Kitabı oxu: «Leben mit dem PCO-Syndrom»

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Originalausgabe

1. Auflage 2020

Verlag Komplett-Media GmbH

2020, München

www.komplett-media.de

E-Book ISBN: 978-3-8312-7049-1

Lektorat: Dr. Diane Zilliges, Murnau

Korrektorat: Redaktionsbüro Diana Napolitano, Augsburg

Umschlaggestaltung: FAVORITBUERO GbR, München

Satz & Layout: Daniel Förster, Belgern

E-Book-Herstellung und Auslieferung: Brockhaus Commission, Kornwestheim, www.brocom.de

Dieses Werk sowie alle darin enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrecht zugelassen ist, bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Verlags. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung.


Inhalt

Teil 1: Was heißt PCOS?

Meine Geschichte

Warum ich?

Unser Körper arbeitet für uns, nicht gegen uns

Medikamente unterdrücken nur die Symptome, lösen aber nicht das Problem

Das PCO-Syndrom: Was hab ich mir da bloß eingefangen?

Was macht PCOS aus?

Wann ist es nicht PCOS?

Dein Hormon Check Sheet

Mögliche Ursachen von PCOS

Was sind Hormone?

Das Metabolische Syndrom

Sind deine Gene schuld am PCOS?

Die Rolle der Ernährung

Die verschiedenen Arten von PCOS

Typ 1: PCOS mit Insulinresistenz

Typ 2: PCOS aufgrund stiller Entzündungen

Typ 3: Nebenniereninduziertes PCOS

Typ 4: Post-Pill PCOS

Fazit

Einzige Lösung: Antibabypille? Bullshit!

Die Pille verhilft dir nicht zu einem geregelten Zyklus

Machtlos gegen das Metabolische Syndrom

Das falsche Gefühl, dass alles okay ist

Teil 2: Die Rolle der Ernährung

Kohlenhydrate: Best buddy oder worst enemy?

Unsere Hormone und der Zucker

Exkurs: Insulinresistenz

Wie Insulin deine Hormone durcheinanderbringt

PCOS und die weiblichen Sexualhormone

Warum wir Frauen Kohlenhydrate brauchen

In drei Schritten zu deiner optimalen Kohlenhydratzufuhr

Zero Zucker – Zero Vorteile

Darf man überhaupt noch Obst essen?

Gluten

Sind Gluten und/oder Weizen ein Problem für dich?

Keine Angst vor Fett

Fette sind nicht gleich Fette

Gesunde Fette

Müssen wir uns bei PCOS vegan ernähren?

Der Proteinhunger will gestillt sein

Fleisch wird überbewertet

Viel oder wenig Protein?

Proteine bei schwacher Verdauung

Soja – gut oder schlecht beim PCO-Syndrom?

Das Problem mit der Milch

Ist Milch ein Problem für dich?

Iss mehr Gemüse

Warum »Clean Eating« für mich nicht ausreichte

Warum Gemüse so toll ist

Die Rolle der Leber und der Verdauungsorgane

Muss es bio sein?

Wie viel bist du dir selbst wert? Was ist dir deine Gesundheit wert?

Diese Lebensmittel solltest du in Bio-Qualität kaufen

Diese Lebensmittel sind meist weniger mit Pestiziden und Chemikalien belastet

Wie du deine Leber zusätzlich unterstützen kannst

Wie du deinen Darm am besten unterstützen kannst

Sind Cheat Days erlaubt?

Szenario 1: Dein Partner unterstützt dich nicht

Szenario 2: Du bist auf Feierlichkeiten eingeladen

Szenario 3: Du isst auswärts oder bist im Urlaub

Was du auf alle Fälle beherzigen solltest

Du bist, was du isst

Iss kein Fast Food

Je bunter, desto besser

Zucker? Nein, danke!

Fleisch kann, muss aber nicht (so viel) sein

Überdenke den Konsum von Milchprodukten

Iss für deine Leber

Stell dir deinen PCOS-Teller zusammen

Wie die einzelnen Elemente deines Tellers aussehen können

Must-haves und Nahrungsergänzungsmittel

Küchen-Must-haves

Nahrungsergänzungsmittel

Teil 3: Rezepte

Frühstück

Hauptgerichte

Beilagen

Gemüse und Salatbeilagen

Snacks

Heißgetränke gegen den Heißhunger

Noch Fragen?

Dein Feedback ist wichtig

Für mehr Infos

Anmerkungen


Du bist nicht allein!

Dieses Buch ist für dich! Ich will nicht, dass du auch nur eine Sekunde länger glaubst, dass du machtlos wärst. Ich möchte nicht, dass du denkst, du stündest allein da. Ich möchte nicht, dass du denkst, das Leben wäre ungerecht und schwierig.

Jede Krankheit hat einen Grund, eine Ursache. Auch PCOS.

Betrachte deine Hormonstörung als ein Zeichen. Ein Zeichen von deinem Körper – deinem Tempel, der dir sagt, dass er so nicht weitermachen kann. Steck nicht den Kopf in den Sand, sondern hilf deinem Tempel dabei, Kraft zu sammeln und zu erblühen. Ich habe es geschafft. Und du kannst es auch! Lass mich dir zeigen, wie.

In Liebe,



Was heißt PCOS?

Meine Geschichte

Sicherlich hast du zu diesem Buch gegriffen, weil bei dir polyzystische Ovarien oder das Polyzystische Ovarialsyndrom (kurz PCO-Syndrom oder PCOS) diagnostiziert wurde. Vielleicht hast du, so wie ich, den Gynäkologen aufgesucht, weil deine Periode schon sehr lange auf sich warten ließ. Und dann gab er dir diese Diagnose.

Ich war damals zwanzig Jahre alt, reiste für ein Praktikum nach Costa Rica – im Gepäck mal wieder eine neue Antibabypille, denn an den vorigen hatte ich immer etwas auszusetzen. Ich mochte es einfach nie, wie sich mein Körper unter dem Einfluss der verschiedenen Pillen veränderte. Mal wurden meine Brüste größer, mal meine Haare schlaffer oder meine Stimmung unternahm Achterbahnfahrten. Diesmal – in Costa Rica – taten meine Brüste unglaublich weh, was jede Bewegung zur Qual machte. Ich hatte genug! Nach dem ersten Zyklus mit der neuen Pille setzte ich sie ab. Zuerst hatte ich sie im Alter von etwa vierzehn Jahren bekommen, weil ich unter sehr starker Akne litt, und jetzt mit Anfang zwanzig sollte sie nun endlich mal Schnee von gestern sein. Ich wollte mir die Nebeneffekte der Pille nicht mehr antun.

Doch nach dem Absetzen passierte nichts. Ich war es gewohnt, mit der Pille einen regelmäßigen Zyklus zu haben. Meine Periode wollte sich nun aber einfach nicht einstellen. Auch noch Monate nach meinem Costa-Rica-Aufenthalt tat sich nichts. Heute weiß ich, dass das Ausbleiben der Periode (oder ein verlängerter Zyklus von mehr als fünfunddreißig Tagen) ein häufig auftretendes Anzeichen für das PCO-Syndrom ist. Damals hatte ich noch nie davon gehört. Nachdem ich über ein halbes Jahr vergebens auf meine Periode gewartet hatte, begann ich, mir Sorgen zu machen und suchte meine Gynäkologin auf. Sie untersuchte via Ultraschall meine Ovarien (Eierstöcke), stellte viele kleine Zysten fest und veranlasste ein Blutbild, das mit dem Ergebnis »erhöhte Androgene« zurückkam. Diagnose: PCOS.

Eventuell hat dir dein Arzt genau das Gleiche gesagt, was auch mir damals mit auf den Weg gegeben wurde: »PCOS kann man nicht heilen. Das Einzige, was Sie jetzt tun können, ist, die Antibabypille zu nehmen. Eine Schwangerschaft wird sehr wahrscheinlich problematisch werden. Das können wir aber mit dem richtigen Medikament in den Griff bekommen.« So ähnlich drückte sich meine Gynäkologin damals aus.

Warum ich?

Auch wenn ich mit Anfang zwanzig noch wenig Interesse hatte, über eine mögliche Schwangerschaft nachzudenken, machte mir diese Diagnose Angst. Es wollte mir einfach nicht in den Kopf, wieso ausgerechnet ich nicht in der Lage sein sollte, natürlich schwanger zu werden. Wieso musste mein Körper aufhören, richtig zu funktionieren? Wieso bekam jede andere Frau ihre Periode und ich stand ganz ohne da?

Heute weiß ich, dass ich mit dieser Diagnose nicht allein bin. So viele Frauen leiden an hormonellen Störungen – und nicht immer betreffen sie direkt die Sexualhormone. Es ist wie eine hormonelle Epidemie. Etliche Frauen leiden unter prämenstrueller Migräne und starken Unterleibsschmerzen, unter Ausbleiben der Periode, Schilddrüsenproblemen, chronischer Erschöpfung und eben auch dem Polyzystischem Ovarialsyndrom. Alle diese Krankheiten haben ähnliche Ursachen (siehe Seite 25 f.). Sie drücken sich nur in jedem Körper anders aus. Mich hatte es mit PCOS erwischt. Aus diesem Grund widme ich dieses Buch genau dieser endokrinen Störung.

Auch wenn unsere Ärzte sagen, dass die einzige Option die Antibabypille sei, glaube ich das nicht. Nach meiner Diagnose hat es noch einige Jahre gedauert, bis ich den Entschluss fasste, meine Periode auf natürlichem Wege wiederzubekommen. Ich beschloss, mit meinem Körper zusammenzuarbeiten. Ihn richtig kennenzulernen und ihn zu verstehen. Ich begann, meinen Körper als Wunderwerk zu sehen, das genau das macht, wozu es geboren wurde: Es tut alles, um zu überleben und im Gleichgewicht zu bleiben.

Unser Körper arbeitet für uns, nicht gegen uns

Unser Körper reagiert auf die Umwelt und sogar auf unsere Gedanken und Gefühle. Er möchte uns am Leben erhalten und das tut er so gut er kann. Er arbeitet mit dem, was er von uns und von außen bekommt, immer im Bestreben, wichtige Organe und den gesamten Organismus lebendig und gesund zu erhalten. Er beschützt uns, und wir können maßgeblich an den Funktionen unseres Körpers mitwirken. Wir haben viel mehr Macht, als wir glauben.

Als ich anfing, die Zusammenhänge in meinem Organismus zu verstehen und die Symptome meines Körpers als Zeichen, als eine Form der Kommunikation wahrzunehmen, veränderte sich mein Leben. Das bedeutet nicht, dass ich »geheilt« bin. Heilung in dem Sinne, dass man einfach so weitermacht wie bisher, gibt es nicht. Dieser Weg bedeutet viel mehr ein lebenslanges »Managen«. Und er ist zugleich viel einfacher, als du annehmen magst. Am Anfang braucht es vermutlich etwas Geduld und Arbeit, aber es ist möglich, sein Leben in Kooperation mit dem Körper zu verwandeln. Im Laufe der Zeit wird es sogar unglaublich einfach. Dein »Normal« wird sich verändern.

Medikamente unterdrücken nur die Symptome, lösen aber nicht das Problem

Ein Leben mit Medikamenten mag vielleicht einfacher erscheinen als die aktive Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper. Doch Medikamente sind nicht ohne Kosten. Meist gehen sie mit vielen unschönen Nebeneffekten einher, ohne dass sie die Ursache unserer Krankheit wirklich bekämpfen. Vielmehr unterdrücken sie die Symptome. Doch ignorieren wir unsere Symptome zu lang, dann kommen weitere Beschwerden hinzu. Ganz unbemerkt kann sich das Ungleichgewicht im Körper ausbreiten und andere Organe in Mitleidenschaft ziehen. Alles im Körper ist schließlich vernetzt. Kein Organ arbeitet unabhängig vom anderen.

Noch bevor ich die Pille absetzte, stellte ich meine Ernährung um. Ich fing an, mich »cleaner« zu ernähren. Das bedeutete für mich: Vollkornprodukte statt Weißmehl, mehr Gemüse und eine gute Portion Proteine zu jeder Mahlzeit. Diese Ernährungsweise sollte ich im Laufe der Jahre, besonders nachdem ich die Pille abgesetzt hatte, noch verfeinern. All mein Wissen zur Ernährung bei PCOS findest du in diesem Buch. Du bekommst genau die Informationen, die mir halfen, meine Periode wieder ganz natürlich und regelmäßig zu bekommen. Das Wissen, das meine Hormone wieder in Balance brachte, sodass mein Endokrinologe (Facharzt für Hormone) irgendwann keine Anzeichen von PCOS mehr erkennen konnte.

Mir ist wichtig, dass du die Hintergründe dieser Krankheit verstehst und lernst, mit deinem Körper zusammenzuarbeiten. Denn nicht jedes PCOS ist gleich. Du wirst feststellen, dass manche Frauen etwas anders essen müssen als andere. Hierfür ist das Kennen deines Körpers (und deiner Hormone) von großer Notwendigkeit. Und ich räume hierbei auch mit einigen Vorurteilen und schlechten Ratschlägen auf. Letztendlich ist jeder Körper etwas anders, und es gilt, im Einklang mit deinem Körper auszuprobieren, was für dich passt.

Auch wenn der Umgang mit PCOS eine Aufgabe fürs Leben ist, möchte ich dir den Einstieg erleichtern. Ich habe dir deswegen viele innovative Rezepte in dieses Buch gepackt, die auf die Ratschläge in den Kapiteln davor abgestimmt sind und sich an den jeweiligen PCOS-Typ anpassen lassen. Schlussendlich sollst du so viel Wissen ansammeln können, dass du selbstständig mit diesem Syndrom umgehen und jeden Tag die richtigen Entscheidungen für dich und deinen Körper treffen kannst.

Also, los geht’s. Nimm dein Leben und deine Gesundheit in die Hand, und verändere es zum Positiven.

Das PCO-Syndrom: Was hab ich mir da bloß eingefangen?

Immer mehr Frauen erfahren hormonelle Schwierigkeiten. Das PCO-Syndrom ist dabei eine der häufigsten Störungen des Hormonsystems und betrifft mittlerweile bis zu 10 Prozent aller Frauen.1 Es könnten allerdings noch mehr Frauen betroffen sein, da die Einnahme der Antibabypille die Symptome von PCOS unterdrückt und sich somit viele gar nicht bewusst darüber sind, dass sie es haben.

Was ist PCOS?

Der Begriff Polyzystisches Ovarialsyndrom setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen und bedeutet auf gut Deutsch: Syndrom mit vielen Zysten an den Eierstöcken. Syndrom meint, dass es sich um ein Krankheitsbild handelt, bei dem bestimmte charakteristische Symptome zusammen auftreten.

Was macht PCOS aus?

Du bist also nicht allein mit der Diagnose PCOS, doch reden wir eher wenig darüber. Das PCO-Syndrom kann jede Frau in jedem Alter treffen und macht sich unter anderem durch folgende Symptome bemerkbar:

• Unfruchtbarkeit und unerfüllter Kinderwunsch

• Ausbleiben der Periode oder sehr lange Zyklen

• unerklärte Gewichtszunahme

• Depressionen

• Angstzustände

• Akne

• Haarausfall

• vermehrter Haarwuchs zum Beispiel an Kinn, Brust und Bauch (Hirsutismus genannt)

Das sind alles Begleiterscheinen der hormonellen Störung. Sie müssen aber nicht alle bei jeder Frau auftreten. So waren meine Symptome eine ausbleibende Periode, Akne und Hirsutismus. Einige der Auffälligkeiten werden häufig nicht im direkten Zusammenhang mit unseren Hormonen betrachtet, zum Beispiel Angststörungen und Depression. Bleibt PCOS unbehandelt, können weitreichendere Erkrankungen auftreten, wie zum Beispiel Diabetes oder Herz-Kreislauf-Störungen. PCOS ist nicht einfach nur eine Hormonstörung, sondern oft ein metabolisches Problem,2 das man adressieren sollte. Aber später mehr dazu.

Wurde bei dir das PCO-Syndrom diagnostiziert, hat dein Gynäkologe vermutlich einen umfangreichen Test gemacht. (Hat er das nicht, dann bestehe darauf! Es ist dein gutes Recht, denn es ist dein Körper.) Neben einer Ultraschalluntersuchung deiner Ovarien wurde sicherlich auch ein Hormoncheck im Blut vorgenommen. Wurde die PCOS-Diagnose nur anhand eines Ultraschalls gefällt, ist das nicht aussagekräftig. Leider kommt es trotzdem sehr häufig vor.

Aus diesem Grund sollte dein Arzt auch deine Hormone checken. Es kommt häufig vor, dass die Diagnose zu frühzeitig gestellt wird. Das liegt vermutlich an den weit verbreiteten Kriterien, nach denen das PCO-Syndrom heutzutage diagnostiziert wird: den Rotterdam-Kriterien. Danach wird die Diagnose PCOS dann gestellt, wenn mindestens zwei der folgenden drei Indikatoren vorliegen:

• ein Ausbleiben der Periode oder ein stark verlängerter Zyklus

• Zysten an den Ovarien, perlenkettenartig

• ein erhöhter Hormonspiegel eines männlichen Geschlechtshormons (Androgen) im Blut

Schwierigkeiten bei der Diagnose

Das PCO-Syndrom kann nicht allein via Ultraschall diagnostiziert werden. Auf dem Ultraschallbild sieht der Arzt lediglich, dass sich mehrere Eifollikel im Eierstock wie eine Perlenkette aneinanderreihen. Das sind die »Zysten«, die dieser Erkrankung den Namen geben. In Wirklichkeit sind es aber nicht ganz ausgereifte, klein gebliebene Follikel. So wurde der Name der Hormonstörung vielleicht etwas ungünstig gewählt – vor allem weil solche Zysten auch aus anderen Gründen vorkommen können, beispielsweise bei hypothalamischer Amenorrhö, also dem Ausbleiben der Periode aufgrund von Stress durch Übertraining oder Anorexie. Auch etwa 25 Prozent aller gesunden Frauen sollen solche Zysten ab und an haben, dennoch haben sie nicht gleich das PCO-Syndrom. Eine solche Perlenkette an Eifollikeln in den Eierstöcken zeigt nämlich lediglich an, dass kein Eisprung stattgefunden hat. Sie sagt aber nichts darüber aus, warum der Eisprung nicht stattgefunden hat. Das PCO-Syndrom ist nur eine mögliche Ursache. Erst die erhöhten männlichen Hormone in Verbindung mit wirklichen Zysten und fehlendem Eisprung geben ein eindeutiges Indiz für das PCO-Syndrom.

Ich sehe diese Diagnosemethode als veraltet an, denn man könnte danach theoretisch mit PCOS diagnostiziert werden, wenn nur die ersten beiden Kriterien zutreffen. Wie wir gesehen haben, sind »Zysten« an den Ovarien und das Ausbleiben der Periode aber nicht ausreichend für die Diagnose. Vermehrte kleine Zysten können durchaus normal sein und müssen beim PCO-Syndrom nicht immer auftreten – anders als der Name es vorgibt.

Die aktuellste Definition stammt von der AE-PCOS Society und erfordert:

• das Vorhandensein erhöhter Androgene (oder auch nur die Symptome, die mit erhöhten Androgenen einhergehen),

• und eine unregelmäßige bzw. ausbleibende Periode und/oder Zysten an den Eierstöcken,

• den Ausschluss anderer Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik.3

Ich mag diese Definition lieber, weil sie die zwei Hauptaspekte der Erkrankung in den Vordergrund stellt: fehlender Eisprung und Androgenüberschuss. Hierbei finde ich es wichtig zu wissen, welche Hormone genau erhöht sind bzw. außerhalb des Normbereiches liegen. Trau dich, nach einer Kopie des Laborberichts zu fragen, und lerne, deinen Körper zu verstehen.

Wann ist es nicht PCOS?

Das ist eine Frage, die wir uns zwangsläufig stellen müssen, da so einige Frauen fehldiagnostiziert werden oder die Abkürzung »PCO« (was nicht gleich PCO-Syndrom bedeutet) vom Frauenarzt zu hören bekommen und zu Hause schockiert das Internet befragen, was das bedeuten könnte. Das Internet ist Segen und Fluch zugleich. Einerseits bekommen wir eine Fülle an Informationen auf einen Schlag, andererseits können wir nicht immer richtig einordnen, wie sie sich auf uns übertragen lassen und ob sie seriös sind. Der Teufel steckt bekanntermaßen im Detail, so auch beim PCO-Syndrom.

PCO ist nicht gleich PCOS

PCO steht für polyzystische Ovarien. Das hört sich erst mal verdammt nach Polyzystischem Ovarialsyndrom an. Es ist aber trotzdem nicht das Gleiche, denn es fehlt das Syndrom am Ende. Das mag als Kleinigkeit erscheinen, aber es ist doch ein gewaltiger Unterschied. Während PCO lediglich die vielen kleinen Eibläschen an den Eierstöcken beschreibt, benennt es trotzdem nicht die Hormonstörung, von der wir hier sprechen. PCO bezieht sich auf den momentanen Zustand deiner Eierstöcke, den man im Ultraschall sehen kann. Auch wenn zusätzlich deine Periode ausbleibt, ist es – meiner Meinung nach – immer noch nicht unbedingt das PCO-Syndrom. Wie schon erwähnt kommen viele Eibläschen (also PCO) von Zeit zu Zeit bei bis zu 25 Prozent der gesunden Frauen an den Eierstöcken vor. Und auch die Periode bleibt bei gesunden Frauen ab und an mal aus oder kommt später als normal.

Dein Hormon Check Sheet

Die folgenden Hormone sollten getestet werden, wenn überprüft wird, ob bei dir PCOS vorliegt.

• luteinisierendes Hormon (LH)

• follikelstimulierendes Hormon (FSH)

• Testosteron

– frei

– gesamt/total

• sexualhormon-bindendes Globulin (SHBG)

• Östrogen (Östradiol, E2)

• Androstendion

• DHEAS

• Anti-Müller-Hormon (AMH)

Was sich sonst noch lohnt zu untersuchen bzw. was nach der PCOS-Diagnose untersucht werden sollte:

• Cortisol

• 17-OH-Progesteron (17-OHP)

• IGF-1

• Schilddrüsenwerte

– TSH

– fT4

– fT3

• Lipide

– HDL

– LDL

– Triglyceride

• Vitamin D

• Insulin und Blutzucker

– Glukose

– Insulin

Zum PCO-Syndrom kommt es erst, wenn zusätzlich noch andere Charakteristika vorliegen. Ganz wichtig sind die erhöhten männlichen Hormone. Die sollten vorliegen, wenn das PCO-Syndrom richtig diagnostiziert wurde. Andere typische Charakteristika sind: das Metabolische Syndrom, Insulinresistenz, Akne, Haarausfall, Hirsutismus. Liegen »nur« die kleinen Zysten in Form einer Perlenkette in den Ovarien vor, ist es zwar PCO, aber nicht zwangsläufig das PCO-Syndrom.

Hypothalamische Amenorrhö

Es kommt sehr häufig vor, dass eine hypothalamische Amenorrhö mit dem PCO-Syndrom verwechselt wird. Grund dafür sind meist die polyzystischen Ovarien – also wieder die PCO-Problematik.

Amenorrhö ist der medizinische Fachbegriff für das Ausbleiben der Menstruationsblutung.

Bei der hypothalamischen Amenorrhö bleibt die Periode für mehr als sechs Monate aus, und unter Umständen kann es dann zu den perlenkettenartigen Eibläschen an den Eierstöcken kommen. Allerdings finden sich hier keine erhöhten Androgenwerte. Es ist wichtig, sich den LH-Wert im Blut anzuschauen. Beim PCO-Syndrom ist er meist erhöht und liegt über dem Wert vom FSH. Bei hypothalamischer Amenorrhö ist der LH-Wert jedoch häufig niedrig und somit niedriger als das FSH.


HormonHypothalamische AmenorrhöPCO-Syndrom
LH (luteinisierendes Hormon)niedrig bis normalnormal bis hoch, höher als FSH (follikelstimulierendes Hormon)
Östradiolniedrig bis normalnormal bis hoch
Androgeneniedrig bis normalnormal bis hoch

Bei der hypothalamischen Amenorrhö bleibt das Signal vom Hypothalamus (der Master-Hormondrüse im Gehirn) aus, dass ein Eisprung stattfinden soll. Der Hypothalamus reagiert auf Stress jeglicher Form und möchte in stressigen Situationen verhindern, dass eine Frau schwanger wird. Also unterdrückt er den dafür nötigen Eisprung.

Meist fühlen sich diese Frauen sehr gesund: Sie essen extrem gesund, treiben viel Sport und sind vielleicht sogar untergewichtig oder an der Grenze zum Untergewicht. Genau hier legt das Problem. Zu wenige Kalorien, zu viel Sport, ein zu geringes Gewicht nimmt der Hypothalamus als Stress wahr. In so einer Zeit macht es für eine Frau evolutionär gesehen keinen Sinn, ein Kind in die Welt zu bringen, da das viel Energie benötigen würde. Diese Energie kann der Körper aber im Moment nicht aufbringen. Als Schutzmechanismus wird die Hormonproduktion zurückgefahren und der Eisprung »abgeschaltet«, um eine mögliche Befruchtung und Schwangerschaft auf jeden Fall zu verhindern. Isst man wieder ausreichend, treibt weniger Sport und nimmt gesund an Gewicht zu, kann sich die Periode nach einer Weile wieder von selbst einstellen.

Mit dem PCO-Syndrom hat das alles nichts zu tun. Wenn du dich in dieser Beschreibung wiederfindest, kannst du trotzdem dieses Buch für dich nutzen. Du solltest aber auf keinen Fall deine Kohlenhydratmenge herunterschrauben, sondern tendenziell eher nach oben.

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Janr və etiketlər

Yaş həddi:
0+
Litresdə buraxılış tarixi:
30 iyul 2025
Həcm:
250 səh. 68 illustrasiyalar
ISBN:
9783831270491
Müəllif hüququ sahibi:
Bookwire
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