein Mensch, der beobachtete den Kokon eines Schmetterlings. Er konnte sehen, wie sich das eingesponnene Wesen in dem Kokon regte. Der Kokon bewegte sich hin und her. Das Wesen darin versuchte, durch ein kleines Loch aus seinem Gefängnis zu entkommen. Der Mensch da draußen sah voller Mitleid, wie sich der werdende Schmetterling im Inneren abmühte, und beschloss, ihm zu helfen. ER nahm den Kokon und brach diesen ganz vorsichtig auf. Der Schmetterling, noch ganz zusammengekauert, glitt auf den Boden. Er zuckte, versuchte seine Flügel zu entfalten, doch es gelang ihm nicht. Das armselige Knäuel blieb verkrüppelt liegen und konnte nicht fliegen.

Was war geschehen? Der wohlmeinende Mensch hatte dem Schmetterling helfen wollen und doch hatte dieser nicht den Weg in das Leben gefunden. Der Schmetterling hatte es nicht geschafft, seine Flügel zur vollen Pracht zu entfalten und zu fliegen. Jedoch scheiterte er nicht obwohl, sondern weil ihm geholfen wurde!

Ein Schmetterling braucht nach der langen Zeit der Verpuppung die Anstrengung, sich aus dem Kokon zu fressen. Die Anstrengung bringt ihn auf Betriebstemperatur. Der Kampf, durch das kleine Loch aus der Hülle zu kommen, stärkt seine Muskeln und quetscht Körperflüssigkeit in die Flügel. Nur so können sich seine Flügel entfalten. Ohne diesen Kampf kann er seine Flügel nicht ausbreiten und bleibt unfähig, zu fliegen. So wie JHWH dem Schmetterling die Anstrengung nicht erspart, so erspart ER auch uns Schmerzen und manche Unbequemlichkeit nicht. ER gibt uns alles, was wir zum Leben und Lernen brauchen. ER wird uns niemals überfordern. Aber manchmal müssen wir bis an unsere Grenzen gehen, müssen wir uns aus einem Kokon herausarbeiten, um uns zu der vollen Pracht zu entpuppen, für die JHWH uns geschaffen hat.

Es ist keine Schande, zu fallen; liegen zu bleiben aber schon! Hüte dich vor Menschen, die helfen wollen, ohne zu verstehen, was du wirklich brauchst. Mitleid bekommt man geschenkt, Anerkennung muss man sich verdienen. Auch die Anerkennung JHWHs bekommen wir nicht geschenkt:


Ungeprüfter Glaube hat in den Augen Gottes keinen Wert!

(Derek Prince: ‘I have to tell you, reluctantly, faith will be tested. Untested faith is of no value in the sight of God. Jesus said to the church of Ephesus: I counsel you to buy from Me gold refined <tried> in the fire‘ (Revelation 3:18), Foundational Truths for Christian Living, www.dpmuk.org)

Damit ist nicht eine rücksichtslose und menschenverachtende Spielerei ungezügelter Mächte gemeint, wie wir sie von den römischen Imperatoren und ihren Gladiatoren kennen. Vielmehr ist damit eine Prüfung gemeint, die uns voranbringt (Jakobus 1:2ff) und vor allem uns selbst, aber auch nach außen zeigt, welch unschätzbaren Wert wir in den Augen JHWHs haben. Solche Prüfungen sind der Beleg, wie weit wir bereits in dem göttlichen Läuterungs- und Heiligungsprozess fortgeschritten sind. Diese Prüfungen sind Ausdruck höchster Wertschätzung! Davon können wir am Ende des Buches Hiob lesen, wo JHWH mit Hiobs Freunden abrechnet und Hiob SEINE Anerkennung ausspricht: »… denn ihn, Hiob, will ICH, JHWH, erhören …« (Hiob 42:8) Und das alles ist eingebettet in die unermessliche Barmherzigkeit JHWHs. Wir beschäftigen uns damit ausführlich in dem Kapitel ‘Der Silberschmied’, S. 197.


Was hat dir richtig wehgetan? Wann?

Wofür schämst du dich vor JHWH?

Hast du dich von JHWH trösten lassen?

Kennst du jemanden, der gerade gefallen ist?

Welche Worte der Ermutigung kennst du?

Vom Rauchen: JHWH ist anders

Als Jugendlicher habe ich das Leben in einer Freikirche, einer freien Gemeinde vor allem als eine spaßbefreite Verbotszone erlebt. In der Welt, wie die Christen den Alltag außerhalb der sicheren Mauern des Gemeindehauses nannten, begannen gerade die Studentenunruhen. Es war eine schwierige Zeit. Die jungen Revoluzzer brachten ihren Unmut mit Sprüchen wie diesem zum Ausdruck: ‘Unter den Talaren: der Muff von 1000 Jahren!’ Ich verstand damals nicht, dass das eine Anspielung darauf war, dass sich Richter, Polizisten, Beamte und Lehrer trotz Nazi-Vergangenheit innerhalb kürzester Zeit wieder ihre alten oder noch viel bessere Jobs zurückerobert hatten. Auch dieser Spruch war häufig zu hören: ‘Trau keinem über 30!’ Womit nicht so sehr das Alter, sondern die Vergangenheit der Kriegsgeneration, ihre Verstrickungen in Gräueltaten, angeprangert wurde.

Adenauer, erster Bundeskanzler der jungen deutschen Republik, der bei seiner Ernennung schon 75 Jahre alt war, wird der Ausspruch zugeschrieben: ‘Man kann schmutziges Wasser nicht wegschütten, solange man kein sauberes hat.’ Er brachte damit das Dilemma zum Ausdruck, dass es kaum gut ausgebildete Frauen und Männer gab, denen nicht in irgendeiner Art und Weise die dunkle Vergangenheit anhaftete. Einzelne haben zu einem konstruktiven Verhältnis mit der belasteten Vergangenheit gefunden; als Ganzes hat sich diese Generation nie ernsthaft mit den Verstrickungen des Nazireiches auseinandergesetzt. Aber das hielt sie nicht davon ab, nun die jungen Leute aufs Heftigste zu kritisieren. Jazz, Swing, die Beatles, Rock’n’Roll, Rauchen, Tanzen, Diskos, Haschisch und alles, was uns, der Nachkriegsgeneration, Spaß machte, war ihnen ein Dorn im Auge. Nicht, dass das alles nur gut gewesen wäre. Doch die Anmaßung, diese moralinsaure Bevormundung, die störte nicht nur mich gewaltig. Es war eine Zeit voller Widersprüche, Verlogenheit, politischer und gesellschaftlicher Auseinandersetzungen.

In den Augen vieler Gemeindemitglieder, unter denen ich aufwuchs, waren diese neuen Vergnügungen und Verhaltensweisen einfach nur Teufelszeug. Man suchte Sicherheit in traditioneller Gesetzlichkeit. Die Röcke der Mädchen waren zu kurz, die Absätze ihrer Schuhe zu hoch und die Haare der Jungs zu lang, zu frech waren wir alle.

Wir hatten keinen Respekt vor den Eltern mit ihren traumatischen Kriegserlebnissen. Die Folgen des sogenannten Tausendjährigen Reiches waren in vielfältiger Weise gegenwärtig. So lag das Verhältnis zwischen Männern und Frauen im heiratsfähigen Alter irgendwo bei 1 : 3. Männer hatten die freie Auswahl. Und sie konnten sich den Frauen gegenüber fast alles herausnehmen. Kaum eine erwachsene Frau traute sich, den Mund aufzumachen. Frauen hatten es schwer, ihren Lebensunterhalt als Single (das nannte sich damals alleinstehend) zu verdienen. Verheiratete Frauen brauchten eine schriftliche Genehmigung ihres Mannes, um zusätzlich zu Haushalt und Kindern arbeiten gehen zu dürfen. Unverheiratete Frauen waren froh, wenn sie einen Job als Putzfrau, Verkäuferin oder Schreibkraft bekamen. Unsere Elterngeneration, die selbst um ihre Jugend betrogen worden war, stand nun fassungslos vor diesen jungen Menschen, für die es keine Grenzen mehr zu geben schien. In Kirchen und Gemeinden versuchte man, alldem mit einem überdimensionalen moralischen Zeigefinger zu begegnen, hinter dem das Kreuz und die Liebe Gottes kaum noch auszumachen waren.

Mein Vater war Architekt und Prediger. Er selbst hatte eine problematische Kindheit, hatte nie ein behütetes Zuhause erlebt. Meiner Mutter ging es oberflächlich betrachtet besser, doch traumatisiert von Bombennächten und psychischem Terror der Nazizeit waren sie beide. Aus heutiger Sicht wuchsen sie in einer katastrophalen Überforderungssituation auf. Unsere Eltern, die Kriegsgeneration, versuchte irgendwie, mit der Vergangenheit klarzukommen.

Die Nachkriegsgeneration, wir Kinder des Wirtschaftswunders, stellten alles infrage. Alles schien möglich. Wir wollten die Zukunft gestalten. Mit über 60 fange ich heute an zu verstehen, wie schwierig die damalige Zeit für beide Generationen war. Die Eltern wollten und konnten kaum Vorbilder sein. Wir Kinder hatten nichts, woran wir hätten anknüpfen können. Die bisherigen Gesellschaftsmodelle hatten versagt, hatten in die Katastrophe geführt. Wer nur von Führung oder Leitung sprach, machte sich verdächtig. Alles, was nur nach Autorität und Leitung roch, stellten wir infrage. Da kam jede neue Idee, jeder unkonventionelle Lebensentwurf gerade recht. Die Kritik an den Eltern, an der Tradition, an allem Althergebrachten gehörte für meine Generation zum guten Ton. Wurden wir, die Jugend, von den Alten, der Kriegsgeneration, kritisiert, so bestärkte uns das nur darin, auf dem richtigen Weg zu sein.

Wir, wir als Gesellschaft, tragen bis heute an dieser Last der unbewältigten Vergangenheit. Das meine ich nicht als Schuldzuweisung. Ich sehe es als ganz objektive Feststellung: Wir alle tragen immer noch an dieser Last; auch wenn es den meisten nicht bewusst ist. Und doch sind es Rahmenbedingungen, in denen JHWH handelt.


JHWH liebt es, uns in scheinbar ausweglosen Verstrickungen zu begegnen. Und uns zu zeigen, dass ER manches ganz anders sieht, als wir denken.

Als Kind hatte ich angefangen, JHWH Vertrauen zu schenken. Ich sehnte mich nach der Liebe und Annahme, von der viel gepredigt wurde. Die real existierende Gemeindewirklichkeit sah für mich ganz anders aus. Das Leben meines Vaters als Prediger und das seiner Familie wurde von der Gemeinde genau beobachtet. Die moralischen Vorstellungen der Gemeinde und meiner Eltern einerseits und die Verlockungen der Rock’n’Roll-Ära andererseits rissen mich in tiefe Konflikte. Mit 15 fing ich das Rauchen an. Leider hatte meine Mutter eine gute Nase. Weder Zahnpasta noch Pfefferminz konnten meine zaghaften Nikotin-Ausflüge verheimlichen. Die Verbote und Strafen waren wohlgemeint, doch stürzten sie mich nur tiefer in den Konflikt mit meinen Eltern; Lügen und Flucht, wo immer möglich, waren die Folge. So verknüpfte sich mein Rauchen mit einem schlechten Gewissen als Dauerzustand. Beides, der Nikotinkonsum und das schlechte Gewissen wuchsen stetig. Daran änderte sich auch nicht viel, als ich volljährig wurde. Meine Eltern konnten es mir nun nicht mehr verbieten, aber die Kritik aus der Gemeinde blieb. Im Gemeindehaus nicht rauchen zu dürfen, klar, das konnte ich nachvollziehen. Aber ich wurde auch angehalten, vom Gemeindehaus eine Bannmeile einzuhalten, damit das Ansehen der Gemeinde nicht beschädigt würde. Kann man sich heute kaum mehr vorstellen. Heute stehen dort, wo ich früher nicht rauchen durfte, eine Bank und ein Aschenbecher.

Schon damals hörte man immer öfter von den negativen gesundheitlichen Folgen des Rauchens. Das Geld für die Zigaretten hatte ich eigentlich auch nicht. So hörte ich mit dem Rauchen auf. Und fing wieder an. Und hörte wieder auf. Mal einen Tag, auch mal ein paar Wochen, einmal sogar zwei Jahre. Dann eine einzige Zigarette nach einem guten Essen. Danach vier Wochen ohne Nikotin. Nun, so dachte ich, hätte ich es geschafft und ich könnte es mir leisten, ab und zu mal eine zu rauchen. Ein Vierteljahr später waren es wieder zwei Päckchen am Tag. Wie Mark Twain sagt: Mit dem Rauchen aufzuhören ist kinderleicht, habe ich schon hundert Mal gemacht.

Eines Tages hörte ich eine Predigt über die Zehn Gebote. Was der Prediger sagte, weiß ich nicht mehr. Aber als er über das vierte Gebot sprach, durchzuckte es mich wie ein Blitzschlag. Das vierte Gebot ist nachzulesen in L1912 (die Abkürzung verweist auf die zitierte Bibel-Übersetzung, siehe das Abkürzungsverzeichnis, Seite 3, oder die Rückseite des Lesezeichens, Seite 439), 2. Mose 20:12, <GVV>:


Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, dass dir der HERR, dein Gott, gibt.

Meine Eltern ehren? Das konnte und wollte ich nicht. Ich meinte, sie hätten das nicht verdient. Und was hat das mit langem Leben zu tun? Ich meinte, eine gesunde Lebensweise würde mein Leben verlängern. Es war, als zöge mir jemand eine Decke von den Augen. Ich begriff, dass JHWH keinen Gefallen daran findet, wenn wir rauchen. Jetzt aber ging es IHM um etwas ganz anderes: JHWH hatte SEINEN Blick auf meine Haltung zu meinen Eltern gerichtet. ER zeigte mir, IHM ist wichtig, dass ich meine Eltern ehre! Um das zu betonen, stellt JHWH in diesem Gebot diese große Belohnung, das lange Leben im Lande JHWHs, in Aussicht. ER sagte mir, dass ein gesundes Leben gar nichts bringt, solange ich mich nicht an SEINE Gebote halte. JHWH hat ganz andere Schlussfolgerungen, ganz andere Gesetzmäßigkeiten, als wir uns das vorstellen. Nicht: Gesund leben, um lange zu leben. Sondern: Eltern ehren, um lange zu leben.


JHWHs Verheißungen haben oft Voraussetzungen, und die erscheinen uns manchmal völlig unlogisch. Aber es lohnt sich, unseren Vater in den Himmeln beim Wort zu nehmen!

Zwei Dinge nahm ich aus diesem Gottesdienst mit nach Hause: Ich konnte zum ersten Mal in meinem Leben ohne schlechtes Gewissen rauchen, ich konnte es genießen. Es wurde mir zu einer Selbstverständlichkeit, auf andere Rücksicht zu nehmen, andere nicht zu belästigen, nicht in Häusern und Wohnungen zu rauchen, wo Nichtraucher anwesend waren. Das Rauchen hatte seine Zwanghaftigkeit verloren. Ich wusste, dass JHWH mich eines Tages wieder auf das Rauchen ansprechen würde. Aber bis dahin erfreute ich mich an dem ungetrübten Genuss, den ich vorher nie gekannt hatte.

Das Wichtigere war aber dieses: Ich hatte verstanden, dass JHWH mein Verhältnis zu meinen Eltern verändern wollte. Ich sagte IHM: »Ich kann das nicht, das schaffe ich nicht!« Aber mein Papa im Himmel sagt nur: »Lass mich an dein Herz, du musst es nur zulassen; ich kenne deinen Schmerz!« Da wusste ich, dass niemand besser als JHWH verstand, welche tiefen Verletzungen meine Seele in meiner Kindheit erleiden musste. Und dass JHWH nicht einfach etwas verlangte, sondern dass ER mich heilen, dass ER mir helfen wollte. ER wollte mir nichts wegnehmen, ER wollte mir etwas geben. Ich brauchte nichts weiter zu tun, als mich IHM anzuvertrauen. Quasi als Beweis, dass ER es gut mit mir meinte, hat ER mir den Genuss am Rauchen geschenkt.

Langsam, aber fortwährend veränderte sich mein Verhältnis zu meinen Eltern. Aus Hass wurde Verständnis. Manches gute Gespräch wurde geführt. Aus Verachtung wurde Wertschätzung. Wir unternahmen wieder etwas gemeinsam. Aus Distanz wurde eine herzliche Nähe. Eines Tages entschuldigte sich meine Mutter bei mir, dass sie oft nur zugesehen hatte, wenn mein Vater seinen Zorn an mir ausließ. Sie erzählte mir von ihrer Verzweiflung, von ihrer Hilflosigkeit. Das hat mich beeindruckt. Ich verstand, dass JHWH nicht einfach nur von mir verlangte, dass ich mich änderte, sondern dass ER auch um mich herum alles tat, um mir zu helfen. ER veränderte nicht nur mein Herz, ER sprach auch mit meinen Eltern und zeigte ihnen, wo ER sie verändern wollte. ER segnete meinen Entschluss, mich IHM anzuvertrauen, indem ER nicht nur mich, sondern auch meine ganze Familie segnete und mit SEINER heilenden Kraft umgab.

Auch das Verhältnis zu meinem Vater veränderte sich zum Positiven. Ich fing an, ihn um Rat zu fragen. Ich konnte viel von meinem Vater lernen. Viel von dem, was es in diesem Buch zu lesen gibt, hat mit dem zu tun, was schon mein Vater mit JHWH erlebt hat. Mein Vater hat sich schon früh mit der Frage nach einem gesunden Gemeindeleben beschäftigt. Er ist damit auch immer wieder in Konflikt mit den etablierten Strukturen christlicher Gemeinden geraten. Ein Buch hat er selbst nie geschrieben. Aber ich bin mir sicher, dass er sich über dieses Buch freut. Leider kann er es nicht mehr lesen, denn er ist schon dorthin unterwegs, wo auch mich meine Zuversicht hinzieht, zu unserem guten Papa in das ´Reich Gottes`, zum Ewigen Leben.

Einige Jahre später sprach JHWH dann das Thema Rauchen wieder an. Es war wieder in einem Gottesdienst, in einer Predigt. Ich weiß wiederum nicht mehr, was gepredigt wurde. Aber ich kann mich genau an das Zwiegespräch mit JHWH erinnern, das durch diese Predigt ausgelöst wurde. Mein Wunsch war es immer gewesen, mal eine Zigarette oder einen Zigarillo nach einem guten Essen rauchen zu können, aber nicht von dem Zeug abhängig zu sein, nicht rauchen zu müssen. Neidvoll blickte ich auf Leute, die nur ein paar wenige Zigaretten im Jahr rauchten. JHWH sprach zu mir in diesem Gottesdienst: »Wenn du willst, dann kannst du heute mit dem Rauchen aufhören. Aber nur ganz. Das mit dem ‘ab und zu mal rauchen’ kannst du vergessen! Ich bin dir nicht böse, wenn du weiter rauchst. Doch freue ich mich, wenn du mein Geschenk der Freiheit vom Rauchen annimmst.«

Ich rauchte nach dem Gottesdienst meine letzte Zigarette und legte die angefangene Packung in den Schrank. Wenn ich zuvor versucht hatte aufzuhören, bin ich von den Entzugserscheinungen meistens krank geworden, Schmerzen, Fieber, Schlafstörungen und Kreislaufzusammenbrüche machten mir dann zu schaffen. Bei jedem dieser Versuche vernichtete ich alle meine Rauchutensilien, um dem Rückfall vorzubeugen. Es hat mir nie geholfen. Dieses Mal blieb alles im Schrank. Pfeifen samt Besteck, die angebrochene Zigarettenpackung, Zigarillos und Tabak. Ich sagte JHWH: »Okay, wenn ich denn nicht ein bisschen rauchen kann, so will ich es akzeptieren. Lieber keine einzige Zigarette mehr, als weiter abhängig zu sein.« Dieses Mal hatte ich so gut wie keine Entzugserscheinungen, JHWH hat es mir leicht gemacht. Danke! Ich komme nun seit über 30 Jahren ohne Rauchen aus. JHWH hat mich frei gemacht von dieser Sucht. Manches Mal, nach einem guten Essen, vermisse ich es noch. Aber es ist nicht mehr schmerzlich, sondern eher eine schöne Erinnerung an das, was ich mit JHWH erlebt habe. An das, was ER mir alles schenkt. Daran, dass ER eigentlich immer anders gibt, als wir es erbitten. Aber dass ER immer hört und antwortet. JHWH ist eben anders. Ganz anders!

Im nächsten Kapitel schreibe ich darüber, wie ein Leben beginnt, in dem man immer mehr von diesem unbekannten Gott erfährt, in dem man immer mehr mit IHM erlebt.

Hoffentlich liest du bald weiter!


Was möchte JHWH bei dir ändern?

Wo möchte JHWH dich stark machen, andere, neue Wege zu gehen?

Wo konntest du mit JHWHs Hilfe einen Schritt nach vorne gehen?

Wo hast du schon erlebt, dass JHWH ganz anders ist?

Was möchtest du? Was möge JHWH bei dir ändern?

Was könnte JHWH wichtiger sein?

Was will ER jetzt bei dir ändern?

Was möchte JHWH dir schenken, was kannst du von IHM annehmen?

Warum geht es letztlich nicht um dich, sondern um JHWH?

Die Fischer am See und der reiche Jüngling

Wir lesen aus der Bibel, ELB, Matthäus 4:18-22, <IAT>:


Als er (JESUS) aber am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder: Simon, genannt Petrus, und Andreas, seinen Bruder, die ein Netz in den See warfen, denn sie waren Fischer. Und er spricht zu ihnen: »Kommt, mir nach! Und ich werde euch zu Menschenfischern machen.« Sie aber verließen sogleich die Netze und folgten ihm nach. Und als er von dort weiterging, sah er zwei andere Brüder: Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, im Boot mit ihrem Vater Zebedäus, wie sie ihre Netze ausbesserten; und er rief sie. Sie aber verließen sogleich das Boot und ihren Vater und folgten ihm nach.

und aus ELB, Markus 10:17-22, <IAT>:


Und als er auf den Weg hinausging, lief einer herbei, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: »Guter Lehrer, was soll ich tun, damit ich ewiges Leben erbe?« Jesus aber sprach zu ihm: »Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als nur einer, Gott. Die Gebote weißt du: ‘Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsches Zeugnis reden; du sollst nichts vorenthalten; ehre deinen Vater und deine Mutter!’« Er aber sagte zu ihm: »Lehrer, dies alles habe ich befolgt von meiner Jugend an.« Jesus aber blickte ihn an, gewann ihn lieb und sprach zu ihm: »Eins fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib den Erlös den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach!« Er aber ging, entsetzt über das Wort, traurig weg, denn er hatte viele Güter.

Welche Wirkung haben die Worte JESU! Was für eine Kraft wird da sichtbar! Die einen lassen alles stehen und liegen, der andere wendet sich entsetzt und traurig ab. Was geschieht da eigentlich? Auf der einen Seite sind Menschen, die aus heiterem Himmel alles aufgeben, nur um von nun JESUS bedingungslos zu folgen. Okay, dass ist ihnen nicht immer gelungen, aber der Wille, der Entschluss zur gehorsamen Nachfolge und wie sie diesen umsetzten, das ist dennoch beeindruckend. Aber auch der Reiche, der sich über JESU Worte entsetzt und traurig abwendet, ist wie vom Donner gerührt, erschüttert in seinen Grundfesten. Ich habe dafür nur eine Erklärung: JESUS spricht in der Vollmacht SEINES Vaters und in der Kraft des Heiligen Geistes. Dort, wo JESUS spricht und handelt, da ist immer beides: Ein sichtbares, erlebbares Geschehen und etwas Unsichtbares in der Welt JHWHs! Anders lässt sich sein Tun und Wirken nicht begreifen. Als JESUS auf der Erde unterwegs war, da hatten die Menschen SEIN sichtbares Handeln vor Augen; und das ist auch das, was wir als Leser der Bibel zuerst wahrnehmen. JESU Wundertaten, SEIN Wirken, geht aber weit über das Sichtbare hinaus. Auch die Wirkung SEINER Worte auf Menschen ist weit größer, als wir es im Natürlichen erwarten. Wenn ich über den Marktplatz gehe und zu einigen Marktbesuchern sage: »Kommt und folgt mir nach!«, dann würde ich kaum mehr als ein mitleidiges Lächeln ernten …

Halten wir fest: Wenn JESUS redet oder handelt, dann geschieht auch in der unsichtbaren Welt etwas, der Heilige Geist wirkt. Ich finde es spannend, dass die Bibel nicht nur von JESU Erfolgen berichtet, sondern uns auch die Geschichte vom reichen Jüngling nicht vorenthält. Denn auch dort wird diese Kraft SEINER Worte sichtbar!

Seit seiner Himmelfahrt ist JESUS bei seinem Vater in den Himmeln, deshalb ist uns SEIN Handeln nicht immer vor Augen. Wir sehen oft eher die Auswirkungen. Hattest du schon einmal die Gelegenheit, dabei zu sein, wenn jemand beginnt, von jetzt auf gleich JESUS gehorsam zu folgen? Ich habe das schon erlebt, es ist überwältigend! Die Kraft des Heiligen Geistes ist so spürbar, ich hätte sie fast mit Händen greifen können. Ich habe auch schon das andere erlebt. Jemand sagte zu mir, nach einem längeren Gespräch: »Ich beneide dich um deinen Glauben, aber ich weiß, wovon ich lassen müsste, das will ich nicht.« Es treibt mir bis heute die Tränen in die Augen. Dennoch, die Kraft des Heiligen Geistes war genauso spürbar!

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Lange habe ich mich gefragt, wieso die Jünger so unvorbereitet alles stehen und liegen ließen, nur weil da ein Rabbi vorbeikam und ihnen das sagte. Siehst du meinen Denkfehler? Sie waren nicht unvorbereitet! Aber wer hat sie vorbereitet? Da fällt mir nur einer ein: JHWH durch seinen Heiligen Geist! Das bedeutet aber, der Heilige Geist war schon vor JESUS bei den Fischern! Wie lange vorher auch immer …

Es führt nicht weit, wenn wir jemanden fragen, ob er JESUS nachfolgen will. Es muss in den gehorsamen Dienst eingebettet und durch den Heiligen Geist vorbereitet sein. Was das bedeutet, davon später mehr. Kein Mensch kann JHWHs Wahrheit sehen, ohne dass der Heilige Geist ihm diese offenbart.

Diese Momente der Entscheidung, für die gehorsame Nachfolge oder gegen JESUS, brauchen eine besondere Vorbereitung durch den Geist, durch den JHWH redet und die Wahrheit offenbart. Kein Mensch kann sich für JESUS entscheiden, wenn JHWH ihm nicht die Gelegenheit dazu schenkt, wenn JHWH ihm nicht einen Einblick in die göttliche Wahrheit gewährt. Aber: JHWH ist gnädig und gerecht und ER schenkt jedem Menschen von Zeit zu Zeit diese Gelegenheit.

Es hilft nichts, wenn wir selbst darauf loslaufen und meinen, wir wüssten, wer jetzt gerade mit dem Evangelium beglückt werden sollte. Nur wenn wir uns mit JESUS abstimmen, nur wenn ER uns dorthin sendet, wo Menschen durch JHWHs Geist vorbereitet sind, dann werden wir dabei sein dürfen, wenn ER wieder einem Menschen das Ewige Leben schenkt.


Damals, als JESUS die Fischer zu seinen Jüngern berief, ging das nur, weil Gott sie durch SEINEN Geist vorbereitet hatte. Auch heute geht das nur, wenn die Vorbereitungen durch den Heiligen Geist geschehen sind. Für JESUS war es selbstverständlich, in Abstimmung mit SEINEM Vater und in der Kraft des Heiligen Geistes zu handeln, in die vorbereiteten Situationen hineinzugehen. Nur wenn wir uns von JESUS dahin leiten lassen, nur dann werden wir die Wunder solch kraftvoller Momente erleben.

Damit komme ich zu einem weiteren, wichtigen Gesichtspunkt: Wann wird ein ´Erretteter` mit dem Heilligen Geist erfüllt? Bei der Bekehrung? Bei der Taufe? Durch ein besonderes Gebet?

Hier fangen einige an, wild zu spekulieren. Die Bibel sagt ganz nüchtern und deutlich: Wer Gottes Kind ist, hat den Heiligen Geist. Wer den Heiligen Geist nicht hat, ist nicht Gottes Kind. (1. Korinther 12:13, Römer 8:9 u. v. m.) Und die Bibel sagt, ELB, Johannes 16:13, <JJV>:


Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen.

Also: JHWH leitet durch den Heiligen Geist in die Wahrheit. Ohne den Heiligen Geist können wir die Wahrheit Gottes nicht sehen oder verstehen. Ohne SEINE Wahrheit zu sehen, können wir uns nicht zur gehorsamen Nachfolge entschließen. Nur durch den Heiligen Geist erhalten wir die Möglichkeit, über diesen schwerwiegenden Schritt ernsthaft nachzudenken. Es ist nicht leicht, unsere Fischerboote, unseren Reichtum oder was uns sonst festhält, einfach zu verlassen. Das ist der Prüfstein: Setzt du JESUS über alles, was dir am Herzen liegt, oder gibt es etwas, auf das du nicht verzichten willst? Es kostet uns alles, was wir haben, sogar unser altes Ich. Unser alter selbstbestimmter Mensch, unser alter Adam, muss mit JESUS am Kreuz sterben, damit etwas Neues werden kann. Siehe das Kapitel: ‘Das Blut, das Kreuz und Wachstum’, Seite 204.


Der Heilige Geist besucht uns schon, bevor wir überhaupt eine Entscheidung für JESUS in Erwägung ziehen! Sonst hätten wir nicht die geringste Chance, darüber ernsthaft nachzudenken.

Was soll man daraus folgern?

Wer alles stehen und liegen lässt, wer sein altes Ich mit und durch JESUS am Kreuz zu Grabe trägt, wer JESUS von nun an gehorsam folgt, bei dem bleibt der Heilige Geist, er nimmt Wohnung bei ihm. Wer sich zur gehorsamen Nachfolge entschließt, erfüllt die Voraussetzung, damit JHWH ihm den Heiligen Geist gibt! (Apostelgeschichte 5:32) Warum sollte der Heilige Geist sich denn wieder von dannen machen? Jetzt, wo der Besuch in dem von JHWH und SEINEM Geist ersehnten Wunder gipfelt, das sogar im Himmel Freude auslöst! (Lukas 15:7) Und das, was schon bei dem neuen Kind Gottes war, bevor ein Mensch davon wusste, das muss auch von keinem vermeintlich Bevollmächtigten herbeigebetet werden! Die Geschichte von den Fischern am See sagt uns alles, was wir über eine Bekehrung wissen müssen: Genauso, wie die Lebensgemeinschaft mit JESUS und seinen Jüngern unmittelbar, sofort, in derselben Sekunde begann, nachdem sie SEINEM Ruf folgten, genauso übergangslos wird aus dem Besuch des Heiligen Geistes ein dauerhaftes Wohnen in uns, wir sind von nun ein lebendiger Tempel Gottes (1. Kor. 6:19).

Wer sich aber über die Wahrheit Gottes entsetzt, wer sich abwendet, der lässt dem Heiligen Geist keinen Raum, bei ihm zu wohnen. Es bleibt bei einem kurzen Besuch, über die Wahrheit Gottes senkt sich wieder der Schleier menschlicher Ein- und Ansichten. Traurig zieht sich der Heilige Geist zurück. Die Wege trennen sich wieder. So wie bei dem reichen Jüngling. Man lebt weiter sein selbstbestimmtes Leben. Vielleicht kommt der Heilige Geist später einmal wieder zu Besuch, denn JHWH ist gnädig und langmütig!


Es geht mir nicht darum, hier eine neue Theologie zu entwickeln. Schon gar nicht behaupte ich, dass meine Darstellung hier die alleinige und die einzige Wahrheit ist. Die Wirkungen des Heiligen Geistes sind so vielfältig und wunderbar, dass man ihn nicht mit einem Gedankenansatz fassen kann. Was möchte ich dann? Ich möchte einladen, die ganzen komplizierten Streitthemen um Heiligen Geist, Taufe, Geistestaufe usw. zu verlassen. Das Evangelium, das JESUS uns gebracht hat, ist so leicht zu verstehen, dass es einfache Fischer annehmen und leben können. Der Schlüssel, das Evangelium zu verstehen, ist nicht ein Theologiestudium, sondern die Offenbarung durch den Heiligen Geist, und die schenkt JHWH jedem, der JESUS gehorsam nachfolgt.

Für die, die ihr ‘Ja’ zu JESU Aufforderung ‘Folge mir nach!’ geben, für die steht nun ein erster Schritt des Gehorsams ins Haus: sich taufen zu lassen. Hier ein paar Gedanken zur Taufe:

•Der große Missionsbefehl, wie Matthäus 28:18-20 auch genannt wird, ist eine Aufforderung, Menschen in die Abhängigkeit zu JESUS zu führen und sie nicht an uns zu binden! Dieses Prinzip atmet das ganze Neue Testament. Wenn es uns nicht gelingt, einen Neuen in Kürze von uns zu JESUS zu weisen, dann verpfuschen wir unseren Auftrag.

•JESUS selbst lebt uns unzählige Male dienende Unterordnung vor, auch, aber nicht nur bei der Fußwaschung (s. ‘Dreckige Füße’, Seite 241). Und ER trägt uns auf, es IHM nachzutun! Es gibt bei JESUS keinen Raum für Heilsvermittler. Wer sich nicht dienend unterordnet, kann nicht SEIN Jünger sein!

•Im Mittelpunkt der Taufe steht JESUS und der Täufling, der bußfertige Umkehrer, der zum Kýrios, zu seinem Herrn und Meister, findet und IHM auch in diesem Punkt gehorsam folgt: Der Getaufte fordert ein, was ihm von JESUS selbst befohlen ist. Der Taufende ist nichts weiter als ein beliebiger Handlanger.

•Apostelgeschichte 8:26-40, <IAT>: Der Kämmerer liest in in der Jesaja-Rolle, Philippus predigt ihm und der Kämmerer fragt: »Siehe, da ist Wasser; was hindert’s, dass ich mich taufen lasse?« Philippus tut, worum er gebeten wurde und der Heilige Geist entrückt Philippus, er wird nicht mehr gebraucht! Der Kämmerer hat alles, was nötig ist: Die Heilige Schrift, die Predigt des Evangeliums, die Erkenntnis, damit den Heiligen Geist, denn ohne ihn keine Erkenntnis, die Buße und Umkehr, den Gehorsam, und er ist getauft. Für alles weitere wird JHWH in SEINER Liebe durch SEINEN Geist sorgen.

Die fett gedruckten Passagen zeigen: Der Täufling ist der Handelnde! Die Taufe ist etwas zwischen dem Täufling und JESUS! Der Taufende dient ihm.

Ich lasse hier ganz bewusst offen, wie man sich taufen lassen kann, denn die Bibel lässt da viel Gestaltungsraum. Es ist ja nun klar, dass eine Taufe nichts Mystisches hat, nichts Geheimnisvolles haben kann. Der Heilige Geist wohnt bereits in dem neuen Nachfolger JESU (1. Korinther 6:19), und dieser hat bereits das Ewige Leben, denn er glaubt an JESUS! (Johannes 3:16) Was es bedeutet, an JESUS zu glauben, damit beschäftigen wir uns in noch folgenden Kapiteln.


Wann hast du überlegt, dich für JESUS zu entscheiden?

Hast du schon die Freude miterlebt, wenn sich jemand entschließt, JESUS zu folgen?

Was bedeutet die Taufe für dich?

In welche Gruppen sind Menschen aus biblischer Sicht einzuteilen?

In den meisten Ländern dieser Welt bist du Ausländer, außer in deinem Heimatland. Ähnlich verhält es sich mit den vielen Religionen dieser Welt. Jede Religion nimmt für sich in Anspruch, ihre eigenen Anhänger als Gläubige zu bezeichnen. Und fast alle Religionen verurteilen den Rest der Menschheit als Ungläubige. Aus Sicht der meisten Religionen dieser Welt bist du also ein Ungläubiger. Außer aus Sicht der Religion, zu der du selbst gehörst. Wobei ‘die Gläubigen’ es sich häufig herausnehmen, die Anderen, die vermeintlich Ungläubigen zu verurteilen oder gar verfolgen zu dürfen oder zu müssen.

Wo bist du zuhause? Gehörst du einer Religion an? Wie gehen die Angehörigen deiner Religion mit Andersgläubigen um?

In unserem christlichen Abendland sind die üblichen Bezeichnungen: Christen und Nichtchristen, Getaufte und Heiden, Mitglieder und Nichtmitglieder, man kann ‘in der Kirche’ sein oder verbannt, geächtet, exkommuniziert …


Je nach ´Konfession` (Glaubensbekenntnis, siehe Glossar, ab S. 409) oder ´Denomination` (Benennung der Glaubensgemeinschaft, siehe Glossar) wechseln die Begriffe für die Menschen, die nicht zu ihnen, den vermeintlich Erwählten, gehören. Man betrachtet die Andersgläubigen herablassend, man sieht sie bestenfalls als Gläubige zweiter Klasse. Und je nach Konfession und Zeitgeschichte wirft man den Andersgläubigen Sektiererei, Irrlehre oder Ketzerei vor. Das ist dann oft mit der Anmaßung verbunden, diese anzufeinden, zu bekämpfen und ihnen die Hölle anzudrohen. Dabei wird die Wahl der gewählten Mittel weniger von ethischen oder christlichen Grundsätzen bestimmt; vielmehr findet der unfassbare Machtmissbrauch seine Grenzen meistens nicht in den Maßstäben der Bibel, sondern nur in den weltlichen, gesellschaftlichen und politischen Systemen. Die Kirchen und Gemeinden wüteten, brandschatzten und mordeten, wo man sie dieses tun ließ, so zeigt es ihre traurige Geschichte. Es gibt kaum eine Glaubensrichtung, die nicht irgendwann mit einer klammheimlichen Freude zugesehen hat, wenn die Verfolgung vermeintlich Andersgläubige traf. Das wird dann gerne als Bestätigung genommen, selbst auf dem richtigen Weg zu sein. Oder man greift gleich selbst zu den Waffen, um an Un- oder Andersgläubigen die vermeintlich gerechte Strafe Gottes zu vollstrecken. Das wird zu Recht kritisiert, das verurteilt auch die Bibel: JESUS predigt Feindesliebe, nicht Verfolgung. (Lukas 6:27ff)

JHWH hingegen liebt alle Menschen, davon kündet die Bibel und besonders das Neue Testament. Wir haben es so oft gehört, wir haben so oft Weihnachten und Ostern gefeiert, dass wir uns daran gewöhnt haben und es uns normal erscheint. Doch das, was JHWH für uns getan hat, dass ER seinen geliebten Sohn für uns am Kreuz sterben ließ, das ist kaum zu begreifen. Manche Menschen, die davon das erste Mal hören, erschreckt das so sehr, dass sie sich nur mühsam auf die Liebe JHWHs einlassen können. Auch wenn es schwer zu verstehen ist: JHWH hat es aus Liebe zu uns getan, weil es die einzige Möglichkeit ist, dass wir SEINE Kinder werden können.

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Wie wir im vorigen Kapitel gehört haben, kommt irgendwann im Leben der Zeitpunkt, wo wir verstehen, wie sehr uns Gott liebt, wo ER uns einen Einblick in SEINE Sicht der Dinge gewährt, wo du die Aufforderung JESU hörst, Matthäus 4:19, <JAG>:


»Komm, mir nach! Und ich werde dich zu einem Menschenfischer machen!« (in die Du-Form übertragen)

Das ist der Moment, wo wir eine Chance haben, eine Entscheidung für die Nachfolge oder gegen JESUS zu treffen. Mit dieser Entscheidung ist eine grundlegende Veränderung verbunden, das erklärt JESUS dem Nikodemus in Johannes 3, der Kernsatz daraus ist, ELB, Johannes 3:16, <JAK>:


»Denn so hat Gott die Welt (d. h. jeden einzelnen Menschen, AA) geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat!«

Und SCHL, Johannes 14:6, <JJK>:


JESUS spricht zu ihm (zu Thomas, dem Jünger): »Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!«

Die Bibel unterscheidet die Menschen also auch in zwei Gruppen: In die, die sich von JESUS haben einladen lassen, und in die, die sich traurig abwenden (siehe das Kapitel ‘Die Fischer am See und der reiche Jüngling’, Seite 52). Diese und andere Stellen des Neuen Testamentes machen unmissverständlich deutlich, dass nur die in das ´Reich Gottes` kommen und das ´Ewige Leben` haben, die sich zur Nachfolge JESU entscheiden und die an JESUS glauben. Da das aber nicht alle Menschen tun, gibt es aus Sicht der Bibel mindestens zwei Sorten Menschen: Die Glücklichen, die JESUS nachfolgen, an IHN glauben und das Ewige Leben im Reich Gottes haben – und diejenigen, die das ablehnen. Diese Letzteren bleiben zu Lebzeiten fern von JHWH und sie werden auch nach ihrem irdischen Tod nicht bei IHM sein. Oder wie es jemand so treffend gefragt hat: Warum wollt ihr euer Leben nach dem Tod im Reich Gottes verbringen, wenn ihr hier nichts mit JHWH zu tun haben wollt? Folgende Tabelle soll die Unterschiede verdeutlichen:


Wer? Was? traurig abgewendet ‘Ja’ zum IHM folgen
wer ist Herr? selbstbestimmt JESUS CHRISTUS
Reichtum gehört mir selbst gehört JESUS
Leben endliches Leben Ewiges Leben
Motto Was ist gut für mich? Was möchte JESUS?
Heiliger Geist kommt zu Besuch nimmt Wohnung

Es gibt viele weitere Unterschiede, mit denen wir uns im weiteren Verlauf beschäftigen. Der Punkt, an dem uns JESUS auffordert: »Folge mir nach!« ist eine Weggabelung, wer ‘Ja’ zu JESUS sagt, beginnt einen fortwährenden Veränderungsprozess, der einen immer weiter von dem entfernt, wo uns ein selbstbestimmtes Leben hingeführt hätte. Es ist eine Weggabelung, es gibt nur links oder rechts.

Was sind nun zuträgliche Benennungen für diese beiden Gruppen von Menschen? Die Begriffe aus der Kirchengeschichte führen zu Hass, Verfolgung, Leid und Krieg. Deshalb mag ich sie nicht gerne verwenden. JHWH begegnet allen Menschen mit einer unfassbaren Wertschätzung und Liebe. Auch denen, die IHN noch nicht gefunden und noch nicht angenommen haben. Wenn wir JHWHs Kinder sein wollen, sollte auch unsere Haltung anderen und uns selbst gegenüber wertschätzend sein; und unsere Haltung sollte sich darin ausdrücken, wie wir allen Menschen begegnen und wie wir sie benennen.

In Römer 1 zeigt uns Paulus auf, dass wir alle mit der Sehnsucht nach IHM, JHWH, geschaffen wurden und dass jeder erkennen kann, dass es einen Schöpfer gibt und dass dieser Gott einen Anspruch an uns hat, weil wir ohne IHN nicht leben würden. Wir werden also mit der Sehnsucht nach Gott in unserem Herzen geboren. Unser Leben ist von der Suche nach IHM, nach seiner Liebe und Nähe bestimmt.

Ich bezeichne deshalb Menschen, die noch nicht Kinder JHWHs geworden sind, gerne als ´Suchende`. Das hilft mir, ihnen mit Wertschätzung und auf Augenhöhe zu begegnen. So kann mich JHWH befähigen, ihnen ein guter Begleiter auf dem Weg zu IHM zu sein.

Wenn ein Suchender das Opfer JESU am Kreuz für sich persönlich in Anspruch nimmt, so schenkt JHWH ihm das Ewige Leben (Johannes 3:16). Sie und er werden davon errettet, ihr Leben fern von JHWH verbringen zu müssen, davon, kein Ewiges Leben zu haben°. Diese Menschen nenne ich ´Errettete`.


° Was ist mit denen, die dieses Geschenk nicht annehmen? Wartet auf sie ein Leben in ewiger Verdammnis? Zu dieser Frage schreibe ich im folgenden Kapitel: ‘Gibt es eine ewige Hölle?’

Das Geschenk der Errettung bedarf wie jedes Geschenk der Annahme. Wird es nicht angenommen, bleibt es bei dem Angebot; die Schenkung wird nur durch die Annahme Wirklichkeit. Dieses Geschenk ist eingebettet in JESU Aufforderung: »Folge mir nach!« Das Gesamtpaket ist ein faires Angebot, denn es führt uns in ein erfülltes Leben. Hier auf der Erde und mit einer wunderbaren Fortsetzung im ´Reich Gottes`. Dieses ´Ewige Leben` kann uns niemand wieder rauben! Außer wir selbst, s. folgende Anmerkung. Die Errettung kann uns nicht verloren gehen. So wie wir es nicht zurückdrehen können, als Mensch geboren zu sein, kann niemand es uns wegnehmen, als Kind JHWHs wiedergeboren zu sein (Johannes 10:27+28, <JVV>). Selbst ein ungehorsames Kind behält seine Eltern.


Ich spreche hier nicht gegen das, was in Hebräer 6:4–6 und 10:26–31 angesprochen wird und auch in einigen anderen Stellen des Neuen Testamentes anklingt: So, wie wir uns willentlich für eine Kindschaft zu Gott, JHWH, entscheiden können, so gibt es auch die Möglichkeit, sich aus dieser Kindschaft wieder loszusagen, durch Worte und Taten! Das zeigt, wie sehr JHWH unseren Willen, unsere Entscheidungen respektiert. Dieses ‘Lossagen von Gott’ ist aber nicht etwas, was einem aus einer Laune heraus passieren kann. Es kann schon gar nicht unbemerkt oder gar gegen den eigenen Willen geschehen. JESU Zusagen wie ‘… niemand wird sie aus meiner Hand reißen!’ sind verlässlich. So wie man das Geschenk des Ewigen Lebens nur aufgrund einer bewussten Abkehr vom bisherigen, selbstbestimmten Leben und der Hinwendung zu JESUS und dem Willen zur gehorsamen Nachfolge erhalten kann, so kann man erst recht dieses Ewige Leben nur durch eine noch entschiedenere Abkehr wieder von sich weisen. Wer Angst vor dem Verlust der Kindschaft Gottes hat, der kann diese bewusste Abkehr von Gott nicht vollzogen haben. JHWH ist barmherzig und geduldig, SEIN Sohn JESUS sucht nach den verlorenen Schafen.

JESUS, Paulus und andere fordern uns auf zu einem aktiven Leben in der Beziehung zu JHWH. Daraus ziehen nicht wenige den Schluss, dass ‘man aus Werken gerecht werden könne oder müsse’, also etwas Eigenes zu leisten habe, um in das Reich Gottes zu kommen; das ist ganz klar nicht in Einklang mit den hier zitierten und vielen weiteren Bibelstellen zu bringen. Ja, es gibt viele Stellen in der Bibel, die zur Mitarbeit auffordern und ‘einen Lohn im Himmel’ ausdrücklich oder unausgesprochen in Aussicht stellen. Nur finde ich an keiner dieser Stellen einen Hinweis darauf, dass man sich damit den Zugang zum Reich Gottes verdienen könnte. Wie wir uns etwas im Himmel verdienen können, das ist Thema der folgenden Kapitel. Hier nur so viel: Wir haben als Errettete hier auf der Erde die Möglichkeit, Schätze im Himmel zu sammeln, die von bleibendem Wert sind und nicht vom Rost zerfressen oder von Dieben geraubt werden können. Mit unserer Errettung selbst hat das aber nichts zu tun. Mag sein, dass auch die ´Suchenden` schon vor ihrer Errettung Schätze im Himmel sammeln können, die ihnen zugutekommen, wenn sie denn später – durch Annahme dieses wunderbaren Geschenkes vom Kreuz – errettet werden. Man kann ja Anspruch auf ein Erbe erlangen, doch tritt der eigene Tod ein, bevor man das Erbe antreten konnte, hat man außer der Vorfreude darauf gar nichts davon. – Es gibt aber auch keine Wiedergeburt ohne sichtbare Zeichen davon, dass JESUS die Herrschaft in unserem Leben übernommen hat. Nicht umsonst steht der Ruf in die Nachfolge vor der Taufe, auch davon später mehr. Eine Geburt ohne Lebenszeichen ist eine Totgeburt, dieses gilt auch und erst recht für die Wiedergeburt! (‘Totgeburt’: siehe Anmerkung Seite 101)

Kirchen und Gemeinden verkünden, dass eine Mitgliedschaft, die Taufe oder die bloße Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft die Eintrittskarte in das ´Reich Gottes` sei. Oder man nimmt billigend in Kauf, dass du es so verstehst. Angeblich kämst du auf wundersame Weise in den Himmel, wenn dir der Pfarrer nach der Geburt Wasser über den Kopf träufelt, ob du nun willst oder nicht. Angeblich seist du der Hölle entronnen, nur weil du die Kommunion empfangen habest, ob du willst oder nicht. Wo ist da der Unterschied zum Handeln eines Schamanen, eines Medizinmannes?

Eine Taufe, Kommunion, Mitgliedschaft oder Aufnahme in eine Glaubensgemeinschaft

•ohne Erkenntnis und Reue, dass deine Sünde dich von JHWH trennt,

•ohne Umkehr, d. h. ohne von nun an, mit JHWHs Hilfe, ein neues Leben in der gehorsamen Nachfolge JESU zu führen,

•ohne Opfer, also ohne stellvertretendes Blutvergießen JESU am Kreuz für dich und

•ohne Annahme dieses großartigen und unfassbaren Geschenkes JHWHs

hat mit der Bibel nichts zu tun! Damit ist es unmöglich, die Kindschaft zu JHWH durch eine Kindertaufe oder andere merkwürdige Handlungen zu erlangen. Man kann nicht in den Himmel hinein getauft werden. Einem Kleinkind fehlt naturgemäß das erforderliche Bewusstsein und die Entscheidungsfähigkeit, die die unabdingbare Voraussetzung zur Errettung sind. JESUS sagt dem Nikodemus in dem nächtlichen Gespräch alles, was man über die Errettung wissen sollte (Johannes 3). Nur wer an JESUS glaubt und von Neuem geboren wird, hat das ewige Leben …

Wie oben beschrieben, geschieht das durch diese Dinge: Erkenntnis und Reue, Umkehr, Opfer und Annahme. Nicht mehr und nicht weniger. Die Taufe mit Wasser gehört zur Errettung, ähnlich wie das Hochzeitskleid zur Trauung gehört. Beides sind äußere Symbole. Die Taufe ist äußeres Zeichen und Bekenntnis, dass das Geschenk der Errettung angenommen wurde, dass man JESUS gehorsam folgen will. Sie hat aber gerade keine mystische Wirkung. Das Tragen eines Hochzeitskleides allein stiftet keine Ehe. Und das Taufwasser bringt niemanden in den Himmel! Sakramente, Mitgliedschaft, Kindertaufe, Konfirmation, Kommunion usw. als Heilsmittel sind ein menschlicher Irrweg und haben gar nichts mit der Guten Nachricht vom Kreuz zu tun. Es hat katastrophale Folgen, wenn wir die reine und klare Botschaft vom Kreuz verändern oder ergänzen. Es ist eine krasse Lüge, wenn wir an die Errettung weitere Bedingungen knüpfen; wenn wir menschlichen Handlungen errettende Wirkungen zuschreiben. Leider geht es eben nicht um eine Spitzfindigkeit ohne große Bedeutung. Verkündet man, dass Mitgliedschaft zu einer Gemeinde oder Zugehörigkeit zu einer Kirche, dass Amtshandlungen von Priestern, Pfarrern oder Pastoren die Kindschaft zu JHWH begründen, so stellt man bereits ganz am Anfang die Weiche falsch. Genauso verwerflich ist, es auch nur billigend in Kauf zu nehmen, dass Menschen diesem Irrtum erliegen. Es ist ja gerade die zentrale Botschaft des Neuen Testamentes,


dass JESUS am Kreuz die Tür zu JHWH, zum Reich Gottes geöffnet hat, dass ER durch sein Opfer der Weg zu JHWH geworden ist. Der einzige Weg!

Du hast alle Sakramente deiner Kirche empfangen? Das macht dich nicht zu einem Kind Gottes. Dein Name steht auf einer Karteikarte eines Kirchenkatasters? Diese Karteikarte kannst du nicht mitnehmen, wenn du stirbst. Es kommt nicht darauf an, ob du Baptist, Katholik, Lutheraner, Methodist,… bist. Das Buch des Lebens wird nicht auf der Erde geführt (Offenbarung 20:11-15). Worauf kommt es an? Wir sehen es bei den Jüngern: JESUS spricht zu dir: »Folge mir nach!« Tust du es, folgst du IHM gehorsam, so gehörst du dazu!

Ihr hattet eine schöne Feier mit der ganzen Familie, die Braut trug ein weißes Kleid, der Bräutigam einen schwarzen Frack und jemand spielte den Hochzeitsmarsch, aber ihr wart nicht auf dem Standesamt? Dann seid ihr nach deutschem Recht immer noch unverheiratet. Die Hochzeitsfeier kommt nach der rechtsgültigen Eheschließung. Die Tauffeier kommt nach deinem ‘Ja’ zur Nachfolge.

Wir müssen uns mit der unbequemen Tatsache auseinandersetzen, dass in jeder Kirche, in jeder Gemeinde Leute sitzen, die genau dieses ‘Ja’ zur Nachfolge (noch) nicht gesprochen haben. Auch deshalb, weil viele Kirchen und Gemeinden lieber ungläubige Kirchensteuer- und Spendenzahler in ihren Reihen dulden, als eine klare Botschaft vom Kreuz zu verkünden. Mit der Kindertaufe haben die Kirchen die Türen für die Welt geöffnet. Es geht mir nicht darum, den neben mir in der Kirchenbank sitzenden Menschen zu verurteilen. Du und ich, wir können im konkreten Einzelfall oft nicht wissen, ob jemand dazu gehört oder nicht. Darüber zu urteilen, ist auch gar nicht unsere Aufgabe. Aber wir sollten ein klares Bewusstsein dafür entwickeln, dass es nur eine einzige Gemeinde JESU, die ´Ekklesia`, gibt. JESUS gibt sich nicht der Vielweiberei hin, ER hat nur eine Braut! SEINE Braut, die Ekklesia, ist weder katholisch noch evangelisch, weder baptistisch noch charismatisch, weder evangelikal noch fundamental. Die Gemeinde JESU ist durch SEIN Blut teuer erkauft! Und JESUS hat die Ekklesia gegründet, lange bevor Menschen christliche Kirchen erfunden haben. Zu dieser Gemeinde JESU gehören Menschen, die zu keiner Kirche und zu keiner Freikirche gehören. Ja sogar Menschen, die noch nie eine Kirche oder ein Gemeindehaus besucht haben. Und viele, die jeden Sonntag in den Gottesdienst gehen, gehören nicht dazu; weil sie (noch) gar nicht wiedergeboren sind; weil sie noch nicht vollzogen haben, was JESUS dem Nikodemus erklärt (Joh. 3).

Das Missverständnis der errettenden Wirkung von Mitgliedschaft und Amtshandlungen zieht falsche Schlussfolgerungen nach sich: Zum Beispiel, dass eine weitere Unterscheidung keinen Sinn macht. Es ist aber eine unzulässige Verkürzung der frohen Botschaft vom Kreuz, dass die Menschen aus biblischer Sicht in nur zwei Gruppen einzuteilen wären, in Ungläubige und Gläubige: Paulus sagt, es gäbe jene, die wie durch das Feuer hindurch gerettet würden (1. Korinther 3:10ff, <IKK>). Ja, es ist wunderschön, errettet zu sein, das Ewige Leben geschenkt zu bekommen. JHWH ist so unglaublich großzügig, das Geschenk der Errettung nur an die Bedingung der Annahme zu knüpfen. ER möchte uns aber viel mehr geben, ER möchte der Herr in unserem Leben sein, um uns Leben im Überfluss, ein Leben der Fülle zu schenken. ER hat so viel mehr für uns, als uns nur wie durch das Feuer hindurch zu erretten. Das erfordert aber, dass wir uns damit beschäftigen, was den Unterschied macht. Den Unterschied zwischen dem bloßen Errettet-sein und dem Siegespreis, den Paulus den eifrigen Läufern im Glauben in Aussicht stellt.

Aus Sicht von Kirchen, Gemeinden und ihren Würdenträgern ist das Ziel erreicht, wenn jemand Mitglied geworden ist, wenn sie oder er zur Kirche gehört. Spenden und Steuern werden eingenommen. Diese Schäfchen werden dann gerne mit einfachen Aufgaben wie Chorsingen, Messdienst, Kaffeekochen, Gartenarbeit usw. beschäftigt. Die verantwortungsvollen Aufgaben wie Predigt, Lehre, Leitung und Finanzen bleiben weitgehend in der Hand oder zumindest unter der Kontrolle der bezahlten Amtspersonen. Prophetie, Heilungsgabe und andere vom Heiligen Geist gewirkte Gaben führen ein Schattendasein. In diesem System haben mündige Kinder JHWHs kaum einen Platz, sie würden ja nur für Unruhe sorgen …

Paulus fordert uns heraus. Wir sollen uns mit dem bloßen Errettetsein nicht zufriedengeben, sondern einen guten Kampf kämpfen. Das erfordert mündige Kinder JHWHs, die in der Bibel lesen, mit ihrem Vater in den Himmeln sprechen und selbst in der Bibel prüfen, was Wahrheit ist. Diese mündigen Kinder JHWHs nutzen ihre vom Heiligen Geist gewirkten Gaben, sie dienen mit Prophetie, Heilung, Leitung und Lehre. Das macht sie kritisch gegenüber Amtspersonen. Mündige Kinder JHWHs ordnen sich dienend einander unter, und gerade das hinterfragt Macht und Autorität, Einfluss und vor allem unbiblische Mittlerrollen kirchlicher Würdenträger.


Kirchen suchen Mitglieder; nachrangig ist, ob dabei jemand zu JESUS findet. – JESUS hingegen sucht Jünger; nachrangig ist, ob dabei jemand Mitglied in einer Kirche wird.

Kritiklose Schäfchen nützen nur machthungrigen Würdenträgern. Passive Schäfchen kommen Satan nicht in die Quere. Wenn er, Satan, denn schon diese dummen Schäfchen verloren hat, dann wird es ihm ja wohl wenigstens gelingen, sie in den Schlaf der Untätigkeit zu wiegen. Wer außer Satan, kann ein Interesse daran haben, dass diese Schäfchen nicht ihren Auftrag in die Tat umsetzen, die frohe Botschaft vom Kreuz anderen zu erzählen? (Matthäus 28:19+20, <JJG>)

Die dritte Gruppe von Menschen nenne ich ´gehorsame Diener`, dazu später mehr …


Bist du errettet? Woher weißt du das?

Welche suchenden Menschen kennst du?

Wen willst du einladen, die Bibel zu lesen?

Welchen Suchenden kannst du besuchen?

Welche Erretteten aus anderen Kirchen kennst du?

Gibt es eine ewige Hölle?

Einerseits ist diese Frage nicht Thema dieses Buches, andererseits beschäftigt es jedoch viele Menschen, auch Christen. Seit fast 2000 Jahren wird die Angst vor einer ewigen Hölle geschürt und es wird behauptet, dass das so in der Bibel stehen würde. Über dieses Thema wurde so viel Falsches verbreitet, dass es schwierig ist, sachlich darüber zu reden. Ich will es dennoch versuchen.

Du beschäftigst dich lieber mit dem Ewigen Leben? Hallelujah, das geht mir genauso. Dennoch ist es gut für Gespräche mit Suchenden, auch hier einen klaren Bezug zur Bibel zu haben.

Das Thema des ´Neuen Testamentes`, des ´Evangeliums` ist die gute Nachricht, dass JHWH uns unvorstellbar liebt und dass es durch JESUS CHRISTUS möglich ist, sich mit JHWH zu versöhnen. Schon hier im irdischen Leben werden die Glaubenden in die Familie Gottes aufgenommen. Unser himmlischer Vater schenkt uns das ´Ewige Leben` in SEINEM Königreich, im ´Reich Gottes`. JESUS und die Schreiber des Neuen Testamentes sind von dieser guten Nachricht so begeistert, dass sie über die Alternative nicht viel Worte verlieren. Das macht es nicht leichter, der Wahrheit über die Hölle näherzukommen. Das zeigt aber auch, dass dieses Thema der Bibel und ihren Autoren viel weniger wichtig ist als die Verbreitung der Frohen Botschaft. Wir sollten deshalb nicht zu viel Zeit und Energie in diese Diskussion investieren.

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Die Kirchen wollten es schon früh nicht bei einer Einladung belassen. Durch die Verbindung mit staatlicher Macht wollte man vielmehr alle Menschen in die Kirche bringen, freiwillig oder auch unfreiwillig. Dazu passte dann besser das Druckmittel ewiger Höllenqualen als eine freundliche Einladung zur Nachfolge und Ewigem Leben. Mit Angst konnte man schon immer besser Geschäfte machen als mit sachlichen Informationen. Der Reichtum bestimmter Kirchen belegt das bis heute.

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Die Bibel beschreibt in ihrer Fülle, das man keine Chance hat, sich das Ewige Leben zu verdienen. Und die Chance, es als Geschenk anzunehmen, endet mit dem irdischen Tod. Was geschieht nun wirklich mit denen, die dieses Geschenk des Ewigen Lebens nicht annehmen? Wartet auf sie ein Leben in ewiger Verdammnis? Ein Urteil erwartet sie, keine Frage. Aber dauert die Vollstreckung der Strafe ewig? Für diese Annahme habe ich in der Bibel keinen belastbaren Hinweis gefunden. Die mir bekannten Schlüsselstellen dazu sind Matthäus 25:30-46 und Offenbarung 20:11-15. Demnach werden diejenigen, deren Name nicht im Buch des Lebens steht, in den Feuersee geworfen. Aber sind es deshalb ewige Qualen, ein nicht endendes Heulen und Zähneknirschen? Das Ewige Leben im Paradies nicht zu erlangen, bedeutet doch nicht automatisch, auf ewig im Fegefeuer zu schmoren oder auf ewig in der Hölle zu leiden. Es heißt erst einmal nur, dass man etwas, das Ewige Leben, nicht bekommt.

Wenn der Chef eine Prämie für gute Arbeit in Aussicht stellt, bekommen diejenigen, die Entsprechendes leisten, die versprochene Vergünstigung. Die anderen zahlen keine Strafe, sie bekommen keine Prämie, was sonst? Wer das Geschenk vom Kreuz nicht will, der lässt es einfach liegen. Er bekommt – nichts. Sein Leben endet mit dem Tod, bzw. mit dem Urteilsspruch im Jüngsten Gericht.

Die Bibel gebraucht hier das Bild vom Feuersee und bezeichnet es als zweiten und endgültigen Tod. Wer nur ein klein wenig über Feuer weiß, der weiß auch, dass Rauchgase schnell das Bewusstsein rauben und dass die Überlebensdauer in Flammen und hohen Temperaturen kurz ist. Das hat nichts mit einem ewigen Leiden, einem Leben in Höllenqualen ohne Ende zu tun. Auch 1900 Jahre Kirchengeschichte machen die Vorstellung einer ewig erlebten Verdammnis nicht wahrscheinlicher, das ist für mich eine Irrlehre. Genauso ist es aber auch ein Märchen, dass alle Menschen früher oder später ins Paradies kommen werden. Wofür braucht es dann JESUS, SEINEN Opfertod und das Buch des Lebens? Warum beschränkt dann JESUS die Errettung auf die, die an IHN glauben? ‘Alle Tränen werden abgewischt sein …’ ist ein Versprechen für diejenigen, die das Ewige Leben als Geschenk angenommen haben.

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Jeder bekommt das, wofür er sich entschieden hat: Die Erretteten das Ewige Leben – und viel mehr! – Die, die dieses Geschenk nicht wollten, bekommen nichts. Ihr Tod ist ein endgültiger Tod, sie werden das Wunder des Ewigen Lebens im Reich Gottes nicht erfahren. Jedem so, wie er glaubt. Was diejenigen erwartet, die nicht ewig leben, beschreibt JESUS in L1984, Matthäus 25:30, <JJK> so:


»Und den unnützen Knecht werft in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappern.«

Es gibt also nach dem Jüngsten Gericht eine Phase, in der die Verurteilten bitter bereuen werden, dass sie sich nicht für JESUS, für das Ewige Leben im Reich Gottes, entschieden haben. Wie viel Zeit ihnen für diese Reue bleibt, darüber steht hier nichts und ich habe auch an keiner anderen Stelle in der Bibel dazu etwas gefunden.


Die Hauptbedeutung des griechischen Wortes ‘κóλασιζ kolasis’ aus Matthäus 25:46 ist eine angemessene (oder zur Besserung führende) Bestrafung. In vielen deutschen Übersetzungen wird es aber leider mit ‘Pein’ wiedergegeben; Pein kann eine Folge von Bestrafung sein. Vergleicht man den Ausdruck ‘ewige Pein’ mit ‘ewiger Bestrafung’, so ergibt sich ein großer Unterschied, letzterer lässt eine Deutung im Sinne von: ‘ein in alle Zeiten nicht änderbares Todesurteil’ zu, ‘ewige Pein’ dagegen nicht. Da, wie in diesem Kapitel dargestellt, die Bibel eher von einem endgültigen Tod als von ewigen Qualen spricht, bevorzuge ich hier die Deutung im Sinne von einer Bestrafung oder einem Urteil.

Immer wenn JESUS vom Ewigen Leben spricht, dann ist es der Lohn für diejenigen, die IHM nachfolgen, die ER durch SEINEN Opfertod errettet hat. Nirgends steht, dass alle ewig leben werden und es (nur) darum ginge, wo man dieses Dasein fristen wird. Immer ist die Rede davon, dass die an JESUS Glaubenden vom Tode zum Ewigen Leben errettet werden (z. B. Römer 6:23). Die Verlorenen haben das Ewige Leben nicht, das bedeutet, sie leben nicht, sie werden also tot sein, auf immer, endgültig. Wo steht, dass es zwei Sorten eines anhaltenden Daseins gäbe, ein Ewiges Leben im Reich Gottes und ein ewiges Schmoren in der Hölle, fern von Gott? Ich zitiere aus der ‘Interlinearübersetzung’, Ernst Dietzfelbinger, Johannes 3:16, <JAK>:


»… damit jeder Glaubende an IHN nicht verloren geht, sondern hat Leben ewiges.«

Die Gegensätze sind also ‘verloren gehen’ und ‘Ewiges Leben’. Was bedeutet nun ‘verloren gehen’? Sind diese Menschen verloren an eine nicht endende Folter? Wenn wir davon sprechen, einen Menschen oder ein Tier verloren zu haben, dann meinen wir, dass dieses Wesen tot ist. Der Gegensatz ist also Leben – Tod. Der Gegensatz zum Ewigen Leben ist dann der endgültige Tod. Ich bevorzuge die einfache Deutung einer Bibelstelle, es sei denn, es gibt gute Gründe für eine darüber hinausgehende Interpretation. Ich kenne jedoch keine schlüssigen Gründe, die dafür sprechen, dass JESUS mit ‘verloren gehen’ etwas anderes als den endgültigen Tod gemeint haben könnte. Der Gegensatz zu ‘errettet zum Ewigen Leben’ ist ‘verloren an den endgültigen Tod’, was sonst?


Das Heulen und Zähneknirschen wird auch dann schrecklich genug sein, wenn es nicht ewig dauern wird.

Zu sehen, was man verpasst hat, und es nicht mehr ändern zu können, kann ja schon hier auf der Erde unerträglich sein.

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Als Beleg für ewige Qualen wird gerne die Geschichte vom reichen Mann und Lazarus herangezogen (Lukas 16:19-31), denn hier schreiben einige Übersetzer im Vers 23 von ‘anhaltenden Qualen’ oder ‘andauernden Qualen’. Das griechische Wort (ὑπάρχων huparchó) bedeutet aber ‘seiend in Qualen’. Die grammatische Form entspricht dem englischen ‘present progressive’, zu deutsch Verlaufsform, die auch in der griechischen, aber nicht in der deutschen Sprache üblich ist. Diese Verlaufsform bezeichnet einen gerade stattfindenden, aber alles andere als ewigen Vorgang. Sage ich im Englischen: »I’m running«, bedeutet das ja auch nicht, dass ich nie wieder aufhören werde zu laufen. Das griechische Wort für Ewiges Leben, siehe z. B. Johannes 3:16, ist ein völlig anderes: αἰώνιοζ aiónios.

Diese Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, den Zusammenhang von Bibelstellen zu betrachten. Mein Bibelzitatschlüssel zu der Lazarus-Geschichte ist: <JSD>, d. h. JESUS führt mit den Schriftgelehrten eine Debatte. Vor diesem Gleichnis hatte sich JESUS mit den Schriftgelehrten über die Frage des Ehebruchs unterhalten und hatte ihnen verdeutlicht, wie falsch und verlogen ihre Frömmigkeit ist und dass sie so nicht in das Reich Gottes eingehen werden. Das Thema ist hier nicht, wie lange man in der Hölle schmort, sondern dass die Heuchler – selbst durch Rückkehrer aus dem Totenreich – nicht zu bekehren wären. Es geht also um das Leben hier auf der Erde und unsere Chance, hier die wichtigste Entscheidung unseres Lebens zu treffen. Folglich prangert JESUS mit diesem Gleichnis die Heuchelei an.

Weiter ist zu beachten, dass JESUS hier das Wort Hades verwendet, und nicht wie sonst das Wort Gehenna, ER spricht also deutlich nicht vom Gegenteil des Ewigen Lebens. JESUS selbst lehrt SEINE Jünger an anderer Stelle, dass Lazarus zur (endgültigen) Ruhe gegangen ist, dass er schläft (Joh. 11:11-14). Daher rührt vermutlich unsere Redewendung, dass Tote ‘entschlafen’ sind. Eine Formulierung, die der biblischen Wahrheit des Zustandes zwischen irdischem Tod und ´Jüngstem Gericht` wohl am nächsten kommt. Wie kann da der reiche Mann mit Abraham sprechen? Und wieso ausgerechnet Abraham? Warum nicht Mose, ein Prophet, ein Engel oder Gott selbst? Die gesamte Ausgestaltung dieser Erzählung ist völlig absurd und weit weg von jeglicher biblischen Realität. Seine Zuhörer verstanden, dass JESUS hier eine fiktive Geschichte, eine Fabel erzählt, die nichts über das Leben nach dem Tod lehrt. Es geht um die Heuchelei, um die Unbelehrbarkeit der Schriftgelehrten, um nichts anderes.


Frage: Was ist mit denen, die zu Lebzeiten nichts von JESUS gehört haben? Wenn man das Jüngste Gericht nicht nur als einen Gerichtsprozess versteht, sondern als eine Zeit des Wählens und der Prüfung für genau diese Menschen, so erweist JHWH seine Gerechtigkeit allen Menschen gegenüber darin, dass sie dort ihre Gelegenheit haben werden, sich zu entscheiden (Offenbarung 20). Das werde ich hier nicht vertiefen, da wir ja zu denjenigen gehören, die Kenntnis von der Frohen Botschaft haben.

Lässt sich die Liebe Gottes mit ewigen Höllenqualen in Einklang bringen? Ich teile die Auffassung, dass sich das kaum vereinbaren lässt! Das passt einfach nicht zu unserem Gott der Liebe. JHWH kennt zwar Strafe und in gewissen Einschränkungen auch Vergeltung, aber ER kennt keine blinde Rache.


Bleiben wir dabei, von dem Besten zu reden, was wir haben: Von der Frohen Botschaft vom Kreuz, von JESUS CHRISTUS, von der Nachfolge und von der Errettung zum Ewigen Leben.

Das Gleichnis von den zehn Brautjungfern oder: Wer gehört dazu?

JESUS erzählt ein Gleichnis, NTR, Matthäus 25:1-13, <JJA>:


»Dann wird man das Königreich der Himmel so erklären: Zehn Brautjungfern nahmen ihre Fackeln und machten sich auf, dem Bräutigam entgegen, um ihn nach seiner Ankunft zur Hochzeit zu begleiten. Fünf von ihnen aber waren klug und umsichtig, die übrigen fünf waren dumm und nachlässig. Die dummen Mädchen nahmen zwar ihre Fackeln, aber Öl nahmen sie nicht mit. Die klugen hingegen nahmen Öl in ihren Gefäßen mit ihren Fackeln auf den Weg. Da aber der Bräutigam auf sich warten ließ, nickten sie alle ein und schliefen. Gegen Mitternacht aber hörte man plötzlich ein tumultartiges Freudengeschrei: Siehe, der Bräutigam, auf, ihm entgegen, der Zeitpunkt ist gekommen! Da standen alle jene Brautjungfern schnell auf und schmückten ihre Fackeln. Die dummen Mädchen aber sagten zu den klugen: Bitte gebt uns von eurem Öl, denn unsere Fackeln sind am Erlöschen! Die klugen aber erwiderten und sprachen: Gewiss nicht; denn dann wird es für uns und für euch nicht reichen! Geht aber stattdessen hin, zu denen, die Öl verkaufen, und besorgt euch selbst welches! Als sie aber weggingen, um zu kaufen, da kam der Bräutigam, und die Mädchen, die bereit waren, gingen mit IHM zur Hochzeitsfeier ein, und die Tür wurde hinter ihnen geschlossen.Später kamen aber auch die übrigen Brautjungfern und sagten: Herr, Herr, mach uns auf!

ER aber ließ ihnen ausrichten: Wahrlich, ich sage euch, ich weiß nicht, wer ihr seid. Darum wacht! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde, in welcher der Sohn des Menschen kommt.«

Vielen Menschen machen diese Warnungen Angst, viele trauen sich kaum, sich ernsthaft mit solchen Gleichnissen auseinanderzusetzen. Dabei ist es eigentlich die Absicht JESU, uns mit diesen Gleichnissen eine klare Wegweisung zu geben. Fragst du dich auch, wofür das Öl in diesem Gleichnis stellvertretend stehen könnte? Liebe? Heiliger Geist? Gehorsam? Treue? Oder ganz etwas anderes?

Hatten JESU Zuhörer – wie wir heute – Schwierigkeiten, das Gleichnis zu verstehen? Offensichtlich nicht! Denn sonst hätte JESUS ihnen geholfen, das wissen wir aus vielen anderen Beispielen aus dem Leben JESU. Wo es förderlich war, hat ER erklärt oder ein weiteres Gleichnis hinzugefügt. Es muss also eine einfache Deutung geben.

Viele von uns haben heute kaum mehr eigene Erfahrungen mit jüdischen Traditionen. Das ist auch Folge unserer christlichen Kirchengeschichte, in der die Juden über Jahrhunderte als Christusmörder beschuldigt wurden. Das erschwert uns den Zugang zu den Gleichnissen JESU, denn ER war, wie auch fast jeder seiner Zuhörer, Jude!


Die Feindschaft und Entfremdung zwischen Christen und Juden ist ein Thema, auf das ich, unter anderem, im dritten Teil dieses Buches ab Seite 265 ausführlicher eingehe.

Beschäftigen wir uns also mit den Traditionen, an die dieses Gleichnis anknüpft. Auf der Suche nach jüdischen Hochzeitsbräuchen habe ich zwei Schilderungen gefunden, die das Gleichnis für uns verständlicher machen, die erklären, warum die Brautjungfern vor dem Hochzeitssaal warten mussten.

Hier die erste Version: Der Bräutigam verbrachte den Tag vor der Hochzeit mit seinen Freunden. Erst nach Einbruch der Dunkelheit zog er mit seinen Gästen zum Hochzeitssaal. Auf diesem Weg trugen alle Begleiter Öllampen oder Fackeln, um den Weg zu erhellen. Denn damals waren die Nächte finster.

Und eine zweite Version als Zitat:

Es war damals üblich, dass der Bräutigam die Braut in ihrem Elternhaus abholte und vom Brautvater freikaufte. Erst nach Abschluss der Verhandlungen zog der Bräutigam mit seiner Braut in feierlichem Zug zum Hochzeitssaal, in dem er von den Jungfrauen erwartet wurde. Nun war es eine Tradition, dass der Brautvater mit dem Bräutigam ausführlich verhandelte und von seinen Wohltaten erzählte, die er seinen Töchtern angedeihen ließ, damit sie so liebenswert wurden, wie sie der Bräutigam nun vorfindet. Je ärmer ein Bräutigam nun war, umso schneller waren die Verhandlungen abgeschlossen: Wo nichts zu holen ist, braucht man auch nicht feilschen. Ein sehr vermögender Bräutigam, der zudem eine sehr liebreizende Braut heimführen wollte, konnte allerdings schon einmal die halbe Nacht durch die Verhandlungen mit dem Brautvater aufgehalten werden. (Karl-Leisner-Jugend, aus den Katechesen das Heft ‘Was Jesus uns verkündet hat’, Seite 9)

So oder so, die Brautjungfern vor dem Hochzeitssaal drückten ihre Wertschätzung gegenüber dem Bräutigam dadurch aus, dass sie gut vorbereitet auf ihn warteten und sich auch nach langer Wartezeit nicht die Blöße gaben, den Bräutigam im Dunkeln stehen zu lassen. Der Fehler der törichten Jungfrauen war also nicht die mangelnde Vorratshaltung ihres Lampenöls, sondern die zugrundeliegende Geringschätzung von Braut und Bräutigam.

So wird deutlich, warum sie ohne brennende Lampe nicht zur Feier eingelassen wurden. Wer will denn bei seiner Hochzeitsfeier Gäste haben, die einem nicht wohlgesonnen sind?

Wir sind heute eher an eine Deutung dieses Gleichnisses gewöhnt, die sich auf die Symbolik des Öls konzentriert. Man sagt also, das Öl stehe für eine gute Eigenschaft oder eine Gabe des ´Heiligen Geistes`. Die Schlussfolgerung ist dann, dass man sich bemühen müsse, diesen Mangel abzustellen. Man setzt das Öl ein für …

•mangelnde Liebe und sagt: Liebe mehr!

•mangelnden Dienst und sagt: Diene besser!

•mangelnden Gehorsam und sagt: Gehorche wieder!

•usw.

Die Botschaft ist dann also: Strenge dich mehr an! Was du tust, reicht nicht, um in das Reich Gottes zu kommen!

Wollte JESUS mit diesem Gleichnis wirklich auf unser Verhalten, auf mangelndes Bemühen, Einfluss nehmen?

Oder zielt das Gleichnis auf etwas viel Grundlegenderes?

JESUS hat uns Gleichnisse nicht erzählt, um uns zu verwirren, ganz im Gegenteil. Schon SEINE einleitenden Worte zeigen, dass es um etwas überaus Wichtiges, um etwas ganz Grundsätzliches geht:

Dann wird man das Königreich der Himmel so erklären: …

Das ist kaum die Einleitung zu einem Gleichnis, das sich mit dem einen oder anderen Detail unseres Wohl- oder Fehlverhaltens auseinandersetzt. Vielmehr geht es um Alles oder Nichts, um das Dabeisein oder das Ausgeschlossen-werden.


Es geht hier um das Ewige Leben bei JHWH – nach dem Wiederkommen JESU CHRISTI – im ´Reich Gottes`, genau das, was uns in Joh. 3:16 in Aussicht gestellt wird; siehe dazu die Erklärung im Glossar.

Wie konnte es geschehen, dass die Deutungen dieses Gleichnisses, die auf eine Verhaltensänderung zielen, so viel Raum gewinnen? Letztlich, auch wenn es nicht offensichtlich sein mag, geht es um die Frage: Wer entscheidet darüber, wer in das Reich Gottes eingeht?

Schauen wir zunächst auf das, was uns in Kirchen und Gemeinden gelehrt wird, und auf das, was man billigend in Kauf nimmt, wie wir es verstehen:

Bei den Themen Mitgliedschaft, Kirchenzugehörigkeit, Kindertaufe, Kommunion, Konfirmation, Letzte Ölung, Todsünden, Sakramente usw. geht es um menschliche Handlungen und Auffassungen, die angeblich darüber entscheiden, wer das Ewige Leben im Reich Gottes verbringen wird. Es sind Menschen, die diese Handlungen vollziehen und die diese ´Dogmen` aufstellen. Menschen maßen sich an, darüber zu urteilen, ob du errettet wirst oder nicht.

Worüber urteilen Menschen am liebsten? Über das, was andere Menschen tun. Eine Deutung dieses Gleichnisses, die auf unser Verhalten abzielt, kommt also denen gelegen, die über unser Schicksal entscheiden wollen. Diese Deutung nützt denen, die ihre Macht über uns dadurch ausüben, dass sie anhand einfacher und sichtbarer Kriterien über Gut und Böse, über Wohl und Wehe entscheiden wollen.

Gemeinden und Kirchen behaupten oder lassen uns glauben, dass ihre Würdenträger die Macht hätten, uns den Einlass in den Himmel zu gewähren oder zu verweigern. Die Zugehörigkeit zur Kirche, die Mitgliedschaft und die angeblich heiligen Handlungen seien entscheidend, ob du errettet wirst oder nicht. Hältst du dich nicht an ihre Regeln, so wirst du verbannt, exkommuniziert oder ausgeschlossen. Das sei natürlich mit der Folge verbunden, dass du nicht mehr in den Himmel kommst, sondern ewig in der Hölle schmorst.


Diese unbiblische Lehre, dass die Kirchen oder ihre Würdenträger den Schlüssel zum Himmel innehätten, geht Hand in Hand mit der falschen Deutung dieses Gleichnisses.

Was sagt nun die Bibel, wer über den Zugang zum ´Reich Gottes` entscheidet? Die Bibel sagt, dass es – bevollmächtigt durch SEINEN Vater JHWH – allein JESUS CHRISTUS ist, der beim ´Jüngsten Gericht` darüber entscheiden wird, wer in das ´Reich Gottes` einziehen wird. Der Bräutigam im Gleichnis, der die fünf törichten Mädchen nicht einlässt, steht stellvertretend für JESUS; SEINE Braut ist die ´Ekklesia` (Epheser 5:21ff u. a.).

Erarbeiten wir uns also, Schritt für Schritt, eine schlüssige Deutung dieses Gleichnisses:

Verirre dich nicht in Details ohne Bedeutung!

Das Öl in diesem Gleichnis hat keine eigene Bedeutung, es ist kein Symbol für eine Eigenschaft, die man haben sollte (Glaube, Gehorsam, Liebe, Heiliger Geist oder was auch immer). Worum es geht, ist die bewusste Entscheidung, dem Bräutigam und der Braut wohlgesonnen zu sein, und das auch äußerlich, für jeden sichtbar, zum Ausdruck zu bringen. Nicht ich, nicht du, sondern JESUS steht im Mittelpunkt! Das Bereithalten der Lampe steht für dieses Zeugnis vor der Welt: Ich huldige dem Bräutigam! Weiter steht der Ölvorrat für das Zeugnis: Ich warte auf den Bräutigam, auch wenn es länger dauert, als ich gedacht habe. Ich lasse es mich etwas kosten, bereit zu sein, denn JESUS ist es allemal wert. Lieber schleppe ich einen Kanister Öl mit mir herum, als auch nur einen Tropfen zu wenig zu haben. JESUS hat sein Blut für mich vergossen, da werde ich alles tun, um IHM und der Welt zu zeigen, wie sehr ich IHN ehre und liebe. Ich will bereit sein, wenn der Bräutigam kommt, nichts und niemand soll mich davon abhalten!

Entscheide dich jetzt!

Du weißt zwar nicht die Stunde, wann der Bräutigam eintrifft, aber du weißt, dass ER kommt. Also bereite dich jetzt vor, wo noch Zeit ist, denn wenn du SEIN Kommen bemerkst, ist es schon zu spät! Du wirst es nicht verschlafen können, denn SEIN Kommen wird von einem tumultartigen Lärm begleitet werden. Auch die fünf klugen Mädchen schliefen, das wurde ihnen aber nicht zum Verhängnis.

Es reicht nicht, jemanden zu kennen, der Öl hat!

Ja, man kann es als Geiz kritisieren, dass die klugen Jungfrauen kein Öl abgeben. Doch JESUS bezeichnet diejenigen, die zu wenig Öl hatten, als töricht. Und ER stellt uns die Jungfrauen mit Öl als Vorbild vor Augen. Aus der Sicht JESU gibt es an den Brautjungfern mit Öl nichts zu tadeln. Was bedeutet es dann, genug Öl zu haben? Alle zehn Brautjungfern wollten gerne an der Feier teilnehmen. Alle zehn mochten den Bräutigam und die Braut. Doch fünf Brautjungfern trifft es völlig unvorbereitet, als JESUS sagt: »Ich kenne euch nicht!« Diese krasse Aussage JESU ist der Schlüssel zu diesem Gleichnis:

»Ich weiß nicht, wer ihr seid!«

Es kann also nicht um etwas gehen, worin sich diejenigen unterscheiden, die Kinder JHWHs sind. Denn JESUS kennt alle SEINE Geschwister, sowohl die folgsamen wie auch die weniger folgsamen! Offensichtlich gibt es Menschen, die glauben, zu den ´Erretteten` zu gehören, und im entscheidenden Moment feststellen müssen, dass sie sich getäuscht haben oder getäuscht wurden. Es geht nicht darum, ob wir uns als Christen richtig oder falsch verhalten. Ob wir genug Heiligen Geist, genug Liebe oder genug Gehorsam haben. Wer kein oder zu wenig Öl hat, hat nicht einen Mangel an Öl, sondern er oder sie ist kein Licht und gehört nicht dazu. Es reicht einfach nicht, jemanden zu kennen, der zu JHWH gehört, oder einen ´Erretteten` zum Freund zu haben. Es reicht nicht, jeden Sonntag in den Gottesdienst zu gehen und ab und zu am Abendmahl teilzunehmen. Es reicht nicht, sich an christlicher Musik zu erfreuen und etwas in den Klingelbeutel zu werfen. Es hilft auch nicht, Kirchensteuern zu zahlen. Das alles macht einen nur zu einem Mitglied in einer Kirche.

Nicht die Theologen, nicht die Pastoren, nicht die Priester, nicht die Bischöfe, nicht die Ältesten, nicht die Schriftgelehrten und nicht einmal der heilige Petrus werden darüber richten, ob du zu den weisen Brautjungfern oder zu den törichten gehörst. Die Bibel sagt uns unmissverständlich, dass nur ein Einziger zum Richter über die Menschen beim Jüngsten Gericht berufen ist: JESUS selbst! JESUS hat uns ja unmissverständlich gesagt, wie man vom Tod errettet wird, wie man das Ewige Leben erhält. Wer sonst sollte zuverlässig darüber Auskunft geben als der Richter selbst? Was dieser Richter, was JESUS dazu sagt, wie man die Eintrittskarte in das ´Reich Gottes` bekommt, das lesen wir in ELB, Johannes 3:16, <JAK>:


»Denn so hat Gott die Welt (d. h. jeden einzelnen Menschen, AA) geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat!«

Dort steht nichts von Taufe, nichts von einer Mitgliedskarte, nichts von Sakramenten, nichts von Menschen, die einem die Erlösung zusprechen. Dort steht auch nichts von einem Petrus, der den Schlüssel zur Himmelstür in der Hand hielte. »Wer an mich glaubt!«, sagt dieser JESUS, unser Richter, »dem werde ich als Bräutigam Einlass zu meiner Hochzeitsfeier gewähren! Den anderen werde ich sagen lassen: ‘Ich weiß nicht, wer ihr seid!’«

Hast du das Ewige Leben?

Wenn wir das im ganzen Zusammenhang lesen, was JESUS dem Nikodemus sagt, dann wird deutlich, worum es geht: Wir müssen von Neuem geboren werden! Aber man kann nicht stellvertretend geboren werden. Es reicht nicht, jemanden zu kennen, der geboren wurde. Leben tut man nur, wenn man selbst geboren wurde. Ewig lebt man nur, wenn man selbst wiedergeboren wurde.

Wie wird man von Neuem geboren? Man versteht zuerst, dass man etwas nicht hat, nämlich die Kindschaft zu JHWH. Sein, JHWHs Geschöpf ist man von der Zeugung an. Man wird durch die natürliche Geburt zwar Kind seiner Eltern und Geschöpf JHWHs, aber eben nicht ein Kind JHWHs. Man wird auch dadurch nicht ein Kind JHWHs, dass einem in einer Kirche auf Wunsch der Eltern etwas Wasser auf den Kopf geplätschert wird. Das ist eine Lüge! Warum funktioniert das so nicht? Weil wir durch unser Verhalten, durch unsere Veranlagung, durch unseren Egoismus, durch unsere Selbstbestimmtheit von JHWH getrennt sind. Und zwar schon von vor unserer Geburt her. Das nennt die Bibel Sünde, das bedeutet: Wir sind von JHWH getrennt. Solange wir diesen Zustand der Trennung von JHWH leugnen oder nicht wahrhaben wollen, fehlt automatisch das Verständnis, warum JESUS für dich, für mich sterben musste. Erst wenn wir die tiefe Schlucht, den tiefen Abgrund erkennen, der uns von JHWH trennt, können wir fragen, wie wir auf die andere Seite, zu JHWH, gelangen können.

Die Bibel sagt uns unmissverständlich, dass wir nicht durch eigene Anstrengungen zu JHWH kommen können. Das ganze Alte Testament hat diese Unmöglichkeit zum Thema. Kein Opfer, keine guten Taten, keine Rituale, keine Sakramente, kein Befolgen von Geboten hat auch nur einen einzigen Menschen auf die andere Seite der Schlucht, zu JHWH gebracht. Weil es uns Menschen nicht möglich ist, hat JHWH selbst diesen Weg bereitet: ER hat SEINEN geliebten Sohn für uns geopfert, damit es einen Weg zu IHM gibt! Auch das reicht nicht. Nur weil das Kreuz als Brücke über dieser Schlucht liegt, ist der Weg noch nicht gegangen. Man kann bewundernd vor der Golden-Gate-Bridge stehen, ohne sie jemals zu benutzen. Man kann ein Foto von dieser herrlichen Brücke als Hintergrundbild auf dem Computer haben. Auf die andere Seite kommt man nur, wenn man den Weg über die Brücke auch geht. Genauso ist es mit JESUS. Ein Kruzifix an der Wand, ein Kreuz an der Kette um den Hals, das tägliche Lesen eines Bibelverses, das Bewundern der bunten Kirchenfenster, all das bringt dich nicht auf die andere Seite.

Glaubst du an JESUS?

Der Schlüssel in Johannes 3:16 ist das Wort ‘glauben’. Auch hier stellt uns die über Jahrhunderte fortschreitende Sinnentleerung biblischer Begriffe ein Bein. Was meint JESUS, wenn er sagt: »wer an mich glaubt«? Sicher nicht das, was wir meinen, wenn wir sagen: »Ich glaube, der Bus fährt in zehn Minuten.« Oder: »Ich glaube, zwei Pfund Knochen geben eine gute Suppe.« Das Wort ‘glauben’ hat im ursprünglichen Sinne wenig mit ‘etwas für möglich’ oder ‘etwas für wahr halten’ zu tun. Es kommt von dem Wort ‘geloben’ und bedeutete ursprünglich, jemandem eine Zusage zu geben, etwas zu versprechen. Dazu gehört das Vertrauen, das derjenige, dem man etwas verspricht, dieses Versprechen wert ist. Das Versprechen eines Ritters, seinem König bis in den Tod zu dienen, ist ein solches Gelöbnis. Das ist die Beziehung, die JESUS meint, wenn ER von ‘an MICH glauben’ spricht. Wir finden diese ursprüngliche Bedeutung heute noch in dem Wort ‘Verlobung’.

Aber kein solches Bekenntnis, kein Glaubensbekenntnis allein kann uns in das Reich Gottes bringen. Ist man verheiratet, wenn man beim Standesbeamten war? Ja und Nein. Dort gibt man das Versprechen, als Mann und Frau zusammenleben zu wollen. Wird dieses Versprechen nicht in die Tat umgesetzt, kann eine Ehe auch nach Jahren annulliert, für von Anfang an nicht gültig erklärt werden. Man nennt das: Die Ehe wurde nicht vollzogen. Oder siehe die sogenannte ‘Scheinehe’: Stellt sich im Nachhinein heraus, dass eine Ehe nur geschlossen wurde, um einen bestimmten Rechtsstatus, z. B. ein Aufenthaltsrecht, zu erlangen, ohne dass tatsächlich eine dauernde Lebensgemeinschaft eingegangen wurde, so ist diese Ehe nicht wirksam geschlossen worden. So ist es auch mit dem an ‘JESUS glauben’. Ein bloßes Bekenntnis, in der Liturgie eines Gottesdienstes dahin geplappert, ist nur ein Lippenbekenntnis. Das Anhören von Predigten, das Lauschen auf besinnliche Orgelmusik, das Trällern von Weihnachtsliedern hat nichts damit zu tun, was JESUS mit ‘an IHN glauben’ meint.

Worum geht es dann?

So wie ein Ritter in den Dienst seines Königs tritt, so müssen wir in den Dienst unseres Kýrios JESUS CHRISTUS treten – vom selbstbestimmten Menschen zum ´gehorsamen Diener` werden. Dieser Beziehungswechsel ist gemeint, wenn JESUS sagt: »Wer an mich glaubt«. So wie ein König seine Ritter mit allem versorgt, was sie für ihren königlichen Dienst brauchen, so versorgt uns dann JESUS mit allem, was wir brauchen, um IHM zu dienen. So wie ein König seine treuen Ritter mit Ehre, Vollmachten, Waffen, Land und anderen Gütern ausstattet, so stattet uns JESUS unter anderem mit dem Ewigen Leben aus, wenn wir SEINE ergebenen Ritter werden.

Da fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Dem Bräutigam nicht mit Licht und als Licht entgegenzugehen, das kann nur jemand tun, der nie diese ´Ewiges Leben` stiftende Beziehung zu IHM hatte. Dann verstehe ich mit einem Mal, warum JESUS sagt: »Ich kenne euch nicht!« Das ist kein grausames Verhalten, kein dunkles, unvorhersehbares Schicksal, keine Willkür. Es ist die einzig passende Antwort darauf, wenn man auf der Erde gemacht hat, was man selbst wollte. Wenn man dem, was JESUS wirklich von einem will, ein Leben lang den Rücken gekehrt hat, wenn man dem, was ER uns sagt, immer wieder die kalte Schulter gezeigt hat, dann ist das »Ich weiß nicht, wer ihr seid!« die einzig passende Antwort.


Warum willst du nach deinem irdischen Tod im Reich Gottes, bei JHWH und SEINEM Sohn JESUS sein, wenn du hier auf der Erde nichts mit IHNEN zu tun haben willst?

Das Reich Gottes beginnt hier auf der Erde. Wenn du hier auf der Erde keine Freude an den Ordnungen Gottes hast, warum sollten sie dir nach dem Tod besser gefallen?

Wenn JESUS an dir vor deinem irdischen Tod keine Freude hat, wieso solltest du IHM in seinem Reich besser gefallen? Würdest du jemanden auf deiner Hochzeitsfeier haben wollen, dem du bis dahin keinen Pfifferling wert warst?

Das Ewige Leben im Reich Gottes ist eine Fortsetzung der Herrschaft Gottes, die mit JESU Geburt schon lange begonnen hat, nur dann befreit von den Störungen Satans und den bösen Einflüssen der Dämonen. Es ist nicht in dem Sinne ein Paradies, dass dort Luxus ohne Nebenwirkungen herrscht. Es ist ein Paradies in dem Sinne, dass sich Gottes Ordnungen ohne Widerstand entfalten können. Damit ist es auch mit allem Egoismus vorbei. Wer hier nur an sich selbst denkt, für den wird das Reich Gottes kein Paradies sein können!

Nun verstehe ich auch, warum die weisen Brautjungfern nichts von ihrem ‘Öl’ abgeben wollen. Die Beziehung zu JESUS ist unteilbar, man will und man kann davon nichts abgeben. Sie kann anderen als Anreiz dienen, in Beziehung zu JESUS zu treten. Wer diesem Beispiel der Kinder JHWHs folgt, ist gesegnet und hat selbst genug ‘Öl’. Für den, der diesem Beispiel nicht folgt, für den wird es ein Zu-spät geben; dem können die klugen Brautjungfern nicht helfen, selbst wenn sie wollten.

Wer muss nun Angst haben?

Wenn du weißt, dass du für immer von JHWH getrennt warst, wenn du weißt, dass du ohne Hoffnung auf Rettung verloren warst, wenn du dich klar für JESUS entschieden hast, wenn du dein Leben an den Worten JESU ausrichtest, wenn du darauf vertraust, dass JESUS für dich persönlich gestorben ist und du das vor Menschen auch so bekennst, dann, und nur dann gehörst du zu den fünf klugen Brautjungfern, die am Hochzeitsmahl teilnehmen werden. Lass dich nicht vom Satan verunsichern. JESU Zusage gilt für dich, so steht es in ELB, Johannes 10:27+28, <JVV>:


»Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben!«

Wer einmal JHWHs Kind ist, der ist und bleibt es bis in alle Ewigkeit. Sage das bitte allen Menschen um dich herum, die es noch nicht verstanden haben!

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Du, der du dich in der Gemeinschaft von JHWHs Kindern wohlfühlst, du, der du gerne in den Gottesdienst gehst, du, der du gerne christliche Lieder singst, genau du, der aber sonst sein Leben lebt, als ob es keinen JESUS gibt, genau du bist gemeint! Du solltest dich von diesem Gleichnis der zehn Brautjungfern ansprechen lassen. Egal wer dir weisgemacht hat, dass dir der Himmel sicher sei, du solltest dich fürchten. Bedenke: Selbst keine Zweifel zu haben, ist keine Eintrittskarte in das Reich Gottes. JESUS erzählt uns diese Geschichte nicht umsonst. Diejenigen, für die die finale Hochzeitsfeier nur das krönende Abschluss-Event einer unaufhörlichen Folge von christlichen Unterhaltungsveranstaltungen ist, die werden sich fassungslos die Augen reiben, wenn sie aus dem Munde JESU hören müssen: »Ich weiß nicht, wer du bist!« Lass dich beunruhigen, bevor es zu spät ist.

Mir scheint, dass sich Hörer dieses Gleichnisses leicht zur falschen Gruppe rechnen: Die törichten Brautjungfern schlafen weiter und die klugen Brautjungfern, die Erretteten, lassen sich verunsichern.

Lassen sich die Erretteten verunsichern, so ist das gefährlich. Es hindert sie, einen fruchtbaren Dienst für unseren Kýrios JESUS zu tun. Schon Luther soll gesagt haben: »Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz!« Darf ich das mal so zitieren? JESUS erwartet von seinen Jüngern, dass sie ihren Weg zwar nicht leichtfertig, aber doch unbekümmert und freimütig gehen. SEINE Sicherheit und die sich in IHM gründende Stabilität sollen uns Strahl- und Überzeugungskraft geben. Sonst sind wir traurige Gestalten …

Andererseits wiegen sich viele in Sicherheit, denen es an jeder Voraussetzung dafür fehlt. Nein, es reicht nicht, wenn du nach dem Karneval zur Beichte gehst! Nein, es reicht nicht, wenn du zu Ostern und Weihnachten oder auch jeden Sonntag in die Kirche gehst! Nein, es reicht nicht, wenn du Kirchensteuern zahlst, ein paar Münzen in den Klingelbeutel legst oder dem Bettler vor dem Kaufhaus etwas in den Hut wirfst! Es reicht auch nicht, dass du als Kind getauft wurdest, konfirmiert bist, kirchlich geheiratet hast und mit drei Schaufeln Erde vom Priester begraben wurdest! Genau du gehörst zu den Törichten, die glauben, man könne sich die Eintrittskarte in das Reich Gottes kaufen oder verdienen. Du wirst von JESUS hören: »ICH kenne dich nicht!«

Wir trauen es JESUS kaum zu, aber in diesem Zusammenhang klingen die prophetischen Worte, die ER den verständigen Brautjungfern in den Mund legt, ziemlich ironisch:

Geht aber stattdessen hin, zu denen, die Öl verkaufen, und besorgt euch selbst welches!

Diese Situation in der Nacht, vor den Türen des Hochzeitssaales, hat ja (noch) nicht wirklich stattgefunden, JESUS erklärt hier beispielhaft durch ein Gleichnis, was – auch aus unserer Sicht – erst zukünftig geschehen wird. Lass dir das mal auf der Zunge zergehen – derselbe, der einen Augenblick später sagen lässt: »ICH weiß nicht, wer ihr seid!«, legt den schlauen Mädchen in den Mund: »Geht hin zu denen, die Öl verkaufen!« – wohl wissend, dass dieser Rat völlig sinnlos ist. Es ist eh schon zu spät, die Chance dabei zu sein, ist schon endgültig vertan. Nur deshalb kann dieser völlig sinnlose Rat erteilt werden. Wenn man versucht, diesen Rat ernst zu nehmen, wenn man meint, dass es etwas nützen könnte zu denen zu gehen, die Öl verkaufen, dann gerät man in unauflösliche Widersprüche. Es fällt nicht leicht, JESUS diese ironische, diese spöttische Aussage zuzutrauen. Springt man aber über diese Hürde, so verflüchtigen sich viele Schwierigkeiten, dieses Gleichnis zu deuten. Ich betone: Das Öl hat keine eigene Bedeutung, sondern es geht darum, in Bereitschaft auf den Bräutigam zu warten. Dazu muss man sich beizeiten entscheiden und rechtzeitig vorbereiten. Wie das geht, das berichtet uns JESUS ausführlich an anderen Stellen. Hier geht es in keiner Weise darum, wie man sich vorbereitet, sondern einzig und allein darum, dass es ein Zu-spät gibt. Aus dem Kaufen des Öls eine Lehre ziehen zu wollen, das ist einfach nur Unfug.

Die Zuhörer JESU wussten noch nichts von unseren Kirchenstrukturen, aber JESUS wusste schon, was Jahrhunderte später geschehen wird. In diesem Wissen lässt JESUS die dummen Mädchen durch die weisen Brautjungfern zu den Ölverkäufern schicken. Wer sind diese Ölverkäufer? Das sind die Heilsverkäufer und die Irrlehrer, das sind diejenigen, die Sakramente als Schlüssel zum Himmel verkaufen. Wie anders als mit bitterer Ironie soll JESUS diesem Unfug begegnen? Wer erzählt denn den Menschen, wie man sich auf JESUS, auf sein Wiederkommen vorbereitet? Wer verbreitet diesen Unfug von Sakramenten, Mitgliedschaft und steuerbegünstigten Spenden? Und wer lässt sich dafür von den verwirrten und verirrten Schäfchen teuer bezahlen? JESUS weiß ja schon, dass dieser Rat, jetzt Öl zu kaufen, völlig nutzlos ist, denn ER selbst lässt den dummen Mädchen einen Moment später ausrichten:

»Wahrlich, ich sage euch: Ich weiß nicht, wer ihr seid!«

ER hat es nicht einmal nötig, es dir selbst zu sagen, JESUS lässt es dir nur ausrichten. Du hattest lange genug Zeit, auf JESUS selbst zu hören. Ich fasse das zusammen: Solange du denen vertraust, die dir die Eintrittskarte in den Himmel verkaufen wollen, so lang bist du einfach nur hoffnungslos einfältig. JESUS wird sich von dir nicht bei seiner Hochzeitsfeier stören lassen. Lange genug hattest du Zeit, dich mit dem zu beschäftigen, was die Bibel über JESUS und seine Lehre berichtet. Der Moment, wo es zu spät ist, kommt völlig überraschend. Du entscheidest, wem du dein Leben anvertraust: Irgendwelchen selbst ernannten Priestern in komischen Gewändern – oder JESUS, der von sich sagt, SCHL, Johannes 14:6, <JJK>:


»Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!«


Bist du dir des Ewigen Lebens sicher?

Woher weißt du, dass du beim Hochzeitsmahl dabei bist?

Um wen machst du dir Sorgen, dass er nicht dabei sein könnte?

Du hast Angst? Lies Johannes 3 und bete mit jemandem!

Wem erzählst du, was du hier verstanden hast?

Salomos Traum – Gehorsame Diener

Wieso lebst du eigentlich weiter auf dieser Erde, nachdem du durch JESUS das Ewige Leben (siehe Johannes 3:16) erhalten hast?

Das mag auf den ersten Blick eine müßige Frage sein. Doch wenn ich das einen Christen frage, ist das Ergebnis meistens ein ahnungsloses Schulterzucken. In vielen Gesprächen ist mir deutlich geworden, dass es viel zu viele Christen gibt, deren Leben reicher wäre, wenn sie auf diese Frage eine Antwort hätten.

Die Errettung vom endgültigen Tod, das Ewige Leben ist genau das, warum wir letztlich Christ geworden sind. Es ist das, wofür JESUS CHRISTUS ans Kreuz gegangen ist, wofür ER sich geopfert hat. Besonders bei mancher Trauerfeier fällt mir auf, wie wenig uns bewusst ist, dass etwas Wunderbares auf uns wartet. Auch ich genieße die paradiesischen Zustände, in denen wir hier leben dürfen. Seit 70 Jahren Frieden, soziale Sicherheit, für die meisten ein gewisser Wohlstand, Fernsehen, Internet, Segelboot, Essen und Trinken, Familie und, und, und. Wir haben uns ganz gut eingerichtet. Vielleicht entgleitet uns deshalb die Sehnsucht nach dem Leben bei JHWH, wo alles tausendmal schöner sein wird. Weltweit ist es nicht selbstverständlich, genug Reis oder Mais und Wasser zu haben. Auch wenn die Vermögensverteilung in Europa und insbesondere in Deutschland ungerecht ist, wir Europäer gehören zu den Reichen der Welt, und das gilt selbst für die Ärmsten unter uns. Wie sonst könnte uns die Frage so aus dem Blick geraten, warum wir überhaupt noch hier sein müssen? Für uns alle gilt, was JESUS dem reichen Jüngling sagt: »Leichter geht ein Kamel durchs Nadelöhr als ein Reicher in das Reich Gottes!« Wir müssen uns angesprochen fühlen.

Als ich das erste Mal verstanden habe, dass etwas Wunderbares im Reich Gottes auf mich wartet, da hat mich im nächsten Moment die Frage überwältigt: »Und warum nicht jetzt sofort?« Hier auf der Erde sind wir unnütze Knechte. Unser Handeln und Tun ist von Unvollkommenheit, Scheitern und mancher Sinnlosigkeit begleitet. Die Reichtümer, die wir sammeln, gehen kaputt, veralten, werden geklaut oder langweilen uns nach kurzer Zeit. Von paradiesischem Essen werden wir fett und krank. Haben wir kein Geld, rackern wir uns ab, um welches zu bekommen. Haben wir welches, zermartern wir unser Hirn, wie wir den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen und was wir tun können, damit es morgen auch noch da ist. Überall lauern die Nepper, Schlepper und Bauernfänger, um uns möglichst viel davon wieder abzunehmen. Na gut, heute sind es die Enkeltrick- und Internet-Betrüger, das Phishing und die Kreditkartenhaie. Motten, Rost und Diebe bedrohten zu JESU Zeiten den Wohlstand, heute sind es Bankenkrisen, Inflation und Internet-Kriminalität.

Wieso lässt uns JHWH jahrzehntelang in dieser bedrohlichen Situation? Wieso müssen wir ertragen, dass nicht nur unser Reichtum bedroht ist, sondern auch unser Körper, unsere Gesundheit und unsere Familie? Selbst unsere Gesellschaft siecht dahin und zerfällt langsam, aber sicher. Nicht nur das, auch unsere Seele ist bedroht! Die Botschaft an die sieben Gemeinden aus der Offenbarung macht deutlich, dass eigentlich niemand die Chance hat, mit weißer Weste, mit reiner Seele in das ´Reich Gottes` zu kommen. JESUS bringt es in L2017, Markus 13:20, <JJP> auf den Punkt:


»Und wenn der Herr diese Tage nicht verkürzt hätte, würde kein Mensch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat, hat er diese Tage verkürzt.«

JESUS und SEIN Vater, JHWH, wissen um unsere Bedrängnis und unsere Gefahr, sonst würden diese Tage der Not nicht verkürzt werden. Da drängt sich die Frage auf: Warum werden diese Tage nicht auf Null verkürzt? Warum dürfen wir nicht, direkt nach unserer Errettung – wie Elia – auf einem feurigen Wagen in den Himmel gebeamt werden? Wenn JESUS um unser Schicksal weiß, wenn wir unser Ziel erreicht haben und das Ewige Leben uns schon sicher ist, worauf warten wir dann hier noch? Wenn es Gott schon nicht tut, warum sollte ich mich dann nicht selbst mit einem vergifteten Strick erschießen, um ein bisschen früher in den Himmel zu kommen? Ich finde diese Frage überhaupt nicht müßig, denn hier geht es, denkt man ein bisschen weiter, ganz schnell um die Glaubwürdigkeit JHWHs: Ist SEINE Liebe für mich wirklich so unaussprechlich groß, wenn ER mich in dieser Bedrängnis so lange schmoren lässt?

Nach diesen ketzerischen Fragen: Wenn JHWH etwas tut, so hat das einen Grund. Das ist das, was ich immer wieder erfahren habe. Nur weil ich diesen Grund nicht kenne, heißt es nicht, dass es ihn, den Grund, nicht gibt. Also: Was machen wir hier zwischen Errettung und irdischem Tod? Warum müssen wir – obwohl JESUS uns das Ewige Leben schon erkauft hat – auf den Eintritt in das Paradies in der Regel noch etliche Jahrzehnte warten?

Wir haben einen Auftrag! Lesen wir NTR, Matthäus 28:19+20, <JJG>:


»Darum geht hin und macht alle Nationen zu Jüngern; tauft sie in den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, all das zu bewahren und zu beachten, was ich euch angeordnet habe. Und siehe, ich bin mit euch, bis zur Vollendung des Zeitalters! Amen«

ER liebt ja nicht nur jeden Erretteten, sondern erst recht auch jeden (noch) Verlorenen, jeden noch ´Suchenden`. Denn dafür hat ER, JHWH, SEINEN geliebten Sohn JESUS CHRISTUS nicht nur für dich und mich, sondern für jedes seiner Geschöpfe hingegeben. Ob es uns nun passt oder nicht, JHWH hat es so bestimmt, dass vor allem die ´Erretteten` die Aufgabe haben, den ´Suchenden` durch ihr Zeugnis ein Leuchtturm in der Finsternis zu sein. Es ist eigentlich keine Last, sondern Erfüllung. Es gibt nichts Schöneres, als dabei sein zu dürfen, wenn ein Suchender den Weg vom endgültigen Tod zum Ewigen Leben findet. Wir dürfen dieses Fest mit den Engeln im Himmel feiern, wenn jemand diesen Schritt über den Abgrund geht, der uns von unserem Vater in den Himmeln trennt. Dieses Zeugnis für die Verlorenen ist gerade nicht die besondere Aufgabe der Missionare, Priester, Pfarrer, Pastoren, Theologen und Evangelisten! Vielmehr:


Dieser Auftrag gilt allen Erretteten, allen, die verloren waren und nun schon errettet sind, aber noch auf dieser Erde leben!

Allein dieser Missionsbefehl macht deutlich, dass JESUS eine Unterscheidung in kirchliche Würdenträger und tatenlose ‘Schäfchen’ völlig fremd ist. ER befiehlt allen seinen Jüngern – und das waren weit mehr als die zwölf – alle Nationen zu Jüngern zu machen. Jünger machen Jünger, und nicht: Theologen sammeln Schafe. Du, genau du bist gemeint! Es ist dein Auftrag, Suchende in den Dienst zu JESUS zu führen, damit sie SEINE Jünger werden, die wiederum andere in den Dienst JESU führen. Dienende Unterordnung und Gemeinschaft auf Augenhöhe sind Kennzeichen dieses himmlischen Schneeballsystems. Es hat eine Weile gedauert, bis ich anfing zu verstehen …

E2016, 1. Korinther 9:24ff, <IKG>:


Wisst ihr nicht, dass die Läufer im Stadion zwar alle laufen, aber dass nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, dass ihr ihn gewinnt! Jeder Wettkämpfer lebt aber völlig enthaltsam; jene tun dies, um einen vergänglichen, wir aber, um einen unvergänglichen Siegeskranz zu gewinnen. Darum laufe ich wie einer, der nicht ziellos läuft, und kämpfe mit der Faust wie einer, der nicht in die Luft schlägt; vielmehr züchtige und unterwerfe ich meinen Leib, damit ich nicht anderen verkünde und selbst verworfen werde.

Wir übersehen leicht, wen Paulus hier anspricht. Die Zielgruppe sind die Erretteten, nicht alle Menschen. Und der Siegespreis ist nicht das Ewige Leben, denn das haben die Erretteten ja schon. Der Siegespreis wird hier nicht näher benannt, aus dem Zusammenhang wird aber deutlich, dass der Wert unermesslich ist, viel kostbarer als alles, wofür sich der eine oder andere hier auf der Erde abrackert. Paulus würde uns hier belügen, wenn es sich in Wahrheit gar nicht lohnen würde, um den Siegespreis zu kämpfen. Es erwartet uns sicher nicht die große Gleichmacherei im ´Reich Gottes`. Es gibt sehr wohl etwas zu verdienen für das Ewige Leben. Nur gerade nicht den Zugang selbst, der wird allen Erretteten durch das Blut JESU erkauft, siehe Johannes 3:16 und viele andere Stellen in der Heiligen Schrift.

Viele Fehlinterpretationen der Bibel sind dadurch entstanden, dass nicht darauf geachtet wurde, welche Zielgruppe gemeint war. Es ist nicht ohne Belang, ob alle Menschen, die Juden, die Heiden, die Erretteten, die Pharisäer, die Lehrer usw. angesprochen werden. Viele, wenn nicht die allermeisten Aussagen der Bibel können nur richtig verstanden werden, wenn Zielgruppe und Situation der Aussage in das Verstehen-wollen einbezogen werden. Erinnerst du dich an das, was ich dazu in dem Kapitel ‘Prüfet alles’ geschrieben habe?

Johannes 3:16 richtet sich an alle Menschen. Das Ewige Leben und der Eingang in das Reich Gottes wird allen geschenkt, die an JESUS glauben, d. h. darauf vertrauen, dass die unüberwindliche Kluft ihrer Schuld durch JESU Tod am Kreuz auf wundervolle und nicht verstehbare Weise überwunden wurde und nun JESUS für sie zu dem einen, einzigen Weg zu JHWH geworden ist. Außerdem gehört zu dem ‘an JESUS glauben’, das zu tun, was ER uns sagt.

Matthäus 28:19+20 und 1. Korinther 9:24ff richten sich jedoch (nur) an die Erretteten, also an die, die das Ewige Leben schon haben. Ich möchte das mit der folgenden kleinen Tabelle verdeutlichen:



Stell dir vor, du stehst vor einem Automaten. Darin befinden sich verschiedene Waren: Süßigkeiten, Obst, Getränke usw. Bei jeder Ware steht eine Nummer und ein Preis. Willst du z. B. einen Apfel, so musst du auf der Tastatur die Nummer eingeben und die passenden Münzen einwerfen. Dann bekommst du den Apfel. Gibst du eine falsche Nummer ein, bekommst du nicht den Apfel. Wirfst du nicht den passenden Betrag ein, wird dein Geld wieder ausgeworfen. Es hilft nicht, voller Wut mit dem Fuß gegen den Automaten zu treten …

Mit der Bibel ist es nicht anders: Das Ewige Leben erhältst du nicht durch eigene Leistung, wie sehr du dich auch abrackerst. Die Schätze im Himmel bekommen nur Errettete, aber nicht geschenkt, sondern als Lohn für gehorsamen, liebevollen Dienst. Das gefällt dir nicht? Du magst voller Wut darüber sein, aber das ändert nichts daran, dass es so ist, wie JESUS und auch Paulus es uns gesagt haben.

Wie dieser gehorsame Dienst, unser Einsatz für die Schätze im Himmel, aussieht, darüber schreibe ich in den folgenden Kapiteln. Zunächst wollen wir einmal schauen, ob sich unser Einsatz überhaupt lohnt. Was also gibt es für Schätze im Himmel zu verdienen?

Wer sich nur das Märchen ausgedacht hat, dass es im Reich Gottes eine sozialistische Gleichheit gäbe? Warum sollten im Reich Gottesc alle gleich sein? Was wäre das für ein langweiliger Haufen?! Dafür soll JESUS sein Blut vergossen haben? Wenn schon JHWHs gefallene Schöpfung, unsere vergängliche Erde, vor Vielfalt strotzt, dann wird das Reich Gottes kaum ein Reich gleichgeschalteter Wesen sein, die alle mit einer Spielzeugharfe in der Hand auf einer Wolke sitzend Hallelujah singen!

Hier zwei Unwahrheiten, die zu vielen Missverständnissen führen:

1. Lüge: Wer einmal errettet war, kann das Ewige Leben wieder verlieren, wenn er sich nicht anstrengt, ein ordentlicher Christ zu sein.

2. Lüge: Es ist völlig egal, wie du als Christ lebst, im Reich Gottes sind sowieso alle gleich.

NTR, 1. Korinther 3:10ff, <IKK>, (ergänzt zum besseren Verständnis):


Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich wie ein kluger Architekt ein Fundament gelegt; ein anderer aber baut darauf auf; ein jeglicher aber sehe zu, wie er darauf aufbaut. Denn ein anderes Fundament kann niemand legen, neben dem, das schon gelegt ist: JESUS CHRISTUS. Wenn aber jemand auf dieses Fundament Gold, Silber, kostbare Steine, (oder aber) Holz, Heu, Stroh aufbaut – eines jeglichen Werk wird offenbar werden, denn der Tag (des Jüngsten Gerichtes) wird es offenkundig machen, weil er (dieser Tag) sich in Feuer manifestiert. Und von welcher Art das Werk eines jeglichen ist, wird das Feuer prüfen. Wenn jemandes Werk bleibt, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen; wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er es verlieren – er selbst aber wird bewahrt bleiben, allerdings wie durchs Feuer hindurch. Wisst ihr nicht, dass ihr ein Tempel Gottes seid und der Geist Gottes in euch wohnt?

Es ist nicht ohne Bedeutung, was wir nach der Errettung tun. Wir können ‘wie durchs Feuer hindurch’ gerettet werden und nichts von bleibendem Wert geschaffen haben.

Denken wir an unser zuvor gelesenes Gleichnis von den zehn Brautjungfern. Es ist für mich ein gutes Beispiel, dass man Aussagen aus der Bibel immer im größeren Zusammenhang betrachten sollte. Versucht man dem Öl eine symbolische Bedeutung zuzuschreiben, scheint dieses Gleichnis die irrige Auffassung zu bestätigen, dass man sich den Zugang zum Reich Gottes erkaufen oder verdienen könne. Diese Auffassung führt aber zu unlösbaren Widersprüchen mit anderen Bibelstellen, z. B. ELB, Johannes 10:27+28, <JVV>:


Jesus spricht: »Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben!«

Welch eine wunderbare Verheißung: Niemand kann uns aus der Hand JESU rauben! JESUS hat den Satan besiegt, Satan hat nicht mehr die Macht, JHWHs Familie zu zerreißen. Genauso wenig, wie wir uns das Paradies verdienen können, genauso wenig kann es uns weggenommen werden.


Nur wir selbst können uns wieder aus JHWHs Familie lossagen, z. B. durch eine bewusste Entscheidung gegen JESUS, oder durch fortgesetztes bewusstes Fehlverhalten, s. Anmerkung zu Hebräer 6:4-6 und 10:26-31 auf Seite 61.

Was meint nun Paulus, wenn er uns auffordert, um den Siegeskranz, um Schätze im Himmel zu kämpfen? Lesen wir

NTR, Markus 10:35ff, <JJK>:


Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu IHM (JESUS, AA) und sagten: »Wir wollen, dass du uns folgende Bitte erfüllst.« ER aber sprach zu ihnen: »Was soll ich für euch tun, was wollt ihr?« Sie aber sprachen zu IHM: »Gewähre uns, dass wir in deiner Herrlichkeit die Ehrenplätze einnehmen, einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken!« JESUS aber sprach zu ihnen: »Ihr wisst nicht, was ihr fordert! – könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, und seid ihr bereit für die Taufe, mit der ich getauft werde?« Sie aber sprachen zu IHM: »Ja, das können wir!« JESUS aber sprach zu ihnen: »Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe erfahren, mit der ich getauft werde; aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken – darüber kann ich nicht entscheiden, sondern diese Plätze sind bereits (von meinem Vater, AA) bestimmt.«

JESUS sagt hier nicht: »Ihr törichten Leute, wisst ihr nicht, dass ihr im Reich Gottes alle gleich seid?« Sondern ER sagt, dass SEIN Vater, JHWH, schon heute weiß, wer einmal diese besonderen Plätze einnehmen wird. Überraschung: Es gibt diese Ehrenplätze also! Im Folgenden beschreibt JESUS, wie Größe im ´Reich Gottes` erreicht wird: durch freiwillige Unterordnung unter andere, durch ´Demuth`, durch gehorsamen Dienst. (Warum schreibe ich das Wort Demuth mit ‘h’ am Ende? Die Erklärung findest du im Glossar, ab Seite 409!) JESUS bestätigt damit ausdrücklich, dass man hier auf der Erde etwas dafür tun kann, im Reich Gottes eine verantwortungsvolle und angesehene Stellung zu erreichen. Also kein belangloses Einerlei im Reich Gottes. Es werden nicht alle gelangweilt und mit einer Harfe in der Hand auf der Wolke sitzen und jubilieren! Ich bin überzeugt, dass auf uns in JESU Herrlichkeit spannende Herausforderungen, viele erfüllende Tätigkeiten und Aufgaben warten! Auch wenn es sich unserer Vorstellungskraft entzieht, wie es wirklich sein wird. Und so wie die Bibel Bilder verwendet, kann auch ich nur versuchen, Parallelen aus unserer Welt zu bemühen. Das Reich Gottes wird sicher eher einem Hofstaat gleichen, wo es hohe Beamte, Minister, Statthalter usw., aber eben auch Fußvolk geben wird. JESUS bestätigt die Existenz herausragender Stellungen in dem Reich SEINES Vaters, siehe das Bibelzitat oben! ER beschreibt, wie man sich dafür qualifiziert. Paulus berichtet uns von Schätzen im Himmel, von einem Siegeskranz, und fordert uns auf, dafür mit allem Einsatz zu kämpfen! Wenn wir in dem Bild eines himmlischen Hofstaates bleiben, dann werden wohl kaum die wie durchs Feuer hindurch Geretteten die Kandidaten für verantwortungsvolle und interessante Posten sein.

Hier leuchtet ein göttlicher Maßstab in unsere Welt: Nicht die Mächtigen, nicht die Schönen und Reichen, nicht die Würdenträger in Goldbrokat, nicht die sich nach vorne Drängenden, nicht die Erfolgreichen werden zur Rechten und Linken JESU sitzen, sondern die Demüthigen und Dienenden. Das ist ja mal eine echte Ansage: Hier hat jeder die gleiche Chance, denn dienen kann jeder, wiewohl es den in der Sonne Lebenden meistens schwerer fällt. Wie so oft sind die Maßstäbe JHWHs überraschend anders als unsere weltlichen Regeln. An anderer Stelle sagt JESUS, dass die Ersten die Letzten sein werden und umgekehrt. Wenn das so ist, wieso drängeln sich dann immer alle vorne? Glauben wir das nicht? Oder ist es uns wirklich lieber, für den flüchtigen Augenblick unseres irdischen Lebens vorne mitzumischen, um dann in Ewigkeit hinten hinterherzulaufen?

Es wird nicht nur für die Verlorenen ein Zu-spät geben. JHWH schenkt den Erretteten die Zeit zwischen JESU ‘Folge mir nach!’ und dem irdischen Tod für Dinge, die danach nicht mehr erlangt werden können. Es gibt Schätze im Himmel, die nur hier auf der Erde verdient werden können. Das hilft denen nicht, die verloren gehen. Aber es wird Errettete geben, die werden erkennen müssen: Ich habe die Chancen, die JESUS mir gegeben hat, nicht zur gegebenen Zeit genutzt! Die Zeit zwischen Errettung und irdischem Tod ist eine geschenkte Zeit, eine Zeit der unvorstellbaren Möglichkeiten. Es ist kein ‘Vorenthalten des Paradieses’, wenn wir nicht direkt nach der Errettung in das Reich Gottes eingehen. Das Reich Gottes beginnt hier, da wo wir uns freiwillig unter die Herrschaft Gottes stellen und die Zeit sinnvoll nutzen (L1912, Epheser 5:16: … kaufet die Zeit aus, denn es sind böse Tage. Was Luther hier leider mit ‘böse Tage’ übersetzt, bedeutet vom Grundtext her eher: ‘… auch wenn die Tage mühselig sind’, AA)

Wie sieht nun eine sinnvolle Nutzung der geschenkten Zeit aus? Was kann ich ganz praktisch tun, um Schätze im Himmel zu sammeln? Was kann ich tun, wenn ich schon nicht gleich in das Paradies darf?

Ich soll es nicht für mich alleine in Anspruch nehmen, was JESUS für mich am Kreuz erkauft hat. Die Frohe Botschaft, das Evangelium ist keine Beute, die ich mir persönlich aneignen kann. Unverzichtbarer Bestandteil dieses Evangeliums ist es, dass wir es teilen, dass wir andere einladen, dass wir weitersagen, was wir selbst erfahren haben.

Mit diesem Auftrag fühlen sich viele dann aber hoffnungslos überfordert. Wir können uns kaum vorstellen, dass das wirklich für uns gelten soll, dass gerade wir es sein sollen, die JHWH mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe betraut. Wir, mit all unseren Fehlern und Macken, kann JHWH das wirklich von uns erwarten? Luther hat diese Erkenntnis, dass wir mit dem Auftrag Gottes überfordert sind, so formuliert: »Wir sind allzumal untaugliche Knechte!«


Kennst du die Legende von dem indischen Kaiser Sheram und dem Erfinder des Schachspiels? Der Kaiser gewährte dem Erfinder einen Wunsch. Dieser bat um Reiskörner, auf dem ersten Feld ein Korn, auf dem zweiten Feld zwei und auf jedem der insgesamt 64 Felder jeweils das Doppelte vom vorhergehenden Feld. Der Kaiser empfand den Wunsch als bescheiden, ohne zu verstehen, dass sein Kaiserreich diesen Wunsch nicht hätte erfüllen können.

Wenn jeder, der Christ wird, im ersten Jahr seiner Nachfolge zwei neue Nachfolger für JESUS werben würde, hätten nach spätestens 32 Jahren über acht Milliarden, also alle Menschen, vom Evangelium gehört. Das haben Millionen von bezahlten Geistlichen in 2000 Jahren nicht geschafft.


Es ist keine gute Idee, die Verbreitung des Evangeliums bezahlten Geistlichen und Missionaren zu überlassen …

Lesen wir eine Geschichte aus dem ´Alten Testament`, L1984, 1. Könige 3:3-15, <IAK>:


Salomo aber hatte den HERRN lieb und wandelte nach den Satzungen seines Vaters David, nur dass er auf den Höhen opferte und räucherte. Und der König ging hin nach Gideon, um dort zu opfern; denn das war die bedeutendste Höhe. Und Salomo opferte dort tausend Brandopfer auf dem Altar. Und der HERR erschien Salomo zu Gideon im Traum des Nachts und Gott sprach: Bitte, was ich dir geben soll! Salomo sprach: DU hast an meinem Vater David, deinem Knecht, große Barmherzigkeit getan, wie er denn vor dir gewandelt ist in Wahrheit und Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen vor dir, und hast ihm auch die große Barmherzigkeit erwiesen und ihm einen Sohn gegeben, der auf seinem Thron sitzen sollte, wie es denn jetzt ist. Nun, HERR, mein Gott, du hast deinen Knecht zum König gemacht an meines Vaters David statt. Ich aber bin noch jung, weiß weder aus noch ein. Und dein Knecht steht mitten in deinem Volk, das du erwählt hast, einem Volk, so groß, dass es wegen seiner Menge niemand zählen noch berechnen kann. So wollest du deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, damit er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist. Denn wer vermag dies, dein mächtiges, Volk zu richten? Das gefiel dem HERRN gut, dass Salomo darum bat. Und Gott sprach zu ihm: Weil du darum bittest und bittest weder um langes Leben noch um Reichtum noch um deiner Feinde Tod, sondern um Verstand, zu hören und recht zu richten, siehe, so tue ich nach deinen Worten. Siehe, ich gebe dir ein weises und verständiges Herz, sodass deinesgleichen vor dir nicht gewesen ist und nach dir nicht aufkommen wird. Und dazu gebe ich dir, worum du nicht gebeten hast, nämlich Reichtum und Ehre, sodass deinesgleichen keiner unter den Königen ist zu deinen Zeiten. Und wenn du in meinen Wegen wandeln wirst, dass du hältst meine Satzungen und Gebote, wie dein Vater David gewandelt ist, so werde ich dir ein langes Leben geben. Und als Salomo erwachte, siehe, da war es ein Traum. Und er kam nach Jerusalem und trat vor die Lade des Bundes des HERRN und opferte Brandopfer und Dankopfer und machte ein großes Festmahl für alle seine Großen.

Salomo fühlte sich nicht bereit, die Nachfolge auf dem Thron seines Vaters anzutreten, vielmehr fühlte er sich hoffnungslos überfordert. Ist das nicht genau die Situation, in der wir uns als Christen befinden? Hoffnungslos überfordert, diese herausragende Aufgabe anzunehmen, das Evangelium, die Frohe Botschaft vom Ewigen Leben zu verbreiten? Ich kenne die Geschichte von Salomos Traum seit Kindertagen. Verstanden habe ich sie erst über 50 Jahre später. Ich meinte diese lange Zeit, dass Salomo JHWH Gehorsam versprochen hätte und um ein weises Herz gebeten hätte. Doch das steht so nicht in der Bibel. Ich weiß nicht, wie ich zu dieser falschen Auffassung kam. Ich habe aber daraus gelernt: Vertraue nicht deiner Erinnerung, vertraue nur dem, was in JHWHs Wort steht! Salomo kapituliert vor JHWH. Er gesteht JHWH seine Unfähigkeit ein. Aber Salomo weiß auch, dass JHWH sich nicht durch die Unfähigkeit seiner Diener einschränken lässt. Das hat er aus dem Leben seines Vaters David und seiner Vorväter gelernt. Und so jung Salomo auch sein mag, er weiß offensichtlich auch, dass man JHWH besser keine Versprechungen macht, die man nicht halten kann. Salomo verspricht JHWH genau nicht seinen Gehorsam. Sondern er bittet JHWH um ein gehorsames Herz. Nicht um ein weises Herz, sondern um ein gehorsames Herz. Ohne ein gehorsames Herz sind wir nichts, oder schlimmer, wir sind ein Hindernis für JHWH, um das ER herumarbeiten muss. Aber mit einem gehorsamen Herz können wir in der Hand JHWHs ein wunderbares Werkzeug werden. Dieses gehorsame Herz haben wir nicht, und wir können es auch nicht einfach bekommen.


»Schaffe DU, JHWH, in mir ein gehorsames Herz!«

Das war der Schlüssel, der Salomo zu einem Diener JHWHs gemacht hat, von dem wir heute noch reden. Es macht nichts, wenn du JHWH nichts zu bringen hast. Es macht nichts, wenn du zu jung bist. Es macht nichts, wenn du dich überfordert fühlst. Das alles ist kein Grund, vor JHWHs Auftrag davonzulaufen. Das, genau das, können wir von Salomo lernen. Diese Bitte hat mein Leben verändert:

»Schaffe DU JHWH in mir, schenke DU mir ein gehorsames Herz!«

Nein, damit habe ich die Verantwortung nicht auf JHWH geschoben, ich habe damit JHWH nur den Platz in meinem Leben gegeben, der IHM gebührt. Ich warne dich: Sprich diese Bitte nicht leichtfertig aus! Keine andere Bitte hat so viel Schmerz in mein Leben gebracht wie die Bitte um ein gehorsames Herz. Denn ein gehorsames Herz fällt nicht vom Himmel. Nichts ist schwerer, als ein natürliches Herz, so wie wir es von Geburt an haben, in ein gehorsames Herz zu verwandeln. Das ist eine schmerzhafte Operation, die unser ganzes irdisches Leben andauert. JHWH um ein gehorsames Herz zu bitten, bedeutet, die Schmerzen dieser Operation ertragen zu wollen, ohne Rücksicht darauf, wie schwer es wird. Sprich diese Bitte nicht aus, wenn du diesen Weg nicht wirklich gehen willst!

Und doch: Es ist die wundervollste Bitte, die wir vor JHWH bringen können! Nichts hat mein Leben so verändert wie diese Bitte. Auch wenn es immer wieder einen hohen Preis kostet, ich halte an dieser Bitte fest. Danke, JHWH, dass du diese Bitte erhörst, wenn sie ehrlich gemeint ist. Aus JHWHs Sicht können wir ihm mit nichts besser gefallen als mit einem gehorsamen Herzen, das ER selbst in uns bereitet. Überraschend ist die Antwort JHWHs auf Salomos Bitte um ein gehorsames Herz: »So tue ich nach deinen Worten. Siehe, ich gebe dir ein weises und verständiges Herz …« Wenn wir JHWH um ein gehorsames Herz bitten, so erhalten wir ein weises und verständiges Herz. JHWHs Weisheit und Wahrheit ist unergründlich. Wenn Salomo JHWH um ein weises Herz gebeten hätte, wäre er nicht der Salomo geworden, von dem wir noch heute reden …

Für mich ist das zu einem der tiefsten und wertvollsten Geheimnisse in der Bibel geworden. Wenn du wirklich möchtest, dass sich dein Leben verändert, wenn du wirklich Schätze im Himmel sammeln möchtest, wenn du wirklich weise werden möchtest,

dann bitte JHWH, dass ER dir ein gehorsames Herz schenkt!

Wer nicht – wie Salomo – versteht, dass ohne ein gehorsames Herz bei JHWH gar nichts geht, dessen Bitten gehen ins Leere und dessen Weisheit ist Torheit, das nennt man auch Verblendung. Lerne – mit JHWHs Hilfe – die Schmerzen zu tragen, die diese eigentlich unmögliche Veränderung des Herzens unweigerlich mit sich bringt. JESUS hatte dieses gehorsame Herz – und es hat IHN ans Kreuz gebracht. Aber ER hat uns damit den Weg in das Reich Gottes bereitet. Die wirklich wertvollen Dinge im Leben werden mit Leid und Schmerzen erkauft, jedenfalls so lang, wie wir auf dieser Erde leben. Wehe dem, der sich davor scheut; ihm wird nicht viel bleiben, selbst wenn er oder sie wie durchs Feuer hindurch in das Reich Gottes kommt …

Das ist eine andere tiefe Weisheit im Leben mit JHWH: ER ist in den Schwierigkeiten bei uns! ER erweist seine Stärke in unserer Schwachheit. Nirgends in der Bibel ist zu finden: Wenn du nur genug glaubst und betest, dann wirst du keine Schwierigkeiten haben, dann wird es dir gut gehen. JHWH gibt den Märtyrern die Kraft, IHN lobend und ehrend, den Weg durch den irdischen Tod hindurch zu gehen. Aber JHWH erspart nicht jedem seiner gehorsamen Diener diesen Weg. Und keinem gehorsamen Diener werden Schmerz und Leiden erspart … Wenn du ein glücklicher und zufriedener Christ bist, dann solltest du dich fragen, wieso Satan dich in Ruhe lässt. Auch wenn Satan schon längst besiegt ist, er ist alles andere als tot! Solange diese Welt besteht, wird der Feind versuchen, so viele wie möglich mit sich in den Tod zu reißen. Bist du errettet, dann bist du für Satan verloren, das weiß keiner so gut wie unser Widersacher. Solange du aber unwirksam in der Kirche sitzt, richtest du – aus Satans Sicht – keinen weiteren Schaden an. Singende und betende Christen in Gemeindehäusern sind keine Bedrohung für Satan. Erst wenn du um ein gehorsames Herz bittest, wenn du im Auftrag des Herrn unterwegs bist, wenn JESUS durch dich Verlorene aus den Fängen Satans reißen kann, erst dann wirst du merken, wie bitter notwendig die Waffenrüstung aus Epheser 6 ist, so viel ist sicher!

JESUS gehorsam zu folgen, das fällt uns nicht in den Schoß. Es ist oft ein leidvoller Weg, Gehorsam zu lernen. Selbst JESUS hat erfahren müssen, dass Gehorsam bis zu dem resignierenden Eindruck führen kann, sogar von JHWH verlassen zu sein. Der Wille zum Gehorsam erfordert diese Bereitschaft, sich von JESUS die dunkelsten Ecken seines Herzens zeigen zu lassen. Das tut weh! Der Wille zum Gehorsam bedeutet die Bereitschaft, sich führen und erziehen zu lassen, selbst dann, wenn das schmerzhaft ist. Die Bitte Salomos sollte also nicht leichtfertig ausgesprochen werden. Und dennoch lohnt es sich, denn man kann nichts Kostbareres von JHWH erbitten:

Ein gehorsames Herz – das ER selbst in uns erschafft – macht uns zu einem Wohlgeruch für den einen und ewigen Gott, für JHWH!

Es gibt für JHWH nichts Wichtigeres, als uns zum Gehorsam, in die unabdingbare Abhängigkeit von IHM einzuladen. Das zeigt der Traum Salomos und das zeigt die Geschichte, die JESUS mit seinen Jüngern schrieb. Nicht, weil JHWH uns versklaven wollte. Nein, weil ER ganz genau weiß, dass es unsere Bestimmung ist und dass wir das Ziel unseres Lebens verfehlen, wenn wir nicht ´gehorsame Diener` werden. Wir wehren uns dagegen, weil wir glauben, dass unser Glück in der Selbstbestimmung, in der Selbstverwirklichung liegt. Wir müssen immer wieder erkennen, dass uns unsere eigenen Wege in Verzweiflung, Depression, Burnout, Krankheit, Einsamkeit, Unglück und in die Sinnlosigkeit führen. Die Lebenszeugnisse der großen Frauen und Männer Gottes hingegen bezeugen, dass es kein reicheres, kein erfüllteres Leben geben kann, als sich freiwillig – aus eigenen Stücken – in die totale Abhängigkeit von JHWH zu begeben. Unsere Vorstellungen von erfolgreichem Verhalten stehen auch hier im krassen Widerspruch zu den Gesetzmäßigkeiten JHWHs.

Wer sein Leben verliert, der wird es gewinnen … (Matthäus 16:24ff)

Die ´Erretteten` sind also zu unterteilen. In diejenigen, die wie durch das Feuer hindurch gerettet werden. Sie verharren im Zustand des Errettet-seins und nehmen die Herausforderung nicht an, die Paulus als Lauf, als Kampf um den Siegespreis beschrieben hat. Und es gibt die ´gehorsamen Diener`. Die, die verstanden haben, dass JHWH uns mehr zu geben hat als nur das Ewige Leben. Gehorsamer Diener zu sein bedeutet nicht, ein besserer Christ zu sein. Es bedeutet, anders zu sein; die Zeit, die zwischen Errettung und irdischem Tod liegt, besser zu nutzen. Es bedeutet, Schätze im Himmel zu sammeln.

Ich warne davor, sich mit der Stellung als Erretteter zufriedenzugeben. Es ist gefährlich, darauf zu hoffen, wie durchs Feuer hindurch in das Reich Gottes zu kommen. Zwar bin ich überzeugt, dass JHWH sich an seine Zusage hält, dass man das Ewige Leben als angenommenes Geschenk erhält. Aber jeder, der nicht aus Dankbarkeit und Überzeugung zum gehorsamen Diener wird, sollte sich fragen, ob seine oder ihre Errettung überhaupt schon stattgefunden hat. Ein Leben als Kind JHWHs ohne Frucht, ohne sichtbare Auswirkungen, das bezeugt die Bibel an vielen Stellen, das ist kaum vorstellbar.

Es ist wie mit dem natürlichen Leben: Man wird als Säugling geboren und ist zunächst vollständig auf die Zuwendung der Eltern angewiesen. Eltern wissen, dass schon im Mutterbauch eine unaussprechliche Beziehung begonnen hat, die sich mit jedem Tag weiterentwickelt. Und so wie die Kinder nicht nur an Größe zunehmen, sondern auch die Beziehung zwischen Kindern und Eltern wächst, so ist es auch mit dem übernatürlichen Leben, das mit der Wiedergeburt beginnt: Eine Beziehung wächst! Ein Kind, das keinerlei Lebenszeichen hervorbringt, ist eine Totgeburt°. Lass deine Wiedergeburt keine Totgeburt sein! Ich unterscheide klar zwischen Erretteten und gehorsamen Dienern, um die Ergebnisse dieser Stellung auseinander zu halten, nämlich Ewiges Leben einerseits und Schätze im Himmel andererseits. Zu viel Verwirrung ist über die Jahrhunderte entstanden, weil genau diese Unterscheidung vernachlässigt wurde. Wer aber meint, es reiche, das Ewige Leben zu haben, der muss sich fragen lassen, ob er wirklich schon errettet ist. Nicht umsonst erzählt uns JESUS das Gleichnis von den zehn Brautjungfern. Es kommt gerade nicht darauf an, ob du in froher Erwartung auf das Hochzeitsfest bist. Es kommt ausschließlich darauf an, dass JESUS dich kennt! Die sicherste Methode, sich IHM bekannt zu machen, ist, JHWH um ein gehorsames Herz zu bitten.


° Lass deine Wiedergeburt keine Totgeburt sein: Auch hier geht es nicht um Verurteilung. Ich stelle nicht fest, bei wem konkret eine Totgeburt vorliegt. Durch Kindertaufe und Wohlfühl-Christentum haben viele vergessen, dass JESUS einen hohen Anspruch an seine Nachfolger stellt. Möge dich dieser drastische Ausdruck wachrütteln, wenn deine Nachfolge noch keine Früchte trägt.

Ob mangelnde Lebenszeichen bedeuten, dass jemand das Ewige Leben noch gar nicht hat oder wie durchs Feuer hindurch gerettet wird, darüber wird JESUS beim Jüngsten Gericht urteilen.

Du machst dir Sorgen um eine Schwester oder einen Bruder? Sprich mit ihr/ihm unter vier Augen, in Liebe, und bedenke, dass du selbst auch nur durch Gnade errettet wirst (Galater 6:1ff).

Im ´Reich Gottes`, im Paradies, ist alles besser als hier auf der Erde. Wenn wir uns dieses Ewige Leben nicht verdienen können, warum müssen wir uns dann noch hier auf der Erde quälen? Warum müssen wir uns das ganze Leid, Kriege, Ungerechtigkeit und, und, und antun? Warum erspart uns JHWH das nicht?

Sind diese Fragen wirklich müßig?


Warum lebst du als Errettete(r) noch auf dieser Erde?

Was ist der Sinn der Zeit zwischen Errettung und Tod?

Was ist dein Auftrag, der Sinn deines Lebens?

Willst du ein gehorsamer Diener sein?

Was tust du, um andere gehorsame Diener zu finden, mit denen du gemeinsam JESU Auftrag leben kannst?

Wem kannst du von dem Unterschied zwischen Errettet-sein und gehorsamem Dienst erzählen?

Die Suche nach Bestimmung

Viele Christen verbringen einen Großteil ihrer Zeit mit der Suche nach dem persönlichen Plan Gottes für ihr Leben. Sie glauben, dass sie den Sinn ihres Lebens verfehlen, wenn sie nicht herausfinden, was JHWH mit ihnen vorhat. Dafür beten sie. Sie leben in einer ständigen Unsicherheit. Sie haben Angst, etwas zu verpassen, etwas zu überhören, an etwas vorbeizulaufen oder etwas falsch zu machen. Und sie merken nicht, dass es genau diese Suche und diese Angst ist, die sie von dem wahren Leben, dem Plan Gottes für ihr Leben und von dem Sinn ihres Lebens fernhält. JESUS spricht, NTR, Matthäus 7:21, <JAK>:


»Nicht jeder, der mich Herr, Herr! nennt, wird in das Königreich der Himmel hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.«

Darf ich das so formulieren: Es macht die Sache leicht, wenn man den Willen Gottes für sein Leben noch gar nicht gefunden hat; wenn Gott einem noch nicht gesagt hat, was man tun soll; wenn man die Offenbarung des persönlichen Lebensplanes noch nicht erlebt hat. Dann kann man ja gar nicht ungehorsam sein … (Ende der Ironie ;-)

Die meisten, die auf der Suche nach dem persönlichen Plan für ihr Leben sind, haben wahrscheinlich nicht bemerkt, dass das eine Falle ist. Ich unterstelle nicht, dass es ein aktiver Versuch ist, sich dem Gehorsam gegen JHWH zu entziehen. Dennoch hindert uns diese Suche daran, unsere ´Berufung` zu finden. Denn den Plan für das Leben jedes ´Erretteten` hat JHWH in SEINEM Brief an uns, in der Bibel, schon lange offenbart. Siehe L1912, Micha 6:8, <IAK>:


Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.

Schon im Alten Testament beim Propheten Micha steht es also unmissverständlich, wie JHWHs Plan für unser Leben aussieht. Nämlich dass mein und dein Leben ein lebendiges Zeugnis dafür sein soll, dass JHWH uns alle Regeln und alles an Wissen mit auf unseren Lebensweg gegeben hat, was ein erfülltes, ein Gott gemäßes und damit ein sinnvolles Leben ausmacht. Lange bevor wir geboren wurden, hat JHWH nicht nur den Plan für unser Leben schon gekannt, sondern ER hat auch schon alles, was wir darüber wissen müssen, in SEINEM Wort, in der Bibel, offengelegt! Nicht wir müssen auf die Enthüllung des Lebensplanes warten, sondern wir lassen JHWH warten, wir lassen IHN darauf warten, endlich mit der gehorsamen Erfüllung des schon lange eröffneten Planes zu beginnen. Du verbringst deine Zeit mit der Suche nach diesem vermeintlichen, persönlichen Plan für dein Leben? Da lacht sich einer ins Fäustchen, nämlich Satan! Solange du suchst, bist du wirkungslos. Willst du das?

Fangen wir ganz von vorne an. JHWHs erstes und größtes Ziel für unser Leben ist, dass wir SEINE Kinder werden. Dafür hat JHWH SEINEN geliebten Sohn geopfert und bietet uns die Gotteskindschaft als Geschenk an. Danach brauchst du nicht zu fragen, danach musst du nicht suchen, so steht es z. B. in Johannes 3:16 klar geschrieben. Es gibt nichts anderes, was diesem Ziel auch nur annähernd gleichkommt. Was kann es Höheres geben, als dass JHWH SEINEN eigenen Sohn für uns opfert und dieser SEIN Sohn, der Messias, JESUS – gehorsam dem Willen SEINES Vaters folgend – sich selbst zum Opfer für uns macht? Es übersteigt alles, was wir uns vorstellen können. Für nichts anderes hat JHWH mehr gegeben! Wenn du also dieses Geschenk angenommen hast, ist der erste und wichtigste Schritt getan. Nun bist du gerade (wieder)geboren, als ein Säugling im Glauben, und bekommst die göttliche Muttermilch (1. Korinther 3:1ff). Ich betrachte es als Drama, dass heute viele, die gerade in diese Kindschaft zu JHWH gefunden haben, nicht mehr die Zuwendung von guten geistlichen Müttern und Vätern bekommen, wie es Paulus in dem Zitat aus dem ersten Korintherbrief beschreibt. Also biete ich hier ein paar Flaschen geistliche Muttermilch an. Das kann geistliche Mütter und Väter zwar nicht ersetzen, doch vielleicht ermuntert es dich, dir welche zu suchen.

Salomo brauchte nicht nach seinem Auftrag zu suchen, das war nicht sein Problem, er wusste, was JHWH von ihm wollte, er sollte König werden! Salomos Problem war, dass er sich damit hoffnungslos überfordert fühlte …

Wir kommen nicht zu JESUS durch Taufe, Rituale oder Mitgliedschaft in einer Kirche. Wie hat JESUS Jünger zu sich gerufen? ER hat sie nichts gefragt, ER hat jeden Einzelnen mit den Worten ‘Folge mir nach!’ gerufen. Wer es tat, war SEIN Jünger. Wer die Aufforderung missachtete, der gehörte nicht zu IHM; daran hat sich bis heute nichts geändert! JESUS lässt keinen Zweifel daran, was unser Auftrag ist, das kann jeder nachlesen in NTR, Matthäus 28:18-20, <JJG>:


Da trat JESUS hinzu, redete mit ihnen (den Jüngern, AA) und sprach: »Mir ist gegeben alle Vollmacht im Himmel und auf Erden! Darum geht hin und macht alle Nationen zu Jüngern; tauft sie in den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, all das zu bewahren und zu beachten, was ich euch angeordnet habe. Und siehe, ich bin bei euch, bis zur Vollendung des Zeitalters! Amen.«

Dieses messianische Schneeballsystem ist die Lebensgrundlage SEINER BRAUT, der ´Ekklesia`, seiner heiligen Gemeinde: Jünger machen Jünger! Wir können gar nicht genug dafür tun, es können gar nicht zu viele daran mitarbeiten. Kauft die Zeit aus! Nutzt jede Sekunde! Welch ein Drama, wenn uns kirchliche Würdenträger weismachen wollen, dass man Theologie studiert haben müsse, um dem Missionsbefehl Folge leisten zu können.

Was suchst du also weiter nach dem Sinn deines Lebens, nach dem persönlichen Plan Gottes für dein Leben? JESUS hat dir SEINEN Auftrag längst erteilt.

Mein Rat: Ersetze einfach

deine Suche (nach dem persönlichen Plan Gottes für dein Leben)

durch Salomos Bitte (um ein gehorsames Herz)!

Es geht um eine Haltung, nicht um ein Verhalten …

Du hörst JESU Aufforderung ‘Folge mir nach!’ und merkst, dass dich das überfordert? Bravo! Dann bist du genau an dem Punkt, wo Salomo diese wundervolle Bitte um ein gehorsames Herz an JHWH richtete. Das ist der Schlüsselmoment in deinem Leben! Bitte JHWH:

»Schenke DU mir, schaffe DU in mir ein gehorsames Herz!«

Zurück zu JESU Befehl ‘Folge mir nach!’, zurück zum Missionsbefehl. Mir sind folgende Dinge in diesem Text aus Matthäus 28 wichtig: Es gibt nicht viele Stellen, in denen JESUS sich auf seine eigene Stellung als Sohn JHWHs, auf seine Autorität und Vollmacht beruft, bevor ER etwas sagt. Wenn ER es hier tut, dann um klarzustellen, dass eine Ansage von fundamentaler Wichtigkeit kommt. JESUS gibt diese Ansage im Bewusstsein des am Kreuz erlebten, seines eigenen Todes. Es ist also sein Vermächtnis für uns. Die Worte JESU ‘Ich bin bei euch bis an der Welt Ende’ sind vielen – auch nicht bibelkundigen – Menschen unter dem Titel ‘Matthäi am Letzten’ ein Begriff. Sie sagen es, wenn sie nicht mehr ein noch aus wissen, oder wenn sie den eigenen Tod vor Augen haben. Den Auftrag, den JESUS zuvor erteilt hat, kennen viele aber nicht. Auch viele, die sich Christen nennen, leben nicht diese Erlaubnis, diese Vollmacht, mit der JESUS uns hier ausstattet. Dieser Auftrag ist an nichts weiter geknüpft, als dass wir seine Jünger sind. Und sein Jünger sollte jeder sein, der das Geschenk aus Johannes 3:16 angenommen hat. Es bedarf keiner weiteren Gaben, keiner Stellung, keines Amtes, keines weiteren Auftrags. Der Auftrag, die Erlaubnis, die Vollmacht ist bereits erteilt, ohne jede Einschränkung, an alle ´Erretteten` für jede Sekunde des Lebens. Dieser Auftrag ist nicht weniger wichtig als der Auftrag, den Salomo erhielt. So wie JHWH Salomo zum König berief und damit das Schicksal SEINES Volkes in die Hände Salomos legte, so beruft uns JESUS zu seinen Jüngern und legt damit das Schicksal SEINER Braut, SEINER Gemeinde in unsere Hände. Die Berufung zum ´gehorsamen Diener` ist unvergleichlich wertvoller und anspruchsvoller als eine Ernennung zum König; wenn wir das nur begreifen würden!

Warum also leben wir noch auf dieser Erde? Weil wir einen Auftrag haben! Arne Kopfermann hat davon etwas in seinem Lied ‘Mit deinen Augen’ zum Ausdruck gebracht:

Lass mich sehn mit deinen Augen,

lass mich sehn.

Füll mein Herz mit deinen Tränen

für die Menschen dieser Welt.

… (© Gerth-Medien, Asslar)

Mich spricht hier die Bitte an, unser Herz empfänglich für das Schicksal der Verlorenen zu machen. Wenn du noch auf der Suche nach dem persönlichen Plan für dein Leben bist, dann bitte JHWH darum, dir das Herz für das Leid der Suchenden empfindsam zu machen. Bitte JHWH darum: »Füll mein Herz mit deinen Tränen für die Menschen dieser Welt!« Mein Leben hat sich sehr verändert, nachdem ich diese Worte betend gesungen habe.


Missverständlich empfinde ich die Bitte ‘lass mich sehen mit deinen Augen …’, denn das kann so verstanden werden, dass wir ureigenste Eigenschaften JHWHs, die ER sich und SEINEM Sohn vorbehalten hat, für uns erbitten oder antrainieren könnten. Es gibt in christlichen Kreisen eine Strömung, JESUS immer ähnlicher werden zu wollen. Beziehen wir das auf SEINE liebende, dienende und gehorsame Haltung, so ist das gut und richtig. An keiner Stelle hat uns JESUS aber in Aussicht gestellt, SEINE übermenschlichen Fähigkeiten erlangen zu können. So kann nur JESUS in das Herz anderer Menschen sehen. Mag sein, dass ER uns im Einzelfall diesen Einblick offenbart, es bleibt aber seine Fähigkeit und wir werden das niemals aus eigener Kraft tun können. JHWH und SEIN Sohn JESUS haben einzigartige Fähigkeiten. Die richtige Haltung eines gehorsamen Dieners ist deshalb, JESUS alles zur Verfügung zu stellen, auch die eigenen Augen, und merke: nicht mit SEINEN Augen sehen zu wollen. Wir müssen nicht werden wie JESUS, sondern wir müssen tun, was ER uns sagt! Wir sind zwar als Kinder JHWHs JESU Geschwister, dennoch ist ER unser Kýrios, unser Herr, und wird das immer, in Ewigkeit, bleiben. In SEINEN Dienst ruft JESUS nicht mit den Worten: »Werde so wie ich!«, sondern mit: »Folge mir nach!«, und das ist ein großer Unterschied. JESUS ist und bleibt der Rabbi, der Meister und Lehrer, wir sind seine Jünger, seine gehorsamen Diener. JHWH und JESUS sind und bleiben die Einzigen, die in die Herzen der Menschen sehen und in die Herzen der Menschen sprechen können. Das kann man nicht lernen, es ist für uns unerreichbar, es ist eine göttliche Fähigkeit, die uns vorenthalten bleibt. Wer danach strebt, wird scheitern! Dieses Scheitern macht untätig, weil Misserfolge uns herunterziehen, nur gute Ergebnisse beflügeln uns. Wir sind nicht dazu berufen, kleine ‘Jesusse’ zu sein. Wir können JESUS unsere Füße, unsere Hände, unsere Ohren, unsere Augen, unseren Verstand, einfach alles zur Verfügung stellen, damit ER durch uns hindurch wirken kann. Ich erlebe das häufig so: Ich bin in einer Situation, in der ich spüre, hier ist JESUS dran, und ich bitte IHN, jetzt zu übernehmen. Dann hören meine Ohren Worte aus meinem Mund, die nicht meine Worte sind. Eine Frau sagte darauf einmal, meine Worte hätten ihr Herz berührt. Meine Antwort: »Danke, das ist wunderbar, aber das war nicht ich, sondern JESUS selbst hat zu dir gesprochen. Ich war und kann nur sein Werkzeug sein. Danke, JESUS!«

Wenn wir begreifen, wovon und wohin wir durch Johannes 3:16 errettet sind, müsste unser Herz dafür brennen, müssten unsere Tränen nicht aufhören zu fließen angesichts der vielen Menschen, die das noch nicht erfasst haben.

Wer als ´Erretteter` den Auftrag JESU nicht lebt, der geht an dem Sinn seines Lebens hier auf der Erde vorbei. Keiner kann sagen, er hätte nicht gewusst, was JESUS von ihm will. Keiner kann sich seiner Verantwortung entziehen mit der Aussage, er habe ja nach dem persönlichen Plan für sein Leben gesucht, aber er habe ihn leider nicht finden können. Der Prophet Micha sagt uns, dass wir alles wissen, was wir brauchen, um ein Leben zu führen, das JHWH gefällt.

Zwei Bibelstellen möchte ich hinzufügen: NTR, Markus 12:29-31 (das ‘Shema Israel’, das ‘Höre Israel’), <JSG>:


JESUS aber antwortete ihm (dem Schriftgelehrten, AA): »Das erste unter allen Geboten ist: Höre Israel, der HERR unser Gott ist ein Herr, und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, und aus deiner ganzen Seele und deinem ganzen Verstand und mit all deiner Kraft! Das ist das erste Gebot. Und das zweite ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst! Größer als diese ist kein anderes Gebot.«

JESUS sagt, dass in diesen Geboten alle anderen enthalten sind. Damit wissen wir alles, um ein Leben nach dem Willen JHWHs antreten zu können. Der Prophet Micha spricht vor den am Anfang des Kapitels zitierten Versen davon, dass wir JHWH nicht mit Brand- und Tieropfern, sondern nur durch einen Lebenswandel in seinen Ordnungen gefallen können. Paulus beschreibt das so, NTR, Römer 12:1-8, <IKK>:


Ich ermahne und ermutige euch nun, liebe Brüder (und Schwestern, AA), angesichts der Erbarmungen Gottes <die ich euch erläutert habe>, eure Leiber als lebendiges Opfer darzustellen, heilig, Gott wohlgefällig; darin bestehe euer vernünftiger Gottesdienst. Und lasst euch nicht vom Zeitgeist in die Form dieses Weltsystems pressen, sondern werdet von innen her umgewandelt durch die grundlegende Erneuerung des Verstandes, damit ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist, der gute und wohlgefällige und vollkommene.

Denn ich sage euch durch die Gnade, die mir gegeben wurde, jedem unter euch, nicht mehr über sich selbst zu denken, als zu denken angemessen ist, sondern auf ein gesundes, vernünftiges Denken bedacht zu sein; wie Gott einem jeden ein Maß des Glaubens zugeteilt hat. Denn gerade so, wie wir in einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Funktion haben, ebenso sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, jeder für sich aber Glieder voneinander°. Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben, nach der uns gegebenen Gnade; sei es Weissagung, in der Entsprechung des Glaubens; sei es Dienst, im Dienen; sei es der lehrt, in der Lehre; sei es der ermutigt, in der Ermutigung; der mitteilt, in Lauterkeit; der vorsteht, in Fleiß; der Barmherzigkeit übt, in Fröhlichkeit. (° Die Nähe zum griechischen Grundtext führt hier zu einer schwer verständlichen Formulierung, gemeint ist: ‘jeder für sich als ein Glied am selben Körper, aber jeder mit seiner eigenen Funktion’, AA)

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