Kitabı oxu: «Werwo_lfe Sammelband»

Şrift:

Werwölfe Sammelband

Inhalt

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Vom Alphawolf gekauft

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Im Rudel

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Vom Wolf besessen

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Vom Alpha gerettet

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Für immer mit dem Wolf

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Für den Wolf bestimmt

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

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Vom Alphawolf gekauft

Copyright © 2020 by Kayla Gabriel

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieses Buches darf in irgendeiner Form oder mit irgendwelchen Mitteln ohne ausdrückliche, schriftliche Erlaubnis der Autorin elektronisch, digital oder analog reproduziert oder übertragen werden, einschließlich, aber nicht beschränkt auf, Fotokopieren, Aufzeichnen, Scannen oder Verwendung diverser Datenspeicher- und Abrufsysteme.

Veröffentlicht von Kayla Gabriel als KSA Publishing Consultants, Inc.

Gabriel, Kayla: Sieh nichts Böses

Coverdesign: Kayla Gabriel

Foto/Bildnachweis: Nirkri; Deposit Photos: cristovao, dsom

Anmerkung des Verlegers: Dieses Buch ist ausschließlich für erwachsene Leser bestimmt. Sexuelle Aktivitäten, wie das Hintern versohlen, die in diesem Buch vorkommen, sind reine Fantasien, die für Erwachsene gedacht sind und die weder von der Autorin noch vom Herausgeber befürwortet oder ermutigt werden.

1

Lucas Kiern stand vor der monumentalen Glaswand seines Penthouse-Büros bei Lunacorp und betrachtete die Skyline von Atlanta, deren Türme in den letzten flüchtigen Strahlen der untergehenden Sonne orangerot leuchteten. Er wurde unwillkürlich von einem Schauer überkommen. Die Farbe Rot war ihm in letzter Zeit öfters durch den Kopf gegangen.

Nicht das satte Magenta, das den Himmel tränkte als die Sonne endlich unterging, nein. Ein feuriges Kupferrot war es, das sein Gemüt beschäftigte, das die Peripherie seines Geistes streifte, sobald er einschlafen wollte. Eine kräftige, süße, warme Farbe, die von saphirblauen Augen, cremig blasser Haut und Sommersprossen auf dem Rücken einer kecken Nase abgerundet wurde.

Sein Wolf regte sich in seinem Inneren und wollte sich zeigen. In seiner Brust machte sich Hitze breit und die mit Teakholz getäfelten Wände seines Büros wirkten auf einmal bedrohlich und eng. Lucas musste nur einen Blick auf den Kalender werfen, um sein Unbehagen zu verstehen.

Gedankenverloren zog er das Jackett und die Krawatte seines maßgeschneiderten Anzugs aus, warf sie auf den Schreibtisch und lehnte sich mit den Armen über den Kopf gestützt ans Fenster. Überall in der Stadt flackerten Lichter auf und mit zunehmender Dunkelheit konnte er die sich wandelnde Nachtlandschaft draußen und sein schwaches, verschwommenes Spiegelbild im Fenster sehen.

Sein eins-neunzig-großer, muskulöser Rahmen war wenig überraschend. Immerhin war er das Paradeexemplar eines Werwolfs. Groß, ohne wuchtig zu wirken und mit langen Gliedern, ohne dabei an Schnelligkeit einzubüßen. Seine Leute waren die Wikinger, Spartaner, Highlander.

Lucas schluckte, langte nach unten und krallte die ersten Knöpfe seines Hemdes auf, um sich mehr Luft zu verschaffen. Die Wände waren dabei, ihn zu ersticken. Oder vielleicht waren es seine Berserker-Vorfahren, die ihn auf ihren Ehrenplätzen in Walhalla stillschweigend beobachteten und über ihn urteilten. Sie hatten ganze Schiffsflotten gebaut, Kriege geführt, Feinde unterworfen. Lucas’ Leben hätte unterschiedlicher nicht sein können; seine Kriege spielten sich in Sitzungsräumen ab, seine Flotten bestanden aus komplexen Softwaresystemen, seine Feinde waren japanische Innovationsführer, die er bewunderte und mit denen er gelegentlich Freundschaft schloss. Seine Vorfahren würden von seiner kuscheligen, kultivierten Lebensweise wahrscheinlich angewidert sein.

Lucas blinzelte und konzentrierte sich wieder auf sich selbst. Welliges blondes Haar, das elegant geschnitten war. Etwas länger an der leicht gelockten Vorderseite, mit einer auffallenden grauen Strähne im Stirnhaar, die gut bei Frauen anzukommen schien. Statt ihn zu altern, verhalf sie dem gefrorenen Stahl seiner blauen Augen zu einem stürmischen Glanz. Gebräunte Haut von Kopf bis Fuß, egal zu welcher Jahreszeit. Zähne, die so makellos weiß und gerade waren, dass kein Mensch je geahnt hätte, dass sie im Perlmuttzauber des Vollmonds zu schaurigen Reißzähnen heranwuchsen.

Ein Knurren entwich seiner Brust und ließ ihn aufschrecken. Sein Antlitz, das ihm über die Jahre so viele willige Liebhaberinnen beschert hatte, war heute Abend nicht sein Freund. Sein Spiegelbild anzustarren würde die gähnende Leere des Verlangens in seinem Inneren nämlich nicht füllen können.

Er stieß vom Fenster weg, ging zum Schreibtisch zurück und setzte sich auf die Kante. Er fegte Sakko und Krawatte zu Boden und enthüllte einmal mehr den hellblauen Aktenordner. Seufzend schob er einen Finger unter den Deckel, sodass sich der Inhalt der Akte langsam seinem hungrigen Blick eröffnete.

Aurelia Gilson, las er. Sein Blick wanderte über die Seite und folgte der mittlerweile vertrauten Sammlung aus Statistiken und Fakten, die jene Frau ausmachten, von der er wie besessen war.

Geburtsjahr: 1982. Alter: 31. Geburtsort: Austin, Texas. Familie: ein Bruder, Edgar Gilson, wohnhaft in San Francisco, CA. Ausbildung: Massachusetts Institute of Technology, Bachelor und Master in Informatik und Computerlinguistik. Gesucht von: Interpol, CIA, FBI und der Polizei in Dubai, V.A.E., Neuseeland. Frankreich, Norwegen, Namibia, Elfenbeinküste, Italien, Großbritannien und Griechenland. Belohnung: 1,5 Millionen. Derzeitiger Wohnort: Unbekannt. Zuletzt gesehen: “Nuit Du Hack” Hacker-Konvention, 25. Juni 2012.

Lucas blätterte die erste Seite um und ging eine Liste mit Aurelias Straftaten durch, die von seinem Privatdetektiv als “kilometerlanges Vorstrafenregister” bezeichnet wurde. Im Alter von nur fünfzehn Jahren hatte sie sich bereits per Phreaking, Sniffing, Spoofing, Social Engineering, Phishing, Pharming und Whaling in die obersten Ränge der Datenpiraten gehackt. Genauso viele Jahre später war sie in ihrem scheinheiligen Tun dann erwischt und entlarvt worden, ihre Identität war einer Reihe nationaler Sicherheitsbehörden bekannt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis das arme Mädchen von jedem technophilen Standort der zivilisierten Welt verbannt wurde.

Er blätterte eine weitere Seite um und kam zu einer Karte. Genauer gesagt einer Karte von Sri Lanka, mit einem fetten runden Kreis um die Handelshauptstadt Colombo. Aurelias aktueller Aufenthaltsort, so der Detektiv.

Vor Begeisterung ganz aus dem Häuschen blätterte er erneut die Seite um. Ein dicker, glänzender Stapel Fotos erwartete ihn.

Zuerst ältere Bilder. Kinder- und Jugendfotos von ihr und ihrem Bruder, ihrem einzig lebendem Familienmitglied. Dann vom College, Fotos von Aurelia mit ihren Freunden im MIT. Und gerade als die College-Fotos zu Ende waren, folgten seine Lieblingsbilder. Aurelia, die kesse Lolita, hatte einige sehr explizite und professionelle Striptease-Fotos für eine erotische Website machen lassen. Das rote Haar im Nacken hochgesteckt, lange wohlgeformte Beine, ein winziges weißes Höschen und ein gelbes Baseball-Shirt. Diese großen, kokettierenden blauen Augen, während ihre rosa Lippen in die Kamera schmollten.

Das Shirt wanderte nach oben, als die Fotos weitergingen und stellte einen flachen Bauch zur Schau, dann verschwand es ganz, um ein Paar atemberaubende, volle Brüste mit rosa Nippeln zu enthüllen. Dann zog sie langsam das Höschen aus und erlaubte den Blick auf ihren geschwungenen Arsch. Sie spreizte ihre Beine, neckte den Betrachter mit einer verheißungsvollen Hinteransicht. Dann rollte sie sich Richtung Kamera, öffnete ihre Beine und enthüllte …

Das war’s, dachte Lucas und fluchte still. Er hatte einen einzigen Anruf getätigt und in der Hoffnung auf mehr Bilder den ganzen verdammten Schweinkram gekauft und sie hatten einfach das Beste einbehalten. Dann hatte er den Detektiv beauftragt, den Fotografen aufzuspüren und in seinem Studio nach Negativen zu suchen. Sicherlich gab es mehr, um seine Neugierde zu stillen.

Schluss damit. Er war jetzt steif und die Lust schmerzte, als ob sein Körper ihn regelrecht anflehte seiner Fantasie den Rest zu überlassen. Aber das würde er nicht, natürlich nicht.

Nein. Lucas war Geschäftsführer eines der mächtigsten Tech-Unternehmens der Welt, ein aggressiver Alpha-Werwolf und ein ehrgeiziger Bastard, der immer das bekam, was er wollte. Wann er es wollte. Und jetzt wollte er Aurelia.

Er hechtete vorwärts und drückte die Intercom-Taste auf dem Telefon.

“Leila!” blaffte er.

“J-ja, Mister Kiern? Brauchen sie mich im Büro?” lautete die sofortige Antwort. Ihre Stimme klang rauchig, wie ein Versprechen. Seine flotte kleine Sekretärin, die sich gleichermaßen entschlossen um seine Anliegen kümmerte und sein Büro verteidigte.

“Jetzt nicht. Walker soll zu mir kommen. Und Ben. Schicken Sie beide rein,” bat er und dämpfte dabei seinen Ton.

“Ja, Sir,” antwortete sie prompt. Das liebte er an Leila, wirklich.

Minuten später kamen Walker Black und Ben Fincher in sein Büro, beide wunderten sich, warum er sie vorgeladen hatte.

“Bitte, setzt euch.” Lucas bot ihnen zwei Stühle an und musterte die beiden Männer, als sie vor seinem Schreibtisch Platz nahmen.

Leila hatte Walker und Ben einmal scherzhaft als Lucas’ ‘Buchstutzen’ bezeichnet, weil sie ihn oft bei Meetings, Geschäftsreisen und anderen wichtigen Angelegenheiten begleiteten. Die beiden hätten unterschiedlicher nicht sein können und Lucas ähnelten sie auch nicht, was die drei zu einem so schlagkräftigen Team machte.

Walker war eine Haarbreite größer als Lucas, mit kräftigem Mahagonihaar und stechenden braunen Augen. Er war sogar noch muskulöser als der Durchschnittswolf und schüchterte die Menschen oft bis zum Entsetzen ein. Er sprach wenig, aber jedes Wort war schwerwiegend. Wenn Lucas der Alpha eines Rudels wäre, dann wäre Walker sein Beta und sein wichtigster Handlanger. In der Tat war er leitender Manager von Lunacorp und eine wesentliche Kraft, um alles am Laufen zu halten. Sein Wolf war ein immenser Timberwolf, was genau seiner ernsten und unumschweiflichen Persönlichkeit entsprach.

Ben hingegen war ein paar Zentimeter kleiner als Lucas und Walker. Er war dunkelhaarig und hatte große blaue Augen, die ihn jünger machten als seine dreiunddreißig Jahre. Er war schlanker und leichter als Lucas und sowohl in Menschen- als auch Wolfsform schneller. Ben war leitender Softwareanalyst und Ingenieur bei Lunacorp und er war unbeschwerter und einfühlsamer als Lucas oder Walker. Er war menschlicher und sorgte so für das notwendige Gleichgewicht in ihrem Team. Sein wendiger, verspielter Grauwolf war blauschwarz und schön und übte eine große Anziehungskraft auf die weiblichen Wölfe aus.

“Also?” sprach Walker und riss Lucas aus seinen Gedanken.

“Ich habe mich entschieden. Über das Mädchen. Ich möchte, dass sie die erste Frau ist, die auf das Anwesen gebracht wird,” verkündete Lucas.

Ben und Walker tauschten einen verdutzten Blick miteinander aus.

“Gibt es ein Problem?” sprach Lucas und lehnte sich mit verschränkten Armen in seinen Sessel zurück.

Er ging davon aus, dass Ben sich einschalten würde und ihm taktvoll ihren Vorbehalt erklären würde, stattdessen aber ergriff Walker das Wort.

“Wir verstehen nicht, warum du das tust. Du bist reich, jung, gutaussehend. Die Frauen werfen sich dir zu Füßen, um deine Partnerin zu werden.”

“Die meisten davon würden sich schon mit weitaus weniger begnügen,” warf Ben ein. “Warum wählst du nicht eine von denen, behältst sie eine Zeit lang und tauschst sie dann mit einer anderen aus? Genau wie es alle anderen machen. Dieses Konzept von dir, dieses Haremding-“

“Harem?” sprach Lucas und rollte das Wort über seine Zunge. Mehrere unglaubliche Frauen, die alle dem Führungstrio von Lunacorp ergeben waren und ihre Bedürfnisse befriedigten und ihre Geheimnisse wahrten …

“Womöglich ist das ja der passende Ausdruck,” sprach Lucas und nickte.

“Ein seltsames Konzept,” murrte Walker. Er war immer der Bodenständige.

Lucas seufzte. Ihm war klar gewesen, dass es keine einfache Unterhaltung werden würde, nicht einmal mit den zwei Männern, die ihn am besten kannten.

“Vor zehn Jahren habe ich euch in einen Coffeeshop eingeladen und euch erzählt, dass ich eine Softwarefirma gründen möchte. Ich wollte etwas aufbauen, das uns finanzielle Sicherheit geben würde, ein Produkt, an das wir wirklich glauben könnten und die nötige Flexibilität, um der Geschäftswelt zu entkommen, damit wir unsere Wölfe rauslassen konnten. Was habt ihr damals darauf gesagt?” wollte Lucas wissen.

Walker und Ben blickten sich an.

“Wir waren skeptisch,” antwortete Walker.

“Ja, und vielleicht hattet ihr sogar recht damit. Aber wir haben uns ins Zeug gelegt und unser kleines Softwareprogramm in dutzende verschiedene Produkte weiterentwickelt und jetzt verkaufen sie sich weltweit auf hunderten Märkten. Ich hatte die Idee, ihr hattet das Knowhow und wir haben uns den Arsch aufgerissen. Jetzt hat es sich hundertfach ausgezahlt.”

“Deshalb sollten wir uns jetzt stabilisieren,” sprach Ben und machte ein schiefes Gesicht.

“Ich war einfach nicht glücklich damit, den ganzen Tag in einem Büro zu hocken und die Stechuhr zu drücken. Ich wollte Exzellenz und zusammen haben wir sie erschaffen. Da ich jetzt mit meinem Job zufrieden bin, möchte ich gerne mein Privatleben regeln. Und auch in diesem Bereich erwarte ich nichts Geringeres als Exzellenz. Auf der Welt gibt es viele Wölfinnen, aber ich will die besten. Die intelligentesten, hübschesten und die, die uns genauso viel zu bieten haben wie wir ihnen.”

Walker und Ben schauten ihn an und lauschten aufmerksam.

“Wir sind nicht mehr zwanzig. Wir sind wohlhabend, erfolgreich und in unseren besten Jahren. Es wird Zeit, die richtigen Grundlagen zu schaffen, an ein erfülltes Leben außerhalb der Arbeit zu denken. Ich persönlich habe die Absicht ein Weibchen aus dem Harem auszuwählen und mich mit ihr zu paaren, jemanden, dem ich ausreichend vertraue und genügend respektiere, um eine Familie zu gründen. Von euch beiden würde ich dasselbe erwarten.”

Ben wirkte wie vor den Kopf gestoßen, während Walkers steinerne Miene ungerührt blieb.

“Du willst, dass wir alle Weibchen miteinander teilen?” sprach Walker. “Wölfe teilen normalerweise nicht gerne miteinander. Fressen, Frauen, ihr Territorium …”

“Ich denke, mit jeder Frau wird es anders laufen. Letzten Endes wird es von ihr abhängen, ich kann mir aber vorstellen, dass es auch von unserem persönlichen Level der Anziehung abhängen wird. Wenn ich eine Frau wähle, um mich mit ihr zu paaren, dann würde ich erwarten ihr einziger Partner zu sein.”

“Und wenn wir alle uns auf jeweils eine Frau einigen, was wird dann mit dem Rest?” fragte Ben.

“Wir könnten sie finanziell absichern und versuchen ihnen einen akzeptablen Partner zu finden, sollten sie dafür bereit sein,” entgegnete Lucas.

Ben schwieg eine Zeit lang, dann fing er an zu schmunzeln.

“Du findest das witzig?” sprach Lucas und zog eine Augenbraue hoch.

“Naja, schon. Als ob du deinen eigenen Dating-Service einrichtest,” entgegnete Ben.

“Hast du einen besseren Vorschlag? Oder willst du etwa für immer Single bleiben? Oder nur mit Menschenfrauen ausgehen und deinen Wolf vor ihnen verstecken?” sprach Lucas herausfordernd.

“Nein,” entgegnete Ben knapp und lehnte sich mit finsterer Miene in seinen Stuhl zurück.

“Oder wir könnten alle ledig bleiben, wie andere Wölfe?” bot Lucas an und warf Walker dabei einen eindringlichen Blick zu.

“Ich traue den Frauen nicht,” verkündete Walker achselzuckend.

“Das ist ja das Schöne an der Sache,” erläuterte Lucas. “Es wird einen Vertrag geben, in dem festgelegt ist, dass die Weibchen unsere Bedingungen erfüllen und unsere Identitäten wahren. Im Gegenzug erhalten sie einen finanziellen Ausgleich und Schutz. Sollten sie gegen den Vertrag verstoßen, dann werfen wir sie schnurstracks wieder in ihr altes Chaos zurück.”

Ben und Walker blickten einander an. Sie hatten offensichtlich Vorbehalte.

“Das klingt wie …” begann Ben und hielt inne.

“Gekaufter Sex,” ergänzte Walker unverfroren.

“Ich habe nicht vor den Sex vertraglich zu regeln. Nur ihre Begleitung. Ich gehe nämlich davon aus, dass wir alle in der Lage sind unser Äußeres, unseren Charme und unsere Dominanz zu unserem Vorteil einzusetzen. So bleibt alles legal. Sicher.”

Walker entspannte sich sichtlich und Ben nickte. Lucas wusste, dass er sie immer überzeugen würde.

Er stand auf und ging durch die Fotos auf seinem Schreibtisch, bis er eines fand, das Aurelia voll bekleidet zeigte. Er überreichte es Walker und sprach weiter: “Dieses Weibchen hat einen außergewöhnlichen Verstand. Sie ist gutaussehend. Ich bezweifle nicht, dass sie eine Menge Temperament hat. Und zu unserem Glück steckt sie auch noch ganz schön in der Scheiße. Ein dutzend mehr Frauen befinden sich in einer ähnlichen Lage und es gibt andere, die wir noch gar nicht aufgespürt haben. Zuerst möchte ich Aurelia zu uns holen, denn ihre Situation ist prekär.”

Die Männer nickten und Lucas fiel ein Stein vom Herzen. Er nahm sein Mobiltelefon und schickte dem Bodenteam eine Nachricht, damit sie mit dem Plan fortfuhren.

Dann blickte Lucas zu seinen besten Kumpels und Businesspartnern und grinste.

“In zwei Tagen treffen sie uns auf dem Anwesen. Ich schlage vor, wir fliegen raus und machen alles klar.”

“Na schön. Lasst uns loslegen,” sprach Ben, diesmal voller Enthusiasmus.

Walker erhob sich und streckte Lucas die Hand aus. Sie packten gegenseitig ihre Hände, ihr Einvernehmen war ohne Worte aber mächtig.

Lucas lehnte sich über seinen Schreibtisch und drückte den Intercom-Knopf.

“Leila, mach den Helikopter klar. Walker und Ben begleiten mich zum Berganwesen. Wir werden mehrere Tage dort bleiben.”

Ohne auf eine Antwort zu warten schnappte er sich sein Jackett und führte sie aus dem Büro hinaus.

2

Ein Knurren kam aus Lucas’ Schnauze, als seine Pfoten im selben Takt seines Herzschlags auf dem weichen Nadelteppich des Waldbodens aufsetzten. Bens riesiger Grauwolf trabte nur wenige Meter zu seiner Rechten, Walkers gelbgrauer Timberwolf zu seiner Linken. Ben zog an ihnen vorbei und entlockte Lucas und Walker ein einvernehmliches Knurren. Der Grauwolf raste weiter voraus und als sie die Lichtung durchbrachen und die grasigen Hügel erreichten, auf denen ihr Haus stand, legte er unerwartet noch einmal an Kraft und Geschwindigkeit zu.

Ben wurde auf halbem Wege durch den Vorhof langsamer, Lucas und Walker taten es ihm gleich. Sie alle machten Halt, setzten sich und ließen ihre Zungen heraushängen.

Lucas fragte sich, warum sie nicht jedes verdammte Wochenende hier oben verbrachten. Das weitläufige Anwesen lag in den Blue Ridge Mountains versteckt, ungefähr zwanzig Minuten außerhalb von Asheville, North Carolina. Mit atemberaubenden, kiefernbedeckten Hügeln so weit das Auge reichte, winzigen Bächen mit kristallklarem Wasser und kaum Menschen weit und breit … es war eine Art Wolfsparadies.

Das Haus an sich war bereits außerordentlich, mit Wänden aus Glas und Zedernholz, die in den Himmel ragten und sechshundertfünfzig Quadratmetern, die sich auf drei Etagen verteilten und dennoch von der hochragenden Kieferkulisse in den Schatten gestellt wurden. Lucas hatte einen Pool und eine Grotte einbauen lassen, sozusagen als Wink an Hugh Hefners verschrobenes Genie.

Lucas stand gähnend auf und schüttelte seinen Pelz aus, ehe er die Gestalt wechselte.

“Ich bin am Verhungern,” sprach Ben und lief splitterfasernackt die Stufen der Veranda hoch. Er ging direkt in die Granit- und Edelstahlküche und machte sich am Kühlschrank zu schaffen.

“Wie wär’s, wenn du dir erstmal eine Hose anziehst, bevor du das Essen anrührst?” murrte Walker.

“Du bist doch nur sauer, weil ich schneller war,” stichelte Ben, als er ein paar Sandwichs aus dem Kühlschrank holte und sie auf den Tresen warf.

Lucas las seine Kleider vom Boden auf. Er war lässig gekleidet, mit eng geschnittenen Jeans und einem grauen Karohemd, für das die Frauen ihm oft Komplimente machten. Keine Schuhe, denn Wölfe kamen mit ein paar Stöcken und Steinchen unter der Sohle ziemlich gut zurecht.

“Wenn du ein Sandwich machst, dann mach gleich mehrere,” sprach Lucas. “Mit doppelt Fleisch.”

Ben schnaubte, machte sich aber an die Arbeit und ein paar Minuten später lungerten alle drei, Sandwich in der Hand, wieder komplett bekleidet in ihrem überdimensionierten Bau. Ben, er war bei Weitem der häuslichste der drei, brachte sogar Teller, Bier und Servietten. Sie aßen schweigend.

Als Lucas gerade sein Sandwich herunterschlang, klingelte sein Telefon. Einmal. Zweimal. Ein drittes Mal.

“Scheiße, das muss unser Mann sein,” sprach er und sprang auf, um sein Telefon vom Küchentresen zu schnappen. Das Klingeln verstummte und er blickte stirnrunzelnd auf sein Telefon. Als er sich umwandte, blickte er in zwei überaus selbstgefällige Gesichter.

“Was?” sprach er.

“Jemand ist aufgeregt,” verkündete Walker.

“Sollte dieses Weibchen auch nur ansatzweise mitbekommen, wie Luc sie gestalkt hat, dann wird sie das Weite suchen,” sprach Ben und lachte.

“Oder schlimmer. Sie wird ihn um den Finger wickeln. Lucas wird ihr Fotzenknecht werden,” sprach Walker und grinste. Die Vorstellung gefiel ihm offensichtlich.

“Halt’s Maul. Ich bin wuschig und sie ist scharf, das ist alles. Abgesehen davon werde ich der einzige sein, der ihr irgendetwas über mich verklickert, denn ihr beide werdet euch verdünnisieren, wenn ich mit ihr rede. Klar?” erklärte Lucas und warf ihnen einen eindringlichen Blick zu.

“Ich möchte sie wenigstens kennenlernen,” sprach Ben und grinste. “Wenn sie dermaßen toll ist. Wir alle sollten eine Chance bei ihr bekommen.”

“Ich bin der Boss in dieser Truppe und ich muss den ersten Deal besiegeln. Danach werden wir sehen. Einverstanden?”

Ben rollte mit den Augen und nickte, Walker zuckte nur die Achseln. Es überraschte kaum, Walker spielte zwar mit, aber der Plan hatte ihn im Grunde kaltgelassen. Lucas konnte es kaum erwarten eine Frau für den Harem zu finden, die Walker von den Socken hauen würde. Dann würde er schon sehen, wer zuletzt lachte.

Draußen waren schwere Reifen auf Schotter zu hören und Lucas fühlte sich zum Eingang hingezogen. Ben und Walker folgten ihm auf dem Fuß, die Neugierde war schließlich stärker.

Lucas schob die Glastür auf und trat auf die Veranda, um das Gefolge zu begrüßen. Das grelle Morgenlicht blendete und er hielt sich die Hand über die Augen, als er zusah, wie mehrere enorme Menschen aus dem Wagen stiegen. Ihm war nichts anderes übriggeblieben, schließlich würde er einem Pack Wölfe niemals mit einem begehrenswerten Weibchen wie Aurelia trauen.

Einer von ihnen öffnete die Hintertür und machte dem Passagier auf dem Rücksitz ein ungeduldiges Zeichen. Ein langer Moment verging, in dem Lucas die Tür beobachtete und ihm der Atem stockte.

Zwei schlanke Beine kamen zum Vorschein, gefolgt von einem perfekt gerundeten Torso. Schließlich tauchte Aurelias kupferfarbener Lockenschopf auf, wie Honigfeuer unter der Sonne. Sie trug enge, ausgefranste Shorts, rote Cowboystiefel und ein durchsichtiges gelbes T-Shirt. Eine große schwarze Sonnenbrille verschleierte ihr Gesicht, aber die unverwechselbare Herzform und die kecke Nase waren sichtbar. Volle rosa Lippen, die einfach nur sündhaft aussahen und sicherlich alles zerstörten, womit sie in Berührung kamen.

Und jetzt blickte sie zur Veranda auf und checkte ihn aus. Der Rest der Welt schien wie ausgeblendet, die Bäume und Berge waren verblasst. Ihre Lippen verzogen sich zu einem herausfordernden Grinsen.

Lucas schluckte und strich mit den Händen über seine Hemdfront, sein Puls pochte vor Aufregung. Da war sie, nur eine Unterhaltung davon entfernt sich unter ihm drunter wiederzufinden. Er würde sich in ihr vergraben und das wahnwitzige Verlangen stillen, das ihn plagte. Und sie würde zu ihm gehören, sodass er sie genießen könnte, wann immer er wollte.

Sein Wolf erhob sich und war erfreut über die Aussicht auf Aurelia.

Sie stieg die Treppen hinauf, ihre Cowboystiefel stellten ihre nackten, blassen Beine zur Schau. Zwei der Männer folgten ihr mit einem einzigen, abgenutzten Koffer voll Habseligkeiten.

“Aurelia,” sprach Lucas und musterte sie. Er mochte die Art, wie ihr Name über seine Zunge rollte.

Sie hielt an, stellte sich breitbeinig hin und spannte die Schultern an. Sie nahm ihre Sonnenbrille ab und musterte ihn unverhohlen.

“Deinetwegen bin ich also hier?” sprach sie nüchtern. Ihr Akzent entsprach so gar nicht dem süßen südlichen Näseln, das er von einem Texas-Girl erwartet hatte. Er hatte eine stark neuseeländische Note, was ihn überraschte.

“Ja,” erwiderte Lucas.

“Diese Männer haben mich von der Straße gezerrt. Sie haben nicht gesagt, wo sie mich hinbringen, oder warum. Ich war sechsunddreißig Stunden unterwegs und keiner von ihnen wollte auch nur mit mir reden. Sie haben nur immer wieder gesagt, dass Lucas Kiern mich sehen will.”

“Ich nehme an, dass sie dich gut behandelt haben?” wollte Lucas wissen und sein Blick wanderte zum Chef des Teams.

“Wir haben sie auf der Straße aufgelesen, kurz bevor vier bewaffnete Männer sie umzingelt hätten. Wir haben gesehen, wie sie sie in eine Ecke gedrängt haben und haben erst eingegriffen, als klar war, dass sie in der Falle saß,” sprach der Mann und zuckte die Achseln.

“Sie waren nicht zimperlich,” sprach sie und machte ein wütendes Gesicht.

“Sie haben das getan, was ich von ihnen verlangt habe,” erwiderte Lucas. Er blickte zu den Männern und machte ihnen ein Zeichen, dass sie gehen konnten.

Aurelia drehte sich um und blickte ihnen nach, als die Männer zurück zum Wagen gingen und davon fuhren.

“Das ist alles?” wollte sie wissen. “Sie liefern mich hier einfach ab, ohne eine Erklärung, was ihr überhaupt mit mir vorhabt?”

“Du traust ein paar Menschen eher, als dreien deiner eigenen Art?” sprach Walker und sträubte sich.

“Sieh an, es kann reden!” sprach Aurelia und klatschte einmal mit den Händen. “Wer seid ihr beide dann? Die Betas?”

“Wir sind kein Rudel,” warf Ben ein.

“Oh, einsame Wölfe, die einfach zusammenarbeiten. Was für eine Vorstellung. Das hier wird echt immer besser,” schnappte sie.

“Aurelia, das ist Ben, und das ist Walker. Wir kennen uns schon lange,” erklärte Lucas.

Aurelia verschränkte die Arme und drückte die Hüfte durch. Die Geste war typisch für Texas und entlockte Lucas ein Lächeln. Das bodenständige Mädchen existierte noch irgendwo da drin.

“Was nun? Warum bin ich hier?” fragte sie mit versteinerter Miene.

“Komm erstmal rein. Walker und Ben werden sich zurückziehen und du und ich werden uns unterhalten,” sprach Lucas. Er wartete nicht auf ihre Antwort, sondern machte kehrt und scheuchte seine Kumpels wieder rein. Genau wie sie es versprochen hatten, gingen sie direkt in ihre Suiten. Lucas führte sie in den Bau.

“Hast du Hunger? Durst?” fragte er, damit sie sich entspannte.

“Nein,” schnappte sie.

“Setz dich,” bot er an und deutete auf die schwarzen Ledersofas. Sie warf ihm einen finsteren Blick zu, wählte aber eine Ecke des Sofas und nahm Platz. Lucas ließ ihr etwas Raum und setzte sich aufs andere Ende. Sie waren jetzt drinnen und er konnte sich nicht davon abhalten ihren Duft aufzuschnappen. Neben dem Geruch von Menschen und Kerosin von ihren Reisen konnte er Noten von Hibiskus und Verbena auf ihrer Haut ausmachen. Sein Wolf fing regelrecht an zu japsen und bettelte darum, dass er tiefer einatmete und diesen Geruch einsog.

Sie rührte sich unbehaglich und schaute sich um, was ihn daran erinnerte, dass er ihr besser eine Erklärung bot, ehe sie gänzlich die Flucht einschlug.

“Ich möchte dir einen Deal anbieten,” sprach er und brachte es gleich auf den Punkt.

“Einen Deal?” fragte sie und lenkte ihren azurblauen Blick auf ihn. Aus der Nähe konnte er sehen, dass ihre Augen einen kupferbraunen Schimmer hatten, genau in derselben Farbe wie ihre langen Locken.

“Relative Freiheit. Eine Rückkehr in die Staaten,” erklärte er.

Überraschung machte sich auf ihrem Gesicht breit, aber sie bemerkte es sofort und fing sich wieder ein. Ihre Selbstbeherrschung beeindruckte ihn.

“Ich bin hier in den Staaten, oder nicht?” antwortete sie. “Irgendwo an der Ostküste.”

“North Carolina,” räumte er ein. “Aber das habe ich nicht gemeint. Ich meinte eine dauerhafte Lösung für dein Problem.”

“Mein Problem? Und was genau weißt du alles über mich und meine Probleme?”

Lucas hielt inne, er versuchte die richtigen Worte zu finden.

“Ich weiß, dass du verfolgt wirst. Regierungsbehörden, Großkonzerne … du hast dir viele Feinde gemacht und jetzt, da du verwundbar bist, haben es alle auf dich abgesehen. Irgendeiner davon wird dich erwischen, dir wahrscheinlich wehtun und dich dann dem Höchstbietenden überlassen.”

“Ich bin nicht verletzlich!” schnappte sie und sprang auf die Füße. “Ich bin sehr gut alleine klargekommen.”

Sie verschränkte die Arme und marschierte durch den Bau. Die Bewegung schien ihre Wut zu lindern.

“Der Mensch hat die Wahrheit gesagt. Wahrscheinlich hätten sie dich kurz danach geschnappt. Bis jetzt hast du dich gut geschlagen, ja. Du bist in einer riesigen Stadt in einem Drittweltland abgetaucht und dazu noch in einem kommenden Hackerparadies. Das war clever. Aber auf dich wurden zu viele Kopfgelder ausgesetzt und du wirst dich nicht retten können, egal wie clever oder schnell du bist. Es ist zu viel Geld im Spiel, zu viel Blut im Haifischbecken,” führte Lucas aus.

“Das ist es also? Du bist ein Kopfgeldjäger, der auf seine eigene Spezies Jagd macht?” sprach sie, ohne ihn anzublicken. Sie marschierte weiter hin und her. “Du willst mich ausliefern, mir einen Gnadendeal oder so aushandeln?”

“Nein. Das würde nicht mal ansatzweise deine Probleme lösen. Wenn du zum Staatsanwalt gehst und um eine Verständigung bittest, dann würde diese nur eine der vielen Parteien ansprechen, die dich verfolgen und die wollen dich wahrscheinlich im Knast sehen. Das wäre nur eine Verschwendung deiner Talente. Deiner Schönheit.”

Darauf blieb sie stehen, ihr Blick sprang zu ihm.

“Meine Schönheit? Soll dieser Deal eine Art Anmache sein?” fragte sie entsetzt.

“In gewisser Weise schon. Ich gebe zu, ich habe dich ausfindig gemacht. Dich beobachtet, deine Vergangenheit durchleuchtet. Du bist interessant, Aurelia. Aus mehreren Gründen, aber bleiben wir einfach dabei, dass du zu meiner Art gehörst und dazu noch total umwerfend bist … das hat definitiv dazu beigetragen, dass du es bis ganz oben auf meine Liste geschafft hast.”

“Und wie kommt es, dass du Listen aufstellst und Deals anbietest?” fragte sie.

“Ich bin Geschäftsführer von Lunacorp,” sprach er. Wie erwartet erkannte sie den Namen sofort. Sie musste lächeln.

“Ich wusste, dass Lunacorp von Wölfen geführt wird,” sprach sie leicht triumphierend. Kurz darauf verflüchtigte sich jedoch ihr Lächeln.

“Du bist also der Boss. Was bringt mir das?” wollte sie wissen.

“Wie du weißt, ist Lunacorp in den vergangenen Jahren exponentiell gewachsen. Wir haben mehr Geld, als wir jemals ausgeben könnten, als unsere Enkelkinder jemals ausgeben könnten und wir langweilen uns. Wir sind einsam. Von Menschen umgeben und von anderen Wölfen isoliert. Das möchten wir gerne ändern.”

“Wir? Wer sind bitteschön wir?”

“Ich bin der Federführer, wenn man so will. Aber Ben und Walker befinden sich auf demselben Weg wie ich und sind genauso isoliert. Wir haben nur uns drei.”

“In den Staaten gibt es tausende Wölfe. Du könntest einfach nach New York fliegen und etwas sagen. Hunderte Weibchen würden sich dir an den Hals werfen und sich um deinen Lifestyle reißen. Ich aber … ich bin in Indien. Ich werde gesucht. Warum ausgerechnet ich?”

“Wie gesagt, deiner Talente wegen. Und wegen deiner Schönheit.”

“Dann spuck es aus,” sprach sie. “Wie lautet dein Angebot?”

Lucas nickte, er leckte sich die Lippen.

“Ich will dich. In meinem Haus, hier. In meinem Bett. Ich möchte dir eine Reihe an Verträgen anbieten. Einen für deine Computerkenntnisse. Damit du mit Ben zusammenarbeitest und neue Programme entwickelst. Einen Vertrag, um meine Geliebte zu sein, oder eine davon. Ich möchte mehreren Weibchen diese Art von Deal anbieten, einen Deal, der ihnen zugutekommt und mich oder einen der anderen Jungs involviert. Wir wären nicht exklusiv, es sei denn, es ergibt sich ganz von selbst.”

“Du willst mich mit ihnen teilen? Sie könnten sich nehmen, was immer sie wollten, wann immer sie wollten?” sprach sie neugierig und beleidigt zugleich.

“Du könntest mit ihnen anbandeln oder nicht. Deine Wahl. Im Vertrag wird nur festgelegt, dass du bei mir bleibst und dass ich dich verführen darf.”

“Und was würde dabei für mich herausspringen?”

“Ich sorge dafür, dass deine Kopfgelder widerrufen werden und dass jede Organisation, die hinter dir her ist, auf andere Weise zufriedengestellt wird. Nach Ende deines Vertrags könntest du dich frei in den USA bewegen. Du wirst nie in einer Gefängniszelle einsitzen. Und solange du mit mir zusammen bist, wirst du alles bekommen, was du begehrst. Kleider, Schmuck, Wellness, was immer du willst. Zugang zur neuesten Technologie, ich weiß, dass dir das gefehlt hat.”

Aurelia musterte ihn, ging zur Couch zurück und setzte sich.

“Und wenn ich ablehne? Was, wenn ich meine Tasche schnappe und verschwinde?” fragte sie und neigte den Kopf zur Seite.

Lucas griff in seine Hosentasche und holte sein Smartphone raus. Er öffnete die Fotogalerie und reichte ihr das Telefon. Zu sehen waren dutzende Bilder von ihrem Bruder, ihrer Schwägerin und den beiden Kindern.

Aurelia atmete scharf ein. Wut brodelte so rasant in ihr auf, dass sein Wolf ihre Emotionen wahrnahm.

“Du wagst es, meine Familie zu bedrohen?” hisste sie und hielt ihm das Handy hin. Das Foto zeigte ihren Bruder Edgar, wie er seine kleine Tochter auf dem Arm hielt.

“Nein, du verstehst nicht. Ich habe diese Fotos vom Laptop eines Polizeiagenten in Dubai kopiert.”

Aurelia beruhigte sich leicht und biss ihre Lippe.

“Ich war sicher, dass ich unsere Verbindung vergraben habe. Ich habe monatelang jeden digitalen Hinweis gelöscht, der zeigte, dass wir uns je begegnet waren,” flüsterte sie, als sie durch die Fotos scrollte.

“Leider ist er ein Softwareingenieur bei einem führenden Tech-Unternehmen und ihr habt denselben Namen. Abgesehen davon und der Tatsache, dass er weiter über dich redet und deinen vollen Namen benutzt … kannst du ihn unmöglich verstecken,” erklärte Lucas höflich.

“Wenn ich also nein sage, dann wirst du ihnen meinen Bruder ausliefern?” fragte sie.

“Nein, ganz und gar nicht,” sprach Lucas und rückte näher. Er streckte die Hand aus und hob ihr Kinn, sodass sie ihm in die Augen blickte.

“Nehmen wir an, du bist einverstanden und deine Schulden werden beglichen. Genau das biete ich dir an, zusammen mit einem ständigen Security-Team für deinen Bruder und seine Familie. Solange du bei mir bleibst, wird ihm niemand Schaden zufügen können, um so an dich heranzukommen.”

Aurelias Lippe bebte, ihre Hände zitterten leicht, als sie das Telefon auf dem Sofa ablegte.

“Werde ich meinen Bruder sprechen können?” fragte sie.

“Wir können ihn für einen Besuch herholen. Wenn dein Vertrag vorbei ist, kannst du dir in seiner Nähe ein Haus kaufen, wenn du möchtest.”

Aurelia entzog sich seiner Berührung und presste den Handrücken an ihr Auge. Sie fuhr mit den Händen über ihre von der Reise zerdrückten Haare, atmete tief ein und machte den Rücken gerade. Fast musste Lucas lächeln, als er beobachtete, wie sie ihre Haltung ausrichtete, um eine Entscheidung zu treffen.

Sie blickte ihm in die Augen, dann reichte sie ihm die Hand.

“Einverstanden,” sprach sie mit gestählter Stimme.

Lucas nahm ihre Hand, er schätzte ihren festen Griff. Die Berührung ließ seinen Wolf hervorkommen, der sich überaus für die atemberaubende Frau interessierte.

“Wenn das so ist,” sprach er. Er ließ ihre Hand los, beugte sich vor und atmete ihren Duft ein. Er konnte ihre Wölfin spüren, ihre wachsende Aufgeregtheit und Unruhe, das Flattern ihres Herzschlags in seiner Nähe.

Seufzend atmete er aus.

“Ich muss zugeben, mein Wolf steht auf dich,” sprach er mit einem Grinsen.

Aurelia schenkte ihm ein unsicheres Lächeln und Lucas wurde klar, dass sie überwältigt und müde war.

“Na schön. Wir werden Folgendes tun,” sprach er und übernahm wieder die Kontrolle. “Ich werde dir dein Zimmer zeigen und deinen Koffer bringen. Ich werde dir Essen und den Vertrag bringen. Du kannst schlafen oder ein Bad nehmen. Was immer du willst. Du kannst dir das Kleingedruckte ansehen und mir alle nötigen Fragen stellen …” Er verstummte und winkte mit der Hand.

“Okay,” sprach Aurelia. Sie war sichtlich ermüdet.

“Dann werde ich dich zu unseren Suiten führen.” Er stand auf und reichte ihr die Hand. Sie nahm sie und er zog sie auf die Füße hoch. Statt wieder loszulassen, verschränkte er die Finger in ihre und führte sie zum hinteren Ende des Hauses.

Er führte sie nach oben bis zum Abschnitt, wo zwei Flure waren.

“Du und ich sind auf dieser Seite,” erklärte er ihr. “Mein Zimmer ist ganz am Ende. Zwischen unseren Schlafzimmern gibt es große Bäder und Wohnzimmer, alles miteinander verbunden. Die erste Tür ist für dich.”

Er hielt inne und hob ihre Hand an seine Lippen. Er verpasste ihr einen flüchtigen Kuss.

“Ich verabschiede mich. Dein Gepäck wird in Kürze in deinem Wohnzimmer stehen,” sprach er.

“Ich – ich weiß nicht, wie ich mich dafür bedanken soll,” sprach Aurelia und ihr Duft und leichter Akzent wirkten auf ihn wie ein Schlag in die Magengegend.

“Du wirst dir schon etwas einfallen lassen,” neckte Lucas und schüttelte den Kopf. “Ruh dich aus. Ich warte auf dich, wenn du soweit bist.”

Und so ließ er sie an der Tür stehen. Es fiel ihm wirklich schwer, sie ohne einen richtigen Kuss zu verlassen, aber Lucas war lange genug in der Geschäftswelt unterwegs, um zu wissen, wann es besser war abzuwarten. Er wollte Aurelia, aber mehr noch wollte er, dass sie zu ihm kam. Jetzt musste er einfach nur warten … vielleicht würde er rausgehen und laufen oder im Pool ein paar Runden ziehen. Als ob das seine Lust auf Aurelia dämpfen würde.

Lucas musste schmunzeln, als er wieder nach unten ging.

3

Aurelia war schlichtweg verblüfft. Nachdem Lucas sie vor ihrem neuen Schlafzimmer abgeliefert hatte, hatte sie die Tür aufgemacht und fast den Verstand verloren. Der Raum war phänomenal, die untere Hälfte der Wände war mit cremefarbenen Täfelungen verziert, die mit weißen Ästen bedruckt waren, die obere Hälfte war mit einem zarten Kirschblütenmuster bedeckt. Der Fußboden war anders als der vom Rest des Hauses, er war aus leicht polierter Eiche. Ein massives weißes Himmelbett dominierte die Mitte des Raums und war mit weißen und pastellfarbenen Vorhängen geschmückt. An der Seite standen ein passender Schminktisch und Schrank, ein prächtiger Eichenholzschreibtisch nahm die mittlere Wand ein und die verbleibende Wand bestand fast gänzlich aus Fenstern, die sorgfältig mit durchscheinenden weißen Vorhängen verhangen waren.

Eine ganze Minute lang stand Aurelia einfach nur in der Tür und bekam den Mund nicht mehr zu. Selbst wenn sie aus hunderten Einrichtungsmagazinen eine Collage geschnipselt hätte, hätte sie niemals so perfekt ihren Geschmack treffen können wie dieses Zimmer.

Sie trat ein und machte sowohl die Tür als auch ihren Mund wieder zu, dann bewunderte sie die Details. Auf dem Schreibtisch stand eine Schreibmaschine, komplett mit einem weißen Blatt Papier, das auf ihre Worte wartete. Orchideen und Kirschblüten zierten den Schminktisch. Ein cremefarbener Liegestuhl am Fenster. Ein Nachttisch mit Wasserflaschen, die in einem silbernen Champagnereimer gekühlt wurden; als sie näher trat, bemerkte sie, dass es sich um ihre Lieblingsmarke handelte.

Sie machte den Schrank auf und sah, dass er mit allen erdenklichen Kleidungsstücken gefüllt war. Der Schminktisch hatte einige ihrer bevorzugten Make-up-Produkte, ihr Lieblingsparfum …

Sie erstarrte, als sie den Schminktisch genauer unter die Lupe nahm und zupfte eine verblasste Karteikarte vom Rand des Spiegels. Sie brauchte den Text nicht zu lesen, denn sie wusste, was darauf geschrieben stand.

“Du bist wunderschön, wunderschön!” war in ihrer kurvigen Teenie-Handschrift darauf gekritzelt.

Wo zum Teufel hatte Lucas etwas aus ihrem Zimmer bei ihrer Lieblingspflegefamilie von vor über zehn Jahren aufgetrieben?

Aurelia steckte vorsichtig die Karte wieder zurück und ging zum Bett. Sie kletterte drauf und ließ sich mit dem Gesicht nach unten auf die Decke fallen.

Dutzende, nein Millionen verschiedener Gefühle rauschten ihr durch den Kopf. Anspannung, Erleichterung, Furcht, Erschöpfung, Dankbarkeit, Fassungslosigkeit … alles drehte sich in ihrem Kopf, sodass ihr schwindelig wurde. Sie kniff die Augen zusammen und atmete tief ein.

Nein, es gab kein Entkommen. Die Tränen stiegen auf und auf einmal musste sie schluchzen. Dann bekam sie Schluckauf. Dann heulte sie endgültig und schnappte nach Luft, als ihr heimwehkrankes Herz sie als Geisel nahm.

Die Karte war einfach zu viel gewesen. Aurelia weinte und weinte und mit ihren salzig-süßen Tränen vergoss sie jeden verbleibenden Tropfen des Widerstands, der Wut und Angst in ihr. Irgendwann, als die Tränen schließlich nachließen, kam die Einsicht, dass jemand das alles nur für sie getan hatte …

Dann schlief sie fest ein.

4

Ganze zwölf Stunden waren vergangen, als Aurelia schließlich aus ihrem Zimmer auftauchte. Sie hatte den Rest der Suite erkundet und einen ansprechenden Salon vorgefunden, komplett mit Teeservice und Klingelknopf, allerdings war sie nicht sicher, ob es Bedienstete gab oder nicht. Dann hatte sie ein makelloses, weiß gefliestes Badezimmer gefunden, das von einer riesigen Klauenfußwanne dominiert wurde. All ihre Lieblingsbadeprodukte, Dinge, die sie in Indien oder selbst in Neuseeland nie gefunden hatte, waren jetzt in Reichweite.

Sie hatte ein Schaumbad genommen und gründlich ihre Haut und Haare verwöhnt, sich die Fußnägel lackiert …

Und dann hatte sie sich auf ihre neue Garderobe gestürzt. Weil sie nicht der Auffassung gewesen war, dass sie alles auf einmal hätte sichten können, hatte sie sich einfach den erstbesten Fummel genommen … nun, dabei hatte es sich um ein edles Cocktailkleid von Christian Siriano gehandelt, also hatte sie es wieder in den Schrank gehängt. Das zweite Teil war ein helles, apricotfarbenes Maxi-Kleid, das im Nacken gebunden wurde und eng an der Taille saß, ehe es zu ihren Füßen einen anmutigen Pool bildete. Der Stoff war dermaßen zart, dass sie tatsächlich seufzte, als sie es überzog.

Sie ließ ihr langes Haar an der Luft trocknen und verzichtete auf Parfum und Make-up. Es fühlte sich gut an, so natürlich und frei zu sein, also ließ sie auch ihre Schuhe weg. Die Männer waren barfüßig, als sie sie gesehen hatte und es gefiel ihr. Es war so ungezwungen.

Dann ging Aurelia zum Schreibtisch und hob das geordnete Bündel voll bedruckter Seiten auf, das dort auf sie wartete. Sie schob den Stuhl zurück, setzte sich und las die erste Seite ihres Vertrags.

Sie war nicht sicher, was genau sie erwartet hatte. Lucas war ein Geschäftsmann, womöglich also eine detaillierte Liste mit Dingen, die sie ihm schulden würde: Häufigkeit der sexuellen Zusammenkünfte, absoluten Gehorsam, ein zu allen Zeiten gepflegtes Äußeres.

Stattdessen war alles ganz einfach. Der Vertrag listete ihre Namen und die Adresse des Anwesens auf. Es besagte, dass Aurelia ihm für den Zeitraum von einem Jahr Gesellschaft leisten würde und dass Lucas im Gegenzug ihre Probleme mit dem Gesetz lindern würde. Außerdem würde er ihr für die Dauer ihres Vertrags ein großzügiges Taschengeld gewähren und ihr am Ende ihrer gemeinsamen Zeit mindestens 250,000 Dollar überlassen. Aurelia musste lange auf die Summe starren. 250,000 Dollar war enorm viel Geld, in ihrer Welt.

Am Ende der Seite befanden sich zwei Zeilen für Datum und Unterschriften. Die obere Zeile war bereits mit Lucas’ eleganter Krakel signiert.

Aurelia runzelte die Stirn und blätterte zur zweiten Seite um. Sie war leer.

“Das ist alles?” fragte sie sich laut.

Sie hob einen eleganten Füllfederhalter auf, der ihr für diese einzige Gelegenheit hinterlegt worden war und seufzte. Warten wäre sowieso sinnlos, oder?

Sie nahm die Kappe ab und unterzeichnete den Vertrag. Ihr wurde leicht flau im Magen, aber sie unterdrückte das Gefühl. Sie ließ ohne Anstalten den Füller fallen, drückte sich vom Schreibtisch ab und stand auf. Es war Zeit, Lucas gegenüberzutreten und ihm jene Begleitung zu leisten, die ihren Lebensunterhalt gesichert hatte.

Aurelia ging nach unten und hob dabei vorsichtigen den Saum ihres langen Kleides an. Es war einen Tick zu lang für sie und dieser kleine Makel machte sie irgendwie weniger beeindruckt von Lucas’ Gastfreundschaft.

Unten an der Treppe angekommen, überhörte sie einen Gesprächsfetzen.

“-du weißt nicht mal, ob sie überhaupt noch lebt,” sagte Ben.

“Ich würde sagen, es geht ihr gut,” sprach Lucas und wandte sich sogleich zu ihr um. Sie hatte keinen Mucks von sich gegeben und doch hatte er ihre Anwesenheit gespürt.

Der Mann, den Lucas ihr als Walker vorgestellt hatte, wollte aufstehen und ihr mehr Raum geben, aber sie wiegelte ab.

“Alles bestens. Bleib ruhig sitzen,” sagte sie und näherte sich der Sofaecke, auf der die drei Männer lungerten.

“Du hast gut geschlafen?” erkundigte sich Lucas. “Wie ich sehe, hast du die Kleider gefunden, die ich für dich bestellt habe.”

Aurelia wurde ganz rot und strich ihre Hände über das Kleid.

“Ja, das habe ich. Dankeschön.”

“Du siehst echt hübsch aus,” platzte es aus Ben heraus und er wurde ebenfalls rot. Dann fuhr er sich unbeholfen mit der Hand durchs Haar.

“Danke,” erwiderte sie und schenkte ihm ein warmes Lächeln. Ben war hinreißend, schlanker und unverkrampfter als die anderen zwei. Seine zerknitterten Jeans und sein Streifenshirt, das dunkelbraune Haar, das ihm in die Stirn hing, sein schüchternes Lächeln … oh ja. Er war auf jeden Fall ein heißer Geek.

“Nett,” kommentierte Walker.

Walker warf Ben einen finsteren Blick zu. Walker war enorm, er war mit Abstand der größte von den dreien. Kastanienbraunes Haar, das dicht an der Kopfhaut geschnitten war, dunkelbraune Augen, die aber kaum Schwärze enthielten. Er bewegte sich imposant und war überaus einschüchternd, aber Aurelia spürte eine tiefe Verwundbarkeit in ihm. Dieser Mann war zutiefst verletzt und keiner seiner Kumpels schien darauf einzugehen.

“Also, Jungs?” sprach Lucas.

“Essen?” fragte Walker ohne Umschweife.

“Gott, ja,” räumte Aurelia ein. “Ich hätte noch einen Tag durchschlafen können, aber ich bin wie ausgehungert aufgewacht.”

“Gegrilltes Hühnchen, Spargel, Butternusskürbis,” sprach Walker. Offenbar vergeudete der Mann nicht viele Worte.

“Klingt fantastisch,” sprach Aurelia.

Walker ging in die edle Küche und machte sich daran, ihren Teller zu füllen. Aurelia wollte zu ihm gehen, Lucas aber schüttelte den Kopf.

“Setz dich,” schlug er vor. “Und sag Ben, was du gerne trinken möchtest.”

“Wie haben frischen Saft, dein edles Wasser, Bier, Softdrinks …” bot Ben ihr an.

“Gerne einen Saft. Habt ihr Apfelsaft?” fragte sie.

“Oh ja, und er ist sooooo gut,” sprach Ben, sein ungekünstelter Enthusiasmus war einfach ansteckend. Aurelia musste grinsen. Sie bemerkte zwar den bösen Blick, den Lucas seinem Kumpel zuwarf, aber sie ignorierte ihn.

Minuten später hatte sie mit einem Tablett voll Essen und einem riesengroßen, eiskalten Glas Apfelsaft Platz genommen und drei stattliche Männer sahen ihr beim Essen zu. Sie blickte sich um und biss ihre Lippe, als sie ihre Gabel hielt.

“Ähm … könnten wir vielleicht den Fernseher anschalten oder so?” bat sie zögerlich.

Ben lachte und Lucas nickte. Die Fernbedienung wurde ausfindig gemacht und kurz darauf lief die Wiederholung einer Comedyshow auf dem riesigen Projektionsschirm des Baus. Walker wandte sich der Show zu und Lucas und Ben bemühten sich um ein Gespräch untereinander, damit sie sich etwas entspannen konnte.

Aurelia aß mit gesundem Appetit.

“Habt ihr das gekocht?” wollte sie wissen. “Es schmeckt toll.”

“Ben,” sprach Lucas und zuckte die Achseln. “Er ist ein hervorragender Koch.”

Ben wurde wieder rot und duckte sich leicht.

“Ich mag Essen und ich mag es, zuzusehen, wenn jemand mein Essen verspeist. Es macht mich glücklich,” sprach er.

“Danke, es schmeckt großartig. Ich würde noch mehr essen, aber dann würde ich platzen und dieses hübsche Kleid ruinieren,” scherzte sie.

Ben war ganz aus dem Häuschen und Aurelia lächelte vor sich hin. Wenigstens einen von ihnen hatte sie von sich überzeugt. Er räumte ihr Tablett weg und ließ den Saft auf dem Couchtisch stehen.

Während Ben beschäftigt war und Walker auf den Fernseher starrte, wandte sie sich wieder Lucas zu.

“Möchtest du mir die Veranda zeigen?” schlug sie vor und deutete mit dem Kopf auf die gläserne Schiebetür.

Lucas grinste über beide Ohren, stand auf und reichte ihr die Hand. Als sie ihre Hand in seine legte, spürte sie Wärme, genau wie bei ihrer ersten Berührung.

Sie konnte seinen Blick spüren, als er sie nach draußen geleitete, aber sie hielt ihre Augen auf den Boden gerichtet. Sie brauchte einen Moment, um ihre Gedanken zu ordnen, um die richtigen Worte zu finden. Worte waren alles, was sie ihm zu bieten hatte. Für den Moment.

Sie blickte auf, ging zum Zederngeländer und genoss den Ausblick. Sie waren mitten im Wald und das üppige Grün lockte ihre Wölfin. Auf einer Seite des Hauses war ein steiler Abhang, das Land fiel dramatisch ab und gab einen atemberaubenden Blick auf die Berge frei.

“Wir sind in den Blue Ridge Mountains,” erklärte Lucas. Er stützte den Ellbogen neben ihr aufs Geländer und warf ihr einen nachdenklichen Blick zu. Er musterte sie, womöglich wollte er sehen, ob sie die Flucht einschlagen würde.

Aurelia hatte nicht die Absicht zu flüchten, nicht von einem Ort wie diesem. Und selbst wenn, wo sollte sie hin?

“Es ist schön hier,” bemerkte sie und nahm die Landschaft in sich auf. Sie war noch nicht wirklich bereit Lucas anzublicken, jenen Mann, der ihr all das hier ermöglicht hatte. Der sie vor einem schrecklichen Schicksal bewahrt hatte und die Fantasie einer jeden Frau für sie wahr gemacht hatte.

“Ich dachte, es wäre eine angemessene Kulisse für eine schöne Frau,” sprach Lucas.

Sie biss ihre Lippe und blickte ihn schließlich doch an. Betrachtete ihn. Er war groß und muskulös, aber ohne massig zu wirken, mit einem satten gebräunten Teint, der verriet, wie viel Zeit er im Freien verbrachte. Er hatte umwerfend lockiges, blondes Haar mit einer hellen Strähne vorne, silberne Augen und überaus einladende Lippen. Sein Lächeln wurde unter ihrer Begutachtung immer diabolischer und brachte ihr Herz leicht in Wallungen.

“Ich werde dich küssen,” warnte er, als er sich näherte.

Aurelia erstarrte, ihre Lippen waren halb geöffnet, als sie hektisch nach einer Antwort suchte. Das war einen Moment später bereits völlig egal. Ein Anflug von Wärme erschütterte ihre Zurückhaltung und eine sinnliche Empfindung flutete ihren Körper, als er die Distanz zwischen ihnen schloss und seine mächtige Hand ihren Kiefer umfasste. Mit dem Daumen neigte er ihren Kopf, dann beugte er sich vor und strich seine Lippen über ihre. Noch ein Streichen und sie gab einen zarten Laut von sich.

Lucas legte seine Hände an ihre Taille und zog sie bündig an seinen festen Körper.

“Küss mich,” half er nach.

Sie blickte zu ihm auf und traf eine Entscheidung. Sie hob beide Hände an seine Schultern und ließ sie an seinen Nacken gleiten. Dann legte sie den Kopf in den Nacken und bot ihren Mund an.

Seine Hände drückten ihre Hüfte und einmal mehr fand er ihren Mund. Diesmal war sein Kuss fester, entschlossener. Ihre Wölfin konnte seinen Wolf spüren, sie spürte sein Bedürfnis nach Dominanz, welches er züchtig im Zaum zu halten schien. Sie erschauderte und auf einmal machte sich eine gewisse Vorfreude in ihr bemerkbar.

Lucas fühlte sich so warm und fest an, sein Kuss wurde immer eindringlicher. Er leckte und knabberte, er stieß sanft ihren Mund auf und bewirkte einen plötzlichen Hitzestoß in ihrem Unterleib, eine lodernde Flamme, mit der sie nicht gerechnet hatte. Seine Hände fassten ihre Hüften, dann glitten sie tiefer und packten ihren Arsch.

Er hob sie von den Füßen und presste sie gegen das harte Zederngeländer; mühelos, als wäre sie schwerelos. Ihre Augenlider schlossen sich und sie seufzte. Sein Körper presste gegen ihren und seine Berührungen wurden weniger zaghaft. Er ließ von ihrem Mund ab, zog zurück und ließ seinen Blick über ihren Körper wandern, über ihre Brüste, als sie gegen das geschlossene Dekolleté ihres Kleides drückten.

Lucas hob seine Hand, um über ihre Brust zu streichen und ihr stockte der Atem. Er nahm sich aber nicht die Zeit, um ihre Brust zu umfassen oder ihre plötzlich so empfindlichen Brustwarzen zu necken und sie ächzte kurz. Stattdessen fuhr er mit der Hand über ihr Schlüsselbein und streichelte ihren Hals. Sie ließ den Kopf in den Nacken fallen und genoss seine Berührung. Seine Fingerspitzen wanderten ihren Nacken hoch, sie erzitterte und er stieß seine Finger in den schweren Vorhang ihrer Haare.

Er weitete seinen Stand und schlang seinen freien Arm um ihren Nacken, sodass sein Körper sie umschloss. Voller Dominanz überließ er seinem Wolf die Führung.

“Sieh mich an,” befahl Lucas. Aurelia blickte zu ihm auf, ihre Lippen waren halb geöffnet und sie seufzte.

Lucas blickte ihr einen langen Moment in die Augen, er suchte nach etwas. Plötzlich machte sich ein teuflisches Grinsen auf seinen Lippen breit und seine Finger vergriffen sich an ihrem Haar. Nicht so straff, um ihr wehzutun, aber ausreichend fest, damit sie den Kopf übers Geländer neigen musste, sobald er zog. Er beugte ihren Körper nach hinten und richtete sie so aus, damit sie ihm ihre Kehle entblößte.

Mit einem Knurren beugte er sich vor und schmiegte seine Nase an ihren Hals. Er atmete ein, stöhnte.

“Gutes Mädchen,” flüsterte er.

Aurelia war einfach nur platt. Da war sie nun mit einem fremden, wenn auch überaus gutaussehenden Wolf und vom ersten Tag an ließ sie ihn das Tempo vorgeben. Sie spürte einen Anflug von Ängstlichkeit, aber im selben Moment wurde ihr klar, dass sie bereits unverschämt feucht wurde. Sie versuchte sich aufzurichten und sich seinem festen Griff zu entziehen.

“Aurelia,” sprach Lucas und zog an ihren Haaren. Diesmal fester, sodass sie laut aufkeuchte. Der Arm um ihren Körper drückte fest zu, eine Erinnerung an seine totale Kontrolle.

“Lucas, ich kann nicht-“ sie wollte etwas sagen, aber er schüttelte nur den Kopf.

“Du musst lernen, mir zu vertrauen,” erklärte er gelassen. Als ob er kein bisschen angetörnt war, als ob seine Erektion nicht gegen ihren Bauch scheuerte, während er sprach.

“Vertrauen,” entgegnete sie mit einem Hissen. Sie vertraute niemandem.

“Ja, vertrauen,” sprach er. “Sobald du den Vertrag unterzeichnest, wirst du mir gehören. Ich werde dich beschützen und für dich sorgen. Dich ficken.”

Mit einem Hüftruck verlieh er seinen letzten Worten Nachdruck.

Heiße Pfeile des Verlangens schossen durch ihre Venen und ihre Wölfin wollte sich verzweifelt befreien und den Deckakt vollziehen. Je stärker er zerrte, desto heißer loderten die Flammen des Verlangens in ihr auf.

“Hör auf nachzudenken,” sprach Lucas sanft. “Es ist jetzt alles besiegelt. Ergib dich. Ich weiß, dass du es willst.”

Aurelia biss ihre Lippe und setzte sich mit neu gefundener Kraft gegen seinen Griff zur Wehr.

Er zog seine Finger aus ihrem Haar und ließ seine Hand an ihren Schenkel wandern. Er zog ihr Kleid hoch. Sie wehrte sich noch heftiger, seine Fingerspitzen jedoch fanden binnen Sekunden ihre nackte Haut.

Er ignorierte ihr protestierendes Wimmern und wanderte an ihrem straffen Schenkel hoch, bis er ihre Hüfte fand. Er packte kurz zu, verpasste ihr einen sanften Kniff.

“Du bist perfekt hier,” sprach er. Seine Worte klangen wie ein Fluch, sein aufrichtiges Gefallen war nicht zu verbergen.

“Weder zu dünn, noch zu dick,” sprach er und glitt mit der Hand über die Rundung ihrer Hüfte.

“Lass mich los!” beharrte Aurelia und erst jetzt hob sie die Arme, um ihn wegzustoßen.

Enttäuscht schüttelte er den Kopf. Er schmiegte sich wieder an sie, sein Mund verweilte an ihrem Ohr. Seine Finger fanden die zarte weiße Spitze ihres Unterhöschens, dem Stück, das sie aus ihrer neuen Garderobe ausgewählt hatte.

Er dachte daran, wie er es ausgesucht hatte, wie sehr er sie darin sehen wollte, es ihr vom Leib reißen wollte …

Aurelias Herz raste, ihre Brüste pochten und seine Fingerspitzen auf ihrem Venushügel verbrühten sie.

“So warm,” flüsterte er und sein Atem kitzelte ihre empfindliche Ohrmuschel.

Sie hielt die Luft an. Diese Finger strichen einmal, zweimal nach unten. Sie musste ihre gesamte Kraft aufwenden, um sich nicht seiner Hand entgegenzudrücken.

Seine Finger schlüpften unter die dünne Barriere ihres Unterhöschens und fanden ihre seidigen Locken.

“Oh,” stieß sie hervor.

“Ah,” erwiderte er und einmal mehr machte sich dieses diabolische Grinsen auf seinem Gesicht breit. “Ich wusste es. Ich wusste, dass du feucht für mich bist, bereit, um auf den Boden geworfen und durchgefickt zu werden.”

Ihr war klar, dass sie sich zur Wehr setzen sollte, oder sich zumindest schämen sollte. Aber noch ehe sie darüber nachdenken konnte, strichen seine Finger über ihre schlüpfrigen Falten und drangen ein. Blitzartig wurde sie aufs reinste Verlangen reduziert. Ihr Mund stand offen, ihr Kopf ruhte jetzt auf seiner Brust und sie keuchte. Fast drei Jahre lang war sie nicht mehr so berührt worden.

Zwei gewitzte Fingerspitzen fanden ihren dicken, empfindlichen Kitzler. Aurelia schrie auf, sie war wie wild vor Verlangen.

“Gefällt dir das?” wollte er wissen und fing sanft zu kreisen an. “Sag, was du gerne hast.”

“Schnell, schneller,” sprach sie und ihre Stimme überschlug sich bereits.

Seine Finger machten sich an die Arbeit und rieben in schnellen Kreisen um ihren Kitzler herum. Sie konnte nicht mehr stillhalten und ihre Hüften wiegten sich mit seinen Bewegungen.

“Lucas, ja!” Sie schrie, eine Hand umklammerte seine Schulter, während die andere am Geländer Halt suchte. Sie wollte die Beine für ihn breitmachen, sie wollte von ihm gefickt werden, sie wollte seinen Mund auf ihren Brüsten, sie wollte ihn wie einen teuren Zuchthengst reiten.

Als jedoch ihr Höhepunkt nahte, wurde er langsamer.

“Nicht aufhören!” bellte sie zwanghaft.

“Du kannst noch nicht kommen, Kleines,” schnurrte Lucas.

“Nein!” raunte sie, obwohl sie wusste, dass es sinnlos war.

“Erst muss ich dich kosten, Aurelia. Ich muss dich auf meiner Zunge spüren, wenn du aufblühst. Ich werde dich auslecken und saugen und mit den Fingern für meinen Schwanz vorbereiten,” sprach er und seine Augen waren ein gefährlich stürmisches Silber.

Seine Finger neckten sie immer noch, aber offensichtlich würde er ihr nicht mehr davon geben.

Sie langte nach oben und wollte ihr Kleid im Nacken öffnen, aber er zog zurück und packte ihre Handgelenke.

“Lucas!” rief sie. Das Wort war eine Bitte, ein Vorwurf, eine Warnung.

“Nicht hier,” sprach er. “Ich bringe dich nach oben.”

Sie machte ein gequältes Protestgeräusch, er aber grinste nur und packte sie an den Schultern. Er drehte sie um und schob sie zur riesigen Glasschiebetür. Ben und Walker saßen genau hinter der Tür und sahen ihnen wie gebannt zu. Sie waren kurz davor wie zwei kleine Jungen die Nasen an der Glasscheibe plattzudrücken.

“Oh!” Aurelia schluckte. “Oh nein.”

“Das erste Mal werde ich dich alleine nehmen,” erklärte Lucas und zog ihren Rücken gegen seine Brust, um ihr ins Ohr zu flüstern. Seine Hände hielten ihre Taille, als er sie vorandrängte.

Ben und Walker wurde klar, dass sie entdeckt worden waren und verschwanden, ehe Aurelia die Tür erreicht hatte.

Lucas ließ sie schmunzelnd los, machte die Tür auf und forderte sie auf in die Küche zu gehen.

“Ich glaub’s einfach nicht, dass sie uns beobachtet haben!” klagte Aurelia und wurde ganz rot im Gesicht.

“Bestimmt sind sie in ihren Suiten und holen sich erstmal einen runter,” sprach Lucas. Seine Freude war einfach nur sündig.

Aurelia blieb stehen, als sie auf der Kücheninsel einen Stapel Papierkram entdeckte. Noch eine Kopie ihres Vertrags. Mehrere, sorgfältig bereitgestellte Exemplare, damit Lucas den perfekten Zeitpunkt wählen konnte, um sie zu bitten mit einer Unterschrift ihre Freiheit aufzugeben.

“Was?” wollte Lucas wissen, als er ihren Unmut bemerkte.

“Es – ich meine, sollte ich …” stotterte sie und deutete auf den Vertrag. Musste sie ihn etwa unterschreiben, ehe er intim werden konnte? Ziemlich mittelmäßig für einen Mann, der Vertrauen forderte.

Aurelia hatte nicht das Bedürfnis zu erwähnen, dass sie bereits die Kopie in ihrem Zimmer unterzeichnet hatte. Sollte sie ihn ruhig eine Weile zappeln lassen, dachte sie sich.

“Nein! Nein,” sprach Lucas und lenkte sie weg vom Vertrag und in den Bau hinein.

“Ich wusste nicht, ob … ich weiß nicht,” sprach sie und schüttelte den Kopf.

“Du kaufst das Auto. Und du kannst es Probefahren, so viel du willst,” sprach er und nahm ihre Hand.

“Also bist du jetzt ein Auto?” sprach sie, insgeheim erleichtert.

“Ein sehr sehr teures, sexy Auto. Ja.”

“Ich verstehe. Was ist also der nächste Teil des Kauferlebnisses?” scherzte Aurelia und lächelte. Er war echt süß, mit Hinblick worauf ihr Deal letztendlich abzielte. Sie hatte einen Vertrag unterzeichnet, um sozusagen sein Groupie zu sein, obendrauf musste er nicht auch noch nett sein. Allerdings war es hilfreich.

“Der nächste Teil?” fragte er verschmitzt.

Sie machte den Mund auf und wollte eine clevere Antwort geben, aber Lucas beugte sich runter und packte stattdessen ihre Taille. Er hob sie hoch und ignorierte ihr Gequietsche, als er sie über die Schulter warf.

“Den zeige ich dir gleich noch,” gelobte er.

5

“Was machst du? Wohin— lass mich runter!” quietschte Aurelia. Sie war außer Atem, widersetzte sich aber trotzdem seinem Griff, was Lucas nur noch stärker anregte und fast seinen Wolf zum Vorschein brachte.

In einer Blitzsekunde war Lucas durch den Bau marschiert und die Treppe hoch, er trug sie durch den Flur ihrer Suite und an ihrem Schlaf- und Wohnzimmer vorbei. Er brachte sie bis an seine Schlafzimmertür und verweilte kurz an der Schwelle.

Dann stieß er die Tür auf, trug sie hinein und ließ sie aufs Bett fallen. Aurelia raffte sich auf alle viere auf und blickte sich um.

“Mein Zimmer,” erklärte Lucas unverhohlen. Es passte zu ihm; dunkelblau und dunkle Hölzer, mit dicken Vorhängen, die vor der Sonne schützten. Fast jeder Wandzentimeter war mit Bücherregalen gesäumt und die Möbel waren schwer und antik. Es gab mehrere Karten und Globen, alle mit Beschriftung und uralt.

Aurelias helle Augen betrachteten seine Einrichtung. Sie drehte sich zufrieden zu ihm um.

“Gefällt mir,” sprach sie und lächelte. “Es erinnert mich an die Kapitänskajüte auf einem alten Schiff.”

“Das war auch die Idee,” sprach er und kniete sich neben ihr aufs Bett. Aurelia lehnte sich zurück, sodass ihre Arme hinter ihr waren und ihre Brüste nach vorne ragten.

Lucas streckte die Hand aus und strich mit den Fingerspitzen über ihre Schulter und über ihren Arm. Sie erschauderte und er wiederholte das Ganze, strich von ihrer Schulter aus über ihr Schlüsselbein und weiter runter. Seine Berührung umzeichnete die Außenseite ihrer Brust und er spreizte seine Finger, um sie dort zu fassen.

Ihre Brust war schwer, füllig und warm und presste gegen seine Hand. Er beobachtete sie, sah zu, wie sie die Augen schloss und ihre Lippe biss, als sie sich ihm entgegenschmiegte. Ihre liebliche Hingabe würde sein Verderben sein.

Lucas beugte sich vor und strich suchend seine Lippen über ihre. Er ließ die Hand fallen und zog sie an sich heran, dann trank er ihr leises, lustvolles Seufzen.

Sie öffnete die Lippen für ihn und die süße Hitze ihres Mundes brachte sein Blut zum Brodeln. Er presste dagegen und stöhnte, als er seine Zunge gegen ihre rieb. Ihre Arme hoben sich um seinen Hals und ihre Finger gruben sich in sein Haar. Er packte ihre Hüften und ließ seine Hände über ihren Rücken wandern, wollte mehr. Der Kuss entzündete sich zwischen ihnen und bald atmeten sie beide schwer.

Lucas beendete den Kuss und blickte zu ihr herunter. Ihr Gesicht war rosig, sie machte die Augen auf und ihr unglaublicher Saphirblick richtete sich auf ihn wie ein Scheinwerfer. Sie warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu und er hätte wohl gelacht, wäre er nicht dermaßen am Limit gewesen.

“Zieh dich aus,” sprach er und jede Verspieltheit war wie weg.

Sie gehorchte, ging auf die Knie und zog ihr Kleid hoch. Mit einer sanften Bewegung zog sie es sich über den Kopf. Lucas zog sein Hemd aus und knöpfte seine Jeans auf, behielt sie allerdings an.

Er hatte ihre Unterwäsche ausgewählt und Aurelia sah in den Dessous einfach nur atemberaubend aus. Zwei transparente weiße Seidenbänder bedeckten ihre Brüste und ihre Leiste, zusammen mit Spitze in seinem geliebten Fünfzigerjahre Stil.

Ihr blasser Teint, der kupferrote Wasserfall ihrer Mähne, der über ihre Schultern und bis zu ihrer Taille fiel, diese vollen Lippen und funkelnd blauen Augen, dieser los-fick-mich-Ausdruck auf ihrem Gesicht …

“Du bist bei Weitem die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe,” sprach er und streckte die Arme aus, um die Träger ihres BH über ihre Schultern zu streifen.

Aurelia lächelte schüchtern, warf ihr Haar zurück und drückte die Brüste durch. Eine Einladung. Er spürte ihren Blick auf seinem Körper und er konnte sehen, dass seine straffe, muskulöse Brust und Schultern ihr zusagten.

“Ich möchte dich anfassen,” sprach sie und rückte näher. Sie kniete vor ihm nieder, strich mit den Händen über seine Schultern und Arme. Ihre Augen waren auf sein Gesicht gerichtet und ihre Hände strichen über seine Flanken. Er hisste, als sie seine Hüften umklammerte und ihre Daumen in den Bund seiner Jeans schlüpften.

Ihre Münder trafen sich und seine Hände vergruben sich in ihrem Haar. Ihre Hände waren überall, sie verbrannten ihn. Als sie die Erektion in seiner Jeans streifte, buckelte er.

Er warf sie aufs Bett zurück und zog an ihrem dünnen BH, damit ihre Brüste freilagen. Er beugte sich runter und strich über ihre Brüste, reizte sie mit seinen Bartstoppeln. Sie schrie und Lucas umfasste ihre Brüste, als er einen Nippel in den Mund sog.

Er blies, leckte und knabberte an ihren Brüsten, rieb sie gegen sein Gesicht und sein Körper verkrampfte sich schmerzhaft. Dann wanderte er weiter nach unten, zog ihr Höschen aus und rieb mit den Handflächen über ihre Oberschenkel.

Er spreizte ihre Beine auseinander und küsste, leckte und kratzte sich von ihren Knien ausgehend nach oben. Er hielt inne, um ihr rosarotes Fleisch zu bewundern und stellte fest, dass sie längst feucht und bereit war.

“Oh,” hauchte sie und ließ ihre Hüften kreisen. “Oh, ja.”

Mit einem Knurren spreizte er sie mit den Fingern auseinander und dockte an. Ihr sauberer, lieblicher Geschmack auf seiner Zunge entlockte ihm ein Stöhnen und begierig leckte er ihre Feuchte auf. Seine Zunge fand ihren Kitzler und sie machte einen Aufschrei.

Das Wirbeln, Schlecken und Saugen bewirkte, dass Aurelia ihren Kitzler gegen seinen Mund drückte. Er kreiste sanft mit den Fingerspitzen an ihrem Eingang und ließ zwei Finger hineinschlüpfen. Er fing an rein und raus zu pumpen, dann stieß er tief in sie hinein und fand ihre empfindlichste Stelle. Sie verspannte sich und zitterte und Lucas wusste, dass sie kurz davor stand.

“Scheiße!” rief sie. Er mochte, dass sie so lautstark und expressiv war und ermutigte sie, indem er fester saugte und sie erbarmungslos fingerte.

Auf einmal verkrampfte sie und kam gegen seinen Mund und Finger.

“Lucas!” kreischte sie, als ein Stoß feuchter Hitze sein Gesicht traf. Er verlangsamte das Tempo und sie stöhnte und entspannte sich wieder, dann zog er aus ihr heraus. Aurelia warf den Arm über ihr Gesicht und hechelte. Sie war völlig außer Atem.

Lucas legte sich daneben, schob ihren Arm von ihrem Gesicht und zog sie für einen Kuss an sich heran. Ihre Augen glänzten vor Wonne, ihr Teint war ein betörendes Rosa. Sie setzte sich leicht auf, streifte ihren BH über den Kopf und warf ihn zu Boden.

“Und?” fragte er beiläufig. “Wie läuft es bis jetzt so mit deiner Probefahrt?”

Aurelia wurde unmöglich noch röter.

“Ich – es ist toll. Aber …” sie verstummte, denn sie war immer noch leicht außer Atem.

“Aber?” hakte er nach und zog ungläubig die Augenbraue hoch.

“Es ist keine Probefahrt,” sprach sie. “Den Vertrag hab’ ich längst unterschrieben. Noch bevor ich runtergekommen bin.”

Wärme überflutete ihn und er lehnte sich zur Seite, um noch einmal ihren Mund zu nehmen. Sie erwiderte ihn sofort, ihr Kuss war immer noch hungrig. Er musste lächeln und erfreute sich an ihrer Gier.

Ihre Hand ging wieder an seine Hüfte und zog an seinem Hosenbund.

“Zieh sie aus,” forderte sie ihn auf.

“Jawohl, meine Herrin,” scherzte er und zog seine Hose aus. Dann schleuderte er sie vom Bett.

Aurelia zog eine Augenbraue hoch.

“Alles klar?” wollte sie wissen.

“Immer doch,” erwiderte er und schenkte ihr ein übermütiges Grinsen.

Wieder fasste sie seine Hüfte an, diesmal voller Bewunderung. Ihre Fingerspitzen neckten seinen Innenschenkel und er verkrampfte sich vor Erwartung.

“Du bist groß,” sprach sie, als sie mit dem Daumen über seine Eichel strich. Er fluchte, als ein fetter Tropfen Vorsaft aus der Spitze sickerte und sein verzweifeltes Verlangen für sie spiegelte.

“Aurelia,” warnte er. “Treib es nicht zu weit. Ich habe viel zu lange auf dich gewartet.”

Ihre Hand umfasste seinen Schwanz und er kniff die Augen zu. Ihre bloße Berührung war dermaßen erregend, dass er beinahe in ihrer Hand gekommen wäre.

Er packte ihr Handgelenk und zog sie weg.

“Ich muss dich jetzt haben,” sprach er und blickte ihr in die Augen. Verdammt, er bat sonst nie um irgendetwas, aber er musste sie einfach ficken.

“Ja,” hauchte sie und zog ihn zu sich runter.

Lucas ging zwischen ihren Schenkeln in Stellung, rieb mit dem Schwanz über ihren Kitzler und presste seine pralle Eichel gegen ihre Mitte.

“Los!” sprach Aurelia und Lucas stieß tief in sie hinein.

“Scheiße!” brüllte er. Sie war heiß und sündhaft feucht und er konnte spüren, wie sie sich dehnte, um seine Größe in sich aufzunehmen.

Er zog heraus, stieß hinein und zog wieder heraus.

“Sorry, ich halt’s nicht länger aus,” flüsterte er heiser.

Aurelia schenkte ihm ein zufriedenes Grinsen und schaukelte mit den Hüften unter ihm. Sie brachte ihn in den Rhythmus. Er packte ihre Hüften und rammte wie entfesselt in sie hinein und biss dabei die Zähne zusammen, um irgendwie mit dem unglaublichen Gefühl klarzukommen. Ihr sinnliches Stöhnen und die Art, wie mit jedem seiner Stöße ihre Brüste wackelten, war dabei, ihn um den Verstand zu bringen.

“Aurelia,” sprach er und fluchte, als sie sich um seinen Schwanz zusammenzog. Sie hatte die Augen geschlossen, ihr Gesicht war angespannt und sie keuchte, als sie seine Stöße begrüßte und ihn genauso hart fickte wie er sie.

Plötzlich verkrampfte sie sich am ganzen Körper und brüllte laut.

Ihre Erleichterung raubte ihm das letzte bisschen Selbstbeherrschung und Lucas brüllte ihren Namen. Er rammte in sie hinein und ergoss heiße Samenschwalle in ihren Schoß. Es ging immer weiter, bis Lucas sicher war, er würde das Bewusstsein verlieren.

Dann klappte er zur Seite, zog Aurelia zu sich heran und rang hechelnd nach Luft. Aurelia schmiegte sich in seine Umarmung und es dauerte eine Weile, bis er ihr ersticktes Schluchzen hörte.

Er zog zurück und schaute sie verwundert an.

“Alles in Ordnung? Hab’ ich dir wehgetan?” fragte er und Wut schäumte in ihm auf. Sein Wolf war in Alarmbereitschaft und fragte sich, ob vielleicht eine Gefahr bestand.

“Nein,” sprach sie. “Ich meine, du hast mir nicht -“

Sie verstummte, schniefte und schüttelte den Kopf.

“Sag schon!” sprach Lucas und richtete sich auf.

“Nein, es ist … ich fühle mich echt gut,” sprach sie.

“Du weinst,” bemerkte er stirnrunzelnd.

“Das ist nicht … mir ist nur eben klargeworden, dass ich mich schon lange nicht mehr so sicher gefühlt habe wie jetzt,” erklärte sie.

“Oh,” sprach er und blickte noch skeptischer. Das war bestimmt nicht, was er hören wollte.

“Ich wollte sagen, dass ich mich sicher fühle, hier und jetzt.”

“Ah,” sprach er. “Ich verstehe. Das solltest du auch. Wir werden uns bestens um dich kümmern, Aurelia.”

Aurelia blickte auf und lächelte und einen Augenblick lang kam ihm ein Foto aus ihrer Akte in den Sinn, ein Bild vom süßen College-Girl von einst.

Lucas kam zum Schluss, dass sie in echt noch viel umwerfender war.

“Danke,” sprach Aurelia und schmiegte sich wieder an seine Brust.

Lucas küsste ihre Stirn und lächelte still.

Vertrag hin oder her, es fühlte sich richtig an. Beide schliefen ein und zum ersten Mal seit angem verspürten sie dabei echten Frieden.


Im Rudel

Copyright © 2020 by Kayla Gabriel

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieses Buches darf in irgendeiner Form oder mit irgendwelchen Mitteln ohne ausdrückliche, schriftliche Erlaubnis der Autorin elektronisch, digital oder analog reproduziert oder übertragen werden, einschließlich, aber nicht beschränkt auf, Fotokopieren, Aufzeichnen, Scannen oder Verwendung diverser Datenspeicher- und Abrufsysteme.

Veröffentlicht von Kayla Gabriel als KSA Publishing Consultants, Inc.

Gabriel, Kayla: Im Rudel

Coverdesign: Kayla Gabriel

Foto/Bildnachweis: Nirkri; Deposit Photos: w10er, dsom

Anmerkung des Verlegers: Dieses Buch ist ausschließlich für erwachsene Leser bestimmt. Sexuelle Aktivitäten, wie das Hintern versohlen, die in diesem Buch vorkommen, sind reine Fantasien, die für Erwachsene gedacht sind und die weder von der Autorin noch vom Herausgeber befürwortet oder ermutigt werden.

1

Nach mehreren Tagen Marathonsex gab es nichts Schöneres, als ein langes heißes Bad.

Aurelia Gilson streckte ihre langen Beine aus, gähnte und ließ sich tiefer ins duftende Lavendelblütenwasser gleiten. Von der Wasseroberfläche stiegen Dampfschwaden auf und Blütenblätter wirbelten um ihre Schultern und Knie, als sie in der massiven Krallenfußwanne versank. Sie wackelte mit den Zehen, seufzte und dankte der verjüngenden Wirkung des Bades.

Aurelia bewunderte die bunten Tattoos auf ihren Oberarmen, Rippen und Schenkeln. Sogar ihre Fußrücken waren geschmückt, allesamt nahtlose und hochwertige Arbeiten von einigen der weltbesten Tattookünstler. Sie lächelte über ihre geliebten Kunstwerke und versank wieder in der Wanne.

Sie war ziemlich sicher, dass niemand einen Montagmorgen mehr geschätzt hatte als sie gerade. Das Wochenende war zugleich holprig und wunderbar verlaufen, im einen Moment war sie in Indien von der Straße gezerrt und zurück in die Staaten geflogen worden, im nächsten war sie in voller Wolfsgestalt durch die herrlichen Wälder bei Asheville, North Carolina gerannt. Ganz zu schweigen, dass sie sich in einen irre heißen und sexuell standfesten Werwolf verliebt hatte. Der Teil war auch wichtig.

Aurelia war immer noch leicht schockiert über die Tatsache, dass Milliardär Lucas Kiern sie im Grunde gekidnappt und zurück in die Staaten verfrachtet hatte, um ihr ein unwiderstehliches Angebot zu machen. Als Gegenleistung für ein Jahr ihrer Gesellschaft hatte Lucas ihr angeboten, sich um ihr seitenlanges Strafregister wegen Cyber-Kriminalität zu kümmern und dazu ihre Familie vor möglichen Konsequenzen zu schützen. Oh, und außerdem bot er ihr noch eine Stange Geld an. Der Vertrag, den sie ein paar Tage zuvor unterzeichnet hatte, hatte Aurelia wohl buchstäblich das Leben gerettet.

Ihre Wölfin regte sich und gab Aurelia zu verstehen, wie zufrieden sie mit dieser Vereinbarung war. Aurelia kannte Alphawolf Lucas zwar erst seit kurzem, ihre Wölfin aber war jetzt schon bereit sich auf den Rücken zu rollen und Lucas zu bitten, sie zu seiner Partnerin zu machen, sie zu schwängern und sie für immer zu behalten.

Aurelia verdrehte die Augen und befahl ihrer Wölfin, die Klappe zu halten. Sicher, Lucas hatte diese Woche seinen Charme spielen lassen, er hatte ihr bereits mehrere Briefe ausländischer Justizbehörden überreicht, in denen angekündigt wurde, dass alle Anklagen gegen sie fallengelassen wurden. Er hatte sie bis ins kleinste Detail über ihre Vorlieben und Abneigungen ausgefragt und ihr jede erdenkliche Frage gestellt, auf die er bis zu ihrer Ankunft noch keine Antwort gefunden hatte.

Folglich gab es Lavendel in ihrem Badewasser, der gigantische Edelstahlkühlschrank unten war mit ihrem Lieblingssaft bestückt worden (Apfel, Spinat, Grünkohl und Zitrone – eine Mischung, die man nicht mal eben im Laden fand) und das herrliche Badezimmer war in einem hellen Kanariengelb neu gestrichen worden, weil sie erwähnt hatte, dass sie die Farbe mochte …

Und das kleine Detail, dass sie zwar alleine aufgewacht war, dafür aber um ihren Hals eine atemberaubende Diamanthalskette vorgefunden hatte. Die Halskette war so schwer, dass Aurelia sich nicht einmal ausmalen wollte, wie viel sie gekostet hatte. Sie war aus dem Bett gesprungen, hatte eines von Lucas’ T-Shirts übergestreift und sich auf die Suche nach Antworten gemacht. Natürlich war Lucas weit und breit nicht zu sehen.

Also würde sie sich einfach mit einer Kaffeepresse voll von diesem fantastischen Kaffee begnügen, den Lucas aus Peru importierte und sich auf eines der gigantischen Sofas legen, während eine alte Staffel von America’s Next Top Model im Fernsehen lief. All das natürlich mit Diamanten im Wert von mehreren hunderttausend Dollar um den Hals.

Die echte Überraschung aber folgte, als sie in ihr Zimmer ging und einen nagelneuen Mac mit einer Notiz darauf fand, die einfach nur “öffne mich” besagte. Als sie den Laptop hochgefahren hatte, war ein Fenster mit einem Videochat aufgetaucht, das sie automatisch mit ihrem Bruder Edgar verbunden hatte.

Edgar, den sie abgöttisch liebte, aber den sie seit über drei Jahren nicht gesprochen hatte. Sie hatte den Kontakt zu ihm abgebrochen, um ihn vor den Konsequenzen zu schützen, als sie es geschafft hatte binnen einer Woche die Saudis, Neuseeland und Interpol anzupissen, weil sie ein riesiges Finanzdatenzentrum für Regierungsanleihen gehackt hatte. Der Hacking-Job hatte sich gut bezahlt gemacht, aber dafür den Kontakt zu Edgar zu verlieren war es dann doch nicht wert gewesen.

Als sie dann sein Gesicht erblickt hatte und klar wurde, dass Lucas ihm bereits alles erzählt hatte und dass Edgar sie verstand und ihr verziehen hatte … als er seine sechzehn Monate alte Tochter Magdalena vor die Kamera geholt und sie zum ersten Mal ihre Tante getroffen hatte …

Nun, Aurelia war heulend zusammengebrochen und hatte Edgar alles erzählt, genau wie damals, als sie noch Kinder waren. Nachdem ihre Tränen getrocknet und sie mit ihrem Bruder einen weiteren Videochat verabredet hatte, hatte sie das Fenster geschlossen und dann einfach lange Zeit nur an ihrem Schreibtisch gesessen. Sie war so dankbar, und so unglaublich glücklich, in den letzten Tagen aber hatte sie jede denkbare positive und negative Emotion durchlebt und irgendwie fühlte sie sich jetzt ausgelaugt.

Dann war ihr die große Klauenfußbadewanne eingefallen und sie hatte an all die Zeiten im indischen Exil gedacht, als sie sich etwas so Simples wie ein heißes, beruhigendes Bad gewünscht hatte. Also war sie ins Badezimmer gegangen und hatte festgestellt, dass Lucas große flauschige Handtücher, frische Lavendelblüten und Badesalz für sie vorbereitet hatte, zusammen mit all ihren bevorzugten Pflegeprodukten.

Jetzt war sie dabei, sich zurück ins Leben zu weichen. Ihre Wehwehchen waren verschwunden, zusammen mit der emotionalen Erschöpfung.

Sie stieg aus der Wanne und ließ das Wasser ab, dann trocknete sie sich ab und zog sich schnell an. Sie wählte ein einfaches Outfit, ihre geliebten Jeansshorts mit einem dunkelblauen Bandeau-BH und einem trendigen grauen Baumwolltanktop. Lucas stand auf ihre blasse Haut und er mochte es, wenn sie möglichst viel davon zeigte. Da sie es sich durchaus erlauben konnte, tat sie genau das.

Die Schuhreihen in ihrem Schrank würdigte sie kaum eines zweiten Blicks, denn das Anwesen war exklusiv für Wölfe vorbehalten und das bedeutete, dass der Komfort vorging. Lucas, Walker oder Ben hatten im Haus kein einziges Mal Schuhe getragen, nicht einmal im Garten trugen sie welche. Schuhwerk war für die Welt der Menschen und Aurelia würde diese Welt eine ganze Weile nicht mehr betreten. Jedenfalls nicht, solange ihr Abkommen mit dem US-Justizministerium nicht geklärt war. Lucas’ Anwälte waren noch dabei, über die Details zu streiten und ihr den bestmöglichen Deal auszuhandeln. Bis dahin würde sie sich in North Carolina verstecken und im Moment hätte sie nicht glücklicher sein können.

Aurelia verließ die Suite, die sie mit Lucas teilte und ging nach unten in den Wohnbereich des Anwesens. Die riesige Küche war leer, auf einem der großen Sofas aber lag Ben zusammen mit seinem Laptop ausgebreitet. Dunkles Haar, hübsche dunkelblaue Augen, die durch seine große schwarze Wayfarer-Brille nur hervorgehoben wurden. Er trug seine übliche enge Jeans und Streifenshirt, war barfuß und wie immer der heiße Geek.

Ben war in seine Aufgabe vertieft und weil er der verantwortliche Programmierer bei einem der 500 größten Unternehmen war, das er zusammen mit Lucas und Walker besaß, wollte Aurelia unbedingt erfahren, woran er gerade arbeitete. Sie wollte zu ihm rübergehen und ihn ausfragen, dann aber erblickte sie Lucas draußen auf der hinteren Veranda und wechselte ihren Kurs.

Groß, muskelbepackt, herrlich blond gelocktes Haar … sogar von hier aus konnte sie die fesche graue Strähne auf seiner Stirn sehen, die seine Silberaugen hervorstechen ließ. Er war unrasiert, eine Seltenheit für den sonst so peniblen Lucas.

Er trug dunkle Jeans und ein graues Hemd, das selbst in seiner Freizeit makellos saß. Als er ihre Anwesenheit spürte, drehte er sich um und ein Lächeln erhellte sein Gesicht. Sie näherte sich und ihr Magen überschlug sich einmal, als sie seine Freude über ihre Ankunft sah.

“Aurelia,” sprach Lucas und sie bekam eine leichte Gänsehaut, als sie ihren Namen hörte. Auf seinen Lippen hörte er sich an wie ein Gebet. Diese Art der Anbetung war gefährlich. Ergreifend.

“Ich habe mich schon gefragt, ob du mich alleingelassen hast,” sprach sie und trat auf die Veranda.

“Heute Morgen hatte ich in Asheville etwas zu erledigen. Du hast so friedlich geschlafen, da wollte ich dich nicht aufwecken,” erklärte er. Er ergriff ihre Hand, zog sie die Treppe herunter und in den Garten hinaus.

“Ich verstehe nicht ganz, warum ich nicht aufgewacht bin. Immerhin hatte ich am Morgen Diamanten um den Hals,” sprach sie und blickte durch die Wimpern zu ihm auf.

“Die Kette? Nennen wir sie einen Vertragsbonus. Du bist zwar erst seit ein paar Tagen hier, aber du bist alles, was ich mir hätte wünschen können,” erklärte er. Dann hielt er an und zog sie zu sich heran. Er beugte sich runter und strich einen sanften Kuss über ihre Lippen.

Aurelia konnte spüren, wie sie in seinen Armen langsam dahinschmolz und sie wusste, welches Vergnügen sie in Lucas’ Bett erwartete, kurz darauf jedoch ließ er sie wieder los. Sie biss ihre Lippe, als er ihre Hand nahm und sie zu den Bäumen führte.

“Ich möchte etwas mit dir besprechen,” sagte er.

“Okay,” willigte sie ein.

Seine Augen suchten die Bäume ab, als sie über die Wiese schlenderten.

“Worum geht’s?” fragte sie neugierig.

“Uns. Das Anwesen. Und der Harem,” sprach er.

“Ähm, okay,” erwiderte sie so unaufgeregt wie möglich.

“Walker ist gestern abgereist,” sprach Lucas und hielt dabei ihre Hand.

“Ich habe ihn mit Schuhen gesehen,” erwiderte Aurelia. Lucas schmunzelte und nickte.

“Er ist gegangen, um das nächste Mitglied unserer Gruppe abzuholen,” sprach er.

“Noch eine Frau? Ich wusste nicht, dass ihr schon so bald noch jemanden dazu holt,” entgegnete Aurelia mit einem Kloß im Hals. Wollte Lucas ihr etwa damit sagen, dass er sie jetzt schon aufs Abstellgleis stellen wollte?

“Geplant war es so nicht,” räumte Lucas ein. “Vorher wollte ich dir die Chance geben, dass du Ben und Walker besser kennenlernst, ehrlich gesagt wollte ich mehr Zeit für uns beide haben. Aber es ist etwas dazwischengekommen und wir müssen das nächste Weibchen jetzt gleich zu uns holen.”

“Und du hast Walker geschickt, um sie zu holen?” fragte Aurelia überrascht. “Er ist nicht gerade, ähm … der freundlichste Typ auf dem Planeten.”

“Er ist sehr zurückgezogen und lässt nur schwer an sich rankommen. Seine sachliche Herangehensweise ist in dieser Situation aber genau das richtige. Das nächste Weibchen wird es in sich haben und ich glaube, dass er genau der richtige ist, um sie zu überzeugen. Zugegeben, ich glaube, dass sie perfekt zusammen passen.”

“Klingt, als ob du sie extra für ihn ausgesucht hast,” entgegnete Aurelia und achtete auf Lucas’ Gesicht.

“Das hab’ ich auch, aber keiner der beiden weiß davon. Ihre Ankunft wird allerdings einiges hier ändern und so, wie es jetzt aussieht, sind wir bei Weitem keine stabile Einheit. Ich wollte sichergehen, dass wir das vor ihrer Ankunft besprechen und dass wir beide unsere Wünsche zum Ausdruck bringen.”

“O-kay …” Aurelia war nicht sicher, was sie sagen sollte. Am besten wäre wohl, wenn erstmal er seine Absichten zum Ausdruck brachte. Als er auf dem bewaldeten Pfad Halt machte und sie einmal mehr an sich heranzog, fing ihr Herz schmerzhaft zu hämmern an.

“Du bist meine Wahl, Aurelia,” begann er. “Ich habe dich über ein Jahr lang beobachtet. Ich habe dich aufgespürt, dich in mein Haus geholt. Dich zum ersten Weibchen in meinem Harem gemacht.”

Sie nickte, schluckte einmal und blickte zu ihm auf. Dann wurde er leiser und sie stand wie angewurzelt da.

“Ich möchte dich kennenlernen, alles über dich erfahren. Ich möchte mir Zeit mit dir lassen, aber das ist schwierig. Ich spüre einen starken sozialen Druck, eine Verlobung bekannt zugeben. Mein Wolf will, dass ich aktiv werde und dich erobere, bevor mir ein anderer zuvorkommt. Würde ich auf meinen Instinkt hören, dann würde ich jetzt meine Zähne in deinen Hals schlagen und dich markieren, ich würde dich auf den Boden werfen und dich ficken, bis du mir versprichst, dass du mir gehörst und ich würde dich hierbehalten, bis du mein Kind im Schoße trägst,” flüsterte er.

Aurelia stieß einen hissenden Atemzug aus, sie war überrascht. Ein Teil von ihr war begeistert, ein anderer Teil war skeptisch. Es war zu früh für ihn, um ihr eine solche Ankündigung zu machen!

“Ich möchte es und ich hoffe, du möchtest es auch. Aber ich bezweifle, dass wir schon bereit dafür sind, oder?” warf er ein.

“Nein,” hauchte sie und schüttelte den Kopf. “Nein, soweit sind wir noch nicht.”

“Ich möchte dieses Jahr, die Länge deines Vertrags, mit einer offenen Vereinbarung ausleben,” sprach er. “Wir beide sollen alles bekommen, was wir wollen. Wen wir wollen. Um uns auszuleben, bevor es keine anderen mehr gibt. Für immer.”

Aurelias Blick verengte sich, Zweifel plagten ihr Gemüt.

“Ich möchte dich nicht nur mit anderen Frauen sehen und warten, bis du wieder zu mir kommst,” sprach sie.

“Ich möchte nicht, dass du auf mich wartest. Ich möchte, dass du die anderen Männer kennenlernst, wenn du das willst,” sprach Lucas und blickte sie eindringlich an.

Aurelias Blick wanderte zu seinem und wieder einmal war sie überrascht.

“Ich habe gesehen, wie du Ben anschaust,” sprach Lucas. Seine Hände wanderten um ihre Hüften und kniffen zu. “Ich weiß, dass du dich für ihn interessierst. So wie ich weiß, dass dein Wolf mich bevorzugt.”

Seine offenen Worte ließen sie erröten und sie senkte den Blick.

“Ich bevorzuge dich, Lucas. Wie könnte ich nicht?” sprach sie und schmiegte sich an ihn.

“Deswegen bist du mein Weibchen, deswegen wohnst du ihn meiner Suite. Du bist die erste hier und du wirst den Harem genauso mitgestalten wie der Rest von uns.”

Aurelia dachte einen Moment lang nach. Alles, was er da sagte, stimmte. Sie wollte es mit Lucas nicht überstürzen. Sie wurde immer neugieriger auf Ben. Die anderen Frauen würden so oder so eintrudeln und die Vorstellung von anderen Wölfinnen hier gefiel ihr. Solange sie und Lucas offen und ehrlich miteinander blieben, gab es keinen Grund, warum es nicht klappen sollte.

“Wir brauchen Regeln,” sprach sie und blickte wieder zu ihm auf. Lucas grinste und legte seine Lippen auf ihre.

“Ja,” flüsterte er und presste sie an sich, damit sie seine Latte spüren konnte. “Du bist das perfekte Weibchen, Aurelia.”

“Außer mir will ich niemanden in deinem Bett sehen. Keine anderen Weibchen in deiner Suite,” erklärte sie und warf ihm einen strengen Blick zu.

“Und außer mir keine anderen Männer in deinem Zimmer,” willigte Lucas ein.

“Wenn ich eifersüchtig werde, dann möchte ich es dir auch sagen können. Ich möchte, dass du zu mir kommst, sobald ich dich darum bitte, auch wenn das bedeutet, dass du dafür jemand anderes verlassen musst,” sprach sie.

“Einverstanden. Als ob ich dir je widerstehen könnte,” erklärte er und sein Blick wurde immer hitziger, als er über ihr Gesicht zu ihren Brüsten wanderte.

“Ich mein’s ernst, Lucas,” warnte sie.

“Ich hab’ noch eine extra Regel,” sprach er, glitt mit den Händen über ihre Taille und dann zurück zu ihrem Arsch. Er zog sie näher und rieb seine Erektion an ihrem Bauch. Bei seinen Zuwendungen, seinem offensichtlichen Hunger für ihren Körper wurde ihr einfach warm. Sie konnte nicht anders.

“Ach ja? Und das wäre was?” sprach sie und strich dabei über seinen durchtrainierten Rücken.

“Ich möchte nicht, dass du mit Ben oder Walker irgendetwas anstellst, das dazu führen könnte, dass du schwanger wirst,” flüsterte er und strich über ihre Hüfte hinauf bis an ihre Brust. Er befummelte sie sanft, rieb mit dem Daumen über ihren ersteifenden Nippel.

Sie wollte protestieren, aber nur ein lustvolles Stöhnen entwich ihrem Mund.

“Du kannst ihnen deinen Mund geben,” legte er nach. “Deine Hände, deine Titten.”

Er ließ seine andere Hand nach unten gleiten, fasste ihr in den Schritt und leckte sich die Lippen. Dann öffnete er den Reißverschluss ihrer Shorts und zog sie runter, damit seiner Finger besser Zugang zu ihrer schlüpfrigen Hitze bekamen. Sekunden später waren seine Fingerspitzen auf ihrem Kitzler und befeuerten ihre Lust. Wieder zog er an ihren Shorts, presste seine Fingerspitzen gegen ihren Eingang. Sie schrie auf und klammerte sich an seinen Schultern fest.

“Sie dürfen dich den lieben langen Tag auslecken. Sie dürfen dich sogar ficken, solange sie vorsichtig sind. Aber sie müssen ihn vorher rausziehen und sie dürfen nicht in dir abspritzen,” stellte er klar.

“Oh,” hauchte sie und ihre Brüste zwickten, als er sie mit den Fingern neckte.

“Sag ja,” forderte er sie auf, als seine Finger wieder anfingen sanft ihren Kitzler zu umkreisen. “Kein anderer wird hier drin abspritzen, verstanden, Aurelia?”

“Ja,” sie willigte ein, sehnte sich nach mehr.

“Nur ich,” sprach er.

“Ja,” bestätigte sie.

“Sag es!” raunte er.

“Nur du!” sprach sie und schob sich seiner Hand entgegen.

“Ich muss dich ficken,” sprach er.

Aurelia stieß sich von ihm weg, grinste und zog Shorts und Oberteil aus. Lucas machte sich ebenfalls frei. Seine Augen loderten vor Verlangen.

“So so, ficken willst du mich, hä?” sprach Aurelia. Sie ließ ihre Hand über ihre nackte Hüfte gleiten und zeichnete die leuchtenden Rosen nach, die von ihren Rippen bis zu ihren Schenkeln tätowiert waren.

Lucas knurrte, knöpfte sich die Hose auf und ließ sie runter.

“Erst musst du mich fangen,” scherzte sie und wandte sich ab. Sie ging zu Boden und wechselte ihre Gestalt. Sie ließ ihre Wölfin raus und binnen Sekunden stürmte sie auch schon den Pfad hinunter.

Einen Moment später konnte sie Lucas spüren, wie er direkt an ihrer Flanke rannte. Sie war schnell und stark für ihre Größe, aber Lucas hatte die schieren Muskeln und das schiere Tempo, um sie zu schlagen. Ihr Lauf war zum Vergnügen, um beide noch mehr anzuregen.

Lucas stieß ein warnendes Knurren aus und sie wurde schneller. Sie bog vom Wanderweg ab und rannte zu einer Stelle, die sie vor ein paar Tagen entdeckt hatte. Ein kleiner Bach durchquerte das Grundstück und in der Nähe des Ufers befand sich eine Lichtung, die Aurelia besonders hübsch fand .

Mit brennenden Muskeln drosselte sie leicht ihr Tempo und genoss einfach das Rennen. Lucas schien zu ahnen, dass sie ein Ziel hatte und trottete hinter ihr her. Ihre Wölfin war außer sich vor Freude und genoss das üppige Grün und den Sonnenschein.

Als sie die Lichtung erreichte, trabte sie langsam im Kreis. Lucas raste absichtlich in sie hinein und warf beide Hals über Kopf ins weiche Ufergras. Mit einem Jaulen wechselte Aurelia wieder in ihre Menschengestalt.

Sie sah zu, wie Lucas sich ebenfalls verwandelte und auf sie zukam. Sein welliges blondes Haar und die graue Strähne vorne ließen seine silbergrauen Augen aufleuchten wie geschmolzener Stahl. Er packte sie an der Taille und zog sie runter auf den Boden. Er war so groß und muskulös, dass sie nicht einmal in Erwägung zog, er könne sie fallenlassen. Lucas beschützte sie, hielt sie, sorgte für sie.

“Wie’s aussieht, hab’ ich dich gefangen, Kleines,” säuselte er und legte sie aufs Gras. Er stützte sich mit dem Ellbogen hoch und strich einen Kuss über ihre Lippen. Aurelia seufzte, im Moment war sie die glücklichste Frau auf Erden.

Ihre Münder verschmolzen miteinander und ihr Kuss wurde immer leidenschaftlicher. Momente später waren sie außer Atem und der Kuss stahl ihre Gedanken, als sie ihre Körper aneinanderpressten. Aurelia wand sich gegen Lucas’ muskulösen Rahmen, sie wollte seine Haut auf ihrer spüren. Überall wo sie sich berührten war er glühend heiß und das machte sie ganz wild.

Lucas’ Hand fand ihre Brust, er umpackte sie und reizte mit dem Daumen ihren Nippel. Aurelia biss ihre Lippe und rieb ihre Hüfte gegen seine.

“Gefällt dir das?” fragte Lucas und seine Stimme war ganz heiser vor Verlangen. Als sie nicht darauf antwortete, zwickte er ihren Nippel.

Aurelia schnappte nach Luft und drückte ihn von sich weg. Lucas ließ von ihrer Brust ab und schlang den Arm um ihre Taille, um sie festzuhalten.

“Lucas!” brüllte Aurelia und ihr Widerstand wandelte sich in ein bedürftiges Flehen.

“Sei ein gutes Mädchen,” befahl Lucas und grinste herausfordernd.

“Fick dich,” zischte Aurelia. Ihre Wölfin haderte mit dem Drang zu kämpfen und der mächtigen Anziehung seines dominanten Blicks, seiner heißen Haut und gespannten Muskeln, wie sie gegen ihren Körper pressten.

Im Moment behielt der Kampf die Oberhand. Er lockerte leicht den Griff und Aurelia stieß ihn von sich runter und rollte auf den Bauch. Lucas brummte und ehe sie flüchten konnte, packte er ihre Hüften und zerrte sie unsanft auf die Knie. Lucas zog sie an den Schultern und richtete sie auf. Sein Unterarm nahm ihre Brust in die Mangel und presste sie gegen seinen Körper, während er hinter ihr niederkniete.

Aurelia setzte sich zu Wehr, als sie seine Hand an ihrer Brust spürte und er sie zu kneten anfing. Ihr verräterischer Körper sprang sogleich darauf an und sie konnte spüren, wie sie feucht wurde. Lucas schwang den schweren Vorhang ihrer Haare über ihre Schulter. Er beugte sich runter und strich sein stoppeliges Kinn über ihren bloßen Nacken. Sie erschauderte, heißkalter Schüttelfrost zuckte über ihre Haut wie ein Blitzlichtgewitter und er ließ leichte, verführerische Küsse auf ihrem Nacken, ihren Schultern und ihrem Halsansatz niederprasseln.

“Lucas!” keuchte sie und buckelte unter seinem Griff.

“Halt still,” flüsterte er, als seine Lippen ihr Ohrläppchen streiften.

Sie stöhnte und schmiegte sich ihm entgegen, wehrlos der feuchten Hitze seines Mundes ausgesetzt, als seine Zunge ihr Ohr erkundete und er ihr Ohrläppchen saugte. Aurelia erschauderte. Sie sprang auf, als seine Zähne feste an ihrem Nacken knabberten. Ihre Hände wanderten an seinen Unterarm. Sollte sie sich nicht wehren?

Als sie seinen Arm wegziehen wollte, knurrte er ihr ins Ohr und presste sie eine Sekunde lang an sich. Dann drückte er eine Hand auf ihre Hüfte und grub die andere tief in ihr Haar, sodass er sie nach vorne beugte. Seine Erektion stocherte gegen ihren Arsch und seine Knie klammerten ihre Schenkel zusammen.

Sie hechelte und wand sich verzweifelt, als er sie mit dem Gesicht ins Grass zwang. Er war grob, keine Frage, aber Aurelia bemerkte, dass er gleichzeitig präzise vorging und darauf achtete, ihr nicht wehzutun. Sie konnte seine absolute Beherrschung spüren, bemerkte die Anspannung in seinem Körper und die Starre seiner Bewegungen.

Ihre Wölfin hegte keine Bedenken, denn ihr Partner törnte sie unverschämt an. Aurelia konnte es ihr nicht übelnehmen, dass Lucas die Kontrolle übernahm, es fühlte sich richtiger an als alles, woran sie sich erinnern konnte.

Er beugte sich über sie und flüsterte ihr ins Ohr.

“Sag ja,” forderte er.

Selbst jetzt, als sein Wolf ihn zur Dominanz drängte und seine Lust ihn fast in den Wahnsinn trieb … selbst jetzt war er immer noch Lucas. Ihr Lucas. Er musste wissen, dass sie ihn auch wollte.

“Ja. Fick mich, Lucas,” erwiderte sie.

Seine Hand in ihrem Haar packte kurz zu, dann ließ er los. Seine Hände fuhren über die Hinterseiten ihrer Schenkel und formten ihren Arsch, ehe sie an ihren Hüften hoch glitten.

“Du machst mich so steif,” sprach er, als er seinen Schwanz packte und ihn an ihre sehnsüchtige Hitze führte.

Aurelia legte die Arme über den Kopf und drückte sich ungeduldig zurück. Lucas neckte sie einen Moment lang und glitt mit seiner glatten Eichel über ihre Spalte, ehe er in sie eindrang. In ihrem Mutterleib machte sich sofort ein heißer Druck bemerkbar, ein Zeichen, dass sie es bei diesem Tempo nicht lange aushalten würde.

Als er die Hüften neigte und in sie hinein stieß und dabei ihre empfindlichste Stelle traf, musste Aurelia fast an Ort und Stelle kommen.

“Oh, ja,” keuchte sie. “Genau so, Baby. Genau da.”

Lucas stöhnte und schlug ihr auf den Arsch, dann packte er ihre Hüften und fing an in sie zu pumpen.

“Gott, du bist verdammt eng,” fluchte er, während er sie fickte. Er wurde schneller, rammte regelrecht in sie hinein.

Aurelia gab sich der heißen Wonne seiner Hüftstöße hin, sie machte die Augen zu und driftete ab. Der Druck seiner Hände auf ihren Hüften, die Art, wie er ihre Hüften rammte und mit seinem dicken Schwanz genau die richtigen Stellen in ihr traf … alles andere war egal. Sie spürte, wie sich ein heißer, nasser Druck in ihrem Körper aufbaute. Er drohte überzulaufen und sie völlig zu zerstören.

Lucas fletschte sie Zähne, seine Stöße wurden immer brutaler, als er sich in ihrem Inneren verlor.

“Ich muss kommen,” warnte er heiser.

“Besorgs mir,” flehte Aurelia.

Lucas rammte und pumpte mit einer solchen Gewalt in sie hinein, dass Aurelia keine Luft mehr bekam. Einen Herzschlag später schwoll der Druck in ihrem Mutterleib bis zum Überlaufen an und explodierte und mit einem heißen Schwall musste sie kreuz und quer auf Lucas’ Schwanz kommen. Ihre Sicht wurde schwammig und ihr Herz schien stehenzubleiben, aber Lucas machte weiter.

Mit einer Reihe schneller Stöße und einem lumpigen Fluchen spritzte Lucas in ihr ab. Hitze machte sich in ihr breit, als er seinen Samen in ihren Körper ergoss.

“Scheiße, Auri,” schnaufte er, als er schließlich langsamer wurde.

Er kappte ihre Verbindung nicht, sondern lehnte sich vor und presste seine Brust auf ihren Rücken. Aurelia konnte weder die Augen öffnen, noch konnte sie sich bewegen. Sie sog einen Atemzug nach dem anderen in ihre Lungen und versuchte ihren rasenden Puls zu beruhigen.

Nach einer halben Ewigkeit richtete Lucas sich wieder auf und zog aus ihr heraus. Aurelia protestierte leise, worauf Lucas nur schmunzelte.

“Komm her, Kleines,” sprach er und legte sich seitwärts aufs Gras. Er zog sie an sich heran, sodass sie sich anblickten.

Seine Lippen liebkosten ihre und er strich ihr die Haare aus dem Gesicht.

“Uff.” Das war alles, was Aurelia herausbekam.

Lucas grinste, seine Augen betrachteten ihr rosiges Gesicht und ihre zufriedene Miene. Er kam näher und küsste sie mit mehr Nachdruck.

“Ich bin froh, dass ich dir eine schöne Erinnerung geben konnte, während ich weg bin,” sprach er beiläufig.

“Weg?” fragte Aurelia und machte ein skeptisches Gesicht.

Lucas umfasste ihr Kinn und nickte.

“Ich muss ein paar Tage nach Atlanta,” erklärte er.

“Um das neue Mädchen zu holen?” hakte Aurelia nach. Sie klang leicht verletzt. Das musste er ja nicht unbedingt diesen Moment zur Sprache bringen, oder?

“Oh, nein,” entgegnete Lucas und schüttelte den Kopf. “Ich besitze diese kleine Firma, Lunacorp. Hast du schonmal davon gehört?”

Aurelia musste lachen. Alle unter sechzig hatten von Lunacorp gehört, sie hatten viele der besten Softwareprogramme des Landes entwickelt. Das Unternehmen hatte tausende Mitarbeiter und ihre Produkte wurden in aller Herren Länder verkauft.

“Ja, ich erinnere mich,” sagte sie.

“Nun, ich muss den Laden am Laufen halten. Wie gesagt, Walker holt das neue Mädchen und Ben bleibt erstmal hier und kümmert sich um die neueste Produktfreigabe. Ben nimmt sowieso nicht wirklich an Meetings teil. Die Vorstandsmitglieder schätzen seinen Sarkasmus nicht so wie ich,” erklärte Lucas und seufzte.

“Wie lange wirst du fort sein?” wollte Aurelia wissen. Sie biss ihre Lippe, weil sie fürchtete, dass sie zu anhänglich klang.

Lucas schenkte ihr ein liebevolles Lächeln und beruhigte sie.

“Drei Tage, denke ich. Ich werde dem Vorstand vorschlagen, dass wir mehr Videokonferenzen abhalten, aber die Leute sind ziemlich altmodisch. Komisch, immerhin sind sie Tech-Investoren. Ich werde versuchen alles so zu arrangieren, damit ich mehr Zeit hier auf dem Anwesen verbringen kann. Versprochen.”

Sein Blick wanderte nach oben zu den Baumkronen.

“Sieht so aus, als ob es bald dunkel wird. In einer halben Stunde muss ich im Helikopter sitzen, damit ich bei Sonnenuntergang in Atlanta bin,” sprach Lucas.

Er verpasste ihr einen letzten Kuss, stand auf und reichte ihr die Hand. Aurelia ließ sich von ihm auf die Füße ziehen. Sie war angenehm überrascht, als er ihre Hand hielt und sie mit verschränkten Fingern zum Waldpfad zurückführte.

“Brauchst du noch irgendetwas, bevor ich gehe?” wollte Lucas wissen, als sie sich nackt und barfüßig dem Haus näherten.

“Ehrlich gesagt bin ich vollkommen zufrieden. Über beide Ohren verwöhnt, sozusagen,” räumte Aurelia ein und drückte seine Hand.

“Sag mir noch einmal, dass du mit meinem Plan einverstanden bist. Mit dem Harem,” sprach Lucas und musterte sie.

“Ich bin einverstanden. Ich denke, wir beide wissen, wie gut wir zueinander passen, und dass uns niemand voneinander abbringen kann. Mir gefällt die Vorstellung von einem Haus voller Gestaltenwandler und es wäre schön, andere Frauen dabei zu haben. Solange ich in deinem Herzen die Nummer Eins bleibe, bin ich für alles offen,” sprach Aurelia.

Lucas nickte, er wirkte zufrieden. Den Rest des Weges legten sie in behaglicher Stille zurück und bewunderten die Schönheit des Waldes und das schöne Wetter.

Als sie das Haus erreichten, war das Wohnzimmer leer. Aurelia war echt froh, dass Ben sich verzogen hatte, denn sie und Lucas hatten ihre Klamotten verloren, als sie sich im Wald verwandelt hatten. Lucas führte sie nach oben zu ihrer Suite und brachte sie wie bei einem richtigen Date bis zur Tür.

“Wir sehen uns bald. Nur drei Tage, okay?” erinnerte er sie.

“Ist schon in Ordnung. Ich muss die schlechten Fernsehsendungen der letzten Jahre nachholen und mir neue Programmiersprachen ansehen. Vielleicht werde ich sogar ein bisschen backen,” erwiderte Aurelia und grinste.

Mit einem Lachen und einem Kuss ließ Lucas sie an der Tür stehen und ging durch den Flur zu seiner eigenen Suite und verschwand. Aurelia verspürte etwas Traurigkeit, als sie wenig später den Helikopter starten hörte, allerdings tröstete sie sich mit ihren geschäftigen Plänen und der Tatsache, dass es nur für ein paar Tage war. Sie würde kaum Zeit finden, um Cupcakes zu backen, geschweige denn Unfug zu stiften … nicht wahr?

2

Am Donnerstagmorgen stand Aurelia bei Sonnenaufgang auf. Sie krabbelte aus ihrem weichen Bett und trottete zum raumhohen Panoramafenster in ihrem Schlafzimmer. Ihr Fenster blickte auf eine wahre Mauer aus hochragenden Kiefern und Aurelia sah zufrieden zu, wie die ersten Morgenstrahlen sanfte Lichtfinger auf das Haus richteten.

Sie streckte sich und strich ihre Hände über ihre nackten Rippen und Lenden. Überall hatte sie Muskelkater, eine nette Erinnerung daran, dass sie sich die letzten zwei Tage in endlose Waldläufe und Wanderungen gestürzt hatte. Da Lucas jetzt fort war, war das Anwesen so gut wie verlassen und sie freute sich bereits auf ein ordentliches Training gefolgt von einer üppigen, selbstgekochten Mahlzeit. Sie hatte noch einmal mit ihrem Bruder gesprochen und ausgelassen über die blöden Sprüche, die er sich nie abgewöhnt hatte, gelacht.

In Verbindung mit reichlich Schlaf und dampfenden Bädern war die Zeit wie im Flug vergangen. Ehrlich gesagt hatte sie gar keine Gelegenheit gehabt, um Lucas zu vermissen. Bis zu diesem Augenblick. In ihrem opulenten Schlafzimmer in ihrem Prinzessinnenbett aufzuwachen war sicherlich ein unbeschreibliches Gefühl … aber sie wachte immer noch allein in diesem großen Bett auf.

Auf die Frage, warum sie sich trotz mehreren Jahren auf der Flucht, in denen sie sich nur gelegentlich mit anderen Hackern ausgetauscht hatte und keinerlei Familie oder Freunde gesehen hatte, ausgerechnet jetzt einsam fühlte, konnte Aurelia nur vermuten, dass sie zu sehr damit beschäftigt gewesen war, ihren Feinden aus dem Weg zu gehen, anstatt auf ihre Gefühle zu achten. Die Einsamkeit war direkt aus dem Fenster geworfen worden, zusammen mit Kabelfernsehen, Weizengrasdrinks und teuren Friseurbesuchen. Es gab damals einfach keine Zeit oder Gelegenheit dafür.

Aurelia schüttelte den Kopf, wandte sich vom Fenster ab und ging an ihren Schreibtisch. Nachdem sie einige ihrer anonymen E-Mail-Accounts und versteckten Bankkonten geprüft hatte, beschloss sie, dass es an der Zeit war dieses große, leere Haus von einem Grund zur Melancholie in ein ganz besonderes Vergnügen zu verwandeln.

Sie hatte das riesige Haus ganz für sich allein und sie konnte alles machen, was sie wollte. Am allermeisten wollte sie jetzt ein paar Vanillecupcakes backen und sie auf dem Sofa ausgestreckt verspeisen, während sie sich mit den Real Housewives von Atlanta befasste. Um diesen Luxus noch zu krönen, hatte sie nicht die Absicht, an diesem perfekten Tag eine Hose anzuziehen.

Aurelia kicherte vor sich hin, zog sich ein süßes weißes Paar Frauenshorts und ein langes schwarzes Tanktop über und band ihre feurige Mähne zu einem lockeren Knoten. Dann schnappte sie sich ihr neues iPhone und ging nach unten.

Sie prüfte ihre Benachrichtigungen, um zu sehen, ob Lucas sich gemeldet hatte und schlenderte in die Küche. Sie versuchte nicht eingeschnappt zu sein, als sie sah, dass er sich seit dem letzten Morgen nicht gemeldet hatte, sie hatte ihm auch nicht geschrieben, also war es nicht so, als ob sie eine Antwort erwarten sollte.

Sie legte ihr Telefon beiseite und blickte sich in der Küche um. Diese war eine große Granit- und Edelstahlangelegenheit, alles war maßgeschneidert. Der Grundriss war großzügig und offen, der Raum wurde von einer großen Kupferbar aufgeteilt, welche die Küche in zwei Teile teilte und an der man ungezwungene Mahlzeiten einnehmen konnte. In der Bar waren kabellose Lautsprecher eingebaut und Aurelia schloss ihr iPhone an die Lautsprecher an und lud ihre Lieblingshits hoch. Katy Perry schien zu ihrer Stimmung ganz gut zu passen, ein bisschen frech und ein bisschen süß.

Nachdem sie sich die letzten beiden Tage mit der Küche vertraut gemacht hatte, machte Aurelia sich rasch an den Cupcakes zu schaffen. Ihr Rezept für Vanillecupcakes hatte sie in der hippen Hobbybackphase ihrer frühen Zwanziger perfektioniert und jetzt war das ganze Drum und Dran etwas, das sie auf Autopilot tun konnte. Sie summte vor sich hin, als sie die Zutaten vermischte und ihr Geist wurde Zenmeister-leer im Backprozess. Als der Zuckerguss trocknete und die Cupcakes sich im Ofen sonnten, wandte sie sich wieder dem Fernsehprogramm zu.

Sollte sie mit etwas hirnlosem aber unterhaltsamen anfangen, wie RuPaul’s Drag Race? Oder einem Programm mit etwas mehr Tiefgang, wie Mad Men? Bisher hatte sie nur die erste Staffel davon gesehen, aber sie wusste, dass die Sendung beste Kritiken hatte und sie rundum befriedigen würde. Sie tanzte zu ihren Lieblingssongs, während sie sich weiter in der Küche zu schaffen machte und nachdachte. Wer liebte es nicht in seiner Unterwäsche zu tanzen?

Ungeduldig zog sie die Cupcakes aus der Röhre und entschied sich schließlich für Dr. Who als vernünftigen Kompromiss. Kitschig, aber mit einer guten Storyline. Süßer Doktor, spannende Abenteuer, bizarre Aliens … au ja, das hörte sich genau richtig an.

Sie checkte nochmal ihr Telefon und unterdrückte ein lautes Seufzen. Als die Cupcakes fertig glasiert waren, tat sie zwei davon auf einen Teller und schenkte sich ein großes Glas Milch ein. Zufrieden stellte sie die Musik aus und schnappte sich ihren Snack. Dann ging sie um den Tresen herum und lief schnurstracks zum Wohnzimmer.

… wo sie fast ihre Milch und Cupcakes fallenließ. Eine große, dunkle Form lag in einem der überfüllten Foyers des Wohnbereichs ausgebreitet. Aurelia blieb abrupt stehen. Die Masse aus gewelltem Onyxhaar, schlaksigen Gliedern und roten Converse-Schuhen, die neben dem Sofa auf den Boden traten, ließ keinen Zweifel daran, dass Ben tatsächlich in der Residenz war. Lucas hatte erwähnt, dass Ben da wäre, sollte sie irgendetwas brauchen, aber da Aurelia ihn nicht gesehen hatte, hatte sie ihn irgendwie … vergessen.

Da war sie nun, in Unterwäsche und dabei, wenige Meter von einem fast völlig fremden Wolf herumzuspringen und sich lächerlich zu machen. Einem sehr attraktiven Wolf. Am liebsten wollte sie sich in ihre Wölfin verwandeln und im Wald verschwinden, so peinlich war es ihr.

Ben war in die andere Richtung gewandt und auf den leuchtenden Bildschirm seines Laptops fokussiert. Er trug Kopfhörer, wodurch er sie nicht näherkommen hörte. Aurelia biss ihre Lippe und drehte ab, um sich Richtung Treppe zu schleichen.

“Hey!” kam Bens Stimme und ließ sie aufschrecken.

Erwischt.

Aurelia drehte sich um und grinste unbeholfen. Er blickte jetzt in ihre Richtung.

“Heyyyyyy …” rief sie und war sich überaus bewusst, wie rot sie gerade wurde.

“Willst du dich setzen?” fragte Ben und deutete mit der Hand auf die Sofalandschaft im Wohnzimmer. Aurelia fielen sofort seine Hände auf. Lange, schlanke Finger mit prominenten Venen an seinen Händen und Handgelenken. Sie war ein totaler Fan von sexy Unterarmen, der Sorte, die man nur bei dünneren Typen wie Ben vorfand.

“Ich, äh, wollte nicht stören. Du siehst beschäftigt aus,” sprach Aurelia hastig. Sie riss ihre Augen von seinen Händen los, nur um seine wohlgeformten Wangenknochen und seine geistreichen Ozeanaugen zu finden, die sich hinter seiner modischen transparent-schwarzen Brille verbargen.

Sie war dabei ihn anzuglotzen. Verdammt, scheinbar konnte sie sogar noch stärker erröten!

“Du störst nicht,” entgegnete er und zog eine Augenbraue hoch, als sie ihn so unverblümt musterte. Er warf ihrem spärlichen Outfit einen kurzen Blick zu, ersparte ihr zum Glück aber einen Kommentar.

“Oh, ist schon in Ordnung. Ich wollte mich vor die Glotze setzen, also gehe ich besser nach oben,” sprach sie.

“Ach, komm schon,” beharrte er. “Ich brauche sowieso eine Pause. Ich arbeite seit drei Uhr morgens.”

“Äh, na schön,” sprach Aurelia und fluchte über ihren Mangel an Schlagfertigkeit. Sie wählte die Couch neben ihm und ließ sich nieder. Ihren Snack stellte sie auf einen Tisch.

“So so, vor die Glotze setzen, hä?” fragte er.

Aurelia lächelte verhalten und schätzte seine Bemühung, das Ganze mit etwas Smalltalk aufzulockern.

“Ja. Ich habe gehofft, dass heute vielleicht auf Bravo ein geiler Reality-Marathon läuft,” räumte sie achselzuckend ein.

Ben nickte, klappte seinen Laptop zu und setzte sich auf. Aurelia bemerkte seine einfache schwarze Jeans und sein enges T-Shirt mit der Aufschrift “The Magnetic Fields”. Sie mochte diese Band!

“Ich kann die Kanäle auch mit meinem Handy wechseln,” erklärte er und wedelte mit seinem Telefon in Richtung des kolossalen Fernsehers. Das Gerät erwachte zum Leben und wenig später hatte er Bravo eingeschaltet.

“Hey, sie zeigen gerade Millionaire Matchmaker,” sprach er und grinste.

“Du kennst diese Show?” fragte Aurelia und versuchte kein dummes Gesicht zu machen.

“Ja klar. Ich mag schlechtes Fernsehen genau wie jeder andere.” Er zuckte die Achseln. “Ich hab’ noch etwas zu tun, während mein Code kompiliert wird.”

“Klar doch,” erwiderte Aurelia. Was Wölfe anbelangte, so waren die Rüden normalerweise zu neunzig Prozent arrogante Angeber. Es ging ihnen immer nur um Macht und Dominanz und darum, das Gesicht zu wahren. Sie hatte noch nie einen Rüden getroffen, der so leicht zugeben würde, dass er so ein dummes Laster hatte.

Als sich das Schweigen in die Länge zog, wurde Aurelia klar, dass sie sich etwas mehr Mühe geben sollte. Ben war nett und er war süß und es könnte nicht schaden neben Lucas noch einen weiteren Verbündeten hier im Haus zu haben.

“Möchtest du einen Cupcake?” fragte sie und bot ihm den Teller an. “Ich habe sie eben gebacken.”

Bens Gesicht strahlte sofort auf. Mit seinem längeren Haar, seinen babyblauen Augen und der begeisterten Miene wirkte er jünger, als er eigentlich war. Aurelias Wölfin ahnte, dass er Anfang dreißig sein musste, aber in diesem Moment hätte er auch als Teenager durchgehen können. Es war irgendwie herzerweichend.

“Au ja, Mann. Ich habe sie seit einer Stunde gerochen. Ich wollte mich aber nicht aufdrängen,” entgegnete er.

“Warte, du wusstest, dass ich hier unten war?” quietschte sie.

“Ähm, ja schon. Du hast abgerockt und bist herumgetanzt und hast etwas gebacken, das köstlich riecht. Ich wäre ein mieser Wolf, wenn ich das alles irgendwie verpasst hätte,” sprach er und grinste.

“Verdammt,” fluchte sie und rümpfte die Nase. “Ich hatte gehofft, du hättest wenigstens mein Getanze verpasst.”

“Es kommt nicht gerade oft vor, dass hier heiße Frauen in Höschen rumlaufen. Was es zum perfekten Ort macht, um ungestört zu arbeiten, aber nicht besonders lebendig. Ich freue mich, dass du hier bist,” sprach er und seine Augen blitzten schelmisch.

“Es ist ziemlich still und einsam hier, oder? Bestimmt hört man sein Echo.” erwiderte Aurelia, nahm sich den anderen Cupcake und pulte die Papierhülle ab.

Ben nickte mit vollem Mund. Eine Minute lang aßen sie schweigend, ihre Blicke waren auf den Fernseher gerichtet. Das Schweigen war jetzt aber weniger unbehaglich. Komfortabler.

“Woran arbeitest du so?” wollte Aurelia wissen, als ihr Blick auf seinen Laptop fiel.

“Ähm … ich starte ein neues Softwareprojekt. Eine Art Web-Intelligenz. Das hört sich wahrscheinlich langweilig an.” Ben kratzte sich etwas verlegen am Ohr.

“Was für eine Art Web-Intelligenz? Quellsammlung oder Datenanalyse?” fragte Aurelia. Ihre Neugierde war sofort geweckt.

Ben blinzelte überrascht.

“Ähm, beides,” entgegnete er und schüttelte den Kopf. “Ich möchte ein System entwickeln, das alles aus einer Hand bietet. Etwas, das Massenüberwachungsdaten generiert, aber mit einer Funktion, die die Quellen vollständig anonymisiert. Wenn wir ihnen eine bessere Möglichkeit anbieten könnten, dann könnten wir die NSA möglicherweise dazu bringen, nicht länger auf den gesamten Informationsfluss zuzugreifen.”

“Ganz zu schweigen vom Profit, den so ein bürgerfreundliches Programm abwerfen würde,” äußerte Aurelia beeindruckt.

“Au ja,” sprach Ben und blickte zu ihr. “Genau. Lucas glaubt, es könnte eine Menge Potenzial haben.”

“Hm, eine geniale Idee. Wie soll die Datengewinnung vonstattengehen?”

“Auf alle möglichen Wege. Hauptsächlich über Web Crawler. Websites, soziale Medien, alles worauf wir zugreifen können. Das System verarbeitet jeden Tag Billionen von Daten, im Grunde suchen wir nach Mustern und nach Anomalien. Verhaltensänderungen werden bereits vom System zur Kenntnis genommen. Wenn bestimmte Muster erfüllt sind, stellt das System eine Liste von Verdachtsmomenten auf. Wir legen die Parameter fest und lassen es einfach für uns arbeiten.”

“Was ist dann der Unterschied zum aktuellen System?” fragte Aurelia herausfordernd. Sie mochte das Leuchten in seinen Augen, wenn er von seiner Arbeit sprach. Der Look stand ihm definitiv gut, urteilte sie.

“Wir entfernen die Identifizierungsmarker der Daten, sobald sie in unser System gelangen. Wir sind neutral, weil Daten neutral sind,” sagte er, lehnte sich zurück und stützte den Kopf in die Hand. Der dichte Muskel seines Bizeps wölbte sich und lenkte Aurelia wieder ab.

“Äh …” sprach sie und brachte ihre Gedanken wieder auf den Punkt. “Wie weit seit ihr jetzt genau mit diesem Projekt”

“Ich habe ein kleines Systemmodell entwickelt. Ich habe den ganzen letzten Monat daran gearbeitet. Im Grunde bin ich fertig damit, es muss nur tonnenweise Daten durchsuchen, damit ich die Filter prüfen und das Parametersystem verfeinern kann. Ich habe es die ganze Nacht im Auge behalten,” beendete er verlegen.

“Ich … ich glaube, das ist das Projekt, für das Lucas mich hergeholt hat,” sprach Aurelia aufgeregt.

“Warte, du machst Datenanalyse?” sprach Ben. Er klang unsicher.

“Deine andauernde Verwunderung beleidigt mich langsam,” sprach Aurelia und warf ihm einen eindringlichen Blick zu.

“Tut mir leid. Es ist nur, du weißt schon …” Er verstummte.

“Nein, das glaube ich nicht. Es ist bitteschön was?” wollte sie wissen und kniff die Augen zusammen.

“Sieh dich an. Frauen wie du verstecken sich normalerweise nicht hinter einem Computer,” sprach er.

“Frauen wie ich,” wiederholte sie. “Was zum Teufel soll das heißen, Ben?”

Sie stand vom Sofa auf und hatte die Absicht den Raum und seinen Bewohner hinter sich zu lassen.

Wärme streichelte ihren Ellbogen und dann umpackte Bens große Hand ihr Handgelenk. Aurelia erschauderte und blieb stehen. Er stand auf und richtete sich direkt hinter ihr zu seiner vollen Größe auf. Die feinen Härchen an ihrem Nacken und ihren Armen stellten sich auf, allerdings war sie nicht sicher, ob aus Angst oder vor Aufregung.

“Damit wollte ich sagen, dass du hübsch bist,” sprach er. “Jedenfalls habe ich es versucht. Ich habe nichts Böses damit gemeint, ich schwöre.”

Aurelia schluckte und spürte, wie die Hitze seines Körpers in ihre nackte Haut einsank. Ihr Mund war ausgetrocknet, ihr Gesicht aufgeheizt, ihre Atmung war flach. Dennoch, sie entzog sich nicht seiner Berührung.

“Komm, sieh es dir an,” drängte Ben sanft und zog sie wieder aufs Sofa runter. Er ließ ihr Handgelenk los und sie war erleichtert. Vielleicht auch etwas enttäuscht. Aber überwiegend erleichtert, schärfte sie sich ein.

Ben machte den Laptop auf und Aurelia sprang ein riesiges Bild mit einem Katzenbaby ins Auge. Es war von Text umgeben, einem schlechten Wortspiel. Aurelia musste lachen und Ben wurde rot im Gesicht.

“Wer mag schon keine Katzen-Memes?” fragte er und Grübchen blitzten auf.

“Niemand,” seufzte sie und schüttelte den Kopf. Zumindest war die Spannung gebrochen.

“Also mein Programm …” begann Ben aufgeregt, als er ihr seine Arbeit zeigte. Aurelia entspannte sich noch ein wenig mehr und folgte aufmerksam seiner Erläuterung.

Stunden später gähnte Aurelia und streckte sich. Sie und Ben waren die ganze Nacht aufgeblieben und hatten sich rege über sein Projekt und andere Ideen ausgetauscht. Ihre Denkweisen formten ein perfektes Yin und Yang, beide dachten gleich, gingen aber unterschiedlich an Probleme heran, was sie zu einem hervorragenden Team machte. Sie waren beide so voneinander beeindruckt, dass ehe sie sich versahen, bereits die Sonne aufging.

Als Aurelia gähnend aufgestanden war und sich für eine Runde Schlaf in ihr Zimmer zurückziehen wollte, hatte Ben sie mit einer einfachen Berührung aufgehalten.

“Bleib,” sprach er mit verschlafenen, unwiderstehlichen Augen. “Ich verlange nichts von dir, das verspreche ich.”

Aurelia hatte sich die Lippe gebissen, um ja nicht zu grinsen und hatte eingewilligt. Ben hatte sie in die Arme genommen und sie hatte sich ohne Reue an ihn geschmiegt.

Jetzt stand Aurelia auf und blickte auf Bens schlafende Gestalt herab. Ihr Herz schmerzte leicht, als sie ihn ansah. Er sah so jung aus, so arglos und verletzlich. Ihre Gedanken wanderten zu Lucas, einem Mann, der nie anders als kampfbereit aussah. Selbst im Schlaf war Lucas im Vergleich zu Bens intelligentem dunklen Rüden ein stolzer Goldlöwe.

Sie schüttelte den Kopf und machte sich in ihr Zimmer auf. Eben erst hatte sie Lucas gefunden, ihm eben ihr Herz geöffnet. Lucas erfüllte sie auf so vielen Ebenen, dass es verrückt wäre, noch mehr zu fordern. Und doch, Ben …

Aurelia verdrängte diesen Gedanken. Es war zu früh und sie war zu übermüdet, um diesen Irrsinn in Betracht zu ziehen. Sie hatte einfach so lange auf Liebe und Zuneigung verzichten müssen, dass jeder Typ mit zwei Neuronen im Kopf und einem Sixpack sie binnen Stunden um den Finger wickeln konnte.

Insgeheim schimpfte sie über sich, als sie das Zimmer betrat. Sie rügte sich mit einem mentalen Fingerzeig und stieg in ihr Bett. Dann stöhnte sie über ihre Dummheit, als sie ihr erschöpftes Selbst wieder zum Einschlafen zwang.

Jedoch schien keine ihrer Bemühungen fruchten zu wollen, denn erst als sie es sich laut eingestand, konnte sie sich entspannen.

“Ich mag Ben,” flüsterte sie sich zu. “Ich mag ihn wirklich.”

Wie von Zauberhand schlief Aurelia sofort ein, nachdem sie es ausgesprochen hatte.

3

Ein leises Klopfen an der Schlafzimmertür weckte Aurelia auf. Sie setzte sich auf, blinzelte.

“Aurelia?” Durch die Tür drang Bens gedämpfte Stimme.

“Einen Moment,” grummelte Aurelia. Sie runzelte die Stirn. Dem sanften Licht nach, das durch ihre verhangenen Fenster fiel, musste es inzwischen später Nachmittag sein. Die ganze Nacht mit Ben aufzubleiben hatte sie völlig aus dem Rhythmus gebracht.

Sie rollte aus dem Bett, schnappte sich das übergroße Nachthemd, das sie vorher ausgezogen hatte und zog es sich über den Kopf. Für Unterwäsche blieb keine Zeit und erst recht nicht für eine Hose.

Sie machte die Tür einen Spalt weit auf und schielte Ben an.

“Was gibt’s?” fragte sie und zog eine Grimasse, als sie sich vorstellte, wie liederlich sie wohl gerade aussah.

Ben machte große Augen, als er ihre knappe Aufmachung sah und seine Nasenlöcher flackerten kurz auf, ehe sein Blick auf ihre nackten Schenkel fiel. Aurelia wurde rot, sie war dermaßen lange nicht mehr in Gesellschaft anderer Wölfe gewesen, dass sie ganz vergessen hatte, wie fein ihr Geruchssinn sein konnte. Ben konnte mühelos erkennen, dass sie untenrum nackt war.

Bens Augen flogen wieder zu ihrem Gesicht und er räusperte sich. Er war ein totaler Gentleman.

“Ben?” fragte sie und bemühte sich nicht gereizt zu klingen, weil er sie aufgeweckt hatte.

Es half, dass Bens dunkle Locken ein totales Kuddelmuddel waren und er wahrscheinlich auch eben erst aus dem Bett gerollt war. Zusammen mit seinem riesigen Lächeln war er einfach zu süß, als dass Aurelia ihm hätte böse sein können.

“Ich, äh … ich hab’ eine Überraschung für dich. Ich dachte, du hättest vielleicht Hunger,” sprach er, steckte die Hände in die Hosentaschen und zuckte mit den Schultern. Seine Verunsicherung brachte eine kleine, frigide Ecke in Aurelias Herz zum Schmelzen.

“Ehrlich gesagt bin ich am Verhungern,” räumte Aurelia ein und lächelte.

“Cool! Also ich habe es nicht mit nach oben gebracht. Wie gesagt, es ist eine Überraschung. Du wirst runterkommen müssen,” sprach Ben und sein Blick loderte nur so. Seine Nasenlöcher blähten sich noch einmal auf und Aurelia spürte, dass er darum kämpfte die Ruhe zu bewahren. Alleinstehende Wölfe schütteten die verrücktesten Pheromone aus und Aurelias Geruch war offenbar dabei ihn zu foltern. Sie musste sich etwas überziehen, und zwar bald. Nur um nett zu sein.

“Okay. Ich komme gleich,” sagte Aurelia und nickte ihm kurz zu, ehe sie die Tür schloss.

“Zieh Schuhe an,” fügte Ben hinter der Tür hinzu. “Bequeme Schuhe!”

Aurelia schürzte die Lippen und machte ihren Schrank auf. Bequem. Richtig. Sie wählte ein paar dünne Baumwollleggings in Mintgrün, eine eng anliegendes, dunkelgraues Racerback-Tanktop über einem Baumwoll-BH und ihre neuen Laufschuhe. Aus Respekt vor Ben zog sie sich auch noch ein paar schwarze Damenshorts über, ehe sie sich anzog. Sie nahm eine Hüfttasche, die ähnlich einer Gürteltasche am Bauch getragen wurde und stopfte ein paar Notfallartikel rein.

Unten angekommen, stand Ben bereits vor der großen Fenstertür am Kücheneingang. Er hatte Wanderkleidung an, graue Shorts und ein blaues T-Shirt, komplett mit Wanderstiefeln und einem großen Rucksack.

“Hey!” rief er und strahlte, als er sie sah. Er klang leicht überrascht, als ob sie es sich anders überlegt haben könnte und einfach nicht runterkommen würde. Aurelia musste sich fragen, mit was für Frauen er sonst wohl so abhing.

“Hey,” erwiderte sie. “Ich nehme an, wir gehen wandern?”

“Ja, wenn du nichts dagegen hast,” sprach er mit einem fetten Fragezeichen im Gesicht.

“Überhaupt nicht. Ich liebe wandern,” sprach Aurelia und winkte mit der Hand. “Wenn überhaupt, dann bin ich die letzten Monate viel zu eingepfercht gewesen. Bevor ich hierhergekommen bin, habe ich nicht einmal meine Wohnung verlassen und die Städte, in denen ich gelebt habe, erkundet. Geschweige denn zu wandern.”

“Wirklich?” erkundigte sich Ben und nahm zwei große wiederverwendbare Trinkflaschen vom Küchentresen. Er überreichte ihr eine davon und öffnete die Tür, um Aurelia nach draußen zu führen.

“Oh ja,” nickte sie. “Ich weiß nicht, was genau Lucas dir über meine Situation erzählt hat, aber es war ziemlich brenzlig. Ich wurde verfolgt und die Leute, die hinter mir her waren, wurden immer ausgefeilter. Als ich dann nach Indien gegangen bin, war ich praktisch eine Einsiedlerin.”

Aurelia bemerkte den Karabinerhaken an der Wasserflasche und machte sie am hinteren Riemen ihrer Hüfttasche fest, sodass die Flasche dort baumelte.

“Ich weiß, dass Lucas dich dort aufgelesen hat,” sprach Ben, als er sie durch den Garten zur Waldlichtung führte.

“So nennt er es also?” giftete Aurelia und schüttelte den Kopf. “Er hat mich geradezu gekidnappt. Nicht, dass ich nicht gerne hier bin, aber damals war es einfach nur grauenhaft.”

Ben runzelte die Stirn, entgegnete aber nichts darauf. Aurelia spürte, dass er Lucas nicht schlechtmachen wollte und was sie anging, so war das eine gute Sache. Loyalität war selten, besonders unter ihresgleichen.

Sie liefen durch den lichten Teil des Waldes in der Nähe des Hauses und bogen auf einen ausgetretenen Pfad ab, den Aurelia noch nicht erkundet hatte. Der Pfad neigte sich sofort und sie begannen einen leichten Aufstieg, während sie sich weiter unterhielten.

“Das muss hart gewesen sein, dein Rudel zurückzulassen,” sprach Ben und blickte über die Schulter zu ihr.

Aurelia schüttelte den Kopf.

“Ich stehe meinem Bruder Edgar sehr nahe, aber das ist alles. Das Rudel, in dem wir groß geworden sind, war nicht besonders gut für uns. Viel Alkohol, viel Gewalt. Normale Unterschicht-Probleme, nehme ich an.”

“Du und dein Bruder seid zusammen gegangen?” wollte Ben wissen.

“Ja und nein. Wir beide sind um dieselbe Zeit abgehauen, hatten aber verschiedene Gründe. Ich hatte damals viele kleine Hacks gemacht, um mich bekanntzumachen. Dann wurde ich von einer Bande eingeladen und sie haben mir viel Geld versprochen. Zumindest war es viel Geld für mich damals. Die Jungs, mit denen ich gearbeitet habe, haben mich gewarnt und mir gesagt, dass ich mich von meinem Bruder distanzieren müsste, weil wir gegen eine Regierungsbehörde vorgehen wollten, die für ihre aggressiven Vergeltungsschläge bekannt ist. Wenn sie dich erwischen, dann würden sie dir auf jede erdenkliche Weise wehtun. Egal. Kurz nachdem ich abgehauen bin, ist Edgar auch gegangen. Er ist einem Mädchen zu ihrem Heimatrudel gefolgt.”

“Ach ja?” fragte Ben. “Die erste Liebe, hm?”

“Edgar hat sich auf den ersten Blick in das Mädchen verliebt. Seit dem sind sie zusammen. Eben hatten sie ihren ersten Wurf,” sprach Aurelia und grinste, als sie an ihre Nichte dachte.

“Junge oder Mädchen,” wollte Ben wissen. Aurelia warf ihm einen eindringlichen Blick zu, seine Neugierde überraschte sie. Ein Hauch Paranoia huschte ihr durch den Kopf, aber ein Blick auf Bens Gesicht zerstreute schnell ihre Ängste. Er war fröhlich, aufmerksam. Er war wirklich neugierig auf ihre Geschichte.

“Ein Mädchen. Magdalena. Maggie,” erklärte Aurelia.

“Cool. Ich liebe Kinder. Ich hätte gerne ein paar Nichten oder Neffen,” sprach Ben und sein sehnsüchtiger Blick sprach Bände. Noch ein kleiner Eisklotz in Aurelias Herz schmolz dahin. Wenn sie nicht aufpasste, würde sie innen noch ganz nass und matschig werden.

“Hast du Geschwister?” fragte Aurelia ihn.

“Warte,” sprach er und streckte die Hand aus, damit sie anhielt. “Leise.”

Aurelia wartete und lauschte ihrem Atem. Sie konnte nichts Ungewöhnliches hören oder sehen. Keine Gefahr. Ihre Wölfin war völlig ruhig.

“Da drüben,” sprach Ben und deutete ins Geäst eines nahen Baumes.

Hoch oben in den Ästen saß ein prächtiger Blutstirnkardinal und zwitscherte ausgelassen seinem weiblichen Pendant zu.

“Wie hübsch,” sprach Aurelia und lächelte über Bens Enthusiasmus.

“Also, wir gehen zu einem meiner Lieblingsplätze. Es gibt zwei Möglichkeiten, um dorthin zu gelangen,” erklärte Ben.

“Schieß los,” entgegnete Aurelia.

“Der einfache Weg, kaum steiler als dieser hier, ungefähr eine Stunde auf diesem Pfad,” sprach er.

“Und die Alternative?” wollte Aurelia wissen.

Ben deutete geradeaus in den Wald. Aurelia folgte seiner Blickrichtung und erspähte eine steile, felsige Anhöhe. Sie hätte es nicht mal als Weg bezeichnet. Ein normaler Mensch würde abwiegeln und auf den hübsch geräumten Pfad zusteuern.

Wie gut, dass Aurelia noch nie normal gewesen war.

“Direkt nach oben,” sprach sie mit einem Funkeln in den Augen. Ben zwinkerte ihr zu und ging voraus.

Erst als sie es ein gutes Stück den Pfad hinauf geschafft hatten, fiel ihr ein, dass er sauber von ihrer Frage abgelenkt hatte. Er war geschickt, dass musste sie ihm lassen. Zum Glück war Aurelia zu beschäftigt, um ihn darauf hinzuweisen und begnügte sich einfach damit die straffen Muskeln an seinen Beinen, seinem Po und an seinem Rücken zu beobachten.

Vierzig Minuten später und völlig außer Atem näherten sie sich dem Gipfel des Bergrückens. Ein letztes Hindernis in Form eines halben Felsbrockens versperrte ihnen den Weg. Aurelia sah gebannt zu, wie Ben ihn ohne zu zögern erklomm, sich dann umdrehte und ihr die Hand ausstreckte, um sie nach oben zu hieven. Sie zögerte und fürchtete, ihr Gewicht könnte ihn wieder nach unten ziehen. Sie war schlank aber durchtrainiert und Ben war kein Hüne wie Walker.

Sie legte ihre Hand in seine und Ben zog sie auf den Felsen, als wäre sie schwerelos. Aurelia kam sich irgendwie dumm vor, weil sie an ihm gezweifelt hatte. Scheinbar machte sie das ziemlich oft und hinterher kam sie sich immer albern vor.

Aurelia drückte die Beine durch und durch ihre Anstrengung und Bens Kraft kippte sie nach vorne und landete direkt in seinen Armen. Beide gerieten einen Moment lang ins Straucheln, ehe Ben sie auffangen konnte und er hielt sie mehrere Sekunden lang fest, zu lange, um es nur als einfache helfende Hand zu bezeichnen. Aurelia hielt ihn nicht davon ab, sondern genoss seine Wärme und seinen angenehm männlichen Duft.

“Ah,” schnaufte Ben, als er schließlich zurücktrat. “Wir sind gleich da.”

Aurelia schlug den Pfad ein, den sie vorher verlassen hatten und folgte Ben über den Kamm. Dort, auf einem glatten Felsvorsprung, befand sich eine kleine Lichtung. Die Bäume fielen ab und gaben einen atemberaubenden Blick auf die umliegenden Berge frei.

“Oh,” staunte Aurelia und trat auf die Lichtung. Sie war kompakt und nur etwa anderthalb Meter groß. Ihr Blick schweifte in die Ferne. Hier und da sah sie ein paar Häuser oder Hütten am Berghang und unten im Tal schlängelte sich ein gemächlicher Fluss durch den Wald. Aurelia holte tief Luft, der Kieferduft, die trotz des strahlend sonnigen Tages frische Luft, das Gefühl absoluter Freiheit, als sie vor sich die Welt betrachtete … Sie hob die Arme und grinste, als sie alles in sich aufnahm.

Nach einer Minute hörte sie Bens leises Schmunzeln und drehte sich um. Er hatte jede Menge Mitbringsel aus seinem Rucksack ausgepackt.

“Willst du mir helfen die Decke auszubreiten?” fragte er und holte ein weiches graues Flanellbündel hervor.

Gemeinsam breiteten sie die Decke auf der kleinen Lichtung aus und dann scheuchte Ben sie weg und machte sich daran, alles herzurichten. Aurelia suchte sich einen Platz und nippte an ihrer Wasserflasche, während er sich an die Arbeit machte. Er zauberte einen Stapel sauber in Wachspapier gewickelter Sandwiches, zwei Tafeln dunkle Schokolade, eine Flasche Rotwein, eine Flasche Evian und Cocktailgläser aus Plastik hervor.

“Beeindruckend,” kommentierte Aurelia und zog die Augenbrauen hoch.

“Ich liebe es, anderen eine Freude zu machen,” entgegnete er und erneut hatte er dieses riesige Grinsen im Gesicht. “Schau: Erste-Hilfe-Kit. Taschenkompass, ein GPS, falls wir den Kompass nicht lesen können, Karten und sogar ein Pullover, falls es kalt wird.”

Wie ein stolzer Pfadfinder führte er ihr den Inhalt seines Rucksacks vor. Ohne Zweifel war er als Kind in dieser Gruppierung gewesen.

“Ich glaube nicht, dass dir oft kalt wird,” scherzte Aurelia.

“Stimmt. Der Pulli ist definitiv für dich,” sprach Ben voller Ernst.

Sie verdrehte die Augen und lachte und dann stürzten sie sich wie ausgehungert auf den Proviant. Mehrere Sandwiches und eine ganze Flasche Wein später schob Aurelia sich genüsslich ein Stück Schokolade in den Mund. Sie hatte ihre Schuhe abgestreift und Rucksack und Picknickutensilien beiseite geschoben, um sich auf der Decke auszubreiten.

“Mmh,” verlautete sie entzückt.

Sie lag auf der Seite und blickte zu Ben auf, der weiter aufrecht saß. Irgendwann nach dem zweiten Glas Wein hatte er angefangen über ihre Schulter und ihre Flanke zu streicheln, kräftige Finger strichen von ihrem Nacken bis zu ihrer Hüfte, mit gelegentlichen Stopps, um ihre die Mähne aus Gesicht und Nacken zu kämmen.

“Gefällt es dir?” erkundigte er sich und blickte zu Aurelia runter. Seine Augen, normalerweise das hellste Himmelblau, hatten sich gleich einem aufziehenden Sturm verdunkelt. Seine Berührungen waren federleicht, sein Blick aber war intensiv und hungrig. Aurelia leckte sich die Lippen, als sie die Tafel Schokolade aufgegessen hatte und blickte Ben in die Augen.

Ein kleiner Teil von ihr wollte wissen, wie weit sie es mit ihm treiben konnte, ehe er die Beherrschung verlieren würde, ehe er seine zivilisierte Sanftmut hinter sich ließ und seinen Wolf rauslassen würde. Ihre Wölfin fand zwar gefallen an dem Gedanken, aber Aurelia wollte Ben nicht zu sehr auf die Folter spannen.

“Ben?” sprach sie und senkte schließlich den Blick.

“Ja?”

“Ich muss dir etwas sagen,” sprach sie und griff nach seiner Hand. Sie fuhr mit den Fingern über seine und genoss seine Reaktion.

“Okay,” sprach er. Sein Ton klang verhalten.

“Lucas und ich …” begann sie etwas unsicher.

“Ah,” entgegnete Ben und zog sofort seine Hand zurück. “Du musst nicht, du weißt …”

“Nein!” rief sie und setzte sich auf. “Nein, tut mir leid. Ich mache es kompliziert.”

Ben blickte wieder zu ihr, in seinen blauen Augen blitzte so etwas wie Schmerz auf. Sie hasste es, hasste, dass sie das bewirkt hatte. Sie streckte die Hand aus und umfasste seinen Kiefer. Er schloss die Augen und schmiegte sich ihrer Berührung entgegen, sodass seine Bartstoppeln ihre Finger kitzelten. Ihr Herz geriet einen Moment lang ins Stocken und irgendetwas in ihr machte klick.

“Ich wollte sagen, dass Lucas und ich nicht exklusiv sind. Solange ich eine Verhütung benutze, kann ich machen, was ich will,” sprach sie und zuckte zusammen, weil ihre Worte so klinisch klangen.

Ben riss die Augen auf, sein Blick bohrte sich in ihren und suchte. Er suchte nach Wahrheit, Hoffnung. Im selben Moment wie er atmete Aurelia scharf ein und eine Ewigkeit hingen sie einfach nur so da und keiner von beiden wagte es, diesen Moment zu beenden.

4

Ben starrte wie gebannt Aurelia an und atmete tief ein, um ihren betörenden Duft in sich aufzunehmen: frischer, sauberer Lavendelduft, der sich mit femininen Moschus mischte. Unmöglich große Saphiraugen, die in dieses unschuldige Puppengesicht gesetzt waren, mit einem sündhaft vollen Mund, der für Obszönes gemacht war. Ihre feurige Mähne war jetzt zu einem Pferdeschwanz gebunden und Ben wollte sehnlichst ihre Locken befreien und seine Finger tief in die opulente Pracht graben, um sie an sich heranzuziehen.

Eine Weile später brach Aurelia den Zauber, sie neigte den Kopf zur Seite und blickte ihn mit zusammengekniffenen Augen an. Der Anflug Unsicherheit auf ihrem Gesicht bewirkte, dass er vorwärts preschte, sie musste wissen, dass er sie wollte. Auf jedem Level, ohne Ausnahme oder Erklärung.

Ben beugte sich vor und strich mit den Lippen über ihre. Die einfache Berührung ließ ihn auflodern wie Zunder und fast stöhnte er, als er sich angestrengt zurückhalten musste. Klopfenden Herzens wartete er auf ihre Antwort. Aurelia stockte der Atem, ihre Augenlider flatterten zu und sie lehnte sich ihm entgegen. Ihre Zunge glitt über ihre Lippen und befeuchtete sie zur lieblichsten rosa Farbe. Dann bot sie ihm ihren Mund an.

Das reichte aus. Ben nahm ihren Mund, er küsste und knabberte abwechselnd ihre Lippen und stöhnte über den Schokoladengeschmack. Eine Hand legte sich um ihren Nacken, die andere umfasste ihren Unterkiefer und er zog sie langsam an seine Brust.

Aurelias Küsse waren zaghaft, forschend, fragend. Sie legte den Kopf in den Nacken und Ben vertiefte den Kuss. Erst knabberte er an ihrer Unterlippe, bis sie nach Luft schnappte, dann legte er richtig los. Seine Zunge fand ihre und streichelte und neckte sie. Sie machte einen leisen, bedürftigen Ton und Ben verschlang ihn regelrecht, als würde er nie genug bekommen.

Ben lehnte sich zurück, als ihre zierliche Hand seinen Bizeps umschlang und er forderte sie auf näherzukommen. Er fütterte sie mit Küssen und lockte sie immer weiter an sich ran, bis sie fast auf seinem Schoß war. Er legte die Hände an ihre Hüften und zog sie auf seinen Schoß, sodass sie breitbeinig auf ihm saß. Er wusste, dass sie die enorme Beule seiner Erektion spüren konnte, sie presste neugierig auf seinen Schwanz runter.

Sie riss wissend die Augen auf und warf ihm einen überraschten Blick zu. Er buckelte unwillkürlich, Aurelia hatte offenbar nicht erwartet, dass er so gut ausgestattet war. Sie errötete und schnappte nach Luft, als Ben langsam ihre Hüften über die gesamte Länge seines Schwanzes zog und dann wieder rauf schob.

Ben gab ein leises Knurren von sich, denn seine Shorts und ihre dünnen Leggings taten nichts, um ihre dampfende Hitze zu verbergen. Er nahm erneut ihren Mund, hielt sie fest und scheuerte mit wachsender Inbrunst gegen ihre Hüften. Der Duft ihrer Erregung reifte um ihn herum und machte ihn ganz verrückt.

Sein Wolf erwachte und machte sich lautstark bemerkbar. Bilder fluteten seinen Geist, Bilder von Aurelias wackelnden Titten, während sie ihn ritt. Bilder von ihr, wie sie vor ihm niederkniete und seinen Schwanz in den Mund nahm. Bilder von ihrem süßen Arsch, wenn er sie von hinten nahm.

Ben schüttelte den Kopf, verscheuchte die Bilder. Er wollte es langsam angehen und sein Wolf half nicht im geringsten dabei. Er zog am Saum von Aurelias Oberteil, streifte es ihr über den Kopf und weg. Sie zog ihm auch das Shirt aus, offenbar war sie genauso neugierig auf seinen Körper.

Während ihre Hände über seine Bauchmuskeln, Brust und Schultern wanderten, nahm Ben sie in sich auf. Das dünne Stoffstück um ihre Brüste war der Aufgabe kaum gewachsen. Ihre Brüste waren aufreizend drall und voll. Ben lehnte sich nach vorne, um sich an sie zu schmiegen, um die Pheromone einzuatmen, die aus ihrer Haut strömten. Binnen Sekunden zog er ihre den BH aus und ergötzte sich an ihrer makellos blassen Haut und ihren schmollenden rosa Nippeln.

Ben nahm ihre Brust und strich mit seinem stoppeligen Kinn über ihren Nippel. Aurelia schrie auf und wand sich unter der Berührung. Er leckte langsam und genüsslich ihre Brust von der empfindlichen Unterseite bis zu ihrem harten Nippel. Als sie vor Ekstase stöhnte, saugte Ben den Zipfel in den Mund und wirbelte mit der Zunge über ihr empfindliches Fleisch.

Der Duft ihrer Erregung waberte jetzt in der Luft und Ben wusste, dass sie feucht für ihn war. Bereit für ihn. Wieder stürzten Bilder von allen möglichen sexuellen Praktiken auf ihn ein. Eines stach besonders heraus: Aurelia, wie sie auf seinem Gesicht saß und ihre Hüften gegen seinen Mund scheuerte, während er ihren Kitzler saugte. Sein Schwanz zuckte und er brauchte mehr von ihr.

Ben schob Aurelia von seinem Schoß, legte sie hin und zog ihre Leggings und ihr Höschen aus. Sie wollte sich aufsetzen, aber Ben drückte sie wieder auf den Rücken runter. Er legte sich neben sie und schenkte ihr einen eindringlichen, berauschenden Kuss, während er gleichzeitig ihre Brüste berührte. Er strich mit den Fingern über ihren Brustkorb und freute sich über das erregte Keuchen, das sie ausstieß, als er ihren Venushügel streifte.

Seine Finger strichen durch das seidige Haar an ihrem Schambein und wagten sich weiter nach unten, bis sie für ihn die Schenkel öffnete. Mit einer suchenden Fingerspitze fuhr er der Länge nach über ihren Schlitz und stellte zufrieden fest, dass sie genauso feucht war, wie er es sich ausgemalt hatte.

Er nahm sich Zeit und rieb mit zwei Fingerspitzen über ihre inneren Schamlippen, dann zeichnete er sanfte Kreise um ihren Kitzler. Aurelias Augen waren geschlossen, ihr Kopf war zurückgelegt und sie stöhnte für ihn. Lauter, wenn er etwas machte, was ihr besonders gefiel. Ben folgte ihren Hinweisen und zügelte seine Lust, während er zusah wie sie sich hin und her wand und ihre Unterlippe biss. Ihre Hüften schaukelten sich seiner Berührung entgegen und er wusste, dass er sie allein auf diese Art zum Orgasmus bringen konnte.

Er erhöhte den Druck auf ihren Kitzler, sodass es ihr fast unangenehm wurde. Sie stand kurz davor, ein feiner Schweißfilm bedeckte ihre nackte Haut und die Not war ihr ins Gesicht geschrieben. Trotzdem wurde er langsamer.

Sie riss protestieren die Augen auf.

“Ben,” flüsterte sie vorwurfsvoll. Ben schenkte ihr ein gemütliches Lächeln, solange sie nicht bettelte oder seinen Namen kreischte, brauchte sie es seiner Meinung nach auch nicht dringend.

“Warte,” sprach er und gab ihr noch einen tiefen Kuss.

Er kniete zwischen ihren Beinen nieder und tauchte die Fingerspitzen in die Feuchte ihres Eingangs ein. Aurelia hielt einen Moment inne, sie war verunsichert. Ben penetrierte sie mit einem sanften Stoß, seine Finger drangen tief in sie ein. Die dichte, seidige Hitze ihrer Scheide wäre ihm fast an Ort und Stelle zum Verhängnis geworden. Er stöhnte und sog ihren Duft in seine Nase ein.

Aurelia schrie auf, ihre Beckenmuskeln kräuselten sich um seine Finger. Sie war bereits so kurz davor. Ben machte sich langsam daran sie mit den Fingern zu ficken, er stimulierte sie tief und hart. Die andere Hand presste er auf ihren Venushügel, sodass sie noch straffer wurde und ihr G-Punkt in seine Reichweite gesenkt wurde. Er fickte sie immer schneller und beugte sich runter, um seine Nase über ihre Innenschenkel zu streifen. Sie krampfte sich um ihn zusammen und brüllte, außer sich vor Lust.

Ohne mit dem Fingerficken aufzuhören, spreizte Ben mit der anderen Hand ihre Lippen auseinander. Er beugte sich runter, schloss den Mund um ihren Kitzler und saugte.

Aurelia schrie auf, ihr gesamter Körper verkrampfte sich und sie kam so heftig unter seinem Mund und seinen Fingern, dass ihm fast die Hand wehtat. Ben bearbeitete sie behutsam mit dem Mund, während sie den Orgasmus ausritt und hörte erst auf, als ihre Hände an seinen Kopf kamen, um ihn von sich runterzuziehen.

Aurelia war völlig außer Atem, sie zitterte und starrte ihn mit großen Augen an. Ben befeuchtete seine Lippen und blickte sie gezielt an, als er sich ihre Säfte aus dem Gesicht wischte. Sie machte den Mund auf, dann machte sie ihn wieder zu und sie drehte die Hände um, ehe sie auf ihrem Brustkorb zur Ruhe kamen. Er ließ ihr Zeit, damit sie sich wieder erholte. Fast eine Minute lang hielt sie die Augen geschlossen und als ihre Atmung wieder völlig gleichmäßig wurde, fragte er sich, ob sie eingeschlafen war.

“Scheiße!” sprach sie schließlich und öffnete die Augen. Mit unverhohlener Verwunderung starrte sie ihn an, worauf er lachen musste. Dann rollte sie sich auf die Seite und strich mit den Fingerspitzen von seiner Schulter bis zu seinem Handgelenk.

“Ach ja?” fragte er schelmisch. Er legte seine Hand auf ihre Hüfte, drückte sanft zu und erfreute sich an der Gänsehaut, die sich auf ihrer Haut ausbreitete.

“Wie zum Teufel hast du das gelernt?” fragte sie und errötete über ihre eigene Verlegenheit.

“Genau wie jedes andere Thema, nehme ich an. Theorie und Praxis. Es hilft, dass ich mich leidenschaftlich für das Thema interessiere,” erklärte er und erhaschte vorsätzlich ihren Blick. Sie wurde noch röter und Ben grinste.

“Streber,” klagte sie sanft und lächelte. Er ahnte irgendwie, dass ihr in letzter Zeit nicht besonders oft zum Lachen zumute gewesen war und er war glücklich, dass er sie so aus sich herausholen konnte.

“Ich möchte dir nur Vergnügen bereiten,” antwortete er und strich dabei über ihre Flanke und genoss die Zartheit ihrer nackten Haut.

“Das tust du,” sprach sie und strich mit den Lippen über seinen Mund. Während er sich zurückgehalten hätte, vertiefte sie den Kuss und entfachte erneut seine Erregung. Als er den Kuss beendete und zurückzog, warf sie ihm einen frechen, berechnenden Blick zu.

Ihre Hand fand seinen Hüftknochen und eine Fingerspitze fuhr über den Bund seiner Shorts.

“Aurelia,” sprach er und ergriff ihre Hand. Sie war schneller und die Hitze ihrer Hand legte sich auf seine Erektion.

Ben hisste und presste sich ihrer Hand entgegen, ehe er sich zusammenriss. Sein Wolf rumorte und war außer sich, weil er sie nicht schon längst fickte.

Pulsuz fraqment bitdi.

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08 iyul 2025
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9783985224463
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