Kitabı oxu: «Leben als Freigeist»

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Inhaltsverzeichnis

1  Vorwort zur dritten Auflage

2  Wie möchten Sie Ihr Leben gestalten? Raum für sich selbst Herz und Leidenschaft

3  Die Macht der Muster 100 Jahre sind genug – warum wir neue Lebensmodelle brauchen

4  Alles eine Frage der Energie!? Die Batterie in uns Die Sonne strahlt, wir tun es auch Die Energie der Gruppendynamik Energieraub – der perfekte Coup

5  Auf Spurensuche Spuren im Supermarkt Auch Freunde hinterlassen Spuren Schöner wohnen: probier’s mal mit Gemütlichkeit Der Arbeitsplatz als Fundgrube Großes vollbringen im Großraumbüro Die Chaos-Theorie Außer Spesen nichts gewesen Familiengeschichten – der ganz normale Wahnsinn Immer heiter weiter Zuckerbrot und Peitsche Zwei Freunde Das Treffen der Generationen Spurensuche für Einsteiger Die Sinne wecken Leitfaden für Alltagssituationen Praxisarbeit mit den Spuren

6  Die Mechanismen der alten Energie Der Gruppenzwang Alle machen das Gleiche Die Sogwirkung der Gruppe Den eigenen Weg gehen Der Mangel Mangel ist „erblich“ Was macht das Mangeldenken mit Ihnen? Der Mangel im öffentlichen Leben Der Mangel und falsche Bedürfnisse Mangel kostet Energie Die Angst Das Wesen der Angst Angst lähmt Angst ist ansteckend Die Angst als Energieräuber Der Selbstwert als Stimmungsbarometer Wie viel ist mein „Selbst“ denn wert? Immer schön den Selbstwert klein halten! Die Tatmotive: Besitzstandswahrung und Kontrolle Wie alles begann Der Patriarch Hinterfragen Sie Ihre eigenen Motive!

7  Wegweiser in die neue Energie Fülle Alles nur geträumt? Worin kann sich Fülle ausdrücken? Worauf richtet sich Ihr Augenmerk? Fülle ist bedingungslos Ihr Weg in die Fülle Vertrauen Vertrauen in andere Der Wert eigener Erfahrungen Mut zur Wahrheit Mit Leichtigkeit in die richtige Richtung Wertschätzung Der Wert Ihrer Talente Die Schlüsselrolle Ihrer Bedürfnisse Positive Kreisläufe in der neuen Energie Liebenswerte Fehler Was ist wertvoll für Sie? Die Wertschätzung in der Praxis Freiheit Frei sein beginnt in uns selbst Die Zeit ist reif für die neue Energie Der Weg in eine freie Gesellschaft Das Leitmotiv: bedingungslose Liebe Liebe hat viele Erscheinungsformen Die erste Begegnung Der Anfang vom Ende Liebe als Tauschgeschäft Versprochen ist versprochen Die Liebe und das alte Muster Zurück zur Freude Die Selbstliebe neu entdecken Eine Leidenschaft leben Dem Herzen folgen

8  In die eigene Kraft kommen Die Kräfte in unserer Gesellschaft Die Arbeitskraft Die Geschäftskraft Die Gefühlskraft Das große Missverständnis: Geschäftskraft Unsere Gefühle sind unsere „neue Hoffnung“ Die Bedeutung von Raum und Zeit Der Raum aus energetischer Sicht Raum = Lebensraum Leitsysteme und freie Wege Ein Modell für den Freiraum Der Faktor Zeit Schritte in die Veränderung Luft und Licht als Energielieferanten Von Statussymbolen zu inneren Werten Werte im Wandel Worauf legen Sie wert? Die Symbolkraft von Gesten Die Wahrheit hinter der Fassade

9  Was Sie für sich selbst tun können Sich selbst organisieren Echte Veränderungen einleiten Die Energiebilanz ausgleichen Energieraub reduzieren Energie gewinnen In die Selbstbestimmung gehen Interessengemeinschaften Das Rad des Lebens In nicht allzu ferner Zukunft Deutschland anno 2050

10  Feldenkrais Ein Weg in die Selbstentfaltung

11  Quantenheilung Verbinden mit der neuen Energie

12  Literatur und Quellen

Petra Pliester / Jürgen Bräscher: Leben als Freigeist. Manipulationen durchschauen und selbstbestimmt handeln

© Verlag Zeitenwende

Steigerstraße 64

01705 Freital OT Kleinnaundorf

www.verlag-zeitenwende.de

buecher@verlag-zeitenwende.de

3. Auflage 2021

2. Auflage 2017

1. Auslage 2016

Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, der fotomechanischen und multimedialen Wiedergabe sowie der Übersetzung in andere Sprachen, vorbehalten.

Covergestaltung: Verlag Zeitenwende / Susann Adam

Erstellung E-Book: Verlag Zeitenwende

Illustrationen: Jennifer Burghoff (www.burghoffdesign.de) nach Ideen von Jürgen Bräscher

ISBN 978-3-945701-07-2

Über die Autoren:


Petra Pliester, geboren 1973, ist Diplom-Kauffrau (FH) und seit 2000 als Marketing- und Projektmanagerin tätig. Aus Überzeugung hat sie sich für eine berufliche Laufbahn in der alternativen Wirtschaft entschieden und arbeitet derzeit in einem Zentrum für Ayurveda-Medizin. Es ist ihr gelungen, energetische Prinzipien in das moderne Berufs- und Alltagsleben einzubringen.


Jürgen Bräscher (Jg. 1970) ist selbständiger Physiotherapeut und Feldenkrais-Lehrer. Seit 1997 gibt er Seminare und Fortbildungen. Persönliche Freiheit schätzt er über alles. Das spiegelt sich in seiner Leidenschaft für das Reisen ebenso wider wie in seinem Unterricht: Hier erfahren die Kursteilnehmer einen Rahmen ganz ohne Leistungsdruck und werden in ihrer Selbstentfaltung gefördert.

Für alle, die ihr Leben mit anderen Augen sehen möchten.

Für unsere Generation, denn wir haben alle die gleichen Themen.

Für uns, weil wir unsere Liebe mit diesem Buch erneuert haben.

Vorwort zur dritten Auflage

Als wir 2015 begannen, das Buch „Leben als Freigeist“ zu schreiben, waren uns alle dafür vorgesehenen Themen so wichtig, dass wir sie gleich zu Anfang in das Vorwort packen wollten. Mit jedem neuen Gedanken wuchs die Begeisterung – und mit ihr das Vorwort. Nach und nach wurde die Einleitung so umfangreich, dass sie bereits ein komplettes Buch umfasste. „Leben als Freigeist“ war geboren – nur ein echtes Vorwort gab es nicht mehr.

Mit der dritten Auflage holen wir das Vorwort nun nach, denn inzwischen befinden wir uns mitten in der Veränderung, die wir bereits 2015 angekündigt haben. Das macht die Inhalte von „Leben als Freigeist“ aktueller denn je.

Die alten Strategien haben ausgedient

Ursprünglich war dieses Buch als Leitfaden gedacht für Menschen, die sich mit einem „Leben von der Stange“ nicht wohlfühlen und eigene Wege beschreiten wollen. Das ist schwieriger als es klingt, denn am Wegesrand lauern Energieräuber und andere Gestalten, die uns immer wieder von dem abbringen, was uns wirklich am Herzen liegt. Wer sich trotzdem selbst treu bleiben möchte, braucht Handwerkszeug, um eine persönliche Krise zu meistern.

„Leben als Freigeist“ liefert genau dieses Handwerkszeug – und noch viel mehr: Die gegenwärtigen Entwicklungen zeigen, dass dieses Buch nicht nur für einzelne Personen, sondern für den gesellschaftlichen Umbruch geschrieben ist, nicht für irgendeine, sondern genau für diese Krise.

Antworten auf die größte Veränderung unseres Lebens

Unser Lebensmodell und unser Gesellschaftssystem stammen aus einer anderen Zeit. Längst ist klar, dass ein neuer Wind weht, nichts funktioniert mehr so wie es soll, alte Strategien greifen nicht mehr, trotzdem wird sich derer fleißig bedient. Da ist es kein Wunder, dass unser Leben und unser berufliches Dasein zur reinen Routine geworden sind, wir stecken fest. Es ist an der Zeit, umzudenken, es fragt sich nur, wie und in welche Richtung.

Am Anfang stehen für jeden von uns Fragen wie: Halte ich krampfhaft an überholten Mustern fest und drehe mich im Kreis? Oder möchte ich etwas Neues ausprobieren und entdecken, was mich weiterbringt? Lasse ich althergebrachte Mechanismen über mein Leben bestimmen oder folge ich den Wegweisern in die Zukunft?

Alt oder neu – vor dieser Entscheidung kann sich niemand mehr drücken.

Wegweiser in die neue Zeit

Das Leben ist mehr als wir dachten. Vielleicht haben wir bis jetzt nur einen Teil davon kennengelernt, uns innerhalb von Grenzen bewegt, die uns die Gesellschaft vorgibt. Die Corona-Krise treibt es auf die Spitze: Wir erleben, wie unsere Grenzen Woche für Woche enger werden, unser Grundrecht auf Freiheit und Selbstbestimmung dahinschwindet. Doch die Krise hat auch eine gute Seite, denn sie macht andere Werte sichtbar. Sie gibt uns zu verstehen, dass es nicht genug ist, Geld verdient und Stress gehabt zu haben, wenn man irgendwann zurückblickt. Es wird immer klarer, wie sehr unser Leben aus eingefahrenen Verhaltensweisen besteht, die genauso zuverlässig sind wie die Zugvögel, die jedes Jahr im Herbst ihr Winterquartier aufsuchen, um im Frühjahr wieder zurückzukommen. Über Jahrzehnte hinweg folgen wir unseren erlernten Mustern und merken es nicht einmal. Manche tun uns gut, andere manipulieren uns, so dass wir uns mehr denn je von einem selbstbestimmten Leben entfernen.

Mit unseren Wegweisern, die einfach etwas Übung benötigen, kann es Ihnen gelingen, sich daraus zu befreien. Das Schöne ist: Diese Prinzipien lassen sich in nahezu jeder Situation wiederfinden. Indem Sie sie anwenden, erfahren Sie mehr über sich und Ihr Leben, Ihre Wünsche und Träume, und vielleicht sind irgendwann genau diese zum Greifen nahe. Das macht Mut, das gibt uns Hoffnung, damit wir alle einem besseren Leben und einem besseren Miteinander entgegengehen.

Es lebe der Freigeist!

Petra Pliester & Jürgen Bräscher

Mai 2021

Wie möchten Sie Ihr Leben gestalten?

Führen Sie genau das Leben, das Sie sich immer gewünscht haben? Fühlen Sie sich die meiste Zeit wohl und frei in Ihren Entscheidungen? – Wenn Sie diese Fragen aus vollem Herzen mit „Ja“ beantworten können, gratulieren wir Ihnen. Offensichtlich haben Sie in Ihrem Leben alles richtig gemacht.

Vielleicht tauchen angesichts dieser Fragen aber Zweifel in Ihnen auf, und damit wären Sie nicht allein. Zwar leben wir in einem freien Land und haben alle Möglichkeiten, dennoch führen wir oft ein Leben, das uns nicht guttut. Wir ordnen uns Sachzwängen unter, folgen einem Lebensplan, der sich nahtlos in die Gesellschaft integriert, aber nicht unser eigener ist. Irgendwann in dem Alter zwischen 30 und 50 haben wir das Gefühl, in einer Sackgasse zu stecken. Ganz gleich was wir tun, wir kommen nicht weiter.

In der Regel haben wir alles, was wir brauchen, von der Familie und der Arbeit bis hin zu einem Platz zum Wohnen und einem fahrbaren Untersatz. Und doch funktionieren wir mehr als wir leben. Sind wir voller Erfüllung, glücklich und zufrieden oder fehlt uns etwas? Dieses Etwas, das uns beschäftigt und uns das Gefühl gibt, dass es so, wie es ist, nicht stimmig ist.

Um herauszufinden, was dieses Etwas ist, sind wir, die Autoren, viel auf Reisen gegangen. Die Distanz zur Heimat hat uns einen anderen Blickwinkel auf die verschiedenen Bereiche unseres Lebens gegeben. – Unterwegs stellt sich oft wie von selbst eine Leichtigkeit ein. Voller Vertrauen gelingt uns alles, was wir uns vornehmen. Das Leben fließt, wir gehen mit, wir sind im Flow.

Um diese Erfahrung zu machen, ist es nicht einmal notwendig, ins Ausland zu fahren. Schon 100 Kilometer weiter kann ein Leben stattfinden, das sich ganz anders anfühlt, als das vor der eigenen Haustür.

Das Gefühl der Leichtigkeit haben wir schätzen und lieben gelernt. Doch Stück für Stück löst sich dieser wunderbare Zustand wieder in Wohlgefallen auf, sobald wir zurück in Deutschland sind. Das kommt Ihnen sicherlich bekannt vor. Wie lange hat der Erholungseffekt nach Ihrem letzten Urlaub oder Ihrem Wohlfühl-Wochenende angehalten?

Auch zu Hause haben wir alle Möglichkeiten, etwas für uns zu tun, und nutzen diese sogar. Wir verwirklichen uns beruflich, treiben Sport, besuchen Kurse für Autogenes Training und Yoga oder gehen ganz klassisch einfach spazieren und tanken frische Luft. Wir probieren verschiedene Methoden aus und so manches Mal verwerfen wir sie wieder, weil langfristig der gewünschte Effekt ausbleibt. Das gute Gefühl hält nur solange an, bis wir wieder in den eigenen vier Wänden oder im Büro sind. Warum halten diese Erholungsoasen dem Alltag nicht stand?

! Wir tun immer das Gleiche und erwarten am Ende ein anderes Resultat! (Frei nach dem Film: Herzfeld, John: „Reach me“. USA 2014)

Unsere Gewohnheiten wirken wie ein Sog. Ehe wir uns versehen, rutschen wir wieder zurück in den alten Trott, auch wenn wir wissen, dass er uns nicht guttut. Es scheint fast unmöglich, etwas zu verändern. Das liegt nicht nur daran, dass wir zu bequem oder zu ängstlich sind, um uns auf Veränderungen einzulassen. Es geht schon damit los, dass wir etwas anders machen müssen, als es die anderen tun.

Die meisten Menschen tun immer das Gleiche. Die Industrie weiß das schon lange und nutzt diese Erkenntnis, um unser Konsumverhalten zu steuern. Das funktioniert hervorragend, denn wir verhalten uns längst nicht so individuell wie wir glauben. Und gerade weil die meisten Menschen immer das Gleiche tun, haben sie auch ähnliche Themen und Probleme. Diese Probleme versuchen wir dann mit unserem Verstand zu lösen. Das scheint logisch, weil wir das schon immer so gemacht haben. Am Ende stellen wir aber fest, dass wir so nicht weiterkommen.

Was ist nun, wenn unsere Probleme nicht mit rationalem Denken zu lösen sind, wenn wir uns dazu auf eine andere Ebene begeben müssen? In diesem Buch stellen wir Ihnen Lösungsansätze vor, die von dem abweichen, was wir gewohnt sind. Es ist eine neue Sicht auf unser Leben, für die energetische Faktoren eine Rolle spielen.

Doch lassen Sie uns zunächst herauszufinden, warum wir kollektiv immer wieder den gleichen Verhaltensweisen folgen. Dafür werfen wir einen Blick in die Familie, hier wird im Kleinen die Gleichschaltung gelebt, die auch im Großen, das heißt in der Gesellschaft als Ganzes, stattfindet.

Raum für sich selbst

Noch heute können wir in Asien beobachten, dass sechs oder acht Familienmitglieder in einem Raum schlafen. Mit einer Bastmatte auf dem Boden schlummern alle dicht nebeneinander. Die Menschen teilen denselben Schlaf- und Wachrhythmus; sie haben sich in ihren Gewohnheiten einander angepasst. Auch bei uns ist es noch nicht so lange her, dass alle Familienmitglieder in einem Raum geschlafen beziehungsweise sich die meiste Zeit im selben Zimmer aufgehalten haben. Oft wurde ja auch nur ein Raum beheizt. Heute ist es selbstverständlich, dass die Kinder ihr eigenes Zimmer bekommen. Schon seit längerer Zeit ist in unseren Wohnungen genügend Raum für alle, und dennoch sind die Familienmitglieder geistig eng miteinander verbunden.

Es gibt in der Familie einen gemeinsamen Lebensablauf, dem man folgt, ob man will oder nicht. Wir kennen noch die Aussage unserer Eltern, wenn wir andere Meinungen oder Ansichten vertraten: „Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, tust du, was ich sage.“ So bleibt oft kein Spielraum für Diskussionen, sondern es wird ein Zwang ausgeübt, dem man sich zu beugen hat. Das gleiche Schema setzt sich in anderen Lebensbereichen fort: im Freundeskreis, am Arbeitsplatz oder in der Partnerschaft. Oft wird man nur dann akzeptiert oder geliebt, wenn man den Regeln der Familie beziehungsweise der Gruppe folgt. – Ist das wirklich Ihr eigener Weg, den Sie hier beschreiten?

Wo ist Ihr persönlicher Freiraum, um sich den eigenen Belangen zu widmen? Was wollen Sie am liebsten tun und stimmt das mit der Gruppe überein? Wenn wir uns entfalten wollen, brauchen wir dazu einen eigenen Rahmen, einen Freiraum, in dem unsere Gedanken fließen und wir nicht nur durchatmen, sondern auch kreativ sein können.

Es macht Sinn, nachzuschauen, was Ihr Herz bewegt. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Träume, für das, was Sie gerne tun.

Herz und Leidenschaft

Es gibt sie auch in Ihrem Herzen, die tief verborgenen oder vergrabenen Träume, die gelebt werden möchten. Im hintersten Winkel schlummert eine Leidenschaft, eine Sehnsucht, die in all Ihr Tun mit einfließen möchte. Wagen Sie es hinzuschauen. Das können ganz einfache Sachen sein: mit Liebe zu kochen, mit Hingabe einem Hobby zu frönen, ganz einfach mit Liebe bei der Sache zu sein. Nicht nur der Glaube versetzt Berge, die Liebe tut es auch.

Denken Sie nur an den Zustand des Verliebtseins: alles scheint möglich, wir haben Ausstrahlung, sind glücklich und unsere Energie ist geradezu unerschöpflich. Die Liebe ist ein Teil unserer Gefühlswelt, und damit haben wir eine ständig verfügbare Energiequelle in uns. Wenn wir mit dieser positiven Energie verbunden sind, kommt das allen Lebensbereichen zugute, der Familie, dem Freundeskreis und dem Beruf. Menschen, die ihrer Liebe folgen und ihre Träume leben, wirken wie Magnete auf andere und sind erfolgreich in ihrem Sinne, mit Herz und Leidenschaft.

In Geschäftskreisen wird die Liebe müde belächelt. Sie wird als Gefühlsduselei abgetan, weil man sie sich in der sogenannten harten Geschäftswelt nicht leisten kann. Bestenfalls wird mal von der „guten Seele“ in der Firma gesprochen. Wirklich wertgeschätzt werden ihre Fähigkeiten und ihr Beitrag zu einem produktiven Arbeitsleben aber nicht. Man kann die „gute Seele“ halt nicht in Zahlen erfassen. Könnte es nicht sein, dass gerade deswegen heute die Geschäftswelt – so wie wir sie kennen – zusammenbricht? Die Krisen der letzten Jahre weisen darauf hin, dass die herkömmlichen Management-Strategien nicht mehr funktionieren. Selbst in der Wirtschaft brauchen wir eine neue Quelle, aus der wir Kraft schöpfen können.

Unsere Gefühle bergen ein enormes Potenzial, auf das wir bislang nicht zugreifen. Im Gegenteil: Die meiste Zeit sind wir damit beschäftigt, unsere Gefühle zu unterdrücken. Tief in unserem Inneren wissen wir aber ganz genau, was in uns schlummert. Die Gefühle sind längst in uns und wollen benutzt werden. Möglicherweise ist jetzt die Zeit reif, sie an die Oberfläche zu bringen.

Jeden Tag wenden Sie erlerntes Wissen an, im Beruf genauso wie im Alltag, damit kennen Sie sich aus; sich auf dieser Ebene zu bewegen, ist Ihnen vertraut. Die Gefühle lassen Sie dabei nur allzu oft außen vor. Ihre Entscheidungen treffen Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen oder mit dem Verstand. Doch es gibt viel mehr Entscheidungshilfen und Werkzeuge. Beginnen Sie, Ihre Intuitionen wahrzunehmen, und begeben Sie sich auf einen Weg, der Sie wieder in Verbindung mit Ihren Sinnen bringt. Was hören Sie, wenn Sie hinhorchen, was sehen Sie, wenn Sie hinschauen, oder was fühlen Sie, wenn Sie in sich hineinspüren. Ein Wegweiser steht Ihnen schon lange zur Seite: Ihr Bauchgefühl.

In diesem Buch möchten wir Sie auf eine neue Ebene begleiten, es ist eine energetische, auf der Ihre Sinne, Ihre Gefühle und Ihre Intuition eine Schlüsselrolle spielen. Um diese Ebene kennenzulernen, haben wir Beispiele zusammengetragen, die Ihnen als Spuren und Wegweiser dienen können. Mit deren Hilfe können Sie erkennen, welche Situationen und Handlungsmuster Ihnen wohlgesonnen sind und welche nicht. Aus einem anderen Blickwinkel heraus können Sie Blockaden sehen, die Sie daran hindern, in Ihre Kraft zu kommen. Sie werden Stück für Stück herausfinden, was Ihnen guttut und was Ihnen schadet.

Dabei geht es nicht darum, objektiv zu bewerten, was richtig und was falsch ist. Vielmehr werden Sie ermutigt, Ihren persönlichen Weg zu gehen, frei von Fremdbestimmung und Manipulation. Denn wenn Sie fortwährend damit beschäftigt sind, Ihre Gedanken und Ihr Tun anderen zu widmen, bleiben Sie selbst auf der Strecke.

Es geht darum, Raum für sich selbst zu schaffen, Raum für Ihre Werte, Ihre Kreativität, Ihre Sensibilität, Ihre Themen und Ansichten, Ihre Entwicklung, Ihr „Anders-Sein“, Ihr Wohlbefinden und Ihre Gefühle. Diesen Raum darf es überall geben, im Alltag, beim Einkaufen und bei der Arbeit, in Ihrer Wohnung und in Ihnen selbst.

Die Macht der Muster

Kinder gehen neugierig und mit offenen Augen durch die Welt. Alles ist neu und aufregend, sie machen viele Dinge zum ersten Mal. Kinder haben noch keinen Erfahrungsschatz, auf den sie zurückgreifen können. Deshalb reagieren sie in vielen Situationen spontan, sie folgen ihrer Intuition. An der Reaktion ihrer Mitmenschen lernen sie, dass manche Dinge funktionieren und andere nicht. Für einige Taten werden sie gelobt, für andere bestraft.

Auf diese Weise entwickeln die Heranwachsenden mit der Zeit eine Art Regelkatalog dafür, wie sie sich in einzelnen Situationen verhalten; sie handeln und bewegen sich nach bestimmten Mustern. Wenn Manuela gefragt wird, ob sie für das Schulfest einen Kuchen backt, sagt sie immer „Ja“, auch wenn sie eigentlich keine Zeit hat. Aber sie hat gelernt: Ich werde nur geliebt, wenn ich die Wünsche anderer erfülle. Im Büro geht es ihr genauso: Sie will allen alles recht machen. Für die Kollegen ist das sehr bequem. Wird es einmal eng, springt Manuela ein, auch wenn sie selber den Schreibtisch voll hat. Einmal hatte sie es probiert, „Nein“ zu sagen. Als sie bis über beide Ohren in einem eigenen Projekt steckte, da hatte sie es abgelehnt, die Kollegin bei der Vorbereitung einer Veranstaltung zu unterstützen. Die Reaktion kam prompt: „Wie kannst du mich so hängen lassen? Vor lauter Arbeit weiß ich nicht mehr, wo ich anfangen soll. Ich bin so enttäuscht von dir!“ Das Arbeitsklima wurde für ein paar Tage eisig. Die Kollegin hatte kein Verständnis dafür, dass Manuela sich abgrenzt; Argumente wurden nicht akzeptiert. Manuela hatte die stillschweigende Vereinbarung gebrochen, wer sich in ihrer kollegialen Beziehung wie zu verhalten hat. Beim nächsten Mal hatte Manuela um des lieben Friedens willen wieder gesagt: „Ja, mache ich.“ Wohl hatte sie sich damit nicht gefühlt, ihre eigenen Bedürfnisse blieben auf der Strecke, aber die Kollegin war zufrieden. – Dieses Beispiel zeigt: Je älter wir werden, desto festgefahrener sind unsere Muster. Eine Aktion x löst die Reaktion y aus, zuverlässig wie eine mathematische Gleichung. Wir schaffen es immer seltener, anders zu handeln.

Problematisch wird es immer dann, wenn zwei Menschen nach unterschiedlichen Mustern agieren, das kann ganze Beziehungen zermürben. – Astrid liebt es, wenn in der gemeinsamen Wohnung alles an seinem Platz ist. Sie hat gern den Überblick, räumt auf und sortiert alte Sachen aus dem Kleiderschrank aus, die sie sowieso nicht mehr anzieht. Ihr Mann Roland ist genau das Gegenteil: Er hamstert und häuft Dinge an, die niemand braucht, kein Sonderangebot ist vor ihm sicher. Wenn die Heckenschere mal kaputt gehen sollte, hat er noch eine auf Vorrat. Auch seine alten Legosteine will er unbedingt behalten, die könne er noch seinen Enkeln vermachen. Dabei haben Astrid und Roland noch nicht einmal Kinder.

Die beiden Muster, die hier aufeinandertreffen, sind sehr stark. Astrid hat das Gefühl, in all dem unnützen Krimskrams zu ersticken. Roland bekommt Panik, wenn der Vorratskeller nur zur Hälfte voll ist. Sie räumt auf, er füllt so schnell wie möglich die entstandenen freien Lücken wieder auf. So drehen sich die Partner im Kreis und reiben sich dabei auf, es sei denn, einer schafft es auszusteigen. Sie haben sich in einem Muster aus immer gleichen Aktionen und Reaktionen festgefahren.

! Über die Muster werden aus einst aufgeschlossenen Kindern Erwachsene mit Scheuklappen.

Viele Menschen schauen nicht nach links und nicht nach rechts. Es gibt für sie keinen Spielraum, um spontan zu agieren oder einfach mal etwas anders zu machen als sonst. Sie stecken in einem Korsett aus

sich ständig wiederholenden Verhaltensweisen. Und diese gibt es nicht nur auf der individuellen, sondern auch auf der gesellschaftlichen Ebene – wie im Kleinen, so im Großen.

Es gibt im Wesentlichen ein anerkanntes Lebensmodell, das unsere Gesellschaft bestimmt: Schon in der Schule werden wir darauf konditioniert, pünktlich und fleißig zu sein und durchzuhalten. Wenn die Schulglocke schrillt, geht jeder auf seinen Platz und sitzt still, bis die Stunde vorbei ist, egal, ob die Unterrichtsstunde interessant ist oder nicht, egal, ob wir gerade Bewegungsdrang haben oder uns die Luft im Raum viel zu stickig ist. Wir müssen unsere eigenen Bedürfnisse zurückstellen, sie sind nicht wichtig. Erst wenn die Glocke wieder ertönt, dürfen wir für 15 Minuten machen, was wir wollen – allerdings nur in den engen Grenzen des Pausenhofs. Und für den Nachmittag gibt es noch die Hausaufgaben. Schließlich kann es nicht sein, dass wir einfach frei über unsere Zeit bestimmen, das können wir ja später im Berufsleben auch nicht.

Als Erwachsene sollen wir eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren, dann Geld verdienen, Steuern zahlen und – ganz wichtig – konsumieren. Die Wirtschaft muss ja wachsen, darauf hat man sich verständigt. Und das geht nur, wenn wir alle brav mitmachen, wenn wir immer effizienter werden, das heißt immer mehr Arbeit in immer weniger Zeit leisten. Dann bekommen wir vielleicht auch mal eine Gehaltserhöhung und können uns noch mehr Dinge kaufen, die wir nicht benötigen, nur um die Leere in unserem Inneren zu füllen. Wir können ein größeres Auto kaufen, damit wir nach außen hin etwas darstellen, oder ein neues Haus bauen, denn danach werden die Nachbarn unseren Erfolg beurteilen. Nebenbei gründen wir noch eine Familie, haben vielleicht zwei Kinder und einen Golden Retriever.

In ihrer je eigenen Variante folgen die meisten von uns diesem Lebensmodell. Die gesellschaftliche Norm gibt es uns so vor und bis zu einem bestimmten Punkt stellen wir es nicht in Frage. Doch irgendwann kommt der Moment, in dem wir uns eingestehen, dass wir gescheitert sind. Denn das gegenwärtige Lebensmodell funktioniert für uns nicht mehr. Da gibt es den Familienmenschen, der vor den Scherben seiner Ehe steht. Er hat so viel gearbeitet, dass er und seine Frau sich in den letzten zehn Jahren kaum noch gesehen haben. Dort ist die ehrgeizige Bankerin, die auch mit 40 noch Sachbearbeiterin ist. All ihr Engagement und ihre Überstunden haben sie nicht in eine Führungsposition gebracht.

! Die Stressmühle läuft auf Hochtouren und wir laufen fleißig mit, ohne zu überlegen, wohin wir eigentlich unterwegs sind, wenn wir so emsig einen Fuß vor den anderen setzen. (Vgl. George, Nina: „Das Lavendelzimmer“. München 2013)

Auf diesem skizzierten Weg ist uns oft die Freude abhanden gekommen. Wir sehen keinen Sinn mehr in dem, was wir tun, in dem, was wir uns einst erhofft haben. Doch es scheint keine Alternative zu geben. Wir spüren, dass es falsch läuft, und laufen trotzdem weiter, oft hinein ins Burnout. Die Menschen stecken in einer Endlosschleife. Warum ist es so schwierig, etwas zu verändern?

Zunächst einmal deshalb, weil alle dasselbe tun; wir haben einen Konsens in der Gesellschaft gefunden, wie „das Leben“ auszusehen hat. Dieses Modell wird in den Medien propagiert und gilt als das Maß der Dinge. Es ist quasi überall und entfaltet eine Sogwirkung. Von Natur aus ist der Mensch darauf angelegt, in einer Gemeinschaft zu leben, und hatte in der Geschichte der Evolution damit Erfolg. Der soziale Zusammenhalt hat über Jahrtausende hinweg das Überleben der Spezies Mensch gesichert. Es ist in unseren Genen angelegt, uns in die Gemeinschaft einzufügen, indem wir dem Muster der anderen folgen.

Der erste Schritt hin zur Veränderung ist also, überhaupt auf die Idee zu kommen, von dem gängigen Muster abzuweichen. Für Manuela ist es selbstverständlich, dass sie für jedes Schulfest einen Kuchen backt. Sie muss erst einmal realisieren, dass in diesem Jahr Claudia mal diese Aufgabe übernehmen könnte. – Fangen Sie an, Ihre Gewohnheiten kritisch zu hinterfragen. Damit legen Sie den Grundstein, um aus der Endlosschleife auszusteigen. Müssen Sie wirklich schon wieder Ihre Frühlingsgarderobe erneuern, nur weil in dieser Saison die Farben lachs und smaragdgrün „in“ sind? Die violette Bluse aus dem letzten Jahr steht Ihnen vielleicht sogar besser.

Wenn Sie dann tatsächlich sichtbare Veränderungen wagen, werden Sie schnell feststellen, dass Sie auf Widerstand stoßen. Der mag harmlos ausfallen, wenn Sie nur eine Bluse in der „falschen“ Farbe tragen. Werden die Veränderungen jedoch größer, erleben Sie, dass das gesellschaftliche Muster vehement verteidigt wird. Kommt ein Mitglied der Gemeinschaft auf die Idee, sich anders zu verhalten, wird er oder sie im besten Fall kritisch beäugt.

Martin, ein Familienvater, will nicht mehr 40 Stunden pro Woche arbeiten. Er möchte lieber Zeit mit seinen Kindern verbringen anstatt sie ersatzweise mit teuren Geschenken zu überhäufen. Bei seinem Abteilungsleiter stößt er auf Ungläubigkeit: „Sie wollen Teilzeit arbeiten? Aber Sie sind doch ein Mann!“ Für künftige Beförderungen hat er sich so disqualifiziert. Einige seiner alten Freunde belächeln Martin, er sei ja auf dem besten Wege, Hausmann zu werden. Nach ihrem Maßstab ist das nichts wert, und außerdem führt Martin ihnen vor Augen, dass sie selbst viel zu wenig Zeit mit ihrer Familie verbringen und dass auch ihre eigene Karriere nicht so gelaufen ist, wie sie sich das zu Beginn ihres Studiums erhofft hatten. Bevor sie hingehen und ihr eigenes Leben unter die Lupe nehmen, zeigen sie lieber mit dem Finger auf den Außenseiter, das ist einfacher.

Im Extremfall werden Menschen sogar angefeindet oder aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, wenn sie sich nicht anpassen. Ein Hartz-IV-Empfänger wird gern zum Schmarotzer abgestempelt, obwohl er sich vielleicht ehrenamtlich in der Sterbebegleitung engagiert und in diesem Job mehr für die Gesellschaft tut als der Versicherungsvertreter von nebenan.

! Wenn Ihr Umfeld ein Interesse daran hat, dass alles so bleibt wie es ist, fällt es sehr schwer, sich selbst weiterzuentwickeln.

100 Jahre sind genug – warum wir neue Lebensmodelle brauchen

Das eine große Muster, nach dem unsere Gesellschaft sich ausrichtet, stammt aus vergangenen Kriegs- und Nachkriegszeiten, es zieht sich durch die gesamte moderne Geschichte. Die letzte Epoche dieser Art begann in Europa vor cirka 100 Jahren mit dem Ersten Weltkrieg und zog sich bis Mitte der 1950er Jahre durch. Bis heute haben die Weltkriege einen unmittelbaren Bezug zu unserem eigenen Leben. Auch wenn wir selbst nicht direkt daran beteiligt waren, haben Familienangehörige der vorigen Generationen ihre schlechten Erfahrungen und daraus resultierende Verhaltensweisen an uns weitergegeben. Auf diese Weise spüren wir die Auswirkungen der Kriegswirren noch heute, die Erinnerung daran hat sich tief in unser kollektives Bewusstsein eingegraben.

Wenn Sie heute zwischen 40 und 50 Jahre alt sind, sind Ihre Eltern, um 1940 herum geboren. Deren Eltern wiederum sind alt genug, um den Zweiten Weltkrieg in der Blüte ihres Lebens unmittelbar miterlebt zu haben. Diese Zeit war geprägt vom Mangel an Nahrungsmitteln, Obdach und Kleidung. Die Menschen hatten Angst um ihr Leben, das Misstrauen regierte. Die Regierung wollte das Volk kontrollieren, gleichschalten und für die eigenen Zwecke missbrauchen. Anders zu sein, war gefährlich, es gab keinen Spielraum für individuelle Freiheit.

Später in der Nachkriegszeit gab es einiges aufzuholen. Die Wirtschaft blühte, man konnte sich etwas gönnen und den zuvor herrschenden Mangel ausgleichen. Es gab das Versprechen, dass der technische Fortschritt und das Wirtschaftswachstum uns alle in den Wohlstand führen würden. Das hat eine Zeit lang funktioniert, und weil es funktioniert hat, haben wir die bewährten Verhaltensweisen von unseren Großeltern und Eltern übernommen.

Wenn wir heute aber immer noch die gleichen Verhaltensmuster an den Tag legen, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihre Berechtigung hatten, so stoßen wir auf eine Diskrepanz, da unsere Welt inzwischen ganz anders aussieht. Wir leben nicht mehr im Mangel, sondern kämpfen in vielen Lebensbereichen mit dem Überfluss. Der Vater verwahrte seinerzeit noch jede rostige Schraube und jedes Holzbrett, um daraus später vielleicht noch etwas zu bauen. „Man kann das sicher noch einmal gebrauchen“, ist ein Standardsatz, den Sie bestimmt schon gehört haben. Natürlich machte das in der Nachkriegszeit Sinn. Es gab ja oft nicht die Dinge zu kaufen, die gerade benötigt wurden, oder es war schlichtweg kein Geld im Haus. Heute können wir einfach in den Baumarkt gehen, wo es alles zu erschwinglichen Preisen gibt. Es besteht keine Notwendigkeit mehr, den ganzen Keller mit Material vollzustopfen, um aus dem ganzen Pool irgendwann vielleicht eine einzelne Eisenstange zu verarbeiten.

Vielmehr stehen wir vor der Aufgabe, aus dem gewaltigen Überangebot sämtlicher Dinge eine kluge Auswahl für uns zu treffen. Wie oft standen Sie schon im Supermarkt vor dem Nudelregal und haben versucht, unter 40 Sorten die richtige zu finden?

Genauso geht es uns mit all den Informationen, die täglich auf uns einströmen. Im Krieg mussten sich die Menschen um das einzige Transistorradio im Dorf versammeln, um die lebensnotwendige Information zu bekommen, wie weit die feindlichen Truppen schon vorgerückt sind. Informationen waren knapp und schwer einholbar. Heute prasseln dagegen in einem Jahr so viele Informationen auf uns ein, wie vor dem Zeitalter der Industrialisierung insgesamt in zweihundert Jahren verbreitet wurden. Aus einer Vielfalt an Medien erreichen uns Botschaften und Nachrichten aus aller Welt, die oft mit unserem eigenen Leben gar nichts zu tun haben. Hier gilt es, klug zu filtern. Statt immer mehr Besitztümer und Informationen anzuhäufen, müssen wir aussortieren. Alles andere führt zu Erschöpfung.

Unsere Wünsche und Herausforderungen sind heute ganz andere als in den Generationen vor uns. Trotzdem funktionieren wir noch so, wie es uns antrainiert wurde, nämlich nach den unbewussten Verhaltensmustern von vor 100 Jahren, und damit geht es uns nicht gut. Es ist an der Zeit, dass die jüngeren Generationen erforschen, was sie brauchen, und es äußern.

! Es macht keinen Sinn, die Bedürfnisse einer längst vergangenen Zeit zu bedienen.

Wir müssen dringend etwas ändern: Statt immer wieder in alten, längst überholten Themen herumzurühren, müssen wir uns dem zuwenden, was wir (er-)schaffen wollen. Es gilt, das Muster aufzubrechen, das von der Familie bis hin zur Gesellschaft alles durchdringt.

Dafür müssen Sie zunächst das alte Muster erkennen, wenn es Ihnen begegnet. Das mag anfangs schwer sein, denn Sie sind damit aufgewachsen und es ist zu einem Teil von Ihnen geworden. Viele Verhaltensweisen scheinen Ihnen so selbstverständlich, dass Sie sie nicht einmal bemerken, geschweige denn hinterfragen. Kurzum: Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Doch es gibt zahlreiche Spuren, die auf das alte oder neue Muster hinweisen. Nachdem Sie dieses Buch gelesen haben, werden Sie sie finden und zu deuten wissen. Die Spuren verdichten sich zu Wegweisern und Sie können sich frei entscheiden:

! Folgen Sie dem ausgetretenen Pfad zurück in die alte Welt oder gehen Sie in eine neue Richtung?

Wenn Sie in einer Situation erkennen: „Hier herrscht das alte Muster“, brauchen Sie keine Energie mehr darauf zu verschwenden. Es macht dann Sinn, die Dinge einfach sein zu lassen. Ein Beispiel: Wer das Buch „Simplify your life“ (vgl. Küstenmacher, Werner Tiki: „Simplify your life“. Frankfurt 2001) gelesen hat, kann sich vielleicht an den Tipp erinnern, seinen Schreibtisch aufzuräumen. Denn: Eine klare Umgebung schafft klare Gedanken. Aus unserer Sicht ist das ein zeitgemäßer und sinnvoller Ansatz. Wenn Ihr Chef aber in dem alten Muster steckt, wird er, sobald er Ihren Schreibtisch sieht, nicht denken: „Was habe ich für einen gut organisierten Mitarbeiter.“ Stattdessen sagt er sich vielleicht: „Oh, der hat ja nichts zu tun“, und wird Sie mit neuen Aufträgen überhäufen, die Sie verzweifelt versuchen, wieder gut zu ordnen, um die Übersicht zu behalten. Und da hätten wir sie wieder, die Endlosschleife. In einem solchen Konflikt aus alt und neu werden Sie sich totlaufen. Sie verlieren eine Menge Energie und Ihr Einsatz führt zu nichts.

Aber keine Sorge: Es gibt Hoffnung, denn in vielen Bereichen kann man schon neue Verhaltensweisen wirken sehen. Wenn einzelne Personen den Anfang machen und eigene Lebensmodelle entwerfen, können andere ihrem Beispiel folgen. Mit einer ständig wachsenden Anzahl von Menschen, die anders denken, wird sich die Gesellschaft wandeln. Um diesen Wandel einzuleiten, genügen schon 5% der Bevölkerung, vorausgesetzt, dass in allen Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen Alternativen zum herkömmlichen Muster vorgelebt werden(Welzer, Harald: „Selbst denken: Eine Anleitung zum Widerstand“. Frankfurt 2013).

! Wir alle haben die Macht, etwas zu verändern. Allerdings müssen wir dort anfangen, wo es am unbequemsten ist: bei uns selbst.

Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, Dinge anders anzupacken. Probieren Sie es selbst aus und schauen Sie, was passiert. Stellen Sie sich beispielsweise vor, Sie bekommen in einem Meeting auf einmal Unterstützung für Ihre Gedanken. Sie stellen fest, dass Ihre vermeintlichen Außenseiter-Ideen wohlwollend aufgenommen werden. Andere lassen sich davon inspirieren und trauen sich, ihre eigenen Ansätze laut zu formulieren. Auf diese Weise befruchten sich die Teilnehmer gegenseitig mit ihren Ideen und Neues kann entstehen. – Welch ein Unterschied zu den Meetings im alten Stil, in denen es hauptsächlich darum geht, sich zu profilieren und möglichst schnell eine Meinung in den Raum zu werfen, sei sie auch noch so undurchdacht. Statt erbittertem Konkurrenzkampf entsteht nun eine Win-Win-Situation, von der alle profitieren und in der sich alle wohlfühlen dürfen.

Das ist nur ein Beispiel für neue Verhaltensweisen, die aufkommen, wenn Sie sich trauen, Ihrem eigenen Weg zu folgen, dem Weg des Herzens. Auch wenn es Ihnen am Anfang schwer fällt, am Ende wird es sich auszahlen. Sie brauchen mit Ihren Ansichten nicht mehr hinter dem Berg zu halten, verändern Sie Ihr Muster. Legen Sie das auf den Tisch, was Sie wollen und denken.

Alles eine Frage der Energie!?

In welcher Stimmung befinden Sie sich? Oder anders ausgedrückt: In welcher Energie sind Sie gerade? Sind Sie gut gelaunt und voller Elan oder müde, nachdenklich, vielleicht eher aufgebracht?

Die Batterie in uns

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine große Batterie in Ihrem Körper. Ihre Energie ist abhängig von dem Ladezustand dieser Batterie. Aus gutem Grund heißt es im Volksmund oft: Mein Akku ist leer.

Das war einmal anders, in Ihrer Kindheit oder Jugend war Ihre Batterie fast immer voll. Beim Spielen oder Fahrradfahren, beim Herumtoben oder auf Erkundungstouren durch Wiesen und Wälder sprühten Sie nur so vor Energie. Was tun Sie heute, um Ihren Akku wieder aufzuladen?

Nach einer schönen Feier kommen Sie energiegeladen nach Hause, ganz einfach, weil die Stimmung gut war. Das Gleiche geschieht bei einem Konzert. Wenn die Band vor Energie sprüht und Sie sich mitreißen lassen, springt der Funke auf Sie über. Am Ende verlassen Sie die Veranstaltung in positiver Stimmung. Stellen Sie sich vor, dass Sie nach einem anstrengenden Arbeitstag heimkommen und müde sind. Da klingelt das Telefon und Sie sprechen mit einer guten Freundin. Schon während des Gespräches realisieren Sie, dass Sie wacher werden, Ihre Lebensgeister kehren zurück. In all diesen Fällen hat sich Ihre Batterie wieder aufgeladen.


Das Aufladen kann auch über Ihre Gefühle geschehen. Ob Sie verliebt, verärgert oder wütend sind, in intensiven Gefühlszuständen mobilisieren Sie Energie, die Sie nicht in sich vermutet hätten. Selbst Aufmerksamkeit ist pure Energie. Wem schenken Sie Ihre Aufmerksamkeit? Kinder fordern sie vehement ein, genauso wie die ganze Werbeindustrie oder Ihr Arbeitgeber. Da stellt sich doch die Frage, was man mit Ihrer Aufmerksamkeit macht. Warum ist sie allen so wichtig?

In einem Interview beschreibt der Kabarettist Dieter Nuhr, wie ihn die Stille fasziniert, wenn er bei einem Auftritt vor 2.900 Menschen eine Denkpause einlegt. Er sagt, dass das Lachen gar nicht so anders klingt als bei 800 Menschen. Die Stille aber sei bei einem großen Publikum viel intensiver (vgl. Nuhr, Dieter: Interview „Wo treten Sie am liebsten auf?“).

Wenn so viele Personen ihre Aufmerksamkeit auf die Bühne richten und gespannt warten, wie es weitergeht, fließt pure Energie in seine Richtung. Mit dieser Energie wird seine Show noch besser, davon profitiert wiederum sein Publikum. Alle tanken Ihren Akku auf.

! Die Energie in Ihrer Batterie stellt Ihre Lebenskraft dar.

Die Sonne strahlt, wir tun es auch

Wenn wir über Menschen mit Ausstrahlung nachdenken, kommen uns oft Bilder von berühmten Persönlichkeiten und Schauspielern in den Sinn. Betritt einer dieser Menschen die Bühne, kann man diese Präsenz förmlich spüren. Es ist nicht nur deren Persönlichkeit, die strahlt wie eine kleine Sonne. Vielmehr ist dieser Mensch mit einem Feld aus Energie umgeben – genauso wie die Sonne ein Feld aus Wärmestrahlung in ihrem Umkreis erzeugt.


Nun ist es so, dass nicht nur berühmte Menschen eine Ausstrahlung beziehungsweise ein Feld um sich herum haben, sondern alle – auch Sie. Dieses Feld ist nicht sichtbar, dennoch ist es ein Teil von Ihnen. Es ist mal größer und mal kleiner. Sie spüren es, wenn Ihnen jemand zu nahe kommt, der kein Distanzgefühl hat, der Ihnen quasi auf die Pelle rückt. Sie haben es vielleicht schon gespürt, als der Mensch noch weiter entfernt war. Ihr Energiefeld ist nämlich größer als Sie denken.

! Jeder Mensch hat ein eigenes Energiefeld.

Kommen Sie mit anderen Menschen in Kontakt, überlagern sich die Felder. Das ist ganz natürlich, und solange Sie sich einander langsam annähern, ist das in Ordnung. Über Gespräche, gemeinsame Interessen und Unternehmungen lernen Sie sich im Laufe der Zeit kennen. Doch wenn Sie plötzlich mit fremden Menschen in Kontakt treten, ist all dies nicht vorausgegangen. Sie werden von dem, was andere mitbringen, überrascht. Völlig unterschiedliche Energiefelder berühren und überlagern sich. Hier prallen Welten aufeinander, wie es so schön heißt. Stellen Sie sich vor, Sie bekommen zusammen mit drei fremden Menschen einen Garten geschenkt. In dieser Gemeinschaft sollen Sie ohne Absprache, ohne weitere Worte, den Garten bestellen. Das Grundstück wurde nicht gevierteilt, es steht allen offen zur freien Gestaltung zur Verfügung. Die anderen drei und Sie beginnen nun, sich in die Arbeit zu stürzen, jeder nach seinen eigenen Vorstellungen. Wie wird wohl der Garten aussehen? Klingt das Ganze nicht jetzt schon verwirrend und konfus?


Genauso dasselbe geschieht mit den Energiefeldern, die wir ausstrahlen. Wenn sich verschiedene Felder beziehungsweise Interessen überlagern, kann schon mal ein wildes Durcheinander entstehen. Um sich nach einer solchen Begegnung wieder zu sammeln, brauchen Sie buchstäblich Raum für sich, einen Raum, in dem Sie sich wieder auf Ihre eigene Energie besinnen können und nicht mit den Feldern anderer in Kontakt kommen.

Die Energie der Gruppendynamik

Sobald mehrere Personen an einem Ort zusammentreffen, erzeugen diese gemeinsam ein Energiefeld. Um das zu verstehen, gehen wir noch einmal in die Situation eines Meetings hinein: In der Firma ist es üblich, an einem festen Wochentag ein Meeting abzuhalten. Donnerstags um 11 Uhr kommen die Mitarbeiter der Abteilung zusammen, um Informationen auszutauschen, damit alle auf demselben Stand sind. Eigentlich ist das Meeting allen lästig, die „normale“ Arbeit wird unterbrochen, und da sowieso alle zu wenig Zeit haben, müssen die liegengebliebenen Angelegenheiten später erledigt werden. Diejenigen Mitarbeiter, die pünktlich eintreffen, warten auf die Nachzügler. Diese führen noch eben schnell ein Telefonat zu Ende oder holen sich einen Kaffee. Dann stürzen sie in den Besprechungsraum, der zu eng ist und in dem es nicht genügend Stühle für alle gibt. Wie wird wohl die Stimmung in diesem Raum sein? Können Sie die grundlegende Gereiztheit erahnen? Die Leute fühlen sich körperlich unwohl und sind mit ihren Gedanken woanders.

Einige haben sogar Angst, denn als erstes wird der Chef auf die aktuellen Umsatzzahlen eingehen, die hinter den gesteckten Zielen zurückgeblieben sind. Den beiden Verkäufern im Team bricht der Schweiß aus, denn das Verkaufen fällt nun mal in ihren Verantwortungsbereich. Zwar sind die Zahlen auf dem hervorragenden Niveau des Vorjahres, aber es war eine weitere Steigerung um 15 % vorgesehen. Die Leistung, die im letzten Jahr noch toll war, ist jetzt nichts mehr wert, sie haben versagt. So beurteilt es der Chef nach seinem Muster und macht die beiden vor versammelter Mannschaft nieder. Die Schamröte steigt ihnen ins Gesicht, und die anderen Mitarbeiter werden immer kleiner auf ihren Sitzen.

In einer solchen Situation ist die Spannung spürbar. Es herrscht sozusagen „dicke Luft“. Man kann sie nicht sehen und doch fast mit den Händen greifen. Die Fenster sind geschlossen, die Luft ist verbraucht und steht im Raum. Parallel dazu steigt die Temperatur, die Menschen heizen sich gegenseitig auf. Wenn jetzt noch ein falsches Wort fällt, kocht die Stimmung über.

All diese Faktoren schaffen eine unangenehme Atmosphäre im Raum. Sie ist mit unseren normalen fünf Sinnen nicht zu erfassen und doch kann sie jeder wahrnehmen. Als sechster Sinn signalisiert unser Bauchgefühl, dass hier etwas nicht stimmt. Intuitiv reagieren wir auf die negative Stimmung, die alle Meeting-Teilnehmer gemeinsam erzeugt haben.

Wie ist dieses Energiefeld entstanden? Eine große Rolle spielt der enge Raum. Normalerweise halten Menschen körperlichen Abstand voneinander, sofern sie nicht zum engsten Familien- oder Freundeskreis gehören. Unter Kollegen würde man cirka eine Armlänge Distanz wahren. In dem kleinen Meetingraum ist das nicht möglich. Die ungewollte Nähe verursacht Unbehagen, da die Kollegen in die intime Zone eingedrungen sind. Die Energiefelder der einzelnen Personen überlagern sich.

Die meisten Mitarbeiter sind ohnehin schon gestresst, als sie den Raum betreten. Ihre Anspannung steigt weiter, als der Chef aus seiner Machtstellung heraus die beiden Verkäufer herunterputzt. In einer solchen Situation ist es sehr schwierig, dass Sie in Ihrer eigenen Stimmung bleiben. Selbst wenn Sie mit guter Laune in das Meeting gegangen sind, wird sich nach und nach Ihr Energielevel an das der anderen Kollegen anpassen.

Auch das selbständige Denken fällt nicht mehr so leicht. Eigentlich hatten Sie eine gute Idee, die Sie heute vorstellen wollten. Aber nachdem der Vorgesetzte seine Aggression an seinen Mitarbeiter ausgelassen hat, fühlen Sie sich klein. Sie trauen sich nicht mehr, aus dem Schutz der Gruppe herauszutreten und Ihren Vorschlag vorzubringen. Denn damit machen Sie sich angreifbar. Vielleicht war Ihre Idee ja doch gar nicht so gut. Ihre eigenen Gedanken verschwimmen und die Gruppendynamik hat die Überhand gewonnen.

Ist das vielleicht der eigentliche Sinn des wöchentlichen Meetings? Sicher werden alle Mitarbeiter auf denselben Stand gebracht. Aber es geht nur vordergründig um den Informationsaustausch. Auf einer tieferen Ebene findet eine Machtdemonstration statt. Der Chef hat seinen Standpunkt klar gemacht und die einzelnen Personen auf den Kurs der Firma eingestimmt. Nicht umsonst spricht man von der Corporate Identity, der Firmenidentität, der sich das Individuum unterordnet.

! Gruppen erzeugen ein eigenes Energiefeld.

Energieraub – der perfekte Coup

Mit dem Akku in uns reagieren wir wie ein batteriebetriebenes Gerät. Verbrauchen wir viel Energie, kommen wir in unseren „roten Bereich“ und laufen auf Reserve. Dann ist es Zeit, sich aufzuladen. Wenn wir auf Dauer mehr Energie verbrauchen als uns guttut, müssen wir immer mehr und immer länger an unserer Ladestation auftanken.

Der Energieverbrauch ist mit unserem Verhalten und unseren Tätigkeiten verbunden. Wenn Sie das Gefühl haben, Sie verbrauchen zu viel Energie, ist es sinnvoll, sich in einer Alltagswoche einmal selbst zu beobachten. Womit laden Sie Ihre Energie auf und was kostet Energie? – Ihre Batterie können Sie ganz allein füllen oder dafür in Kontakt mit anderen Menschen treten. Ein schönes Telefonat mit einer Freundin hilft zum Beispiel beiden Gesprächspartnern. Sie laden auf angenehme Art und Weise Ihren Akku auf.

In dem Meeting aus dem vorigen Kapitel geschieht etwas anderes. Ein Vorgesetzter nutzt seine Position aus und demotiviert seine Mitarbeiter unangemessen. Vermutlich geht es ihm danach besser, er hat seine Batterie dadurch wieder aufgeladen, dass er seinen Mitarbeitern Energie weggenommen hat. Hier hat ein Energieraub stattgefunden. Für viele Menschen ist das die einzige Möglichkeit, ihre Batterien aufzuladen.

Es ist wichtig, seinen eigenen Energieverbrauch beziehungsweise Energieverlust kennenzulernen. Denn Energieräuber lauern überall. Sie sind mitten unter uns, oft da, wo wir es nicht erwarten. Unauffällig zapfen sie uns an und entladen unseren Akku.

Das ist mit einer vor Kraft strotzenden Lokomotive vergleichbar. Sie hat zu Beginn nur zwei Wagons im Schlepptau und zieht elegant auf den Gleisen entlang, doch nach und nach werden ganz nebenbei weitere Wagons angehängt. Die kraftvolle Lokomotive zieht Trittbrettfahrer und Menschen an, die sich am liebsten huckepack tragen lassen. Schon bald sieht die Lokomotive nicht mehr so elegant aus. Ihre Kraft hat trotz regelmäßiger Ladezeit nachgelassen. Frustriert denkt sie an ihren früheren Elan zurück und bemerkt nicht, dass sie mittlerweile 20 Wagons zieht. Sie möchte noch bessere Batterien haben, um mehr Energie speichern zu können. Doch die offensichtliche Lösung erkennt sie nicht: Wie wäre es, den einen oder anderen Wagon abzukoppeln!

Energieräuber tarnen sich, doch sie hinterlassen Spuren. Treten diese Spuren geballt auf, lässt sich ein Muster erkennen. Denn auch sie tun immer das Gleiche.

! Überlegen Sie: Bei welchen Menschen fühlen Sie sich wohl und wer verursacht bei Ihnen Unbehagen? Wer oder was raubt Ihnen Energie? Was tut Ihnen gut und was nicht?


Auf Spurensuche

Sie wissen nun, dass es Situationen gibt, in denen Sie sich wohlfühlen und Sie Energie bekommen. Ihr Bauchgefühl nimmt positive Stimmungen wahr. Die Menschen, die Ihnen begegnen, sind Ihnen wohlgesonnen und unterstützen Sie bei Ihren Vorhaben.

Andere Situationen wirken auf Sie negativ: Sie fühlen sich unwohl, gestresst, vielleicht sogar ängstlich. Sie funktionieren in einem Rhythmus, der nicht Ihr eigener ist. Sie ordnen sich Menschen unter, die nur ihre eigenen Vorstellungen gelten lassen und Ihnen permanent Energie rauben. Kurz: Sie sind in ein Muster verwickelt, das Ihnen nicht entspricht.

Das Fatale daran ist, dass Sie dieses Muster oft nicht erkennen, denn Sie stecken schon zu tief darin. Ihr Bauchgefühl schlägt Alarm und vielleicht reagiert sogar Ihr Körper mit psychosomatischen Symptomen. Das ganze System rebelliert gegen die Mauern, die Sie umgeben und die Sie davon abhalten, Ihre Träume zu leben. Doch die Mauern sind Ihnen so vertraut, dass Sie sie nicht sehen (vgl. Quinn, Daniel: „Ismael“. München 1992).

Wir sind so sehr darauf eingestellt, unsere Gefühle und Bedürfnisse zu unterdrücken, dass die Alarmglocken unser Bewusstsein nicht erreichen, sondern ungehört verhallen. Aber selbst wenn wir sie hören, wissen wir nicht, wie wir darauf reagieren sollen. Es gibt ja vordergründig nur einen Weg, den wir gehen können: das ist der Weg, den die Gesellschaft seit cirka 100 Jahren und noch viel länger verfolgt, das Lebensmodell der Kriegs- und Nachkriegszeit. Wie wir gesehen haben, ist dieses Muster längst überholt und bietet keine Lösungen mehr für die moderne Zeit. Die kollektiven Verhaltensweisen, die damit verbunden sind, lösen bei uns sehr häufig eine negative Stimmung aus. Deshalb sprechen wir im Folgenden von „alter Energie“, wenn uns dieses Muster begegnet.

Woran erkennen wir sie nun, die „alte Energie“? Es gibt Spuren, anhand derer wir sie entlarven können. Diese Spuren treten in der Regel nicht einzeln auf, sondern es kommen mehrere von ihnen zusammen. Das macht es leicht, sie zu finden, sobald Sie etwas Übung haben. Begleiten Sie uns also auf der Spurensuche. Treten Sie in die Fußstapfen von Sherlock Holmes und sammeln Sie Indizien. Nur ein oder zwei Spuren sind zu wenig, aber wenn sie im Paket auftreten, weisen die Indizien zielsicher auf die alte Energie hin – und natürlich auf die neue Energie, diejenige, in der die Menschen aus dem Herzen heraus handeln.

Spuren im Supermarkt

Für die Spurensuche begeben wir uns gemeinsam in einige Alltagssituationen hinein. Lassen Sie uns in einem beliebigen Supermarkt beginnen:

Zunächst besorgen Sie sich einen Einkaufswagen. Der ist natürlich angekettet, damit die Kunden ihn nicht entwenden, sondern nach dem Einkaufen wieder an seinen Platz stellen. Im Portemonnaie haben Sie gerade kein Kleingeld. Also zurück zum Auto, dort liegt noch ein Chip, den Sie für den Einkaufswagen benutzen können.

Nun steuern Sie auf den Eingang zu. Dort begrüßt Sie ein Schild: „Jeder Diebstahl wird zur Anzeige gebracht.“ Sie passieren eine Schranke, die sich nur in eine Richtung öffnet, nämlich in den Laden hinein. Die Obst- und Gemüseauslage gleich am Eingang wirkt irgendwie vernachlässigt. Vieles ist in Plastik verpackt, die Kundenwaage ist mit alten Etiketten zugekleistert und einige Erdbeeren liegen zerquetscht auf dem Boden.

Sie dringen weiter in das Innere des Ladens vor und stellen fest, dass seit Ihrem letzten Besuch die Anordnung der Waren geändert wurde. Wo steht bloß der Zucker? Und wo sind die Kühlregale geblieben? Sie irren durch die engen Gänge zwischen den hohen Regalen umher, die mit Werbebotschaften übersät sind. Die ganzen Fähnchen und Aufkleber lenken Sie davon ab, aus dem Überangebot an Produkten das Passende auszuwählen. Eine klare Beschilderung der Gänge wäre hilfreich, ist jedoch nirgendwo zu finden. Gerne würden Sie jemanden vom Personal fragen, aber es ist niemand in Sicht. Und dann ist da noch diese nervige Musik, die im Hintergrund dudelt und nur unterbrochen wird von einer quäkigen Stimme, die die aktuellen Sonderangebote anpreist.

Nach einer gefühlten Ewigkeit haben Sie Ihre Einkäufe beisammen und folgen dem langen Weg zur Kasse, Abkürzungen sind auf diesem nicht vorgesehen. Jetzt schnell zahlen und dann nichts wie raus hier! Doch leider erwartet Sie vorher noch eine lange Schlange an der Kasse. Der Laden ist voll und erst als der Unmut der Kunden nicht mehr ignoriert werden kann, öffnet eine zweite Kasse. Endlich sind Sie an der Reihe, die Kassiererin sagt mechanisch: „Guten Abend.“ Fast geht ihr Gruß in den Fragen unter, ob Sie Treuepunkte sammeln und eine Payback-Karte haben. Am Ende sind aus Ihrem Plan, mal eben kurz nach der Arbeit in den Laden zu springen, 45 Minuten geworden.

Der Supermarkt ist ein Rummelplatz der alten Energie. Welche Spuren sind uns dort begegnet? Zunächst gibt es viel zu wenig Personal. Die Kunden finden nur sehr schwer einen Ansprechpartner, der ihnen weiterhilft oder Fragen zu den Produkten beantwortet. Selbst an der Kasse gibt es einen Personalengpass – und das zur besten Stoßzeit am Feierabend, wo der Andrang doch vorhersehbar ist. Können zu dieser Zeit nicht vorsorglich genug Kassen geöffnet sein? In Serviceleistungen will das Management offensichtlich nicht investieren, diesbezüglich herrscht purer Mangel. Der Kunde soll sich gefälligst um alles selber kümmern. Es interessiert niemanden, ob er bei seinem Einkauf Irrwege geht oder ob es für ihn mühsam ist. Er soll einfach nur sein Geld hier lassen und dabei keine Ansprüche stellen. Viel nehmen, nichts geben – das ist purer Energieraub.

Gleich am Eingang gibt es statt einer freundlichen Begrüßung ein Warnschild, das Ihnen fast schon unterstellt, ein Ladendieb zu sein. Sie sollen doch darauf vertrauen, hier gute Lebensmittel einzukaufen, stattdessen wird Ihnen erst einmal Misstrauen entgegengebracht. Fühlen Sie sich hier willkommen und als Kunde wertgeschätzt?

Schranken am Eingang, enge Gänge, Warteschlangen am Ausgang – im gesamten Laden sind Wege versperrt. Zusätzlich fällt Ihnen die Orientierung schwer, Sie bekommen in dem Geschäft einfach keinen Überblick über das Angebot. Wegweiser fehlen und ständig werden die Waren umgeräumt. Ihre Augen und Ohren werden mit Botschaften überschüttet, weswegen Sie sich kaum auf Ihren Einkaufszettel konzentrieren können. Stattdessen sollen Sie Ihre Aufmerksamkeit ständig den Belangen des Supermarktes widmen: den Angeboten der Woche, dem Kundenbindungsprogramm, dem Wiegen von Gemüse und vielem mehr.

Ein letztes Indiz ist der Eindruck, den die Gemüsepräsentation vermittelt. Offensichtlich werden hier Ordnung und Sorgfalt nicht gerade groß geschrieben. Das Gemüse ist lieblos arrangiert, schwitzt in seiner Plastikverpackung vor sich hin und zerquetschte Früchte liegen auf dem Fußboden. Die alte Energie lässt grüßen.

Vielleicht denken Sie jetzt: „Tja, das ist zwar ärgerlich, aber so ist es eben. Da kann man nichts machen.“ Aber es geht auch anders: Seit einiger Zeit gibt es in unserer Region einen neuen Bio-Supermarkt, bei dem zunächst schon die Architekten auf Schönheit geachtet haben. Es gibt große Fenster an allen Seiten, durch die Tageslicht in das Gebäude strömt, alles wirkt hell und freundlich. Große Holzbalken an der Decke und am Eingang sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. Was für ein Unterschied zu den hässlichen quadratischen Boxen aus Fertigbauteilen, in denen herkömmliche Supermärkte untergebracht sind. Es spielt doch auch keine Rolle, ob Bio oder nicht: ein Supermarkt darf schön sein!

Weiterhin sind die Einkaufswagen nicht angekettet, sondern stehen einfach frei zur Verfügung. Der Eingang ist frei, das Geschäft kann nach Lust und Laune betreten oder verlassen werden. Die Kassiererin begrüßt die Kunden mit einem Lächeln. Dazu passt, dass das Gemüse liebevoll präsentiert ist. Alles sieht appetitlich aus und liegt lose in der Auslage. So können die Kunden selbst entscheiden, wie viel sie wovon brauchen, denn die Menge ist nicht durch die Packungsgröße vorgegeben. Um das Gemüse transportieren zu können, liegen braune Papiertüten bereit. In den breiten Gängen ist Platz, man kann über die niedrigen Regale schauen und den ganzen Laden überblicken. An der Käsetheke bedient die Verkäuferin nicht nur freundlich, sondern berät sogar, welcher Käse besonders lecker schmeckt. Sie kennt ihre Produkte und empfiehlt sie gern weiter. Das kann sie auch guten Gewissens tun, denn sie verkauft Qualität und ist stolz darauf. Hier kaufen die Kunden nicht nur ein, sie haben nebenbei noch ein schönes Gespräch.

Im Übrigen gibt es nur wenige Sonderangebote. Die Geschäftsleitung legt Wert darauf, dass die Preise fair sind, egal, wann Sie ein Produkt einkaufen. Ist das nicht entspannt? Es gibt keinen Grund mehr, sich abzuhetzen, um den Rotwein aus dem Sonderangebot zu schnappen, der nur von Mittwoch bis Freitag reduziert ist. – In welchen der beschriebenen Läden gehen Sie wohl lieber? Sie haben die Wahl: Gestalten Sie Ihren Einkauf als schönes oder als stressiges Erlebnis?

Fassen wir noch einmal zusammen, welche Spuren der alten beziehungsweise neuen Energie wir in den beiden Supermärkten gefunden haben:


Auch Freunde hinterlassen Spuren

Gehen wir zum nächsten Beispiel über: Sie treffen sich mit einer Freundin, am Samstagnachmittag sind Sie mit Monika verabredet. Es war gar nicht so einfach, einen Termin auszumachen. Monika telefoniert nicht gern, sie schreibt lieber eine Nachricht über WhatsApp. Sie dagegen weigern sich bislang, sich ein Smartphone anzuschaffen, und rufen lieber auf dem Festnetz an. Schließlich kontaktieren Sie sich per Email und einigen sich nach langem Hin und Her darauf, sich heute um 15 Uhr im Café am Marktplatz zu treffen.

Monika kommt wie immer eine Viertelstunde zu spät. Gehetzt betritt sie das Café, sagt flüchtig „Hallo“ und tippt schnell noch eine WhatsApp-Nachricht, bevor sie Ihnen ihre Aufmerksamkeit schenkt. Sie werden schon ein bisschen ärgerlich, weil Monika die Verabredung wohl nicht so wichtig nimmt. Warum hat sie überhaupt ein Treffen vorgeschlagen, wenn sie keine Zeit hat?

Die Antwort folgt auf dem Fuße: Monika hat sich mal wieder von ihrem aktuellen Freund getrennt und es geht ihr schlecht. Wie ein Wasserfall prasseln die Worte auf Sie ein: Helmut will, dass sie aus seiner Wohnung auszieht, weil er eine andere kennengelernt hat. Sie hat die Neue schon gesehen, eine graue Maus, die ihm bestimmt die Hemden bügelt und keine eigene Meinung hat. Was er wohl an der findet? Einen leichten Ansatz zum Doppelkinn hat sie auch. Und erst die Frisur! Aus Monikas Worten spricht pure Verachtung. Aber sie wird es Helmut schon heimzahlen, dass er sie wegen dieses Hausmütterchens verlässt. Sie trifft ab und zu seinen Chef im Fitnessclub. Vielleicht sollte sie ihm mal stecken, dass Helmut ein bisschen zu viel Alkohol trinkt? Das stimmt zwar nicht, aber in der Liebe und im Krieg ist ja alles erlaubt. Rache ist süß!

Sie sind entsetzt. Helmut ist in Ihren Augen ein netter Kerl. Allerdings konnte er Monika nie etwas recht machen. Ständig hat sie an ihm herumgenörgelt. Ehrlich gesagt haben Sie sich schon immer gewundert, warum die beiden überhaupt noch zusammen sind. Monika war sowieso alles andere wichtiger als ihre Beziehung: die Karriere, die Organisation der betrieblichen Weihnachtsfeier, das Tennisturnier … Vorsichtig äußern Sie, dass es vielleicht besser ist, wenn die beiden getrennte Wege gehen. Schließlich haben sie ohnehin kaum gemeinsame Interessen.

Monika fällt wie eine Furie über Sie her: „Jetzt verteidigst du den Kerl auch noch! Ich glaub’ es nicht. Vielleicht wolltest du ihn ja schon die ganze Zeit für dich!“ „Das ist doch gar nicht wahr. Mach mich jetzt nicht zum Sündenbock“, entgegnen Sie müde und werden dabei vom Klingeln des Smartphones unterbrochen. „Mit deinem Leben wollte ich sowieso nicht tauschen“, sagt Monika kampflustig. „Ständig räumst du hinter den Kindern her, buddelst im Garten herum oder gehst mit dem Hund raus. Das ist doch kein Leben. Ich würde mich zu Tode langweilen. Weißt du was: Heute Abend gehen wir tanzen! Du gehst jetzt nach Hause, ziehst dich um und um neun Uhr hole ich dich ab.“

Seufzend stimmen Sie zu, Sie sind ja froh, dass das Gespräch wieder eine freundliche Wendung genommen hat. Aber abends um die Häuser ziehen? Das geht bestimmt bis zwei Uhr nachts. Wie anstrengend, da ist morgen der ganze Tag im Eimer. Sie wollten doch eine lange Wanderung mit dem Hund machen, daraus wird jetzt wohl nichts. Nebenbei hat Monika Sie auch noch verpflichtet, ihr nächstes Wochenende beim Umzug zu helfen. Kann sie dafür nicht Profis engagieren? Sie verdient doch genug. Aber gut, dafür sind Freunde ja da. – Wie fühlen Sie sich wohl, wenn Sie nach Hause kommen? Sehr wahrscheinlich hat Sie das Treffen angestrengt und in eine schlechte Stimmung gebracht. Was ist hier aus energetischer Sicht passiert?

Bei Ihrer Spurensuche fällt auf, wie mühsam es war, überhaupt mit Monika in Kontakt zu kommen. Sie nutzen nicht die gleichen Kommunikationskanäle. Außerdem hat Monika einen sehr vollen Terminplan, da kann sie alte Freunde nur schwer unterbringen. Und wenn es dann mal klappt, ist sie mit ihrer Aufmerksamkeit mehr bei ihrem Mobiltelefon als bei dem persönlichen Gespräch, das sie auch nur initiiert hat, weil sie jemanden zum Reden brauchte. Außerdem ist sie gerade auf der Suche nach kostenlosen Umzugshelfern. Sie meldet sich ja immer nur dann, wenn sie einen Gefallen einfordern oder mal so richtig Dampf ablassen will.

Dieses Schimpfen auf Helmut und seine neue Freundin hat Ihnen auch zugesetzt. Ständig muss Monika die Schuld bei anderen suchen und sie niedermachen. Sie sprüht nur so vor Hass und Eifersucht. Wenn sie jemand verletzt hat, kann sich derjenige warm anziehen. Monika schreckt auch vor Lügen und Intrigen nicht zurück, um sich zu rächen. Da ist es schon besser, ihr nicht zu widersprechen oder ihr gar quer zu kommen.

Das ist allerdings gar nicht so einfach, denn Monika passt Ihr ganzer Lebensstil nicht. Kein gutes Haar lässt sie an den Dingen, die Ihnen am Herzen liegen. Sie kann einfach nicht akzeptieren, dass Ihnen andere Dinge Freude bereiten, zum Beispiel die Kräuter im Garten wachsen zu sehen und lange Spaziergänge mit dem Hund zu machen. Toleranz ist nicht gerade ihre Stärke. Sie weiß genau, was sie will und bekommt es auch. Wenn sie Ihnen vorschlägt, tanzen zu gehen, ist das keine Bitte, sondern ein Befehl, dem Sie Folge zu leisten haben. Hier „Nein“ zu sagen, kostet viel Kraft und wird wieder im Streit enden.

Aber vielleicht lohnt sich eine Auseinandersetzung! Sie hätten dann nämlich Zeit, sich mal wieder mit Clara zu treffen. Schon als Sie an Clara denken, freuen Sie sich auf ein Treffen. Sie greifen zum Telefonhörer und erreichen sie gleich auf dem Festnetz. Wie wäre es, sich für Donnerstag zu verabreden? Clara hat Zeit und schlägt vor, dass sie zusammen um den See gehen. Sie können ja den Hund mitnehmen. Und die frische Luft wird allen guttun.

Am Donnerstag ist Clara pünktlich um 10 Uhr bei Ihnen. Sie nimmt Sie spontan in den Arm. „Es ist so schön, dich zu sehen“, sagt sie zur Begrüßung. Sie brechen gleich zu dem Spaziergang auf, denn sie laufen beide gern, am liebsten im Wald. Hier ist es still und anfangs macht keiner viele Worte. Sie genießen einfach die Natur und die Gesellschaft der Freundin. Nach einer Weile erzählen Sie ein bisschen aus Ihrem Alltag. Sie haben neulich Pfefferminz-Sirup gemacht aus den eigenen Kräutern. Clara findet das spannend und will das Rezept haben. Offensichtlich teilen Sie dieselben Interessen.

Das Gespräch fließt harmonisch. Sie erfahren, dass Clara gerade Ärger mit einer Kollegin im Büro hat. Sie trösten sie so gut Sie können. Im Gegenzug berichten Sie, dass es mit der ältesten Tochter gerade nicht so läuft, sie ist mitten in der Pubertät. Clara hat selbst keine Kinder, hört aber verständnisvoll zu und findet schlichtende Worte. Ihnen beiden geht es besser, nachdem jeder seinen Kummer losgeworden ist und liebevolle Unterstützung gefunden hat.

Und es gibt auch gute Nachrichten: Clara hat vor kurzem eine kleine Erbschaft gemacht. Völlig unerwartet hat ihr ihre Großtante 7.000 Euro hinterlassen. Diese kann sie gut gebrauchen, da ihr altes Auto schon recht klapprig ist. Jetzt kann sie sich endlich einen guten Gebrauchtwagen kaufen. Sie freuen sich ehrlich mit ihr und gehen beschwingt heim. Das war ein richtig guter Vormittag!

Auch für diese beiden Situationen haben wir die Spuren noch einmal zusammengetragen:


Schöner wohnen: probier’s mal mit Gemütlichkeit

In unserem nächsten Beispiel möchten Sie Ideen sammeln, wie Sie wohnen wollen. Dafür kommt Ihnen Ihr Beruf als Journalist sehr gelegen. Für eine Reportage suchen Sie einige Menschen zu Hause auf, um ein Interview mit ihnen zu führen. Sie haben vor, einige vorbereitete Fragen zu stellen, und ganz nebenbei bekommen Sie einen Eindruck von der Wohnung Ihrer Gesprächspartner.

Sie starten am Morgen und fahren in einer Wohnsiedlung zur ersten Adresse. Sie gehen durch den Vorgarten und nehmen die Hecke wahr, die sehr ordentlich geschnitten ist. Der Rasen wurde ebenfalls akkurat gemäht. Schön anzusehen, aber es ist im Prinzip genau wie beim Nachbarn. Sie klingeln und werden eingelassen. Schon bald nehmen Sie in der Küche Platz, die noch so neu aussieht wie im Möbelhaus. In Gedanken fragen Sie sich, ob hier wohl gekocht wird. Im Gespräch mit Herrn Schulz erfahren Sie einiges über seinen beruflichen Erfolg und was er noch so alles vorhat. Sie haben zwar schon einige Male angesetzt, um zu Ihrem Thema zu kommen, doch blieben die Versuche erfolglos. Ihr Gesprächspartner scheint sich selbst gerne reden zu hören. Da Sie etwas von der Wohnung sehen wollen, gehen Sie ins Wohnzimmer und machen es sich auf der Couch bequem. Herr Schulz verspricht, mit einem Kaffee für Sie nachzukommen.

Im Wohnzimmer schauen Sie sich um: ein Glastisch, ein Fernseher und ein Regal, in dem drei Bücher stehen, vermutlich zur Dekoration. Sonst liegt nichts herum, keine Zeitschrift, nichts Persönliches, und abgesehen von der Couch und zwei Sesseln kommt Ihnen die Atmosphäre sehr steril vor. Herr Schulz kommt mit dem Kaffee. Besorgt weist er Sie darauf hin, dass Sie auf einer Designer-Couch sitzen und mit dem Kaffee vorsichtig sein sollen. Als er Ihre Hand auf dem Glastisch liegen sieht, wirft er Ihnen einen ungehaltenen Blick zu. Sie beschließen, die Situation mit Humor zu nehmen. ,Das hinterlässt wohl Abdrücke auf dem Tisch’, denken Sie amüsiert. Trotzdem trauen Sie sich kaum noch, den Keks auf der Untertasse zu essen. Wenn jetzt noch ein Krümel auf dem Teppich landet, stürzt das Ihren Gesprächspartner möglicherweise in eine Sinnkrise. Die Stimmung wirkt unterkühlt, der Kaffee ist es auch. Sie verlassen zügig die Wohnung von Herrn Schulz. Von seinen strengen Benimmregeln fühlen Sie sich so eingeschränkt, dass Sie nicht mehr frei agieren können.

Auf dem Weg zu Ihrem nächsten Hausbesuch ordnen Sie Ihre Gedanken. Welchen Eindruck hat diese Wohnung bei Ihnen hinterlassen? ,Schön war sie nicht’, kommt Ihnen in den Sinn. In der Wohnung fehlte Ihnen die persönliche Note, sie wirkte kühl auf Sie. Es war eine Wohnung wie jede andere auch, austauschbar.

Spüren Sie einmal hin, wie es Ihnen ergangen ist. Sie werden feststellen, dass Sie nicht frei und unbeschwert agieren konnten. Die ganze Zeit über hatte Herr Schulz Angst um seinen Besitz. Die Räume sind wohl nicht zum Wohnen da, die Bücher nicht zum Lesen und die Couch nicht zum Sitzen. Doch wozu werden die Dinge angeschafft, wenn sie nicht benutzt werden dürfen?

Gegen Mittag erreichen Sie die nächste Wohnung. Frau Maier öffnet Ihnen die Tür und weist Sie gleich darauf hin, dass es im Flur ein wenig dunkel sei. Die Glühbirne müsse mal gewechselt werden, aber es ginge ja auch so, hören sie Frau Maier sagen. In der Küche liegen auf der Eckbank Kleidungsstücke und Ramsch, der kurzerhand zur Seite geschoben wird. Auf der Fensterbank stehen Porzellanfiguren, an den Wänden hängen Zinnteller, Fotos und silberne Löffel. Jetzt macht sich bei Ihnen der Kaffee vom Vormittag bemerkbar und Sie möchten die Toilette aufsuchen. Dort registrieren Sie, dass die Spülung nicht funktioniert und geben das der Gastgeberin weiter. Sie nickt verständnisvoll und meint, dass der Spülkasten mal erneuert werden müsse. Wenn man aber etwas am Druckknopf rüttle, dann ginge es schon.

Da jetzt Mittagszeit ist, möchte Frau Maier etwas zu Essen kochen. Sie bittet Sie, die Einmachgläser mit dem Nachtisch aus der Speisekammer zu holen. Neugierig öffnen Sie die Tür und stellen fest, dass Sie nicht weiterkommen. Der Weg ist versperrt. Da stehen ein Bügelbrett, eine leere Getränkekiste, alte Handtaschen und so einiges mehr. Kurz entschlossen räumen Sie den Weg frei. Jetzt brauchen Sie einen Moment, um sich zu orientieren. Auf Anhieb ist hier nichts zu sehen. Doch tatsächlich finden Sie nach einigem Suchen im unteren Regal zwei leicht angestaubte Einmachgläser. Stolz kehren Sie damit in die Küche zurück. Sicher können Sie jetzt ein paar Ihrer Fragen loswerden. Aber Frau Maier kramt gerade auf der Suche nach Gewürzen in den Tiefen ihres Küchenschranks herum. An ein ernsthaftes Gespräch ist im Augenblick nicht zu denken.

Stattdessen erzählt Frau Maier von ihrem Mann, der im Keller ein einzigartiges Chaos aus Werkzeug und Schrott gelagert hat. Es grenzt an ein Wunder: Ein anderer findet dort gar nichts, doch ihr Mann bringt nach einigem Suchen die gewünschten Sachen zum Vorschein. Irgendwann wird er sicherlich mal Ordnung schaffen, aber er hat ja nie Zeit. Sie stellen fest, dass Ihnen warm ist, die Luft steht und auf die Frage, ob Sie noch zum Essen bleiben wollen, ergreifen Sie die Flucht.

Wieder im Freien angekommen, atmen Sie erleichtert auf. Hier ist wieder Platz. Es war schon recht beengt bei den Maiers. Nach der zugestellten Fensterbank – die Schränke sahen nicht anders aus – waren Sie froh, nicht den Keller gesehen zu haben. Sie haben auch bemerkt, dass es überhaupt keine Freude macht, Dinge zu benutzen, die nicht funktionieren.

In beiden Wohnungen sind Sie nicht dazu gekommen, Ihr Anliegen zu formulieren beziehungsweise ein konstruktives Gespräch zu führen. Sie waren vielmehr die ganze Zeit mit der Wohnung und den Umständen ihrer Gesprächspart ner beschäftigt. Das Gleichgewicht von Geben und Nehmen war nicht vorhanden, es fand kein Austausch statt. Ihre Persönlichkeit wurde Stück für Stück untergraben. In beiden Fällen waren Sie mit fremden Angelegenheiten beschäftigt. Herr Schulz hat Sie regelmäßig zurechtgewiesen, und Frau Maier hat Sie mit Ihrem Chaos bei der Stange gehalten. Kein Wunder, dass Sie sich sowohl da als auch dort nicht wohlfühlten. Ganz nebenbei floss Ihre gute Energie in den Akku des anderen. Das kommt Ihrem Gesprächspartner sicherlich zugute, Ihnen aber nicht.

Für den Nachmittag haben Sie den letzten Besuch an diesen Tag vereinbart. Frau Lenz freut sich über Ihr Interesse an Ihrem Zuhause und hat zur Begrüßung Tee vorbereitet. Sie sitzen an einem großen Holztisch in der Küche und machen es sich bequem. Während Sie sich umschauen, fällt Ihnen ein Bild mit schönen, warmen Farben auf. Eine tolle Landschaft wirkt auf Sie ein. Als Sie diesen Gedanken laut äußern, erzählt Ihnen Frau Lenz begeistert, dass sie mit Leib und Seele gerne malt. Danach haben Sie Gelegenheit, sich in der Wohnung umzuschauen und Fragen zu stellen. Dass es hier gemütlich ist, haben Sie bereits mit all Ihren Sinnen wahrgenommen. Das Gespräch ist angenehm und es ist fast so, als würden die Worte von alleine fließen. Sie fühlen sich wohl. Die Wohnung wirkt klar und übersichtlich. Zwar passen nicht alle Möbel hundertprozentig zusammen, aber es befinden sich einige Unikate unter ihnen. Frau Lenz hat sie von ihren Reisen mitgebracht, und so haben einige dieser Möbel eine Geschichte zu erzählen. Mit einem Blick auf die Uhr stellen Sie fest, dass schon zwei Stunden vergangen sind – das ging aber schnell. Sie verabschieden sich und fahren ganz beflügelt nach Hause.

Sie stellen für sich fest, dass Unterschiede wirklich bereichern. Über die verschiedenen Eindrücke kommen Sie dem näher, was Sie für sich wollen. Und als Bonus hat sich Ihre Batterie während des Treffens mit Frau Lenz wieder aufgeladen. Auch sie hat sicherlich Energie getankt, denn die Sympathie beruhte auf Gegenseitigkeit. Bei so einem schönen Gespräch muss es einem einfach gut gehen!


Der Arbeitsplatz als Fundgrube

Auf der Suche nach Spuren erweist sich auch der Arbeitsplatz als wahre Fundgrube.

Großes vollbringen im Großraumbüro

Schon die räumliche Gestaltung liefert erste Hinweise auf die neue oder die alte Energie. Sehen wir uns zum Beispiel die Büroräume an. In der Verwaltung einer Maschinenbau-Firma ist jede Etage ein einziges Großraumbüro. Es gibt ein paar Schränke, die als Raumteiler verwendet werden, und einige Mitarbeiter haben Schutz hinter einer Stellwand gesucht. Grundsätzlich aber ist die gesamte Etage offen, abgesehen vom Büro des Bereichsleiters.

Wenn Daniel mit einem Kunden telefoniert, bekommt auch Thomas den Inhalt des Gesprächs mit, obwohl er fünf Tische entfernt sitzt. Zehn Meter weiter steht ein Kopierer. Bettina erstellt dort gerade die Skripte für ihre Präsentation am Donnerstag, und das wird dauern. Thomas versucht, sich auf eine Kalkulation zu konzentrieren. Das fällt ihm schwer, es ist einfach zu laut. Als er es endlich schafft, in die Welt der Zahlen einzutauchen, steht Bettina plötzlich neben ihm und fragt, ob er ihr helfen kann, den Papierstau zu beseitigen? Ja klar, Thomas hilft gern.

Zurück am Schreibtisch versucht er, den Faden wieder aufzunehmen. Wie viel sollte doch gleich die neue Antriebswelle für die Maschine kosten? Er hatte es doch vorhin schon nachgeschaut. Ein blinkender Umschlag auf seinem Bildschirm reißt ihn wieder aus dem Denkfluss. Schon wieder sieben neue Emails. Mal schnell nachschauen, ob etwas Dringendes dabei ist: nein, nur Werbung. Er versucht, sich zu sammeln. Wie hoch war jetzt der Preis für die Antriebswelle?

In diesem Stil geht es weiter, bis es gegen 17 Uhr etwas ruhiger wird im Großraumbüro. Jetzt könnte Thomas anfangen, ernsthaft zu arbeiten. Er war zwar den ganzen Tag beschäftigt, aber die Kalkulation hat er nicht fertig bekommen. Statt sich um das Wichtigste zu kümmern, nämlich um den Leitfaden für seine zukünftigen Aktivitäten, hat er sich von lauter Kleinkram ablenken lassen. Er hat im Laufe des Tages einfach den Überblick verloren.

Sehnsüchtig denkt er an seinen vorherigen Arbeitsplatz. Dort hatte er ein eigenes Büro zusammen mit nur einer Kollegin, es war relativ ruhig und er konnte konzentriert seine Arbeit erledigen. Sein Telefon hatte einen Anrufbeantworter, den er einfach mal für zwei Stunden eingeschaltet hatte, wenn er an einer kniffligen Sache dran war. So war er für eine Weile ungestört.

Obwohl er ein viel größeres Arbeitspensum hatte als jetzt, blieb immer mal wieder Zeit für einen netten Plausch in der Teeküche. Seine Projekte konnte er sorgfältig planen und systematisch abarbeiten. Er hatte einfach alles gut im Blick. Am Ende des Tages ging er meist zufrieden nach Hause, weil er richtig was geschafft hatte. Warum hat er da bloß gekündigt? Die Gehaltserhöhung im neuen Job wiegt den Stresspegel bei weitem nicht auf.

Was begegnet uns hier? Die Mitarbeiter der Maschinenbau-Firma kämpfen jeden Tag gegen widrige Arbeitsbedingungen an. Es herrscht Lärm im Büro, ständig geht jemand am Schreibtisch vorbei. Eine Ablenkung folgt der anderen, weil die Menschen keinen Raum für sich haben. Immer wird ihre eigentliche Arbeit unterbrochen, und es fällt sehr schwer, sich auf etwas zu konzentrieren. Das Gehirn gewöhnt sich daran, immer hin und her zu springen. Die Aufmerksamkeit wandert von einer Kleinigkeit zur anderen, bis der Überblick über das große Ganze verloren geht. So setzen die Mitarbeiter völlig falsche Prioritäten.

Kann das im Sinne des Managements sein? Die Führungsetage behauptet, das Großraumbüro fördere die Kommunikation der Mitarbeiter. Deshalb wird es nicht gern gesehen, wenn jemand aus der Reihe tanzt und sich in einen eigenen Raum zurückzieht. Wenn derjenige aber gute Arbeit leistet und die Ergebnisse mit seinen Kollegen teilt, drängt sich die Frage auf: Worum geht es hier? Geht es darum, dass die Kommunikation fließt und effizient gearbeitet wird? Oder geht es vielmehr darum, Kontrolle auszuüben? Denn wir wissen ja: Wenn alle dasselbe machen, sind die Menschen in ihren Handlungen vorhersagbar und leichter zu steuern.

Halten wir zunächst folgende Spuren fest:


Die Chaos-Theorie

Werfen wir einen Blick in eine andere Firma, diesmal eine Werbeagentur. Hier legt man Wert darauf, ein kreatives Image nach außen zu transportieren. Die Agentur wird ja von ihren Kunden für gute Ideen bezahlt. Der Firmengründer Dominique glaubt an das Klischee vom kreativen Chaos, entsprechend ist seine Arbeitsweise. Nicht nur, dass sein Büro voll ist von mysteriösen Stapeln aus längst vergessenen Papieren, er verwirrt auch seine Mitarbeiter, weil er unklare Anweisungen gibt und ständig seine Meinung ändert.

Die Designerin Tina sitzt gerade an einem Entwurf für eine neue Werbeanzeige. Noch bevor sie damit fertig ist, platzt Dominique zur Tür herein: Er hat sich überlegt, dass in der Anzeigenkampagne nun doch kein Landschaftsmotiv abgebildet werden soll. Er hält eine Großstadtszenerie für geeigneter, um potentielle Kunden anzusprechen. „Aber letzte Woche hast du doch im Meeting festgelegt, dass wir das Produkt als naturbelassen und umweltfreundlich verkaufen wollen“, sagt Tina verwirrt. „Ich bin fast fertig mit der Anzeige.“ „Ich habe meine Meinung halt geändert“, antwortet Dominique. „Ich bin schließlich der Chef. Was hast du denn bisher entworfen? Lass mal sehen. Nein, das ist sowieso nicht das, was ich im Kopf hatte. Das muss irgendwie anders rüberkommen“, kritisiert er. „Was genau meinst du mit irgendwie anders?“ fragt Tina. „Keine Ahnung, denk dir halt was aus. Ich muss jetzt los. Ach ja, und ich brauche den neuen Entwurf bis morgen früh“, sagt der Chef und verschwindet zur Tür hinaus. Tina seufzt frustriert, ihre Arbeit von zwei Tagen ist für den Papierkorb. Und jetzt soll sie in Windeseile ein komplett neues Design vorlegen. Also sind mal wieder Überstunden angesagt. Eigentlich war sie ja für heute Abend mit ihrer Freundin Anja verabredet. Das Treffen muss sie wohl absagen, wenn Dominique den Entwurf morgen früh haben will.

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22 dekabr 2023
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9783945701072
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