Kitabı oxu: «Aber die Nacht ist noch jung»

Şrift:

Über das Buch

Flitterwochen, die Geburt des ersten Kindes, eine wilde Nacht in einem Club – drei Stationen im Leben einer Frau verwebt Liat Elkayam zu einem dichten Roman, der von der Sehnsucht nach Jugend erzählt, vom Glanz und vom Elend, heute in einem weiblichen Körper zu stecken.

Liat Elkayam erzählt in diesem herausragenden Roman von drei Stationen aus dem Leben einer Frau, die hofft, worauf wir alle hoffen, auf die großen Momente im Leben, in denen sich zeigt, dass wir die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Doch das reale Leben schiebt sich wie ein Zerrspiegel vor das gewünschte. Oder ist es andersrum? Vier Uhr morgens am Strand von Tel Aviv. Die Hochzeitsparty ist vorbei, die Füße schmerzen, der Whiskey war gut, nur wo ist der Hotelzimmerschlüssel? Bei der jungen Frau schleichen sich erste Zweifel an der Ehe ein. Vielleicht, denkt sie sich, kehrt die Magie in den Flitterwochen zurück?

Als einige Jahre später ihr Kind zu früh und mit Kaiserschnitt auf die Welt kommt, ist das erhoffte mütterliche Glück überlagert vom Piepen der Kontrollmaschinen, der Angst um das Baby im Brutkasten und ihren eigenen körperlichen Schmerzen. Sie fängt an, ein »Tagebuch der Erniedrigung« zu führen.

Mann, Kind und Erfolg im Beruf – mit vierzig kann das doch nicht schon alles gewesen sein. In einer langen Nacht in einem angesagten Club lockt ein Seitensprung. Die Nacht ist ja noch jung!

Mit diesem so einfühlsamen wie schonungslos ehrlichen, lakonischen Roman erkundet Liat Elkayam, wie wir uns in unserer Sehnsucht nach ewiger Jugend, nach Vollkommenheit und Effizienz verstricken und damit Gefahr laufen, uns selbst zu verlieren.

Die Autorin

Liat Elkayam, 1975 in Tel Aviv geboren, studierte u.a. Bildende Kunst, Jura, Philosophie und Drehbuch. Sie war Redakteurin der Literaturbeilage von Haaretz, für die sie heute eine Kolumne schreibt. 2015 erhielt sie das Berlin-Stipendium der Akademie der Schönen Künste. Aber die Nacht ist noch jung wurde 2019 mit dem Preis des israelischen Kultusministeriums für das beste Debüt ausgezeichnet. Sie lebt mit ihren zwei Töchtern in Tel Aviv und lehrt Journalismus und Kreatives Schreiben am Sapir College.

LIAT ELKAYAM

ABER DIE NACHT
IST NOCH JUNG

ROMAN

AUS DEM HEBRÄISCHEN

VON GUNDULA SCHIFFER

VERLAG ANTJE KUNSTMANN

Für Zoë, meinen Augapfel

FLITTER

Sie war überglücklich, dass sie die Hochzeit hinter sich hatte. Der ungeschmückte Wagen hielt vor dem Hotel am Ende der Promenade. Sie stiegen aus, und er umarmte zum Abschied den Fahrer, seinen besten Freund. Sie hatte gute Lust, den Freund, der ihr die ganze Hochzeit über auf die Nerven gegangen war, anzuspucken, entschied aber, dass sich das nicht gut mit ihrem puderrosafarbenen Kleid vertrug. In der einen Hand hielt sie ihr Täschchen, in der anderen die silbernen Servierplatten mit den Resten vom Catering. Hätte sie eine dritte Hand gehabt, sie hätte sich auch noch die Stirn gehalten, die auf dem Boden aufzuschlagen drohte. Was ein Segen, dachte sie, dass sie sich die Haare nicht mit Tausenden Nadeln auftürmen hatte lassen, sonst hätte sie jetzt Stunden damit zu tun, die Nadeln wieder zu entfernen. Die sieben Gläser Whisky, die sie getrunken hatte, machten sich mit einem Prickeln in den Fingerspitzen bemerkbar.

Das Schönste am Brautsein war, dass sie ständig jemand gefragt hatte, ob sie etwas trinken wolle, woraufhin sie diesem bloß das Zauberwort »Whisky« zuraunen brauchte, um sofort mit einem Glas versorgt zu werden. Sie stürzte ihre Drinks in wohlüberlegten Intervallen von mindestens zwanzig Minuten hinunter. Weil sie genug aß und zwischen den Drinks immer wieder ein Glas Wasser trank, wurde ihr nicht übel. Auch das jahrelange Training half vermutlich dabei, dass sie sich nicht besinnungslos betrank. Sie grinste breit, leicht beduselt, aber nur ein kleines bisschen beschwipst. Sie erinnerte sich an eine Hochzeit, bei der sich die Braut auf der Toilette vollgekotzt hatte; an eine Hochzeit, bei der der Bräutigam in Ohnmacht gefallen war, sich den Kopf an der Treppe aufgeschlagen und die Lippe aufgerissen hatte; an eine, bei der sich der Vater des Bräutigams an die Mutter der Braut herangemacht hatte; und an eine, bei der der beste Freund des Bräutigams so viel blauen Whisky aus dem Flachmann gesoffen hatte, dass er vom Rand der Tanzfläche aus das ganze Steak in hohem Bogen auf das Parkett reiherte. Die Szenen hatten sich so sehr in ihr Gedächtnis eingebrannt, dass sie einen Vollrausch unbedingt vermeiden wollte.

Auf der Hochzeit hatte sie wie wild getanzt. Die Fotografin beschwerte sich nachher, man könne sie unmöglich erwischen, weil sie nicht mal für eine Sekunde nicht in Bewegung war (und der Satz, den sie hinterherschob, gab ihr einen Stich ins Herz: Und du blinzelst auch die ganze Zeit). Doch jetzt, hier in der Hotellobby, hielt sie einen Moment inne und atmete unter den Millionen wirbelnden Glitzerlichtern des riesigen Kronleuchters mehrmals tief durch.

Jonatan hielt ihre Hand nicht, als sie hineingingen, er war zu beschäftigt mit seinen Servierplatten voller Essensreste, beschwerte sich über sein zerknittertes Ralph-Lauren-Sakko, das er nur deshalb zu tragen bereit gewesen war, weil sie es sich gewünscht hatte. Im Aufzug stellte er sich vor den Spiegel, begutachtete sich kritisch, zog die Wangen ein wie ein Model und hielt sie so. Eine vertraute Geste. Jeden Morgen zog er die Wangen auf diese Art ein, nachdem er sich etwa dreißigmal gekämmt und sein Spiegelbild geprüft hatte; auch jedes Mal, wenn er fotografiert wurde, darum sahen seine Lippen auf Fotos immer aus wie zu einem kleinen, wulstigen 0 geschrumpft. Das Neonlicht gab seinem blassen Teint einen rosafarbenen Ton mit einem Stich ins Graue. Was für ein schrecklicher Fehler, dass sie ihm das pinkfarbene Hemd gekauft hatte, auch noch für sechshundert Schekel! Der V-Ausschnitt lag eng am Hals an, erwürgte ihn fast. Sie selbst war in einem noch viel schlimmeren Zustand, wie sie bei einem flüchtigen Blick in den Aufzugspiegel feststellte. Sie hätte besser nicht gewagt, genauer hinzusehen. Von der Schminke war kaum etwas übrig, nur wenige Partien ihres Gesichts hielten sich noch tapfer – ein kreisrunder Fleck beigen Make-ups um das linke Nasenloch, die akkurate und ebenmäßige Schicht auf der Stirn –, doch die roten Lippen waren aufgesprungen, und der Pickel am Kinn war zwar abgeklungen, aber die trockene, rissige Haut drumherum blätterte ab. Sie hörte, wie etwas leise auf den Boden des Aufzugs trommelte. Sie bückte sich und entdeckte lauter kleine Perlen, die sich von einem gerissenen Faden ihrer bestickten Vintage-Tasche gelöst hatten.

Als sie den mit einem meerblauen Teppich ausgelegten Korridor entlanggingen, dessen Ende im Licht des Vollmonds schimmerte, fragte sie sich, ob er sie wohl in seinem Armen über die Schwelle heben würde wie im Film. Vor der Tür ihres Hotelzimmers stellte sich heraus, dass ihre Schusseligkeit diese Option – sollte sie je bestanden haben – zunichte gemacht hatte. Im Trubel der nachmittäglichen Hochzeitsvorbereitungen, auf dem Höhepunkt des Dramas aus Schminken, Mutter, begleitender Freundin und dem unablässig vor sich hin bürstenden und schwatzenden Friseur, hatte sie keine Sekunde an den Zimmerschlüssel gedacht, und jetzt, wie Tausende Male zuvor in ihrem Leben, war sie sich nicht mehr sicher, ob sie ihn eingesteckt hatte. Sie standen vor der richtigen Tür, nur nicht auf der richtigen Seite. Er schaute sie an.

»Hast du den Schlüssel?«

Schlagartig wurde ihr klar, und ihm auch: Sie hatte ihn nicht.

Erschöpfung und Enttäuschung standen ihm ins Gesicht geschrieben, ihr auch, nur dass sie sich trotz allem zusammenriss, noch einmal Hoffnung schöpfte und in ihrer Handtasche kramte. Sie fischte einen Lippenstift, ein Plastiktütchen mit Lidschatten und Wattestäbchen, das kaputte Telefon, eine Haarnadel und das Band vom Brautstrauß aus dem schmalen Täschchen. Während sie weiter in der kleinen, jetzt leeren Tasche wühlte, verzweifelt nach einem verborgenen Reißverschluss, nach irgendwas suchte, bemerkte er ein Zimmermädchen, schritt mit strammer Brust auf sie zu und fragte äußerst höflich, sogar mit einem warmen Lächeln: »Könnten Sie uns vielleicht ins Zimmer lassen? Wir finden den Schlüssel nicht.« Das Zimmermädchen nuschelte etwas Unverständliches auf Russisch. Er antwortete ihr auf Jiddisch, woraufhin ihm das Zimmermädchen ein Lächeln schenkte, sich zerstreut in den Haaren nestelte und eine kurze Antwort gab. Unterdessen wühlte sie weiter in ihrer Tasche und verhakte sich dabei in dem widerspenstigen Faden. Zehn weitere Perlen kullerten über den Korridor. Er wandte sich ihr mit einem hörbaren Seufzer zu, weil er das natürlich hatte kommen sehen, sogar noch Schlimmeres, und bestimmte: »Wir gehen runter in die Lobby.« Sie streifte die Ballerinas ab, die sie zum Wechseln mitgenommen hatte. Ihre Füße erinnerten sich noch immer schmerzlich an die fünf Stunden in den Riemchenpumps, die ihr das Fußgewölbe verkrümmt und den kleinen Zeh zerquetscht hatten. Sie schleppten sich den Korridor hinunter, der plötzlich grün wurde.

Im Aufzug achtete sie darauf, ihren Blick nicht zu heben. Die französische Maniküre hatte sich ausgezahlt, die rosa Grundierung ihrer Zehennägel war unbeschadet, doch ein dunkelroter Strich zog sich über die ganze Breite des Fußrückens, dort, wo sie der Riemen der silbernen Pumps malträtiert hatte. Er nahm ihre Hand, und sie wusste nicht, wessen Hand die kalte und wessen die warme war.

An der Rezeption saß ein Hotelangestellter mit laufender Nase. Vor ihm stapelte sich benutztes Toilettenpapier. Er putzte sich die rote Nase, es klang wie ein Trompetenstoß. »Gesundheit«, sagte sie. »Hören Sie, wir haben den Zimmerschlüssel nicht.«

Neugierig begutachtete der Rezeptionist den Inhalt seines Taschentuchs und fragte: »Ihre Zimmernummer?«

»219.«

Selbst die Nummer ihres Hotelzimmers ließ sich nicht durch zwei teilen, schoss es ihr durch den Kopf. Der Rezeptionist stöberte im Computer und in der Nase. »Wir sind schrecklich müde«, sagte sie.

Er musterte sie von oben bis unten, hämmerte auf die Tastatur ein und verkündete: »Dieses Zimmer wurde noch nicht bezahlt.«

Hitze stieg ihr von den schmerzenden Füßen bis hoch in den Kopf, und die Scham ließ sie erröten. Ihre Mutter war wieder einmal schusselig gewesen, oder sie hatte die Rechnung absichtlich nicht beglichen. »Dann bezahle ich eben«, sagte sie bestimmt, »aber um meine Tasche mit der Kreditkarte zu holen, muss ich ins Zimmer.«

Der Rezeptionist verzog den Mund. »Und woher soll ich wissen, dass das wirklich Ihr Zimmer ist?« Sie hatte keine passende Antwort. »Keine Ahnung, weiß ich nicht.«

Jonatan lief unterdessen hinter ihr hin und her, seine ausholenden Schritte hallten durch die leere Lobby. Ein Panther im Käfig. Der Rezeptionist zog geräuschvoll die Nase hoch und sah ins Licht. »Ich möchte Hatschi machen, aber es kommt nicht«, stellte er fest. Und gähnte. Sie gähnte zurück. Auf dem Tresen stand eine Tasse mit dem Hotellogo, gefüllt mit einer gräulichen Flüssigkeit, in der zwei Stückchen Zitrone schwammen. Der Rezeptionist nahm die Tasse, um den Inhalt zu begutachten, der eine Antwort barg, allerdings nicht auf ihre Frage. »Wir haben eine lange Nacht hinter uns. Sie sehen es ja, wir sind frisch verheiratet. Ich hatte den Schlüssel, ich habe bloß vergessen, ihn mitzunehmen. Bitte machen Sie uns doch endlich auf, schicken Sie jemanden aufs Zimmer, dann finden Sie unsere Sachen dort, mein Name steht auf der Reservierung.«

Zu seiner Erleichterung konnte der Rezeptionist nun endlich niesen, doch da kein Papier mehr auf der Rolle war, suchte er sorgfältig eines aus den benutzten auf dem Tresen heraus, eines mit langem, sauberem Schwanz, und schnäuzte sich erneut mit einem Trompetenstoß.

»Jetzt reicht’s, das ist doch eine Zumutung.« Ihre Stimme schwoll an, beinah jaulte sie, ein kaltes, aggressives Jaulen. »Es ist vier Uhr morgens, und ich will in mein Zimmer.«

Sie bemerkte, wie Jonatan ihr eine Hand auf die Schulter legte, und wusste, dass er sie in diesem Moment verabscheute. Wieder einmal überkam sie einer ihrer hysterischen Anfälle. Aus irgendeinem Grund trafen diese zügellosen Attacken stets die einfachen Angestellten. Einmal hatten sie furchtbar in einer Handy-Reparaturwerkstatt gestritten, nachdem sie die Mitarbeiterin anschrie, die ihr angeblich nicht gesagt hatte, dass beim Umstieg auf ein neues Gerät alle ihre Nummern gelöscht würden. Er sagte ihr, so könne man nicht mit den Leuten umspringen, es sei unverschämt. Was hatten sie schon getan? Sie taten nur ihre Arbeit, folgten penibel den Anweisungen, die sie bekamen, und es gab absolut keinen Grund, derart auszurasten. Was war bloß in sie gefahren? Wozu diese Respektlosigkeit?

Sie wusste, wie sehr er dieses Verhalten verabscheute und wie unglücklich der Zeitpunkt war, und biss die Zähne zusammen, um nichts mehr zu sagen. In der Stille ertönte der Schrei in ihrem Kopf wie eine Sirene mit tausend Dezibel. »So geht man nicht mit Kunden um, das ist kein Service. Und hören Sie endlich auf, sich vor mir die Nase zu schnäuzen, das ist ja widerlich.«

Der Rezeptionist musterte sie wieder, dieses Mal aber interessiert, als hätte er sie endlich gehört. Ohne Kommentar zückte er eine weiße Plastikkarte, tippte eine rote Zahl ein, sodass ein grünes Licht aufblinkte, und legte die neue Chipkarte auf den Tresen. Als sie in den Aufzug stiegen, gähnte sie wieder: Irgendwo hatte sie einmal gelesen, dass sich der Grad der Empathie eines Menschen auch darin ausdrückt, wie viel Zeit vergeht, bis er sich vom Gähnen des anderen anstecken lässt. Und hier war weniger mehr: Je weniger Zeit vergeht, umso größer die Empathie.

Jonatan steckte die Karte in den Schlitz, und das Licht leuchtete auf – allerdings rot. Er versuchte es noch einmal, rieb die Karte an seiner Hose, das Licht blieb rot. »Fuck«, sagte sie. »Funktioniert nicht«, sagte er. Sie setzte sich auf den Teppich. »Vergiss es, ich kümmere mich darum«, sagte er. Sie sammelte die Perlen ein, die zuvor auf dem Korridor in alle Richtungen gesprungen waren, rutschte auf zerkratzten Knien über den Boden, in einem Kleid, das viel luftiger und leichter aussah, als es in Wirklichkeit war, während er sich auf den Weg hinunter in die Lobby machte. Als er zurückkam, lehnte sie an der Wand, rasselte mit ihrem perlenbeladenen Täschchen wie mit einer einsamen Kastagnette. Sie hatte das Bedürfnis nach etwas Lärm, um nicht denken zu müssen. Er setzte sich neben sie. »Er hat gesagt, er schickt gleich jemanden rauf.«

»Danke, Pu«, sagte sie.

Plötzlich lächelte er, legte seinen Kopf in ihren Schoß. Sie streichelte über sein glattes Haar und die rauen, molligen Wangen.

Nach einigen Minuten kam ein junger Mann mit einem Stapel Chipkarten und öffnete ihnen die Tür. Die Sache mit der Schwelle hatte sie längst vergessen, er hastete aufs Klo, um zu pinkeln. Auf dem Tisch standen die bananenpunschfarbenen Blumen vom Nachmittag. Eine billige grüne Flasche Champagner, Geschenk des Hotels, thronte lauwarm und anklagend auf einem silbernen Tablett neben dem Bett. Sie öffnete die Reisetasche und zog mit heiliger Ehrfurcht das Nachthemd heraus, das sie sich extra für diesen Anlass gekauft hatte. Er kam in den neuen weißen Unterhosen aus dem Badezimmer. Seine Schenkel waren dünn, aber muskulös. Das Haar hell und feucht, unendlich schön.

»Ich habe mir die Haare nass gemacht, zum Duschen habe ich keine Lust mehr, Pu«, sagte er. Sie war so beschäftigt damit, was sie jetzt zu tun hatte und ob er in dieser Nacht wohl mit ihr schlafen würde und was es zu bedeuten hatte, dass er sie den halben Abend lang ignoriert, ihr nicht einmal in die Augen geschaut hatte, dass sie nur sagte: »Gut, aber ich möchte schon duschen, okay?«

Beladen mit Utensilien ging sie ins Badezimmer, um gleich wieder herauszukommen, weil sie die Zahnbürste vergessen hatte. Er saß auf dem Bett und stocherte in dem Essen vom Catering herum, kaute auf den Resten eines Steaks und besudelte die Bettwäsche mit blutigen Fettspritzern.

Im Badezimmer nahm sie die Badehaube aus der weißen Plastiktüte und verstaute ihre Mähne darunter, damit die glänzende Hochzeitsfrisur möglichst noch einen Tag länger hielt. Duschte rasch, aber gründlich, besonders sorgfältig wusch sie die Vagina, einschließlich der Schamlippen, dann zückte sie eine frische Rasierklinge, um etwaige Borsten am After zu eliminieren. Sie benutzte das harte Seifenstück des Hotels. Hätte sie eine Flüssigseife von zu Hause mitgebracht, hätte sie riskiert, dass der Spender in der Tasche auslief, und das hatte ihr gerade noch gefehlt. Inspizierte ihr Gesicht im Spiegel. Die Haut war vom Make-up ausgetrocknet, es musste dringend eine Feuchtigkeitscreme her. Sie kramte in der Tasche. Hatte vergessen, welche einzupacken. Kratzte die trockene Haut um den Pickel am Kinn herum ab, auf die Gefahr hin, dass es zu bluten begann, überkleisterte den Schandfleck mit Make-up. Sie wollte unbedingt schön aussehen, und noch mehr wollte sie, dass er ihr sagte, sie sei schön. Lächelte sich selbst im Spiegel an, es sah erbärmlich aus. Wie zum Trost prüfte sie ihren weißen, flachen, von den Alkoholdämpfen brodelnden Bauch. Trug rotes Lipgloss auf und zog das Nachthemd aus der Stofftasche; mit der cremeweißen Spitze am Abschluss war es fast schön genug, um als Brautkleid durchzugehen. Nur die Träger waren schwarz, aus weichem Samt. Das Dekolleté war tief ausgeschnitten. Durchschimmernde rosa Brustwarzen, enge, betonte Hüften und vom Stoff verhüllte dickliche Knie. In der Hoffnung, dass er nicht eingeschlafen war, ging sie zu ihm. Er lag schon im Bett, seine Kleider hatte er wild durcheinander aufs Bett geworfen, sein Blick war schläfrig, aber er lächelte. Auf Spitze sprang er immer an. »Komm«, sagte er mit seiner sanften, niedlichen Kinderstimme, und sie freute sich, dass er wach war, kroch zu ihm unter die weißen Laken. In Sekundenschnelle waren sie ineinander verschlungen. Er unter ihr, doch offenbar hatte er die Stellung bestimmt, nicht sie. Seine Augen waren glasig, ihre von einem dünnen Schleier überzogen. Er kam, ohne etwas zu sehen. War im Nu eingeschlafen.

Sie lag neben ihm und sagte sich: »Mein Ehemann, mein Ehemann. Mein Mann. Mein Mann.« Wieder. Vielleicht diesmal. Vielleicht ein Flüstern. Nur im Herzen. Mein Ehemann, mein Ehemann. Es ist wahr. Wirklich. Sie versuchte, sich selbst zu überzeugen.

Gedanken an die Hochzeit prasselten auf sie ein. Kann es sein, dass Milka wieder schwanger ist? Warum hat Jochai sich nicht gegen den aufdringlichen Doron gewehrt? Warum ist Avischag nicht gekommen? Wie sehr sie sich verausgabt hatte. Sie war hin- und hergependelt zwischen seinen Kiffer-Kumpanen und ihren nerdigen Kollegen einerseits und seiner religiösen Familie und ihrer Clubgänger-Clique andererseits. Der Ort hatte mit seinen zwei Etagen für die Trennung der verschiedenen Welten gesorgt und sie mehr als sechzigtausend Gesichter gestreift.

Auf der Hochzeit von Catherine und David vor einem Monat hatten sich Braut und Bräutigam so wenig um die Gäste gekümmert, dass sie sich für sie schämte. David behauptete, er sei auf einem Trip, obwohl er nicht einmal einen Joint angerührt hatte, ließ sich einfach treiben, während Catherine sich die ganze Zeit mit ihrem Asthmaspray auf die Toilette flüchtete, wo sie sich vor ihrer Schwester versteckte, die ihr mit Puder und Lippenstift dicht auf den Fersen war und immerzu »Touch-up, Touch-up« kreischte. Wegen Catherine und Davids Hochzeitstermin hatten sie ihren eigenen um einen Monat verschoben. Vielleicht wäre aber genau das der richtige Zeitpunkt für sie gewesen, um zu heiraten. Wer weiß das schon. Wirklich. Am meisten wünschte sie, es würde bei ihnen genauso sein wie bei Adam und Carmela, die sich die ganze Nacht geküsst und einander gefragt hatten: »Erinnerst du dich noch, wie …« »Hast du gesehen, dass …« »War das ein Spaß, als …« Immerhin hatten sie sich nicht wie Dafna und Lior gegenseitig die eingegangenen Schecks vorgezählt.

Sie stand auf, ließ Wasser in die Wanne ein, und tänzelnd wie bei einer Verführung kehrten all die kleinen Demütigungen des Abends zu ihr zurück. Alex, der Jonatan nach der Chuppa sein »Beileid« ausgesprochen hatte. Rotem, der, mit der Videokamera betraut, diese aus Versehen ruiniert hatte, sodass niemand die Trauung filmen konnte. Gal, der beinahe die Party verdorben hätte, weil er mit Schirli und Dafna flirtete, bis seine neue Freundin nach der Hälfte des Abends ging. Dafna, die die ganze Nacht wie ein kaputtes Spielzeug auf der Stelle auf und ab gehüpft war, bis ihr das trägerlose Kleid runterrutschte. Rotem, der ihrem gesamten Team aus der Arbeit halbe Ecstasypillen angeboten hatte. Und schließlich ihr Vater und ihre Mutter, die kein einziges Wort miteinander gesprochen hatten.

Er schlief wie ein Stein, und sie wagte es nicht, laut zu schreien und ihn zu wecken. Hellwach und nervös ging sie vom Bett ins Badezimmer und wieder zurück ins Schlafzimmer, vermaß im Kopf die Schritte und Augenblicke. Zog das spermabefleckte Babydoll aus. Sie mussten früh aufstehen morgen, das Zimmer bis elf Uhr räumen, er wollte bestimmt nicht das Frühstück verpassen. Sie hätte am liebsten eine Woche lang auf dem Teppich geschlafen, aber an Schlaf war nicht zu denken. Sie zog das Hemd ihres Mannes an, knöpfte es bedächtig zu und trat auf den Korridor hinaus, wobei sie die Champagnerflasche in die Tür klemmte, damit sie nicht zufiel, und schlich auf Zehenspitzen über den trockenen Teppich zum Fenster am Ende des Korridors. Mondlicht fiel auf den Strand, drei Palmen und eine gelbe Tankstelle. Auf der anderen Seite färbte sich der Himmel bereits violett. Sie presste die Nase gegen die Scheibe, atmete aus und malte mit dem Finger ein Herz auf das Glas. Dann kehrte sie ins Zimmer zurück und kuschelte sich wie immer von hinten fest an ihn und schlief ein. Gut möglich, dass er ihre Hand nahm, aber selbst wenn nicht, änderte es nichts.

Der Morgen zog mit einem starken, gleißenden Licht herauf. Sie hatte versäumt, die Jalousien zu schließen. Alles erstrahlte in Gelb, und sein Haar funkelte, jedes einzelne in einer anderen Farbe. Sie lugte auf die Uhr neben dem Bett. Zehn. Sie waren nicht rechtzeitig für das Buffett aufgewacht. Was ein Glück. In einer Stunde war Check-out. Sie stand auf, um zu duschen. Sie musste das Gesicht noch einmal waschen, frische Abdeckcreme auf den Pickel auftragen. Sie hatte Lust, wenigstens den Swimmingpool auszuprobieren. Sie packte den Lippenstift, seine Kleidung und das hauchdünne Nachthemd zusammen. Putzte sich die Zähne und ließ all die kleinen, verzierten Fläschchen des InterContinental samt Seife und Conditioner mitgehen. Dann schlüpfte sie in den roten Badeanzug und verbarg die schwarzen Ringe unter den Augen hinter der riesigen schwarzen Sonnenbrille, die sie für die Flitterwochen gekauft hatte. Auch er stand auf und folgte ihr lustlos hinunter. Der Hotelpool war mit kleinen Kindern und jauchzenden Familien bevölkert. In ihrem Kopf schallte noch immer die Diskomusik. Lovely day, lovely day, lovely day. Sie ging allein ins Wasser, schwamm auf dem Rücken bis zum Ende des Pools, der so angelegt war, dass man meinte, das Wasser ergösse sich von hier aus geradewegs ins Mittelmeer. Er trat an den Beckenrand, ragte über ihr, ein weißer, schattenwerfender Körper, die Augen zusammengekniffen. Ein Kind feuerte einen bunten Ball ab und traf ihn am Hintern. Verblüfft fuhr er herum, das Kind lachte. Er hob den Ball hoch, schoss ihn hinüber auf die andere Seite des Pools, wandte sich dann an sie und fragte, ob sie Geld für ein Eis hätte, aber sie hörte es nicht. Nur die Stille des Wassers in den Ohren, trieb sie Richtung Meer.

Sie warteten auf das Taxi, das sie bestellt hatten. Zwei Menschen. Zwei Koffer. So früh am Morgen, und schon brannte die Sonne. Er fuhr sich mit den Fingern durchs Haar, der Wind, den es nicht gab, hätte es zerzausen sollen. Sie holte ihre neue Sonnenbrille heraus; stets ragten ihre Augenbrauen über den Rahmen, mochte der auch noch so riesig sein.

Als sie sich ins Taxi setzten, tastete sie nach seiner warmen Hand, schloss die Augen. Bei der Auffahrt auf die Ajalon-Schnellstraße wurde ihr übel. Sie hatte schon seit drei Tagen nicht mehr richtig geschlafen und nickte beinahe ein, da piepste plötzlich sein Telefon. Er ging ran: »Wir sind eben losgefahren«, und dann: »Das glaube ich nicht. Wirst du jetzt etwa emotional? Ich habe gerade geheiratet, und du jammerst mir die Ohren voll.« Es folgte eine sehr lange Pause, während der Jonatan, so beobachtete sie es aus dem Augenwinkel, nickte, wieder und wieder den Kopf schüttelte, obwohl sein Gegenüber es nicht sehen konnte. Die Person am anderen Ende der Leitung hörte offenbar gar nicht mehr auf zu sprechen; das konnte nur Alex sein. »David und Catherine sind also mit dem Fahrrad die französische Riviera hinuntergefahren. Und dann was?«, fragte Jonatan und gestikulierte wild mit den Händen. Riss sie hoch und beschrieb Kreise in der Luft. »Er trainiert also. Aus Angst, dass er wieder Letzter wird? In einem Monat fahren wir die ›Meer-zu-Meer‹-Tour, vom Norden runter zum See Genezareth, dann werden wir schon sehen, wer fitter ist.« Es folgte wieder eine lange Pause, dann lachte Jonatan und sagte: »Als wäre er der erste Mensch, der einen großen Fisch geangelt hat. Na klar doch, klar, und die Angelrute war aus Bambusrohr. Und der Fisch ein Meerbarsch, eine Seltenheit, sieben Kilo. Der konnte bestimmt auch reden, der Fisch, hat ihm ein Chanson vorgeträllert, sicher doch …«

Als sie am Flughafen ankamen und aus dem Taxi ausstiegen, zerbrach der Griff des riesigen Koffers, den sie sich von ihrer Mutter geliehen hatte. Vergeblich versuchte sie, ihn zusammenzusetzen. »Hast du mir auch Socken eingepackt?«, fragte Jonatan. Sie nickte. Der Griff fiel wieder auseinander, sie hielt die einzelnen Plastikteile und den Knauf in Händen. Reglos verharrte sie einige Sekunden auf der Stelle, bis er verkündete: »Damit werde ich schon fertig.« Er schubste den schweren, schlingernden Koffer mit Gewalt vorwärts und verzerrte sich dabei die Armmuskeln. Sie versuchte, mitzuhalten, schleppte sich neben ihm vorwärts, in der einen Hand den Strohhut, in der anderen ihren kleinen, leichten Trolly, der enthielt, wovon sie sich unmöglich trennen konnte: zwei Paar in Stofftaschen eingeschlagene, unglaublich teure Schuhe und einen Beutel mit einem Großvorrat an Kosmetika, der die Katastrophe ihrer alternden Gesichtshaut aufhalten sollte.

Am Schalter der Fluggesellschaft sagte die junge Frau mit Halstuch: »Okay, ist das jetzt alles? Ihr Koffer hat zwei Kilo Übergewicht.« Jonatan schaute sie an, wackelte tadelnd mit dem Finger und zog eine Augenbraue hoch oder versuchte es zumindest, denn ungewollt ging die andere mit. Sie summte leise »Lovely day, lovely day, lovely day«, um nicht daran zu denken, was er sich jetzt wohl dachte.

Vor der Passkontrolle hatte sich eine lange, gewundene Schlange gebildet. Jonatan reihte sich ausgerechnet in die längste ein, just hinter eine Gruppe schwarz gekleideter Orthodoxer. Ein Greis, zwei Erwachsene, vier Kinder. Ein Stapel runder Schachteln für ihre Hüte. Er stellte sich absichtlich dicht hinter sie, die Hände hinter dem Rücken, die Brust nach vorn geneigt, den Kopf schiefgelegt. Sein Kinn berührte fast den unteren Hals. Er sah aus wie einer von ihnen. Jonatan zupfte eine Weile an seinen Bartstoppeln und rempelte dann absichtlich einen der Jungen an, der sich auch sofort umdrehte. »Verzeihung«, sagte Jonatan. Der Junge lächelte und neigte den Kopf. »Wohin fahrt ihr?«, fragte Jonatan. »Nach Hause«, antwortete der Junge mit amerikanischem Akzent und maß sie mit einem kurzen Blick. »Und wo ist das?«, versuchte Jonatan, ihn in ein Gespräch zu verwickeln. Der Junge lächelte wieder, schenkte Jonatan einen kleinen Magneten, und noch bevor er ihm danken konnte, wurde der Junge von einem der anderen Kinder am Schaufaden seines Hemds weitergezogen und von dem schwarzen Haufen verschluckt. Die religiöse Karawane hatte die Ausweiskontrolle schon fast erreicht und stimmte lauten Gesang an: »Ein Wallfahrtslied. Ich hebe meine Augen zu den Bergen, woher kommt meine Hilfe?« Jonatan zupfte wieder an seinen Bartstoppeln, fasste sich in den Schritt, beäugte den Magnet mit dem Reisesegen. »Gauner, böse Bestien«, murmelte er, »eine Religion für Paranoide.«

Sie sah auf die Uhr im oberen Bereich der Halle und zählte rückwärts. Die Zeiger bewegten sich im Kreis. Der Flughafen als Transitstation hat tatsächlich keine Stunden für sich allein, die Zeit ist hier relativ, wird vom Moment des Abflugs diktiert. Sie hatten nur noch zwanzig Minuten. Sie ahnte, dass sie durch den Duty-Free-Shop würde hetzen müssen. Bei ihrer ersten gemeinsamen Auslandsreise hatte er sie schnurstracks in einen Elektroladen gesteuert und alle Kopfhörer mit Adapter durchprobiert, bis fast keine Zeit mehr blieb; erst in allerletzter Sekunde hatte sie sich allein zum Parfüm und zum Schmuck durchgeschlagen und im Handumdrehen zweihundert Dollar ausgegeben. Als sie in den Elektroladen zurückkehrte, hatte er sich nicht vom Fleck gerührt, stand mit offenem Mund da, die Unterlippe voller Wut über sie, die ihn alleingelassen hatte, trotzig vorgeschoben. »Warum bist du einfach weggegangen?«, fragte er, und sie erinnerte sich, dass er ihr einmal davon erzählt hatte, wie er als Kind im Kaufhaus verloren gegangen war und seine Mutter ihn nicht wiederfand, sodass er noch Jahre später Albträume davon hatte. Da war sie wütend auf sich selbst geworden. Bei ihrer zweiten Reise wich sie nicht von seiner Seite. Selbst dann nicht, als er im Spielzeugladen eine intelligente Tanzmatte kaufen wollte, die man an den Computer anschließt, um dann zu allen möglichen Popsongs darauf zu tanzen. Sie pflichtete ihm enthusiastisch bei, auch wenn sie sich zur Begeisterung zwingen musste, denn sie war sich absolut sicher, sie würden diese Tanzmatte, sobald die erste Euphorie abgeklungen war, nie wieder benutzen, nicht einmal als Badvorleger. In Gedanken rechtfertigte sie den Kauf mit dem Argument, dass sie das Spiel gut für ihre Arbeit testen könne, und schwor sich parallel, eine Lehre aus dieser Sache zu ziehen. Und tatsächlich, jetzt, zu Ehren ihrer Flitterwochen, bat sie ihn zärtlich und äußerst vorsichtig, sich im Duty-Free-Shop doch bitte zu trennen. Er war einverstanden, sie würde ihn bei den CDs antreffen, und ging leichten Schrittes davon. Vielleicht macht der Ehering es ja leichter, sich auch mal zu trennen, obwohl er sie ein bisschen am Finger juckt. Sie wanderte rüber zu den harten Getränken, griff, ohne zu überlegen, nach einer Packung Zigaretten und legte sie gleich wieder zurück, denn Jonatan ging davon aus, dass sie mit dem Rauchen aufgehört hatte. Stattdessen warf sie eine Flasche Glenfiddich in den Korb und krönte ihr Einkaufsritual mit einem Chanel-Lippenstift Nummer 226, der den sprechenden Namen »Die Nacht ist noch jung« trug, zum Preis von fünfunddreißig Dollar. Eines Tages würde die Produktion exakt dieser Nummer eingestellt werden. Was für ein Horror. Das hatte die Heldin eines Buches erleben müssen, das sie gelesen hatte. Und war deswegen glatt durchgeknallt. An der Kasse kaufte der junge Mann vor ihr einen Berg M&Ms für fünfhundert Dollar. »Die kleinen Flacons von Cacharel hier packen Sie bitte auch noch ein.« Als sie mit dem Bezahlen dran war und die Bordkarte vorzeigen sollte, fand sie den blauen Umschlag mit dem Reiseplan nicht, den sie von der Frau aus dem Reisebüro ihrer Mutter bekommen hatte. Darin befanden sich natürlich auch die beiden Flugtickets. Das schiere Grauen. Sie stürmte durch den neonbeleuchteten Gang zurück zum Whisky; die etwa hundert Meter dorthin schienen ewig, eine endlose Reihe aus Fläschchen über Fläschchen in allen erdenklichen Formen. Welch große Erleichterung, als der Umschlag in dem Regal gegenüber vom Whisky auf sie wartete, versteckt unter dem dämlichen Strohhut, den sie ebenfalls liegen gelassen hatte.

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Janr və etiketlər

Yaş həddi:
0+
Litresdə buraxılış tarixi:
02 oktyabr 2024
Həcm:
421 səh. 2 illustrasiyalar
ISBN:
9783956144127
Tərcüməçi:
Müəllif hüququ sahibi:
Bookwire
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